Beiträge

Hunde die nach hinten gucken

Geschichten vom Hundehalten und Menschsein

 

 

Das neue Buch von Heidi Schmitt hat meinen Ruf in unserer Vorstadt nun vollends zerstört. Danke Heidi! 😉

Ihr fragt Euch wie das geschehen konnte?

 

Lachanfälle infolge Buchkonsums

 

Ich war ja nun schon dank des auffälligen „Fehlverhaltens“ meines Rüden Finley in seinen Sturm-und-Drang-Zeiten und meiner anfangs eher mangelhaften Fähigkeiten, sein Verhalten in vorortkompatible Bahnen zu leiten,  bekannt wie ein bunter Hund. Dann waren ruhigere Zeiten eingekehrt, weil ich Finley zu Einkaufsstoßzeiten nicht mehr mit ins Dorf nahm und dann – natürlich – weil ich ihn spitzenmäßig erzogen hatte. *grins

Tja und nun hat Heidi Schmitt ein Buch geschrieben, das mich völlig außer Kontrolle geraten ließ. Egal wo ich es las, beim Frisör, in der Eisdiele, auf der Parkbank und im Restaurant, ich kicherte, gluckste und brach in schallendes Gelächter aus – völlig ungebremst. Es hat mich so gefesselt, dass mir die „Tststsssts“ unserer neugierigen alten Tanten, das konsternierte Kopfschütteln unserer spießigen Besserwisser und die besorgten Seitenblicke mancher Passanten gar nicht aufgefallen sind.

 

Selbstironie Biss zum Morgengrauen…

 

Und soll ich Euch was sagen, es ist mir  wurscht was sie wohl gedacht haben mögen. Heidi Schmitts Buch macht einfach Spaß. Sie schreibt ihre Geschichten im warmherzigen Ton, mit viel Humor, Selbstironie inklusive. Zuweilen – wir Hundeleute wissen ja, dass wir ein wenig gaga sind – legt sie auch mal den Finger in die Wunde aber ganz sanft und mit Feingefühl.

Die Autorin beschreibt unterschiedlichste Alltagssituationen mit ihrer Hündin Panini und hat auch keine Scheu mal eigene Fehler einzugestehen, was ich persönlich sehr sympathisch finde. Sie erzählt warum sie im Leben kein Rudelführer werden wird, warum sich Pansen nicht für die Aromatherapie eignet und scheut sich auch nicht Trainerikone Martin Rütter anzuklagen, er habe sie im Stich gelassen.

 

Der heimliche Star ist das Glossar

 

Mein Geheimtipp in diesem Buch für Euch ist allerdings das Glossar.  Das solltet ihr Euch von A bis Z zu Gemüte führen. Vermeintlich bekannten Begriffen aus der Hundewelt haucht Heidi Schmitt neues Leben ein. Oder wusstet Ihr, dass „Barf“ aus dem Englischen übersetzt Erbrechen bedeutet?

„Hunde, die nach hinten gucken“ ist eine Medizin, ein Stimmungsaufheller ohne Nebenwirkungen. Ich kann dieses Buch jedem Hundeliebhaber und denen, die es noch werden wollen wärmstens empfehlen.

 

 

Kurzinterview mit Heidi Schmitt

 

 

Goodfellows: Du bist Autorin und Werbetexterin. Wie wichtig ist Sprache und der Umgang mit ihr für Dich?

Heidi Schmitt: Sprache ist alles. Beruf, Hobby, Leben. Worte sind Humor und Gefühl, einfach alles.

 

Goodfellows: Welches ist Deine schönste Kindheitserinnerung?

Heidi Schmitt: Eine herausragende gibt es da nicht. Aber da meine Mama im vergangenen Oktober verstorben ist, denke ich derzeit viel an die Kindheitsrituale mit ihr. Wir hörten mittwochs abends manchmal zusammen das Wunschkonzert im Radio: „Vom Telefon zum Mikrofon“. Damals wurden extra der Süddeutsche Rundfunk und der Südwestfunk dafür zusammengeschaltet. Und dann lauschten wir und lästerten ein bisschen über manche Anrufer, die irgendeinen Unfug erzählten. Dabei gab es immer eine Schätzfrage. „Wie viele Kartoffeln gehen in einen Eisenbahnwaggon?“ oder ähnlich enorm bedeutsame Fragen. Jeder Anrufer musste sie beantworten und wer am nächsten dran war, bekam am Ende vermutlich einen Keks oder so. Die Schätzfrage wurde erst kurz vor Schluss aufgelöst und die Sendung ging ewig, in meiner Erinnerung bis 23:30 Uhr. Irgendwann gingen wir alle ins Bett, meine Schwester, meine Mutter und ich und hörten dort weiter – wir wollten ja die Auflösung der Schätzfrage noch mitkriegen. Aber natürlich schliefen wir jedes Mal ein und erfuhren nie, wie viele einbeinige Frauen im Vorjahr geheiratet haben. Es war ja die selige Zeit ohne Google und Wikipedia. Wir blieben unwissend, haben aber morgens immer sehr gelacht, wenn wir feststellen mussten, dass wir wieder einmal kollektiv versagt hatten. Aber wer kann schon wach bleiben, wenn der „La Montanara-Chor“ singt? Diese Verbindung aus Miteinander und Humor gehört zu den besonders glücklichen Kindheitserinnerungen.

 

Goodfellows: Wenn es möglich wäre, welchen Schriftsteller würdest Du gerne mal treffen und warum?

Heidi Schmitt: Ich hätte gern Robert Gernhardt getroffen. Er war nicht nur ein großer Dichter, sondern wohl auch ein zauberhafter Mensch. Aber das geht ja nicht mehr. Dann würde ich vielleicht gern Jonathan Franzen treffen. Kein Buch hat mir jemals soviel gesagt wie die „Korrekturen“. Vor Ehrfurcht würde ich aber vermutlich kaum ein Gespräch führen können.

 

Goodfellows: Was bedeutet Freiheit für Dich?

Heidi Schmitt: Von den ökonomischen Notwendigkeiten einmal abgesehen lebe ich sehr frei. Das ist mir jeden Tag bewusst und ich bin enorm dankbar dafür. Ich kann tun und lassen und sagen was ich will. Im Alltag zeigt sich Freiheit für mich oft an kleinen Dingen. Freiheit ist zum Beispiel: Bei schönem Wetter mitten unter der Woche mit dem Hund ins Feld fahren, spazierengehen und weit ins Land gucken.

 

Goodfellows: Beschreibe einen Moment, in dem Du uneingeschränkt glücklich warst.

Heidi Schmitt: Glück braucht die Anwesenheit von Unglück, um überhaupt zu existieren. Ich war sehr glücklich, als mein Hund wieder normal auf vier Beinen laufen konnte. Aber das ist nicht uneingeschränkt – die Schmerzen, die Panini hatte und die Sorge um sie sind nicht vergessen. Das wird uns immer begleiten. Manchmal, wenn ich Menschen sehe, deren Hunde auf der Wiese wie bekloppt herumrasen, denke ich: Ihr wisst gar nicht, was ihr da habt. Und oft ist es ja wirklich so: Glück erkennen wir am besten, wenn es uns verlassen hat. Deshalb mag ich das „eingeschränkte“ Glück. Weil man es nicht übersieht.

 

Goodfellows: Danke liebe Heidi, für die ehrlichen und interessanten Antworten … und wenn der „La Montanara-Chor“ im Radio singt, könnte ich auch nicht wach bleiben 😀 .

 

 

Wer ist Heidi Schmitt?

 

Wer weiß das schon genau? Nein, Scherz beiseite. Heidi Schmitt ist Werbetexterin, Autorin und Bloggerin. Sie lebt mit ihrer Mischlingshündin Panini in Frankfurt am Main.

Wenn ich es richtig verstanden habe, haben die Segugio-Mischlingshündin, die Heidi auch liebevoll „das Brötchen“ nennt, und diverse Kreuzbandrisse, die Panini auskurieren musste, dazu geführt, dass Heidi den Hundeblog „Kommst du hierher!“ startete (Kurzfassung) 😉 . Mittlerweile geht es dem Brötchen ganz gut und Heidi hat auch andere Themen aus der Hundewelt beim Wickel. Schaut doch mal bei Heidi vorbei, ich verspreche Euch,  es lohnt sich.

Wer noch mehr von Heidi lesen möchte, kann ja mal in Ihre bereits erschienenen Bücher „Ein Hund namens Brötchen“ (Link zu meiner Rezension HIER), „Jubiläum in der Busspur“ und „Komm, wir laufen aus“ hineinspiekern.

 

Hunde, die nach hinten gucken

Autorin: Heidi Schmitt

Taschenbuch: 208 Seiten

Verlag: Books on Demand; 1. Auflage

ISBN: 978-374-813-2417

Preis: 13,90 Euro

 


Dieser Artikel enthält Werbung. Der obenstehende Link ist ein Affiliate-Link zu Amazon. Wenn Ihr Euch entschieden habt, das Buch zu kaufen und den Weg über diesen Link in meinem Blog zu gehen, würde mich das sehr freuen. Euch entstehen dadurch keine Kosten. Ich erhalte dann eine kleine Provision, die ich wieder in die Pflege des Goodfellows Hundeblogs und die Umsetzung neuer Ideen auf meinem Blog, investieren kann.

Ein Hund namens Brötchen

Von Mitmenschen, Mittieren und anderen Katastrophen

In den letzten vier Tagen habe ich das, mir sonst so verhasste Bahnfahren, schätzen gelernt. Das lag im Wesentlichen daran, dass ich immer mein Frühstücksbrötchen dabeihatte. Nein, nein, ich habe nicht im Zug gefrühstückt, ich habe gelesen. Und zwar das E-Book meiner lieben Blogger-Kollegin Heidi Schmitt über ihren Hund Panini.

Sie nennt ihre Hündin liebevoll das Brötchen. Panini ist ein Hund aus dem Tierschutz, mit allen Herausforderungen, die sein Vorleben so mit sich bringt und ganz offensichtlich ein Schatz. Heidis Buch „Ein Hund namens Brötchen“ ist echtes Seelenfutter. Jedes Wort ist mit Bedacht gewählt, jede Wendung in ihrer gemeinsamen Geschichte ist mal ernsthaft, ab und an kritisch, dann wieder lustig aber durchgehend lebhaft erzählt. Auf diese Art trifft Heidi Schmitt nicht nur das emotionale Zentrum beim Leser, sondern stellt auch sicher, dass die Sachinformationen, die sie an ihre Leser weitergibt akribisch recherchiert und richtig erzählt worden sind.

Ihr erfahrt, warum Heidi Schmitt kein Rudelführer ist und auch nicht sein will, warum nachts manche Hundehalter einfach spurlos verschwinden und wie man manche Passanten, die sogenannten Ja,wieheißtDudenn’s artgerecht behandelt.

Mein Fazit zu diesem Buch: Ein Buch, das gute Laune macht, manchmal ein wenig nachdenklich stimmt aber bei mir auch ein wenig Traurigkeit hinterlassen hat, als ich es ausgelesen hatte. Also liebe Heidi, mach mich wieder froh und schreibe eine Fortsetzung über Dein Leben mit Deiner Panini. Ich warte schon darauf.

Die Autorin Heidi Schmitt ist Werbetexterin, Autorin und Bloggerin und lebt mit ihrem Mischlingshund Panini in Frankfurt am Main. Sie schreibt regelmäßig unterhaltsame und informative Beiträge auf ihrem Hundeblog „Kommst Du hierher!“ . Ihr erstes Buch “Jubiläumsbecher in der Busspur“, in dem sie über das Laufen schreibt, wurde 2013 mit dem autoren@leipzig Award der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet. 2014 erschien der Nachfolgeband „Komm, wir laufen aus“

 

 

Ein Hund namens Brötchen

Autor: Heidi Schmitt

Format: Kindle Edition

Preis: 2,99 Euro

Dateigröße: 4541 KB

Verlag: Books on Demand

Auflage: 1 (04.07.2017)

ASIN: Bo73Q3KN4


Der obenstehende Link ist ein Affiliate-Link zu Amazon. Wenn Ihr Euch entschieden habt, das Buch zu kaufen und den Weg über diesen Link in meinem Blog zu gehen, würde mich das sehr freuen. Euch entstehen dadurch keine Kosten. Ich erhalte dann eine kleine Provision, die ich wieder in die Pflege des Goodfellows Hundeblogs und die Umsetzung neuer Ideen auf meinem Blog, investieren kann.

SaveSave

SaveSaveSaveSave

SaveSave

SaveSave

SaveSave

SaveSave

SaveSave

SaveSave

DOGTARI Wachhunde – Geschenketipp

 

goodfellows-dogtari-cartoon-blog

Lebensnah und humorvoll zeichnet der Cartoonist Olaf Neumann wie es ist, sich mit zwei Hunden ein Haus und sein Leben zu teilen. Ob es nun um die Themen Hund im Bett, Wer belohnt wen mit Leckerchen oder Ist Herrchen leinenführig? geht, der engagierte Hundebesitzer kann sich in nahezu jedem Cartoon wiederfinden. Durch die Texte in den Denk- und Sprechblasen der beiden Doggen Bruno und Scully erfährt er, was seine Lieblinge wirklich über ihn denken.

Die DOGTARI Daily Cartoons entstanden im Jahr 2011 zunächst als Online Projekt www.dogtari.de . Die große graue Dogge Bruno ist ein fiktiver Charakter, zu dem sich Neumann von seiner leider inzwischen verstorbenen Doggendame Rala und dem realen Schäferhundmischling Rumo inspirieren ließ. Später bekam Bruno Gesellschaft von der verspielten und abenteuerlustigen Dogge Scully. Scully lebt tatsächlich mit dem Cartoonist und seiner Familie zusammen und mischt deren Leben ordentlich auf.  So entstehen die auf wahren Begebenheiten basierenden Cartoons.

Foto: Don S.

Foto: Don S.

Und weil Scully den DOGTARI auch in Zukunft mit aller Kraft unterstützen wird, ist der Nachschub an lustigen Cartoons auch in der kommenden Zeit gesichert. Ich verlasse mich da ganz auf Scully und freue mich auch zukünftig auf meinen garantierten Tageslacher.

 

 

 

 

DOGTARI: Wachhunde

Verlag: Panini; Auflage 20. Juli 2015

Gebundene Ausgabe; 64 Seiten

ISBN: 978-3833231773

Preis: 9,99 Euro

 

Dieser Artikel enthält Werbung. Der obenstehende Link ist ein Affiliate-Link zu Amazon. Wenn Ihr Euch entschieden habt, das Buch zu kaufen und den Weg über diesen Link in meinem Blog zu gehen, würde mich das sehr freuen. Euch entstehen dadurch keine Kosten. Ich erhalte dann eine kleine Provision, die ich wieder in die Pflege des Goodfellows Hundeblogs und die Umsetzung neuer Ideen auf meinem Blog, investieren kann.

 

 

SaveSave