Pummel-Alarm im Hundekorb

Da sitzt er nun vor mir. Mit Augen, so groß und rund und herzerweichend wie die von Bambi. Er will doch nuuuur etwas Kefir, nur die Reste, biiiiiitte!

Aber ich muss hart bleiben, denn wir haben Pummel-Alarm im Hundekörbchen. Finley und ich waren bei unserer Tierärztin. Eigentlich waren wir nur zum Impfen da (ja, wir machen das). Unsere Tierärztin warf Finley einen prüfenden Blick zu und stutzte: „Wieviel wiegt Finley heute? Ich frage nur wegen der Dosierung.“ Und an Finley gewandt: „Hast n’ büschen viel auf den Rippen, was? Hat Frauchen es zu gut gemeint mit Dir?“

Zuerst war ich etwas irritiert, doch dann musste ich zugeben, er hatte sichtbar zugelegt.

Stramme *hüstel 40 Kilogramm brachte er dort auf die Waage. Das waren 4 Kilogramm über seinem Idealgewicht. Wow, wie konnte das denn passieren? Zum ersten Mal in seinem Leben war mein Hund übergewichtig. Und das, obwohl ich immer noch überzeugt davon war, dass er ausreichend Bewegung bekommen hatte und trainiert worden war.

Von diesem Moment an war Finley auf Diät. Und ich? Ja, ich musste mal ganz selbstkritisch Ursachenforschung betreiben. Eigentlich bin ich gar nicht so ein „Reinstopffrauchen“. Leckerchen beim Training, na klar, aber dann hatte ich die die Futterration des Tages entsprechend reduziert.

Aber ich wollte ja ehrlich bleiben. Wenn ich zuhause bin, ist Finley mein kleiner Schatten. Wo ich bin, ist er nicht weit. Ich will nicht sagen, dass er mich ständig unter Wind gehabt hat, aber spätestens, wenn ich anfing zu kochen, bekam sein Verhalten etwas Stalkerresques. Dann lag er auf dem Fußboden und zwar mitten im Weg.

goodfellows-becher-blogIch brauchte nur einen Becher Joghurt oder Kefir zu öffnen und er ging in Position. Er gab keinen Laut von sich, das wäre unter seiner Würde gewesen. Es waren diese stillen, intensiven Blicke, die er mir zuwarf. Sie sagten mir, “Tue das Richtige, Frauchen. Wir sind doch Kumpels. Du kannst mich doch nicht leer ausgehen lassen?“. Und – ich knickte ein, jedes Mal. Ich hielt Finley den Becher hin und er durfte ihn ausschlecken. Ich geriet in Verzückung – mein Gott, sah der süss aus, wenn er das machte – jaaaa, ich war schwach….

ABER DAMIT IST JETZT SCHLUSS!!!

Erst recht seit ich weiß, dass meine Töchter und mein Mann es auch so gemacht haben. Von Mausi bekam er Wurstenden, von Motte ein Stück Käse und der liebe Gatte hat meinen Hund auf Mozzarella angetriggert.

Und dann ist da noch meine Mutter. Die Kalaschnikow unter den Leckerli-Verteilern. Kaum hatte sie mein Haus betreten, ging es los. Da kam kein: Hallo Tochter, wie geht es Dir heute?  Oh, nein. Innerhalb einer Nanosekunde verschwand sie aus meinem Sichtfeld und beugte sich zu meinem Hund herunter (erstaunlich tief für eine 82jährige). Dann folgte nach einmaligem Luftholen, so etwas wie ein Begrüßungs-Poetry-Slam für Rentner: “Na-mein-Süsser-Junge-wie-geht-es-Dir-denn-heute-so-haben-sie-Dich-denn-auch-gut-behandelt-guuut-dass-die-Oma-jetzt-da-ist-und-nach-dem-Rechten-sieht-hast-Du-vielleicht-Hunger-mein-seuten-Jung’-jaaaa-ich-freu’-mich-auch.“ Während mir schon beim Zuhören die Puste ausging, schien meiner Mutter so etwas wie Sauerstoffmangel nichts auszumachen. Atmen wird echt überschätzt, dachte ich.

Während meine Mutter ihre Beschwörungsformel herunterbetete schaffte sie es, bei jeder gesprochenen Silbe ein fettes Leckerchen aus der Hüfte zu schießen. Und alle landeten in Finleys bereitwillig, aufgerissenem Maul. Einmal ‚Hallo’ sagen und die Tagesration an Futter war abgearbeitet. Danke Mama! Aber auch damit ist jetzt Schluss – jedenfalls, wenn ich schnell genug bin, um es zu verhindern.

Zum ersten Mal, seit ich meinen Hund füttere, wog ich sein Futter für jede Mahlzeit korrekt ab. Wir stellten einen Fitnessplan auf. Mein Gatte wurde dazu verdonnert zweimal die Woche einen Radausflug mit unserem Hund zu machen. Die Mädchen wechselten sich ab bei Zerr- Zug- und Sonstnochwas-Spielen. Und Finley und ich machten Meile, Tag für Tag. Wäre doch gelacht, dachte ich, wenn wir den Brummer nicht wieder schnittig hinbekommen.

Das Programm läuft jetzt seit zwei Wochen und zeigt Wirkung. Inzwischen war Finley schon wieder auf der Waage und wir haben sein Idealgewicht fast erreicht. Na dann …. schieben wir den nächsten Besuch bei meiner Mutter wohl noch so lange heraus, bis das letzte, überflüssige Kilogramm verschwunden ist. Denn wie ich meine Mutter kenne, hat sie die Leckerchen schneller nachgeladen, als ich nein sagen könnte. Und dem Beschuss einer Kalaschnikow wirft man sich ja nicht in den Weg, oder?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vorsicht bei Designer-Rassen – Catahoula-Mixe liegen im Trend

goodfellows-blog-designerrasse

Gerade fand ich auf Facebook den Post einer Frau, die von sich behauptet, eine „neue Rasse“ kreiert zu haben. Den Leopard Labrador-Dog, einen Mix aus Labrador und Australien Shepherd.

Sie ist  stolz auf ihre erfundene „Rasse“. Und auf den ersten Blick, ja, da wirken die veröffentlichten Bilder. Die jungen Hunde sehen aus, wie kunterbunte, gesprenkelte Labradore. Wie niedlich….

Ihr Zuchtverband habe ihr zu dem gelungenen Wurf gratuliert, schreibt sie. Und Zuspruch für die neue Zucht habe sie bekommen. Der von der Frau angesprochene Zuchtverband ist die DKU, die Deutsche Kynologische Union. Mitglied in der EKU, der Europäischen Kynologischen Union. Schon mal gehört????

Ähnliche Kreuzungsversuche gibt es in den USA mit dem Louisiana Leopard Dog, sie heißen Catahoula Labrador Dogs. Catahoula-Mixe sind leider im Kommen. Bei meiner Recherche zu weiteren Crossbreads bin ich auf unzählige Hybridzuchten, unter anderem mit Australian Shepherds, Mastiffs (Mastahoulas), American Bulldogs (Catahoula Bulldogs oder auch Catbull), gestoßen. Der Markt boomt und wie schon bei den Doodle-Kreuzungen schwappt die neue Mode zu uns herüber.

Ich finde, bevor man sich so einen Catahoula-Mix als Familienmitglied ins Haus holt, lohnt es sich noch einmal über die Sinnhaftigkeit dieser Kreuzung nachzudenken.

Der Louisianna Catahoula Leopard Dog ist eine vom FCI nicht anerkannte Hunderasse aus den USA. Er ist ein Arbeitshund. In den USA sagt man „Gib ihm einen Job und er wird ihn unter allen Umständen ausführen“. Das klingt zuerst einmal ja richtig gut. Jetzt aber bitte am Ball bleiben, hinterfragen und sich weiter informieren!
Die Arbeitsanlagen wurden beim Catahoula über zahllose Generationen nach folgenden Aspekten selektiert: Er muss und möchte eigenständig arbeiten, mitdenken und eigene Entscheidungen treffen. Er arbeitet im Ursprungsland an großen Rinderherden und ist bei der Arbeit auf sich gestellt. Der Catahoula zeigt große Entschlossenheit in der Durchführung seiner eigenständig getroffenen Entscheidungen. Bedingungsloser Gehorsam fällt ihm schwer.

Das Wesen des Catahoula verfügt über eine natürliche Schärfe. Daraus folgt ein ausgeprägtes Bedürfnis seine Leute bedingungslos und eindrucksvoll zu verteidigen. Der für die Schutzhundearbeit unabdingbar nötige bedingungslose Wille zum Gehorsam fehlt ihm und macht ihn schwer lenkbar. Ähnlich ist es mit Obedience.

Halter von Catahoulas berichten, dass ihre Hunde in den ersten zwei bis drei Jahren bereitwillig mitmachten. War ihr Catahoula aber durchgereift und erwachsen, ließ der Wille sich unterzuordnen und zu gehorchen deutlich nach. Einen Hund dieser Rasse oder einen Mix aus dieser Rasse adäquat so zu beschäftigen, dass er nicht gefährlich wird, ist extrem schwierig.

Jeder Käufer sollte auch wissen, dass die Catahoulas die bei Hunden seltene Fähigkeit besitzen, auf Bäume zu klettern. Und zwar bis ganz nach oben. In den USA hat man aus dieser Fähigkeit den Hundesport „Treeing“ entwickelt. Wie schwierig das die Haltung eines solchen Hundes macht, muss ich wohl nicht ausführen.
Vor diesem Hintergrundwissen, muss man sich doch fragen, warum gerade diese Hunde mit Labradoren gekreuzt werden sollen. Das Wesen passt nicht zueinander. Labradore sind Hunde deren Zuchtgeschichte darauf ausgerichtet ist, Kooperation mit dem Menschen zu schaffen. Sie sollen bei der Jagd mit dem Menschen zusammenarbeiten, Rückfragen was als Nächstes getan werden soll. Also das genaue Gegenteil vom Catahoula und seiner Arbeitsweise.

Also was will diese „Neuzucht“ bieten, bunte Labradore, Catahoulas mit will to please? Ein klares Zuchtziel formuliert die Erzeugerin dieser Hunde, die bis dato Silverlabbis züchtete, weder auf ihrer Homepage, noch auf ihrem Facebook-Account.

Der Leopard-Mix-Wurf erscheint auf der Homepage noch gar nicht. Keine Erklärung dazu, was sie an den Catahoulas so wichtig und gut findet, dass sie sie in eine andere Rasse einkreuzen musste. Kein Wort zu den Elterntieren, keine Gesundheitsergebnisse, kein Herkunftsnachweis. Mit anderen Worten, es liegen null Informationen vor, die man von einem seriösen Züchter erwarten dürfte.

Da keimt der Verdacht auf, dass es nur darum ging, einen Hundetypus zu erschaffen, mit einer möglichst exotischen Fellfarbe, der sich gut verkaufen lässt, weil er so selten ist und so individuell aussieht. Jeder Käufer sollte sich klarmachen, dass mit der hübschen Fellfarbe aber auch der Charakter und die Bedürfnisse des Hundes bei ihm einziehen. Und der Charakter und die Bedürfnisse seines Hundes werden ihn die kommenden 10 – 15 Jahre weitaus mehr beschäftigen als das Fell. Jemand, der das Wesen eines Labradors schätzt, ist mit einem Catahoula (auch mit einem Mix) schlecht beraten. Und umgekehrt sieht es genauso aus. Wer einen selbständig arbeitenden, hochpassionierten Arbeitshund braucht, der es für sich einfordert, eigene Entscheidungen zu treffen zu können, wird mit einem Labrador (auch mit einem Mix) nicht glücklich.

Die Vorstellung, die Einkreuzung von Labradoren würde die Catahoulas sanfter und umgänglicher machen, wäre wirklich naiv. Die Welpen tragen immer den genetischen Code beider Rassen in sich. Auch die Argumentation, die Catahoulas brächten eine stabilere Gesundheit in die Population der Labradore, ist aus meiner Sicht nicht beweisbar und zu pauschal. Da bleiben mir zu viele Fragen offen.  Welche gesundheitlichen Schwächen des Labradors sollen denn überhaupt bekämpft werden? Und aufgrund welcher beweisbaren Erkenntnisse bringt der Catahoula dafür das richtige Rüstzeug mit?

Welche Rasse beim Wesen des einzelnen Welpen überwiegt, ist nicht steuerbar. Das haben die Zucht-Verläufe bei einigen anderen Designerrassen gezeigt. Meiner Meinung nach braucht es diese Rasse in unserer Hundewelt nicht. Es gibt genügend bunte Hunde mit gutem Charakter in unseren Tierheimen und genügend seriöse Züchter, für Freunde des Rassehundes.

Kleiner Nachtrag: Ihr seid es von mir ja normalerweise gewohnt, dass ich alle wichtigen Seitenhinweise verlinke. Ich habe die Facebook-Seite und die Homepage der Züchterin der Catahoula-Mixe und die Seite des Zuchtverbandes bewusst nicht verlinkt, weil ich den Weg zu diesen Hunden nicht vereinfachen wollte.

 

 

 

Omi Biene sucht einen Alterssitz

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Das Schicksal ist ein mieser Verräter. Die sechzehn Jahre alte Jack Russel Hündin Biene hatte ein gutes Zuhause. Eigentlich wollten sie und ihr Frauchen zusammen alt werden. Leider ist ihr Frauchen jetzt so krank geworden, dass sie selber Hilfe braucht und sich um ihre alte Hündin nicht mehr kümmern kann. Die Familie ihres Frauchens hat für einen Hund nicht genügend Zeit.

Biene ist, laut Auskunft ihrer Halterin,  in ihrer Art eine liebe und unkomplizierte Gefährtin, mit ein paar Alterserscheinungen. Wer möchte der alten Dame für ihre letzten Jahre ein Zuhause geben? Bitte wendet Euch an Anja Laupichler, unter der Nummer 0151/ 40163050.

Staupe Fälle im Bezirk Wandsbek

 

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Bei einer Routineuntersuchung durch das Hamburger Institut für Hygiene und Umwelt, durch die Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz (BVG), wurden in Volksdorf und Rahlstedt (Bezirk Wandsbek) im März 2017, bei drei Füchsen eine Infektion mit dem Staupe-Virus festgestellt. Weitere Fälle traten bereits im Januar in Hamm (Bezirk Hamburg-Mitte) und Oortkaten (Bezirk Bergedorf) auf. Weitere Bundesländer sind betroffen.

Staupe ist eine nicht meldepflichtige Viruserkrankung. Für Menschen ist diese Seuche ungefährlich aber für Wildtiere und auch für unsere Hunde hochansteckend und gefährlich. Katzen können den Erreger aufnehmen, erkranken jedoch nicht. Oftmals führt eine Erkrankung an Staupe zum Tod der infizierten Tiere.

Eine Erkrankungen kann man an folgenden Symptomen erkennen: Hohes Fieber, Fressunlust und Mattigkeit. Die Lunge, der Magen-Darmtrakt, die Haut und das zentrale Nervensystem können betroffen sein. Abhängig vom betroffenen Organ können kranke Tiere Husten, Atembeschwerden, Erbrechen, Durchfall, Bewegungsstörungen, Lähmungen, Krämpfe, blasigen Hautausschlag oder eine übermäßige Verhornung der Sohlenballen und des Nasenspiegels aufweisen. Eine Behandlung erkrankter Tiere ist schwierig und häufig nicht erfolgreich. Überlebende Tiere behalten in der Regel dauerhafte Schäden zurück.

Was können wir Hundehalter zum Schutz unserer Hunde tun?

Gegen Staupe gibt es eine vorbeugende Schutzimpfung, die von der ständigen Impfkommission Veterinärmedizin empfohlen wird. Bitte erkundigt Euch bei eurem Tierarzt darüber. Die Ständige Impfkommission Veterinärmedizin empfiehlt eine Grundimmunisierung in der 8., 12. und 16. Lebenswoche und im Alter von 15 Monaten, sowie zur Aufrechterhaltung des Impfschutzes Folgeimpfungen längstens im dreijährigen Abstand. Es wird daher dringend allen Hundehaltern empfohlen, den Impfstatus ihres Hundes zu überprüfen und diesen gegebenenfalls nachimpfen zu lassen.

Eine Infektion erfolgt über das Maul oder die Atemwege, zum Beispiel beim Kontakt mit erkrankten Tieren, deren Ausscheidungen oder Kadavern. Deshalb sollten weder tote noch lebende Wildtiere berührt werden. Hundehalter sollten den Kontakt ihrer Hunde mit Wildtieren verhindern. (Quelle: Behörden Hamburg)

 

 

 

Baxsi sucht ein Zuhause

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Baxi ist ein sehr anhänglicher Puli-Mischling aus Ungarn. Der etwa dreijährige Rüde ist sehr verspielt und eine lustige Type. Der etwa 47 Zentimeter große Rüde braucht sportliche Menschen. Allerdings ist er im Haus ruhig. Er ist seinen Menschen sehr zugetan und genießt es sichtlich beschmust und gestreichelt zu werden. Egal, ob man gerade mit ihm getobt und gespielt hat, fängt der Mensch an zu streicheln, dann ist das, als ob jemand auf den „Ausschalter“ gedrückt hat. Baxi mag andere Hunde (Rüden und Hündinnen) und ist im Umgang mit ihnen sehr unkompliziert.

Baxi möchte immer bei seinen Menschen sein. Das zeigt er auch deutlich. Wenn er in eine neue Umgebung kommt, weicht er seinem Menschen nicht von der Seite. Seine Pflegestelle arbeitet bereits daran.Auch mit dem Alleinsein hat Baxi noch Probleme. Seine Verlustängste sollte man ernst nehmen, denn Baxi sucht sich seine Aufgaben, wenn man ihn allein zuhause lässt. Baxi hat noch nicht verstanden, dass Frauchens Weggehen auch bedeutet, dass sie auf jeden Fall wiederkommt. Daran sollte sein neuer Besitzer intensiv mit ihm arbeiten.

Was Baxi im Haus noch nicht kann, ist im Auto für ihn kein Problem. Er fährt sehr gerne Auto und kann dort auch ganz geduldig auf seinen Besitzer warten. Er lernt sehr gerne und würde sich sicher freuen, wenn sein neuer Besitzer irgendeinen Hundesport mit ihm ausüben würde. Er joggt gerne und läuft schon prima und unermüdlich am Fahrrad.

Dieser kleine Wirbelwind hat Ihr Herz berührt und Sie möchten ihm ein neues Zuhause geben? Dann rufen Sie seine Pflegestelle unter der Nummer 0151/ 40163050 an.

Baxi ist kastriert, gechipt und geimpft und wird mit Schutzvertrag gegen Zahlung einer Schutzgebühr vermittelt.

Dummytraining für den Alltag für den Jagdhund ohne Jagdschein

 

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Wie mache ich aus meinem nicht jagdlich geführten Jagdhund oder Jagdhundmischling einen entspannten Hausgenossen?

Du hast keinen Jagdhund? Das macht nichts, denn in jedem Hund, egal welcher Rasse, steckt ein kleiner Jäger.
Jeder Hund hat einen mehr oder weniger stark ausgeprägten Jagdtrieb. Im Alltag kann sich das für jeden Hundehalter auf unterschiedliche Art und Weise auswirken. Der Hund ist nicht ableinbar, ist nicht abrufbar, jagt Katzen, Eichhörnchen oder Radfahrer.

In diesem Kurs lernen wir, wie wir unserem Hund durch das Dummytraining die Möglichkeit zur Entfaltung seiner Anlagen und Bedürfnisse geben. Wie wir ihn dadurch lenkbarer machen und vermeiden können, dass sein Jagdtrieb außer Kontrolle gerät.

Wir lernen die ersten Apporte aus dem Dummy-Training für eine gute Zusammenarbeit von Mensch und Hund, schulen die Steadyness, die Frustrationstoleranz und die Impulskontrolle unserer Hunde.

Wann?

Freitag, 24. März 2017 bis zum Freitag, 19. Mai 2017, jeweils zwischen 10.00 und 11.30 Uhr.  Am Karfreitag haben wir frei.

Treffpunkt nach Absprache.

Kosten?

120,00 Euro

Anmeldungen bitte über:

Handy 0171/ 273 43 31 oder info@goodfellows-coaching.de

Der Kurs ist geeignet vom Junghund bis hin zum Senior. Ein bisschen Sitz-Platz-Fuß sollte Euer Hund schon kennen, alles andere erarbeiten wir im Kurs.

Bitte eine normale Führ- oder Moxonleine mitbringen. Wer schon mit der Hunde-Pfeife gearbeitet hat, bitte mitbringen und jede Menge Leckerchen.

Ich freue mich auf Euch.

 

 

Es gelten die AGB von Goodfellows Mensch&Hund-Coaching.

Umsatzsteuerfrei aufgrund der Kleinunternehmerregelung lt. § 19 des UStG.

 

 

 

Liebster Award 2017 für den Goodfellows Hundeblog

 

Quelle: lycheethepoodle

Quelle: hundeseele.at

 

Moin Leute, ist das nicht toll?

Der Goodfellows Hundeblog hat den Liebster Award 2017 bekommen. Ich freu mir gerade ein Loch in den Bauch, zumal es meinen Blog ja noch gar nicht so lange gibt. Finley bekommt heute mal eine Extraportion Quark-mit-Ei, einfach weil er so ist, wie er ist. Denn ohne meinen sympathischen Dickkopf würde es viele meiner Geschichten ja gar nicht geben.

Nominiert wurden wir von Laura und Lychee vom Hundeblog lychheethepoodle Assistenzhund in Ausbildung. Vielen Dank ihr Zwei, ich fühle mich sehr geehrt. Wir lesen uns 😉 .

Laura hat sich 10 Fragen ausgedacht, die ich beantworten soll, damit ihr Finley und mich noch ein bisschen besser kennenlernen könnt. Wir legen jetzt also gewissermaßen einen Seelenstriptease für Euch hin.

Lycheethepoodle: Wie hast Du Deinen Hund gefunden?

Es hat fast zwei Jahre gedauert, bis ich wusste nach welchem Hund ich suchte. Mein erster, eigener Hund, dann noch zwei kleine Kinder und alles was an einem Leben als Frau, Mutter und Journalistin so dranhängt. Da sollte es ein Hund sein, der mich mit seiner Erziehung nicht überfordern würde. Ich wälzte also Bücher, durchforstete das VDH-Rasselexikon, telefonierte mit Züchtern und schaute in Tierheimen nach.

Dann hatte ich die Idee, auf die umliegenden Hundewiesen zu gehen und dort mal Frauen und Männer wie mich zu befragen. Schließlich bin ich ja von der Presse 😉 . „Wie ist denn so das Zusammenleben mit einem Golden, Boxer, Setter, u.s.w. ?“ Nach anfänglicher Irritation bekam ich immer freundlich Auskunft und ich hatte wieder etwas, worüber ich nachdenken konnte.

Auf einem dieser Streifzüge traf ich eine Frau aus dem DRC (Deutscher Retriever Club) mit ihren drei Flats. Sie machte mir ein tolles Angebot: Ich könnte ein paar Wochen mit einem ihrer Flats auf ihrem Trainingsplatz trainieren und mir dabei in aller Ruhe alle anderen Retriever-Rassen live anschauen. Genau das habe ich gemacht (nochmals danke an dieser Stelle). Unsere Wahl fiel am Ende auf die Golden Retriever, weil sie uns etwas leichtführiger erschienen …. ach ja, seufz *Ausnahmengibtsimmer…..

Lycheethepoodle: Wonach hast Du Deinen Hund ausgesucht oder hat Dein Hund Dich ausgesucht?

Nein, mein Hund hat mich nicht ausgesucht. Ich bin mir eigentlich nicht einmal sicher, ob ich ihn mir ausgesucht habe. Als wir unseren Züchter zum ersten Mal besuchten, machte dieser schon sehr deutlich, dass er das letzte Wort bei der Auswahl unseres Hundes haben wird.

Bei Anfängern wie uns, eigentlich gar nicht schlecht. Niemand kennt seine Welpen so gut wie der Züchter. Unser Züchter hat sich sehr viel Zeit genommen, uns kennenzulernen, da war seine Hündin Sandy noch trächtig. Als der Wurf gefallen war, durften wir die drolligen, kleinen Fellknäule regelmäßig besuchen. Zuckerschock total!

Nach etwa fünf Wochen hat unser Züchter uns zwei Rüden zur Auswahl gestellt. „Das sind die zwei ruhigsten Rüden im Wurf *kicherprust“, sagte er sehr überzeugend. Meine Wahl fiel auf Finley, er war so hübsch und wie der Züchter schon sagte, er war so herrlich ruhig …. *Ausnahmengibtsimmer …..

Lycheethepoodle: Trainierst Du mit Deinem Hund noch viel oder ist er schon ein fertiger Familienhund oder Sonstiges?

Den „fertigen“ Hund gibt es meiner festen Überzeugung nach nicht. Hunde sind Lebewesen. Für mich bedeutet das, sie lernen, machen Erfahrungen, gute oder schlechte, bis zu ihrem Tod. Alle diese Einflüsse haben bis zum Schluss großen Einfluss auf ihre Entwicklung. Und das macht die Sache für mich auch so spannend.

Auf Finley und mich bezogen bedeutet das, dass jeder Tag wieder neue Herausforderungen bieten kann. Denn er ist ein Hund, bei dem man nicht nachlassen darf. Er spürt sofort, wenn ich mal schwächel und dann ….. na sagen wir mal, erweitert ohne zu zögern seinen Kompetenzbereich. Das Terrain zurückzuerobern ist dann weitaus schwieriger, als gleich den entsprechenden Einsatz zu zeigen und ihn gar nicht erst auf dumme Gedanken kommen zu lassen.

Das heißt im Klartext, irgendetwas machen wir immer – auf jeder Hunderunde. Entweder wir trainieren die Basics, oder arbeiten an der Leinenführigkeit *seufz. Oder wir machen irgendwo ein bisschen Dummytraining und er kann dabei mal seine Jagdinstinkte austoben. Wenn ihr glaubt, das ist anstrengend? Eigentlich nicht, ich liebe es mich mit meinem Dicken zu beschäftigen. So stärken wir immer wieder unsere Bindung und unser Vertrauen zueinander wächst.  Ich betrachte das als großen Schatz.

 

Lycheethepoodle: Hättest Du gerne einen zweiten Hund – also einen Spielgefährten?

Oje, diese Frage habe ich gefürchtet. Eigentlich jaaaa, dann wieder nein, also vielleiiicht – eine Gefühls-Meinungs-Menagerie im Fluss der Gezeiten….

Die Wahrheit im Ist-Zustand: Im Moment brauche ich keinen zweiten Hund, um glücklich zu sein. Finley auch nicht. Mein Mann hat richtig Bammel davor, ich könnte es tun und den Kindern reicht es vollkommen, dass Sie zu zweit sind.

Doch wenn meine Sehnsucht einmal richtig groß werden würde …. was kümmert mich dann mein Geschwätz von heute 😉 ….

Lycheethepoodle: Darf Dein Hund zu Dir ins Bett?

Bei aller Liebe – NEIN, auf keinen Fall! Für mich ist das eine rein persönliche Entscheidung. Alle anderen mögen das anders sehen – bitteschön, jeder wie er es mag.

Lycheethepoodle: Bloggst Du regelmäßig oder eher spontan?

Ich würde es mal so ausdrücken. Ich blogge regelmäßig in unregelmäßigen Abständen.  Warum etwas auf Krampf online stellen, nur weil es der zweite Mittwoch oder dritte Donnerstag im Monat ist? So zu denken, würde meine Kreativität ausbremsen. Wenn ich aktuell nichts zu sagen habe, muss ich mir auch nicht auf Krampf etwas ausdenken. Das wäre nicht ich und die Qualität der Artikel würde darunter leiden.

Wenn ich eine Geschichte schreibe, muss ich, egal ob Glosse, Rezension oder Infoartikel,  hinter dem Thema stehen. Lieber ein wenig länger recherchieren und auf dem Inhalt herumdenken und dann erst veröffentlichen. Alte Journalisten-Krankheit – das sitzt mir in den Knochen.

Lycheethepoodle: Bellt Dein Hund? Wenn ja, in welchen Situationen?

Na klar bellt der Finley, miau sagen kann er nämlich nicht 🙂 . Allerdings bin ich ziemlich froh, dass Finley es nicht übertreibt. Es gibt schon Momente, in denen er sich äußert.

Da sind die schönen Momente: Frauchen und Herrchen kommen nach Hause, Oma kommt zu Besuch, hey – die Post ist daaaaaa….. Dann meldet er mal kurz und knapp, damit die ganze Familie Bescheid weiß.

Dann sind da, die aus Finleys Sicht, beunruhigenden Momente: Jemand betätigt ohne unsere Erlaubnis die Gartenpforte oder die Haustür. Not amused, der sonst so freundliche Retriever … auch hier kurz und knapp aber eindrucksvoll. Jeder versteht, das heißt NICHT „Komm doch rein“…..

Und dann sind da noch die Momente, in denen es um die Rüden-Ehre geht: Katzen und Kater raus meinem Garten (alle außer Kater Pauly). Oder wir treffen unterwegs die Siedlungskonkurrenten – Labby Leo, Beagle Oskar und – grande désastre – der große Schweizer Sennenhund Enrico C.. Dann werden Botschaften aus der Hölle verschickt. Aber Frauchen muss ja auch noch was zu tun haben….

Lycheethepoodle: Glaubst Du manchmal auch, dass Dein Hund Dich versteht und irgendwie doch ein Mensch in ihm stecken könnte?

Ich bin absolut sicher, dass Finley mich versteht, meine Körpersprache deuten kann, Tonfälle interpretiert und auch dementsprechend darauf reagiert. Hunde können so etwas. Steckt deswegen ein Mensch in ihm? Nein, absolut nicht.

Und das ist ja auch gut so. Als ich meine Tür für Finley öffnete, wollte ich einen Hund, mit allem Drum und Dran. Und genau das habe ich bekommen.

Lycheethepoodle: Gibt es einen Gegenstand, ohne den Dein Hund nicht leben kann? Lieblingsspielzeug?

Ein Gegenstand ohne den Finley nicht leben kann? Soweit würde ich nicht gehen.

Er liebt Dummys jeder Art, in jeder Farbe, Größe, mit und ohne Fell. Denn das bedeutet Spaß für ihn. Es bedeutet, wir machen jetzt etwas zusammen.

Lycheethepoodle: Wieso bist Du eigentlich ein Hundemensch?

Das in Worte zu fassen ist fast unmöglich. Es gehört für mich zu den Grundbedürfnissen meines Lebens, einen Hund zu haben. Es erfüllt mein Herz, meine Seele und macht einen großen Teil meines Seins aus. Ich kann einfach nicht anders.

 „And the nominees are!“

Nun bin ich an der Reihe, drei Blogs für den Liebster Award 2017 zu nominieren und mir zehn Fragen für „meine Blogger“ auszudenken.

Als erstes kam mir der Blog Strukturgeberin von Anna Meißner in den Sinn. Anna, der es immer wieder so wunderbar gelingt das emotionale Chaos, in dem wir Hundehalter manchmal stecken, in klare, verständliche Worte zu fassen.  Ganz unaufgeregt räumt sie Gedankensperren aus dem Weg und zeigt neue Wege zu einem erfüllten Leben mit Hund. „Du darfst das, Du schaffst das, finde Deinen eigenen Weg…“. Anna zu lesen tut einfach richtig gut.

Dann natürlich Maximilian von Gassireport, weil er sich so herrlich kantig gibt und man doch in jedem seiner Beiträge spüren kann, dass er einen weichen Kern hat (dafür wird er mich killen 😀 ). Maximilian ist ein Medienprofi, das merkt man insbesondere in seinen interessant geführten Interviews, zuletzt mit Günter Bloch und Josè Ace. Schaut mal rein, es lohnt sich. Bei ihm im Blog schreibt auch der Hund! Ricos Beiträge sind immer unterhaltsam, er hält uns Hundemenschen auf seine ganz spezielle Art den Spiegel vor. Max, ob nun Du oder Rico meine Fragen beantwortet oder vielleicht sogar beide, sprecht Euch einfach ab ….

Danni und Watson vom Hundebloghaus, sind die dritten Nominierten. Meine Vorliebe für Jagdhunde ist ja kein Geheimnis und Watson ist, genau wie Dannis vorherige Hunde Flynn und York, ein wunderschöner Irish Setter. Außerdem ist Danni eine DIY-Queen.  Auf dem Blog findet ihr viele Ideen, was ihr für Euren Hund basteln könnt, welchen Gegenstand man für Hundespiele noch zweckentfremden kann und unendlich leckere Rezepte für Hundekekse. Abseits von diesen spielerischen Themen, setzt sie sich aber auch kritisch und mit viel Sachverstand mit polarisierenden Themen, wie zum Beispiel Qualzucht, Impfen ja oder nein und Erbkrankheiten auseinander.

Und das sind meine Fragen an Euch:

  1. Man liest häufig von artgerechter Auslastung eines Hundes. Was verstehst Du darunter?
  2. Wenn Du die Wahl hättet, was würdest Du am Verhältnis der Hundehalter untereinander ändern?
  3. Wenn Du am Morgen aufwachst und Deinen Hund siehst, was ist Dein erster Gedanke?
  4. Gibt es einen Gegenstand, der bei Dir auf keiner Gassirunde fehlen darf? Wenn ja, warum muss dieses „Dingens“ dabei sein?
  5. Was ist für Dich der größte „Aufreger“ in der Hundewelt?
  6. Wie ist Dein Blog, Deine Blog-Idee entstanden?
  7. Hast Du Vorurteile gegen bestimmte Hunde oder bestimmte Hunde-Halter-Typen? Wenn ja, verrate sie uns bitte.
  8. Begegnest Du im täglichen Leben Vorurteilen, weil Du einen Hund hast und wie gehst Du damit um?
  9. Gibt es ein bestimmtes Abenteuer, dass Du mit Deinem Hund auf jeden Fall einmal erleben möchtest?
  10. Tierschutzhund oder Hund vom Züchter, gibt es nur das Eine oder das Andere oder bist Du offen für Beides? Wie würde Deine Wahl ausfallen und warum?

Ich bin schon sehr neugierig auf Eure Antworten.

Liebe Grüße, Birgit und Finley

Und das müsst ihr tun für Euren Liebster Award 2017. Bitte haltet Euch an die folgenden Regeln:

  • Danke der Person, die Dich für den Liebster Award nominiert hat und verlinke den Blog dieser Person in Deinem Beitrag.
  • Beantworte die zehn Fragen, welche Dir der Blogger, der Dich nominiert hat, stellt.
  • Nominiere weitere Blogger für den Liebster Award.
  • Stelle eine neue Liste mit zehn Fragen für Deine nominierten Blogger zusammen.
  • Schreibe diese Regeln in Deinen Artikel zum Liebster Award, damit die Nominierten wissen, was sie tun müssen.
  • Informiere Deine nominierten Blogger über die Nominierung und Deinen Artikel.

 

 

Läufigkeits-Report Teil 3 oder wie alles begann

goodfellows-finleynaiv-blog

Zu Beginn des „Naiven Zeitalters“

 

Also wenn die süßeste Versuchung direkt um die nächste Häuserecke wohnt, ist es natürlich schwer für einen gestandenen Rüden.  Da können einem schon einmal die Testosterone auf der Nase herumtanzen. Für mich als Frauchen, ist es auch nicht leicht und manchmal entwickele ich da eine Art Zwangsverhalten, welches die Sittenwächter der Illuminati gemäßigt aussehen lässt.

Dabei gab es mal eine Ära, ich nenne es das „Naive Zeitalter“, als ich mir über Hormone und Stehtage keine Gedanken machte. Das kann natürlich auch daran liegen, dass Finley und ich genug andere Baustellen zu beackern hatten. Möglicherweise haben alle seine anderen kleinen Unarten dazu geführt, dass ich tatsächlich glaubte „der will nur spielen“.

Mein Finley und ich hatten eine laaange und wirklich harte Pubertät zusammen. Wie sagt man so schön bei Jungens – er hat sich ausgetobt. Mein kleiner Rocker ist keiner Prügelei aus dem Weg gegangen und hat ein bisschen länger gebraucht als andere, bis er älteren Rüden den Respekt zollte, den sie verdient hatten. Bei Hündinnen, nun da sah es anders aus. Da wurde er butterzart, schon der kleinste Anraunzer ließ ihn zurückweichen. Da zeigte er dann, dass er auch charmant sein konnte. Kein Aufreiten, kein Herumgenerve, wenn die Mädels Schluss sagten, war eben Schluss!

Ich habe sie genossen, diese Momente. Zeigten sie mir doch, auch mein Haudegen war zu einem sozialen Miteinander fähig. Ich war stolz, dass er den Hündinnen nicht nachstellte. Und zugegeben, das Balzgehabe der anderen Jungen, betrachtete ich mit einer gehörigen Portion Schadenfreude…. *Augenzwinker *BinauchnureinMensch

Bis dann … ja, irgendwie alles anders wurde. Wie es sich für Finley und mich gehörte, kam die Änderung nicht langsam und schleichend, sondern mit einem gehörigen Knall! Wir gingen spazieren auf dem örtlichen Wanderweg. Finley schnüffelte den Knick ab, ich konzentrierte mich gerade auf mein Handy (böser Fehler) und las den Text einer E-Mail. Von hinten radelte mit hohem Tempo ein Hundehalter mit seiner Doodle-Hündin heran. Im Gegensatz zu mir hatte Finley die zwei schon früh bemerkt. Er tat was wir tagein, tagaus geübt hatten. Er kam zu mir, setzte sich neben mich und schaute mich artig an – vorerst… Ich sah ihn erstaunt an, dachte „Mensch das läuft ja toll“ und war sehr zufrieden mit meinem Racker – vorerst.

Was ich nicht wusste und der Radfahrer mir auch nicht mitteilte, die Hündin war läufig, aber sowas von stramm. Mit einem kurzen Seitenblick auf Finley, spurtete sie an uns vorbei und setzte dabei offensichtlich eine riesige Menge Pheromone ab. Finley inhalierte die Wolke tief ein und gab ein zufriedenes Grunzen von sich.

Er warf mir einen Blick zu, dessen Ausdruck innerhalb einer Nanosekunde von Verwunderung, über „Ich-bin-hin-und-hergerisssen“ zu „Uhuuund-Tschüss“ wechselte. Dann – Kickstart. Mein liebestoller, etwa 32 Kilogramm schwerer Rüde brauchte keine Sekunde, um gefühlte 80 Kilopond Zug auf unsere Schleppleine zu bringen.

Und ich? Ich tat natürlich das Falsche. Ich hielt die Leine fest. Weil mein linker Fuß auf der Schleppe stand, wurde ich augenblicklich ausgehebelt und in die Luft geschleudert. Als mein Körper die Waagerechte erreicht hatte, fand mein Höhenflug ein abruptes Ende und ich knallte mit Rücken und Kopf auf den Wanderweg. Nein, nicht den weichen Teil des Weges, sondern auf den mit den Kieseln. Ab da – Vogelgezwitscher, Glühwürmchenlicht und Walzerklänge ….

Was danach passierte, ist Legende. Ich habe es mir von meiner Freundin Suse, die gerade den Weg entlang joggte, erzählen lassen. Also es gab einen ordentlichen Rumms, ein mittelschweres Beben folgte. Mein Hund war weg und ich eben auch, also jedenfalls geistig. Sie habe sich dann neben mich gehockt und meine Wangen getätschelt. Ich hätte dann die Augen geöffnet und „ziemlich blöd“ geguckt. *DankefürdieBlumen Sie habe mich dann gefragt, ob sie etwas für mich tun könne. Ich hätte geantwortet: „Nee, is schön so.“ Weil das aber ein wenig verwaschen klang, habe sie vorsichtshalber meinen Mann angerufen, damit er mich abholen kommt. Ich gestehe freimütig, ich kann mich an überhaupt nichts von dem erinnern. Auch die folgenden Ereignisse: Wie der Radfahrer meinen Hund zurückbrachte, mein Mann vorfuhr und uns beide einlud, die Fahrt ins Krankenhaus, das Gekicher der Ärzte und Schwestern als sie hörten, was passiert ist – alles schemenhaft.

Im Ergebnis ist festzuhalten, dass mir Finleys erstes Liebesabenteuer eine schwere Gehirnerschütterung und vier Wochen Bettruhe eingebracht hatten. Und natürlich ein paar wertvolle Erkenntnisse wie, gegen eine läufige Hündin kann ich nicht anstinken, gute Freunde sind unersetzbar, Ehemänner und Kopfschmerztabletten auch….

Und wenn Ihr euch jetzt fragt, ob ich manchmal einen anderen Hund gewünscht hätte als Finley, antworte ich mit Inbrunst:

„Nee, is schön so….“

 

Läufigkeits-Report Teil 2 oder Minou und die freie Liebe

goodfellows-lola-coolemaus-blog

Minou, die kleine Vorstadt-Lolita (Anm. d. Red.: Name aus Datenschutzrechtlichen Gründen geändert)

 

Mein gestriger Blog-Post über meine Mühen mit der Läufigkeits-Hochsaison und dem Verhalten MANCHER (nicht aller *schwitzherzklopf) Hündinnen-Halter, hat in den diversen Foren zu sehr interessanten Diskussionen geführt.

Abgesehen von den vielen unterschiedlichen Ansichten, gab es auch Einblicke in zum Teil sehr kreative Lösungsansätze. Was mich am meisten gefreut hat, das war aber die vorherrschende Bereitschaft, sich miteinander zu arrangieren.

Natürlich habe ich auch hier und da einen kleinen Hieb in die Rippen bekommen und einmal gab’s auch richtig was auf die Mütze. Aber was soll’s, ich habe mein Tüllröckchen zurechtgezupft und nun kommt der Läufigkeits-Report Teil 2.

Also, wo waren wir? Ach ja richtig – Finley und ich waren auf dem wohlverdienten Heimweg. Von Finleys Hormonattacken müde, freute ich mich auf eine dampfende Tasse Kaffee und mein kuscheliges Sofa. Zu früh gefreut, wie sich herausstellte. Denn vor unserer Haustür lag Minou, die wunderschöne Münsterländer-Hündin meiner Freundin Marlies. Die Marlies ist ein Kind aus der Flower-Power-Hippie-Zeit, kommt vom Land und glaubt fest an die freie Liebe.  Ich mag beide sehr und in „unläufigen“ Zeiten verbringen wir und unsere Hunde viel Zeit miteinander.

Nur eben in diesem einen Punkt sind wir uns nicht einig.  Marlies will Welpen, ich nicht. Marlies lässt es darauf ankommen, ich nicht. Und Minou? Nun sie zelebriert die freie Liebe, genüsslich, ausgedehnt, phantasievoll, man könnte sagen hemmungslos. Da ihr Garten nicht eingezäunt ist, hat Minou Freigang – und zwar immer. Und trotzdem kann ich weder Marlies noch Minou so richtig böse sein. Ich habe die Beiden einfach zu gern.

Allerdings läuft es mir heiß und kalt den Rücken herunter, wenn ich einmal genau überlege, wieviel Glück es brauchte, dass wir noch keine schwarzweiß gescheckten Nachkommen mit Retrieverköpfen in unseren Gärten herumlaufen hatten.

Da sitzt sie also auf meinen Gehwegplatten, diese fluffige, schwarzweiße Versuchung. Dahingegossen, lecker wie ein cremiger Lakritz-Pfefferminz-Bonbon – zum Anbeißen. Finley leckt sich die Lefzen, er beginnt begeistert zu fiepen. Für Minou ist das offenbar der Startschuss dafür, ihre schweren Geschütze aufzufahren. Das Verführungsprogramm „Deluxe“ startet. Sie wirft ihre langen, gelockten Ohren nach hinten, dreht und wendet sich, um Finley dann ihren Popo entgegen zu recken. Finley schmeißt sich auf den Rücken, als wolle er sagen, „Jaaaa! Du rufst, ich folge Dir bis ans Ende der Welt. Füüüüüüür immer Dein“. Gleich darauf schmeißt diese Lolita der Vorstadtsiedlung ihren Propeller an und wedelt ihr “Eau-de-Cherie-ich-will-Dich-auch“ in Richtung meines Jungen. Über Finleys Schädel kreisen bunte Schmetterlinge.

Ich nehme vorsorglich schon mal unsere Leine fest in beide Hände und ramme meine Füße in den Asphalt. Ich erwarte jeden Moment einen Kickstart meines Rüden. Doch da kommt unerwartete Hilfe. Meine jüngste Tochter öffnet die Haustür, unsere Lolita-Leine in der Hand. Zack über den Kopf gestreift und die zwei Liebestollen sind gesichert. „Ich nehme sie mal mit rein. Marlies ist schon unterwegs“, sagt das gute Kind. Die Tür fällt ins Schloss, noch bevor ich „NICHT DURCHS HAUS!!!“, brüllen kann.

Okay, sage ich mir, man kann eben nicht alles haben. Die Vorstellung, wie La Lolita jede Ecke unseres Hauses in ihren Liebesduft taucht, jagt mir Gruselschauer durch den Körper. Wenig später kommt meine Freundin Marlies um die Ecke, sie zwinkert mir zu. „Ich gehe dann hinten durch den Garten“, ruft sie mir zu. Und wieder – die Haustür fällt ins Schloss, bevor ich betteln könnte „NICHT DURCH DEN GARTEN!!!“ *seufz

Finley und ich betreten das Haus. Und es kommt, wie ich es vorausgesehen hatte. Mein Nasenbär fängt an, jede Ecke unseres Hauses abzulecken. Er leckt und leckt und…..schlappschlappschlapp…. Ich wende mich resigniert ab und gehe derweil schon mal in die Küche und koche mir eine Kanne sehr, sehr starken Kaffee…. *SchlaflosinderVorstadt

Anmerkung der Redaktion: In Absprache mit den Zwei Protagonisten, ist die Redaktion mit Ihnen übereingekommen, auf kompromittierende Fotos zu verzichten. 😉

FORTSETZUNG FOLGT…..

Läufigkeits-Report Teil 1 oder Spießrutenlauf durch die Vorstadtwälder

goodfellows-laeufig-blog

Botenstoff-Such-Gerät in Großaufnahme…..

 

Bei uns in der Hamburger Vorstadt ist ALLES läufig. Es ist gewissermaßen Karnevalssaison für Vierbeiner, nur dass am Aschermittwoch leider nicht Schluss damit war. Bei uns zuhause herrscht Ausnahmezustand. Eine riesige, rosarote Wolke „Eau-de-Nimm-Mich“ wabert über unseren Wäldern, über unseren Straßen, in unsere Gärten hinein.

Mein Finley ist ein wenig von der Rolle. Okay, er jault nicht und er versucht nicht abzuhauen. Es ist viel schlimmer.  Er leidet still, steht morgens seufzend auf der Terrasse und zieht sich den verführerischen Duft laut durch die Nase. Dann wirft er mir einen verhangenen Blick zu, der sagt „ich wüsste, was jetzt meine verdammte Pflicht wäre, Frauchen…“. Er tut mir so leid, mein Bärchen. Es gibt halt Wünsche, die kann ich ihm nicht erfüllen.

Und dabei wird es uns von den Hündinnen und ihren Haltern nicht gerade leichtgemacht, enthaltsam zu bleiben.

Der erste Spießrutenlauf des Tages steht an. Wir sind gut vorbereitet. Ich habe Finley ein Geschirr angelegt und die Drei-Meter-Schleppleine im Stahlring eingeklickt. Eine fette Leberwurst lauert im Leckerchen-Täschchen auf ihren Einsatz. Mein Hund ist mit der Nase hart am Asphalt und hat eine Spur aufgenommen. Ich habe es längst aufgegeben, ihn in dieser Extremsituation „erziehen“ zu wollen. Er ist geistig weg, im hardcore-grenzdebilen Bereich. Keine Chance für mich auf seine Aufmerksamkeit. Also beschränke ich mich auf das, was ich in solchen Momenten leisten kann – ich halte ihn einfach fest.

Und dann trifft man sie, die Riege der hoffnungslos, unbekümmerten Hündinnen-Halter. Unsere Bilanz, nach einer halben Stunde Hunderunde (nur die Highlights):

Eine frei laufende Hündin mit Stehtagen, brettert von rechts in meinen Bären hinein. Er ist leicht benommen von dem harten Aufprall. Ich nutze die Chance und stoße die Hündin mit der Hand weg von uns. Die fletscht mit den Zähnen und schnappt nach mir. Autsch! Finley ist gerade keine große Hilfe…

Drei Yorkshiredamen an drei! Flexileinen (nicht eingerastet) toben auf uns zu. „Vorsicht, die sind läufig!“, ruft mir ihr Halter immerhin zu. Finley hat sich hingelegt. Nun muss man wissen, dass ein Goldenrüde in der Lage ist, sein Gewicht spontan zu verdreifachen, wenn er sich von einem Ort nicht wegbewegen möchte. Verstand im Eimer, Leberwurst egal – her mit den Mädels!

„Was ist…“, fragt der Yorkie-Halter ungeduldig, „…wollen sie nicht mal woanders hingehen?“ Na klaaar denke ich, ich habe zwar gerade gefühlte, höchst unwillige, potenzgeschwängerte 100 Kilogramm Retriever-Muskelmasse an der Leine, aber – kein Problem, Du Honk!

Laut sage ich: „Sieht das für sie so aus, als hätte ich die Wahl?“ Und: „Ihre Hündinnen sind leichter als Wattebäusche. Könnten Sie nicht vielleicht einen anderen Weg einschlagen – BITTE? Nörgelnd zieht er ab. Ich bin langsam reif für ein Anti-Aggressions-Training.

Dann kommt eine ältere Dame mit einem Spaniel-Mädchen um die Ecke. Angeleint führt sie ihre läufige Hündin an meinen Rüden heran, mit den Worten: „Na Du Armer, darfst Du gar nicht mal? Das mit Euch würde aber hübsche Babys geben. Na, aber schnuppern darfst Du schon, gell?“ Finley reißt wild an der Leine, ich mache eine Gedankennotiz, ‚Hanteltraining, wieder aufnehmen’. Außerdem kriecht in mir sowas wie Sponti-Hass hoch und ich explodiere: „Spinnen sie eigentlich? Das ist alles ohnehin schon schwer für meinen Rüden. Das ist ja so, als würden Sie vor einem Verdurstenden mit einer Flasche Wasser herumfuchteln und sie im letzten Moment wieder wegziehen. Das ist grausam. Hau’n Sie ab – JETZT!!

Ich höre noch die Worte „hysterisch“ und „unentspannt“, dann zieht die Spanielfreundin von dannen.

Finley und ich, wir sind beide erschöpft. Ich habe tatsächlich ein schlechtes Gewissen, wegen der alten Dame. Sie weiß es wohl nicht besser. „Lass’ uns nach Hause gehen“, sage ich müde zu Finley. Wir machen uns auf, in den sicheren Hafen, unser Zuhause und ich denke ’Home, sweet home …..’

Fortsetzung folgt…..