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Schlafe liebe Seele, schlafe….

Muna und Finley, bei einem ihrer Rundgänge in unserem Garten.

 

Finley und ich haben eine liebe Freundin verloren. Muna die Golden Retriever Hündin meiner Freundin Bille ist gestorben und es tut uns sehr weh. Vor ein paar Tagen ist sie gegangen und wir wollen sie nicht einfach so ziehen lassen.

Ich erinnere mich noch gut an den Tag, als meine Freundin vor unserer Tür stand und uns Muna vorstellte. Muna kam aus dem Tierschutz und war ein Bild des Jammers. Man hatte in der Vergangenheit nicht gut für sie gesorgt und sie hatte gerade noch einen wilden Wurf Welpen großziehen müssen. Doch trotz dessen, strahlte sie etwas aus. Ich hatte das Gefühl, wenn ich ihr in die Augen schaute, sah ich eine liebevolle, alte, weise Seele.

Trotz dieser schlechten, vergangenen Jahre hatte Muna das Vertrauen in die Menschen nicht verloren. Ich hieß sie willkommen, sie schreckte nicht zurück. Sie genoss die Aufmerksamkeit. Von Finley ließ sie sich beschnuppern. Er war ganz vorsichtig, damals war das noch keine Selbstverständlichkeit bei ihm aber er hatte Respekt. So sollte es auch in der Zukunft bleiben.

Bei meiner Freundin hatte Muna genau den richtigen Platz gefunden. Bille tat das, was sie am besten kann. Aufpäppeln, sich kümmern, Liebe geben. Und schon nach kurzer Zeit erholte sich Muna sichtlich. Sie legte an Gewicht zu, das Fell wuchs nach und begann zu glänzen. Erstaunlich schnell fasste Muna Vertrauen in ihre neue Familie. Sie schien langsam daran zu glauben, dass das Leben noch Schönes für sie bereithielt. Bille und Muna wurden unzertrennlich – ein Glücksfall für beide.

Die beiden bildeten ein tolles Team und weil Frau und die Hündin von Welt ja eine Aufgabe brauchen, entschied Bille eines Tages eine Ausbildung mit Muna zu machen. Als Muna und Bille dann ihre Prüfungen bestanden hatten und Muna offiziell anerkannter Malteser-Besuchshund war, platzten beide vor Stolz. Von da an gingen sie regelmäßig in eine Einrichtung in unserer Nähe und besuchten Menschen mit unterschiedlichen Handycaps.

Muna hatte aber manchmal auch einen kleinen Schalk im Nacken. Sie drehte nämlich ab und an gerne mal ein paar Extrarunden – allein. Egal wie gut das Grundstück auch gesichert war, sie fand eine Lücke, um zu entwischen. Dabei ging sie, wie es sich gehörte, auf dem Fußweg. Wollte sie in unserem Ring die Straßenseite wechseln, wartete sie bis jemand kam. Dann sah sie ihn intensiv an und wartete darauf, dass derjenige begriff, das die „alte Dame“ über die Straße geleitet werden wollte. Gelegentlich kam sie zu uns auf Stippvisite.

Ich erinnere mich an unser „erstes Mal“. Muna saß vor unserem Eingang als Finley und ich von unserem Spaziergang nach Hause kamen. Ganz ruhig und geduldig. Ich schloss die Tür auf, Finley ging rein. „Na komm meine Süsse, Du auch…“, lockte ich sie. Muna zögerte. Da ging Finley wieder raus und stupste Muna wiederholt mit der Nase an und unsere Treppe hoch. Alles lief so friedlich ab, einfach schön.

Wer Muna kannte brauchte keine Rescue-Tropfen mehr, keinen Baldrian. Wenn Muna durch die Tür kam, brachte sie ein Gefühl von Frieden mit. Eine alles um sich greifende Entspanntheit, die man in Flaschen hätte abfüllen sollen, 50 ml Eau de Canine „Just Muna“ – das wär’s gewesen.

Finley und ich werden diese liebe und seelenvolle Hündin schmerzlich vermissen.

 

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