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Angeleint! Entspanntes Leinentraining für Mensch und Hund

Das neue Buch von Katharina von der Leyen

 

 

Es ist ja kein Geheimnis mehr, dass Finley und ich ab und an ein klitzekleines Problem mit der Leinenführigkeit hatten. Finley glaubte, dass jeder Spaziergang nur dazu da war, dass er im Turbotempo frischen Spuren nachschnüffeln durfte oder dazu, dass er die Rüden aus unserer Straße verhauen durfte. Vive la Liberté!

 

Leinenführigkeit – ein Unwort für Finley

 

Ich hingegen glaubte fest und unverbrüchlich daran, dass Spaziergänge meiner Erbauung, meiner Entspannung und der Stärkung meines inneren Ooohhmmms dienen sollten. Theorie und Praxis lagen da oft sehr weit auseinander. Finley reichten im Schnitt schlappe drei Meter um mich in die Realität zurück zu katapultieren.

 

Menschen, schaut zuerst auf Euch

 

Hätte es dieses Buch von Katharina von der Leyen damals schon gegeben, wäre es mir eine große Hilfe gewesen. Neben praktischen Anleitungen, wie Schritt für Schritt Teilziel nach Teilziel zu erreichen sind, zieht sich eine Botschaft wie ein roter Faden durch alle Kapitel dieses Buch:

„Wenn es zwischen Dir und Deinem Hund nicht funktioniert, schau zuerst auf Dich und frage Dich was Du an Deinem Verhalten ändern kannst, damit Dein Hund kooperiert.“

 

Der Hund als Spiegel menschlichen Empfindens

 

Immer wieder macht die Autorin darauf aufmerksam, dass Hunde in der Regel direkte Reaktionen auf das menschliche Verhalten ihrer Halter zeigen. Sie macht das auf eine sehr sachliche Art und ganz ohne erhobenen Zeigefinger. Sie erklärt einfach und verständlich wie Stimmungsübertragungen über die Leine funktionieren und wie man es umgehen kann, dass das falsche Signal beim Hund ankommt.

 

Hundeverhalten verstehen, ist schon die halbe Miete

 

Der Trainingsansatz, den Katharina von der Leyen aufzeigt, ist kein stures Ableisten von Arbeitsdrill sondern orientiert sich am Verhalten und der Erlebniswelt unserer Hunde. Das erscheint auf den ersten Blick vielleicht wenig konkret, ist aber bei näherer Betrachtung ein freundlicher und entspannter Weg zu einem guten Zusammenleben mit unseren Hunden. Letztlich ist alles was die Autorin schildert, anrät und erklärt, logisch nachvollziehbar und mit sehr wenig Aufwand nachzumachen.

 

Unbedingt lesen – es hilft egal wie lange ihr schon einen Hund habt

 

Finley und ich haben unser Leinenproblem in den vergangenen Jahren mit einigen geringen Abweichungen auf diese Art gelöst. Es ist nicht immer der Weg des schnellen Erfolgs aber der Weg zu einer nachhaltigen, zuverlässigen Erziehung unseres Hundes. Und wenn es zwischendurch mal wieder hakt, was durchaus vorkommt, frage ich mich: „Was habe ich an meinem Verhalten geändert, dass Finley so reagiert?“ Außer bei Katzen, da weiß ich, die hasst er wirklich. Da hilft auch kein Leinentraining.

 

Als Fazit lässt sich sagen, dass ich dieses Buch jedem Hundehalter guten Gewissens empfehlen kann. Es lohnt sich, sich einmal auf diesen anderen und wohltuenden Ansatz in der Hundeerziehung einzulassen.

 

Zur Autorin:

Katharina von der Leyen arbeitet seit den 80er Jahren als Journalistin für das „Who is Who“ der Printbranche von der „Bunten“ über die „Vogue“ oder die „Bild am Sonntag“ bis hin zur „Zeit“. Ihr Herz hat sie aber schon vor vielen Jahren dem Thema Hund verschrieben. Sie dokumentiert das Zusammenleben mit ihren mittlerweile acht Hunden (die Pflegehunde nicht mitgezählt) im eigenen Online Magazin Lumpi4, in Tageszeitungen und zahlreichen Büchern.

So ist sie im Laufe der Jahre zu einer der bekanntesten Hundeexpertinnen Deutschlands für die Haltung und das Zusammenleben zwischen Mensch und Hund geworden. Die Autorin hat nach eigener Aussage bis heute noch nie einen Hund getroffen, den sie nicht mochte.

 

Angeleint!

Autor: Katharina von der Leyen

Verlag: GRÄFE UND UNZER Verlag GmbH

ISBN: 978 3833 866 456

Preis: 19,99 Euro

 

 


Dieser Artikel enthält Werbung. Der obenstehende Link ist ein Affiliate-Link zu Amazon. Wenn Ihr Euch entschieden habt, das Buch zu kaufen und den Weg über diesen Link in meinem Blog zu gehen, würde mich das sehr freuen. Euch entstehen dadurch keine Kosten. Ich erhalte dann eine kleine Provision, die ich wieder in die Pflege des Goodfellows Hundeblogs und die Umsetzung neuer Ideen auf meinem Blog, investieren kann.

„Fuß“, „Fuhuuuß“, „Fussssjetzt!!!“, „GehFußDudickköpfigerBlubberko…*+#+**##*!“

 

„Fuß“, „Fuhuuuß“, „Fussssjetzt!!!“, „GehFußDudickköpfigerBlubberko…*+#+**##*!“

Jeder kennt das auf irgendeine Weise. Man freut sich auf einen Spaziergang und der Hund flippt aus, zieht wie eine Dampflokomotive an der Leine, macht was er will. Bei Finley, meinem Rüden, stand das täglich auf seiner To-Do-Liste. Als Finley bei mir einzog, hatte ich keine Ahnung was Leinenführigkeit eigentlich bedeutet. Und wie ich bald feststellen sollte, verstand auch jeder Hundetrainer etwas anderes darunter.

Kleine Zusammenfassung:

Bei Fuß gehen, auf der linken Seite, auf der rechten Seite, ohne zu Schnüffeln oder Schnüffeln erlaubt, den Hundeführer anschauen oder in die Ferne, Pinkeln ist böse, Bedürfniserledigung nach vorherigem Freigabesignal okay. Hund läuft an langer, lockerer Leine, vor, neben oder hinter Dir, hinter Dir aber niemals vor Dir, während des Laufens mit dem Hund reden, nicht quatschen, bei Fehlverhalten ein deutliches NEIN raushauen, oder lieber ein sanftes SCHADE säuseln, alternativ ignorieren und dann, wenn Wohlverhalten folgt, großes Kino und loben, loben, loben. Leinenführigkeit, die Geißel aller Hundehalter.

Auf meiner verzweifelten Suche nach dem Schalter, den ich bei meinem Hund umlegen musste, damit er gewillt war, ordentlich an der Leine zu gehen, entdeckte ich vor allem meine ungeahnte Fähigkeit Schmerzen zu ertragen. Wenn 36 Kilo Muskelmasse in die Leine gehen, dann zwiebelt das – und wie. Dass die Lösung nicht mit 0815-Drill zu tun haben würde, ich sie bei mir und meinem Hund finden und es mit Verstehen und Verständnis zu tun haben würde, habe ich erst später entdeckt.

Vorher begann für mich eine Odyssee durch unzählige Hundeschulen. Ich musste mit einem am Kurzführer hängenden, empörten Finley 45 Minuten im Stechschritt auf- und ablaufen. „Der gibt schon irgendwann auf“, brüllte der Platzchef. Pustekuchen, nicht mein Rüde!

Der nächste Trainer verlangte von mir, ein Baum zu sein. Ich sollte jedes Mal, wenn ich Zug auf der Leine spürte, konsequent stehen bleiben und erst dann weitergehen, wenn mein Rüde lockerließ. Freiwillig *grins! Ratet mal – richtig! Finley und ich verbrachten die Unterrichtsstunde im Stehen, während die anderen Teilnehmer und ihre Streberhunde um uns herumflanierten. Pssst, kleiner Tipp von mir – Druckabbau geht anders.

Die nächste Trainerin war ein Geheimtipp in unserer Vorstadt. Gisela, ehemalige Sozialpädagogin, sagte: „Du musst Deinen Hund zuerst im Universum treffen.“ Ich soll WAS? Ach, was soll’s, dachte ich. Ich war verzweifelt, zu allem bereit, wenn ich nur einmal 100 schmerzfreie, entspannte Meter mit diesem Hund schaffen könnte, würde ich mich dafür auch in den Orbit schießen. Gisela weiter: „Wir bauen jetzt Deine Chakren auf.“ Sie gab mir die Anweisung, die Arme auszubreiten, über den Platz zu schreiten und dabei folgende Sätze zu skandieren: „Ich KANN das“, „Folge mir“ und „ICH bin das Universum!“ Ziel war es, dass Finley von mir so hingerissen sein sollte, dass er mir fortan bedingungslos folgen würde. Also stolzierte ich wie eine bekiffte Sektenchefin, kurz bevor sie ihre Anhänger in den kollektiven Selbstmord trieb, über das grüne Gras. Derweil hatte sich mein Rüde am Rasenrand niedergelegt und betrachtete mich skeptisch. Bedingungsloses Folgen, keine Spur. Warum auch? Frauchen war offensichtlich irreversibel durchgeknallt und in keiner Weise mehr zurechnungsfähig.

Ich war erschöpft, Finley auch, wir brauchten eine Pause. Ich begann, mir die richtigen Fragen zu stellen. Was war mir wichtig im Zusammenleben mit meinem Hund? Was davon entsprach auch Finleys Charakter?  Kadavergehorsam war von ihm nicht zu erwarten und den wollte ich auch nicht. Ich musste lernen, ihn besser zu verstehen, dann würden wir gemeinsam einen Weg finden. Zahlreiche Seminare zum Thema Hundeverhalten, Lerntheorien und Jagdverhalten folgten. Dort lernte ich die Signale meines Hundes zu deuten, seine Aufmerksamkeit bei mir zu halten. Und je besser ich ihn verstand, desto kooperativer wurde Finley. Und viel wichtiger, wir hatten plötzlich viel Spaß miteinander.

Diese Erfahrung ist für mich heute ein zentraler Ausgangspunkt meiner Arbeit als Hundetrainerin. Ich bin sehr offen für die Nöte und Emotionen anderer Hundebesitzer. Ich schaue immer zuerst, was ich dem Menschen abverlangen kann. Ich versuche, den Menschen zu stützen, nicht zu demoralisieren. Schließlich ist er das halbe Team. Dann betrachten wir gemeinsam den Hund. Welche Möglichkeiten und Hypotheken bringt er mit? So entstehen für jedes Team individuelle Trainingsstrukturen.

Für Finley und mich gilt inzwischen leben und leben lassen. Es ist nicht mehr von Bedeutung, ob er neben, vor oder hinter mir läuft. Wichtiger ist, dass ich jederzeit seine Aufmerksamkeit erlangen kann und das klappt gut. Die übrige Zeit darf er schnuppern, sich lösen und in die Ferne gucken. So konnte auch Finley sich entspannen. Wir sind jetzt ein Team, kämpfen nicht mehr gegeneinander. Unser Fazit: Der Begriff Leinenführigkeit ist dehnbar. Er bedeutet genau das, was ein Team braucht, um zufrieden zusammen leben zu können. Es gibt nicht nur den EINEN Weg. Die Suche nach dem Richtigen schweißt zusammen. Finley und ich sind dann mal unterwegs, in unserem Universum…

 

 

 

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„Fuß“, „Fuhuuuß“, „Fussssjetzt!!!“- Goodfellows‘ Gastbeitrag in Wuff das Hundemagazin

 

Als Maximilian Pisacane von Gassireport mich fragte, ob ich Lust hätte, an einem Blogger-Special des Hundemagazins WUFF teilzunehmen, habe ich sofort begeistert zugesagt.  Ich selber lese die WUFF gerne. Also nichts wie an den PC, dachte ich. Und dann, sagte Max ganz beiläufig: „Dein Thema wäre die Leinenführigkeit, Birgit.“ Oh-Mann-Oh-Mann, dachte ich …. ausgerechnet DAS …. das kann ja heiter werden … wurde es auch 😉 …

Leinenführigkeit ist in unserer schönen Hundewelt, mein persönlicher Alptraumbegriff. Übrigens eine Abneigung, die mein Rüde Finley voll und ganz mit mir teilt.  Lediglich die Gründe für unsere Aversion und deren Auswirkungen zeigen sich bei uns auf völlig unterschiedliche Art und Weise.

Während ich mich immer noch an dem Glauben festbeiße, dass da noch was geht *glucks, befindet sich mein Hund seit acht Jahren im Widerstand. Motto: Ich könnte ja, aber ich will halt nicht! Was das angeht, ist Finley wahrscheinlich schon längst Mitglied der französischen Hunde-Ehrenlegion und trägt stolz die „Medaille de la rèsistance“.

Wenn Ihr jetzt Lust auf mehr bekommen habt, lest doch auch meinen Artikel in der aktuellen Ausgabe der WUFF (Klick hier).

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