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Jamie

Biografie eines Vierbeiners

 

 

 

 

Ich liebe ja gerade die Bücher sehr, die mich dazu bringen an Meinungen zu rütteln, bestimmte Dinge in Frage zu stellen oder auch zu neuen Erkenntnissen zu gelangen. Das Buch von Miriam Heruth ist so ein Buch.

Als ich den Klappentext des Buches „Jamie“ von Miriam Heruth durchlas, war meine Reaktion verhalten. Okay, dachte ich ein Hund aus schlechter Haltung findet ein schönes Zuhause. Augenblicklich hatte ich eine feste Vorstellung von der gesamten Story. Wie ich dann beim Lesen feststellte, kann man sich aber auch mal irren. Soviel sage ich schon mal vorab, der Klappentext dieses Buches wird seinem Inhalt absolut nicht gerecht.

 

Gut unterhalten ins Ungewisse lesen

 

Dieses Buch geht inhaltlich nie den erwarteten Weg, der Leser wird immer wieder durch unerwartete Wendungen überrascht. Ich selber habe sehr schnell aufgehört mir darüber Gedanken zu machen, was wohl als Nächstes passieren wird, ich ließ mich einfach treiben.

Die Erzähler lösen sich in diesem Buch nahtlos ab, da muss man ab und an schon mal richtig gut aufpassen, dass man nicht den Anschluss verliert. Da berichtet Jamie, der Dalmatiner, über Erlebnisse, Gefühle und Wünsche. Dann wiederum erzählt Miriam Heruth von ihrem Beruf, der ihr eine so ganz andere Sichtweise auf das Leben ermöglicht. Später gesellt sich noch Ridgeback Hündin Laila zu dem Erzähler Team und bereichert das Buch durch ihre Beiträge. Diese Wechsel machen das Buch lebhaft und interessant.

 

Emotionen und Skepsis vereint auf einem Pfad

 

So fesselnd die Lebenswege der drei Protagonisten und ihr Zusammentreffen auch sind. Was dieses Buch in meinen Augen so besonders macht, ist dass es Emotionen zum Leser transportiert und zwar ganz pur und unverfälscht. Ich habe selten vorher ein Buch gelesen, bei dem ich so stark mitempfunden habe.

 

Wer mich kennt weiß, dass ich dem Themen-Komplex Tierkommunikation gegenüber skeptisch eingestellt bin. Vielleicht liegt es aber auch nur daran, dass es für mich so wenig greifbar ist. Beim lesen hatte ich einige Momente, die mich stutzen ließen … aha, so gehts auch … vielleicht ja doch … hmmm, darüber muss ich einmal nachdenken. Ich will nun nicht behaupten, dass dieses Buch meine Skepsis gänzlich verschwinden ließ, das wäre viel zu weit gegriffen. Wenn allerdings der Glaube an bestimmte Kommunikationswege, egal ob ich es nun nachvollziehen kann oder nicht, zu einem so innigen Verhältnis wie zwischen der Autorin und ihren Hunden führt, hinterfrage ich das nicht mehr. Dann ist doch alles richtig gelaufen.

 

Fazit

 

Meine Großmutter hat immer gesagt „Es gibt mehr Dinge im Himmel und auf Erden, als Deine Schulweisheit sich träumen lässt“. Also in diesem Sinne, liebe Miriam Heruth: „Danke für dieses so besondere Buch, ich habe mich sehr gut unterhalten. Und ein wenig nachdenklich bin ich auch geworden.“

 

 

Kurzinterview mit der Autorin Miriam Heruth

 

Foto: Miriam Heruth

Goodfellows: Man liest häufig von der sogenannten artgerechten Auslastung der Hunde. Was verstehen Sie darunter?

 

Miriam Heruth: Eine artgerechte Auslastung für einen Hund bedeutet in meinen Augen nicht nur mit ihm Gassi zugehen. Wie lange und wie oft, hängt von der jeweiligen Rasse und den damit verbundenen Bedürfnissen ab. Ausgesprochen wichtig finde ich es, wenn man nur einen Hund hat, so wie ich momentan, seinen Hund mit Artgenossen rennen und toben zu lassen. Hunde sind Rudeltiere und brauchen den Kontakt zu Ihresgleichen. So freue ich mich auch, wenn ich  kleine Hunderassen auf der lang gestreckten Hundewiesen treffe.

Meine jetzige Ridgeback-Hündin Nala, ist zwar von ihrer Rasse her ein Laufhund, aber am Rad zu laufen ist ihr zu langweilig. Sie möchte lieber mit Ihresgleichen rennen, toben und hopsen, hat ja auch ein Einzelhundeschicksal. Wenn wir alleine unterwegs sind, dann beschäftige ich sie immer mal zwischendurch mit Dummysuche, kleinen Übungen fürs Köpfchen – durch die Beine gehen – im Kreis drehen – oder Kreativ-Übungen. Sie muss sich was ausdenken, was dann belohnt wird. Da sie nie bellt, wird in dem Zusammenhang auch bellen belohnt.  Die Zeit beim Gassigehen gehört meinem Hund.

Das Eine ist das Draußen sein, wir schaffen täglich Minimum 2 Stunden und das Andere die Kopfauslastung. Hunde leben in einer Geruchswelt, die uns Menschen in den Dimensionen einer Hundenase verborgen bleibt. Das für die Auslastung des Hundes zu nutzen, bedient seinen ausgeprägtesten Sinn. Das muss nicht immer gleich Mantrailing sein, wobei Nala es liebt und wir einmal pro Woche mit einer Hundetrainerin trailen. Alleine Futter im Haus, im Garten, in der Wohnung oder beim Gassigehen zu verstecken bringt Abwechslung in den Hundealltag und stärkt das Mensch-Hund-Gefüge. Darauf kommt es ja letztendlich an, bei und mit seiner Aufmerksamkeit beim Hund zu sein. Wenn mein Hund spürt, dass ich bei ihm bin, ihn zur Not auch beschütze, so dass er, wenn er unsicher ist zu mir kommt, dann braucht es auch nicht viele Worte um ihn zu führen. Das Gesamtpaket ist in meinen Augen eine artgerechte Auslastung.

 

 

Goodfellows: Wenn Sie die Wahl hätten, was würden Sie am Verhältnis der Hundehalter untereinander ändern?

 

Miriam Heruth: Da fällt mir natürlich als erstes mehr Verständnis für Hunde ein, die nicht so kompatibel sind. Aber viele Missverständnisse unter Hundehaltern entstehen aus Unwissenheit oder aus der eigenen Angst heraus. Ich glaube, wenn Halter ihre Hunde besser lesen könnten, sie in ihrer Kommunikation besser einschätzen könnten, würde der Mensch seine Angst verlieren und der Hund dürfte Hund sein. Hunde sind im Grundwesen sozial kompetente Lebewesen, von denen wir uns eine Scheibe abschneiden können. Unsere Hunde lesen in kürzester Zeit, wie in einem aufgeschlagenen Buch in uns – sie durchschauen uns und sind gleichzeitig von uns abhängig. Wenn wir Angst haben, spüren und riechen sie unsere Hormonausschüttung und reagieren darauf. Je entspannter wir sind, um so entspannter ist unser Hund. Die berühmte Wechselwirkung.

Nun gibt es nicht nur Hundehalter die ihre Angst auf den Hund übertragen sondern auch ängstliche Hunde. Wenn ich das sehe, lasse ich meinen nicht auf den Anderen zurennen, beim beliebten Mobben (Hunde können das auch) unterbinde ich das. Und an der Leine vermeide ich Hundekontakt, da keiner von beiden ausweichen kann. Für mich Grundregeln im Miteinander.

Jamie, mein Dalmatinerrüde nannte unser Hundetraining immer Menschentraining. Heute weiß ich, dass er damit nicht verkehrt lag. Ich hatte damals viel zu lernen.

 

Goodfellows: Könnten Sie sich vorstellen, wieder einmal ohne Hund zu leben?

 

Miriam Heruth: Laila starb in der Nacht ohne Vorankündigung, das war gefühlt wie heimlich sterben. Und Jamie hörte nach Lailas Tod auf zu fressen und verstarb zwei Monate später. Wenn ich ehrlich bin, wollte ich nie wieder einen Hund haben. Fast ein Jahr lang weigerte ich mich strickt, eine neue Hundeseele aufzunehmen. Ich hatte nicht den Mut, noch einmal verlassen zu werden. Jetzt muss ich zugeben; Nala macht ihrem Namen Ehre, sie ist mein Geschenk von Jamie und Laila und tut mir unendlich gut. Früher habe ich über den Spruch: „ Einmal Hund immer Hund“ , gelacht. Heute begreife ich deren Tragweite.

 

Goodfellows: Haben Sie einen Lieblingsort und warum ist er das?

 

Miriam Heruth: Ich habe viele Lieblingsorte. Orte wo wir durch den Wald streifen und ich das Gefühl habe, aufzutanken. Orte, wo jetzt Nala Spielkameraden findet.

Orte, wo ich mich mit Freunden treffe und die Hunde herumtollen können. Auch einsame Orte während der Läufigkeit. Berlin, wenn ich meine Familie besuche und all die Orte von Freunden. Amrum ist mit seinem breiten Kniepsand Strand mein Favorit für einen Urlaub und Bergwandern liebe ich noch aus der Zeit als ich in Murnau lebte.

 

Goodfellows: Wenn Sie die Möglichkeit hätten, den Menschen im Umgang mit Hunden eine bestimmte Fähigkeit zu verleihen, welche wäre das?

 

Miriam Heruth: Sehen – fühlen – verstehen – vertrauen und die Angst loslassen – in die Liebe mit unseren Hunden gehen. Ein Hund verfügt über eine Herzenergie die uns Menschen leider nur selten offenbar wird. Leider kann ich mich da nicht ausschließen, aber ich bemühe mich.

Mein Wunsch ist es, unseren Hunden ein artgerechtes Leben zu ermöglichen, sie nicht als Ersatz zu menschlichen Beziehungen zu sehen, ihnen Raum geben Hund zu sein – sie zu sehen.

Das größte Geschenk von ihnen an uns ist, sie wie durch einen unsichtbaren Faden zu führen. Ein Gefühl der Einheit – beglückend und erlösend – ein Geschenk.

 

Wer ist Miriam Heruth

 

Foto: Miriam Heruth

Miriam Heruth ist selbständige Osteopatin. In ihrem Beruf benötigt sie eine besondere Wahrnehmungsfähigkeit. Durch Fortbildungen hat sie diese für ganz besondere Wahrnehmungsbereiche, die im Alltag kaum genutzt werden, sensibilisiert.

Weitere Fortbildungen zum Thema Tierkommunikation erlauben es ihr, im Zusammenleben mit ihren Hunden deren vielfältige Kommunikationsebenen untereinander zu erkennen und letztendlich von ihren Hunden zu lernen, wie der Mensch mit ihnen eine Einheit bilden kann. Eine besondere Begabung. (Quelle: ihleo Verlag)

 

 

Jamie

Autor: Miriam Heruth

Verlag: ihleo Verlag

ISBN: 978-3940926852

Preis: Taschenbuch 9,95 Euro

 

 

 

 

 

 


 

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Vorstadt On The Rocks – ein Wintermärchen

Was sich anhört wie ein schmackhafter Cocktail zur Happy Hour, macht mich eigentlich alles andere als happy.

Jaaa, ich weiß ich jammere. Winter ist nun mal nicht meine favorisierte Jahreszeit.

Das ist nicht immer einfach, wenn man mit einem Österreicher verheiratet ist, der die ersten sechs Jahre seines Lebens in der Steiermark verbracht hat.  Vom ersten Tag unserer Beziehung an, hörte ich Kindheits-Geschichten von Schlittenfahrten bei minus 15 Grad die Bergstraßen herunter, gewonnenen Skirennen im zarten Alter von vier!!! Jahren und Eisblumen, die die Gardinen vor den Kinderzimmerfenstern überflüssig machten. Vor meinem inneren Auge entstand das Bild eines drolligen, kleinen Jungen, der sich seine Milchration in Form von Eiszapfen vom Kuh-Euter schlagen musste, um seinen täglichen Bedarf an Kalzium abzudecken. Aber was immer mein Mann mir auch von früher erzählte, bis heute kann mich klirrende Kälte nicht in die gleiche Ekstase versetzen wie ihn.

 

Mein neues Mantra: Nicht jammern Birgit…

 

Aber diese Woche hat es mich dann doch gepackt. Frau Holle hat Hamburg einen schönen weißen Mantel aus Puderschnee angezogen und die Sonne lacht dazu. Mein lieber Mann hatte zwei Tage frei und wollte das tolle Licht ausnutzen, um schöne Fotos von Finley und mir zu machen. Also hat mein inneres Ooohmmm seine Pudelmütze aufgesetzt und mir mein neues, persönliches Mantra vorgegeben: Nicht jammern Birgit, der Winter ist toll, nicht jammern ….!

Tja, also was soll ich sagen, für schöne Fotos mache ich ja fast alles. Und wie immer hatte mein Mann nicht zu viel versprochen. Ich zeige Euch mal unser Wintermärchen in Bildern.

 

Für Finley bedeutet dieses Wetter puren Spaß. Geruchsspuren werden für die Ewigkeit konserviert und überlagern sich auf abenteuerliche Weise. Die Nachrichten an seiner wichtigsten Funk-Fichte erzählen jetzt viel längere Geschichten und manchmal dauert es deshalb viel länger als sonst, bis Finley seine persönliche Marke darüber gesetzt hat. Da heißt es Geduld haben …. *bibberklapperzitter ….

Ach ja, mein Mantra – nicht jammern Birgit, der Winter ist toll, nicht jammern ….

 

Das Foto-Set gehört mir allein

 

Bäume umarmen tröstet ungemein, wenn der eigene Hund einen nicht auf seinen Fotos haben möchte

Und dann hatte Mister Fotoshooting auch noch seine Diva-Allüren. Er wollte sich nämlich nicht mit mir fotografieren lassen. Offensichtlich wollte er den Platz vor der Kamera nicht teilen. Ich habe wirklich alles versucht, ihn umzustimmen. Zuerst mit Unterordnung – „Finley Platz!“. Er machte das dann auch. Doch sobald ich mich neben ihn hockte, sah er mich verschmitzt an, stand ruhig auf und legte sich zwei Meter weiter wieder ab. Also verschwand ich im Unschärfe-Bereich.

Na dann eben anders, dachte ich und lockte Finley mit First-Class-Leckerchen. Die hat er dann auch gerne angenommen aber für mich gab es immer noch kein Partnerfoto.

Danach habe ich es mit List versucht. Ihr werdet es nicht glauben, aber ich habe versucht, mich an meinen Jagdhund anzuschleichen. Ich muss wohl nicht erzählen, wie das ausgegangen ist. Richtig – kein Foto für Birgit. Also habe ich mich locker gemacht und habe meinen Mann und sein Model mal machen lassen. Und glaubt mir, Bäume umarmen tröstet ungemein, wenn einen der eigene Hund nicht auf seinen Fotos haben möchte.

 

Und dann: Birgit ich habe doch noch ein Foto für Dich

 

Und dann, als Finley sich müde geposed hatte, kam ich dann doch noch zum Zug. Auf unserem Weg nach Hause bekam ich dann meine Partnerfotos.

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Upside-Down Dogs

Die Englische Bulldogge ist ein kleiner Sonnenanbeter Foto: Serena Hudson/Knesebeck Verlag

Ich bin schockverliebt! Verliebt in Pausbacken, Knutschkugeln, Moppellefzen und Pummelschnuten.

Die Fotografin Serena Hodson hat für uns ein paar Hunde, nach allen Regeln der Fotografierkunst „auf’s Kreuz gelegt“. Was ich so erstaunlich finde, diese Position scheint aus jedem abgebildeten Hund das Beste herauszuholen. Es scheint als würde in Rückenlage der Charakter eines jeden Hundes in Erscheinung treten. Mein Favorit, Simon die Bulldogge, genießt einen Sonnentag am Strand. Die Kunst, das Leben von der schönen Seite zu nehmen, beherrscht Simon aus dem ‚FF‘. Dafür braucht er nur einen Strand, einen Liegestuhl und einen Sonnenschirm.

 

Yuki, der Japanische Spitz ist ein Clown

Jedes Bild in diesem, im Knesebeck Verlag erschienenem Fotobuch, erzählt eine kleine Geschichte über den abgebildeten Hund. Da Serena Hudson auf begleitende Texte verzichtet hat, bleibt viel Platz für die eigene Fantasie, bei der Interpretation der insgesamt 125 Bilder. Auch wenn das Buch die besondere Vorliebe der Autorin für plattnasige Rassen dokumentiert, gelingt es Hodson auch die Vielfalt der heute existierenden Hunderassen aufzuzeigen.

 

 

 

Elegant, auch wenn die Welt auf dem Kopf steht

Vom eleganten Afghanischen Windhund,über unterschiedliche Jagdhundrassen, bis hin zum Staffordshire Bullterrier, sind auch exotische Rassen, wie zum Beispiel ein Xoloitzcuintle vertreten.

Ich finde, dieses Buch ist ein schönes Geschenk für jeden Hundefreund. Ein kleiner Tipp: Kauft gleich zwei Exemplare, denn wenn Ihr dieses  erst einmal aufgeschlagen habt, werdet Ihr es nicht mehr hergeben wollen. Dieses Buch ist ist ein Wundermittel gegen Stress, es macht einfach gute Laune.

 

 

Serena Hodson, geboren in Neuseeland, lebte lange als Grafikdesignerin in London, bevor sie nach Australien ging. Ihre beiden Hunde Rocco und Simon sowie Ralph, der Dackel ihrer Schwester, wurden bald zu ihren beliebtesten Fotomotiven. Als sie mit dem Fotografieren begann, sah sie es zuerst nur als Hobby an. Das änderte sich schnell, sie begann die kreative Arbeit mit der Kamera zu lieben. Die Idee zu diesem Buch entstand aus einem simplen Gedanken – die Zufriedenheit und Freude von sich genüsslich auf dem Rücken räkelnden Hunden abzulichten. Ihre Fotografien werden bereits international ausgestellt. Bei Knesebeck erschien bereits Dackel Ralph erklärt die Welt. 

 

Der folgende Link ist ein Affiliate-Link. Wenn Ihr Euch entschieden habt, das Buch zu kaufen und den Weg über diesen Link in meinem Blog zu gehen, würde mich das sehr freuen. Ich verdiene dann eine kleine Provision, die ich dann wieder in die Pflege meines Blogs investieren kann.

 

Upside-Down Dogs

Autor: Serena Hodson

Verlag: Knesebeck Verlag, Deutsche Erstausgabe

ISBN: 978-3-95728-156-2

Preis: 15,00 Euro

 

 


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Schlafe liebe Seele, schlafe….

Muna und Finley, bei einem ihrer Rundgänge in unserem Garten.

 

Finley und ich haben eine liebe Freundin verloren. Muna die Golden Retriever Hündin meiner Freundin Bille ist gestorben und es tut uns sehr weh. Vor ein paar Tagen ist sie gegangen und wir wollen sie nicht einfach so ziehen lassen.

Ich erinnere mich noch gut an den Tag, als meine Freundin vor unserer Tür stand und uns Muna vorstellte. Muna kam aus dem Tierschutz und war ein Bild des Jammers. Man hatte in der Vergangenheit nicht gut für sie gesorgt und sie hatte gerade noch einen wilden Wurf Welpen großziehen müssen. Doch trotz dessen, strahlte sie etwas aus. Ich hatte das Gefühl, wenn ich ihr in die Augen schaute, sah ich eine liebevolle, alte, weise Seele.

Trotz dieser schlechten, vergangenen Jahre hatte Muna das Vertrauen in die Menschen nicht verloren. Ich hieß sie willkommen, sie schreckte nicht zurück. Sie genoss die Aufmerksamkeit. Von Finley ließ sie sich beschnuppern. Er war ganz vorsichtig, damals war das noch keine Selbstverständlichkeit bei ihm aber er hatte Respekt. So sollte es auch in der Zukunft bleiben.

Bei meiner Freundin hatte Muna genau den richtigen Platz gefunden. Bille tat das, was sie am besten kann. Aufpäppeln, sich kümmern, Liebe geben. Und schon nach kurzer Zeit erholte sich Muna sichtlich. Sie legte an Gewicht zu, das Fell wuchs nach und begann zu glänzen. Erstaunlich schnell fasste Muna Vertrauen in ihre neue Familie. Sie schien langsam daran zu glauben, dass das Leben noch Schönes für sie bereithielt. Bille und Muna wurden unzertrennlich – ein Glücksfall für beide.

Die beiden bildeten ein tolles Team und weil Frau und die Hündin von Welt ja eine Aufgabe brauchen, entschied Bille eines Tages eine Ausbildung mit Muna zu machen. Als Muna und Bille dann ihre Prüfungen bestanden hatten und Muna offiziell anerkannter Malteser-Besuchshund war, platzten beide vor Stolz. Von da an gingen sie regelmäßig in eine Einrichtung in unserer Nähe und besuchten Menschen mit unterschiedlichen Handycaps.

Muna hatte aber manchmal auch einen kleinen Schalk im Nacken. Sie drehte nämlich ab und an gerne mal ein paar Extrarunden – allein. Egal wie gut das Grundstück auch gesichert war, sie fand eine Lücke, um zu entwischen. Dabei ging sie, wie es sich gehörte, auf dem Fußweg. Wollte sie in unserem Ring die Straßenseite wechseln, wartete sie bis jemand kam. Dann sah sie ihn intensiv an und wartete darauf, dass derjenige begriff, das die „alte Dame“ über die Straße geleitet werden wollte. Gelegentlich kam sie zu uns auf Stippvisite.

Ich erinnere mich an unser „erstes Mal“. Muna saß vor unserem Eingang als Finley und ich von unserem Spaziergang nach Hause kamen. Ganz ruhig und geduldig. Ich schloss die Tür auf, Finley ging rein. „Na komm meine Süsse, Du auch…“, lockte ich sie. Muna zögerte. Da ging Finley wieder raus und stupste Muna wiederholt mit der Nase an und unsere Treppe hoch. Alles lief so friedlich ab, einfach schön.

Wer Muna kannte brauchte keine Rescue-Tropfen mehr, keinen Baldrian. Wenn Muna durch die Tür kam, brachte sie ein Gefühl von Frieden mit. Eine alles um sich greifende Entspanntheit, die man in Flaschen hätte abfüllen sollen, 50 ml Eau de Canine „Just Muna“ – das wär’s gewesen.

Finley und ich werden diese liebe und seelenvolle Hündin schmerzlich vermissen.

 

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Das Dog Journal – Dankbarkeit für mehr Lebensqualität

 

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Gestern habe ich ein schönes Geschenk bekommen. Überbringer war unser Postbote Herr Wastel. Ihr wisst schon, der mit dem Dackelfimmel (lies mal hier).

Ulrike Seumel von Dog It Right hat mir diese nette Überraschung geschickt. Also Ulrike, vielen Dank. Damit bin ich in Puncto Dankbarkeit ja schon mal auf dem richtigen Weg. *Augenzwinker

Ulrike und ihr Team, haben ein Dog Journal für Euch entwickelt. Es ist ein Tagebuch für Hundehalter, in dem Ihr die positiven Kleinigkeiten eures Zusammenlebens mit eurem Hund notieren könnt. So sollen die positiven Dinge mehr Gewicht bekommen und auch mal über rauhe Zeiten hinweghelfen.

Weil Ulrike und ihr Team viel Wert auf Nachhaltigkeit legen, wurde das Buch in der Umweltdruckerei in Hannover, mit veganen Bio-Farben auf Pflanzenöl-Basis, auf zu 100 Prozent recyceltem Papier gedruckt.

Ich finde das Dog Journal optisch sehr ansprechend. Ihr könnt jeden Tag ein paar Erlebnisse eintragen und Eure Erinnerungen festhalten. Auf jeder Seite regen Fragen wie – Wofür bin ich dankbar? Was hat mir heute mit meinem Hund besonders Spaß oder mich stolz gemacht? Wie kann ich aus diesem Tag einen großartigen Tag machen? – zum Nachdenken an. Wenn ich mir etwas wünschen dürfte, wünschte ich mir, dass die Schriftgröße der Fragen etwas größer wäre. Auf zusätzlich eingefügten, grünen Seiten, stellt das Team Dir kleine Denksportaufgaben. Das könnte Spaß machen!

Ich bin zwar noch nie der Liebes-Tagebuch-Typ gewesen. Jeden Tag einen Eintrag? Das weiß ich jetzt schon, das werde ich nicht schaffen. Aber ich denke, ich werde einen Versuch wagen mit dem Dog Journal, vielleicht ein- zweimal in der Woche.

Ihr seid neugierig geworden? Mehr Infos findet Ihr auf der Facebookseite vom Dog Journal.

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Tanz auf dem Eis – Finley wird neun Jahre alt

 

Da sitzen wir nun um Finley herum und kraulen ihn, streicheln und liebkosen ihn, als gäbe es kein Morgen mehr. Finley räkelt sich in unserer Mitte, auf den Rücken gedreht, alle vier Pfoten von sich gestreckt und lässt sich das gerne gefallen. Finley hat heute Geburtstag. Er wird neun Jahre alt.

Gedankenversunken blicke ich auf meinen Hund und sage: „Neun Jahre. Mensch Finley, das war ein Tanz auf dem Eis.“ Meine Tochter Mausi murmelt: „Nur nicht so elegant wie bei ‚Holiday on Ice’.“ Die ganze Familie prustet los, denn Finley und mich mit einem eleganten Eistanzpaar zu vergleichen wäre wirklich gewagt. Wir zwei sind wohl eher die Slapstick-Version. Obwohl… ich beginne darüber nachzudenken. Während Finley von meinen Töchtern mit übelriechenden Leckerchen verwöhnt wird und mein Mann mit sonorer Stimme ankündigt, heute gäbe es mal eine kleine Radtour außer der Reihe, fange ich an in meinen Erinnerungen zu schwelgen.

Ich erinnere mich an unsere Anfangszeit im Hundetummelwald in Tangstedt. Ich könnte jetzt behaupten, ich wäre mit Finley dorthin gegangen, weil er Kontakt zu Hunden gebraucht habe. Das war zwar auch ein Grund aber eher ein untergeordneter. Fakt war, dass Finley die Führleine an sich, zu dieser Zeit als eine Art Folterinstrument begriff, welches ausschließlich an seinem Geschirr befestigt werden durfte, damit er mir damit die Schultergelenke auskugeln konnte. Dort konnte ich ihn laufen lassen. Die 20 Meter vom Parkplatz auf das eingezäunte Gelände, waren anfangs die Hölle für mich. Folgen: Großer Zeh einmal gebrochen, kleiner Finger zweimal gebrochen, Selbstbewusstsein dauerhaft beschädigt…. Ich war halt auch mal ein blutiger Anfänger.

Später, man kannte uns inzwischen, hatte ich mir bei den erfahreneren Hundehaltern einen nicht unerheblichen Mitleidsbonus erarbeitet. Wenn wir in den Tummelwald fuhren, lief das folgendermaßen ab. Ich fuhr auf den Parkplatz, ging erst einmal alleine ins Gelände und machte mal bekannt, dass WIR nun da seien. Daraufhin stellte sich ein wohlgesonnener Mensch an die Pforte. Pforte und Heckklappe wurden zeitgleich geöffnet, Finley sprintete leinenlos in den Wald und wurde von seinen Kumpels in Empfang genommen. Ich weiß, nicht ideal aber es hat funktioniert und für mich war es so erheblich knochenschonender. Kaum hatte mein ungebremstes Temperamentsbündel das Gelände betreten, entspannte Finley sich auffällig und ich durfte meinen Hund auch mal von einer anderen Seite kennenlernen.

Wir beide haben dort viel gelernt und haben dort auch viel Unterstützung erfahren. Ich habe viel über das Verhalten meines Hundes gelernt und konnte ihn in der Interaktion mit anderen Hunden beobachten und langsam mein Vertrauen in ihn und auch in mich wiedergewinnen. Oder anders ausgedrückt dort fingen wir an als Team zusammenzuwachsen. Freundschaften, die in diesem Wald entstanden sind, halten bis heute, die menschlichen genauso, wie die hündischen.

In diesem Wald begann unser Tanz auf dem Eis, etwas holperig, nicht sehr elegant aber nachhaltig. Hier lernte ich, dass es eher hinderlich sein kann sich an Dogmen festzubeißen, dass es sich lohnt seinen Hund als Individuum zu sehen. Keine „so hat man es schon immer gemacht’s“ mehr und immer mehr „was will ich’s“ und „was braucht mein Hund’s“. Ein Weg gepflastert mit Hindernissen, Momenten in denen ich vor Scham am liebsten im Boden versunken wäre, aber auch mit vielen Aha-Momenten und unzähligen Momenten, die mich mit Freude und Stolz erfüllt haben. Ich möchte heute keinen dieser Momente missen.

Irgendwie hat dieser holperige, mit Slapstick-Einlagen gepflasterte Weg doch dazu geführt, dass Finley und ich heute relativ harmonisch auf dem Eis tanzen könnten – wenn es uns denn noch wichtig wäre. Also mein Bärchen, herzlichen Glückwunsch zu Deinem Geburtstag, wir lieben Dich so wie Du bist. Bleibe uns noch möglichst lange erhalten. Oder wie man beim Eistanzen sagt: Technische Note 5.9 – Künstlerischer Ausdruck 6.0.

 

 

 

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Fit im Alter – Das gilt auch für Finley

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So locker spazieren gehen, wie oben auf dem Foto und das bis ins hohe Alter meines Hundes, ja das wäre wirklich ein großer Wunsch von mir. Natürlich ist mir klar, dass das bei fast neun Jahren, nicht ewig so bleiben kann.

Im Moment läuft noch alles rund und geschmeidig. Man merkt Finley die Jahre, die er auf dem Buckel hat noch nicht an. Trotzdem habe ich beschlossen, dass wir etwas für seine Fitness tun werden. Vorbeugen ist immer besser, als sich irgendwann mit Erkrankungen auseinandersetzen zu müssen, die hätten vermieden werden können.

Bei meiner Recherche bin ich auf Facebook auf die Physiotherapeutin Martina Flocken und ihre Firma Doggy Fitness gestoßen. Ihr Angebotspaket entsprach in vielen Punkten meinen Vorstellungen und ihre Website bot darüber hinaus viele wertvolle Informationen zum Bewegungsapparat meines Hundes.

Ich nahm über Facebook Kontakt zu Martina auf. Die Rückmeldung kam schnell, was ich sehr positiv bewerte. Und dann hatten wir zwei einen der längsten, nettesten und informativsten Whatsapp-Calls, die ich je geführt habe.

Als Ergebnis dieses Telefonates ergab sich eine Kooperation mit Martina, auf diese Zusammenarbeit freue ich mich sehr.

Für Finley und mich entschied ich mich für den Kurs BASICFIT, den mir Martina freundlicherweise kostenfrei zur Verfügung stellte.

Ich will hier noch nicht so viel verraten – aber Finley und ich haben schon mal losgelegt. Es hat uns viel Spaß gemacht! In den nächsten Wochen könnt Ihr hier auf meinem Blog lesen, wie unser Training gelaufen ist.

Und das sagt Martina Flocken zu ihrem BASICFIT Kurs:

Dein Hund ist fit und gesund? Das ist großartig und soll auch so bleiben! Doch als verantwortungsbewusster Hundehalter möchtest du vorsorgen und gar nicht erst warten, bis sich die ersten Zeichen des Alters oder Gelenkerkrankungen zeigen? Du möchtest im Hundesport aktiv werden und suchst ein gezieltes Training für deinen Hund? Du findest auch dass gezielte Bewegung nicht nur uns Menschen gut tut sondern auch unsere Vierbeiner fit hält, den Alterungsprozess verzögert und gesund hält? Du möchtest gern mit deinem Hund aktiv sein, Spaß haben und gleichzeitig etwas für seine Gesundheit tun? Dann ist der BASICFIT Online Kurs etwas für dich und deinen Vierbeiner.

Ihr habt jetzt schon Interesse am Kurs BASICFIT? Dann klickt (hier) oder auf den Kursnamen und Ihr seid am richtigen Ort, um Euch den Kurs zu sichern.

Jetzt noch ein paar Informationen zu Martina Flocken. Sie ist ausgebildete Physiotherapeutin für Tiere und gibt ihr Wissen und ihre Erfahrungen als Bloggerin weiter. In ihrem bisherigen Leben hat sie viele Jahre eine Praxis für Tierphysiotherapie geführt und Workshops für Hundebesitzer zu verschiedenen Themen rund um die „Bewegung“ des Hundes gehalten. Aus diesen Workshops ist die Idee gewachsen, Menschen mit Hunden zu helfen, noch viel mehr zu diesem spannenden Thema zu lernen.

Seit einigen Jahren begleiten Martina zwei Podenco-Damen aus dem spanischen Tierschutz. Tessa ist ein absoluter Wirbelwind, durchtrainiert und kerngesund, rennt für ihr Leben gern. Snowy hat neben einer Hüftdysplasie, einen achten Lendenwirbel, Spondylosen, Kissing Spines, deformierte und stark arthrotisch veränderte Knie. Snowy ist glücklich, immer gut gelaunt und liebt ihr Leben. Martina kennt also das Leben mit einem sportlich aktiven Hund, genauso wie mit einem Handicap-Hund.

In ihrer Freizeit engagiert sich Martina für die Tierhilfe Naxos e.V., die sie vor knapp 6 Jahren ins Leben gerufen hat. Sie setzt sich für die Hunde und Katzen auf der griechischen Insel ein und verhilft jedes Jahr vielen Katzen und Hunden zu einem Leben in liebevollen Familien.

 

 

 

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Enrico C. die Abrissbirne – Chronik einer tiefen Feindschaft Vol.2

Puhhh, was für ein Morgen. Wir haben IHN getroffen. Enrico C. unsere ganz persönliche Vorstadt-Geißel.

Ihr erinnert Euch doch noch an Enrico C., den (kalb)Großen Schweißer Sennenhund mit dem abrissbirnengroßen Schädel (lies mal hier). Finleys Todfeind? Seit sieben Jahren wohnen wir und Enrico C. nun schon in einer Straße. Zwar ist bis jetzt immer irgendwie alles gutgegangen, trotzdem ist in dieser Zeit leider nur ihre Feindschaft gewachsen.

Begegnungen mit dem Riesen aus Nummer 33a unseres Vorstadtringes verlaufen grundsätzlich und ohne Ausnahme unerfreulich – freundlich ausgedrückt. Treffender wäre es zu sagen, dass jede Begegnung wie russisches Hunderoulette ist….

Am Anfang habe ich noch versucht, mich mit seinem Frauchen, der Bruni, abzusprechen. Ich habe ihr verschiedene Vorschläge gemacht, wie wir die Situation gemeinsam entschärfen könnten. Schließlich mache ich sowas ja beruflich. Aber diese Gespräche waren fruchtlos – auch freundlich ausgedrückt. Hier mal ein kleines Beispiel.

Ich: „Wollen wir unsere Hunde nicht beide anleinen, wenn wir uns sehen?“

Bruni: „Wieso denn, den könnte ich im Zweifel sowieso nicht halten.“ Und ich denke still, Selbsterkenntnis muss also nicht immer der erste Schritt zur Besserung sein.

Ich: „Ihr könnt’ Enrico C. nicht immer so weit vorlaufen lassen, so dass wir quasi allein auf ihn treffen.“

Bruni: „Der Hund braucht aber seinen Auslauf!“ Empörung schwingt in ihrer Stimme mit. Und ich denke still, er braucht auch Frischfleisch. Warum müssen das immer wir sein? Bruni ergänzt dann wahlweise: „Bin sowieso nicht so gut zu Fuß, habe a. Rückenschmerzen; b. Knieschmerzen; c. Bandscheibenvorfall; d. Kopfschmerzen…“ Oder wie ich still hinzufügen möchte, e. …habe ohnehin null Einfluss auf den Hund.

Ich: „Bleibt doch auch mal stehen, wenn Ihr uns seht, damit wir sicher vorbeigehen können.“

Bruni: „Was soll das denn bringen?“ Und ich denke still, Sicherheit, Frieden, Gutes Karma….

Laut sage ich: „Na, vielleicht beruhigen sich beide Hunde, wenn wir außer Sicht sind…“

Bruni: „Nö, unserer nicht, der ist dann den ganzen Tag schlecht drauf… Und überhaupt, das Problem hat er nur mit Deinem, den findet er doof.“ Und ich denke still und mit Gonzo, Leo, Oskar, Enzo, Eros, Paule auch.

Ich, jetzt etwas genervt: „Na dann kann man da wohl nichts machen, oder? “

ENDE DER UNTERHALTUNG!

Inzwischen lösen Aufeinandertreffen mit Enrico C. bei mir Fluchttendenzen ungeahnten Ausmaßes aus. Was das Ausleben meiner Überlebensinstinkte betrifft, beschreite ich inzwischen hochkreative Wege. Neulich auf unserem Garagenhof, wir wollten gerade raus und Enrico C. kam gerade nach Hause *wieunpassend und sein Frauchen war …. tja, wer weiß das schon??? Enrico C. kam, sah uns und geiferte los.  Hektisch sah ich mich um. Wir brauchten einen sicheren Ort, bitte jetzt … einen Zaun hinter dem wir in Deckung gehen können, ein Schuppen, ein CIA-Safehouse  … irgendetwas, bitte!!! Martins Garage! Sie war offen. Wir nichts wie rein und das Tor hinter uns zugezogen. Mit einem lauten Scheppern knallte das Tor herunter und dann hörte ich, wie das Torschloss mit einem fiesen „Grrritsch“ einrastete.

Da standen wir nun. Eine erwachsene Frau mittleren Alters und ihr Rüde, allein in der Dunkelheit einer Sechziger-Jahre-Retro-Garage, in der sie kein Hausrecht hatten. Und vor dem Tor ein heulender, ponygroßer Höllenhund, der frische Beute witterte.

Langsam gewöhnten sich meine Augen an die Dunkelheit, meine Gehirnfunktion fand wieder zu ihrer Normaleinstellung zurück. Ich sah einen Schalter an der Wand und dachte, was soll’s ich drück mal. In der nächsten Sekunde war die Garage hell erleuchtet. Wir sahen uns um. Martin war offenbar einer dieser Wochenendbastler, der seine freie Zeit lieber mit kaputten Fahr- und Motorrädern in seiner Garage verbrachte als mit der Familie im schmucken Reihenhaus. Offenbar hatte seine Bastelleidenschaft nicht für die Installierung eines Öffnungsmechanismus gereicht, der  es möglich machte das Tor von innen zu öffnen. Frustriert nahm ich auf einer ausgeschlachteten Vespa Platz. „Tja Finley“, sagte ich, „schöner Mist.“

Da klopfte es und Brunis Stimme erklang durch das blecherne Tor. „Birgit? Alles okay?“

Ich: „Hmmm, alles super. Danke.“ *seufz

Bruni: „Soll ich Euch mal rauslassen?“ Echt jetzt, sie wollte das Tor öffnen? Zusammen mit ihrem blutrünstigen Rüden? Im Hintergrund knirschte Enrico C. mit seinen Zähnen. Es hörte sich an, als würde er einem Wildschweineber das Genick zermalmen.

Ich: „Och nö Du, geh mal nach Hause. Ich hab’ noch was zu tun.“ *Kopfschüttel

Bruni: „Was denn?“

Ich verdrehe die Augen: „Ich sortiere gerade meine Schrauben, besonders die lockeren … das kann dauern!“

Bruni: „Ach so, na dann mal bis zum nächsten Mal.“ NEIN, bitte nicht, nada, niemalswieder, schrie eine Stimme in mir. Wenn es für IQ-Verlust Prämien gäbe, würde Bruni jedes Jahr den Hauptpreis abräumen. Irgendwie musste ich jetzt einen eleganten Weg finden – ohne Gesichtsverlust – aus dieser Garage herauszukommen. Finley hatte es sich längst auf einem Haufen schmieriger Putzlappen bequem gemacht. Sein skeptischer Blick schien zu sagen, Du hast uns hier reingebracht, also sieh’ zu, dass Du uns hier wieder raus bringst.

Da hörten wir ein unterdrücktes Kichern: „Hallohooo… Pfmffffhihihiii…? Ihihihiiist dahahaha jepfffmpfmand?“  Das war Martin, der Garageninhaber. Okay das „ohne Gesichtsverlust“ konnte ich jetzt wohl streichen.

Ich antwortete: „Ja, ich bin’s – Birgit. Ähm, also Finley ist bei mir. Wir mussten hier mal schnell rein … öh, so fluchtmäßig…“

Martin: „Ahaaaaahahaa! Ja, dann will ich Euch mal rauslassen.“ Peinliche Momente wie diese, versuche ich oft mit ausgesuchter Höflichkeit zu überspielen und sagte: „Ja bitte, das wäre außer ordentlich  nett.“ Das Tor klappte hoch. Martin stand vor mir und hatte diesen Papi-hilft-Dir-jetzt-aus-der-Patsche-Blick aufgesetzt. „Willst Du drüber reden“, fragte er und grinste breit. „Nö, bloß nicht“, antwortete ich. „Bleibt alles unter uns“, sagte er gönnerhaft und legte den Arm um meine Schultern. Ich habe das mal tapfer weggesteckt. Bis heute habe ich niemandem davon erzählt – außer Euch – naja, es bleibt ja unter uns….

NACHTRAG

Natürlich gibt es auch Große Schweizer die unproblematisch sind. Wir selber sind mit zweien und deren Haltern befreundet. Diese Hunde sind top erzogen, werden aber anders gehalten. Sie leben auf einem Biohof und haben dort ihre Aufgaben.

Fairerweise muss man sagen, dass es in unserer Gegend auch Hundehalter gibt, die zusammen mit Enrico C. und seinem Frauchen spazieren gehen. Meistens nur einmal, aber immerhin. Ich sehe auch, dass der Hund eigentlich keine Schuld daran hat, dass er nicht gelernt hat mit anderen Hunden zu spielen, nicht gut sozialisiert ist und wirklich null Erziehung hat. Das sind die Versäumnisse seiner Halter. Das nützt Finley und mir nur überhaupt nichts, wenn es zu so einem unsäglichen Aufeinandertreffen kommt. Es ist schlicht gefährlich für uns. Ja ich sage uns, weil Enrico schon lange entschieden hat, dass er im Zweifel nicht nur gegen seinen Hundesparringspartner vorgehen darf, sondern auch gegen die dazugehörigen Menschen. Aber das wird mal eine andere Geschichte….

 

 

 

 

 

 

 

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Mein Wildfang – Leben mit einem Spezialisten

Foto: Nicole Lützenkirchen

Meine Kollegin Nicole Lützenkirchen hat einen Text geschrieben, den ich Euch nicht vorenthalten möchte.

Ihr Artikel erklärt unmissverständlich, warum die Bezeichnung „familientauglich“ bei einem Jagdhund nicht gleichbedeutend ist, mit dem Rückschluss, dass man nicht mit ihm arbeiten muss. Aus meiner Praxis möchte ich noch hinzufügen, dass das was Nicole geschrieben hat, nicht nur auf Rassen wie Deutsch Drahthaar, Münsterländer oder Jagdspezialisten wie Pointer zutrifft, sondern auch, auf die bei Familien beliebten Retrieverrassen.

Zum Artikel klickt einfach auf die folgende Überschrift: WAS KANN DER JAGDLICH MOTIVIERTE FAMILIENHUND VON SEINEM KOLLEGEN, DER IM JAGDLICHEN EINSATZ STEHT, LERNEN?

Nicole ist Inhaberin der Hundeschule Mein Wildfang und betreibt auf ihrer Seite auch einen sehr informativen Blog, den ich Euch ans Herz legen möchte. Außerdem gibt Nicole regelmäßig Seminare zu dem im Artikel beschriebenen Thema. Termine findet ihr auf ihrer Seite, oder speziell hier im Norden auf der Seite von Candog. Ich bin dann im Mai wieder dabei, liebe Nicole.

 

 

 

 

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