Tractive GPS DOG – Weil echte Liebe untrennbar ist

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Eigentlich muss ich keine große Angst haben, dass Finley mir einfach abhaut. Tja, eigentlich …

Vor zwei Jahren ist es uns dann doch passiert. Ich wollte Finley ins Auto setzen und ihn mit zu einer Freundin nehmen. Wer Finley kennt weiß, dass Autofahren in der Hitliste der am meisten gehassten Tätigkeiten gleich nach dem Bei-Fuß-Gehen kommt.

Ich hatte damals nicht daran gedacht und Finley sprang so schnell wieder aus dem Auto, dass ich es nicht mehr verhindern konnte. Er ging aufs Ganze und verschwand bei uns in der Siedlung. In meinem Kopf überschlugen sich die Gedanken: Links rum wohnt Enrico C., das geht nicht ohne Verletzungen ab … drei Häuserreihen weiter ist die Hündin läufig, das geht nicht ohne Welpen aus … und dann die Katzen … die vielen Katzen … OH GOTT, DIE KATZEN!!!

 

Mehr Sicherheit mit dem Tractive GPS DOG

 

 

Hätte ich damals schon den Tractive GPS Tracker für Hunde gehabt, hätte ich weniger Sorgen gehabt und auf meinem Handy sehen können, dass Finley schnurstracks zum nächsten Weiher gesprintet war, um sich abzukühlen. Und damit sind wir beim Thema. Ich habe diesen Tracker einmal für Euch getestet und muss zugeben, irgendwie hat das Ganze etwas sehr Beruhigendes. (Der Tracker kostet 49,90 Euro, wenn ihr Interesse habt, klickt einfach auf den farbigen Link oben.)

Ich habe den Befestigungsclip an Finleys Geschirr befestigt. Durch die flexible gummierte Unterseite des Clips, sitzt dieser fest an seinem Platz. Der Tracker wird in diesen Clip eingeklickt und ist auch nicht verrutscht, als Finley sich schnell und heftig bewegt hat. Der Tracker lässt sich durch einfaches Zusammendrücken, zweier an der Seite angebrachter Knöpfe wieder vom Clip lösen. Der Akku lässt sich vom Tracker ziehen und kann dann separat aufgeladen werden oder aber das Gerät mit einem Akku mit höherer Kapazität ausgestattet werden.

 

Nachverfolgung auf dem Handy

 

 

Der Tractive GPS Tracker für Hunde wird über eine App aktiviert, die ihr kostenfrei herunterladen könnt. Um die Dienste der App zu nutzen, müsst Ihr ein Abonnement abschließen. Die Firma Tractive nutzt das Mobilfunknetz um den Bewegungsablauf des Hundes an das Handy zu senden. Tractive berechnet dafür lediglich eine geringe Abonnement-Gebühr, beginnend bei 3,75 Euro im Monat.

 

Die virtuelle Sicherheitszone markieren

 

 

Nachdem die App installiert ist, kann man relativ schnell den Aufenthaltsort seines Hundes sehen. Als nächstes zieht man auf der Karte einen virtuellen Zaun um das Gebiet innerhalb dessen unser Hund sich frei bewegen darf. Die App stellt uns dafür drei Möglichkeiten zur Verfügung. Den Umriss eines Quadrats, einen Kreis und einen benutzerdefinierten Umriss. Den habe ich genutzt, weil er mir mit sechs Zugpunkten die Möglichkeit gab einen asymmetrischen Zaun zu ziehen. Die App informiert mich nun, sofort mit einem Signal, sollte Finley das umzäunte Gebiet verlassen.

 

Die Laufwege werden aufgezeichnet

 

 

 

Der Tractive GPS DOG funktioniert weltweit. Mit nur 30 g Gewicht ist er ein Leichtgewicht und behindert unsere Tiere nicht. Da er absolut wasserdicht ist, könnte Finley ihn sogar mit in seinen Lieblingsweiher nehmen, ohne dass die Datenübermittlung beeinträchtigt werden würde. Der Akku hat eine Laufzeit zwischen 2-5 Tagen.

Die Akkulaufzeit hängt auch davon ab, wie wir den Tracker verwenden. Aktivieren wir den Live-Tracker, wird das Bewegungsprofil unseres Hundes in Echtzeit übertragen. Das beansprucht den Akku etwas mehr und verkürzt den Zeitraum bis zum nächsten Aufladen. Weil das so ist, fragt die App regelmäßig nach 5 Minuten an, ob das Livetracking fortgeführt werden soll. Reagiert man nicht, stellt sich der Livetracker ab. Die Aufladezeit des Akkus beträgt 3 Stunden. Hier würde ich mir wünschen, dass ich die Laufzeit des Livetrackings manuell selber bestimmen könnte. Eine längere Laufzeit fände ich praktikabler.

 

Aktiver Hund oder Couchpotato

 

 

Darüber hinaus erstellt der Tracker ein Aktivitätsprotokoll für Deinen Hund. Den Aktivitätsstatus könnt ihr für den jeweiligen Tag, wöchentlich oder monatlich abrufen.

 

Fazit:

Durch den Tractive GPS Tracker für Hunde können wir Hundehalter unsere Vierbeiner viel schneller orten und wiederfinden, als es uns auf konventionelle Weise möglich wäre. Das schafft mehr Sicherheit für unsere Hunde, genauso wie für uns selbst. Dabei darf allerdings niemals außer Acht gelassen werden, dass so ein Tracker nur eine zusätzliche Sicherheit bedeuten kann. Er ersetzt keine gut Erziehung für den Hund. Genauso wenig darf der Tracker zur Nachverfolgung des Hundes bei der Jagd eingesetzt werden.

Finley und ich werden den Tractive GPS Tracker für Hunde punktuell einsetzen, zum Beispiel wenn Finley nach einer längeren Pause wieder einmal Autofahren muss. Man weiß ja nie, was in so einem Retriever-Dickschädel so vor sich geht.

Außerdem ist es sehr beruhigend zu wissen, dass ich etwas technische Unterstützung hätte, wenn Finley im hohen Alter mal ein bisschen tüddelig wird und sich im Wald „verläuft“. Da halte ich es dann mit Tractive, „Weil echte Liebe untrennbar ist.“

Zum Schluss noch ein kleiner Tipp. Den GPS Tracker gibt es auch für Katzen. Sollte Eure Samtpfote den Tractive GPS Tracker für Katzen unterwegs einmal verlieren, könnt Ihr über euer Handy ein Licht am Tracker anschalten. So ist er auch auf dem Waldboden, zwischen herumliegenden Laub besser zu entdecken.

 

 

Tierisch Grau – So bleibt der Seniorhund gesund

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Mein Finley ist im Februar nun schon 11 Jahre alt geworden. Gott sei Dank geht es ihm gut und er ist erstaunlich fit für sein Alter. Manchmal gibt es eben aber auch diese kurzen Momente, in denen ich denke, hoppla, das wird ihm jetzt zu viel. Wäre mein Opi ein Mensch, würde ich ihm wahrscheinlich ein Kissen in den Rücken stopfen oder eine Decke über die Knie legen. Aber was macht man da bei einem alternden Hund?

 

Wenn Hunde älter werden, verändert das auch noch einmal die Beziehung, die man zu seinem Hund hat. Neue Unsicherheiten können entstehen. Was darf mein Hund jetzt noch? Warum hat er an bestimmten Dingen keine Freude mehr? Kann ich ihm oder ihr bestimmte Tätigkeiten noch zumuten? In dem Buch von Annette Dragun und Katja Wald findet man Antworten auf diese Fragen.

 

Begonnen bei geriatrischen Erkrankungen, seniorengerechter Ernährung, organischen Erkrankungen, bis hin zur Taubheit oder Altersblindheit, beschreiben Dragun und Wald, welche typischen Altersgebrechen es beim Hund gibt und erklären, wie diese Krankheiten zu behandeln sind. Für mich waren insbesondere die Kapitel wichtig, die sich mit der Früherkennung von Einschränkungen des Bewegungsapparates beschäftigt haben. Was können wir beobachten, wenn unser Hund eine Arthrose entwickelt? Katja Wald hat mir in ihrem Teil des Buches, der sich mit dem Bewegungsapparat des Hundes beschäftigt viele Antworten auf meine Fragen gegeben.

 

Wenn man wie ich einen Hund hat, der Zeit seines Lebens sehr aktiv war und im Kopf auch heute noch am liebsten jeden Tag Bäume ausreißen würde, ist es manchmal nicht so einfach zu erkennen, wann das Ganze noch unbeschwerter Spaß für ihn ist und wann Finley anfängt sich zusammenzureißen.

 

Dieses Buch sollte man nicht erst lesen, wenn der eigene Hund schon alt ist, sondern schon viel früher. Schon in der Welpenzeit kann man, so die Autorinnen, den Hund darauf vorbereiten, später unbeschwerter durch den Alterungsprozess zu gehen. Annette Dragun und Katja Wald schreiben fachkompetent aber für jeden gut verständlich. Mir hat dieses Buch ein wenig die Ängste vor dem genommen, was da im Alter noch auf uns wartet.

 

Fazit:

Ein mit Empathie und Fachkompetenz geschriebenes Buch. Das Buch zeigt viele Wege auf, wie auch das Leben mit einem alternden Hund noch erfüllt und lebenslustig sein kann. Absolut Lesenswert, ein Nachschlagewerk, dass man während eines Hundelebens sicherlich immer wieder aus dem Regal holt.

 

Die Autorinnen

 

Annette Dragun ist Tierheilpraktikerin für Hunde, Katzen und Pferde seit 1999. Sie lebt und praktiziert bei Niebüll, Nordfriesland. Ihre Therapieschwerpunkte sind Homöopathie, Akupunktur, Blutegeltherapie, Organotherapie, Phyto- und Bachblütentherapie. Neben der Praxis hält sie Vorträge und Fortbildungen für Tierhalter und -therapeuten und schreibt Bücher und Zeitschriftenartikel.

 

 

 

 

Katja Wald ist Diplom Sportlehrerin für Präventions- und Rehabilitationssport und Hundephysiotherapeutin. Sie lebt und praktiziert in Lotte bei Osnabrück. Ihre Zusatzqualifika-tionen: Akupunktur am Bewegungsapparat, Neuraltherapie, Blutegeltherapie, Low-Level-Lasertherapie, Dry Needling für Hunde und Dorn-Therapie. Beim Deutschen Institut für Pferdeosteopathie (DIPO) assistiert sie in der Ausbildung der Hundephysiotherapeuten. Ergänzend absolviert sie eine Ausbildung zur Hundeosteopathin.

 

 

 

 

 

 

Tierisch Grau

Autoren: Annette Dragun/Katja Wald

Verlag: BoD Book on Demand

Preis: 17,90 Euro

ISBN: 978-3750406070

 

 

 

 


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Hinter jeder großartigen Frau steht eine besondere Katze

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Das Plädoyer einer Künstlerin für die Katzenhaltung

 

 

Was Ihr vielleicht noch nicht von mir wisst ist, dass ich ein großes Faible für Kunst habe. Ich gehe unglaublich gerne auf Ausstellungen und in Kunstmuseen. Ich kann mich für gute Fotos genauso begeistern, wie für Malereien, Skulpturen oder Kleinkunst. Leider können wir zurzeit ja keine Ausstellungen besuchen, also habe ich mir ein wenig neue Kunst ins Haus geholt. Bücher wie dieses können die Wunden, die Corona in mein Kulturbedürfnis geschlagen hat, schon ein bisschen lindern.

Die Kunst nach hause holen

Hinter jeder erfolgreichen Frau steht ein…, nein kein Mann, da muss ich Euch enttäuschen Jungs. Nach der Überzeugung der Künstlerin Lulu Mayo, kann es nur eine Katze sein, die zu Ruhm und Anerkennung führt – mindestens eine Katze. Lieber mehrere…

Finley protestierte: „HustwauHusthust… ähemmm, der beste Freund des Menschen ist ja wohl immer noch…!“

„Finley, jetzt hör aber mal auf zu husten. Es gibt eben auch Menschen, die brauchen Katzen zum Leben und nicht nur einen Hund.“ Um meinen Dicken zu beruhigen fügte ich noch hinzu: „Ich persönlich, brauche ja nur Dich, eine Katze könnte Deinen Platz niiiiiemals ausfüllen.“ Er schien ein wenig beruhigt.

Meiner Tochter hat es gefallen, mir auch

Inzwischen hatte sich meine jüngste Tochter Motte zu uns gesellt und vertiefte sich in das neue Katzenbuch. „Taylor Swift hat Katzen, Mama. Lass uns mal schauen, wer noch“, sagte sie begeistert und blätterte weiter.  Nach und nach las sie die Geschichten über Audrey Hepburn, Elisabeth Taylor, die erste afroamerikanische Astronautin Mae Jamison und viele weitere Künstlerinnen, Schriftstellerinnen, Menschenrechtlerinnen und Pionierinnen, die erstaunliche Dinge in ihrem Leben zustande gebracht haben. Sie alle liebten Katzen und wurden von diesen eigenwilligen, wunderschönen Tieren durchs Leben begleitet.

Ein ganzes Leben in einem Bild

Die Künstlerin Lulu Mayo hat die Geschichten, über die im Buch beschriebenen Frauen, mit hinreißenden Malereien bebildert. Jedes Kunstwerk erzählt die Lebensgeschichte einer besonderen Frau, gleichzeitig wird auf jedem Bild deutlich wie eng und besonders die Beziehung zwischen den Frauen und ihren Katzen war oder ist. Meine Motte hat sich ganz spontan in dieses Buch verliebt. Sie liebt weibliche Helden und sie liebt Katzen über alles. Ich denke, Lulu Mayos Buch wird in ihr Bücherregal umziehen, als kleine Wiedergutmachung dafür, dass wir wegen ihrer Allergie keine Katzen halten können.

Fazit

Man muss nicht selber Katzenhalterin sein, um dieses Buch zu mögen. Ein bisschen Sehnsucht nach etwas Schönem reicht völlig aus, um sich dieses Buch anzuschaffen. Die abwechslungsreichen Kunstwerke der Autorin Lulu Mayo fesseln von der ersten Seite an. Die Lebensgeschichten sind zwar kurz gefasst, weckten bei mir (und meiner Motte!!!) aber die Neugier etwas mehr über einige der Protagonistinnen zu erfahren.

 

Hinter jeden grossartigen Frau steht eine besondere Katze

Autor: Lulu Mayo

Verlag: Frederking & Thaler Verlag GmbH

Sprache: Deutsch

ISBN: 978-3954163199

Preis: 16,99 Euro

 

 


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Corona und unsere Hunde – Zuverlässige Informationen im Blog der HundeWelt

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Der Corona Virus beschäftigt auch uns Hundehalter und manche von uns machen sich Sorgen um ihre Hunde. Wissenschaftlich sind viele Fragen noch nicht geklärt. Ich selber werde zu den medizinischen Inhalten nichts schreiben, denn ich denke dazu braucht man fundiertes Fachwissen.

Das Magazin HundeWelt hat auf seiner Internetseite einen Blog eingerichtet. Auf diesem Blog kommen Experten zu diesem Thema zu Wort. Schaut doch einmal herein, vielleicht findet Ihr dort die Antworten, die Ihr gesucht habt. Klickt einfach auf den Namen des Magazins, dort habe ich den Blog für Euch verlinkt.

Bleibt gesund, passt auf Euch auf und achtet auch auf die Anderen.

Liebe Grüße

Finley und Birgit

Wie wir den Alterungsprozess unseres Hundes verzögern

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Ich will mich hier nur ganz kurz zu Wort melden.

Es sind harte Zeiten für Selbständige angebrochen. Für viele von uns bedeuten die notwendigen Einschränkungen der sozialen Kontakte, ausgefallene Semiare, Vortragsabsagen, abgesagte Lesungen und Anderes, das fest planbares Einkommen nicht fließen wird.

Wann, wenn nicht jetzt, ist es Zeit für ein wenig Solidarität. Wie ich gestern schon geschrieben habe, veröffentliche ich momentan alle meine Rezensionen erneut und versehe diese Beiträge mit den #’s #Autorensupport,#UnterstütztSelbständige #Freiberuflerunterstützen das soll erst der Anfang sein. Wenn jeder seine Kontakte und befreundete Unternehmen mit seinen Reichweiten unterstützen würde, wäre das eine Möglichkeit kleine Betriebe und Einzelunternehmen mit abzusichern.

Heute habe ich Martina Flocken von Doggyfitness als Gastautorin gewinnen können. Sie ist Physiotherapeutin bietet online viele Kurse an, mit denen Ihr eure Hunde mobil halten könnt. Martina hat für Euch eine RABATTAKTION. Also nix wie ran an die Hundefitness, Finley und ich machen das schon geraume Zeit zusammen.

Auch wenn die Ausgangssperre kommen sollte, unsere Hunde müssen bewegt werden. Ein Kurs von Doggyfitness hat viele Vorteile: Ihr könnt die Übungen individuell passend zu eurem Hund buchen. Übungen wie diese stärken die Bindung, weil der Hund sofort spürt, dass das was ihr tut, gut für ihn ist. UND IHR HABT EINE MENGE SPASS ZUSAMMEN!!!

DOGGYFITNESS SHOP

(Klick hier)

 

 

Martinas Artikel

Wie wir unseren Vierbeiner im Alter unterstützen können

Wenn unsere Hunde älter werden, dann ist das für uns Hundehalter mit vielen Unsicherheiten verbunden. Die Bedürfnisse unserer Hunde verändern sich oft schleichend und vor allem sehr individuell. Auch wenn wir ein Leben lang mit unserem Hund zusammenleben, trifft uns dieses Thema scheinbar unvorbereitet und macht uns Angst.

Im Alltag fällt Seniorhunden vieles schwererer und dauert länger. Wir wissen dann nicht, wie wir richtig damit umgehen und wie wir unserem Hund helfen können.

Dennoch muss ich sagen, dass ich das Leben mit älteren Hunden als große Bereicherung empfinde. Alles geht ein wenig langsamer und mit mehr Bedacht. Das gibt auch uns die Möglichkeit, in einigen Dingen das Tempo rauszunehmen und den Moment bewusster zu erleben.

Hunde altern unterschiedlich – wie wir Menschen

Sicher hast du es selbst schon oft gesehen: es gibt ältere Menschen, die unglaublich fit sind und denen das Alter scheinbar so gar nichts anhaben kann. Und dann gibt es jene, die früh altern. Das ist bei unseren Hunden nicht anders. Während der eine Vierbeiner auch im hohen Alter noch unermüdlich spazieren geht und gut im Alltag zurechtkommt, fallen dem anderen Hund schon einfache Dinge deutlich schwerer. Das ist zum einen genetisch bedingt aber auch von Umwelteinflüssen beeinflusst. Auf diesen individuellen Alterungsprozess sollten wir immer eingehen und unser Leben möglichst darauf anpassen.

Das Alter annehmen und trotzdem etwas dagegen tun

In meinen Augen ist es sehr wichtig, dass wir als Hundehalter nicht in Panik und eine Dauertraurigkeit verfallen. Wir sollten annehmen, dass unsere Hunde – wie wir – älter werden. Zum anderen gibt es viele Maßnahmen, mit denen man Hunde in ihrem Alltag unterstützen kann. Und das Beste: wir können den Alterungsprozess aktiv verzögern und eingerostete Hunde auch wieder mobilisieren.

Im Folgenden stelle ich dir daher einige Tipps zusammen, wie der Alltag für einen Seniorhund leichter und sicherer wird. Zum anderen  erfährst du, wie du den Alterungsprozess deines Hundes aktiv verzögern kannst.

Zuerst stellt sich die Frage, wie viel ein älterer Hund noch spazieren gehen sollte

Ist es besser für ihn, viel spazieren zu gehen oder lieber weniger? Man kann tatsächlich keine individuelle Aussage dazu treffen. Das ist ein sehr individuelles Thema und hängt vom allgemeinen Gesundheitszustand des Vierbeiners ab. Häufig erkennen Hundehalter nicht, wenn der Hund bereits erschöpft ist. Wenn du darauf achtest, wirst du viele ältere Hunde unterwegs sehen, die ihrem Halter mühsam hinterherlaufen. Hier gilt es also, dass wir unseren Blick sensibilisieren, wie es unserem Hund geht und was wir ihm zumuten können.

Auf der anderen Seite werden Hunde häufig vorschnell zum alten Eisen gezählt und übermäßig geschont. Doch so blöd es klingen mag: „Wer rastet, der rostet.“ Das gilt auch für unsere Hunde. Werden Spaziergänge nur noch auf die nötige Pipirunde reduziert und dem Hund ist es sterbenslangweilig, verkümmert nicht nur sein Geist, sondern auch sein Körper. Er hat keine Kondition mehr, verliert an Muskulatur, die Gelenke rosten ein. Es entstehen Arthrose und andere Gelenkerkrankungen. Jede Bewegung schmerzt. Auch das Herz-Kreislaufsystem ist nicht mehr leistungsfähig. In der Folge wird dann einfach noch weniger bewegt. Der Hund ist in einem Teufelskreis.

So bewegt man ältere Hunde richtig

Die Bewegung des älteren Hundes lässt sich sehr gut mit der Bewegung älterer Menschen vergleichen. So sollte sie zwar angepasst werden an das Alter und den Gesundheitszustand, doch ist sie weiterhin ein wichtiger Bestandteil des täglichen Hundelebens!

Das bedeutet in der Praxis, dass tägliche Spaziergänge für deinen Hund weiterhin wichtig sind. Und zwar für seinen Körper aber auch für sein seelisches Befinden. Achte bei euren Spaziergängen darauf, dass du das Tempo und auch die Strecke, an sein Befinden anpasst.

Er sollte deinem Tempo gut Schritt halten können und sich nicht abhetzen müssen. Passe dein Tempo also an das deines Hundes an. Ansonsten überanstrengt er unnötig. Die Dauer des Spaziergangs solltest du so anpassen, dass er beendet ist, bevor dein Hund erschöpft ist, sprich bevor er müde hinterherschlufft. Empfehlenswert sind mehrere kleine Spaziergänge, anstatt zwei großer Runden. Dadurch verkürzt sich auch die Regenerationszeit deines Hundes signifikant. Auch die Gelenke werden nicht übermäßig belastet.

So unterstützt du deinen älteren Hund im Alltag

Es gibt viele Dinge, mit denen wir unseren alten Hund insbesondere im fortschreitenden Alter unterstützen können. Sie machen ihnen das Leben angenehmer und einfacher.

Auch wenn Wohlfühlen immer individuell ist, so bin ich mir sicher, dass dein Vierbeiner eine Vielzahl der Ideen nach Bedarf sehr schätzen wird. Und deiner Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Beobachte deinen Vierbeiner einfach gut.

Tragehilfe für Treppen

Vielen Hunden macht es im Alter große Mühe, Treppen zu steigen. Dafür wurden Tragehilfen entwickelt, mit denen du deinen Hund sehr gut beim Treppensteigen unterstützen kannst. Du solltest bei der Auswahl der Tragehilfe darauf achten, dass sie gut sitzt und aus einem reißfesten, stabilen Material gefertigt ist. Weiterhin sollte das Material weich sein und an keiner Stelle einschneiden.

Hunderampen

Wenn dein Hund vor dem offenen Kofferraum steht und zögerlich von einer Pfote auf die andere tritt ist es Zeit, ihn beim Ein- und Ausstieg ins/aus dem Auto zu unterstützen. Natürlich kannst du ihn ins Auto heben. Je nach Größe des Hundes, ist es für beide Seiten jedoch angenehmer, auf eine Rampe zurückzugreifen. Achte immer darauf, dass die Rampe breit genug für deinen Hund, nicht zu steil und rutschfest ist. Zusätzlich empfehle ich dir, immer neben ihm zu sein, wenn er die Rampe nutzt. So kannst du ihn sichern, falls er die Balance verliert.

Erhöhter Trink- & Futterplatz

Besonders bei größeren Hunden ist ein erhöhter Trink- und Futterplatz eine gute Entlastung im Alter. Dein Hund muss sich nicht vorne überbeugen. Die Belastung auf die Gelenke ist dabei gleichmäßig verteilt. Er kann seine Mahlzeit in bequemer Haltung einnehmen.

Hundemantel

Besonders im Alter neigen Hunde dazu schneller zu frieren. Auch wenn sie in jungen Jahren nie gefroren haben. Dies liegt am verlangsamten Stoffwechsel. Natürlich hält das Fell, je nach Dichte und Beschaffenheit, einige Zeit warm. Aber auch unsere Vierbeiner kühlen aus. Die Kälte greift besonders über die Pfoten, Kopf- und Bauchregion an und es kann unseren Hunden empfindlich kalt werden. Verstärkt wird dies noch, wenn der Hund an der Leine laufen muss und sich nicht frei bewegen und “warmlaufen” kann.

Ältere Hunde haben widrigen Wetterbedingungen und Kälte nicht mehr soviel entgegenzusetzen wie ein junger und gesunder Hund. Nicht nur das Immunsystem ist schwächer. Sie können auch Körperwärme nicht so lange speichern und beginnen so schneller zu frieren. Wenn sie dann zusätzlich noch unter einer Gelenkerkrankung wie Arthrose, Spondylose, HD oder ED leiden, profitieren sie bei nasskaltem Wetter von einem wärmenden Hundemantel.

Orthesen & Bandagen

Orthesen und Bandagen geben deinem Hund Stabilität. Sie unterstützen und entlasten Gelenke. Bänder und Sehnen werden im Alter schwächer. Viele Hunde neigen z.B. zu Durchtrittigkeit. Da ist es eine große Hilfe, wenn mittels Orthesen oder Bandagen das Gelenk unterstützt und geführt wird. Ich empfehle dir hier, dich bei der Auswahl individuell von deinem Physiotherapeuten oder Orthopädietechniker beraten zu lassen.

Der richtige Liegeplatz

Unsere Hunde nutzen ihr Bettchen nicht nur für die Nacht. Viele Stunden am Tag schlafen, dösen, kuscheln und ruhen sie darin. Grund genug, darauf zu achten, dass unsere Hunde gut gebettet sind. Besonders wenn Hunde älter werden, schlafen sie mehr und brauchen längere Ruhephasen. Was ich dir sehr empfehle, ist ein orthopädisches Hundebett. Es passt sich der Körperform an, entlastet die Gelenke optimal, Liegeschwielen werden vermieden. Die Schlafqualität erhöht sich deutlich. Besser ausgeruht bedeutet auch mehr Lebensqualität. Also Grund genug zu checken, wie dein Senior gebettet ist.

So kannst du den Alterungsprozess deines Hundes verzögern

Grundsätzlich können wir es nicht verhindern, dass unsere Hunde alt werden. Aber wir können den Alterungsprozess aktiv verzögern. Wenn du einige Dinge im Zusammenleben und den Aktivitäten mit deinem Hund beachtest – auch wenn er noch jung ist – hat das auf jeden Fall auch Auswirkungen auf ihn, wenn er älter wird. Doch selbst wenn dein Vierbeiner im Seniorenalter ist, kannst du noch positiv auf den Alterungsprozess einwirken. Ich verrate dir wie!

Fehl- und Überbelastung vermeiden

Sportliche Aktivitäten sollten immer der Rasse, dem Körperbau und dem Gesundheitszustand angepasst sein. Überfordere deinen Hund körperlich nicht. Er hat nur den einen Körper und sportlich überambitioniert zu sein, schadet ihm lebenslang und zieht unweigerlich Erkrankungen des Bewegungsapparates nach sich.

Übergewicht vermeiden

Das optimale Körpergewicht hat einen großen Einfluss auf die Gesundheit und den Alterungsprozess deines Hundes. Je optimaler das Gewicht deines Hundes, desto leichter und freudiger wird er sich bewegen. Ist er übergewichtig, entsteht ein ernsthaftes Gesundheitsrisiko. Die Lebenserwartung bei Übergewicht verkürzt sich um bis zu 20 Prozent!

Gute Ernährung

Wie bei uns Menschen ist auch bei unseren Vierbeinern eine gute Ernährung unverzichtbar. Achte darauf, deinen Hund ausgewogen, gesund und möglichst artgerecht zu ernähren.

Nahrungsergänzungsmittel

Nahrungsergänzungsmittel sind eine gute Möglichkeit deinen Hund im Alter zu unterstützen. Es gibt eine große Bandbreite an Nahrungsergänzung. Wichtig ist, bei der Auswahl immer auf die Qualität und eine sinnvolle Kombination zu achten.

Gezieltes Bewegungstraining

Neben den regelmäßigen Spaziergängen kannst du als Hundehalter deinen (älteren) Hund regelmäßigen, gezielten Bewegungsübungen fit halten und den Alterungsprozess deutlich verzögern. Das Bewegungstraining fördert seine Beweglichkeit und die Muskulatur. Auch Koordination, Balance und Körpergefühl bleiben so stabil. Zusätzlich bedeutet das Bewegungstraining natürlich auch Arbeit fürs Köpfchen, eine schöne gemeinsame Aktivität und es stärkt eure Bindung. Alles in allem also eine tolle Möglichkeit, mit wenigen Minuten Aufwand am Tag, etwas nachhaltig für die Gesundheit des Hundes zu tun und seinen Alterungsprozess proaktiv zu verzögern.

Du siehst, auch wenn wir keinen pauschalen Fahrplan dafür haben, wie wir mit dem Älterwerden unserer Hunde umgehen, so gibt es eine Vielzahl an Möglichkeiten, den älteren Hund im Alltag zu unterstützen und zusätzlich proaktiv den Alterungsprozess zu verzögern.

 


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Meine Kolumne in der HundeWelt – die Märzausgabe

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Die Februarausgabe der  HundeWelt liegt für euch am Kiosk bereit. Das Redaktionsteam hält für euch wieder viele Überraschungen bereit.

Ich werfe für euch einen humorvollen Blick auf das Leben mit meinem Hund und berichte dort über Alltagssituationen, die jeder Hundehalter schon irgendwie einmal erlebt hat oder aber erleben wird. Und zwar auch dann, wenn er heute noch nicht daran glauben kann, dass ihm mal so etwas passieren könnte.

Jede meiner Geschichten enthält das berühmte Quäntchen Wahrheit, einen Lösungsvorschlag, einen Paukenschlag, eine ordentliche Portion Selbstironie und manchmal auch etwas Versöhnliches.

Meine Kolumne findet ihr wieder auf der Seite 10. Dieses Mal erfahrt Ihr, wie ich mein Herz an Lola verloren habe und warum wir trotzdem nicht zusammenfinden konnten.

Die Texte in der HundeWelt findet Ihr so nicht auf meinem Blog, den ich natürlich nach Kräften weiter betreiben werde. Also, wenn Ihr meine Geschichten mögt, dann schaut doch mal hinein in das Magazin.  Es wird sich lohnen, das kann ich versprechen –  nicht nur wegen meiner Glosse …

Die Grenzenlose Freiheit hinterm Gartenzaun

Ich bin dann mal weg…

 

 

Ein Problem, dass an mich in meinen Stunden immer wieder herangetragen wird ist, dass einige Hunde versuchen vom heimischen Grundstück auszubüchsen. Erstaunlich viele Menschen, mit denen ich rede, gehen davon aus, dass ihr Hund einen Zaun oder gar eine gepflanzte Hecke als Begrenzung akzeptiert. Das ist nicht so. Ein Zaun oder eine Hecke begrenzen nicht ihr Revier. Es sind menschlich gesetzte Grenzen. Oftmals bezieht ein Hund die dahinter liegende Straße, das Gebiet in dem er oft Gassi geht oder andere Örtlichkeiten mit in ‚sein Revier‘ ein.

 

Die Reviergrenze, das unbekannte Wesen

 

Wie weit dieses hündische Revier und die damit verbundenen territorialen Ansprüche reichen, wird auch von der Persönlichkeit des Hundes beeinflusst. Ich habe sehr schnell festgestellt, dass Finleys Revier weiter reicht, als unser Bonanzazaun erlaubt.  Wie ich weiß, gehört mittlerweile unser gesamter Vorort zu seinem Beritt, ein Stück von Sasel, Meiendorf … Ahrensburg … oh, und natürlich Duvenstedt, Duvenstedt auch. Es war also unerlässlich, dass wir unserem Hund beibringen mussten, dass er auf dem Grundstück bleiben muss.

 

Menschengemachte Hindernisse, halten Hunde oft nicht auf

 

Rein objektiv betrachtet ist ein 1,50 m hoher Gartenzaun, das ist in Hamburg die erlaubte Maximalhöhe, kein geeignetes Mittel, seinen Hund daran zu hindern, das Grundstück zu verlassen. Und eine offene Gartenpforte ist, was sie ist, ein Loch im Zaun, durch das unsere Hunde sich unserer Kontrolle entziehen können. Eine Hecke mag hübsch sein, ist aber für einen Hund, wenn er in Erregung gerät, eher eine Herausforderung, als ein Hindernis.

Für uns Hundebesitzer ist allein die Vorstellung, unser Hund könnte ohne unsere Erlaubnis das Grundstück verlassen und weglaufen eine Horrorvorstellung – außer vielleicht für Beaglehalter, für die gehört das irgendwie zum Alltag. Wir sollten uns vor Augen halten, was immer unterwegs auch passiert, was immer unser Vierbeiner auch anstellt, wir haften dafür.

 

Bewusstseinsschulung schont die Nerven aller

 

Abgesehen von den finanziellen Folgen, kostet uns so ein Vorfall auch Nerven. In unserer Vorstellung laufen die abwegigsten, gruseligsten Szenarien ab: Der Hund läuft vor ein Auto, kloppt sich unterwegs mit seinem schlimmsten Feind, keine Rückendeckung von Frauchen, ertrinkt im nahegelegenen Teich, wird von Kater Paul und seiner Gang vermöbelt und liegt blutend am Straßenrand, wird von Kamikaze-Otto, dem Agroeichhörnchen von Eiche3 auf die Bäume gescheucht, wird von der Hundemafia entführt, sediert und wacht in einem Zwinger irgendwo im Nirgendwo, einsam und allein wieder auf …, nicht auszudenken, was alles so passieren könnte.

 

Hey Frauchen, chill mal, ich kann das

 

Für unseren Hund sieht die Sache subjektiv gesehen ganz anders aus. Die offene Gartentür ist das Tor zur großen Freiheit, das große Versprechen ungebremster Selbstverwirklichung, der direkte Weg zum selbstbestimmten Blödsinn Machen. Endlich mal die Neugier ausleben, zurück zu der super leckeren Riechstelle an der nächsten Straßenecke und wohnt in dem Rotklinkerhaus, dort drüben nicht die süsse kleine Bernersennenhündin, die neulich, ganz verführerisch etwas mehr als nur „Hallo sagen“ versprochen hat? Endlich mal die Gegend erkunden ohne „Bei Fuss“ zu gehen, ohne diese ganzen Regeln, auf die Frauchen so steht. Endlich mal ein Spaziergang bei dem sie sich auf das Wesentliche konzentrieren können: Gerüche, Düfte, hmmm, schimmeliges Brötchen, ahhh … Wildschweinkacke und Uiihhh, etwas Eau de Minou, gemischt mit dem Odeur von Colette, so eine bezaubernde Mischung … Muhahahaaa …

 

Gib mir mehr davon!

 

Wenn sie dann zurückkommen, und wir Menschen uns, trunken vor Erleichterung einbilden, sie würden schuldbewusst gucken, dann haben sie bereits den Grundstein gelegt, für weiteren zivilen Ungehorsam. Sie haben gewissermaßen Blut geleckt. Aus ihrer Sicht hatten sie Erfolg mit ihrem Tun. An der Hormonbar im Gehirn hatte ihnen der Barkeeper einen süchtig machenden Cocktail aus Dopamin, Oxytocin und Adrenalin gemixt. Sie werden bald wieder am Tresen vor dem Barkeeper sitzen und sagen: „Einen Freifahrtschein on the Rocks bitte, geschüttelt, nicht gerührt.“

 

Frei nach Mutti: Wir machen das schon

 

Dann wird es schwieriger, das Verhalten unseres Hundes auf den Pfad der Tugend zurückzulenken. Denn Hunde sind bereit ein bisschen Schelte und Strafe in Kauf zu nehmen für etwas, was sie berauschend finden. Wir müssen also ein neues Bewusstsein schaffen. Das fordert ein tägliches Training, in dem die Impulskontrolle eures Hundes herausgefordert und gefördert wird. Er muss lernen, den Frust auszuhalten, dass er nicht jedem Impuls nachgeben kann. Und er muss lernen, den Frust auszuhalten, dass ihr diejenigen seid, die entscheiden, welche Handlungen erlaubt sind und welche nicht.

Damals als Finley bei uns einzog, hatte uns unser Züchter dankenswerterweise darauf aufmerksam gemacht, dass der Zaun, Gartenpforten und Türen aller Art von uns gemanagt werden müssen, von Anfang an. Das hat uns das Zusammenleben mit Finley „hinten raus“ etwas leichter gemacht. Heute akzeptiert Finley unseren kleinen Bonanzazaun als Grenze. Das hat natürlich nicht von selbst funktioniert, wir haben hart daran gearbeitet.

 

Es lief Einiges schief

 

Bevor Finley unsere Regeln akzeptiert hatte, ereigneten sich ein paar kleinere und größere Katastrophen. Dass er eines Abends, in einem unbeobachteten Moment meinen 1,80 Meter großen Japanahorn gefällt hatte, gehörte in der Nachbetrachtung zu den kleineren Missgeschicken. Sein unangekündigter Besuch bei den Nachbarn, als diese gerade ihre Meerschweinchen im Garten laufen ließen, sorgte da schon für wesentlich mehr Aufregung.

 

Training, Training, Training

 

Irgendwie haben wir alle diese Hürden genommen. Angefangen damit, dass wir unsere Probleme erkannt haben und konsequent *hüstel daran gearbeitet haben. Das haben Finley und ich natürlich nicht allein geschafft. Wir hatten Unterstützung in unterschiedlichen Seminaren mit unterschiedlichen Trainern, die wir uns, zugeschnitten auf unsere vielfältigen Probleme ausgesucht haben.

Mittlerweile läuft es bei uns im Garten, sagen wir überwiegend easy. Zu den Nachbarn springt Finley schon lange nicht mehr über den Zaun. Er reagiert sehr gelassen auf alle Vorgänge, die hinter unserem Grundstück, hinter dem Bonanzazaun passieren.  Aber wehe, wehe irgendjemand macht sich an der Gartenpforte zu schaffen, dann ist es vorbei mit der Impulskontrolle. Na ja, so ein bisschen Remmidemmi gehört schon noch dazu, so einem Retrieverleben.

 

 

 

 

 

 

 

Happy Schnapszahl, Finley

 

 

Finley hat gedoppelt, er ist elf Jahre alt geworden. Das ist bei Rüden, ähnlich wie bei Männern, das Alter in dem sie gern einmal die Augen vor der Realität verschließen. Ihrem Vorbild Udo Jürgens folgend, schreiben sie dann komische Lieder darüber, dass mit 66 das Lotterleben erst anfängt. Sie haben ihre Rolle in unseren Familien nach Kräften ausgefüllt.

 

Erziehung ist das ganze Leben…

 

Schauen wir uns doch einmal Finley an. Er hat eine gute Ausbildung bekommen. Durch gewissenhafte Teilnahme an diversen Fortbildungsseminaren, konnte er sein Können in den vergangenen Jahren ausbauen und verfestigen. Zuerst einmal strebte er den Titel des Kinderbegleithundes an. Er spezialisierte sich dort auf verschiedene Aufgabengebiete.

 

Expertentum mit Lametta

 

Er machte den Abschluss zum Leseinspektor schon im zarten Alter von zwei Jahren. Er achtete akribisch darauf, dass Motte und Mausi nur Bücher lasen, die unbedenklich waren und nachts nicht zu Alpträumen führten. Fand er ein Buch im Regal, dass seinen hohen literarischen Ansprüchen nicht gerecht wurde, dann häckselte er es in Stücke, speichelte es ein und verteilte die übriggebliebenen Stücke in alle Winde.

Finley war da sehr gründlich. Auch unsere Bücherwand wurde inspiziert und reduziert. In Ungnade fielen: Paul Bocuse das Standardkochbuch; Paul Bocuse Simply Delicious; Paul Bocuse Die regionale französische Küche und Bocuse in your Kitchen. Was soll ich sagen, die französische Küche scheint nicht nach seinem Geschmack zu sein. Mon Dieu!

Nachdem er auch bei Freunden und Verwandten eine kleine ‚Tour de Häcksel‘ durch die Literatursammlungen gemacht hatte, wurde er vom nationalen Schredderausschuss, des VDH für den Egon-Erwin-Wisch-Preis nominiert, unterlag aber mit zwei Stimmen dem Viszla Nuntzius, aus der Nebenstraße unseres Vororts.

 

„Das ganze Läääben isst ein … „

(Hapa Kerkeling)

 

Als nächstes ließ sich Finley zum Spielzeug-Suchhund ausbilden. Der Beginn der Ausbildung lief etwas holprig an, denn meine Töchter waren anfangs nicht sehr begeistert davon, einen ambitionierten Retriever beim retrieven zu unterstützen. Das war Finley aber ganz egal, er suchte zusammen, was nicht zusammengehörte. Da landeten Mottes Dinosaurier in Mausis Playmobil-Prinzessinnen-Schloss, zusammen mit der Diddl Maus, die auf mütterliche Nachfrage, angeblich niemandem gehörte. Dann gelang es ihm, Ken und Barbie, noch vor ihrer medial ausgeschlachteten Scheidung, zusammen mit einer imposanten, pinkfarbenen Plastikjacht im Garten zwischen dem Kirschlorbeer und den Hortensien zu beerdigen. Das brachte ihm den Barbie-Gedächtnis-Preis am rosa Bande ein, inklusive Besuch beim Bundespräsidenten auf Schloss Bellevue.

 

Soziale Verantwortung in den späteren Jahren

 

Nun schon etwas gereift, entschloss Finley sich, sich für kranke Menschen einzusetzen. Wir besorgten ihm einen Platz auf dem ‚Florence-Nightingale-Canisinstitute für Humanmedizin‘, wo er den Ausbildungsjahrgang für „Die psychische Betreuung, besonders betreuungsbedürftige Humaniden“ erfolgreich absolvierte. Wie der Zufall es wollte, brach sich meine Mutter kurz nach seinem Abschluss die Hüfte und SchwesterPfleger Finley begleitete meine Mutter wie ein Schatten. Wo immer sie auch hinging, da war auch er. Die Investition in seine Ausbildung schien sich gelohnt zu haben.

 

Eigeninterpretationen inbegriffen

 

Später, im Außeneinsatz, bekam ich dann doch Zweifel. Während eines Spazierganges entdeckte Finley am Ende einer großen Rasenfläche, die Herz-Kreislauf-Gruppe des örtlichen Sportvereins. Auf diesem Gelände trainierten wir damals öfter, die Herrschaften machten ihre Dehnungsübungen also auf SEINER Freilauffläche. Links neben der Gruppe standen, an einen Baum gelehnt, gefühlte 100 Nordicwalking-Stöcke *seufz. Mein kleiner SchwesternPfleger preschte ungebremst in die Gymnastikgruppe und brachte dabei zwei rüstige Rentner zu Fall. Danach apportierte er nahtlos den zweiten Nordicwalking-Stick. Was soll man da machen? Positiv bestärken? Die Rentnertruppe nahm es mit Humor und schickte meinen Hund, laut gackernd, auf Stock Nr. 3.

Inzwischen hatte es der Übungsleiter der Herztruppe bis zu mir geschafft. „Junge Frau“, sagt er *hi,hi,hi…dankedafür. Also „Junge Frau wir wollen hier in Ruhe unsere Mittagspause verbringen – IST DAS WOHL MÖGLICH? Finley fegte gerade mit Stock Nr. 4 heran und haute dem Übungsleiter das Stockende in die Kniekehlen.

Tja schau’n wir mal dachte ich: Kann man auf der Landebahn des Hamburger Flughafens frühstücken, auf der A1 Rollschuhfahren, unter Wasser steppen…? Laut sage ich: „Junger Mann“ *hi,hi,hi…Retourkutsche. Also: „Junger Mann, das hier, ist ein geprüfter SchwesternPflege-Retriever und er ist gerade im Einsatz. Offensichtlich wittert er Handlungsbedarf.“

Rentner-Gejohle im Hintergrund: „Ach Herbert, bleib mal locker!“; „Genau, Du Spaßverderber… der ist doch so süss.“; „Hundiiii wir haben noch mehr Stockiiiis!“ Finley raste bei dem Wort „Hundi“ sofort los. Zeitgleich stapfte der Übungsleiter resignierend zu seiner Gruppe zurück. Finley lag inzwischen völlig erschöpft neben dem Stöckchen-Haufen. Ich sammelte seine Beute zusammen und bedankte mich bei der Herz-Kreislauf-Truppe für ihre Toleranz und das 1A Apportiertraining mit meinem Hund.

 

Schöne Aussichten, Du und ich gegen den Rest der Welt *HerzchenHerzchen

 

Finley scheint jetzt, mit der Doppeleins im Kreuz, im zweiten Frühling zu sein.  Jede Minute seines Tages scheint er sich zu fragen, wie er die verbleibende Zeit in vollen Zügen auskosten könnte. Also was machen, ältere Herren, die aufgrund abklingender Sehkraft glauben, sie seien noch so knackig, wie der muskelbepackte Jungrüde von nebenan? Richtig, sie schießen manchmal übers Ziel hinaus.

Nichts scheint so wichtig, wie jung und dynamisch zu erscheinen. Da kann es schon mal vorkommen, dass es abends ein wenig im Knie knirscht oder im Kreuz knackst. Aber das wird dann ganz charmant überspielt. Ein wenig schmusiger ist er geworden, mein Bärchen. Ich genieße das in vollen Zügen. Da liegt er nun auf seinem ersten orthopädischen Kissen und träumt. Seine Pfötchen machen Laufbewegungen im Schlaf – oder buddelt er etwa … er schnarcht und grunzt zufrieden vor sich hin. Na da muss ich wohl mal den Garten inspizieren … *nichtaufregenBirgitnichtaufregen

New York Pet Fashion Show 2020 – A Space Odessy

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Diese Show hat Tradition – leider.  Jedes Jahr präsentiert die IVS, die International Veterinary Science’s eine „besondere“ Hundeshow. Das Motto der diesjährigen Show lautete Sci-Fi Couture: 2020 A Space Odyssey und war im wahrsten Sinne des Wortes total abgehoben.

Ich will hier gar nicht auf die einzelnen Outfits eingehen, die man im besten Fall, als ein bisschen „drüber“ bezeichnen könnte. Das könnt Ihr euch alles im Video ansehen. Es ist ja nichts gegen ein bisschen Schicke-Micki oder Glitzer für Hunde einzuwenden. Gegen ein schönes Halsband, Geschirr oder einen Regenmantel, der nicht nur funktional, sondern auch stylisch ist, habe ich gar nichts einzuwenden. Wir Hundehalter müssen ja auch  etwas fürs Auge haben. Aber der Hund sollte doch trotzdem noch Hund  bleiben dürfen.

Was wir aber auf dieser Show beobachten, macht mich betroffen. Da sieht man Hunde, die bis zur Unkenntlichkeit in Rüschen, Glitzer- und Strasskorsetts gesteckt werden, ihre Halter, meistens im Partnerlook, sehen nicht minder lächerlich aus.

Das alles wird organisiert von angeblichen Tierfreunden. Um mögliche Kritiker verstummen zu lassen, wird ein Teil des Erlöses, dieser Veranstaltung an Tierheime gespendet. Also im Klartext: Um später den Tierschutz unterstützen zu können, müssen diese Hunde erst einmal durch diese Tortur gehen? Na, wenn das nicht eine Pervertierung des Tierschutzgedankens ist, weiß ich auch nicht. Ich kann nur hoffen, dass diese Art von Hundeleidenschaft nicht auch bei uns Fuß fasst.

Meine Kolumne in der HundeWelt – die Februarausgabe

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Die Februarausgabe der  HundeWelt liegt für euch am Kiosk bereit. Das Redaktionsteam hält für euch wieder viele Überraschungen bereit.

Ich werfe für euch einen humorvollen Blick auf das Leben mit meinem Hund und berichte dort über Alltagssituationen, die jeder Hundehalter schon irgendwie einmal erlebt hat oder aber erleben wird. Und zwar auch dann, wenn er heute noch nicht daran glauben kann, dass ihm mal so etwas passieren könnte.

Jede meiner Geschichten enthält das berühmte Quäntchen Wahrheit, einen Lösungsvorschlag, einen Paukenschlag, eine ordentliche Portion Selbstironie und manchmal auch etwas Versöhnliches.

Meine Kolumne findet ihr wieder auf der Seite 10. Finley und ich berichten vom sogenannten Alpha-Mythos und wie wir Zwei uns da ausgeklinkt haben. 

Die Texte in der HundeWelt findet Ihr so nicht auf meinem Blog, den ich natürlich nach Kräften weiter betreiben werde. Also, wenn Ihr meine Geschichten mögt, dann schaut doch mal hinein in das Magazin.  Es wird sich lohnen, das kann ich versprechen –  nicht nur wegen meiner Glosse …