Dogwalk – Wie Hunde freudig folgen

 

Gemeinsam unterwegs – Ideen für eine glückliche Mensch-Hund-Beziehung

 

 

 

Kommunizieren und eine Einheit bilden

(Ursula Löckenhoff)

 

Auf unseren Spaziergängen treffen Finley und ich auch öfter auf größere Hundegruppen. Manchmal sind alle Halter dabei, ein anderes Mal hilft einer dem anderen aus und nimmt den Nachbarhund mit auf die Runde. Wieder ein anderes Mal treffen wir auf unsere örtliche Dogwalkerin mit ihrer Truppe. Es ist eigentlich egal, wen wir treffen. Es ist immer eine Herausforderung, nur aus unterschiedlichen Gründen.

 

Gemeinsam die Herausforderungen des Hundealltags meistern

 

Jedes Treffen ist auf seine Weise lehrreich. Stoßen wir auf unsere Plappertruppe, wissen wir, dass im Schnitt fünf bis acht Hunde unterschiedlichster Couleur quasi führerlos vor sich hin dümpeln. Die Begleit-Frauchen arbeiten den Dorfklatsch der letzten Woche auf. Für Finley und mich bedeutet das, dass wir die Entscheidung, ob es ein Zusammentreffen der Hunde geben soll oder nicht, ganz alleine treffen müssen.

Macht unsere Nachbarin X den Wald mit ihrer Dalmatinerhündin Daisy, die eher ängstlich auf andere Hunde reagiert, zusammen mit dem Berner Sennen Rüden Rufus von Nachbarin Y unsicher, dann weichen Finley und ich sofort auf einen anderen Waldweg aus. So vermeiden wir einen Konflikt zwischen den Rüden.

 

Zwischenmenschliche Kommunikation

 

Am einfachsten läuft es mit der Dogwalkerin aus unserer Vorstadt. Da ist alles abgesprochen. Ihre Hundegruppe ist sich selbst genug. Kontakt von außen ist nicht gern gesehen, was ich gut verstehen kann. Sie hat ihre Truppe im Griff. Die Hunde werden am Wegesrand abgesetzt und Finley und ich können ungehindert an ihnen vorbeigehen.

 

Jede Strategie eignet sich auch für die Einzelhundehaltung

 

Wie man Hunde so führen kann, ihnen klare Strukturen geben kann, ohne dabei auf klassische, operante Methoden der Hundeerziehung zurückgreifen zu müssen, zeigt Ursula Löckenhoff in diesem Buch.  Das Buch Dogwalk ist zwar auf das Zusammenleben mit größeren Hundegruppen ausgerichtet, dennoch finde ich, dass man auch als Einzelhundeführer sehr viel daraus lernen kann. Trifft man auf eine größere Hundegruppe ist das, was man aus diesem Buch lernen kann sicher hilfreich. Man kann das Gruppengefüge innerhalb der Gruppe sicherlich besser einschätzen. Vielleicht erleichtert es auch den Umgang der Menschen untereinander.Das wäre aus meiner Sicht sehr wünschenswert.

 

Sie liebt die Hunde, mag aber auch die Menschen

 

Was mir an diesem Buch so gut gefällt ist, dass die Autorin nicht nur versucht zu zeigen, wie man seinen Hund besser versteht und führt, sondern dass sie auch den Menschen, die das leisten sollen genug Aufmerksamkeit schenkt. Hemmungen abbauen, Stimmentraining, sich die eigene Körpersprache und Mimik bewusst machen, sind wichtige Faktoren, über die sich Hundehalter Gedanken machen müssen.

 

Der Leser lernt, warum sich sein Hund im Wald anders verhält als auf einer flachen Wiese. Dass die Stadt als Revier noch einmal andere Anforderungen stellt und wird von Ursula Löckenhoff über ein mentales Hindernis nach dem anderen geführt. Ursula Löckenhoff macht uns Menschen quasi geländegängig. Es gibt einen stetigen Wechsel, zwischen Regeln aufstellen und Freiraum geben und das alles ohne den Einsatz von Leckerchen. Belohnt wird durch Taten, Ruhezeiten oder Massagen und Ruhezeiten. So lernt der Mensch seinem Tier die Freiräume zu geben, die sinnvoll sind und eine innige Gemeinschaft mit seinem Tier zu bilden.

 

Fazit zu diesem Buch

 

Ich habe in diesem Buch viel von dem gelesen, was ich täglich praktiziere und noch mehr von dem, was ich täglich an Mensch- und Hund-Teams weitergeben möchte. Absolut lesenswert!

 

Wer ist Ursula Löckenhoff

 

Ursula Löckenhoff ist Hundephysiotherapeutin und aktive Tierschützerin. In ihrem Hundehotel „Bene Bello“ bietet sie Unterkunft mit Familienanschluss, macht Dogwalks mit ihren Hundegästen und leitet Trainings für Hunde mit Erziehungsdefiziten. Als Hunde- und Tierschutzexpertin ist sie regelmäßig Gast im Fernsehen.

 

Dogwalk

Wie Hundefreudig folgen

Autor: Ursula Löckenhoff

Verlag: Franckh Kosmos Verlag

ISBN: 978 344 0153 598

Preis: 24,99 Euro

 

 

 


 

 

Dieser Artikel enthält Werbung. Der obenstehende Link ist ein Affiliate-Link zu Amazon. Wenn Ihr Euch entschieden habt, das Buch zu kaufen und den Weg über diesen Link in meinem Blog zu gehen, würde mich das sehr freuen. Euch entstehen dadurch keine Kosten. Ich erhalte dann eine kleine Provision, die ich wieder in die Pflege des Goodfellows Hundeblogs und die Umsetzung neuer Ideen auf meinem Blog, investieren kann.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wenn Hunde lachen

HarmoniLogie – Kommunikationstraining für Mensch und Hund

 

 

 

„Sprich leise, denn er hört dir zu“

(Anne Krüger-Degener)

 

Der erste Hund, den ich als Kind richtig wahrgenommen habe, war Cora, die Riesenschnauzer Hündin meines Großvaters. Ich liebte dieses Tier mit jeder Faser meines kindlichen Herzens.

Damals war es schon sehr fortschrittlich, dass Cora mit ins Haus durfte und auch nachts einen Schlafplatz im Haus hatte und nicht in einem Zwinger übernachten musste. Schließlich hatte sie eine Funktion zu erfüllen – das Haus bewachen, die Tischlerei bewachen, das Kind beschützen… „Verhätscheln“ war nicht erwünscht, was mir natürlich ganz egal war.

 

Leise sein war ein Zeichen für Schwäche

 

Die Erziehungsmethoden waren allerdings noch die aus Urzeiten. Ein Ausgleich zu den Jobs, die Cora zu erfüllen hatte, wurde nicht wirklich geschaffen, man sah damals die Notwendigkeit dafür nicht. Ungehorsam wurde abgestraft. Da wurde laut getadelt und leider gehörte auch die zusammengerollte Zeitung noch zum Programm. Wer sich wie ich weigerte, diese Methode anzuwenden, wurde schnell als schwach betitelt.

 

Wissenschaftliche Forschung hat vieles geändert

 

Gott sei Dank hat sich die Hundeerziehung in den letzten Jahrzehnten stark verändert.  Kadavergehorsam ist nicht mehr gefragt. Bedingungslose Unterordnung ist der Suche nach einem echten und ehrlichen Miteinander von Mensch und Hund gewichen. Hunde sind heute Familienmitglieder, eine nachhaltige Bindung soll entstehen. Echte, souveräne Führung ist heute leise und von Respekt und Vertrauen geprägt.

 

Verständnis und klare Kommunikation

 

Laut Anne Krüger-Degener führt der Weg zu einer guten Beziehung zum Hund über das System der HarmoniLogie. Eine Methode, die jeder Mensch lernen kann. Sie ist eine leichte, feine Verständigung zwischen Menschen und ihren Hunden. Durch klare Körpersprache, einem Spiel zwischen Nähe und Distanz und die genaue Beobachtung des Hundes, entsteht Kommunikation und am Ende soll der Hund dem Menschen mit Freude folgen. Etwas was wir uns alle wünschen.

 

Brauchen wir für alles einen neuen Fachbegriff – ich finde nein

 

Den Begriff der HarmoniLogie hat Anne Krüger-Degener selbst geprägt und ich muss gestehen, dass ich beim Lesen immer wieder über dieses Wort gestolpert bin. Das wäre dann auch schon das Einzige, was ich an diesem Buch oder an dem System ihrer Erziehungsmethode zu kritisieren hätte. Diese neu erschaffenen Wortschöpfungen, wirken auf mich doch sehr gestelzt und bemüht. „HarmoniLogie“, „Das Ampelprinzip“ oder mein Favorit „Das Monarosadella-Prinzip“, dessen Klang anmutet als wäre es Dan Browns Nachfolger für seinen Bestseller Da-Vinci-Code. Das hätte dieses inhaltlich doch sehr überzeugende Erziehungssystem nicht gebraucht.

 

Mein Fazit:

 

Ein unglaublich lehrreiches und informatives Buch von einer Autorin, die Hunde liebt, ohne sie zu „verhätscheln“. Ich kann dieses Buch auch Anfängern sehr empfehlen. Es ist sehr detailliert durchstrukturiert und erklärt akribisch, jeden Trainingsschritt. So ist zum Beispiel das richtige Loben des Hundes ein eigenes Unterrichtsfach. Es ist ein Buch für das man sich Zeit nehmen sollte und wenn man es durchgelesen hat, dann sollte man es in Griffweite behalten, als Wegbegleiter zu einer souveränen Führung und einer entspannten Beziehung zu seinem Hund.

 

Wer ist Anna Krüger-Degener

 

Anne Krüger-Degener ist ausgebildete Tiertrainerin, Kommunikationsexpertin und Schäferin. Seit 1999 leitet sie die Tierschule auf dem Degenerhof in Melle. Im Laufe ihrer beruflichen Arbeit und durch ihre Erfahrung hat sie die Methode der HarmoniLogie entwickelt und gibt diese mit Passion und Begeisterung weiter. Ihre Methode stößt auf sehr viel Resonanz und Begeisterung, sodass sie mittlerweile Co-Trainer ausbildet.

 

Wenn Hunde lachen

Autor: Anne Krüger-Degener

Verlag: Franckh Kosmos Verlag; 1. Aufl. 2018

ISBN: 978-3440158463

Preis: 25,00 Euro

 

 

 

 


 

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Von Wadenbeißern, Fußhupen und Grobmotorikern

Kleinhund versus Großhund, das muss nicht sein

 

Finley und seine Zwergschnauzerfreundin Loki

 

Mir als „Großhund-Besitzerin“ fällt immer wieder auf, mit wie vielen Ängsten doch Kleinhundehalter belastet sind. Sei es nun im Wald beim Spaziergang oder in den Posts in den FB-Hundegruppen. Das Ausmaß der Ängste ist manchmal erschreckend und die Schlussfolgerungen, die Halter kleiner Hunde daraus ziehen, gehen leider manchmal an den biologischen Realitäten vorbei.

Eigentlich, so dachte ich bei mir, kann man so einen Artikel ja überhaupt nicht schreiben, ohne dass man irgendjemandem dabei auf die Füße tritt. Aber kneifen wollte ich vor diesem Thema auch nicht. Ich habe es ehrlich versucht, der Gesamtsituation einigermaßen gerecht zu werden.

 

Kleine Hunde können große Hunde in die Schranken weisen

 

Die Perspektive, die ich gewählt habe ist eigentlich eher die einer Halterin eines großen Hundes, die die ganze Aufregung um das Thema ‚Groß versus Klein‘ oder ‚Klein versus Groß‘ nicht mitmachen möchte. Denn meiner Meinung nach, müsste es dieses „Versus“ nicht geben. Dieser Artikel ist also auch ein Erfahrungsbericht und Ihr werdet lesen, dass Finley und ich es geschafft haben, dass kleine Hunde und ihre Besitzer in der Regel vor Begegnungen mit uns keine Angst haben müssen.

 

Einmal die geballten Vorurteile

 

Foto: pixabay

In der Hundewelt geht es ja manchmal sehr grob und schonungslos zu. Lasst uns doch mal schauen, wo wir mit unserem Thema stehen:

Kleine Hunde sind keine richtigen Hunde, Wadenbeißer, Fußhupen, verwöhnte, kläffende Biester. Große Hunde sind tollpatschige, distanzlose Riesen, die ihre kleinen Artgenossen rücksichtslos überrennen.

Halter von kleinen Hunden halten es nicht für nötig, ihre verhätschelten Lieblinge zu erziehen und kümmern sich nicht um das Verhalten ihrer Hunde und wenn was passiert, sind immer die anderen schuld.

Halter von großen Hunden, ist es nur wichtig, dass ihr Großer zu seinem Recht kommt. Sie nehmen keine Rücksicht auf kleine Hunde, denn ihrer ist ja körperlich überlegen. Es ist ihnen egal, ob der Kleine sich verletzt.

Puhhh, ich bin erschöpft. Das sind mal grob zusammengefasst die Vorurteile, die wir Hundehalter uns täglich gegenseitig an den Kopf werfen. Irgendwo steckt da überall ein Fünkchen Wahrheit drinnen.

 

Der Mensch muss seine Ängste zuerst abbauen

 

Aber wisst Ihr was? NICHTS davon spielt in der Interaktion unserer Hunde untereinander eine Rolle! Wir Menschen sollten uns dringend fragen: „Über wessen Ängste sprechen wir hier eigentlich? Sind es nicht vorwiegend die Ängste von uns, den Hundebesitzern? Hunden ist das, was wir wahrnehmen, nämlich wie klein und verletzlich zum Beispiel ein Dackel, Pudel oder Jack Russel ist, vollkommen egal. Sie beurteilen ihre „Größe“ nicht nach der Rückenhöhe. Nein, Sie beurteilen das Ego ihres Gegenübers. Wie ist seine/ihre Körperhaltung, wie riecht er/sie, versteht er/sie meine Signale? Hunde sind da viel klüger als wir, denn sie wissen, dass es tatsächlich auf die inneren Werte ankommt.

 

Ein gutes Management hilft den Hunden

 

Foto: pixabay

Sicher, der Größenunterschied ist da, aber kann man das nicht managen? Ich behaupte ja.

Das Wichtigste ist meiner Meinung nach, dass die Halter auf beiden Seiten ein Bewusstsein für ihre jeweilige Verantwortung entwickeln und diese Verantwortung dann auch übernehmen. Diese Verantwortung wiegt meiner Meinung nach auf beiden Seiten gleich schwer. Und auf beiden Seiten – jetzt wird es brenzlig für mich – wird diese Verantwortung oft im gleichen Maße ignoriert.

 

Nehmen wir mal den Klassiker: Ein großer Hund läuft ungebremst auf einen kleineren Hund zu. Der kleine Hund zeigt deutlich an, dass ihm das unangenehm ist, das kümmert den Großen aber nicht. Nachdem alle Demutszeichen versagt haben, fängt er an zu kläffen, der große Hund macht trotzdem weiter.

 

Das Gefühl ausgeliefert zu sein ist unangenehm

 

Mich erinnert das irgendwie an meine Kindheitstage. Wenn meine Tante Thorwalde (Name nicht geändert) auf unseren Familienfesten auftauchte, lief es meistens folgendermaßen ab. Diese wirklich riesengroße, breitschultrige, blonde Frau schritt durch die Esszimmertür, steuerte dann den Kindertisch an, riss mich aus meinem Stuhl, drückte mich an sich und beerdigte mich dabei unter ihrem bebenden Tantenbusen. Dann zog sie mir mit ihren Fingern links und rechts, jeweils eine Falte aus der Wangenhaut und schüttelte meinen Kopf kurz hin und her und brüllte „na, meine Süsse“ in den Raum. Das war gruselig.

 

So in etwa stelle ich mir vor, muss sich ein kleiner Hund fühlen, wenn er von einem großen überrannt wird und Frauchen oder Herrchen beider Hunde nicht einschreiten. Ihr könnt‘ mir glauben, meine Tante war eine Seele von Mensch, sie liebte mich aufrichtig und sie wollte wirklich nur mal Hallo sagen. Das alles hat mir in der akuten Situation aber nicht wirklich weitergeholfen.

 

Gegenseitige Rücksichtnahme entzerrt die Situation

 

Im umgekehrten Fall, fühlen wir Großhundehalter uns aber auch manchmal falsch beurteilt. Wenn ein kleiner, aufgeregter Hund frei auf unseren angeleinten, großen Hund zuläuft, dann bellend vor ihm auf und ab springt, birgt das für den Kleinen gewisse Risiken.  Macht der kleine Hund das am vorderen Ende des großen Hundes, braucht dieser schon sehr viel Toleranz um das auszuhalten. Mal klar betrachtet springt der kleine Hund da jedes Mal in Richtung Schlund.

 

Keine gute Situation. Ich finde nicht, dass ein Hund, egal wie groß er ist, das unbegrenzt aushalten muss. Lässt der Hundehalter des kleinen Hundes das zu und reglementiert seinen Kleinen nicht, trägt er in meinen Augen die Hauptverantwortung für das Risiko seines Hundes.

 

Missverständnisse resultieren oft aus Unkenntnis

 

Ich habe solche Situationen mit Finley oft erlebt. Inzwischen lasse ich sofort die Leine fallen. Leider reagieren die Kleinhundehalter oft panisch, wenn ich das mache. Dabei entspannt es die Situation ungemein. Finley hat dann die Freiheit, von dem kleinen Hund wegzugehen und sich der Stalkerei zu entziehen. Setzt der kleine Hund nach, hindere ich diesen daran meinem Rüden zu folgen. Meist begleitet durch das Kopfschütteln der Kleinhundbesitzer, denn ihr Kleiner wollte doch nur spielen oder hallo sagen oder…. Und wenn ich ganz ehrlich bin, ist es genau das Verhalten, welches mich an einigen Kleinhundbesitzern total nervt. Man klärt die Situation für sie, weil sie es nicht tun und wird auch noch angemacht. Upsi, jetzt habe ich ja doch noch gemeckert.

 

Hundebegegnungen souverän durchstehen, das kann man üben

 

Im Idealfall übt man solche Hundebegegnungen mit seinem Hund schon von klein auf an. Das erfordert allerdings eine gewisse Toleranz auf allen Seiten und die Fähigkeit einen selbstkritischen Blick auf sich und seinen Hund zu werfen. Es muss einem klar sein, dass die Begegnungen menschliche Begleitung brauchen. Und vor allem ist es hilfreich, wenn die beteiligten Menschen ruhig und ausgeglichen in diese Begegnungen gehen. Die ersten Begegnungen sollten deshalb möglichst kurzgehalten werden, damit sich der Stresspegel beim Menschen und beim Hund nicht ins Unendliche hochschraubt. Und mit „Stress“ meine ich nicht nur Angst. Auch Freude und Spaß sind Stress und können zu Überreaktionen führen. Und was uns Menschen betrifft – eine klare Kommunikation in gegenseitigem Respekt füreinander, könnte schon viele Situationen entschärfen.

 

Ist der Halter entspannt, steigen die Chancen auf eine harmonische Begegnung

 

Ich behaupte jetzt einmal ganz frech: Es gibt so etwas wie Harmonie zwischen großen und kleinen Hunden, wenn ihre Halter es zulassen. Finley und ich zelebrieren das jeden Donnerstag- und jeden Samstagmorgen. Da treffen wir uns mit Colette, Loki, Fritz und Dave. Colette ist eine Französische Bulldogge und die Chefin der Gang. Finley würde ihr niemals widersprechen. Loki ist Finleys liebste Spielpartnerin, sie ist noch jung und er hat sie unter seine Fittiche genommen. Sheltie Dave ist etwas unsicher, deshalb hat Finley gelernt (unter Anleitung) etwas Temperament herauszunehmen, wenn er ihn begrüßt. Dave hat begriffen, dass Finley nicht sein Feind ist und sucht manchmal Deckung hinter dem Großen, wenn ein fremder Hund auf uns zukommt. Und Fritz, ja Fritzi ist ein lustiger Senfhund aus dem Tierschutz. In ihm vereinigen sich optisch alle Kleinhundrassen dieser Welt. Er und Finley haben sich akzeptiert.

 

Die Kommunikation beginnt bei uns Hundehaltern

 

Das alles ist uns Menschen, den Haltern der Gang, nicht geschenkt worden. Wir haben gemeinsam daran gearbeitet. Manchmal gab es Rückschläge, dann musste schon mal einer „Gagstas“ seine Runde alleine zu Ende gehen. Wir Menschen haben uns davon aber nicht verschrecken lassen und haben es beim nächsten Mal mit einer anderen Strategie versucht. Es hat funktioniert, weil wir es wollten und weil jeder von uns bereit war Kompromisse einzugehen. Wenn es heute mal Tage gibt, an denen es nicht so entspannt läuft. Zum Beispiel, wenn sich eine Läufigkeit bei den Mädels ankündigt, dann splitten wir uns auf, bis die Hormone wieder im Lot sind.

 

Den Rückschlägen nicht so viel Gewicht einräumen

 

Mein Fazit sieht wohl so aus. Ja, es gibt die rücksichtslosen Großhundbesitzer und ja, es gibt auch die sorglosen Kleinhundbesitzer. Aber an Ihnen müssen wir uns ja nicht orientieren.  Ein Feindbild aufzubauen ist niemals nützlich, dem nachzugeben schon gar nicht. Was uns bleibt ist es, unserem Hund zuzugestehen Begegnungen mit großen und kleinen Hunden zu haben. Es macht uns als Hundehalter selbstbewusster, wenn wir lernen diese Begegnungen zu managen und unser Hund bekommt die Gelegenheit seine sozialen Kompetenzen auszubauen. Es hilft schon viel, wenn der eigene Hund das kann.

 

 

Figaro, Figaro Vol.2 … Retriever-Cut vom Hundefriseur – ein Unfallbericht

Fegefeuer der Eitelkeiten

(Filmsatire 1990; James Cagney)

 

 

 

 

Quax, der Bruchpilot

(Komödie 1941; Heinz Rühmann)

 

Neulich hatte ich Euch ja von meinem ersten Versuch meinen wilden Kerl zu trimmen erzählt. Das Ergebnis war, sagen wir mal, semibefriedigend ausgefallen und ich hatte mir zuhause eine Menge Ärger dafür eingehandelt. Im Ergebnis hatte Finley ein Zickzack-Muster im Schweif – sehr akkurat durchgestuft – aber eben nicht dem Standard entsprechend.

 

Das Familiengericht, bestehend aus meinen zwei Töchtern Motte und Mausi, hatte mich dazu verurteilt, unseren Hund einer Hundefriseurin vorzustellen, sobald mein selbsterfundener Zickzack-Cut herausgewachsen war. Bis dahin war das Durchbürsten seines Fells das Höchste der Gefühle, was mir noch gestattet war. Ich war auf Bewährung. Die ganze Geschichte findet Ihr HIER.

 

Denn sie wissen nicht was sie tun

(Drama 1955; James Dean)

 

Finleys Fell brauchte etwa fünf Wochen, bis meine Schnippelsünden herausgewachsen waren. In dieser Zeit machte ich mich auf die Suche nach einem Hundefriseur, der Finleys Lockenpracht zu bändigen wusste. Die Internetrecherche ergab, dass es im Umkreis drei Hundefriseure zur Auswahl gab.

 

Direkt bei uns in der Vorstadt gab es den Salon „Ratzfatz“. Dessen Inhaber Stefan warb mit ein paar „Kundenfotos“ im Netz, die bei mir doch einige Zweifel an seiner Qualifikation hervorriefen. Auf einem dieser Bilder war ein ziemlich unglücklich dreinschauender Pudel zu sehen. In der Bildunterschrift hieß es optimistisch: „Peppi kann jetzt den Wind wieder spüren.“ Ich hatte hingegen den Verdacht, dass Peppi sich den Arsch abfriert und auf den Wind den er jetzt spüren konnte, ganz gepflegt pfeifen konnte. Ich endschied, dass „Ratzfatz“ zwar um die Ecke war aber trotzdem nicht unser neuer Hundesalon werden würde.

 

Dann war da noch der Hundesalon „Mona mit den Scherenhänden“ im angrenzenden Edel-Örtchen. Als Referenz gab die Coiffeurin an, „jahrelange Erfahrung im qualifizierten Umgang mit Hunden unterschiedlichster Haarlängen“ gemacht zu haben. Also das konnte wirklich alles oder nichts bedeuten. Ich rief an und fragte, ob sie schon mal das Fell eines Golden Retrievers gepflegt hatte.

Mona kicherte und sagte dann die bedeutungsschweren Worte: „Einen Retriiiifer nicht aber einen Rietreiwer schon. Das spricht man Rietreiwer aus. Natürlich habe ich einige davon die ich jedes Jahr schere…“

Nun unseren Finley sicher nicht. Soviel war, angesichts der totalen Absenz von Kompetenz schon mal sicher.

 

Das Schweigen der Lämmer

(Drama 1991; Jodie Foster/Anthony Hopkins)

 

Als Drittes erzählte man sich auf einer unserer Hundewiesen, dass es im angrenzenden Ammershausen* einen richtig guten Hundesalon gab. Die Friseurin hieße Anke und sei sehr erfahren im Umgang mit Hunden und die Ergebnisse ihrer Schnittkunst seien sehr zufriedenstellend gewesen. Zum Schutze der Anonymität der Protagonistin habe ich den Ortsnamen bis zur Unkenntlichkeit verändert. *augenzwinker

Also, sah ich mir die betreffenden Hunde auf der Wiese an und musste mir eingestehen, dass keiner wie Finley mit einem Zickzack-Muster im Schweif herumlief. Und Adressen, die man über Mund-zu-Mund-Propaganda bekam, waren ja schon immer die besseren Tipps – oder?

Ich rief also bei Anke an und machte einen Termin für Finley und mich. Es musste an einem Nachmittag sein, denn meine Tochter Mausi hatte es sich als Vorsitzende meines Bewährungsausschusses auserbeten, mitzukommen. „Vielleicht brauchst Du etwas Unterstützung“, hatte das Kind gesagt, von dem sein Kinderarzt einmal behauptet hatte, es müsse altersmäßig erst noch in seinen IQ hineinwachsen.

 

Haus aus Sand und Nebel

(Literaturverfilmung 2003; Ben Kingsley)

 

Wir fuhren also über die Stadtgrenze in Richtung Norden. Vorbei an einem großen See, der bei uns Hundeleuten ein sehr beliebtes Auslaufgebiet war. Gott sei Dank hatte ich Franziska, mein Navi dabei, denn wir verließen die befestigten Straßen und fuhren auf Schotter- und Waldwegen weiter. „In 200 Metern bitte rechts abfahren“, flötete Franzi mir von der Konsole zu. Die Gegend wurde immer einsamer. Im Rückspiegel sah ich wie mein Kind sich umschaute, dann sagte sie: „Maaan, das ist ja tote Hose hier. Wenn jetzt was schiefläuft, dann findet uns kein Schwein.“ „Ach was soll schon schieflaufen“, antwortete ich. Vielleicht war ich da eine Spur zu zuversichtlich gewesen.

 

In the Land of Blood and Honey

(Liebesfilm 2011; Angelina Jolie)

 

Ich bog rechts ab und am Ende des Weges standen wir vor einem alten weiß gestrichenen Siedlungshaus. Das Haus hatte einen viereckigen Vorbau, mit einem flachen Dach. In diesem Vorbau, der wohl früher mal ein Tante-Emma-Laden gewesen war, befand sich der Hundesalon. Über der hellblau gestrichenen Eingangstür hing ein Holz-Schild auf dem auf weißem Untergrund in großen pinkfarbenen Buchstaben das Wort „Fellmäuse“ zu lesen war. Das war offensichtlich der Name von Ankes Salon.

 

Überwältigt von so viel Kreativität und subtiler Werbekunst, stieg ich aus meinem Auto aus. Mausi und Finley folgten mir. Anke stürzte auf mich zu, hakte mich ein und flötete: „Willkommen bei den Fellmäusen. Wir machen das schon, was?“ Und in der nächsten Sekunde standen wir alle vier im „Behandlungsraum“. Anke plauderte indes munter weiter. Ihre Oma habe hier früher selbstgekochte Marmelade verkauft und was der Garten sonst noch so hergegeben hatte. Man hätte nach dem Krieg ja nichts gehabt und hätte aus Scheiße Gold gemacht, um die Familie durchzubringen. Äh, ja … tapfer die Omi …

 

Glaubensfrage

(Literaturverfilmung 2008; Meryl Streep)

 

Während Anke so plapperte, räumte sie schon mal die Gerätschaften zusammen, die sie gleich benutzen wollte. Ich sah ich mich inzwischen um. Der Innenraum war professionell ausgerüstet – soweit ich das überhaupt beurteilen konnte. In der einen Ecke stand eine Badewanne mit Seiteneinstieg und mitten im Raum ein Friseurtisch mit der Möglichkeit den Hund zu fixieren. An den Wänden standen zwei Regale, in denen unterschiedlichste Shampoos und andere Pflegemittel aufgereiht waren. Rechts daneben standen ein Tisch und zwei gemütliche Korbstühle.

 

Anke deutete auf die Korbstühle und sagte: „Das ist die Mutti-Ecke. Macht es Euch bequem.“ Ich unterdrückte die Bemerkung, dass wir Finleys Mutti gar nicht mitgebracht hätten und setzte mich. Anke stellte sich einen alten Gartenstuhl dazu und fragte: „Was soll denn gemacht werden?“ Ich atmete auf, denn endlich kam ich auch mal zu Wort. „Also Finley soll getrimmt werden. Das Fell soll dem Standard entsprechend geschnitten werden, nicht zu kurz. Also die Brust, der Schweif in Fächerform und die unteren Läufe und die Pfoten. Weißt Du, wie das bei den Golden aussehen muss?“

 

Lost in Translation

(Independentfilm 2003; Scarlett Johannsen)

 

„Na klar“, sagte Anke, sie sei regelmäßig Gast auf Hundeausstellungen. Sie wäre zum Beispiel in Cloppenburg, Rostock und Neumünster gewesen und habe sich bei diversen Züchtern schlau gemacht, wie so ein Retriever-Cut auszusehen hätte. Und: „Mit so einem sommerlichen Retriever-Cut, kann der Kleine die heiße Jahreszeit genießen.“ Okay, dachte ich, sie hat sich echt engagiert um vor Ort an die nötigen Kenntnisse zu kommen. Ich entspannte mich, blieb in der Mutti-Ecke sitzen und begann zu lesen.

 

Dann hörte ich dieses surrende Geräusch … Sssrrrrrr! Meine Nackenhaare stellten sich auf. Ich sah die Schermaschine in Ankes Hand und während ich „Nicht scheeereeeeennnn!!!!“ in den Raum brüllte, pflügte sie eine etwa 10 cm breite Schneise in das rotgoldene Rückenfell meines Jungen. Anke nahm das Gerät kurz hoch und sah mich verdutzt an.  Sie verstand meine Aufregung nicht und ich verstand nicht, wie sie auf diese total bekloppte Idee kam, nachdem zuvor die Worte „Brust Einkürzen“ und „nicht zu kurz“ gefallen waren. Wo zum Henker lag da das Missverständnis? Der Fachausdruck „Retriever-Cut“ war offenbar frei interpretierbar, genauso wie der Begriff „Fachkraft“.

 

Zeiten des Aufruhrs

(Drama 2008; Leonardo DiCaprio)

 

Hinter mir gab meine Tochter ein paar Japser von sich, Tränen kullerten über ihre Wangen. „Mama“, sagte sie vorwurfsvoll, „das sollte doch so nicht, oder?“ „Ne, so nicht“, antwortete ich. Ich starrte fassungslos auf die Lücke auf dem Rücken meines Hundes. In dieser Schneise hätten meine Mädchen ganz bequem ihre Playmobil-Flugzeuge landen lassen können. Mir fiel nicht mal ansatzweise ein, wie ich das zuhause plausibel erklären sollte.

Ich stotterte: „Wir haben nicht aufgepasst … das hätten … das Du hast Du doch auch nicht gesehen, oder …“

Meine Tochter, die sich inzwischen ganz offensichtlich gefangen hatte, antwortete in sehr aufgeräumten Ton: „Du bist hier die Erwachsene. Du hättest das verhindern müssen. Ich muss mich nur erschrecken.“ Touchè, da hatte sie natürlich recht, die liebe Kleine.

Finley blieb bei der ganzen Sache erstaunlich ruhig. Für ihn schien das Ganze ein Riesenspass zu sein. Er hatte aber auch keine Augen am Hinterkopf und konnte den Schaden nicht sehen.

 

There will be Blood

(Fiktiondrama 2007; Daniel Day-Lewis)

 

Anke hatte offenbar immer noch nicht verstanden, dass sie Mist gebaut hatte und redete auf mich ein. In meinem Kopf begann es zu rauschen, ich nahm nur Wortfetzen wahr, sie redete und redete – wenn sie doch nur endlich mal den Mund halten würde. Ich merkte, wie in mir langsam aber stetig die Wut hochkochte. Mein inneres Ooohhmmm!!! meldete sich gerade noch rechtzeitig, bevor der Siedepunkt erreicht war: „Gaaanz ruhig, Birgit. Atme durch, das Fell wächst nach. Und jetzt, pack zusammen und nix wie weg da!“ Also atmete ich durch und tat – fast – wozu mein inneres Ooohhmmm!!! mir gerade geraten hatte.

„Anke, pass mal gut auf“, leitete ich das folgende ein. „Ich weiß ja nicht mit wem Du auf diesen Ausstellungen gesprochen hast. Golden-Retriever-Züchter können es jedenfalls nicht gewesen sein. Ein Golden wird NIEMALS geschoren, wenn dafür keine medizinischen Gründe vorliegen. Das zerstört die Fellstruktur. Ein Golden braucht sein Unterfell. Im Winter wärmt es, und im Sommer kühlt es. DAS solltest Du als Profi MINDESTENS wissen.“

Anke wollte gerade darauf antworten, doch ich bedeutete ihr mit einer Geste dass sie schweigen sollte. Ich war in Fahrt: „Wir brechen das jetzt hier ab. Du hast mir vorhin offensichtlich nicht zugehört. Für so einen Murcks zahle ich keinen Cent, damit das schon mal klar ist!“ Daraufhin nahm ich mir, ohne eine Entgegnung abzuwarten, meinen Hund und mein Kind und rauschte in unserem Kombi vom Hof als wäre der Leibhaftige hinter uns her.

 

Was vom Tage übrig blieb

(Drama 1993; Emma Thompson)

 

Ein schlechtes Gewissen, weil ich den Laden ohne zu Bezahlen verlassen hatte, hatte ich nicht. Anke hat deswegen auch nie versucht Kontakt mit mir aufzunehmen. Wie hätte sie das auf der Rechnung auch formulieren sollen? Einmal Rückentabularasa … oder, einmal Flugschneisen-Undercut … oder, einmal Ridgeparadox …?

Zuhause angekommen, fielen meine kleine Bewährungshelferin und ich aufs Sofa. Müde und erschöpft betrachteten wir unseren Hund. Finley lag unbeeindruckt und friedlich eingekuschelt auf seinem Lieblingssessel. Und während ich ihn betrachtete und mir überlegte, wie ich den Schaden am besten kaschieren könnte, sah ich vor meinem geistigen Auge, wie kleine Playmobil-Flugzeuge auf seinem Rücken starteten und landeten, starteten und landeten …..

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Facebook, Freundschaftsanfragen, Spendenaufrufe und andere Tierschützer

Ach, ich merk es! Wehe! wehe!

(aus Goethes Zauberlehrling)

 

 

 

 

Mir drückt was auf der Seele, irgendwas läuft schief im Staate Dänemark … ähm, auf meinem Facebook-Account.

Wenn man einen Hundeblog betreibt wie ich, ist man regelmäßig in den Sozialen Medien präsent. Denn schließlich habe ich ja auch ein Interesse daran, dass meine Geschichten von möglichst vielen Lesern gesehen werden. Facebook ist eines dieser sozialen Medien auf dessen Spielwiese ich mich deswegen fast täglich tummele.

 

Die ich rief, die Geister, werd ich nun nicht los.

(aus Goethes Zauberlehrling)

 

Die Dynamiken auf Facebook folgen ihren eigenen Gesetzen. Und immer dann, wenn ich denke ich wüsste jetzt wie der Hase läuft, ändert Facebook die Algorithmen oder seine Firmenpolitik. Die Dynamiken ändern sich dann, zuerst zögerlich, dann rasant. Im Moment komme ich mir vor wie Goethes Zauberlehrling. Die Geister, die ich rief, überfluten mich.

Ich bekomme auf Facebook in letzter Zeit sehr viele neue Freundschaftsanfragen. Im Schnitt sind es 10 bis 20 neue Anfragen pro Tag. Nach einer längeren Dürrezeit empfinde ich das als viel. Per se ist das erst einmal sehr erfreulich. Dennoch macht es mir auch Probleme, weil auch die Bots und Spams dazulernen und zunehmend „anfragen“. Neue Spams werben für sich mit Hundefotos und angeblich „gemeinsamen Freunden“.

 

Immer neue Güsse bringt er schnell herein,
Ach! und hundert Flüsse stürzen auf mich ein.

(aus Goethes Zauberlehrling)

 

Ruft man diese Profile auf, kann man aus den dort zur Verfügung stehenden Informationen nicht erschließen mit wem man es zu tun hat. Dazu müsste ich diese Freundschaftsanfragen annehmen. Was ich im Übrigen anfangs auch ganz blauäugig getan habe. Kaum hatte ich das getan, begann ein regelrechtes Spendenaufruf-Flooding. Könnte man sich im Internet vor dieser Überflutung durch das Verlegen von Sandsäcken schützen – ich hätte es getan.

 

Proportional zu den Zahlen der Freundschaftsanfragen wächst also auch die Zahl der Aufforderungen bestimmte Seiten zu liken, Petitionen zu unterschreiben oder zu spenden. Oftmals sind diese Seiten gefaked oder dienen vor allem nur der Reichweitengenerierung für Spendenaufrufe. Mit meinem Profil, meiner Einstellung zu Hunden oder meinem Blog haben sie herzlich wenig zu tun. Das könnte ich aber in der Regel erst feststellen, wenn ich diese Seiten liken würde. Das ist zeitaufwendig und auch extrem ärgerlich.

 

Nein, nicht länger kann ichs lassen;
will ihn fassen.
Das ist Tücke!

(aus Goethes Zauberlehrling)

 

Also muss ich mir etwas ausdenken, diese Freundschafts-Fallen, so empfinde ich diese Anfragen, zu umgehen. Ich muss die Dynamiken neu kennenlernen und einen Weg finden wie ich neue Freundschaften, an denen ich durchaus interessiert bin, von den Fakes unterscheiden kann. Besonders schwierig ist das für mich im Hundebereich, denn Hundefotos sind schnell heruntergeladen und ein real anmutendes Profil ist schnell erstellt.

In einer besseren, virtuellen Welt würde ich nur Anfragen von Menschen bekommen, die wirkliches Interesse an meinen Geschichten hätten. Ich würde nur Anfragen bekommen, von Menschen, die sich wirklich für meine Themen in- und außerhalb der Hundewelt interessierten. Leider sind die meisten Anfragen in der virtuellen Realität zielgerichteter. Eine ganz besondere Unart ist es geworden, dass man ungefragt zu irgendwelchen Gruppen hinzugefügt wird oder ungefragt markiert wird, zum Beispiel bei Spendenaufrufen. Mich stört das insbesondere im Bereich des Tierschutzes. So entsteht einfach ein falsches Bild von meinem Engagement.

 

Ach! nun wird mir immer bänger!
Welche Miene! welche Blicke!

(aus Goethes Zauberlehrling)

 

Vorab möchte ich klarstellen, dass ich natürlich weiß, dass es unzählige Tierschutzorganisationen gibt, die seriös arbeiten. Ihre zum größten Teil ehrenamtlich arbeitenden Helfer haben meinen Respekt. Ihre Arbeit ist gut und wichtig. Von Ihnen schreibe ich hier aber nicht.

Sicherlich werde ich mir mit diesem Artikel trotzdem den Zorn einiger Tierschützer zuziehen. Dennoch erlaube ich mir an dieser Stelle einmal Kritik. Die Vorgehensweise einiger Tierschutzgruppen, die ich in den letzten Tagen auf Facebook zwangsläufig kennenlernen „durfte“, kann man nur als unerträglich manipulativ, ihr Auftreten als erschreckend aggressiv bezeichnen. Die Botschaft ist klar: Wenn Du nicht spendest, bist Du ein schlechter Mensch. Und da sind manche Tierschützer gar nicht zimperlich im Umgang mit Menschen. Wer nicht mitzieht oder eine andere Meinung oder gar Kritik äußert,  wird oft als Verbrecher beschimpft, als wertlos dargestellt. Oft gipfeln diese Hasstiraden in Äußerungen wie, „man würde diesen Menschen keine Träne nachweinen, würden lachend und applaudierend zusehen, wenn sie elendig in einer Gasse verreckten…“.

 

Wehe! wehe! Beide Teile stehn in Eile
schon als Knechte völlig fertig in die Höhe!

(aus Goethes Zauberlehrling)

 

Eine dieser Organisationen hat mich, immer wieder durch ein anderes Mitglied, an einem einzigen Tag bei 12 Spendenaufrufen markiert. Das empfinde ich als bedrängend und nötigend. Man hat mitzumachen. Ich finde allerdings – nein, ich muss gar nichts, wenn es nicht meiner Überzeugung entspricht und wenn ich mich schon woanders engagiert habe. Meine Entscheidung!

Ich werde mir in nächster Zeit die Mühe machen, anhand der einzelnen Posts von Personen aus meiner Freundesliste herauszubekommen, wer meine FB-Freundschaft nur deshalb wollte, um mich für Spendenaufrufe zu markieren oder mich ungefragt irgendwelchen Tierschutzgruppen hinzuzufügen. Diese Connections werde ich kappen. Das möchte ich so nicht.

 

Ein verruchter Besen, der nicht hören will!

(aus Goethes Zauberlehrling)

 

Insbesondere verspüre ich überhaupt keine Bereitschaft mit Tierschützern zusammenzuarbeiten, die pauschal angeben, sie würden Menschen verachten oder Menschen seien ihnen zuwider. Wenn man in seiner Tätigkeit an einen solchen Punkt kommt, sollte man mal eine Pause einlegen, dann hat man die Bodenhaftung verloren.

Bei einem solchen Distanzverlust, sei er nun nachvollziehbar oder nicht, kann man keinen verantwortungsvollen Tierschutz mehr leisten. Zumindest müssen sich diese Tierschützer einmal fragen lassen, an wen sie ihre Tiere dann überhaupt noch vermitteln wollen.
Zu guter verantwortungsvoller Arbeit gehört bei vielen Berufen und ehrenamtlichen Tätigkeiten immer eine gesunde Distanz. Das gilt für Tierschützer genauso, wie für Polizisten, Krankenschwestern, Juristen oder Journalisten. Diese Distanz gibt einem die Fähigkeit auszuhalten was schief läuft und zu erkennen was möglich ist und was nicht.

 

Wie ich mich nur auf dich werfe, gleich, o Kobold, liegst du nieder

(aus Goethes Zauberlehrling)

 

Bitte habt Verständnis, dass ich in Zukunft anders mit Freundschaftsanfragen verfahren werde.

Zukünftig werde ich keine Freundschaftsfragen mehr annehmen, wenn ich aus dem Profil nicht ersehen kann, mit wem ich es zu tun habe. Ich weiß, wir gehen alle sehr vorsichtig mit unseren Daten um und das ist gut so. Meiner Meinung nach sollte man der FB-Gemeinschaft jedoch ein Gerüst von überprüfbaren Informationen zur Verfügung stellen. Wer es ernst meint, sollte zumindest die URL seiner Website zugänglich machen, damit man eine Möglichkeit hat zu sehen, dass man es mit einem realen Menschen zu tun hat.

 

Stock, der du gewesen, steh doch wieder still!

(aus Goethes Zauberlehrling)

 

Ja, ich bin engagiert im Tierschutz. Allerdings ist es mir, nur weil ich Hunde liebe, nicht egal in welchen Gruppen ich Mitglied bin. Ich suche mir das nach einer eingehenden Prüfung, gerne selber aus. Also seht bitte in Zukunft davon ab, mich ungefragt irgendwelchen Tierschutzgruppen hinzuzufügen. Ich möchte auch in Zukunft nicht ungefragt bei Spendenaufrufen markiert werden. Ob und für welche Oganisationen ich zu Spenden aufrufe, entscheide ich und sonst niemand. Fälschlicherweise entsteht sonst nämlich der Eindruck, ich stünde mit meinem Engagement hinter dieser Organisation. Tierschutzseiten, die mich weiterhin ungefragt markieren, werde ich entliken und melden. Das gilt natürlich nicht für Einladungen, die schaue ich mir gerne an und entscheide dann.

 

In die Ecke, Besen, Besen!
Seids gewesen.

(aus Goethes Zauberlehrling)

 

Bei Tierschutzseiten, die in einer Sprache abgefasst sind, die ich nicht spreche, bin ich raus. Taucht mein Name da auf, könnt Ihr davon ausgehen, dass ich entweder nichts davon weiß oder dass man mich gegen meinen Willen hinzugefügt hat. Dazu gehören Seiten auf Rumänisch, Russisch, Thailändisch und überwiegend allen anderen slawischen und asiatischen Sprachen. Das bedeutet nicht, dass diese Menschen keinen guten Tierschutz betreiben. Das kann ich nicht beurteilen. Und da liegt die Krux in der Sache. Wenn ich mich engagiere, dann verstehe ich gerne, was vor sich geht und da ich diese Sprachen nun einmal nicht spreche, ist das nicht gewährleistet.

 

Ich engagiere mich vorwiegend im Inlandstierschutz und verlasse mich, was den Auslandstierschutz betrifft, vorwiegend auf einen eingeschränkten Personenkreis mit guten, persönlichen Kontakten in das entsprechende Land. Diese Menschen sind mir persönlich bekannt und haben in den letzten Jahren bewiesen, dass man ihnen trauen kann. Und wegen diverser, fehlgeleiteter Anfragen in letzter Zeit sage ich ganz deutlich: ICH SELBER VERMITTLE KEINE HUNDE! Ich berichte darüber oder zeige mal einen Hund, den andere vermitteln.

 

Und nun kann ich hoffen, und ich atme frei!

(aus Goethes Zauberlehrling)

 

Ich hoffe, dass es mir so leichter fallen wird, die echten Account aus den Gefakten herauszusieben. Aus juristischen Gründen habe ich in diesem Artikel bewusst darauf verzichtet, Namen der einzelnen Tierschutzorgas zu benennen. Ich werde sie auch per PN nicht preisgeben. 😉 Denn wie schon oben erwähnt, ich kann über die Qualität ihrer Arbeit nicht urteilen.

 

 

 

 

 

Frau Nörgel, ein Blümchenpyjama und ein Fitnessguru

Finleys Unterhaltungsprogramm zum Wochenende

 

 

 

Die Stille genießen – nicht bei uns

 

Manchmal gehen Finley und ich auch am Samstag ganz früh raus. Um 6.30 Uhr liegt unsere Siedlung noch im Tiefschlaf. Wenn wir dann schläfrig durch unseren Garten gehen, herrscht eine ganz ruhige, friedliche Stimmung. Das sonst eher leise Quietschen unserer Gartenpforte erscheint dann plötzlich störend laut.

Doch dieses Mal wurde die Stille von einem anderen Geräusch unterbrochen. „Aaaaahhhh….“, dröhnte es über den Bonanza-Zaun. Finley und ich zuckten zusammen. Das war nicht unsere Pforte gewesen, nein das Stöhnen kam eindeutig aus dem geöffneten Panoramafenster meiner Nachbarin Frau Nörgel. Die Gardinen waren zurückgezogen und die Laute, die in den jungfräulichen Morgenhimmel entwichen, hörten sich sehr gequält an.

Frau Nörgel, für diejenigen, die sie noch nicht kennen, ist meine Nachbarin und meine persönliche Vorstadt-Nemisis. Sie hat uns alle, insbesondere mich, unter Wind und ist sofort am Zaun, wenn ihrer Meinung nach, etwas aus dem Ruder läuft in unserer Siedlung. Dabei ist es ihr total gleichgültig, ob sie die Geschehnisse etwas angehen oder nicht. Weitere Geschichten, in denen Frau Nörgel eine Rolle spielt, findet ihr am Ende dieses Artikels.

 

Ein ganz besonderes Panorama am Fenster der Nachbarin

 

Doch zurück zum Samstagmorgen. Finley tappelte unruhig auf seinen Pfoten hin und her. „Fiiiebwer, Seufzwas, Grummelwohin, sollichhelfennnn …“, schnaubte er verwirrt. Er überlegte wohl kurz, ob er versuchen sollte, mit einem großen Satz durch Frau Nörgels Fenster zu springen. „Warte mal kurz, mein Dicker“, sagte ich, „ich schau mal nach, was da los ist.“ Langsam schlich ich mich an das nörgelsche Panoramafenster heran und wagte einen scheuen Blick ins Wohnzimmer.

 

Eightys-Revival im Wohnzimmer

 

Wow! Was ich dort erblickte, machte mich sprachlos. Ich hatte alle Mühe ein Kichern zu unterdrücken. Frau Nörgel kniete vor ihrem Fernseher und war in das Morgenprogramm eines Lokalsenders vertieft. Ich sah einen Mann in Boxershorts, Muscle Shirt, weißen Socken und Sportschuhen. Fokuhila-Frisur und Stirnband deuteten darauf hin, dass es sich um eine etwas ältere Sendung handelte. „Hacke, Spitze, Hacke, Spitze“, skandierte der Mann. Hinter ihm hüpften vier stark geschminkte, blond gelockte Damen in pinkfarbenen Sportklamotten auf und ab.

 

Fitness in den Achtzigern – einfach gnadenlos

 

„Ja-das-soll-wehtun, das-soll-ziehen-und-brennen…“, feuerte Fokuhila-Joey seine Mädels und meine Frau Nörgel an. Offenbar war der Mann sadistisch veranlagt, anders konnte ich mir seine Worte nicht erklären. Wie wäre es denn mal mit, „hey, das soll Euch Spaß machen“ und „passt auf, dass Ihr nicht kollabiert“? Frau Nörgels Gesichtsfarbe hatte inzwischen ein strahlendes Pflaumenblau angenommen und auch bei den blonden Schönheiten im TV konnte das perfekte Achtziger-Jahre-Make Up nicht mehr darüber hinwegtäuschen, dass ihre Körper komplett übersäuert waren. Das alles kommentierte der gnadenlose Fitness-Frontman mit einem lapidaren: „Tja, meine Damen – von nichts kommt nichts.“

 

Cool down, Atemtechniken, alles gut

aber beim Outfit ist noch Luft nach oben

 

Immer zuerst an das Gute im Menschen glaubend, ging ich erst einmal davon aus, dass es sich hier tatsächlich nur um Frühsport handelte, so wie man das in den achtziger Jahren eben gemacht hatte. Jetzt erst bemerkte ich Frau Nörgels Outfit – einen hellblauen Blümchenpyjama, Model „Stretch 2006, Frühlingsfrische rund ums Jahr“.

Ich lehnte mich kurz an Frau Nörgels weiß gestrichene Hauswand atmete durch und versuchte mit aller Kraft nicht los zu prusten. Aus dem Fenster drang psychedelische Musik. Es ging einfach nicht anders, ich musste noch einen Blick riskieren. Der Marquis de Sade der Fitnesswelt war offenbar am Ende seines Trainings angelangt. Er versuchte nun, den Puls seiner Probandinnen mit ein paar gezielten Atemübungen, wieder auf ein Normalmaß zurückzubringen.  „Aaatmeeet in Eure Mitte, in den Bauch, durch die Beine, iiin Eure Füße hinein“, umschmeichelte seine Stimme die völlig ausgelaugten Frauen.

 

Obidience für Vorstadtrentner

 

Frau Nörgel war hochkonzentriert, sog mit aller Kraft, Luft in Ihre Lungen hinein und wartete auf weitere Anweisungen vom Fokuhila-Joey. So aufgebläht, bemüht den eingeatmeten Sauerstoff, den Anweisungen gemäß in ihre Füße zu pumpen, stand sie da und wartete und wartete und wartete …
Ich fing langsam an mir Sorgen zu machen, meine Nachbarin wirkte nicht sehr entspannt, eher verkrampft.

Endlich hatte der Fitnessmensch ein Einsehen und erlöste die arme Frau, kurz bevor sie explodieren würde: „Jetzt klappen wir zusammen und stoßen die ganze Luft in unserem Körper nach draußen.“

Frau Nörgel, gehorchte ohne zu zögern. Blitzschnell kippte sie nach vorne. Dabei streckte sie ihren geblümten Allerwertesten in voller Pracht Richtung Panoramafenster. Obidience für Vorstadtrentner, bei dem Tempo war Frau Nögel sicherlich eine heiße Anwärterin auf den Meistertitel. Sie atmete schwer, stöhnte und seufzte herzzerreißend und wiederholte den ganzen Vorgang mehrere Male.

 

Finley will Genugtuung

 

Finley stupst mich an: „Los sag‘ schon, was ist da los?“ Geduld war ja noch nie seine Stärke. „Also, Frau Nörgel steht im Blümchenpyjama vor dem Fernseher und streckt den Hintern zum Fenster raus“, fasste ich das Geschehen, nicht ganz detailgetreu, für meinen Rüden zusammen.

Finley verzog das Gesicht. Dann sagte er entrüstet: „Na die ist gut. Bei jedem Haufen, den ich in Sichtweite absetze, flippt sie total aus und jetzt streckt sie uns ihren Popo entgegen?“ Und weiter: „Das ist doch eindeutig unerwünschtes Verhalten, Birgit. Das sollten wir nicht positiv verstärken!“

 

Ich will ja nur ihr Bestes…

 

Ich dachte kurz nach. Ich hätte jetzt leise abtreten können. Hätte ein paar Restbestände Empathie zusammenkratzen können und still wie ein Mäuschen in meinem Bau verschwinden und mein Blümchentrauma mit einem heißen Kaffee herunterspülen können. Tja, was soll ich sagen … es ging einfach nicht. Finley hatte es auf den Punkt gebracht. Nach allem, was wir mit Frau Nörgel schon erlebt hatten, war es da nicht unsere Verpflichtung, sie nicht einfach diesem Folterknecht der Aerobic-Szene zu überlassen? *Unschuldsaugenaufschlag

 

Frau Nörgel, ich bin für Sie da …

 

Leise, ganz leise habe ich mich zurück zu Frau Nörgels Panoramafenster geschlichen, ihren geblümten Hintern fest im Blick. Dann habe ich wirklich alles, was ich an Theatralik und Pathos in mir finden konnte, in meine Stimme gelegt und entsetzt gerufen: „Frau Nörgel, brauchen Sie Hilfe, ist ihnen schlecht? … Kann mir jemand helfen – Frau Nörgel ist zusammengeklappt! Mein Gott, Sie röcheln ja …“

Frau Nörgel schoss hoch wie ein vom Bogen geschossener Pfeil. Der Kopf dunkelrot angelaufen, die Mireille-Matthieu-Frisur derangiert, blickte sie sie mir panisch ins Gesicht. „Pssschhhhttt“, machte Frau Nörgel und ruderte dabei mit den Armen, „leise … nein alles … ich mache doch nur … also Frühsport mit dem WDR … das ist für die Fitness … trotzdem danke … äh, wie nett … ähäm, ja dann mache ich mal … ich war ohnehin fertig …“

„Na Gottseidank, dann ist ja alles gut“, sagte ich mit Unschuldsblick. Dann ließ ich meinen Blick zum Abschied noch einmal genüsslich über Frau Nörgels Blümchen-Alptraum gleiten und verabschiedete mich formvollendet.

 

„Oh, what a beautiful mornin‘, oh what a beautiful day
I got a beautiful feelin‘ everything’s goin‘ my way …“

(Frank Sinatra)

 

„Es gibt Samstage, die könnten nicht besser beginnen, was Finley“, sagte ich lächelnd zu meinem Dicken.

„Hihihiii … das kann man wohl sagen. Manchmal ist das Leben doch gerecht“, antwortete mein Schlingel und pieselte gegen Frau Nörgels Rhododendron. Dann gingen wir Zwei fröhlich in den Wald und atmeten ganz tief in unsere Mitte, in den Bauch, durch die Beine, in unsere Pfoten … äh, Füße hinein …

 

Mehr von Frau Nörgel, findet Ihr hier:

 

Wenn Ihr meine Nachbarin Frau Nörgel genauso gern mögt, wie ich, dann findet Ihr unter den folgenden Links weiteren Lesestoff. Einfach auf die Überschriften klicken und Ihr landet beim Artikel.

Booombangebang – Silvestergeschichten aus der Vorstadt

Danke Frau Nörgel oder wie Finley zu seinem Namen kam

 

 

feingemacht – So fühlt sich der Hund wohl in seiner Haut

Der große Ratgeber für die richtige Fellpflege

 

 

 

 

Hundefriseur – keine gesetzlich geschützte Berufsbezeichnung

 

Was mir beim Lesen dieses Buches als Erstes aufgefallen war, ist, dass die Autorin Ihren Beruf als Hundefriseurin leidenschaftlich liebt. Was dann während des Lesens immer klarer wurde, ist wie komplex, vielschichtig und interessant dieser Beruf sein kann, wenn man ihn richtig machen möchte.

Der Beruf des Hundefriseurs ist in Deutschland leider nicht geschützt. Es gibt keine bundesweit organisierten Ausbildungsgänge und Prüfungsverfahren. Das macht es uns Hundehaltern schwer, jemanden zu finden, der gut qualifiziert ist. Wie sollen wir erkennen, ob der Hundefriseur vor Ort die verschiedenen Fellstrukturen der einzelnen Hunderassen kennt. Wie können wir erkennen, ob Der/Diejenige wirklich weiß, welchen Hund man zupft, schneidet oder trimmt?

 

Ausführlicher Ratgeber für die Hundepflege

 

Das Beste wäre meiner Meinung nach, dass wir uns selber etwas näher mit dem Fell unseres Lieblings beschäftigen. Wir müssen ja nicht gleich eine Ausbildung zum Hundefriseur machen aber was das Fell unseres eigenen Hundes betrifft, da sollten wir uns auskennen. Und dabei hilft uns dieses Buch von Franziska Knabenreich-Kratz ein ganzes Stück weiter.

Franziska erklärt uns, was die einzelnen Felltypen ausmacht und davon gibt es mehr als ich gedacht hatte, nämlich 11 Grundtypen. Sie schildert, worauf wir bei der Pflege dieser verschiedenen Felltypen achten müssen und gibt Beispiele dafür, welche Rassen welchem Felltypus zuzuordnen sind.

 

Gute Fellpflege beginnt zuhause

 

Finley zum Beispiel, gehört als Golden Retriever zu den Hunden, deren Fell man „Combination Coated“ nennt. Das bedeutet er hat einen Mix aus langem und kurzem Fell mit Unterwolle. Er braucht, wem sagst Du das *seufz, weil sein Fell sonst verfilzen kann, etwas mehr Pflege und muss deshalb öfter durchgekämmt werden als Hunde mit anderem Felltypus.

Franziska beschreibt zu jeder der einzelnen Fellarten, worauf wir selber bei der täglichen Pflege achten müssen und gibt Tipps, welche Bürsten, Kämme und andere Geräte wir dazu benutzen können. Denn, und das sagt sie sehr deutlich, gute Fellpflege beginnt zuhause. Hundehalter und Hundefriseur müssen zusammenarbeiten. Ein Friseurbesuch alle drei Monate, reicht nicht aus, wenn wir Hundebesitzer zuhause unsere Hausaufgaben nicht machen.

 

Figaro-Qualitäten habe ich nicht aber es wird…

 

Ich hatte Euch ja neulich schon erzählt, dass Finley anfangs nicht so begeistert war, als ich ihm die Haare schneiden wollte. Die ganze Geschichte findet Ihr HIER. An dieser Stelle entschuldige ich mich vorsorglich bei Franziska für die nicht fachgerechte Anwendung der Worte „Trimmen“ und „Schneiden“ in dem Beitrag. Das war dem kreativen Schreiben geschuldet 😉 .

Mittlerweile haben Finley und ich einen guten Weg gefunden – wir arbeiten in Etappen und ich habe mir im Fachhandel ein paar gute Scheren und anderes Zubehör geleistet. Jetzt ziept es auch nicht mehr so viel, wenn ich mich an seinem Fell zu schaffen mache.

 

Grenzerfahrungen bei unserer Vorstadt-Hundefriseurin

 

Bis es soweit war, hatten wir aber noch manches Tal zu durchwandern und in einem dieser Täler wohnte unsere örtliche Hundefriseurin. Der Besuch bei ihr war … äh, ja … grenzwertig. In einem meiner nächsten Blogbeiträge erzähle ich Euch mal, warum mir beim Anblick einer Schermaschine der kalte Schweiß ausbricht, dass der Begriff „Retriever Cut“ offenbar äußerst dehnbar ist und warum Finley und ich danach nie mehr beim Hundefriseur waren.

 

Bitte keine Sommerschur

 

Das Abscheren von Hunden – keine Angst Finley war nach unserem Friseurbesuch nicht ganz nackt – ist meiner Meinung nach nur im äußersten Notfall gerechtfertigt und wenn ich Franziska in Ihrem Buch richtig verstanden habe, sieht sie das auch so. Sie hat dem Thema ein ganzes Kapitel gewidmet und erklärt sehr anschaulich, was das Abscheren bei der Fellstruktur unserer Hunde anrichten kann. Glaubt mir, das wollen wir nicht!

 

Kritischer Blick auf die Hundefriseur-Gilde

 

Franziska macht keinen Hehl daraus, dass einige ihrer Berufskollegen das nicht so eng sehen. Überhaupt finde ich es sehr erfrischend, dass sie in der Lage ist, auch Ihren eigenen Berufstand aufs Korn zu nehmen. Sie spart da nicht mit Kritik, manchmal humorvoll aber manchmal auch ernst. Denn in erster Linie geht es Ihr um das Wohl unserer Hunde. Der Leser findet auch zu diesem Thema Tipps, worauf er zu achten hat, wenn er seinen Hundefriseur aussucht – hätte ich DAS mal vor ein paar Jahren gewusst.

 

Tenside, Sodium und andere Chemikalien

 

Zum Ende des Buches beschäftigt sich Franziska mit den Inhaltsstoffen von Hundeshampoos und anderen Hunde-Kosmetik-Produkten, die es zurzeit gibt. Ich kann Euch nur empfehlen Euch diese Kapitel ganz genau durchzulesen. Offenbar unterliegen Hundeprodukte nicht der Deklarationspflicht und haben auch sonst weniger Tests zu durchlaufen, als die entsprechenden Produkte für Menschen. Lasst Euch von den chemischen und biologischen Fachbezeichnungen nicht abschrecken. Ich war entsetzt über die Ergebnisse, die Franziskas Recherchen ergeben haben.

 

Lexikon für Inhaltsstoffe

 

Damit der Leser sich zukünftig besser zurechtfindet, beim Einkauf von Hundeshampoos, hat Franziska eine Art Inhaltsstoff-Lexikon beigefügt. Sehr übersichtlich und gut zu verstehen. Das nenne ich mal guten Service am Leser. Auf mich hat gerade dieser Teil des Buches sehr motivierend gewirkt, zukünftig etwas mehr Wert auf gesunde Inhaltsstoffe in unserem Hundeshampoo zu achten. Ich habe unseres sofort entsorgt.

 

Fazit zum Buch:

 

Unbedingte Leseempfehlung! „feingemacht“ ist eine gelungene Mischung aus Sachbuch und Unterhaltungslektüre. Außerdem empfinde ich das Buch persönlich als Motivationsverstärker. Ich werde mir in Zukunft vor den Regalen mehr Zeit dafür nehmen, die Angaben über die Inhaltsstoffe des Produktes durchzulesen. Biologisch unbedenkliche Produkte sind gut für uns Menschen und für unsere Hunde sollten wir genauso gut sorgen. Für mich heißt das, dass ich mal nachhaken werde, wenn die Inhaltsstoffe eines Produktes nicht klar ausgewiesen sind. Bekomme ich dann keine zufriedenstellende Auskunft, wird dieses Produkt eben nicht gekauft – Punkt!

 

Das Buch „feingemacht“ hat mir gezeigt, wie es Spaß machen kann, sich mit dem Fell meines Hundes zu beschäftigen. Der Autorin Franziska Knabenreich-Kratz ist es gelungen, Fachkenntnis in eine lockere, unterhaltsame Schreibe zu kleiden, ohne dabei die Ernsthaftigkeit ihres Anliegens in Frage zu stellen. Wenn Ihr mehr über Franziska wissen wollt, dann lest Euch doch noch das Interview durch, dass wir geführt haben. Franziskas eigener Blog heißt übrigens auch „feingemacht“. Klickt einfach auf den Namen und Ihr landet auf ihrer Seite. Ich gehe jetzt mal die Hundebürste holen …

 

 

Kurzinterview mit Franziska Knabenreich-Kratz

 

Goodfellows: Was bedeutet das Wort Schicksal für Dich?

Franziska Knabenreich-Kratz: Ich glaube nicht an Schicksal in dem Sinne. Ich glaube aber daran, dass alles im Leben einen Sinn hat. Jede noch so tiefe Krise entpuppt sich im Nachhinein als etwas Gutes. All unsere Entscheidungen führen uns durch das Leben. Nichts passiert zufällig, sondern ist unterbewusst von uns so gesteuert.

 

 

Goodfellows: Wenn Du morgens aufwachst und Deinen Hund siehst, was ist Dein erster Gedanke?

Franziska Knabenreich-Kratz: Mein erster Gedanke ist, wie lange meine Hunde wohl noch bei mir sind. Mein Mops ist schon 14 Jahre und Dackel Hildi auch schon 11. Sie sind beide so treue Wegbegleiter. Sie treiben mich manchmal zur Weißglut, aber geben mir auch viel Freude.

 

Goodfellows: Wenn Zeitreisen möglich wären, wohin würdest Du gerne reisen?

Franziska Knabenreich-Kratz: Das ist eine sehr gute Frage. Vermutlich würde ich zu allen großen Ereignissen, die die Menschheit geprägt haben, reisen wollen. Erster Mann auf dem Mond, die Erfindung des Stroms und Lichts, die Erfindung des Autos, wilde Parties der 20iger, Woodstock, das legendäre Live Aid Konzert mit Queen etc. Ich würde Konzerte von den Beatles, Nirvana, Janis Choplin, Micheal Jackson und vielen mehr besuchen. Ich würde mich durch die ganze Welt essen, von Frankreich bis nach Asien. Ich wäre dabei, wenn eine Rakete ins All geschossen wird und ich würde auch voll gerne mal einen Dinosaurier sehen wollen. 😊

 

Goodfellows: Gibt es ein bestimmtes Abenteuer, dass Du auf jeden Fall einmal erleben möchtest?

Franziska Knabenreich-Kratz: Mein großer Traum ist es mal auf einer Ranch zu arbeiten. Cow-working machen, wie ein echtes Cowgirl. Diesen Traum erfülle ich mir dieses Jahr und bin schon sehr aufgeregt. Yiiiiehaaaaaaaaaaa

 

Goodfellows: Beschreibe uns Deinen perfekten Tag.

Franziska Knabenreich-Kratz: Ich wache neben meinem Mann auf, wir gehen dann mit den Hunden spazieren und frühstücken danach lecker. Dann arbeiten wir etwas an unserer Franchise-Firma und entwickeln neue Ideen. Dann trinken wir Kaffee und essen ein Stück Kuchen. Danach gehe ich zu meinem Pferd und abends kochen wir zusammen.

 

Goodfellows: Danke Franziska, für die phantasievollen und interessanten Antworten – sag‘ Bescheid, wenn Du auf Dinosaurier-Suche gehst, da wäre ich gerne dabei 😉 .

 

Wer ist Franziska Knabenreich-Kratz

 

Franziska Knabenreich-Kratz wurde in Halle an der Saale geboren. Dort wuchs sie mit zwei Brüdern im Grünen und mit vielen Tieren auf. Heute lebt sie mit ihren beiden Hunden und ihrem Ehemann Christian in Eltville.

Nach ihrem Schulabschluss zog sie nach Wiesbaden und arbeitete dort in einer Werbeagentur.  Sie wechselte bald zur Lufthansa und ließ sich dort zur Check-In-Agentin ausbilden. Dort arbeitete sie 12 Jahre lang auf dem Frankfurter Flughafen. Im Jahr 2009 kehrte sie in ihre Heimatstadt zurück und kaufte dort ein Weinlokal. Parallel zu ihrem Lufthansa-Job, machte Franziska aus diesem Weinlokal ein individuell gestaltetes Restaurant und einen Onlineshop mit ausgewählten Weinen und Wiskey aus aller Welt. Leider musste sie das direkt an der Saale gelegene Geschäft nach dem Hochwasserereignis Anfang 2011 aufgeben, die entstandenen Schäden waren einfach zu groß.

Franziska hatte schon immer eine starke Affinität zu Hunden. Deshalb wurden sie nach der Geschäftsaufgabe zu ihrer neuen Leidenschaft. Sie erlernte den Beruf der Hundestylistin und führt seit 2015 ihren eigenen Salon „feingemacht“ in Eltville am Rhein. Auf ihrem Blog „feingemacht“ schreibt Franziska Artikel rund um das Thema Hund und Lifestyle.  Sie schreibt in anderen Blogs und Magazinen, als Expertin über Hunde und ihr Fell.

Der TV-Sender Vox gewann Franziska als Protagonistin für die Miniserie „einfach schön“ in der Produktion „hundkatzemaus“, einer Serie, in der sie Hunden aus dem Tierheim eine professionelle Fellpflege zukommen lässt. In „3 Engel für Tiere“ hilft Franziska Familien, den Vierbeiner zu finden, der zu ihnen passt.

 

feingemacht

So fühlt sich der Hund wohl in seiner Haut

Autor: Franziska Knabenreich-Kratz

Verlag: Book on Demands

ISBN: 978 3748 131328

Preis: 19,90 Euro

 

 


 

Dieser Artikel enthält Werbung. Der obenstehende Link ist ein Affiliate-Link zu Amazon. Wenn Ihr Euch entschieden habt, das Buch zu kaufen und den Weg über diesen Link in meinem Blog zu gehen, würde mich das sehr freuen. Euch entstehen dadurch keine Kosten. Ich erhalte dann eine kleine Provision, die ich wieder in die Pflege des Goodfellows Hundeblogs und die Umsetzung neuer Ideen auf meinem Blog, investieren kann.

 

Haushaltshilfe gesucht, den Aqua+ Pet & Family gefunden Vol.1

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Wir testen den THOMAS Aqua+ Pet & Family

 


 

Vor einiger Zeit hatte ich ja über Facebook nach einer Haushaltshilfe gesucht. Mein alter Staubsauger war in Rente gegangen und das zum für uns ungünstigsten Zeitpunkt. Es war Januar und das bedeutete hier in der Hamburger Vorstadt, dass unglaubliche Mengen Wasser vom Himmel geregnet sind und Matsch, Matsch und nochmal Matsch.

 

Matsch und Tierhaare und Matsch und Tierhaare und Matsch und …

 

Finley ist als Golden Retriever ein eher langhaariger Hund. Bei der Fellverteilung im Hundehimmel hat er mindestens viermal laut „hier ich“ gebellt. Der ganze Schnodder verfängt sich da sehr leicht in seiner dichten Wolle.  War mein Hund dann durchgetrocknet und der ganze Schlamm auf den Boden gelandet, war immer eine Etagen-Grundreinigung fällig. Das jedoch gestaltet sich schwierig, wenn der ehemalige Staubsauger seine alten Tage mit einem Cocktail in der Hand am Strand von Barbados genießt.

Gottseidank haben wir einen würdigen Nachfolger für unseren alten Sauger gefunden. Die Firma THOMAS (hier geht es zur Firmenseite) hatte sich auf meinen Hilferuf gemeldet und mir freundlicherweise den Aqua+ Pet & Family zum Testen zur Verfügung gestellt. Dieser Staubsauger wurde speziell für die Bedürfnisse von Tierhaltern entwickelt. Soviel kann ich schon verraten, die Hausarbeit wurde mir durch dieses Gerät sehr viel leichter gemacht.

 

Demnächst hier auf dem Blog:

Der Test für die Sprühsaugfunktion und das feuchte Wischen

 

Mancher Schmutz ist so hartnäckig, dass er sich nur mit Wasser entfernen lässt. In diesen Fällen kann man den Aqua+ Pet & Family mit speziellen Saugaufsätzen versehen und mit ein paar Handgriffen zu einem Nasssauger umrüsten. Mit der Sprühsaugfunktion könnt Ihr selbst hartnäckige Schlieren und Flecken von Euren Böden und Möbeln entfernen und mit dem Gerät anschließend noch feucht durchwischen.

Meine Testberichte zu diesen Funktionen könnt Ihr in einem meiner nächsten Artikel lesen.

 

Heute im Test: Die Trockensaug-Funktion

 

Heute haben wir für Euch das Trockensaugen mit dem Aqua+ Pet & Family getestet. Was mir gut gefallen hat, war dass ich die Saugstärke verändern konnte. Das Gerät verfügt über 1600 Watt Leistungsstärke und eine stufenlose, elektronische Saugkraftregulierung mit ECO-Control. So konnte ich die Saugleistung an den Grad der Verschmutzung und die Art des Untergrundes anpassen. Die Bedienung der Funktion ist einfach über einen am Hauptgerät angebrachten Schalter zu erreichen und durch einen Schieberegler am Saugrohr.

 

Neue Filtertechnik durch den Aquafilter

 

Um den Aqua+ Pet & Family in Betrieb zu nehmen, brauchte ich erst einmal einen Liter Wasser aber dazu komme ich späer noch einmal. Die Firma THOMAS hat ein neuartiges Filtersystem entwickelt, die Aqua+ Technologie. Im Sauger befindet sich ein neu entwickelter Aquafilter. Der Aquafilter besteht aus einem Schmutzwasserbehälter, einem zweiteiligen Filterdeckel und einem Ansaugfilter.

 

 

Was tut die neue Technologie für mich?

 

Vor dem Saugen wird Wasser in den Schmutzwasserfilter eingelassen. Am Filter befinden sich zwei Markierungen, die die Mindestmenge und die maximale Füllmenge markieren. Staubpartikel, Tierhaare die aufgesogen werden, werden im Wasser gebunden. So werden auch unangenehm riechende Geruchsstoffe im Filtersystem aufgefangen und können nicht mehr in die Raumluft entweichen. So verbessert der Filter die Raumluft beim Staubsaugen. Im Gegenzug gibt das Gerät eine leicht befeuchtete Luft in den Raum ab. Ich, als Hausstaub Allergiker, empfand gerade diesen Effekt als sehr angenehm – kein Niesen mehr beim Saugen. Die Firma THOMAS nennt das Frischesaugen.

 

Empfehlung durch die Deutsche Haut- und Allergie e. V.

 

Die Deutsche Haut- und Allergie e. V. hat diesen entscheidenden Vorteil für Allergiker bestätigt und empfiehlt den Aqua+ Pet & Family für Allergiker:

„Der hohe Abscheidegrad von Allergenen im Wasserfilter des Gerätes – eine Leistung, die zudem auch für frischere Raumluft sorgt. Eine Empfehlung, der Sie vertrauen können – wenn Sie auf der Suche nach einem leistungsfähigen Staubsauger sind, der bei Allergien für saubere Luft sorgen kann.“

 

Einfache Handhabung, leichtes Gerät

 

Die Handhabung des Aqua+ Pet & Family ist einfach. Zuerst nimmt man den Aquafilter heraus und befüllt ihn mit Wasser. Dann setzt man ihn wieder ein und schließt die Saugerabdeckung. Hat man vorher den Schlauch und den Saugaufsatz montiert, was schnell und leicht zu bewerkstelligen ist, kann es losgehen.

Wegen des Wassers im Filter, sollte der Sauger immer gerade auf dem Boden stehen. Er lässt sich leicht ziehen und macht jeden Richtungswechsel mit. Ich war begeistert von der Saugleistung, es blieb nichts liegen, auch nicht Finleys Haarbüschel unter dem Sofa. Das erspart mir in Zukunft, jedes Mal das Sofa von der Wand abzurücken. Die Firma THOMAS empfiehlt den Saugvorgang nach jeweils 30 Minuten zu unterbrechen und den Aquafilter zu reinigen. Das würde ich bei starken Verschmutzungen auch so sehen. Bei leichteren Verschmutzungen kann man nach meiner Erfahrung ruhig ein wenig länger saugen.

 

 

Die Filter Reinigung nach dem Saugen

 

Nach dem Saugen muss der Aquafilter jedes Mal gereinigt werden. Dazu nimmt man ihn aus dem Gerät und baut die beiden Deckel von dem Schmutzwasserfilter ab. Das geht ganz einfach und wird in der Bedienungsanleitung anschaulich erklärt. Das schmutzige Wasser kann man in die Toilette schütten. Bei starken Verschmutzungen landet mein Schmutzwasser auf dem Kompost. Die Abdeckungen und der Schmutzwasserbehälter sollten dann gründlich gereinigt werden und vollständig getrocknet sein, bevor man den Aquafilter wieder ins Gerät einsetzt.

 

 

 

 

Den Staubbeutel um die Treppe zu saugen

 

Da der Aqua+ Sauger am Boden stehen muss, wenn der Aquafilter mit Wasser befüllt ist, war es so für mich nicht möglich meine Treppen zu saugen. Das ist in einem Drei-Etagen-Reihenhaus aber unbedingtes Muss. Deshalb war ich froh, dass der Aqua+ Pet & Family Sauger eine wichtige Alternative zu bieten hatte. Der Lieferung lag auch ein Staubbeutel bei, der mit wenigen Handgriffen anstatt des Aquafilters montiert werden konnte. Dank des praktischen Haltegriffes an der Abdeckung des Staubsaugers konnte ich ihn beim Saugen bequem die Stufen hochtragen.

Auch bei dieser Art zu saugen, sind mir keine unangenehmen Gerüche aufgefallen und niesen musste ich auch nicht.

 

Fazit:

Im Ergebnis kann ich sagen, dass ich mit der Trockensaugfunktion des Aqua+ Pet & Family Staubsaugers sehr zufrieden war. Er hat gute Chancen, unserem Cocktail shakenden „Alten“ den Rang abzulaufen. Insbesondere wenn man Hunde oder Katzen im Haus hat, leistet der Aqua+ Pet & Family gute Dienste.

Ich konnte ihn leicht mit einer Hand die Treppen hochtragen und mit der anderen Hand die Stufen absaugen. Die Wartung gestaltet sich anders als bei herkömmlichen Saugern. Nachdem ich das zwei-, dreimal gemacht hatte, waren das nur noch Routinegriffe für mich, die ich schnell erledigt hatte. Das Filtersystem ist hinterher wieder sauber, wie vor der ersten Benutzung.

Das garantiert den Frischeffekt in der Raumluft, der durch das Frischesaugen mit dem neuen Aquafilter entsteht, was für mich als Allergikerin sehr wichtig ist. Mit der Saugleistung war ich sehr zufrieden. Insbesondere die stufenlose Verstellbarkeit der Saugstärke gibt mir die Möglichkeit den Sauger an jeden Untergrund anzupassen.

Als einzige, kleine Kritik muss ich den Einzugsmechanismus für das Elektrokabel erwähnen. Laut Bedienungsanleitung soll das Kabel mit einem leichten Zug vom Gerät weggezogen werden und dann losgelassen werden. Das Kabel soll sich dann durch einen Gegenzugmechanismus selbst wieder ins Gerät einziehen. Das hat nicht so gut funktioniert. Ich musste den Vorgang mehrmals wiederholen, bis der Gegenzug einsetzte. Hier hätte ich mir lieber einen Schalter außen am Gerät gewünscht, der den Kabeleinzug regelt.

 

Zum Abschluss noch ein Lesetipp

 

Wenn Ihr Lust habt, dann schaut doch auch einmal auf die Haustier-Ratgeber Seite von THOMAS. Hier findet Ihr viele Tipps zur Haltung von Hunden und Katzen.

 

Es zwickt und zwackt – was Finley das Altern leichter macht

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Zwei AniForte-Produkte im Finley-Test

 

 

 

 

Auch mit sechzig kann man noch vierzig sein – aber nur noch

eine halbe Stunde am Tag.

(Anthony Quinn)

 

Neulich, hatten Finley und ich morgens eine schöne Waldrunde hinter uns gebracht. Wir hatten ein wenig mit unseren Dummys trainiert und Finley durfte später noch mit Hannes spielen. Hannes ist ein flitzeflinker 18 Monate alter Australien Shepherd und hält Finley immer ganz schön auf Trab, wenn sie sich treffen. Zuhause angekommen, war mein Dicker müde auf sein Kissen gefallen und fest eingeschlafen.

 

Nach einer Stunde Tiefschlaf hatte Finleys Magen wohl signalisiert, dass es Zeit sei aufzustehen, um sich seine Morgenration bei mir abzuholen. Doch es ging einfach nicht, er hatte Mühe hoch zu kommen und humpelte dann auf mich zu. Es war deutlich zu sehen, dass er Schmerzen hatte. Das war wirklich ein trauriger Anblick, der mir sehr zu Herzen ging. Zuerst dachte ich, er habe sich im Wald beim Toben vertreten, doch dann kamen mir Zweifel. Nachdem die Symptome auch am Nachmittag immer noch nicht besser geworden waren, gingen wir zu unserer Tierärztin.

 

Nachdem unsere Ärztin ihn gründlich untersucht hatte, sagte Sie: „Er ist ja nun schon etwas älter, es kann sein, dass sich da eine Arthrose entwickelt.“

Worte können weh tun, mir taten sie weh. Aber ich musste mich der Realität stellen. Finley bekam für die nächsten Tage ein Schmerzmittel und ich viele Tipps und Broschüren über Nahrungsergänzungsmittel. Ich hatte mich mit diesem Thema vorher – Asche auf mein Haupt – noch nicht beschäftigt.

 

Ich startete eine Umfrage im Internet und fragte mal die Erfahrungen meiner Leser ab, die diese mit solchen Mitteln gemacht hatten. An dieser Stelle noch einmal vielen Dank für Eure Unterstützung. Ich habe mir jeden Hinweis gesichert und alle Präparate aufgeschrieben.

 

Am Ende bin ich auf der Seite von AniForte gelandet. Ich suchte dort nach einem Produkt mit Grünlippmuschelextrakt. 4 in 1 Complete – Rundumversorgung für Hunde schien mir genau das Richtige Präparat zu sein. Es besteht zum einen aus Grünlippmuschel für eine bessere Beweglichkeit, das hatte ich vorrangig gesucht. Außerdem beinhaltet das Präparat aber auch noch gemahlene Hagebutten für ein besser funktionierendes Immunsystem, Bierhefe für ein kräftiges Fell und gesunde Haut und Topinambur zur Unterstützung der Darmflora. Die genaue Zusammensetzung findet Ihr bei AniForte auf der Produktseite. Klickt dafür einfach auf den Produktnamen.

 

Der Lieferung lag ein Dosierlöffel bei, der das Abmessen der richtigen Menge sehr erleichtert. Finley soll laut Händlerangabe täglich 3 Gramm pro 10 Kilogramm Körpergewicht ins Futter bekommen. Das heißt, er bekommt bei derzeit 38 Kilogramm Körpergewicht 12 Gramm 4 in 1 Complete ins Futter. Ein voller Dosierlöffel erfasst 2 Gramm des Pulvers. Finley futtert die Ration anstandslos weg, das Pulver scheint gut zu schmecken.

 

Bis heute hat es gut gewirkt. Finley hatte seit November keinen Arthrose-Schub mehr und läuft locker und leicht. Wenn wir Hannes treffen, achte ich ein bisschen strenger darauf, dass mein Dicker sich nicht übernimmt und wir machen ein paar Mal pro Woche gezielte Gymnastikübungen, die seinen Bewegungsapparat stärken sollen. Unser 4 in 1 Complete gehört jetzt fest zum Fütterungsalltag und ich bin zuversichtlich, dass Finley sein Leben noch ganz lange schmerzfrei, genießen kann.

 

Ein Lächeln ist das schönste Make Up, dass ein Hund tragen kann

(Frei nach Marilyn Monroe)

 

„Was Männlicheres ist Dir als Einstieg wohl nicht eingefallen, schnaub … Marilyn Monroe, ey“, sagte Finley zu mir, als wir unseren neuen Text noch mal durchgegangen waren.

„Jetzt stell‘ Dich mal nicht so an“, antwortete ich, „schließlich war sie ja eine der begehrtesten Frauen ihrer Zeit.“

Finley: „Eben! Grummel … Clark Gable, John Wayne, Old Shatterhand … es hätte Alternativen gegeben, Birgit.“

Ja sicher, dachte ich im Stillen aber die Herren hatten sich leider niemals zu Themen wie Zahnhygiene geäußert und waren deshalb hier nicht zitierfähig, Punkt!

 

Mit Finleys Zahnstatus kann ich eigentlich ganz zufrieden sein. Meine Tierärztin meint, dass er da wohl sehr viel Glück gehabt habe mit seinen genetischen Anlagen. Denn ob ein Hund stark oder weniger stark zu Zahnsteinentwicklung neige, hinge zum größten Teil von der Zusammensetzung seines Speichels ab.

 

Dass Finley auch jetzt noch, im hohen Alter von zehn Jahren, gute und gesunde Zähne hat, liegt sicher auch daran, dass wir seine Kauwerkzeuge von Anfang an regelmäßig geputzt haben. Ihr ahnt sicherlich was jetzt kommt – richtig – Finley hält nie still. Ob nun mit Fingerlingen oder Zahnbürste, mit schmackhafter Zahnpaste oder ohne, mein alberner Junge hatte immer viele Tricks drauf, um das Zähneputzen zu einem schweißtreibenden Event zu machen.

 

Ich glaube, Finley und ich, wir hatten beide keine Lust mehr auf diesen Stress. Und weil mein Dicker so gut auf das 4 in 1 Complete reagiert hatte, habe bei AniForte gleich noch mal nachgeforscht. Da muss es doch noch was geben, dachte ich, was uns die Mundhygiene etwas erleichtern kann. Und ich bin fündig geworden. Seit etwa 14 Tagen bekommt Finley nun DENTA Clean & Care Zahnstein-Ex Pulver für Hunde und Katzen von mir ins Futter. Die Dosierung ist einfach, weil der Lieferung ein Maßlöffel beiliegt. Pro 10 Kilogramm Körpergewicht empfiehlt das AniForte-Team einen halben Dosierlöffel voll als Beigabe zum Futter. Für Finley sind das zurzeit 2 volle Dosierlöffel.

 

DENTA Clean & Care besteht aus einer Algenmischung, Petersilie, Kieselgur und Apfeltrester. Anfangs hatte Finley ein wenig mit dem Geschmack des Pulvers gefremdelt, da habe ich ihm vorübergehend etwas Dosenfutter zum üblichen Futter dazugegeben. Problem gelöst, er putzt das jetzt weg wie nix. Das Finleys Atem sogar ein bisschen frischer riecht, als vor der Einnahme, nehmen wir als Bonus natürlich gerne mit.

„Frisch UND männlich natürlich“, sagt Finley und schaut mich vorwurfsvoll an.

„Natürlich, mein Bärchen – supermännlich“, antworte ich und grinse …

 

Kind & Hund – Mit Vertrauen und Respekt durchs Leben

Leitfaden für Eltern, Kinder und Hundehalter ohne Kinder

 

 

 

Als Finley vor zehn Jahren bei uns eingezogen ist, wurde mir sehr schnell klar, dass ich nicht nur diesen wuseligen Welpen erziehen musste, sondern auch meine Kinder und *hüstel meinen Mann, die Nachbarn, die Nachbarskinder, Radfahrer, Nordic Walker und die Rentner aus der Vorstadt und, und, und …

Die Idee, dass ein Hund bei mir einziehen sollte, fanden letztlich alle super – allerdings nur wenn er keine Arbeit machen würde oder Schmutz hereintragen würde oder sonst wie stören würde. Mit anderen Worten, ich hatte einen sauschweren Job vor mir, auch wenn mir das zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht klar war.

 

Ein gutes Rüstzeug für Eltern und Kinder

 

Hätte es damals Ana Hesses Buch Kind & Hund schon gegeben, wäre ich sicherlich besser auf die kommenden Situationen vorbereitet gewesen.

Wenn ich mit Kunden rede, höre ich sehr oft, dass ein Hund angeschafft werden soll, weil ihre Kinder lernen sollen, Verantwortung zu übernehmen. Das ist zuerst einmal ein gutes Motiv. Andererseits wird dieser Ansatz leider oft fehlinterpretiert. Denn man sollte Kindern diese Verantwortung nicht einfach aufbürden. Sie müssen lernen dürfen und diese Zeit sollten wir ihnen zugestehen. Ana Hesse beschreibt uns einen guten Weg, wie wir Erwachsenen diesen Prozess liebevoll begleiten können.

 

In die Verantwortung hinein wachsen

 

Kinder brauchen Hilfestellung von Jedem auf eine bestimmte Art und Weise. Und deshalb hat sich Ana Hesse wohl auch für die außergewöhnliche Gliederung ihres Buches entschieden. Es gibt einen Teil, der sich explizit an die Eltern richtet, einen Kinderteil und einen Teil, der fremde Hundehalter anspricht.

 

Alle in einem Boot

 

Was ich an diesem Buch besonders mag ist der Ton in dem es geschrieben wurde. Kein erhobener Zeigefinger, kein Verkünden einer allein gültigen Ideologie, man merkt, dass Ana Hesse sich nicht auf die Seite einer der beteiligten Gruppen schlägt. Sie will nicht gegen jemanden Stellung beziehen, sondern alle Mitwirkenden ins Boot holen, damit Kind und Hund das gemeinsame Leben genießen können. Es ist kein „Du-musst-dies-lassen-und-das-lassen-Ratgeber“, sondern ein Leitfaden der insbesondere auch den Kindern vermittelt: „Wenn ihr bereit seid auf ein paar Dinge zu achten, schafft Ihr das – locker“.

Mein Fazit zu diesem Buch ist, dass jede Familie mit Hund und Kind es im Regal stehen haben sollte. Ich kenne kein anderes Hundebuch, dass sich dem Thema Kind und Hund in dieser Ausführlichkeit und Tiefe widmet. Für mich auch ein heißer Tipp an die Züchter unter meinen Freunden. Schaut mal hinein in dieses Buch. Es wäre sicher eine gute Empfehlung für Welpenkäufer mit Kindern. Für mich ein Buch mit starkem Hang zum Standardwerk.

 

Kurzinterview mit Ana Hesse

 

Goodfellows: Wenn Du es könntest, was würdest Du an unserer Hundewelt sofort radikal ändern?

Ana Hesse: Eine radikale Änderung in der Hundewelt und damit für uns Hundetrainer gab es 2013, die dazu führte, dass die Kluft zwischen den einzelnen Methoden noch größer wurde, dabei haben alle ein Ziel: Mensch und Hund zu helfen und zu einem Team werden zu lassen. Wenn ich einen Zauberstab hätte, würde ich mir wünschen, dass das „Gezergel“ um die Methoden verpuffe.

 

Das Gezergel um Methoden sollte aufhören

 

Es gibt nicht nur schwarz oder weiß, sondern sehr viel grau in allen Schattierungen. Diese Schattierungen sollten wir Trainer kennen und können. Das bedeutet: radikal würde ich nichts ändern wollen. Ich würde mir aber wünschen, dass der Hund wieder mehr als Hund gesehen wird. Ein soziales Tier, aber ein Tier, dass mit uns lebt und in der Regel 42 Zähne hat, die durchaus verletzen können, wenn man es nicht „richtig macht“. Die Sachkundeprüfung in Niedersachsen als Zugangsbeschränkung für das Halten von Hunden finde ich gut. Viele Prüflinge sagen dies anschließend, auch, weil sie einfach einiges nicht gewusst hätten. Da es aber kaum Kontrollen gibt und die Prüfung mit Kosten verbunden ist, gibt es immer mehr unangemeldete Hunde. Da beißt sich die Katze bzw. das Hundegesetz leider in den Schwanz.

 

Goodfellows: Was betrachtest Du als Deinen größten Schatz?

Ana Hesse: Meine Familie und dazu gehören natürlich auch meine Hunde. Meine Familie ist meine größte Inspiration, Unterstützung und Halt. Meine Hunde, sind meine Lehrmeister und gleichzeitig meine „Heilung“. Klingt etwas esoterisch, ist aber so nicht gemeint. In stressigen Zeiten einfach mit den Hunden eine Runde durch Feld drehen und ihnen zuzusehen, mit ihnen Spaß zu haben und zu entspannen, ist „Heilung“ genug. Zudem ist die Kleine ein richtiger „Kasper“ und bringt uns alle oft zum Lachen.

 

Goodfellows: Was fasziniert Dich an dem Thema Kind & Hund besonders?

Ana Hesse: Jetzt kommt das Abgedroschene, was niemand hören möchte, aber was bestimmt bei den meisten „Hunde vernarrten“ einfach so ist. Ich war von klein auf verrückt nach Hunden. Mit sechs Jahren habe ich alles ausgeführt, was mir anvertraut wurde und damals hat sich darüber noch kaum einer einen Kopf gemacht. Passiert ist erstaunlicherweise auch nie etwas.

Meinen ersten eigenen Hund bekam ich erst mit 16 Jahren. Eigentlich viel zu spät, weil da die weiterführende Schule in einer anderen Stadt begann und anschließend die Ausbildung. Die Zeit fehlte entsprechend. Aber es war ein Hofhund und er war es gewohnt alleine zu sein, wir hatten ihn „gebraucht“ übernommen. Ein Bernhardiner.

 

Hunde machen sozial und emphatisch

 

Warum ich das so einleite? Kinder und Hunde können so sein tolles Team sein und ich finde, dass Kinder die mit Hunden (oder anderen Tieren) wertschätzend und liebevoll aufwachsen einfach einen Vorteil haben. Sie sind empathischer, sozialer, umsichtiger. Dazu gibt es ja inzwischen auch zahlreiche Studien. Warum ich einen Schwerpunkt bei „Kind und Hund“ habe, ist aber ganz anders gelagert. Mein Sohn wurde mit knapp 2 Jahren durch einen fremden Hund schlimm gebissen und entwickelte daraufhin eine panische Angst vor Hunden. Unsere alte Golden-Retrieverhündin war eine Ausnahme.

 

Was macht eine Hundenärrin, wenn das eigene Kind Angst vor Hunden hat

 

Als „Hunde vernarrte“ Mutter, war das ein großes Problem. Hilfe gab es keine, ich habe alle Hundeschule abtelefoniert und angefragt, wer ein Desensibilisierungsprogramm dazu hätte und ich wäre auch im Radius von 100 km gefahren. Niemand. Heute, 12 Jahre später, gibt es dies sogar zahlreich und darüber bin ich sehr froh! Als Aila vor 10 Jahren einzog, war schnell klar, dass sie diesen Job, „Kindern die Angst vor Hunden nehmen“, machen wird.

 

Präventionskurse gegen die Angst

 

So haben wir unzählige Präventionskurse gehabt und wir arbeiten mit Kindern, die von Hunden gebissen wurden und natürlich mit ihren Eltern. Da wir Hunden praktisch überall begegnen, ist es schwierig allen aus dem Weg zu gehen und Angst ist ein schlechter Begleiter. Wichtig ist mir, dass Kinder und Eltern die Signale und Körpersprache der Hunde kennen und auch einschätzen können, ob ein Hund unter Kontrolle beim Halter ist oder ob man sich langsam und unaufgeregt in eine andere Richtung bewegen sollte. Zudem ist mir die Hundeschule wichtig, denn hier kann ich Hundehalter dazu anleiten, entsprechende Rücksicht auf Kinder zu nehmen. In allen meinen Gruppen sind fast immer Kinder dabei, damit alle Hunde von Anfang an lernen, dass diese zur Umwelt dazu gehören und nicht gejagt werden.

 

Goodfellows: Was ist Freiheit für Dich?

Ana Hesse: Freiheit bedeutet für mich, selbständig Dinge entscheiden zu können, die mir wichtig sind. Freiheit beginnt im Kopf.

 

Goodfellows: Vollende bitte diesen Satz: Ohne Hund möchte ich nicht leben weil…

Ana Hesse: … es einfach keinen Sinn macht.

 

Wer ist Ana Hesse

 

Ana Hesse ist seit 2013 selbständige Hundetrainerin in ihrer Hundeschule Kids & Dogs Schaumburg und seit 2014 durch die Tierärztekammer Schleswig-Holstein zertifiziert und damit auch für Niedersachsen berechtigt, die Sachkunde nach dem NHundG – dem Niedersächsischen Gesetz zum Halten von Hunden – abzunehmen.

Sie arbeitet tiergestützt mit Kindern, die Angst vor Hunden haben sowie mit Kindern, die durch Hunde verletzt wurden. Seit ihrer Jugend im Tierschutz engagiert, ist sie auch heute noch ehrenamtlich für diverse Organisationen tätig. Kinder und Hunde liegen ihr gleichermaßen am Herzen, denn aus ihrer Sicht verdienen beide jeden Schutz, den sie erhalten können.

 

Kind & Hund

Mit Vertrauen und Respekt Durchs Leben

Autor: Ana Hesse

Verlag: KIDS & DOGS PUBLISHING; Hesse, Ana

ISBN: 978 3000 614996

Preis: 9,95 Euro

 

 


 

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