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„Fuß“, „Fuhuuuß“, „Fussssjetzt!!!“, „GehFußDudickköpfigerBlubberko…*+#+**##*!“

 

„Fuß“, „Fuhuuuß“, „Fussssjetzt!!!“, „GehFußDudickköpfigerBlubberko…*+#+**##*!“

Jeder kennt das auf irgendeine Weise. Man freut sich auf einen Spaziergang und der Hund flippt aus, zieht wie eine Dampflokomotive an der Leine, macht was er will. Bei Finley, meinem Rüden, stand das täglich auf seiner To-Do-Liste. Als Finley bei mir einzog, hatte ich keine Ahnung was Leinenführigkeit eigentlich bedeutet. Und wie ich bald feststellen sollte, verstand auch jeder Hundetrainer etwas anderes darunter.

Kleine Zusammenfassung:

Bei Fuß gehen, auf der linken Seite, auf der rechten Seite, ohne zu Schnüffeln oder Schnüffeln erlaubt, den Hundeführer anschauen oder in die Ferne, Pinkeln ist böse, Bedürfniserledigung nach vorherigem Freigabesignal okay. Hund läuft an langer, lockerer Leine, vor, neben oder hinter Dir, hinter Dir aber niemals vor Dir, während des Laufens mit dem Hund reden, nicht quatschen, bei Fehlverhalten ein deutliches NEIN raushauen, oder lieber ein sanftes SCHADE säuseln, alternativ ignorieren und dann, wenn Wohlverhalten folgt, großes Kino und loben, loben, loben. Leinenführigkeit, die Geißel aller Hundehalter.

Auf meiner verzweifelten Suche nach dem Schalter, den ich bei meinem Hund umlegen musste, damit er gewillt war, ordentlich an der Leine zu gehen, entdeckte ich vor allem meine ungeahnte Fähigkeit Schmerzen zu ertragen. Wenn 36 Kilo Muskelmasse in die Leine gehen, dann zwiebelt das – und wie. Dass die Lösung nicht mit 0815-Drill zu tun haben würde, ich sie bei mir und meinem Hund finden und es mit Verstehen und Verständnis zu tun haben würde, habe ich erst später entdeckt.

Vorher begann für mich eine Odyssee durch unzählige Hundeschulen. Ich musste mit einem am Kurzführer hängenden, empörten Finley 45 Minuten im Stechschritt auf- und ablaufen. „Der gibt schon irgendwann auf“, brüllte der Platzchef. Pustekuchen, nicht mein Rüde!

Der nächste Trainer verlangte von mir, ein Baum zu sein. Ich sollte jedes Mal, wenn ich Zug auf der Leine spürte, konsequent stehen bleiben und erst dann weitergehen, wenn mein Rüde lockerließ. Freiwillig *grins! Ratet mal – richtig! Finley und ich verbrachten die Unterrichtsstunde im Stehen, während die anderen Teilnehmer und ihre Streberhunde um uns herumflanierten. Pssst, kleiner Tipp von mir – Druckabbau geht anders.

Die nächste Trainerin war ein Geheimtipp in unserer Vorstadt. Gisela, ehemalige Sozialpädagogin, sagte: „Du musst Deinen Hund zuerst im Universum treffen.“ Ich soll WAS? Ach, was soll’s, dachte ich. Ich war verzweifelt, zu allem bereit, wenn ich nur einmal 100 schmerzfreie, entspannte Meter mit diesem Hund schaffen könnte, würde ich mich dafür auch in den Orbit schießen. Gisela weiter: „Wir bauen jetzt Deine Chakren auf.“ Sie gab mir die Anweisung, die Arme auszubreiten, über den Platz zu schreiten und dabei folgende Sätze zu skandieren: „Ich KANN das“, „Folge mir“ und „ICH bin das Universum!“ Ziel war es, dass Finley von mir so hingerissen sein sollte, dass er mir fortan bedingungslos folgen würde. Also stolzierte ich wie eine bekiffte Sektenchefin, kurz bevor sie ihre Anhänger in den kollektiven Selbstmord trieb, über das grüne Gras. Derweil hatte sich mein Rüde am Rasenrand niedergelegt und betrachtete mich skeptisch. Bedingungsloses Folgen, keine Spur. Warum auch? Frauchen war offensichtlich irreversibel durchgeknallt und in keiner Weise mehr zurechnungsfähig.

Ich war erschöpft, Finley auch, wir brauchten eine Pause. Ich begann, mir die richtigen Fragen zu stellen. Was war mir wichtig im Zusammenleben mit meinem Hund? Was davon entsprach auch Finleys Charakter?  Kadavergehorsam war von ihm nicht zu erwarten und den wollte ich auch nicht. Ich musste lernen, ihn besser zu verstehen, dann würden wir gemeinsam einen Weg finden. Zahlreiche Seminare zum Thema Hundeverhalten, Lerntheorien und Jagdverhalten folgten. Dort lernte ich die Signale meines Hundes zu deuten, seine Aufmerksamkeit bei mir zu halten. Und je besser ich ihn verstand, desto kooperativer wurde Finley. Und viel wichtiger, wir hatten plötzlich viel Spaß miteinander.

Diese Erfahrung ist für mich heute ein zentraler Ausgangspunkt meiner Arbeit als Hundetrainerin. Ich bin sehr offen für die Nöte und Emotionen anderer Hundebesitzer. Ich schaue immer zuerst, was ich dem Menschen abverlangen kann. Ich versuche, den Menschen zu stützen, nicht zu demoralisieren. Schließlich ist er das halbe Team. Dann betrachten wir gemeinsam den Hund. Welche Möglichkeiten und Hypotheken bringt er mit? So entstehen für jedes Team individuelle Trainingsstrukturen.

Für Finley und mich gilt inzwischen leben und leben lassen. Es ist nicht mehr von Bedeutung, ob er neben, vor oder hinter mir läuft. Wichtiger ist, dass ich jederzeit seine Aufmerksamkeit erlangen kann und das klappt gut. Die übrige Zeit darf er schnuppern, sich lösen und in die Ferne gucken. So konnte auch Finley sich entspannen. Wir sind jetzt ein Team, kämpfen nicht mehr gegeneinander. Unser Fazit: Der Begriff Leinenführigkeit ist dehnbar. Er bedeutet genau das, was ein Team braucht, um zufrieden zusammen leben zu können. Es gibt nicht nur den EINEN Weg. Die Suche nach dem Richtigen schweißt zusammen. Finley und ich sind dann mal unterwegs, in unserem Universum…

 

 

 

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Mein Wildfang – Leben mit einem Spezialisten

Foto: Nicole Lützenkirchen

Meine Kollegin Nicole Lützenkirchen hat einen Text geschrieben, den ich Euch nicht vorenthalten möchte.

Ihr Artikel erklärt unmissverständlich, warum die Bezeichnung „familientauglich“ bei einem Jagdhund nicht gleichbedeutend ist, mit dem Rückschluss, dass man nicht mit ihm arbeiten muss. Aus meiner Praxis möchte ich noch hinzufügen, dass das was Nicole geschrieben hat, nicht nur auf Rassen wie Deutsch Drahthaar, Münsterländer oder Jagdspezialisten wie Pointer zutrifft, sondern auch, auf die bei Familien beliebten Retrieverrassen.

Zum Artikel klickt einfach auf die folgende Überschrift: WAS KANN DER JAGDLICH MOTIVIERTE FAMILIENHUND VON SEINEM KOLLEGEN, DER IM JAGDLICHEN EINSATZ STEHT, LERNEN?

Nicole ist Inhaberin der Hundeschule Mein Wildfang und betreibt auf ihrer Seite auch einen sehr informativen Blog, den ich Euch ans Herz legen möchte. Außerdem gibt Nicole regelmäßig Seminare zu dem im Artikel beschriebenen Thema. Termine findet ihr auf ihrer Seite, oder speziell hier im Norden auf der Seite von Candog. Ich bin dann im Mai wieder dabei, liebe Nicole.

 

 

 

 

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Niederösterreicher brechen fragile Herzen – mit Training?

goodfellows-fragilherz-blog

Foto: Georg Sticha

Ehrlich, ich liebe Österreich und seine Menschen. Das muss ich auch, denn ich habe Familie dort, gaaanz viel Familie. Angeheiratet zwar aber – jöh, wo is doa der Unterschied? Liab sans olle! Also lehne ich mich mit diesem Artikel ganz schön weit aus dem Fenster (herzklopf). Denn mal ganz unter uns Muschelschubsern, die können auch schräg drauf sein, die Almdudler.

Das Foto oben ist das beste Beispiel dafür. Ich habe es in der Facebook-Gruppe „Rund um den Hund – Achtung: Bissig!“ entdeckt. Dort liest man auf dem Plakat des Tierheims in St. Pölten: „Der Bergriff Training wird bei uns durch Unterricht vollständig ersetzt.“

Echt jetzt? Ist das Hundeplatz-Satire oder Kaiserschmarren? Meinen die das ernst? Jahaaa –  tun sie! Die Erklärung folgt auf dem Fuße. Grund seien die „fragilen Herzen ihrer Schützlinge“, die gebrochen werden könnten, weil das Wort Training mit “ den eigenen Willen brechen“ in Verbindung gebracht werden könne.

Mein lieber Scholli, darauf wäre ich wirklich nicht gekommen.  Training verbinde ich mit Freizeit, Disziplin im positiven Sinne, gemeinsamen Erlebnissen mit meinem Hund. Lernen ja, aber entspannt.

Aber bitte, lassen wir uns mal auf die Denkweise der St. Pöltener Wortweichspüler ein. Konsequenter Weise kann das doch nur der Anfang sein. Da gibt es in der Hundewelt doch noch so viele Worte, die einer Weichzeichner-Korrektur bedürfen.

Das zackige Wort „Zuchtzulassung“ verändert seinen anstössigen Charakter sofort, nach der Abwandlung in das vollmundige Versprechen „Du-darfst“. Der „Deckakt“, oh pfui. „Familiengründung-auf-sechs-Pfoten“ klingt da doch irgendwie viel jugendfreier.

Geschirr und Halsband dürfen nicht einengen und werden deshalb nur noch „Ausgeht-Outfit“ genannt und die Führleine mutiert zum sanften „Bindungsmittel“. Hach!

Das eher martialische „Unterordnungsarbeit“ transformieren wir in ein die Situation sanft begleitendes „Versuchen-wir’s“. Aus dem scharfen „Fuss“ wird ein gurrendes „Kommst mit, wennst magst“. Nicht dass womöglich noch einer der Schützlinge den Befehl „Platz“ wörtlich nimmt. Man stelle sich diese Sauerei einmal vor. Ein freundliches „Leg‘-di-nieder-Spatzl“ könnte da das Schlimmste verhindern.

Und letztlich wäre auch die Nutzung des Wortes Hund an sich in Zweifel zu ziehen. Wird es doch, bei durchzechten Stammtisch-Nächten viel zu oft beleidigend benutzt: „Du Hund, die nächssse Runde geeed auf di!“ Ein Satz, der ersetzt durch „Wuffi“, „Hundewautz“ oder „KnuffWuff“, sicher keine Kneipenkeilerei mehr auslösen würde.

Ach übrigens, direkt unter der Ankündigung hat ein umsichtiger St. Pöltener einen Zettel mit Notfallnummern angebracht. Ein Schelm, der Böses dabei denkt…

 

 

 

 

 

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Book Wars – Die Auslöschung

goodfellows-birgit-zensiert-blogMein lieber Mann, Michael Frey Dodillet, da müssen Sie aber irgendwann mal jemandem gewaltig auf die Krause-Füße getreten sein.

Kaum habe ich meine Buchrezension zu „Herrchen will nur spielen“ in der Facebook-Gruppe Hundebücher gepostet, da hat Admin Angelika Bodein ihn auch schon wieder gelöscht.

Zeitgleich bekam ich eine PN, in der ich belehrt wurde: „Dodillet gehört nicht zu den AutorInnen (ich hasse das), die für Ausbildung über positive Verstärkung stehen, dazu gab es bereits eine Diskussion am 18 . Dezember.“ Autsch!

Der ganze Verlauf der Diskussion hier.

Also ich habe mir diese „Diskussion“ einmal angeschaut. Unter Diskussion verstehen mein Lexikon und ich ein sachliches Gespäch zwischen zwei oder mehreren Personen, in dem jede Seite ihre Argumente vorträgt und sich auch mit den Gegenpositionen auseinandersetzt. Dazu ist Admin Bodein aber leider nicht in der Lage. Da fabuliert sie von einer „Schüssel-Affaire“ um Michael Grewe. Und glaubt man’s, schon da soll Autor Dodillet für Grewe (und gegen Bodein? Oder warum nimmt sie das so persönlich?) gesprochen haben. Hat also aus ihrer Sicht offensichtlich die dunkle Seite der Macht gewählt.

Es hat zwar viele Stimmen für den Autor geben, sie verklangen leider ungehört. Unbeirrt schmettert Admin Angelika Bodein jedes auch noch so nett vorgebrachte Pro-Dodillet-Argument ab. Mein Favorit: „Ich sehe nicht nur seine Bücher, sondern auch das Drumherum.“ Dann trotzig: „ Und er bekommt hier KEINE Werbeplattform.“ Meine Güte das Drumherum? Was soll das nun wieder bedeuten? Was hat der Mann eigentlich verbrochen? Softpornos in seiner Jugend gedreht oder einfach nur zuviel Erfolg gehabt? Nur zur Info Frau Bodein: Er braucht ihre Werbeplattform gar nicht mehr.

Vielleicht hätte die Admin die Bücher von Michael Frey Dodillet einmal lesen sollen. Wenn man Humor hat und auch mal herzlich über sich selber lachen kann, ergibt sich ein anderes Bild vom Autor. Dann ist er zuerst einmal ein Mann, der seine Hunde liebt. Dann ein Hundebesitzer, der allerhand erlebt hat, allerhand ausgehalten hat und allerhand unternommen hat um seine vielleicht etwas speziell gestrickten Hunde zu erziehen.

Es geht mir hier gar nicht darum, dass meine Rezension in dieser Gruppe nicht erschienen ist. In anderen Büchergruppen war das gar kein Problem. Es geht mir auch nicht um die Beurteilung verschiedener Trainingsmethoden. Denn Hundetraining bedarf keines Dogmas, sondern individueller Betrachtung.

Was mich aber wirklich verärgert, ist diese in Stein gemeißelte, total ignorante IchwillumjedenPreisRechthaben-fiftyShadesof-TotalVernageltHaltung.

Und deshalb habe ich mal meine eigene Büchergruppe – „Goodfellows Hundebuchecke“ – auf FB gegründet. Ihr seid alle herzlich willkommen. Die Dodillet Hundebücher findet ihr da schon.

Okay und was meine Mitgliedschaft in Angelika Bodeins Gruppe „Hundebücher“ betrifft. „Frau Bodein, ich sehe meiner Auslöschung mit Ruhe und Gelassenheit entgegen.

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Goodfellows beim Hundeschwimmen im Freibad Aschberg

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Alle Fotos: Thomas Jaklitsch

Mit einem Riesensatz springt Milo ins Schwimmbecken des Freibades Aschberg. Dreieinhalb Meter weit, nur mal so zum Warmmachen. Kein Problem für den zierlichen Hund, der amtierender Europameister in der Trendsportart Dogdiving ist. Die anderen vierbeinigen Gäste waren nicht gekommen, um Rekorde zu brechen. Für sie ging es ums pure Vergnügen. Labradoodle-Rüde Janky fackelt nicht lange, springt ohne zu zögern vom Einmeterbrett. Goldendame Bonnie ist unschlüssig und wählt dann doch lieber den sicheren Weg über die Treppe. Angesteckt durch die Freude und Begeisterung ihrer Hunde, gingen einige Frauchen und Herrchen auch baden.

Meine Hundschule Goodfellows MENSCH & HUND-Coaching hat sich auf der Eventfläche, auf der großen Wiese neben dem Pool,  mit einem eigenen Trainingsprogramm vorgestellt. Das Motto hieß „Bewegung allein genügt nicht“. Wir zeigten den Gästen, wie sie mit wenig Mühe und Zeitaufwand jeden Spaziergang so gestalten können, dass ihr Hund nicht nur körperlich ausgepowert wird, sondern auch mental ausgelastet ist.

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Mein Goodfellows-Team v.li.: Dörte, Antje, Susanne, Birgit, Angelika, Andrea und in der ersten Reihe Viivi und Dubslav.

Das konnte ich natürlich nicht alles alleine schaffen. Ein paar tatkräftige Freunde von mir waren mit von der Partie. Während Susanne, Antje und Angelika den Stand in Schwung hielten, gingen Dörte und Andrea mit mir auf die Fläche zum Dummytraining. Besonders Viivis Spezialübung – das Apportieren eines rohen Eis – hat sich mir ins Gedächtnis eingebrannt. Hier ein paar Bilder aus unseren Vorstellungen:

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Andrea zeigt mit Dubslav einen Markierapport. Dubslav wird abgesetzt, sieht wie Andrea den Dummy schmeißt, muss aber auf den Befehl „Apport“ warten, bevor sie ihn holt. Dann bringt Dubslav den Dummy zu Andrea zurück und legt ihn ihr in die Hand. Super gemacht.

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Dörte zeigt dem Publikum ein Einweisen. Viivi wird abgesetzt. Links, rechts und hinter ihr wird ein Dummy positioniert. Sie darf jetzt nicht selbst entscheiden, welchen Dummy sie holen möchte. Dörte gibt die gewünschte Richtung vor. Gute Übung für die Steadyness und die Impulskontrolle. Außerdem ist sie gut für die Bindung des Hundes zu seinem Halter, denn solche Aufgaben lassen sich nur als gutes Team lösen.

Nach der Vorstellung beantworteten wir Fragen. Die Zuschauer konnten unsere Übungen mit ihren Hunden ausprobieren. So konnten wir deutlich machen, dass Dummytraining nicht nur für Retriever geeignet ist, sondern auch für jede andere Hunderasse.

 

 

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Organisator Christian Rerop gab am laufenden Band geduldig Interviews, bis jedes Fernsehteam seinen Take im Kasten und jeder Journalist seine Story im Block hatte. Trotzdem blieb er immer gelassen und freundlich. Wir danken ihm und seinem Team für diese tolle Gelegenheit und einen schönen, entspannten Tag im Freibad mit unseren Hunden.

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Organisator Christian Rerop im Interviev mit dem Sender SAT1

Weitere Bilder vom Hundeschwimmtag in Hamburg Hamm findet ihr in meiner Bildergalerie

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Ein Liebesbrief mit Augenzwinkern

FinleySand

Finley, der Hund an meiner Seite wird heute sechs Jahre alt. Deshalb ist es an der Zeit, mal ein paar Wahrheiten über ihn, ganz gelassen aufzuschreiben. Ich bin als jemand bekannt, der seinen Hund genau so sieht, wie er ist. Ganz ohne Schönreden, ohne rosa Brillengläser, ohne märchenhaft verzerrte Verhaltensinterpretationen, immer hart dran an der Realität.

Also Finley, mein Kumpel – äh, ich meine mein Bärchen. Wenn du bei mir bist, bin ich ruhiger und ausgeglichener. Dafür ist dir besonders mein Mann sehr dankbar. Du hältst mich fit und geländegängig. Scheuchst mich wie ein guter Personal Trainer durch unwegsames Gehölz, über moorige und matschige Felder und überschwemmte Wiesen. Du hast mir klar gemacht, wie überflüssig Ballerina Schuhe und hochhackige Pumps sind und wie kleidsam dagegen Gummistiefel sein können. Außerdem bist du ein äußerst reinlicher Hund. Denn seit du bei uns lebst, landen unsere Joghurtbecher blitzblank geleckt im gelben Müll.

Liebevoll schmust du mit meinen Töchtern, hast das Herz meines Mannes im Sturm erobert („Na, mein Dicker“).  Meine Mutter, unsere „Misses Propper“ hast du so geschickt umgarnt, dass sie deine Tatzenspuren auf ihrem Parkett still duldet. Kurz gesagt, ich kann mich gar nicht mehr erinnern, wie unser Leben ohne dich war.

Und das sage ich natürlich ganz ohne Pathos, nur weil es so ist…

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Deutschland sucht die Supernase

Valeska hat das "Opfer" gefunden

Valeska hat das „Opfer“ gefunden

Eine Frau liegt zusammengekauert zwischen Trümmern und regt sich nicht. Plötzlich ein aufgeregtes, lautes Bellen. Die schwarze Schäferhündin Valeska schießt hinter einem Geröllhaufen hervor und bleibt vor der Verletzten stehen. „Jetzt bestätigen“, ruft eine Männerstimme. Das vermeintliche Unfallopfer richtet sich auf, und gibt der Hündin einen Dummy ins Maul und spielt mit ihr. Valeska hat es gut gemacht. Mit dem Spiel wird sie von ihrer Trainingspartnerin, „Unfallopfer“ Cornelia Godau, belohnt.

 

Internationales Starterfeld

 

Die Stimme aus dem Hintergrund gehört zu Detlef Kühn, Vizepräsident der Internationalen Rettungshunde Organisation (IRO). Er ist einer von sechs internationalen Leistungsrichtern, die vom 2. Mai bis zum 4. Mai in Bargfeld-Stegen die Leistungen von 85 Mensch-Hund-Teams bei der 9. offenen VDH Meisterschaft für Rettungshunde bewerten sollen. „Offene Meisterschaften heißt es, weil hier Hunde, die Rettungshundearbeit nur als Sport betreiben auf die Hunde aus Hilfsorganisationen treffen, die auch real im Einsatz sind“, erklärt Leistungsrichter Kühn. Neben den deutschen Starterteams sind für diesen dreitägigen Wettkampf weitere europäische Teams extra aus Dänemark, Holland, Tschechien, der Slowakei und der Schweiz angereist. Die Hündin Valeska tritt nicht zu den Meisterschaften an. Sie gehört Bärbel Dreisow, die als Ausbildungswartin der Ortsgruppe Bargfeld-Stegen vom Verein der Deutschen Schäferhunde (OG Bargfeld-Stegen) maßgeblich an der Organisation der Veranstaltung beteiligt ist. „Wir haben einfach keine Zeit zu starten. Das gilt für die gesamte Ortsgruppen-Truppe“, sagt die engagierte Frau. Sie alle seien als Helfer im Einsatz. Entweder am Kuchenbuffet, dem Grill- und Brötchenstand oder bei der Betreuung der Gäste. „Da können sich unsere Besucher zwischen den Prüfungsdurchgängen entspannen und erholen.“ Damit die Kinder sich nicht langweilen, stelle der THW an allen Tagen seine Riesenrutsche zur Verfügung.

 

Der Sport ist nicht ungefährlich

 

Gute Arbeit wird mit einem Zerrspiel belohnt

Gute Arbeit wird mit einem Zerrspiel belohnt

„Einige von unseren Helfern sind besonders mutig und assistieren bei den Prüfungen“, so Dreisow. So wie Cornelia Godau, die wieder das Opfer mimen wird. „Das ist nicht ungefährlich“, so Dreisow. In der Königsdisziplin „Nasenarbeit im Trümmerfeld“ würden Mauerreste, Betonteile, Gullideckel und alte Röhren aufeinander geschüttet. So entstünden Hohlräume im Geröll, in denen die Helfer sich verstecken müssen. Dort müssen sie ausharren, bis die Hunde sie gefunden haben. Manchmal mehrere Stunden lang. „Der Schutt ist bis zu vier Meter hoch aufgetürmt, liegt locker, ist statisch nicht extra abgesichert. So, wie es bei einem Erdbeben oder Gebäudeeinsturz eben auch wäre“, erklärt Dreisow. In der Umgebung von Bargfeld-Stegen hat die Ortsgruppe verschiedene Prüfungsgelände angelegt. „Wo das genau ist, wird erst am Tag der Prüfung preisgegeben. Dann kann niemand luschern gehen und sich einen Vorteil verschaffen“, sagt Bärbel Dreisow. „Unsere Hunde arbeiten mit der Nase, jeder Tritt mit einem Schuh hinterlässt Geruchsspuren. Wir nennen das Bodenverletzungen, Fremdspuren können da zu Irritationen führen.“

 

Unterordnung und Gewandtheit

 

Valeska auf der Leiterbrücke

Valeska auf der Leiterbrücke

Insgesamt werden fünf Disziplinen geprüft. Zuerst müssen alle Teams in den Fächern Unterordnung und Gewandtheit antreten. Dazu gehören die sogenannten Grundkommandos, Sitz, Platz, Steh, auf verschiedenen Untergründen mit und ohne Ablenkung, ohne zu zögern, auf nur einen Befehl hin. „Im Fach Gewandtheit geht es um Geschicklichkeit und Vertrauen. Da müssen die Hunde zum Beispiel über eine Leiter- oder Fassbrücke gehen“, sagt Cornelia Godau. „Ich zeige es ihnen“, sagt Bärbel Dreisow und geht mit Valeska auf den Trainingsplatz. Erwartungsvoll blickt die schwarze Hündin auf ihr Frauchen. Ein kurzer Befehl und Valeska macht einen dynamischen Satz auf den Steg der Brücke. Das Brett zwischen den zwei Fässern liegt nur lose auf, schwankt und wippt bei jedem Schritt, den Valeska macht. „Jetzt darf sie sich nicht irritieren lassen und muss sich weiterhin lenken lassen und die Übung zu Ende führen“, so Dreisow. Wenn die Starter die ersten zwei Fächer bestanden haben, teilen sie sich auf die weiteren drei Fächer auf. Die Disziplinen heißen Fährte, Fläche und Trümmer. Die Hunde müssen unter unterschiedlichsten Bedingungen durch Einsatz ihres hochsensiblen Geruchssinns Personen finden und ihren Hundeführern den Fundort eindeutig anzeigen. Dabei dürfen sie die Person weder erschrecken noch bedrängen. Bei der Flächensuche werden gleichzeitig, je nach Schwierigkeitsgrad, zwei oder drei Personen im unwegsamen Gelände gesucht. Bei der Fährte müssen die Hunde eine abgängige Person finden. Im Ernstfall könnte dies ein vermisstes Kind sein. „Die Hunde haben die Nase dabei immer dicht am Boden“, sagt Leistungsrichter Kühn. Die Witterung werde über die Trittspuren des Spurenlegers aufgenommen. „Auf der Strecke deponiert der Helfer Gegenstände wie Schuhe, Schlüssel oder eine Brille“, so Kühn. So könne der Hund den Gerüchen bis zum Fundort folgen.

 

Die Nase der Hunde ist ihr wichtigstes Werkzeug

 

Reva freut sich auf ihren Einsatz

Reva freut sich auf ihren Einsatz

Die Wettkämpfe beginnen an allen drei Tagen um 8 Uhr und enden gegen 18 Uhr. Treffpunkt ist der Sportplatz in Bargfeld-Stegen in der Schulstraße. „An der Jersbeker Straße werden Schilder stehen, die unsere Besucher zu uns führen“, so Dreisow. Am Sonntag wartet ein besonderes Highlight auf die Besucher. Um 14.30 Uhr zeigen die Zollhundeführer des Hamburger Hauptzollamtes, wie sie ihre Hunde im Schutzdienst und in der Rauschgiftfahndung einsetzen. Am Sonntagabend endet der Wettkampfmarathon in Bargfeld-Stegen mit den Siegerehrungen der besten Mensch-Hund-Teams.

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