Der Weihnachtsbraten – The untold Story

Weihnachten, die besinnliche Jahreszeit. *KlingGlöckchenklingelingeRrrummms

Der Geruch von Frischgebackenem wabert durch das Haus, überall spenden Kerzen ein warmes, gemütliches Licht. Im Wohnzimmer ist schon der Christbaum aufgebaut. Er wartet darauf, liebevoll geschmückt zu werden…. Ja, so könnte es sein, jedes Jahr. Jeden Morgen, noch vor dem Aufstehen, visualisiere ich dieses Bild…. versuche ich diesen Zustand meditativ heraufzubeschwören….Glaubt mir, mit zwei pubertierenden Töchtern und einem Finley im Haus, ist das nicht zu schaffen…

„Ohmaaaaaannnn, Mamaaa! Du hast meine LieblingsUsedlookJeansmitdenunterlegtenLöchern nicht gewaschen! Soll ich jetzt vielleicht nackt zur Schule gehen?“, brüllte meine übelgelaunte Tochter aus ihrem Zimmer. Wahrscheinlich versuchte sie gerade, vergeblich die Türen zu ihrem übervollen Kleiderschrank zu schließen. Augenblicklich landete ich hart im Hier und Jetzt. „Meinen Lieblingspullover hat sie auch nicht gewaschen…“, donnerte ihre ältere Schwester aus ihrem Loft, Dachgeschoss dürfen wir nicht mehr sagen, herunter und leistete einen wertvollen Beitrag dazu, meinen Stresspegel auf das Level ‚SchichtimSchacht‘ hochzustufen. „Ich kann Euch Beiden ja ein paar Klamotten von mir ausleihen“, rief ich zurück und tat damit natürlich nichts, um die Stimmung zu heben. Augenblicklich zogen sich meine zwei Stylowahnsinnigen zurück. Ich hörte nur noch ein paar gemurmelte Wortfetzen: „…Zombieoutfit…, … Dude, dein Ernst? …, … rufschädigende Schlackerfetzen…“

Grinsend ging ich in die Küche, ich brauchte Kaffee, viel, ganz viel Kaffee.  Ich setze mich an den Esstisch, und kraulte Finley im Nacken. Das beruhigte mich sonst immer ein wenig. Aber irgendwie wollte dieses Mal keine Entspannung aufkommen. Es gab einfach noch so viel zu erledigen, so viel zu planen, so viele offene Fragen… Eine der drängendsten Fragen, hing wie ein Betonklotz über mir. Was essen wir an Weihnachten? Als harmoniesuchendes Familien – *hüstel – oberhaupt, war mir daran gelegen, dass es allen schmecken würde. Als Kochbeauftragte der Familie hing ich von Anbeginn der Essenszeiten einem Wunschtraum nach. Ich wollte es nur einmal, wirklich nur ein einziges Mal erleben, dass mein Essen mit Wonne unter juchzender Lobhudelei von allen verschlungen wird. Das war doch wohl nicht zu viel verlangt. Oder?

Also wurde nach der Schule der Familienrat einberufen. Eigentlich kann ich von solchen, inszenierten Familienzusammenkünften nur abraten – emotional gesehen. Jedenfalls dann, wenn das Topic nicht wirklich etwas Fesselndes, aufregend Interessantes zu bieten hat. Da saßen wir nun, mein Mann sah ständig auf die Uhr, Motte war am Handy im Klassenchat unterwegs und Mausi fielen vor Müdigkeit fast die Augen zu. Nur mein Finley schien bereit zu sein, sich voll und ganz in die Unterhaltung einzubringen. *braverHund

Ich machte den Zweibeiner-Aufmerksamkeitscheck und warf locker ein paar Grausamkeiten in die Runde: Ich: „Also, was haltet ihr von überbackenem Brokkoli, mit Kassler…“ Rrringggg…, Mausi riss die Augen auf: „Was Grünes? Igiddigitttt…!“ Reanimation gelungen!

Finley sah mich an, über seinem Kopf hing wabernd eine Sprechblase: „Kassler, hmmm… wäre nicht meine erste Wahl, aber geht klar.“ *herzigerSchatz

Ich seufzte: „…oder Karpfen blau mit Salzkartoffeln…“ Motte schnappt nach Luft: „Näää, da kann man den Fisch ja noch erkennen, der guckt dann immer so traurig …. wie bist DU den drauf Mama?“

Finley hingegen nickte begeistert, seine Sprechblase schoss Karpeister: „Doch, doch, dooohooooch, Fisch ist klasse … wie damals an der See, lecker …“ *süssesBärchen

Ich, schon leicht genervt:Königsberger Klopse mit Kapernsauce und Reis? Wie wäre es damit?“ Der Mann schnaubte laut auf. „War ja klar. Ähm, nicht so prickelnd…“ Und dann sehr gönnerhaft: „Naja, wenn’s sein muss…“

Finley sah ihn verständnislos an: „Hackfleischklöpse findest Du nicht so prickelnd? Das könnte ich jeden Tag futtern – in allen Varianten! NICHT SO PRICKELND, ts … ts … ts … ts…“ *meinHeldBuddyKumpel

Mein Blut erreichte langsam den Siedepunkt. Ich: „Na dann macht Ihr doch mal einen Vorschlag. Worauf hättet Ihr den Appetit?“  Es folgt allgemeines Gemurmel, verlegenes zur Seite schauen, nicht ausformulierte Halbsätze…: „Och, weiß nicht…, mal was Anderes…“ Und dann – Mach mal, was Du willst!

Genau in dem Moment änderte sich mein Gemütszustand drastisch. Irgendetwas oder Jemand, hatte die Programmierung von „Kooperative Service-Mama“ auf „Ahnengenetik – Typ Veloceraptor“ gestellt. Will heißen, ich hatte zwar noch keine Ahnung, was am Heiligabend auf den Tisch kommen würde. Aber was immer es auch sein würde, ich wollte es eigenhändig töten!!!

Unsere Versammlung hatte sich inzwischen von selber aufgelöst. Ich schaute Finley an und sagte scherzhaft: „Wahrscheinlich wird es das Beste sein, ich überlasse Dir die Auswahl unseres Weihnachtsmenus.“ Ich konnte ja nicht ahnen, dass mein Hund mich wenig später beim Wort nehmen würde. Ich brauchte dringend frische Luft. Also verabredeten wir uns mit meiner Freundin Christa und Frieda, ihrer 13-jährigen Ridgeback-Hündin. Am Waldrand ließen wir die Hunde von der Leine. Genau in der Sekunde passierte es. Finley reckte die Nase in die Luft und startete durch, wie Nico Rosberg auf der Poolposition. Und ja – DAS HATTE ER NOCH NIE GEMACHT!

Ich gab wirklich alles, um meinen Hund dazu zu bewegen, zu mir zurückzukommen: „Finley HIIIIIER! – Doppelpfiff!!! – Hiiiierheeeer! –Doppeldoppelpfiff!!! – KommstDuSoooforthiiiierherJettttttzt – TripleDoppelpfiiiff!!!“ Er hatte sich nicht einmal umgedreht. Mein schöner Rückruf, auf dessen Zuverlässigkeit ich eigentlich immer ein wenig stolz war, verpuffte im Nirvana. Genauso wie Finleys Will to Please. Mein Inneres Ooohhmmm schlug mit dem Klöppel auf seine Klangschale ein, als wäre sie eine Alarmglocke. Hektisch hastete ich meinem Hund hinterher, Christa und Frieda im Schlepptau. Auf dem Acker unseres heimischen Biohofs saß er dann – und er hatte etwas Großes im Maul.

„Was trägt er denn da“, fragte ich Christa. „Sieht aus wie eine Aktentasche“, sagte sie irritiert. Und dann erkannten wir es. Mein Finley hatte ein riesiges Stück Fleisch in der Schnauze und ließ es sich schmecken. Da musste einem Angestellten des Biohofes, der Weihnachtsbraten, auf der Heimfahrt vom Trecker gefallen sein. Christa sah sich Finleys Beute noch mal näher an: „Ach Mist, ich glaube das ist ein Schweinebraten, sagt sie besorgt. Na, das hatte mir gerade noch gefehlt. Nicht nur, dass mein Jungspund gerade gefühlte sechs Kilo totes Fleisch gejagt hatte, wenn er zu viel davon in sich hineingeschlungen hatte, war die Situation lebensbedrohlich.

Ich alarmierte meine Tierärztin. Sie versprach, in ihrer Praxis zu warten und sagte: „Du musst ihm das Fleisch wegnehmen, damit er nicht noch mehr frisst.“ Und genau das war das Problem. Christa und ich versuchten alles, Finley seine Beute zu entwinden. Christa: „Loslassen … gib schön her, das Happihappiii …*dochhatsiegesagt … Friiiieda, nimm ihm das weg!“ Ich: „Lassdasloooos … das ist giftig … Aus! Ahaauuus!!! SpuckdasausDuDrömel!“ Alles vergeblich. Jede unserer Bestrebungen führte dazu, dass mein Rüde seine Zähne tiefer in der Speckschwarte vergrub.

Solange er in Bewegung war schluckte er wenigstens nicht noch mehr herunter. Sobald er sich hinsetzte oder stehen blieb, schlang er wieder ein paar kapitale Brocken herunter – unzerkaut natürlich. Also musste ich ihn auf dem Weg nach Hause in Bewegung halten. Seufzend zog ich Finley die Leine über seinen Schädel und dann über das vor Blut triefende Fleisch. Dann ging es, quer durch unsere Spießervorstadt, nach Hause. An jeder Straße patrouillierte ich auf und ab, bis kein Auto mehr kam. Bei jedem Schritt hinterließen wir eine feine, getropfte Blutspur. Ein Traum für jeden Spurensicherer.

Und dann, die irritierten Blicke meiner lieben Mitmenschen: „Guck, jetzt ist sie vollständig verrückt geworden“, schienen sie zu sagen. Oder, „Igitt, wie eklig. Kann die ihren Köter nicht zuhause füttern?“ Bestenfalls, „Gott-oh-Gott, man kann es mit der Frischfleischfütterung aber auch übertreiben…“  Noch heute, Jahre später, gibt es ein paar Menschen, die die Straßenseite wechseln, wenn sie uns sehen.

Bei mir überdeckte die Sorge allerdings jedes Schamgefühl. Zuhause angekommen, ging ich im Garten auf und ab und überlegte, wie ich den Braten aus dem Maul meines Hundes befördern könnte. Carmen, meine Nachbarin, beobachtete mich skeptisch. „Kann ich Dir irgendwie behilflich sein“, fragte sie unsicher. „Ich weiß es nicht“, antwortete ich ratlos. Und mehr zu mir selbst: Erschrecken, ich muss ihn erschrecken! Dann lässt er vielleicht mal locker…“ „Aha, ganz wie Du meinst“, sagte Carmen und zog ihre Brauen hoch.

Beherzt griff ich in die Tasche, zog meinen Schlüsselbund heraus und schmiss ihn meinem Hund zwischen die Vorderpfoten. Finleys gab einen Grunzlaut von sich. Schmoampf! Der kurze Moment reichte aus, ihm das Fleisch zu entreißen. Ich schleuderte das Fleischdingens in hohem Bogen über den Gartenzaun. Mit einem gwatschenden Geräusch landete der Braten vor Carmens Füssen. „Öh, wolltest Du uns zum Essen einladen“, fragte Carmen mit einem breiten Grinsen. Ich liebe ihren trockenen Humor.

Dann packte mir Carmen das ekelige Gwabbelstück in eine Plastiktüte und brachte mir das Corpus Delicti zu meinem Auto. „Vielleicht will Deine Tierärztin ja mal einen Blick drauf werfen“, sagte sie. Ich liebe Carmens Sinn für Praktisches. Finley, mein Dead-Flesh-Hunter, sah derweil schon etwas grün ums Maul aus. Er war, ohne aufzumucken in den Wagen eingestiegen – es musste ihm schlecht gehen.

Vier Spritzen bekam er von seiner Tierärztin. Noch bevor mein Bärchen seine Beute wieder ausgegeben hatte, sollte ich das Behandlungszimmer verlassen. „Ist besser für euch Zwei – glaub mir, das wird jetzt nicht schön“, sagte meine Tierärztin. Als ich die Tür hinter mir schloss, ging es schon los …. Wuampp …wuampp … wuampp … wuaaaaaaaa … Der Rest ist Geschichte.

Übrigens, bei uns gab es an diesem Weihnachtsfest etwas Grünes, Salat … ganz viel Salat, Gemüse, ein wenig Fisch, ohne traurige Augen und unheimlich viel Süßes….

Epilog

Mit Freude habe ich den Zeichenpinsel … also das Staffelholz von Abra und Aram übernommen. Ich werde mir Zeit nehmen, die wunderschönen Bilder auszumalen. Sie werden einen schönen Platz in meinem Büro finden.

An dieser Stelle übergebe ich meinen Kaminbesen… ähm, ich meine natürlich wieder den Staffelstab, an Sandra vom Blog Shivawuschel. Bei Sandra könnt Ihr an einer Verlosung teilnehmen. Es winken interessante Gewinne.

 

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Samstag, Hunde wird’s was geben – Hamburger Hundeweihnachtsmarkt 2017

Engel, Bengel…

Was fliegt nicht alles durch die Lüfte,
Engel, Bengel und so süsse Düfte.
Sternlein gross und Sternlein klein,
Ein Bäumlein gar mit Lichterschein.
Hoffnung, dass sich alles mildet
Und Liebe nie verschwindet.

(© Hanna Schnyders)

Süsses Gebäck und Glühwein für Herrchen und Frauchen und der Duft von Ochsenziemern,Kaustangen und Leckerlis für die Hunde. Na, klingt das nach einem interessanten Angebot?

Das alles findet Ihr auf dem zweiten Hamburger Hundeweihnachtsmarkt, am kommenden Wochenende. Die Organisatoren Tanja Nasilowski, von MoinHund und Alsterstars  und Christian Rerop von DogApps, haben wieder eine bunte Mischung Aussteller für Euch zusammengetrommelt. Vom Hundebett, über Leinen und Halsbänder findet Ihr alles, was ein Hund *ähäm oder sein Halter dringend 😉 braucht. Mein Weihnachtstipp: Bevor Ihr nach Hause geht, lasst doch noch ein Erinnerungsfoto von der Hundefotografin Foto Motte machen und legt es Euch selber unter den Weihnachtsbaum.

Dieses Jahr haben Tanja und Christian die Buden auf dem Gelände des Fuhlsbüttelers Wochenmarktes, im nördlichen Teil Hamburgs am Ratsmühlendamm, 22335 Hamburg, aufgebaut. Die Aussteller haben zwischen 11.00 und 18.00 Uhr geöffnet, der Eintritt ist frei. Hunde sind willkommen. Im Teetzpark, um die Ecke gibt es zwei Auslaufwiesen und eine eingezäunte Hundefreilauffläche.

Also, wenn Ihr am Wochenende noch nichts vorhabt, dann schaut doch mal vorbei 😀

 

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Zwei Blogger und ein Shitstorm

Blogbeiträge regen zum Nachdenken an, Blogbeiträge polarisieren, manche Posts möchten mit einem Augenzwinkern provozieren. Und manchmal verselbständigen sich die Reaktionen Dritter, wie man es nicht für möglich gehalten hätte.

So ist es Nicole von Moe & Me und mir in den letzten Tagen ergangen. Nicole schrieb einen Artikel, ich habe ihn aus fachlicher Sicht kritisiert. Beide Artikel waren die Äußerung einer Meinung und das sollte auf einem Blog möglich sein.

Was dann kam, war ein großer Sturm. Wir mussten uns beide warm anziehen.

Nicole berichtet darüber, sie habe sogar persönliche Drohungen über ihre Kommentarfunktion erhalten. Ich finde das schrecklich und distanziere mich ausdrücklich vom Verhalten dieser Menschen, die sie bedroht haben.

 

Allerdings möchte ich auch ganz klar feststellen, dass ich für das Verhalten Dritter nicht verantwortlich bin. In meinem Beitrag habe ich zu keinem Zeitpunkt, wie es mir von Einigen unterstellt worden ist, zu solchen Aktionen aufgerufen.

Ich habe Nicoles Veröffentlichung kritisiert, meine Kritik begründet und dann meine eigene Meinung zu dem Thema kundgetan. Dafür habe ich viel Zustimmung erfahren, fachliche Korrekturen erhalten und viel Prügel bezogen. Behauptungen, ich hätte Nicole persönlich beleidigt, würde kritische Kommentare nicht freischalten, weise ich entschieden zurück. Schaut auf meinen Blog, es sind alle Kommentare da, die kritischen, die korrigierenden und in diesem Fall auch die, die unter die Gürtellinie gingen.

Die Bloggerszene ist kein geschützter, privater Raum. Blogs sind ein digitales Mittel, eine Geschichte, Fachberichte oder eben eine Meinungsäußerung öffentlich zu machen. Als Medium unterliegen sie den gleichen rechtlichen Regeln wie alle übrigen Medien.

Wer sich in diesem Umfeld bewegen möchte, sollte auch den zum Teil unbequemen und harten Realitäten des Geschäfts standhalten können. Und zwar auch dann, wenn der Gegenwind mal etwas stärker wird. Solange in unserem Land Meinungsfreiheit herrscht, werde ich auch zukünftig davon Gebrauch machen. Auch wenn es bedeutet, mich mit Äußerungen Anderer kritisch auseinanderzusetzen.

In diesem Fall heißt das, ich werde meinen Beitrag weder umschreiben noch von meinem Blog nehmen.

Mir ist klar, dass auch dieser Post und meine Entscheidung zu Aufregung führen kann. Aber das ist meine Entscheidung und dazu stehe ich.

Kritische Äußerungen hierzu, sind solange willkommen, wie sie sachlich formuliert und nicht von Emotionen überschwemmt oder von Beleidigungen durchzogen sind.

Anderenfalls werde ich solche Posts, um weitere Ausuferungen zu vermeiden, kommentarlos löschen.

 

 

 

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Retriever-Bashing, eine Bitte um Differenziertheit und Fairness

Finley, mein spezieller, toller, herausfordernder Rüde, mein bester Kumpel

Aus aktuellem Anlass habe ich diesem Artikel meine Stellungnahme zu den Ereignissen der letzten Tage beigefügt. Zu dem Beitrag geht es hier

 

 

 

 

 

„Die Golden Retriever Lüge“ diese reißerische Schlagzeile erregte gestern meine Aufmerksamkeit. Gesehen hatte ich sie bei meiner Bloggerkollegin Nicole vom Hundeblog Moe & MeNatürlich habe ich mir diesen Artikel durchgelesen – mehrfach – denn mit dem Begriff Golden Retriever Lüge konnte ich gar nichts anfangen. Und wenn ich ehrlich bin, hat mich dieser oberflächliche Artikel auch nach mehrfachem Lesen mit vielen Fragezeichen zurückgelassen. Zum Artikel geht es hier.

Inhaltlich bleibt erst einmal festzustellen, dass Moe offenbar ein Hund ist, der mit Hundebegegnungen so seine Schwierigkeiten hat. Der Zufall will es, dass er öfter mit einem Golden Retriever aneinandergeraten ist. Daraus so eine Alle-Retriever-sind-so-Haltung zu generieren, empfinde ich für so einen renommierten Hundeblog als zu dünn und unreflektiert. Oder anders ausgedrückt: Wenn Finley und ich auf Enrico C. und sein Frauchen treffen, sind wir in einer ähnlichen Situation. Zwei Hunde treffen aufeinander, die sich nicht ausstehen können. Enrico C.’s Frauchen verhält sich, wenn sie überhaupt rechtzeitig vor Ort ist, genau wie Nicole es von dem Goldenfrauchen aus ihrer Nachbarschaft beschrieben hat. Nervt mich das? Und wie! Dennoch würde ich nicht auf die Idee kommen, ab sofort den gesamten Rassebestand der Großen Schweizer Sennenhunde zu verteufeln. Es ist dieser eine Hund! Einzelschicksal sollte doch bitte auch Einzelschicksal bleiben.

Das ist Lola, eine Hündin aus dem Tierschutz und meine heimliche Liebe

Die Reaktionen auf diesen Artikel waren durchaus gemischt. Einige Leser reagierten mit Unverständnis, viele aber auch mit großer Zustimmung. Unterschiedliche Themenbereiche wurden in den einzelnen Beiträgen angekratzt. Rassehund vs. Mischling, Rassehund vs. Tierschutzhund, Retriever vs. Pittbull, Staff und Co.. Ich finde es schade, wenn gerade zwischen Hundeleuten so ein pauschales Bashing stattfindet. Letztlich sind es weder die Golden Retriever, noch die Labradore, die hier für das Verhalten, mit dem Moes Frauchen augenscheinlich nicht fertig wird, verantwortlich zu machen sind. Es sind die Menschen am anderen Ende der Leine.

Im Übrigen genauso, wie bestimmte Halter von Pittbull, Staff und Co. dafür verantwortlich sind, dass der Ruf ihrer Rassen so geschädigt wurde. Durch dieses Befindlichkeitsgebashe von Golden Retrievern oder Labradoren werden weder aus Mischlingen, noch aus Pitts oder Schäferhunden bessere oder wesensfestere Hunde. Und ihrem Ansehen nutzt es auch nicht. Wenn man es sonst verurteilt, dass bestimmte Rassen oder Mischlinge stigmatisiert werden, mutet es doch recht überheblich an, sich auf diese oberflächliche Art über zwei andere Hunderassen zu erheben.

Finley, seine Mutter Sandy und ein Geschwisterwelpe

Ein häufig in der Diskussion auftauchendes Argument war, dass Retriever einfach aus den falschen Gründen als Familienmitglieder ausgesucht würden. Dieser Artikel sei deshalb als akzeptable Provokation zu sehen. Sicher, manchmal macht Provokation Sinn und ist das richtige Mittel, um Aufmerksamkeit zu schaffen. Doch dann bitte auch mit Sachkenntnis und Augenmaß. Die Botschaft in diesem Artikel lautet: „Retriever werden als Familienhunde angepriesen, die sich von allein erziehen. Deshalb fallen sie in freier Wildbahn extrem unangenehm auf.“ Ende der Botschaft. Das ist zwar provokativ aber ohne Substanz.

Die unzureichende Darstellung einzelner Rassen und die damit verbundene, mangelnde Aufklärung der Käufer ist grundsätzlich ein gutes Thema. Das macht allerdings nur Sinn, wenn man zumindest über ein paar rudimentäre Kenntnisse der beschimpften Rasse verfügt.

Ich würde deshalb gerne mal ein paar Aspekte auflisten, die meiner Meinung nach in diesen Artikel gehört hätten. Wenn man sich einen Golden Retriever oder einen Labrador in die Familie holt, dann hat man gute Chancen, wenn man weiß was dieser Hund braucht und bereit ist Zeit, Mühe und Liebe zu investieren, einen spitzenmäßigen Familienhund zu bekommen.

Finley, mein Seehund 😉

Und nein, DEN Familienhund gibt es nicht. Kein Retriever hat im perfekten SITZ den Mutterleib verlassen oder es in die Wiege gelegt bekommen, sich selbst zu erziehen. Wer sich für einen Golden Retriever entscheidet oder für einen Labrador, bekommt in erster Linie einen Jagdhund mit allen dazugehörenden genetischen Anlagen.

Das heißt im Wesentlichen, Folgendes KÖNNTE passieren:

  • Retriever lieben das Wasser, sie werden jede aber auch jede Gelegenheit nutzen, schwimmen zu gehen und sei es nur in einer modderigen Pfütze.
  • Retriever buddeln gerne und zwar nicht nur am Strand oder im Wald, wo es den Menschen vielleicht nicht so sehr stört, sondern auch im eigenen Garten.  Der Sinn für Frauchens liebevoll angelegtes Blumenbeet fehlt da völlig.
  • Retriever sind, wenn man sie lässt, ständig mit der Nase am Boden. Was sie dort finden wird sie entzücken, Frauchen und Herrchen nicht immer.
  • Retriever haben ein ganz anderes Verständnis davon, was es heißt gut zu riechen. Deshalb besteht die Möglichkeit, dass sie sich in übelriechenden Substanzen wälzen. Damit kann man sich erzieherisch auseinandersetzen und alles in erträgliche Bahnen lenken.
  • Retriever sind große Schmuser, zumindest in dieses Vorurteil füllen sie perfekt aus.
  • In jedem Retriever steckt ein kleiner, gewitzter Clown, der einen genau dann mit irgendetwas Unpassendem überrascht, wenn man es am wenigsten gebrauchen kann.
  • Dabei ist es völlig egal, ob man sich einen Retriever aus einer Arbeits- oder Showlinie aussucht. Jagdinstinkte, Energie und Temperament ist in allen vorhanden. Die unterschiedlichen Zuchtlinien beziehen sich im Wesentlichen auf das Gebäude des Hundes. Hunde aus der Showlinie sind allgemein etwas kräftiger gebaut und variieren stärker in den Fellfarben. Allerdings sollte man nicht den Fehler machen, „kräftig gebaut“ mit träge oder langsam zu verwechseln.
  • Diese Hunde machen auf jeden Fall Arbeit, aber sie machen auch auf jeden Fall Spaß.

Das Gute an den Retriever-Rassen ist, dass sie dazu gezüchtet wurden mit den Menschen zusammenzuarbeiten. Das ist der so oft zitierte „Will to please“. Aber auch hier gilt das Individualprinzip. Mancher Hund hat mehr davon, mancher Hund weniger und wieder andere, so wie mein Finley, finden ihren will to please mehr oder weniger zufällig auf einer langen Entdeckungsreise durch das eigene Ich.

Deshalb ist es nötig, seinen Hund, wenn er neu in die Familie kommt, zu beobachten und gut kennenzulernen. Die Überlegung, mein Hund wird sich schon anpassen, wird ins Leere laufen und Probleme bringen. Vielmehr sollte man sich fragen: Was steckt in diesem speziellen Hund? Was braucht er und was kann ich daraus machen?

Erziehungserfolge bekommt man nicht geschenkt, sie sind das Ergebnis harter Arbeit

Es braucht Zeit und Erfindungsreichtum, einen Retriever zu erziehen. Als Ziel sollte man es ins Auge fassen, eine Struktur zu erschaffen, die der Familie und dem Retriever gerecht wird, dann hat man einen zuverlässigen Kumpel an seiner Seite.

Natürlich ist auch diese Darstellung nicht vollständig und eine umfassende Aufklärung, würde hier den Rahmen sprengen. Vielleicht würde es aber den einen oder anderen, von Welpenfotos hingerissenen Menschen zum Nachdenken bringen.

Mir ist es eigentlich vollkommen egal welchen Hund sich jemand anschaffen möchte. Ich kenne tolle Hunde aus dem Tierschutz, viele Retriever und andere Jagdhunde und bin verliebt in die French Bully-Hündin meiner Freundin. Ein Miteinander kann meiner Meinung nach aber nur funktionieren, wenn man von pauschalisierenden Vorwürfen Abstand nimmt. Hundebegegnungen funktionieren nur bei gegenseitiger Rücksichtnahme. Klappt es mit einem Hund gar nicht, muss man wohl ein Stück weit lernen damit zu leben.

 

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Der ist toll, der lässt sich ALLES gefallen…

Ich lasse nicht alles mit Finley machen.

 

„Gino ist ein toller Hund …. mit dem können die Kinder alles, aber auch ALLES anstellen. Die ziehen ihn im Fell, halten ihn am Schwanz fest, zupfen an den Ohren und können sich auf ihn draufschmeißen …. und DER MACHT GAR NICHTS!, sagte die Frau und führte ihren Mami-Konvoi durch unseren Vorstadtwald.  Während sie einen Kinderwagen vor sich herschob, liefen ihre drei Kinder um Labrador Gino herum und taten, laut johlend genau das, was die Frau eben gesagt hatte. Labrador Gino sah derweil aus, als würde er in Gedanken einen Asylantrag für ein X-beliebiges Tierheim formulieren.

Meine Nachbarin schwärmt von ihrer verstorbenen Hündin Vesta, mit der man ALLES machen konnte. „Die hat nie einen Mucks gemacht, das war ein echt toller Hund…“  Vesta hätte man gar nichts sagen müssen, die sei einfach so gewesen. Ich habe Vesta gekannt und auf mich hat sie immer gewirkt, als würde sie im nächsten Augenblick ein Klappmesser ziehen. Manchmal bedeutet Knurren eben genau das.

Von einem Kunden erfahre ich, dass der Hund seiner Nachbarin ein ganz „toller Hund“ ist, mit dem seine Kinder ALLES machen können und dass es sooo schade sei, dass sein eigener Hund, ein acht Monate alter Golden Retriever, nicht genauso sein könne. „Der zieht sich zurück, sobald die Kinder durchs Zimmer toben …“ Ich denke nur, der Hund ist wahrscheinlich ein begabter Stratege…

Anscheinend kennt jeder diesen EINEN Hund, der alles aber auch ALLES mit sich machen lässt, ohne einen Mucks zu machen. So einen tollen Hund. Und dann stehe ich da, höre zu und mein inneres Ooohhmmm, weckt seinen kleinen Bruder, den fiesen kleinen Piesacker. Der wohnt bei mir im Spielverderber-Gen und macht sich immer dann bemerkbar, wenn draußen in der Anderswelt etwas grundlegend schiefläuft. „Finde den Fehler“, raunt mir mein fieser Piesacker zu, „dazu willst Du doch nicht schweigen?“ NEIN, will ich nicht … besser gesagt, kann ich nicht.

Ich frage mich, worauf diese Menschen mit dem „ganz tollen Hund“ eigentlich so stolz sind, übersehen sie doch das Offensichtliche. Denn ihr Tier muss da eine ganze Menge aushalten. Ja, es sind tolle Hunde – durchweg. Und zwar, weil sie sich dieses distanzlose Verhalten der Kinder gefallen lassen, ohne sich zur Wehr zu setzen. Mein zweiter Gedanke ist: Hoffentlich geht das gut. Denn ich sehe Hunde, die nicht sehr entspannt und glücklich aussehen. Es sind Hunde die fast ununterbrochen beschwichtigen, ohne dass sich irgendjemand, etwa die Erwachsenen, die Mühe machen, auf ihre Signale zu achten. Ich sehe eine tickende Zeitbombe.

Versteht mich bitte nicht falsch. Ich liebe Kinder und fände es toll, wenn sich jedes Kind frei entfalten könnte. Ein Hund in der Familie, bedeutet aber nicht nur die Möglichkeit sich auszuleben, sondern bringt auch den Anspruch mit, dass er respektvoll behandelt werden möchte. Deshalb betrachte ich es nicht als Erziehungserfolg, wenn sich ein Hund ALLES gefallen lässt. Aus meiner Sicht, ist dort etwas in Schieflage geraten.

Mich erinnert das irgendwie an meine Kindheitstage. Wenn meine Tante Thorwalde (Name nicht geändert) auf unseren Familienfesten auftauchte, lief es meistens folgendermaßen ab. Diese wirklich riesengroße, breitschultrige, blonde Frau schritt durch die Esszimmertür, donnerte ein lautes „GutenAbendmiteinander!“ durch die untere Etage des Hauses, sodass alle bis dahin laufenden Gespräche erstarben. Dann fixierte sie den Kindertisch, an dem alle Cousinen und Cousins, versammelt waren. Ihre stahlblauen Augen taxierten uns – leichte Beute schienen sie zu sagen – und dann, ja dann war ich dran. Es gab kein Entkommen, von meiner Mutter hatte ich keine Hilfe zu erwarten … sei lieb zu Thorwalde, hatte sie gesagt und war dann verschwunden…. „Na Duuuuu“ brüllte die Riesin mich an, „immer noch Solokünstler?“ Womit sie subtil zum Ausdruck brachte, dass sie die Tatsache, dass meine Eltern sich nach meiner Geburt aus der Zucht zurückgezogen hatten, als inakzeptabel einstufte. Dann zog sie mir mit ihren Fingern links und rechts, jeweils eine Falte aus der Wangenhaut und schüttelte meinen Kopf kurz hin und her. Zwischen meinen zwangsgeschürzten Lippen lispelte ich mühsam ein, „Schpfön, Disch pfu spfehn, Pfante Pfwaldi“, hervor. Daraufhin ließ sie ihre rechte Pranke zwischen meine Schulterblätter niedersausen und rief: „Na, gut erzogen ist sie ja…“

Nein, Tante Thorwalde hatte keinen blassen Schimmer, wie man ein siebenjähriges Kind behandelte, welche Themen man besser nicht vor versammelter Mannschaft ansprach und wo in kleinen Kinderkörpern die Schmerzzentren saßen. Niemand hatte es ihr beigebracht. Ich lief den Rest des Abends mit „Rotbäckchen“ herum und machte jedesmal einen Riesenbogen um Tante Waldi. Es tat weh, ich war verwirrt, ein wenig ängstlich und fühlte mich total schutzlos. Etwa so, so stelle ich mir das vor, müssen sie sich fühlen, die Hunde, die ALLES mit sich machen lassen.

Eigentlich halte ich Kinder und Hunde für ein perfektes Match. Damit aus dem Match eine Freundschaft und aus der Freundschaft eine tiefe, unbelastete Liebe werden kann, gibt es ein paar Dinge, auf die die Eltern achten sollten. Denn es ist ihre Verantwortung, dass ihre Kinder lernen, verantwortungsvoll mit ihrem Hund umzugehen.

Bitte liebe Eltern,

wenn ein Hund bei Ihnen einziehen darf, machen Sie sich bewusst, dass Sie einen doppelten Erziehungsauftrag haben. SIE müssen ihren Hund erziehen, ihre Kinder sind damit noch überfordert. Gleichzeitig müssen SIE ihren Sprösslingen beibringen, wie man einen Hund gut behandelt. Erklären sie ihnen bitte, dass ihr Hund kein Spielzeug ist und vielleicht auch mal zu müde zum Spielen. Sagen Sie ihnen, dass ein Hund täglich zwischen 18 und 20 Stunden Schlaf braucht und dass sie ihn beim Schlafen nicht stören sollen.

Zeigen sie ihren Kindern, wie spannend es sein kann, die Körpersprache des Hundes zu verstehen. Erklären sie ihren Kindern, dass auch ein Hund ein Wesen mit Gefühlen ist. Dass er Schmerz, Freude, Angst und Wut empfinden kann und auch mal Trost braucht. Zeigen sie ihren Kindern wie schön gerade auch die ruhigen Momente mit einem Hund sein können.  Kuscheln und Schmusen mit dem eigenen Hund ist etwas Wunderbares.

Zeigen Sie aber auch ihrem Hund, dass sie ihn verstehen. Wenn es einmal zu wild wird, greifen Sie bitte ein und zeigen Sie ihren Kindern, wie es anders geht. Wenn es Ihnen selber noch an Erfahrung fehlt, lassen Sie sich bitte von einem guten Hundetrainer beraten.

Wenn ihre Kinder das verstanden haben, haben Sie einen guten Job gemacht. Und ihre Kinder können eine der schönsten Erfahrungen machen. Nämlich, wie es ist, ein harmonisches, erlebnisreiches, wundervolles Leben mit einem Hund zu teilen.

Herzlichst Ihre Birgit Jaklitsch

 

 

 

 

 

 

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Wenn der Postmann gar nicht klingelt

 

Retrievern sagt man ja gerne nach, dass sie die Menschen mögen – alle – immer – ausnahmslos. Soweit die Legende. Fakt ist aber, dass auch unsere Hunde ihre Vorlieben und Abneigungen haben. Das klassische Beispiel (ja, ich weiß ein Stigma) ist die Post mit ihren Angestellten. Jeder von uns hat schon Geschichten gehört, von Postboten, mit handtellergroßen Löchern in der Uniformhose.

Finley hat mit Briefträgern und Paketboten normalerweise überhaupt kein Problem. NORMALERWEISE stehen diese Damen und Herren ja auch an unserer Haustür und werfen unsere Post wortlos in den Briefkasten. Manchmal klingelt unser Stamm-Briefträger auch bei uns, um die Post aus der Nachbarschaft bei uns zu parken, weil die Nachbarn entweder im Büro sitzen, Kinder in der Schule unterrichten oder einfach noch ein wenig Schönheitsschlaf benötigen. So ist über die Jahre ein wirklich herzlicher Kontakt zwischen unserem Postboten Herrn Wastel und unserer Familie entstanden. Er rechnet es uns nämlich hoch an, dass er wegen der Nachbarspost nicht noch einmal vorbeikommen muss.

Seine Herzlichkeit schließt auch unseren Rüden ein. Denn *yeahsowasgibts unser Postbote versteht etwas von Hunden, er liebt sie. Aufgewachsen mit einem Schäferhund, widmet er seine Freizeit nun den Teckeln. Drei prachtvolle Exemplare wohnen bei ihm: Mathilde, ihre Mutter Herta und Max der Platzhirsch. Weil Herr Wastel weiß, was so ein Dackel an Beschäftigung braucht, damit er einem nicht die Waden zerkaut, bespasst er seine Hunde jedes Wochenende auf einem Trainingsplatz für artgerechtes Teckeltraining.

Beim ersten Kennenlernen durfte Finley ausgiebig an Herrn Wastel herumschnuppern. Dann hat mein Reviertiger seine Claims klar abgesteckt.

  • Vordergarten betreten – geht klar.
  • Treppe benutzen – geht klar.
  • Briefkasten anfassen – geht klar.
  • Kinder und Frauchen – nur gucken, nicht anfassen.
  • Futter – lass’ mal stecken.
  • Haustür anfassen – hat Verlust der Finger zur Folge.

Postbote Wastel fand das alles in Ordnung und akzeptierte die Regeln. Als für alle wohltuendes Ergebnis, erzeugt das Auftauchen unseres Briefträgers bei Finley nur noch ein müdes Lächeln.

Aber auch ein Herr Wastel hat mal Urlaub und muss sein wohlgeordnetes Postrevier einem Kollegen überlassen. Meine Güte was haben wir da schon erlebt. Mittlerweile nennen wir Herrn Wastels Kollegen liebevoll Postersatzkräfte, die Ungelernten oder die Konfettipostler.

Da war eine junge Frau, die fleißig und genau arbeitete, aber jedes Mal, wenn sie bei mir ankam – dann drückte ihr die Blase. Im Stillen nannte ich sie Pipi Poststrumpf. Da stand sie dann mit zusammengekniffenen Knien, warf mir einen erbarmungswürdigen Blick zu und bat darum auf die Toilette zu dürfen. Finley, ganz Gentleman, begleitete die Frau zum Gästeklo und achtete fein säuberlich darauf, dass sie auch nicht einen Zentimeter weiter in unser Haus hineinging, als nötig war. My home ist eben his castle.

Dann war da noch so ein Rotschopf, er sah das mit den Adressaten nicht ganz so eng. Wir lagen am Ende seiner Route und alle Briefe, die er unterwegs nicht losgeworden war, warf er in unseren Briefkasten. Anfangs haben Finley und ich die überschüssige Post ja noch in der Nachbarschaft verteilt – bis wir merkten, wir bekamen immer mehr zu tun. Ich hängte eine Klarsichtfolie unter meinen Briefkasten und steckte die falsche Post hinein. Dann bestückte ich die Hülle mit einem Schild, auf dem stand: „Ups, daneben geworfen – Grinsesmiley.  Lieber Postbote, bitte wieder mitnehmen.“  Was soll ich sagen. Die Post blieb unberührt und im Briefkasten lagen Tag für Tag Briefe für Müllers, Meiers und Schulzes … ich kochte. Nach einer Woche ging ich in unsere Postfiliale im Ort, knallte den Stapel Fehlpost auf den Tresen. Dann rechnete ich dem verdutzten Filialleiter vor, wieviel ich sein Unternehmen an Stundenlohn kosten würde, würde ich die Zeit berechnen, die ich investiert hatte, die Fehler seines Angestellten wiedergutzumachen. Unseren Rotschopf haben wir danach nie wiedergesehen.

Und immer, wenn man denkt, es kann nicht schlimmer werden, kommt ein noch größerer Einfaltspinsel um die Ecke, oder durchs Gartentor. In der ersten Ferienwoche, das Wetter war schön warm, die Terrassentür offen. Ich saß am Esstisch und erledigte ein paar Büroarbeiten. Finley lag entspannt im Garten und genoss die warmen Herbstsonnenstrahlen. Plötzlich, wie aus dem Nichts stand er da. Ein Mann im Postleroutfit, 1,90 Meter groß, zwei Pakete unter dem Arm, Bermudahose, runtergerollte Socken, grenzdebiler Gesichtsausdruck.

Finley stand direkt hinter ihm, die Lefzen hochgezogen, die Zähne bleckend und aus seinem Inneren kam ein tiefes, grollendes Knurren.

„Nicht bewegen“, fuhr ich ihn an, „ich komme raus.“

Gott sei Dank habe ich Finley gut erzogen. Er hat gelernt, zu akzeptieren, dass ich ein Vorrecht habe, Situationen auf meine Weise zu regeln. Anders ausgedrückt: Ich habe das Recht auf den ersten Biss. *ürgs

Der Mann, nennen wir ihn hier mal den Schlaumeier, schien seinem Gesichtsausdruck entsprechend, komplett erlebnisresistent zu sein und machte einen weiteren Schritt auf mich zu. Dann sagt er allen Ernstes:

„Öh, ist hier Nummer 27a, ich suche die Haustür.“

Mir fehlten kurz die Worte, mein inneres Oohhhmmm zündete ein Räucherkerzchen an. Finley war inzwischen um diesen Schlafwandler herumgeschossen und hatte sich neben mir aufgebaut….GGGRRRRRRrrrrrr…..

Mir reichte es, Frustrationstoleranz – Null – Impulskontrolle – Null – Erziehung – Futsch!!!

„Was soll das hier eigentlich werden? Suizid im Amt? Rrrrunter von meinem Grundstück, aber langsam und geordnet. Hinter der Pforte stehen bleiben!“ Verdutzt folgt er mir zur Grundstücksgrenze, Finley auch. Als unser Postgehilfe hinter der Pforte stand, entspannte Finley sich – Claim gesichert.

Dort angekommen deutete ich auf die Schilder, die ich auf unserer Gartenpforte fixiert hatte. Dort stand auf leuchtendrotem Untergrund „BETRETEN VERBOTEN“ und auf neongelbem Untergrund „HIER WACHE ICH – *Retrieverkopf“.

„Haben Sie die Schilder denn nicht gelesen. Ist Ihnen eigentlich klar, wie gefährlich das für Sie hätte werden können“, fragte ich den Mann.

„Oooch“, sagte er, „so Schilder haben die Leute ja auch manchmal nur so am Zaun und dann haben sie gar keine Hunde. Wenn ich das immer glauben würde, dann würde ich meine Pakete ja nie loswerden.“

Hä, hatte der sie noch alle? Ich sah ein, dass bei unserem Posthulk wohl jegliche Energie verschwendet wäre und sagte bestimmt. „Dann hören Sie jetzt mal aufmerksam zu. Ich erteile Ihnen Hausverbot, ganz offiziell, das werde ich Ihrem Arbeitgeber auch noch schriftlich mitteilen. Und nur mal so zur Info, hier in unserer Siedlung haben ganz viele einen Hund. Ich an ihrer Stelle würde meine Gepflogenheiten mal ändern, sonst landen Sie ganz schnell in der Reha.“ Dann deutete ich mit dem ausgestreckten Finger auf die Haustür hinter ihm und sagte: „27a, gar nicht schwer zu finden. Und klingeln sie lieber, mit Frau Nörgel ist nicht zu spaßen…“

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Dogblogger Adventskalender – Goodfellows ist dabei

Weihnachten steht vor der Tür. So langsam nimmt die Weihnachtsexpress Incorporated Fahrt auf.  Ich stelle mir das folgendermaßen vor.

In Himmelpforten ist Hochbetrieb. Der Weihnachtsmann forstet sich durch Millionen von Wunschzetteln und leitetet seine Aufträge in die hauseigene Werkstatt weiter. Die Elfen schuften sich die Finger wund und Frau Weihnachtsmann backt Vorräte, damit ihr Mann und seine Gehilfen über die Feiertage gut versorgt sind.

Während die himmlischen Heerscharen sich auf den 24. Dezember vorbereiten, übernehmen wir Dogblogger den Dienst am Boden. 24 Blogger versorgen Euch ab dem 1. Dezember mit Geschichten, Rätseln, Diy-Tipps und allerlei anderen Kalenderideen. Die tolle Idee hatte Stephie vom Blog The Pell-Mell Pack (Klick hier). Sie hat auch die schöne Website vom Dogblogger Adventskalender (Klick hier) gebaut und betreut den Kalender während der ganzen Zeit federführend. Danke Stephie, für Deinen unermüdlichen und kreativen Einsatz.

Wer unsere Geschichten lesen möchte gelangt durch einen Klick auf das Logo des Dogblogger Adventskalenders, entweder hier im Text oder in meiner Sidebar, auf die Kalenderseite. Ich wünsche Euch jetzt schon mal viel Spaß beim Lesen.

Damit Ihr keinen Beitrag versäumt werde ich diesen Beitrag ab dem 1. Dezember täglich aktualisieren. Über die eingefügten Links findet ihr dann auf dem Adventskalender, zu den Beiträgen der anderen Dogblogger.

01. Dezember – Kerstin vom Blog Buddy schreibt.

02. Dezember – Inga und Nico vom Blog Pudelwohl Berlin

03. Dezember – Tamara mit Madox vom Blog Abgeleint

04. Dezember – Barbara mit Che und Murphy vom Blog Hundereisen

05. Dezember – Sandra mit Charlie und Lis vom Blog Dreipunktecharlie

06. Dezember – Bina mit Loki vom Blog Und täglich grüßt das Lokitier

07. Dezember – Eva-Sophie mit Johnny und Duke vom Blog Meine handvoll Hufeisen

08. Dezember – Doxa mit Hayley und Daria vom Blog Cavaliermädchen

09. Dezember – Alina mit Brooke und Yvi vom Blog EquiCani

10. Dezember – Eva mit Kuma vom Blog Undercover Labrador

11. Dezember – Anja mit Alma vom Blog Frau Alma

12. Dezember -Diana mit Lounelle und Klimt vom Blog Wohlstandshund

13. Dezember – Victoria mit Mia vom Blog Retromops-Welt

14. Dezember – Anika mit Adgi und Scar vom Blog Warnowtatzen

15. Dezember – Steffi mit Ren und Stimpy vom Blog Cocker, Lifestyle and more

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The Mystery Blogger Award für den Goodfellows Hundeblog

Da sitze ich nichtsahnend am Schreibtisch und schlürfe meinen morgendlichen Wachmacherkaffee und dann diese nette Überraschung.

Meine Bloggerkollegin Claudia vom Blog Team Hundeseele hat mich für den Mystery Blogger Award nominiert. Danke, Claudia.

Claudia wohnt in Niederösterreich zusammen mit ihrer Continental Bulldogge Lady in Black.  Sie schreibt, ihre Hündin sei Balsam für ihre Seele – das ist wirklich eine schöne Aussage und zeigt die tiefe Liebe, die sie für ihre Hündin empfindet. Schaut doch auch mal auf Claudias Blog  (Klick hier) vorbei.

The Mystery Blogger Award wurde von der Bloggerin Okoto Enigma ins Leben gerufen. Enigma beschreibt den Award folgendermaßen.

By the way, ich habe ich mir eine freie, europäisch angepasste Übersetzung erlaubt. Das heißt, die in Amerika so beliebten, extrem schwülstigen Übertreibungen, die mir die Schamesröte ins Gesicht treiben würden, habe ich herausgekürzt oder umgeschrieben:

„Der Mystery Blogger Award ist eine Auszeichnung für engagierte Blogger mit einfallsreichen, phantasievollen Beiträgen. Ihr/Sein Blog inspiriert, motiviert und unterhält. Die Auszeichnung ist für Blogger gedacht, die Spaß und Inspiration beim Bloggen finden und mit Liebe und Leidenschaft schreiben.“

Und das sind die Regeln des Mystery Blogger Awards:

  • Platziere das Award Logo auf Deinem Blog
  • Liste die Regeln auf
  • Danke demjenigen, der Dich nominiert hat
  • Erwähne den Schöpfer des Preises und verlinke dessen Homepage
  • Erzähle Deinen Lesern 3 Dinge über Dich selbst
  • Nominiere 10-20 andere Blogs
  • Benachrichtige die Nominierten
  • Stelle den Nominierten fünf Fragen – umso lustiger, desto besser
  • Poste Deine besten Beiträge

Drei Dinge über mich und Finley.

Birgit schreibt:

  • Ich liebe die plattdeutsche Sprache, sie bedeutet Heimat und Zuhause für mich, genauso wie der Geschmack von Labskaus und der frische Geruch von Sägespänen.
  • Ich würde gerne mal auf einem Hausboot wohnen.
  • Ich bin ein Make-Up-Legastheniker. Bei Douglas bin ich verloren wie ein Blinder, der ohne Blindenhund unterwegs ist…

Finley schreibt:

  • Ich bin zwar groß, habe aber einen Riesenschiss vorm Autofahren. *bibber
  • Ich bin ein Ladysman, aber Frauchen lässt mich nicht. *grummel
  • Ich bin Frauchens Muse, Kumpel, Heimsuchung….

 

Meine Antworten auf Claudias Fragen:

Team Hundeseele: Wenn Du mit Tieren sprechen könntest, was würdest Du wissen wollen?

Ich würde eine Umfrage bei meinem Hund und seinen Kumpels starten und fragen, wie sie sich ihr ideales Zuhause vorstellen…

Team Hundeseele: Mal ehrlich – in welchen Momenten bist Du so richtig genervt?

Immer wenn ich angelogen werde…. aber richtig, genervt.

Team Hundeseele: Was war das Peinlichste was Dir in der Öffentlichkeit passiert ist?

Oh Mannomann, wo soll ich da anfangen? War es jetzt, als mir die alte Frau in unserem Dorf ihren Spazierstock über den Rücken gezogen hat?

Oder als ich beim Training mit Finley unfreiwillig baden gegangen bin – vor versammelter Mannschaft?

Oder als ich es bei einem Retrieverseminar nicht verhindern konnte, dass Finley den ganzen Laden aufgemischt hat? Ich weiß es echt nicht … alles Geschichten, die ich Euch auf meinem Blog noch erzählen werde…

Team Hundeseele: Was darf in Deiner Handtasche überhaupt nicht fehlen?

Ich habe immer eine kleine Taschenlampe und einen Zollstock dabei – fragt mich bloß nicht wieso…

Team Hundeseele: Was sind deine schönsten Momente zu Hause bei der Familie?

Am schönsten sind die Momente, in denen deutlich wird, dass wir zusammengehören, ohne uns dabei einzuengen.

Fünf Goodfellows-Beiträge, die gerne gelesen wurden:

Das Schleppleinen Dilemma (Klick hier)

Läufigkeitsreport Teil 1 oder Spießrutenlauf durch die Vorstadtwälder (Klick hier)

Läufigkeitsreport Teil 2 oder Minou und die freie Liebe (Klick hier)

Läufigkeitsreport Teil 3 oder wie alles begann (Klick hier)

Frau Saubermann aus der Kackmacherstraße (Klick hier)

 

„And the nominees are!“

Jetzt bin ich an der Reihe Bloggerkollegen für den Mystery Blogger Award 2017 zu nominiere. An dieser Stelle werde ich gnadenlos die Mystery-Regeln brechen *RevoluzzerBirgitgrüßt. Denn 10 – 20 weitere Blogger zu benennen, käme ja irgendwie einem Amoklauf gleich.  Ich nominiere hier fünf Blogs, die ich regelmäßig lese und schätze. Mit einem Klick auf die Blognamen, landet ihr auf den Seiten meiner Nominees und könnt schon mal ein wenig stöbern.

Die Teilnahme hier, ist natürlich freiwillig. Ich würde mich freuen, wenn die eine oder andere von Euch mitmacht.

Und das sind meine Fragen an Euch:

  • Was betrachtest Du als Deinen größten Schatz?
  • Wenn es möglich wäre, welchen Schriftsteller würdest Du gerne mal treffen und was würdest Du ihn fragen?
  • Was bedeutet Freiheit für Dich?
  • Wenn Zeitreisen möglich wären, welcher geschichtlichen Persönlichkeit würdest Du gerne einmal begegnen?

Ups, schon wieder ein Regelbruch – vier statt fünf Fragen. Ich finde ja, wenn einem nichts Schlaues mehr einfällt, dann lässt man es eben….

Ich bin sehr gespannt auf Eure Antworten.

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Wir bleiben zu Hause oder glaub nicht alles, was Du liest

Da sitze ich nun an meinem Schreibtisch und blättere mal so durch die verschiedenen Hundezeitschriften und Fachmagazine, die ich in letzter Zeit etwas vernachlässigen musste. Aus einer Zeitung fällt eine Werbebeilage für ein Online-Hundemagazin heraus. Die Schlagzeile „Die fünf größten Hundeirrtümer“ springt mir gleich ins Blickfeld. Was die wohl meinen, frage ich mich und beginne zu lesen. Bei Punkt drei stutze ich. Denn dort steht, gleich hinter dem Klassiker „Der Hund darf nicht ins Bett“, „Der Hund braucht jeden Tag einen Spaziergang“. Etwa nicht, denke ich.

Ich habe starke Zweifel, dass man einem durchschnittlich energiegeladenen Hund seinen täglichen Spaziergang verwehren darf/sollte/kann. Mein Hund Finley bekommt pro Tag regelmäßig drei Spaziergänge. Die Hunderunden sind unterschiedlich lang, in verschiedenen Gegenden, mal mit und mal ohne Training. Wenn es zeitlich knapp wird, dann fällt schon mal eine der Gassirunden aus. Die Übriggebliebenen gestalte ich dann aber so, dass Finley ordentlich was zu tun bekommt und der ausgefallene Spaziergang dann nicht so sehr ins Gewicht fällt.

Nein, mein Brummbär würde es nicht verstehen, wenn er auch nur einen Tag zuhause bleiben müsste. Wie sollte ich es Finley überhaupt klarmachen, dass er heute mal schön drinnen bleiben darf und den Vögelchen im Garten beim Toben zuschauen muss. Allein der Gedanke lässt mich Grinsen.

Vor meinem geistigen Auge sehe ich mich vor meinem Rüden sitzen und sagen: „Finley, wir müssen reden. Das Leben gibt einem nicht immer was man möchte. Heute zum Beispiel, gehen wir mal nicht raus in den Wald. Du weißt wo der Garten ist und wo ich dort Deine Pupsecke eingerichtet habe. Wenn’s drückt, geh’ doch bitte dorthin. Danke sehr.“

Finley wird sich daraufhin die Stirn mit seiner Mittelkralle kratzen und antworten: „Ähm, okayyyy …. ich sehe mich dann leider gezwungen, einige erforderliche Umgestaltungen auf dem Gelände vorzunehmen. Schließlich habe ich einen gewissen Anspruch an meine Umgebung.“ Das würde dann wohl so aussehen.

 

Finleys Landschaftsgartenplanung:

Punkt eins. Direkt unterhalb der Terrassenmauer werde ich ein paar tiefe Löcher graben, das geht ruckzuck. Sie bieten guten Stauraum für irrelevante und herumliegende Gegenstände, wie Frauchens Schuhe, Fahrradschlüssel und die Kopfhörer unserer Pubertiere. Ich kann sowieso nicht leiden, wenn sie die Dinger im Ohr haben, denn dann beachten sie mich gar nicht mehr und zucken immer so komisch mit ihren Körpern. Sie nennen das Tanzen.

Punkt zwei. Auf der To-Do-Liste wäre dann, den Garten einmal gaaaanz gründlich ab zu markieren. So eine Pubsecke ist ja ganz nett, aber was ein richtiger Rüde ist, weiß selber viel besser, wo er seine Marken zu setzen hat.

Punkt drei. I wanna socialize. Ich mache unser Grundstück zum Hundetreff. Das wird als der „Tag des offenen Hundegartens“ in die Geschichte unserer Vorstadtsiedlung eingehen. Dann dürfen meine Kumpels alle mal über Frauchens Beete und Kräuterkübel toben …“

 

Mal ehrlich, welcher Hundehalter, der bei Verstand ist, würde das riskieren?

Sicher gibt es Situationen, in denen ein Hund Ruhe halten muss, etwa nach einer Operation oder einer ernsten Verletzung und auch sehr alte Hunde brauchen sicher keine drei Zweistundenrunden mehr. Grundsätzlich bin ich aber der Meinung, dass Bewegung, Kopfarbeit und ausreichend Ruhe in ein harmonisches Gleichgewicht gebracht werden müssen. Und das natürlich jeden Tag. Wie seht Ihr das? Bekommen Eure Hunde jeden Tag Bewegung, oder habt Ihr ein Alternativprogramm? Schreibt Eure Erfahrungen doch in die Kommentarspalte, ich bin sehr gespannt.

 

 

 

 

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