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Wenn Hunde lachen

HarmoniLogie – Kommunikationstraining für Mensch und Hund

 

 

 

„Sprich leise, denn er hört dir zu“

(Anne Krüger-Degener)

 

Der erste Hund, den ich als Kind richtig wahrgenommen habe, war Cora, die Riesenschnauzer Hündin meines Großvaters. Ich liebte dieses Tier mit jeder Faser meines kindlichen Herzens.

Damals war es schon sehr fortschrittlich, dass Cora mit ins Haus durfte und auch nachts einen Schlafplatz im Haus hatte und nicht in einem Zwinger übernachten musste. Schließlich hatte sie eine Funktion zu erfüllen – das Haus bewachen, die Tischlerei bewachen, das Kind beschützen… „Verhätscheln“ war nicht erwünscht, was mir natürlich ganz egal war.

 

Leise sein war ein Zeichen für Schwäche

 

Die Erziehungsmethoden waren allerdings noch die aus Urzeiten. Ein Ausgleich zu den Jobs, die Cora zu erfüllen hatte, wurde nicht wirklich geschaffen, man sah damals die Notwendigkeit dafür nicht. Ungehorsam wurde abgestraft. Da wurde laut getadelt und leider gehörte auch die zusammengerollte Zeitung noch zum Programm. Wer sich wie ich weigerte, diese Methode anzuwenden, wurde schnell als schwach betitelt.

 

Wissenschaftliche Forschung hat vieles geändert

 

Gott sei Dank hat sich die Hundeerziehung in den letzten Jahrzehnten stark verändert.  Kadavergehorsam ist nicht mehr gefragt. Bedingungslose Unterordnung ist der Suche nach einem echten und ehrlichen Miteinander von Mensch und Hund gewichen. Hunde sind heute Familienmitglieder, eine nachhaltige Bindung soll entstehen. Echte, souveräne Führung ist heute leise und von Respekt und Vertrauen geprägt.

 

Verständnis und klare Kommunikation

 

Laut Anne Krüger-Degener führt der Weg zu einer guten Beziehung zum Hund über das System der HarmoniLogie. Eine Methode, die jeder Mensch lernen kann. Sie ist eine leichte, feine Verständigung zwischen Menschen und ihren Hunden. Durch klare Körpersprache, einem Spiel zwischen Nähe und Distanz und die genaue Beobachtung des Hundes, entsteht Kommunikation und am Ende soll der Hund dem Menschen mit Freude folgen. Etwas was wir uns alle wünschen.

 

Brauchen wir für alles einen neuen Fachbegriff – ich finde nein

 

Den Begriff der HarmoniLogie hat Anne Krüger-Degener selbst geprägt und ich muss gestehen, dass ich beim Lesen immer wieder über dieses Wort gestolpert bin. Das wäre dann auch schon das Einzige, was ich an diesem Buch oder an dem System ihrer Erziehungsmethode zu kritisieren hätte. Diese neu erschaffenen Wortschöpfungen, wirken auf mich doch sehr gestelzt und bemüht. „HarmoniLogie“, „Das Ampelprinzip“ oder mein Favorit „Das Monarosadella-Prinzip“, dessen Klang anmutet als wäre es Dan Browns Nachfolger für seinen Bestseller Da-Vinci-Code. Das hätte dieses inhaltlich doch sehr überzeugende Erziehungssystem nicht gebraucht.

 

Mein Fazit:

 

Ein unglaublich lehrreiches und informatives Buch von einer Autorin, die Hunde liebt, ohne sie zu „verhätscheln“. Ich kann dieses Buch auch Anfängern sehr empfehlen. Es ist sehr detailliert durchstrukturiert und erklärt akribisch, jeden Trainingsschritt. So ist zum Beispiel das richtige Loben des Hundes ein eigenes Unterrichtsfach. Es ist ein Buch für das man sich Zeit nehmen sollte und wenn man es durchgelesen hat, dann sollte man es in Griffweite behalten, als Wegbegleiter zu einer souveränen Führung und einer entspannten Beziehung zu seinem Hund.

 

Wer ist Anna Krüger-Degener

 

Anne Krüger-Degener ist ausgebildete Tiertrainerin, Kommunikationsexpertin und Schäferin. Seit 1999 leitet sie die Tierschule auf dem Degenerhof in Melle. Im Laufe ihrer beruflichen Arbeit und durch ihre Erfahrung hat sie die Methode der HarmoniLogie entwickelt und gibt diese mit Passion und Begeisterung weiter. Ihre Methode stößt auf sehr viel Resonanz und Begeisterung, sodass sie mittlerweile Co-Trainer ausbildet.

 

Wenn Hunde lachen

Autor: Anne Krüger-Degener

Verlag: Franckh Kosmos Verlag; 1. Aufl. 2018

ISBN: 978-3440158463

Preis: 25,00 Euro

 

 

 

 


 

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Die Kunst des positiven Verkloppens – Büchergruppen auf Facebook

Ein Buch ist ein Buch,  ist ein Buch, ist ein Buch…

 

Fotoquelle: pixabay

 

Ich schreibe gerne Buchrezensionen, das wisst Ihr ja. So bleibe ich, was die aktuelle Hundeliteratur betrifft, auf dem Laufenden. Außerdem setze ich mich mit den Büchern viel intensiver auseinander, wenn ich weiß, dass ich später über sie schreiben muss.

Ist mein Text fertig, veröffentliche ich den Artikel auf meinem Blog und in meinen sozialen Medien. Auf Facebook zum Beispiel, teile ich meine Texte auch in andere Gruppen, wenn es thematisch passt. Bei Rezensionen eben dann auch in diverse Buchgruppen. Die meisten dieser Gruppen funktionieren gut, ihre Mitglieder sind offen gegenüber allen Autoren und Themen.

 

Peace and Rock’n Roll – Hundebuch-Gruppen auf Facebook

 

Doch dann gibt es Hundebuchgruppen auf Facebook, deren Mitglieder sind absolute Experten im positiven Verkloppen. Sie wollen ihre intellektuelle Welt offensichtlich möglichst eng und überschaubar halten. Vor Weihnachten waren meine speziellen Freunde wieder besonders gut in Form. Am Ende der „Unterhaltug“ war ich aus einer dieser Gruppen ausgetreten und hatte mir in einer anderen Gruppe mit deren Admina und ein paar ihrer Lästerschwestern ein kleines Scharmützel geliefert. Am Ende bedeutete das für mich … ach, ich erzähle einfach mal der Reihe nach.

 

Eventuelle Ähnlichkeiten sind nicht beabsichtigt aber…

 

Für diejenigen, die jetzt noch weiterlesen möchten, habe ich ein paar hilfreiche Nutzerhinweise. Die Namen* in diesem Artikel sind zum Schutze des sozialen Umfeldes der Protagonisten geändert worden. Auch die echten Gruppennamen werden nicht genannt, weil auch diese Gruppen Mitglieder haben, die versuchen, vernünftig und sachlich zu argumentieren. Wer dennoch glaubt sich erkennen zu können – ähm, tja, also Ehre wem Ehre gebührt, oder so…

Ich hatte also ein Buch besprochen und in der Gruppe gepostet. Was jetzt folgte, lief fast immer nach demselben Schema ab. Nach der Veröffentlichung meines Artikels klickten innerhalb von drei Sekunden etwa fünf Besucher/Innen den Wut-Emoji. *seufz

 

Speerspitzen der positiven Kommunikation

 

Gleich darauf postete eine sehr besorgte Lästerschwester eine Nachricht an die Admina der Gruppe in die Kommentarspalte. *augenroll

Etwa so: „Mortitia* ist diese/r Autor/in gruppenkonform?“ Im schlimmsten Fall würde mein Beitrag daraufhin kommentarlos gelöscht werden. In diesem Fall entschied Admina Mortitia* aber, dass man meinen Beitrag in der Timline lassen solle: „Danke an alle für die Hinweise. Ich schlage vor, wir lassen den Beitrag in der Gruppe, auch wenn das Buch … nicht gruppenkonform ist. Dann kann sich jemand, der Interesse … hat, durch die Beiträge hier informieren.“  Das ist Lästerschwester-Code und bedeutet im Klartext „Feuer frei!“

 

Die Wattebausch-Mobster waren auf Kriegspfad

 

Der Mob formierte sich und es folgten Postings wie, „der arbeitet nicht positiv…“, „der arbeitet negativ verstärkend, macht tzzzz zu den Hunden und so …“ oder mein persönlicher Favoritenpost, „tja, man müsste halt den Unterschied zwischen positiv verstärkend, positiver Negativverstärkung und negativer Positivumpolung kennen, kennst Du (meint mich) wohl nicht…“. Ich rolle schon wieder mit den Augen…

Gerne werden dann auch Behauptungen aufgestellt, die die Protagonistinnen dankenswerter Weise sofort selbst durch das Posten von Youtube-Videos konterkarierten, weil die Filmchen die aufgestellten Behauptungen widerlegten. Beispiel gefällig? Gerne doch – in einem Video sieht man einen Mann mit einem Mops an der Leine. Der Mops verbellt alle entgegenkommenden Hunde und versucht auf sie loszugehen. Der Mann legt dem Hund ganz sachte die Hand auf den Rücken. Der Mob schreibt, „na super, dem Hündchen mal schnell Eine klatschen, dann läuft es…“. *augenroll

 

Die Wattebauschphilosophie – sei nett zum Tier, der Mensch hingegen…

 

Man nennt diese Ansammlung versierter Trainingspowerfrauen manchmal auch scherzhaft die Wattebausch-Fraktion unter den Trainern. Aus ihrer Sicht ist ein klar ausgesprochenes „Nein“ zum Hund schon Gewaltanwendung und das Schaffen von Strukturen ein Grund den Tierschutz zu rufen. Umso erstaunlicher finde ich es immer wieder wie brutal, respekt- und würdelos die gleichen Frauen (es sind wirklich überwiegend Frauen) mit andersdenkenden Menschen umgehen.

 

No „Flirt“, no „Freeze“, but „Fight“…

 

Bei meinem letzten Zusammenstoß mit der Wattebausch-Fraktion ging es dann so weiter. Susi-ohne-Iku* postete: „Das Titelbild widerlegt den Inhalt des Buches.“ Na sowas, dachte ich und überlegte kurz ob ich etwas dazu schreiben sollte, ließ es aber dann doch *augenroll. Da legt Susi-ohne-Iku* nach und schrieb: „Das ist unerwünschter Frontalkontakt. Das Buch kann weg und von seiner Fernsehsendung hab‘ ich ihn auch nicht als kompetent in Erinnerung.“

Ich wagte einen Vorstoß: „Ein Buch und dessen Inhalt nach einem Foto zu beurteilen, finde ich nicht sehr fundiert. Ich finde das Buch übrigens inhaltlich wesentlich besser als die Sendung.“  Jetzt kam Susi richtig in Fahrt, denn nun war es ihrer Meinung an der Zeit mal deutlich zu sagen, was so von mir zu halten war: „Ich muss mir ein Buch nicht durchlesen, um festzustellen, dass ich den Inhalt nicht brauche. Hier (meint die Gruppe) geht es auch ein bisschen darum, wie man sich selbst positioniert. Das Eine (meint das Buch) gut finden und das Andere (meint die Sendung) nicht, geht gar nicht.“

 

Ferien für die Impulskontrolle

 

Ich wollte ja eigentlich nichts dazu sagen, aber langsam hatte mein Blut den Siedepunkt überschritten. Meine Impulskontrolle verabschiedete sich und fuhr in die Ferien. Ich antworte: „Du hast Recht. Es geht darum, wie man sich selbst positioniert.

Deine Aussage, Du müsstest ein Buch nicht lesen, um festzustellen, dass Du den Inhalt nicht brauchst, ist nicht nachvollziehbar. Sollte man Inhalte, die man auf so disponierte Art an die Wand knallt, wie Du es hier machst nicht kennen? Jegliche Kritik käme doch wesentlich kompetenter rüber, wenn man über ein breit gefächertes Wissen verfügen könnte, anstatt inhaltliche Vergleiche nur auf Vermutungen, Worthülsen oder Vorurteile zu stützen.

Wie man aufgrund irgendeiner Lektüre allerdings auf die Idee kommen kann, man habe „ausgelernt“, ist mir schleierhaft. Das ist in der Tat nicht meine Position.“

 

Das Buch … Das Training … Der Weltfrieden, sonst noch was?

 

Kurze Atempause, dann holt Susi-ohne-Iku zum ganz großen Schlag aus: „Es gibt Menschen, dazu gehöre ich auch, die verlassen sich auf Empfehlungen ähnlich denkender Leute wie sie in dieser Gruppe hier zu finden sind. Sie lesen Deine Rezension, haben vorher noch nie etwas vom Trainer XY gehört und meinen sie sind an einen positiv arbeitenden Trainer geraten. Vielleicht wohnen sie dann auch noch in der Nähe von Köln und gehen dann ganz naiv dahin, weil Du das Buch gut findest. So kommen solche Trainer dann an ihre Kunden und ganz ehrlich, würdest Du ihn in dieser oder einen anderen dem Training durch positive Verstärkung zugewandten Klientel empfehlen?“

 

Nun ist aber mal gut mein Frollein

 

Alter Schwede! Das kann ja wohl nicht ernst gemeint sein denke ich und antworte: „Selbst wenn wir mal davon ausgehen, die meisten Blogleser würden das Buch nach dem Lesen meiner Rezension kaufen (was nicht der Fall sein wird), so bin ich doch sehr zuversichtlich, dass diese Lektüre nicht zu einem Rattenfänger-von-Hameln … äh, Köln-Effekt führen wird.

Und zwar aus den folgenden Gründen nicht: Meine Leser haben in der Regel einen eigenen Willen, ein ziemlich gutes Bauchgefühl und neigen zu eigenständigem Denken. Sie heißen zwar Follower, das bedeutet allerdings nicht, dass sie mir blind und willenlos überall hin folgen würden. Jede andere Annahme würde ein sehr verstörendes Bild von der/dem Annehmenden zeichnen.

Letztlich nun zu Deiner nächsten Sorge. Ich treibe meine Leser nicht wie die Lemminge in irgendwelche Trainingskurse, egal von wem. Wenn das bei Dir so funktionieren würde, musst Du das mit Dir selber ausmachen. Ich würde es nicht verstehen. Durch eine Rezension empfehle ich ausschließlich ein Buch. Eigentlich ist das so klar, dass man es gar nicht schreiben müssen sollte aber bitte.“

 

Deutliche Widerworte führen zu Tumult

 

Oha, das war wahrscheinlich zu deutlich. Admina Mortitia* meldete sich wieder zu Wort: „Susi-ohne-Iku hat recht, mit allem. Du willst die Wahrheit nicht sehen, vielleicht kannst Du sie auch (noch) nicht erkennen. Lass Dir helfen.“ Und sofort stimmte der Chor der „Positiv Verstärkenden Schwestern“ mit einem kräftigen Hosianna ein, „Sie kann es eben nicht…“, „Manche lernens nie…“, „Du bist unbelernbar…“ *autsch, „Geh mal in ein Seminar…“.

 

Ich sag dann mal Tschüss – Der Abschied

 

An diesem Punkt traf ich dann die Entscheidung, die Lästerschwestern sich selbst zu überlassen. Ich verabschiedete mich formvollendet: „Ich sag jetzt mal nix und wünsche Euch allen ein wunderschönes Weihnachtsfest. Das werdet Ihr sicher auch haben, vorausgesetzt Ihr lasst den großen, gemütlichen Kerl in der roten Kutte, mit seiner Rute in Eure Vordergärten…“

 

Daraufhin wurde ich gelöscht und blockiert … und das ist auch gut so. Ich werde mir in Zukunft die Buchgruppen in die ich gehe sehr genau ansehen, bevor ich etwas poste. Ich finde, das bin ich auch den Autoren der Bücher, über die ich schreibe, schuldig. Um jedes Missverständnis auszuschließen, ich finde es gar nicht schlimm, wenn jemand in der Einschätzung eines Buches nicht meiner Meinung ist. Ich diskutiere da auch gerne, ich finde das sogar sehr interessant. Allerdings wünsche ich mir, dass dieser Meinungsaustausch sachlich, freundlich und respektvoll abläuft. Also wenn das kein guter Bloggervorsatz fürs nächste Jahr ist… In diesem Sinne wünsche ich Euch allen einen guten Rutsch.