Beiträge

Figaro, Figaro Vol.2 … Retriever-Cut vom Hundefriseur – ein Unfallbericht

Fegefeuer der Eitelkeiten

(Filmsatire 1990; James Cagney)

 

 

 

 

Quax, der Bruchpilot

(Komödie 1941; Heinz Rühmann)

 

Neulich hatte ich Euch ja von meinem ersten Versuch meinen wilden Kerl zu trimmen erzählt. Das Ergebnis war, sagen wir mal, semibefriedigend ausgefallen und ich hatte mir zuhause eine Menge Ärger dafür eingehandelt. Im Ergebnis hatte Finley ein Zickzack-Muster im Schweif – sehr akkurat durchgestuft – aber eben nicht dem Standard entsprechend.

 

Das Familiengericht, bestehend aus meinen zwei Töchtern Motte und Mausi, hatte mich dazu verurteilt, unseren Hund einer Hundefriseurin vorzustellen, sobald mein selbsterfundener Zickzack-Cut herausgewachsen war. Bis dahin war das Durchbürsten seines Fells das Höchste der Gefühle, was mir noch gestattet war. Ich war auf Bewährung. Die ganze Geschichte findet Ihr HIER.

 

Denn sie wissen nicht was sie tun

(Drama 1955; James Dean)

 

Finleys Fell brauchte etwa fünf Wochen, bis meine Schnippelsünden herausgewachsen waren. In dieser Zeit machte ich mich auf die Suche nach einem Hundefriseur, der Finleys Lockenpracht zu bändigen wusste. Die Internetrecherche ergab, dass es im Umkreis drei Hundefriseure zur Auswahl gab.

 

Direkt bei uns in der Vorstadt gab es den Salon „Ratzfatz“. Dessen Inhaber Stefan warb mit ein paar „Kundenfotos“ im Netz, die bei mir doch einige Zweifel an seiner Qualifikation hervorriefen. Auf einem dieser Bilder war ein ziemlich unglücklich dreinschauender Pudel zu sehen. In der Bildunterschrift hieß es optimistisch: „Peppi kann jetzt den Wind wieder spüren.“ Ich hatte hingegen den Verdacht, dass Peppi sich den Arsch abfriert und auf den Wind den er jetzt spüren konnte, ganz gepflegt pfeifen konnte. Ich endschied, dass „Ratzfatz“ zwar um die Ecke war aber trotzdem nicht unser neuer Hundesalon werden würde.

 

Dann war da noch der Hundesalon „Mona mit den Scherenhänden“ im angrenzenden Edel-Örtchen. Als Referenz gab die Coiffeurin an, „jahrelange Erfahrung im qualifizierten Umgang mit Hunden unterschiedlichster Haarlängen“ gemacht zu haben. Also das konnte wirklich alles oder nichts bedeuten. Ich rief an und fragte, ob sie schon mal das Fell eines Golden Retrievers gepflegt hatte.

Mona kicherte und sagte dann die bedeutungsschweren Worte: „Einen Retriiiifer nicht aber einen Rietreiwer schon. Das spricht man Rietreiwer aus. Natürlich habe ich einige davon die ich jedes Jahr schere…“

Nun unseren Finley sicher nicht. Soviel war, angesichts der totalen Absenz von Kompetenz schon mal sicher.

 

Das Schweigen der Lämmer

(Drama 1991; Jodie Foster/Anthony Hopkins)

 

Als Drittes erzählte man sich auf einer unserer Hundewiesen, dass es im angrenzenden Ammershausen* einen richtig guten Hundesalon gab. Die Friseurin hieße Anke und sei sehr erfahren im Umgang mit Hunden und die Ergebnisse ihrer Schnittkunst seien sehr zufriedenstellend gewesen. Zum Schutze der Anonymität der Protagonistin habe ich den Ortsnamen bis zur Unkenntlichkeit verändert. *augenzwinker

Also, sah ich mir die betreffenden Hunde auf der Wiese an und musste mir eingestehen, dass keiner wie Finley mit einem Zickzack-Muster im Schweif herumlief. Und Adressen, die man über Mund-zu-Mund-Propaganda bekam, waren ja schon immer die besseren Tipps – oder?

Ich rief also bei Anke an und machte einen Termin für Finley und mich. Es musste an einem Nachmittag sein, denn meine Tochter Mausi hatte es sich als Vorsitzende meines Bewährungsausschusses auserbeten, mitzukommen. „Vielleicht brauchst Du etwas Unterstützung“, hatte das Kind gesagt, von dem sein Kinderarzt einmal behauptet hatte, es müsse altersmäßig erst noch in seinen IQ hineinwachsen.

 

Haus aus Sand und Nebel

(Literaturverfilmung 2003; Ben Kingsley)

 

Wir fuhren also über die Stadtgrenze in Richtung Norden. Vorbei an einem großen See, der bei uns Hundeleuten ein sehr beliebtes Auslaufgebiet war. Gott sei Dank hatte ich Franziska, mein Navi dabei, denn wir verließen die befestigten Straßen und fuhren auf Schotter- und Waldwegen weiter. „In 200 Metern bitte rechts abfahren“, flötete Franzi mir von der Konsole zu. Die Gegend wurde immer einsamer. Im Rückspiegel sah ich wie mein Kind sich umschaute, dann sagte sie: „Maaan, das ist ja tote Hose hier. Wenn jetzt was schiefläuft, dann findet uns kein Schwein.“ „Ach was soll schon schieflaufen“, antwortete ich. Vielleicht war ich da eine Spur zu zuversichtlich gewesen.

 

In the Land of Blood and Honey

(Liebesfilm 2011; Angelina Jolie)

 

Ich bog rechts ab und am Ende des Weges standen wir vor einem alten weiß gestrichenen Siedlungshaus. Das Haus hatte einen viereckigen Vorbau, mit einem flachen Dach. In diesem Vorbau, der wohl früher mal ein Tante-Emma-Laden gewesen war, befand sich der Hundesalon. Über der hellblau gestrichenen Eingangstür hing ein Holz-Schild auf dem auf weißem Untergrund in großen pinkfarbenen Buchstaben das Wort „Fellmäuse“ zu lesen war. Das war offensichtlich der Name von Ankes Salon.

 

Überwältigt von so viel Kreativität und subtiler Werbekunst, stieg ich aus meinem Auto aus. Mausi und Finley folgten mir. Anke stürzte auf mich zu, hakte mich ein und flötete: „Willkommen bei den Fellmäusen. Wir machen das schon, was?“ Und in der nächsten Sekunde standen wir alle vier im „Behandlungsraum“. Anke plauderte indes munter weiter. Ihre Oma habe hier früher selbstgekochte Marmelade verkauft und was der Garten sonst noch so hergegeben hatte. Man hätte nach dem Krieg ja nichts gehabt und hätte aus Scheiße Gold gemacht, um die Familie durchzubringen. Äh, ja … tapfer die Omi …

 

Glaubensfrage

(Literaturverfilmung 2008; Meryl Streep)

 

Während Anke so plapperte, räumte sie schon mal die Gerätschaften zusammen, die sie gleich benutzen wollte. Ich sah ich mich inzwischen um. Der Innenraum war professionell ausgerüstet – soweit ich das überhaupt beurteilen konnte. In der einen Ecke stand eine Badewanne mit Seiteneinstieg und mitten im Raum ein Friseurtisch mit der Möglichkeit den Hund zu fixieren. An den Wänden standen zwei Regale, in denen unterschiedlichste Shampoos und andere Pflegemittel aufgereiht waren. Rechts daneben standen ein Tisch und zwei gemütliche Korbstühle.

 

Anke deutete auf die Korbstühle und sagte: „Das ist die Mutti-Ecke. Macht es Euch bequem.“ Ich unterdrückte die Bemerkung, dass wir Finleys Mutti gar nicht mitgebracht hätten und setzte mich. Anke stellte sich einen alten Gartenstuhl dazu und fragte: „Was soll denn gemacht werden?“ Ich atmete auf, denn endlich kam ich auch mal zu Wort. „Also Finley soll getrimmt werden. Das Fell soll dem Standard entsprechend geschnitten werden, nicht zu kurz. Also die Brust, der Schweif in Fächerform und die unteren Läufe und die Pfoten. Weißt Du, wie das bei den Golden aussehen muss?“

 

Lost in Translation

(Independentfilm 2003; Scarlett Johannsen)

 

„Na klar“, sagte Anke, sie sei regelmäßig Gast auf Hundeausstellungen. Sie wäre zum Beispiel in Cloppenburg, Rostock und Neumünster gewesen und habe sich bei diversen Züchtern schlau gemacht, wie so ein Retriever-Cut auszusehen hätte. Und: „Mit so einem sommerlichen Retriever-Cut, kann der Kleine die heiße Jahreszeit genießen.“ Okay, dachte ich, sie hat sich echt engagiert um vor Ort an die nötigen Kenntnisse zu kommen. Ich entspannte mich, blieb in der Mutti-Ecke sitzen und begann zu lesen.

 

Dann hörte ich dieses surrende Geräusch … Sssrrrrrr! Meine Nackenhaare stellten sich auf. Ich sah die Schermaschine in Ankes Hand und während ich „Nicht scheeereeeeennnn!!!!“ in den Raum brüllte, pflügte sie eine etwa 10 cm breite Schneise in das rotgoldene Rückenfell meines Jungen. Anke nahm das Gerät kurz hoch und sah mich verdutzt an.  Sie verstand meine Aufregung nicht und ich verstand nicht, wie sie auf diese total bekloppte Idee kam, nachdem zuvor die Worte „Brust Einkürzen“ und „nicht zu kurz“ gefallen waren. Wo zum Henker lag da das Missverständnis? Der Fachausdruck „Retriever-Cut“ war offenbar frei interpretierbar, genauso wie der Begriff „Fachkraft“.

 

Zeiten des Aufruhrs

(Drama 2008; Leonardo DiCaprio)

 

Hinter mir gab meine Tochter ein paar Japser von sich, Tränen kullerten über ihre Wangen. „Mama“, sagte sie vorwurfsvoll, „das sollte doch so nicht, oder?“ „Ne, so nicht“, antwortete ich. Ich starrte fassungslos auf die Lücke auf dem Rücken meines Hundes. In dieser Schneise hätten meine Mädchen ganz bequem ihre Playmobil-Flugzeuge landen lassen können. Mir fiel nicht mal ansatzweise ein, wie ich das zuhause plausibel erklären sollte.

Ich stotterte: „Wir haben nicht aufgepasst … das hätten … das Du hast Du doch auch nicht gesehen, oder …“

Meine Tochter, die sich inzwischen ganz offensichtlich gefangen hatte, antwortete in sehr aufgeräumten Ton: „Du bist hier die Erwachsene. Du hättest das verhindern müssen. Ich muss mich nur erschrecken.“ Touchè, da hatte sie natürlich recht, die liebe Kleine.

Finley blieb bei der ganzen Sache erstaunlich ruhig. Für ihn schien das Ganze ein Riesenspass zu sein. Er hatte aber auch keine Augen am Hinterkopf und konnte den Schaden nicht sehen.

 

There will be Blood

(Fiktiondrama 2007; Daniel Day-Lewis)

 

Anke hatte offenbar immer noch nicht verstanden, dass sie Mist gebaut hatte und redete auf mich ein. In meinem Kopf begann es zu rauschen, ich nahm nur Wortfetzen wahr, sie redete und redete – wenn sie doch nur endlich mal den Mund halten würde. Ich merkte, wie in mir langsam aber stetig die Wut hochkochte. Mein inneres Ooohhmmm!!! meldete sich gerade noch rechtzeitig, bevor der Siedepunkt erreicht war: „Gaaanz ruhig, Birgit. Atme durch, das Fell wächst nach. Und jetzt, pack zusammen und nix wie weg da!“ Also atmete ich durch und tat – fast – wozu mein inneres Ooohhmmm!!! mir gerade geraten hatte.

„Anke, pass mal gut auf“, leitete ich das folgende ein. „Ich weiß ja nicht mit wem Du auf diesen Ausstellungen gesprochen hast. Golden-Retriever-Züchter können es jedenfalls nicht gewesen sein. Ein Golden wird NIEMALS geschoren, wenn dafür keine medizinischen Gründe vorliegen. Das zerstört die Fellstruktur. Ein Golden braucht sein Unterfell. Im Winter wärmt es, und im Sommer kühlt es. DAS solltest Du als Profi MINDESTENS wissen.“

Anke wollte gerade darauf antworten, doch ich bedeutete ihr mit einer Geste dass sie schweigen sollte. Ich war in Fahrt: „Wir brechen das jetzt hier ab. Du hast mir vorhin offensichtlich nicht zugehört. Für so einen Murcks zahle ich keinen Cent, damit das schon mal klar ist!“ Daraufhin nahm ich mir, ohne eine Entgegnung abzuwarten, meinen Hund und mein Kind und rauschte in unserem Kombi vom Hof als wäre der Leibhaftige hinter uns her.

 

Was vom Tage übrig blieb

(Drama 1993; Emma Thompson)

 

Ein schlechtes Gewissen, weil ich den Laden ohne zu Bezahlen verlassen hatte, hatte ich nicht. Anke hat deswegen auch nie versucht Kontakt mit mir aufzunehmen. Wie hätte sie das auf der Rechnung auch formulieren sollen? Einmal Rückentabularasa … oder, einmal Flugschneisen-Undercut … oder, einmal Ridgeparadox …?

Zuhause angekommen, fielen meine kleine Bewährungshelferin und ich aufs Sofa. Müde und erschöpft betrachteten wir unseren Hund. Finley lag unbeeindruckt und friedlich eingekuschelt auf seinem Lieblingssessel. Und während ich ihn betrachtete und mir überlegte, wie ich den Schaden am besten kaschieren könnte, sah ich vor meinem geistigen Auge, wie kleine Playmobil-Flugzeuge auf seinem Rücken starteten und landeten, starteten und landeten …..

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

feingemacht – So fühlt sich der Hund wohl in seiner Haut

Der große Ratgeber für die richtige Fellpflege

 

 

 

 

Hundefriseur – keine gesetzlich geschützte Berufsbezeichnung

 

Was mir beim Lesen dieses Buches als Erstes aufgefallen war, ist, dass die Autorin Ihren Beruf als Hundefriseurin leidenschaftlich liebt. Was dann während des Lesens immer klarer wurde, ist wie komplex, vielschichtig und interessant dieser Beruf sein kann, wenn man ihn richtig machen möchte.

Der Beruf des Hundefriseurs ist in Deutschland leider nicht geschützt. Es gibt keine bundesweit organisierten Ausbildungsgänge und Prüfungsverfahren. Das macht es uns Hundehaltern schwer, jemanden zu finden, der gut qualifiziert ist. Wie sollen wir erkennen, ob der Hundefriseur vor Ort die verschiedenen Fellstrukturen der einzelnen Hunderassen kennt. Wie können wir erkennen, ob Der/Diejenige wirklich weiß, welchen Hund man zupft, schneidet oder trimmt?

 

Ausführlicher Ratgeber für die Hundepflege

 

Das Beste wäre meiner Meinung nach, dass wir uns selber etwas näher mit dem Fell unseres Lieblings beschäftigen. Wir müssen ja nicht gleich eine Ausbildung zum Hundefriseur machen aber was das Fell unseres eigenen Hundes betrifft, da sollten wir uns auskennen. Und dabei hilft uns dieses Buch von Franziska Knabenreich-Kratz ein ganzes Stück weiter.

Franziska erklärt uns, was die einzelnen Felltypen ausmacht und davon gibt es mehr als ich gedacht hatte, nämlich 11 Grundtypen. Sie schildert, worauf wir bei der Pflege dieser verschiedenen Felltypen achten müssen und gibt Beispiele dafür, welche Rassen welchem Felltypus zuzuordnen sind.

 

Gute Fellpflege beginnt zuhause

 

Finley zum Beispiel, gehört als Golden Retriever zu den Hunden, deren Fell man „Combination Coated“ nennt. Das bedeutet er hat einen Mix aus langem und kurzem Fell mit Unterwolle. Er braucht, wem sagst Du das *seufz, weil sein Fell sonst verfilzen kann, etwas mehr Pflege und muss deshalb öfter durchgekämmt werden als Hunde mit anderem Felltypus.

Franziska beschreibt zu jeder der einzelnen Fellarten, worauf wir selber bei der täglichen Pflege achten müssen und gibt Tipps, welche Bürsten, Kämme und andere Geräte wir dazu benutzen können. Denn, und das sagt sie sehr deutlich, gute Fellpflege beginnt zuhause. Hundehalter und Hundefriseur müssen zusammenarbeiten. Ein Friseurbesuch alle drei Monate, reicht nicht aus, wenn wir Hundebesitzer zuhause unsere Hausaufgaben nicht machen.

 

Figaro-Qualitäten habe ich nicht aber es wird…

 

Ich hatte Euch ja neulich schon erzählt, dass Finley anfangs nicht so begeistert war, als ich ihm die Haare schneiden wollte. Die ganze Geschichte findet Ihr HIER. An dieser Stelle entschuldige ich mich vorsorglich bei Franziska für die nicht fachgerechte Anwendung der Worte „Trimmen“ und „Schneiden“ in dem Beitrag. Das war dem kreativen Schreiben geschuldet 😉 .

Mittlerweile haben Finley und ich einen guten Weg gefunden – wir arbeiten in Etappen und ich habe mir im Fachhandel ein paar gute Scheren und anderes Zubehör geleistet. Jetzt ziept es auch nicht mehr so viel, wenn ich mich an seinem Fell zu schaffen mache.

 

Grenzerfahrungen bei unserer Vorstadt-Hundefriseurin

 

Bis es soweit war, hatten wir aber noch manches Tal zu durchwandern und in einem dieser Täler wohnte unsere örtliche Hundefriseurin. Der Besuch bei ihr war … äh, ja … grenzwertig. In einem meiner nächsten Blogbeiträge erzähle ich Euch mal, warum mir beim Anblick einer Schermaschine der kalte Schweiß ausbricht, dass der Begriff „Retriever Cut“ offenbar äußerst dehnbar ist und warum Finley und ich danach nie mehr beim Hundefriseur waren.

 

Bitte keine Sommerschur

 

Das Abscheren von Hunden – keine Angst Finley war nach unserem Friseurbesuch nicht ganz nackt – ist meiner Meinung nach nur im äußersten Notfall gerechtfertigt und wenn ich Franziska in Ihrem Buch richtig verstanden habe, sieht sie das auch so. Sie hat dem Thema ein ganzes Kapitel gewidmet und erklärt sehr anschaulich, was das Abscheren bei der Fellstruktur unserer Hunde anrichten kann. Glaubt mir, das wollen wir nicht!

 

Kritischer Blick auf die Hundefriseur-Gilde

 

Franziska macht keinen Hehl daraus, dass einige ihrer Berufskollegen das nicht so eng sehen. Überhaupt finde ich es sehr erfrischend, dass sie in der Lage ist, auch Ihren eigenen Berufstand aufs Korn zu nehmen. Sie spart da nicht mit Kritik, manchmal humorvoll aber manchmal auch ernst. Denn in erster Linie geht es Ihr um das Wohl unserer Hunde. Der Leser findet auch zu diesem Thema Tipps, worauf er zu achten hat, wenn er seinen Hundefriseur aussucht – hätte ich DAS mal vor ein paar Jahren gewusst.

 

Tenside, Sodium und andere Chemikalien

 

Zum Ende des Buches beschäftigt sich Franziska mit den Inhaltsstoffen von Hundeshampoos und anderen Hunde-Kosmetik-Produkten, die es zurzeit gibt. Ich kann Euch nur empfehlen Euch diese Kapitel ganz genau durchzulesen. Offenbar unterliegen Hundeprodukte nicht der Deklarationspflicht und haben auch sonst weniger Tests zu durchlaufen, als die entsprechenden Produkte für Menschen. Lasst Euch von den chemischen und biologischen Fachbezeichnungen nicht abschrecken. Ich war entsetzt über die Ergebnisse, die Franziskas Recherchen ergeben haben.

 

Lexikon für Inhaltsstoffe

 

Damit der Leser sich zukünftig besser zurechtfindet, beim Einkauf von Hundeshampoos, hat Franziska eine Art Inhaltsstoff-Lexikon beigefügt. Sehr übersichtlich und gut zu verstehen. Das nenne ich mal guten Service am Leser. Auf mich hat gerade dieser Teil des Buches sehr motivierend gewirkt, zukünftig etwas mehr Wert auf gesunde Inhaltsstoffe in unserem Hundeshampoo zu achten. Ich habe unseres sofort entsorgt.

 

Fazit zum Buch:

 

Unbedingte Leseempfehlung! „feingemacht“ ist eine gelungene Mischung aus Sachbuch und Unterhaltungslektüre. Außerdem empfinde ich das Buch persönlich als Motivationsverstärker. Ich werde mir in Zukunft vor den Regalen mehr Zeit dafür nehmen, die Angaben über die Inhaltsstoffe des Produktes durchzulesen. Biologisch unbedenkliche Produkte sind gut für uns Menschen und für unsere Hunde sollten wir genauso gut sorgen. Für mich heißt das, dass ich mal nachhaken werde, wenn die Inhaltsstoffe eines Produktes nicht klar ausgewiesen sind. Bekomme ich dann keine zufriedenstellende Auskunft, wird dieses Produkt eben nicht gekauft – Punkt!

 

Das Buch „feingemacht“ hat mir gezeigt, wie es Spaß machen kann, sich mit dem Fell meines Hundes zu beschäftigen. Der Autorin Franziska Knabenreich-Kratz ist es gelungen, Fachkenntnis in eine lockere, unterhaltsame Schreibe zu kleiden, ohne dabei die Ernsthaftigkeit ihres Anliegens in Frage zu stellen. Wenn Ihr mehr über Franziska wissen wollt, dann lest Euch doch noch das Interview durch, dass wir geführt haben. Franziskas eigener Blog heißt übrigens auch „feingemacht“. Klickt einfach auf den Namen und Ihr landet auf ihrer Seite. Ich gehe jetzt mal die Hundebürste holen …

 

 

Kurzinterview mit Franziska Knabenreich-Kratz

 

Goodfellows: Was bedeutet das Wort Schicksal für Dich?

Franziska Knabenreich-Kratz: Ich glaube nicht an Schicksal in dem Sinne. Ich glaube aber daran, dass alles im Leben einen Sinn hat. Jede noch so tiefe Krise entpuppt sich im Nachhinein als etwas Gutes. All unsere Entscheidungen führen uns durch das Leben. Nichts passiert zufällig, sondern ist unterbewusst von uns so gesteuert.

 

 

Goodfellows: Wenn Du morgens aufwachst und Deinen Hund siehst, was ist Dein erster Gedanke?

Franziska Knabenreich-Kratz: Mein erster Gedanke ist, wie lange meine Hunde wohl noch bei mir sind. Mein Mops ist schon 14 Jahre und Dackel Hildi auch schon 11. Sie sind beide so treue Wegbegleiter. Sie treiben mich manchmal zur Weißglut, aber geben mir auch viel Freude.

 

Goodfellows: Wenn Zeitreisen möglich wären, wohin würdest Du gerne reisen?

Franziska Knabenreich-Kratz: Das ist eine sehr gute Frage. Vermutlich würde ich zu allen großen Ereignissen, die die Menschheit geprägt haben, reisen wollen. Erster Mann auf dem Mond, die Erfindung des Stroms und Lichts, die Erfindung des Autos, wilde Parties der 20iger, Woodstock, das legendäre Live Aid Konzert mit Queen etc. Ich würde Konzerte von den Beatles, Nirvana, Janis Choplin, Micheal Jackson und vielen mehr besuchen. Ich würde mich durch die ganze Welt essen, von Frankreich bis nach Asien. Ich wäre dabei, wenn eine Rakete ins All geschossen wird und ich würde auch voll gerne mal einen Dinosaurier sehen wollen. 😊

 

Goodfellows: Gibt es ein bestimmtes Abenteuer, dass Du auf jeden Fall einmal erleben möchtest?

Franziska Knabenreich-Kratz: Mein großer Traum ist es mal auf einer Ranch zu arbeiten. Cow-working machen, wie ein echtes Cowgirl. Diesen Traum erfülle ich mir dieses Jahr und bin schon sehr aufgeregt. Yiiiiehaaaaaaaaaaa

 

Goodfellows: Beschreibe uns Deinen perfekten Tag.

Franziska Knabenreich-Kratz: Ich wache neben meinem Mann auf, wir gehen dann mit den Hunden spazieren und frühstücken danach lecker. Dann arbeiten wir etwas an unserer Franchise-Firma und entwickeln neue Ideen. Dann trinken wir Kaffee und essen ein Stück Kuchen. Danach gehe ich zu meinem Pferd und abends kochen wir zusammen.

 

Goodfellows: Danke Franziska, für die phantasievollen und interessanten Antworten – sag‘ Bescheid, wenn Du auf Dinosaurier-Suche gehst, da wäre ich gerne dabei 😉 .

 

Wer ist Franziska Knabenreich-Kratz

 

Franziska Knabenreich-Kratz wurde in Halle an der Saale geboren. Dort wuchs sie mit zwei Brüdern im Grünen und mit vielen Tieren auf. Heute lebt sie mit ihren beiden Hunden und ihrem Ehemann Christian in Eltville.

Nach ihrem Schulabschluss zog sie nach Wiesbaden und arbeitete dort in einer Werbeagentur.  Sie wechselte bald zur Lufthansa und ließ sich dort zur Check-In-Agentin ausbilden. Dort arbeitete sie 12 Jahre lang auf dem Frankfurter Flughafen. Im Jahr 2009 kehrte sie in ihre Heimatstadt zurück und kaufte dort ein Weinlokal. Parallel zu ihrem Lufthansa-Job, machte Franziska aus diesem Weinlokal ein individuell gestaltetes Restaurant und einen Onlineshop mit ausgewählten Weinen und Wiskey aus aller Welt. Leider musste sie das direkt an der Saale gelegene Geschäft nach dem Hochwasserereignis Anfang 2011 aufgeben, die entstandenen Schäden waren einfach zu groß.

Franziska hatte schon immer eine starke Affinität zu Hunden. Deshalb wurden sie nach der Geschäftsaufgabe zu ihrer neuen Leidenschaft. Sie erlernte den Beruf der Hundestylistin und führt seit 2015 ihren eigenen Salon „feingemacht“ in Eltville am Rhein. Auf ihrem Blog „feingemacht“ schreibt Franziska Artikel rund um das Thema Hund und Lifestyle.  Sie schreibt in anderen Blogs und Magazinen, als Expertin über Hunde und ihr Fell.

Der TV-Sender Vox gewann Franziska als Protagonistin für die Miniserie „einfach schön“ in der Produktion „hundkatzemaus“, einer Serie, in der sie Hunden aus dem Tierheim eine professionelle Fellpflege zukommen lässt. In „3 Engel für Tiere“ hilft Franziska Familien, den Vierbeiner zu finden, der zu ihnen passt.

 

feingemacht

So fühlt sich der Hund wohl in seiner Haut

Autor: Franziska Knabenreich-Kratz

Verlag: Book on Demands

ISBN: 978 3748 131328

Preis: 19,90 Euro

 

 


 

Dieser Artikel enthält Werbung. Der obenstehende Link ist ein Affiliate-Link zu Amazon. Wenn Ihr Euch entschieden habt, das Buch zu kaufen und den Weg über diesen Link in meinem Blog zu gehen, würde mich das sehr freuen. Euch entstehen dadurch keine Kosten. Ich erhalte dann eine kleine Provision, die ich wieder in die Pflege des Goodfellows Hundeblogs und die Umsetzung neuer Ideen auf meinem Blog, investieren kann.