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Vorstadt On The Rocks – ein Wintermärchen

Was sich anhört wie ein schmackhafter Cocktail zur Happy Hour, macht mich eigentlich alles andere als happy.

Jaaa, ich weiß ich jammere. Winter ist nun mal nicht meine favorisierte Jahreszeit.

Das ist nicht immer einfach, wenn man mit einem Österreicher verheiratet ist, der die ersten sechs Jahre seines Lebens in der Steiermark verbracht hat.  Vom ersten Tag unserer Beziehung an, hörte ich Kindheits-Geschichten von Schlittenfahrten bei minus 15 Grad die Bergstraßen herunter, gewonnenen Skirennen im zarten Alter von vier!!! Jahren und Eisblumen, die die Gardinen vor den Kinderzimmerfenstern überflüssig machten. Vor meinem inneren Auge entstand das Bild eines drolligen, kleinen Jungen, der sich seine Milchration in Form von Eiszapfen vom Kuh-Euter schlagen musste, um seinen täglichen Bedarf an Kalzium abzudecken. Aber was immer mein Mann mir auch von früher erzählte, bis heute kann mich klirrende Kälte nicht in die gleiche Ekstase versetzen wie ihn.

 

Mein neues Mantra: Nicht jammern Birgit…

 

Aber diese Woche hat es mich dann doch gepackt. Frau Holle hat Hamburg einen schönen weißen Mantel aus Puderschnee angezogen und die Sonne lacht dazu. Mein lieber Mann hatte zwei Tage frei und wollte das tolle Licht ausnutzen, um schöne Fotos von Finley und mir zu machen. Also hat mein inneres Ooohmmm seine Pudelmütze aufgesetzt und mir mein neues, persönliches Mantra vorgegeben: Nicht jammern Birgit, der Winter ist toll, nicht jammern ….!

Tja, also was soll ich sagen, für schöne Fotos mache ich ja fast alles. Und wie immer hatte mein Mann nicht zu viel versprochen. Ich zeige Euch mal unser Wintermärchen in Bildern.

 

Für Finley bedeutet dieses Wetter puren Spaß. Geruchsspuren werden für die Ewigkeit konserviert und überlagern sich auf abenteuerliche Weise. Die Nachrichten an seiner wichtigsten Funk-Fichte erzählen jetzt viel längere Geschichten und manchmal dauert es deshalb viel länger als sonst, bis Finley seine persönliche Marke darüber gesetzt hat. Da heißt es Geduld haben …. *bibberklapperzitter ….

Ach ja, mein Mantra – nicht jammern Birgit, der Winter ist toll, nicht jammern ….

 

Das Foto-Set gehört mir allein

 

Bäume umarmen tröstet ungemein, wenn der eigene Hund einen nicht auf seinen Fotos haben möchte

Und dann hatte Mister Fotoshooting auch noch seine Diva-Allüren. Er wollte sich nämlich nicht mit mir fotografieren lassen. Offensichtlich wollte er den Platz vor der Kamera nicht teilen. Ich habe wirklich alles versucht, ihn umzustimmen. Zuerst mit Unterordnung – „Finley Platz!“. Er machte das dann auch. Doch sobald ich mich neben ihn hockte, sah er mich verschmitzt an, stand ruhig auf und legte sich zwei Meter weiter wieder ab. Also verschwand ich im Unschärfe-Bereich.

Na dann eben anders, dachte ich und lockte Finley mit First-Class-Leckerchen. Die hat er dann auch gerne angenommen aber für mich gab es immer noch kein Partnerfoto.

Danach habe ich es mit List versucht. Ihr werdet es nicht glauben, aber ich habe versucht, mich an meinen Jagdhund anzuschleichen. Ich muss wohl nicht erzählen, wie das ausgegangen ist. Richtig – kein Foto für Birgit. Also habe ich mich locker gemacht und habe meinen Mann und sein Model mal machen lassen. Und glaubt mir, Bäume umarmen tröstet ungemein, wenn einen der eigene Hund nicht auf seinen Fotos haben möchte.

 

Und dann: Birgit ich habe doch noch ein Foto für Dich

 

Und dann, als Finley sich müde geposed hatte, kam ich dann doch noch zum Zug. Auf unserem Weg nach Hause bekam ich dann meine Partnerfotos.

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Upside-Down Dogs

Die Englische Bulldogge ist ein kleiner Sonnenanbeter Foto: Serena Hudson/Knesebeck Verlag

Ich bin schockverliebt! Verliebt in Pausbacken, Knutschkugeln, Moppellefzen und Pummelschnuten.

Die Fotografin Serena Hodson hat für uns ein paar Hunde, nach allen Regeln der Fotografierkunst „auf’s Kreuz gelegt“. Was ich so erstaunlich finde, diese Position scheint aus jedem abgebildeten Hund das Beste herauszuholen. Es scheint als würde in Rückenlage der Charakter eines jeden Hundes in Erscheinung treten. Mein Favorit, Simon die Bulldogge, genießt einen Sonnentag am Strand. Die Kunst, das Leben von der schönen Seite zu nehmen, beherrscht Simon aus dem ‚FF‘. Dafür braucht er nur einen Strand, einen Liegestuhl und einen Sonnenschirm.

 

Yuki, der Japanische Spitz ist ein Clown

Jedes Bild in diesem, im Knesebeck Verlag erschienenem Fotobuch, erzählt eine kleine Geschichte über den abgebildeten Hund. Da Serena Hudson auf begleitende Texte verzichtet hat, bleibt viel Platz für die eigene Fantasie, bei der Interpretation der insgesamt 125 Bilder. Auch wenn das Buch die besondere Vorliebe der Autorin für plattnasige Rassen dokumentiert, gelingt es Hodson auch die Vielfalt der heute existierenden Hunderassen aufzuzeigen.

 

 

 

Elegant, auch wenn die Welt auf dem Kopf steht

Vom eleganten Afghanischen Windhund,über unterschiedliche Jagdhundrassen, bis hin zum Staffordshire Bullterrier, sind auch exotische Rassen, wie zum Beispiel ein Xoloitzcuintle vertreten.

Ich finde, dieses Buch ist ein schönes Geschenk für jeden Hundefreund. Ein kleiner Tipp: Kauft gleich zwei Exemplare, denn wenn Ihr dieses  erst einmal aufgeschlagen habt, werdet Ihr es nicht mehr hergeben wollen. Dieses Buch ist ist ein Wundermittel gegen Stress, es macht einfach gute Laune.

 

 

Serena Hodson, geboren in Neuseeland, lebte lange als Grafikdesignerin in London, bevor sie nach Australien ging. Ihre beiden Hunde Rocco und Simon sowie Ralph, der Dackel ihrer Schwester, wurden bald zu ihren beliebtesten Fotomotiven. Als sie mit dem Fotografieren begann, sah sie es zuerst nur als Hobby an. Das änderte sich schnell, sie begann die kreative Arbeit mit der Kamera zu lieben. Die Idee zu diesem Buch entstand aus einem simplen Gedanken – die Zufriedenheit und Freude von sich genüsslich auf dem Rücken räkelnden Hunden abzulichten. Ihre Fotografien werden bereits international ausgestellt. Bei Knesebeck erschien bereits Dackel Ralph erklärt die Welt. 

 

Der folgende Link ist ein Affiliate-Link. Wenn Ihr Euch entschieden habt, das Buch zu kaufen und den Weg über diesen Link in meinem Blog zu gehen, würde mich das sehr freuen. Ich verdiene dann eine kleine Provision, die ich dann wieder in die Pflege meines Blogs investieren kann.

 

Upside-Down Dogs

Autor: Serena Hodson

Verlag: Knesebeck Verlag, Deutsche Erstausgabe

ISBN: 978-3-95728-156-2

Preis: 15,00 Euro

 

 


  • Dieser Artikel enthält Werbung. Der obenstehende Link ist ein Affiliate-Link zu Amazon. Wenn Ihr Euch entschieden habt, das Buch zu kaufen und den Weg über diesen Link in meinem Blog zu gehen, würde mich das sehr freuen. Euch entstehen dadurch keine Kosten. Ich erhalte dann eine kleine Provision, die ich wieder in die Pflege des Goodfellows Hundeblogs und die Umsetzung neuer Ideen auf meinem Blog, investieren kann.

 

 

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Schlafe liebe Seele, schlafe….

Muna und Finley, bei einem ihrer Rundgänge in unserem Garten.

 

Finley und ich haben eine liebe Freundin verloren. Muna die Golden Retriever Hündin meiner Freundin Bille ist gestorben und es tut uns sehr weh. Vor ein paar Tagen ist sie gegangen und wir wollen sie nicht einfach so ziehen lassen.

Ich erinnere mich noch gut an den Tag, als meine Freundin vor unserer Tür stand und uns Muna vorstellte. Muna kam aus dem Tierschutz und war ein Bild des Jammers. Man hatte in der Vergangenheit nicht gut für sie gesorgt und sie hatte gerade noch einen wilden Wurf Welpen großziehen müssen. Doch trotz dessen, strahlte sie etwas aus. Ich hatte das Gefühl, wenn ich ihr in die Augen schaute, sah ich eine liebevolle, alte, weise Seele.

Trotz dieser schlechten, vergangenen Jahre hatte Muna das Vertrauen in die Menschen nicht verloren. Ich hieß sie willkommen, sie schreckte nicht zurück. Sie genoss die Aufmerksamkeit. Von Finley ließ sie sich beschnuppern. Er war ganz vorsichtig, damals war das noch keine Selbstverständlichkeit bei ihm aber er hatte Respekt. So sollte es auch in der Zukunft bleiben.

Bei meiner Freundin hatte Muna genau den richtigen Platz gefunden. Bille tat das, was sie am besten kann. Aufpäppeln, sich kümmern, Liebe geben. Und schon nach kurzer Zeit erholte sich Muna sichtlich. Sie legte an Gewicht zu, das Fell wuchs nach und begann zu glänzen. Erstaunlich schnell fasste Muna Vertrauen in ihre neue Familie. Sie schien langsam daran zu glauben, dass das Leben noch Schönes für sie bereithielt. Bille und Muna wurden unzertrennlich – ein Glücksfall für beide.

Die beiden bildeten ein tolles Team und weil Frau und die Hündin von Welt ja eine Aufgabe brauchen, entschied Bille eines Tages eine Ausbildung mit Muna zu machen. Als Muna und Bille dann ihre Prüfungen bestanden hatten und Muna offiziell anerkannter Malteser-Besuchshund war, platzten beide vor Stolz. Von da an gingen sie regelmäßig in eine Einrichtung in unserer Nähe und besuchten Menschen mit unterschiedlichen Handycaps.

Muna hatte aber manchmal auch einen kleinen Schalk im Nacken. Sie drehte nämlich ab und an gerne mal ein paar Extrarunden – allein. Egal wie gut das Grundstück auch gesichert war, sie fand eine Lücke, um zu entwischen. Dabei ging sie, wie es sich gehörte, auf dem Fußweg. Wollte sie in unserem Ring die Straßenseite wechseln, wartete sie bis jemand kam. Dann sah sie ihn intensiv an und wartete darauf, dass derjenige begriff, das die „alte Dame“ über die Straße geleitet werden wollte. Gelegentlich kam sie zu uns auf Stippvisite.

Ich erinnere mich an unser „erstes Mal“. Muna saß vor unserem Eingang als Finley und ich von unserem Spaziergang nach Hause kamen. Ganz ruhig und geduldig. Ich schloss die Tür auf, Finley ging rein. „Na komm meine Süsse, Du auch…“, lockte ich sie. Muna zögerte. Da ging Finley wieder raus und stupste Muna wiederholt mit der Nase an und unsere Treppe hoch. Alles lief so friedlich ab, einfach schön.

Wer Muna kannte brauchte keine Rescue-Tropfen mehr, keinen Baldrian. Wenn Muna durch die Tür kam, brachte sie ein Gefühl von Frieden mit. Eine alles um sich greifende Entspanntheit, die man in Flaschen hätte abfüllen sollen, 50 ml Eau de Canine „Just Muna“ – das wär’s gewesen.

Finley und ich werden diese liebe und seelenvolle Hündin schmerzlich vermissen.

 

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Das Dog Journal – Dankbarkeit für mehr Lebensqualität

 

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Gestern habe ich ein schönes Geschenk bekommen. Überbringer war unser Postbote Herr Wastel. Ihr wisst schon, der mit dem Dackelfimmel (lies mal hier).

Ulrike Seumel von Dog It Right hat mir diese nette Überraschung geschickt. Also Ulrike, vielen Dank. Damit bin ich in Puncto Dankbarkeit ja schon mal auf dem richtigen Weg. *Augenzwinker

Ulrike und ihr Team, haben ein Dog Journal für Euch entwickelt. Es ist ein Tagebuch für Hundehalter, in dem Ihr die positiven Kleinigkeiten eures Zusammenlebens mit eurem Hund notieren könnt. So sollen die positiven Dinge mehr Gewicht bekommen und auch mal über rauhe Zeiten hinweghelfen.

Weil Ulrike und ihr Team viel Wert auf Nachhaltigkeit legen, wurde das Buch in der Umweltdruckerei in Hannover, mit veganen Bio-Farben auf Pflanzenöl-Basis, auf zu 100 Prozent recyceltem Papier gedruckt.

Ich finde das Dog Journal optisch sehr ansprechend. Ihr könnt jeden Tag ein paar Erlebnisse eintragen und Eure Erinnerungen festhalten. Auf jeder Seite regen Fragen wie – Wofür bin ich dankbar? Was hat mir heute mit meinem Hund besonders Spaß oder mich stolz gemacht? Wie kann ich aus diesem Tag einen großartigen Tag machen? – zum Nachdenken an. Wenn ich mir etwas wünschen dürfte, wünschte ich mir, dass die Schriftgröße der Fragen etwas größer wäre. Auf zusätzlich eingefügten, grünen Seiten, stellt das Team Dir kleine Denksportaufgaben. Das könnte Spaß machen!

Ich bin zwar noch nie der Liebes-Tagebuch-Typ gewesen. Jeden Tag einen Eintrag? Das weiß ich jetzt schon, das werde ich nicht schaffen. Aber ich denke, ich werde einen Versuch wagen mit dem Dog Journal, vielleicht ein- zweimal in der Woche.

Ihr seid neugierig geworden? Mehr Infos findet Ihr auf der Facebookseite vom Dog Journal.

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Tanz auf dem Eis – Finley wird neun Jahre alt

 

Da sitzen wir nun um Finley herum und kraulen ihn, streicheln und liebkosen ihn, als gäbe es kein Morgen mehr. Finley räkelt sich in unserer Mitte, auf den Rücken gedreht, alle vier Pfoten von sich gestreckt und lässt sich das gerne gefallen. Finley hat heute Geburtstag. Er wird neun Jahre alt.

Gedankenversunken blicke ich auf meinen Hund und sage: „Neun Jahre. Mensch Finley, das war ein Tanz auf dem Eis.“ Meine Tochter Mausi murmelt: „Nur nicht so elegant wie bei ‚Holiday on Ice’.“ Die ganze Familie prustet los, denn Finley und mich mit einem eleganten Eistanzpaar zu vergleichen wäre wirklich gewagt. Wir zwei sind wohl eher die Slapstick-Version. Obwohl… ich beginne darüber nachzudenken. Während Finley von meinen Töchtern mit übelriechenden Leckerchen verwöhnt wird und mein Mann mit sonorer Stimme ankündigt, heute gäbe es mal eine kleine Radtour außer der Reihe, fange ich an in meinen Erinnerungen zu schwelgen.

Ich erinnere mich an unsere Anfangszeit im Hundetummelwald in Tangstedt. Ich könnte jetzt behaupten, ich wäre mit Finley dorthin gegangen, weil er Kontakt zu Hunden gebraucht habe. Das war zwar auch ein Grund aber eher ein untergeordneter. Fakt war, dass Finley die Führleine an sich, zu dieser Zeit als eine Art Folterinstrument begriff, welches ausschließlich an seinem Geschirr befestigt werden durfte, damit er mir damit die Schultergelenke auskugeln konnte. Dort konnte ich ihn laufen lassen. Die 20 Meter vom Parkplatz auf das eingezäunte Gelände, waren anfangs die Hölle für mich. Folgen: Großer Zeh einmal gebrochen, kleiner Finger zweimal gebrochen, Selbstbewusstsein dauerhaft beschädigt…. Ich war halt auch mal ein blutiger Anfänger.

Später, man kannte uns inzwischen, hatte ich mir bei den erfahreneren Hundehaltern einen nicht unerheblichen Mitleidsbonus erarbeitet. Wenn wir in den Tummelwald fuhren, lief das folgendermaßen ab. Ich fuhr auf den Parkplatz, ging erst einmal alleine ins Gelände und machte mal bekannt, dass WIR nun da seien. Daraufhin stellte sich ein wohlgesonnener Mensch an die Pforte. Pforte und Heckklappe wurden zeitgleich geöffnet, Finley sprintete leinenlos in den Wald und wurde von seinen Kumpels in Empfang genommen. Ich weiß, nicht ideal aber es hat funktioniert und für mich war es so erheblich knochenschonender. Kaum hatte mein ungebremstes Temperamentsbündel das Gelände betreten, entspannte Finley sich auffällig und ich durfte meinen Hund auch mal von einer anderen Seite kennenlernen.

Wir beide haben dort viel gelernt und haben dort auch viel Unterstützung erfahren. Ich habe viel über das Verhalten meines Hundes gelernt und konnte ihn in der Interaktion mit anderen Hunden beobachten und langsam mein Vertrauen in ihn und auch in mich wiedergewinnen. Oder anders ausgedrückt dort fingen wir an als Team zusammenzuwachsen. Freundschaften, die in diesem Wald entstanden sind, halten bis heute, die menschlichen genauso, wie die hündischen.

In diesem Wald begann unser Tanz auf dem Eis, etwas holperig, nicht sehr elegant aber nachhaltig. Hier lernte ich, dass es eher hinderlich sein kann sich an Dogmen festzubeißen, dass es sich lohnt seinen Hund als Individuum zu sehen. Keine „so hat man es schon immer gemacht’s“ mehr und immer mehr „was will ich’s“ und „was braucht mein Hund’s“. Ein Weg gepflastert mit Hindernissen, Momenten in denen ich vor Scham am liebsten im Boden versunken wäre, aber auch mit vielen Aha-Momenten und unzähligen Momenten, die mich mit Freude und Stolz erfüllt haben. Ich möchte heute keinen dieser Momente missen.

Irgendwie hat dieser holperige, mit Slapstick-Einlagen gepflasterte Weg doch dazu geführt, dass Finley und ich heute relativ harmonisch auf dem Eis tanzen könnten – wenn es uns denn noch wichtig wäre. Also mein Bärchen, herzlichen Glückwunsch zu Deinem Geburtstag, wir lieben Dich so wie Du bist. Bleibe uns noch möglichst lange erhalten. Oder wie man beim Eistanzen sagt: Technische Note 5.9 – Künstlerischer Ausdruck 6.0.

 

 

 

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Fit im Alter – Das gilt auch für Finley

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So locker spazieren gehen, wie oben auf dem Foto und das bis ins hohe Alter meines Hundes, ja das wäre wirklich ein großer Wunsch von mir. Natürlich ist mir klar, dass das bei fast neun Jahren, nicht ewig so bleiben kann.

Im Moment läuft noch alles rund und geschmeidig. Man merkt Finley die Jahre, die er auf dem Buckel hat noch nicht an. Trotzdem habe ich beschlossen, dass wir etwas für seine Fitness tun werden. Vorbeugen ist immer besser, als sich irgendwann mit Erkrankungen auseinandersetzen zu müssen, die hätten vermieden werden können.

Bei meiner Recherche bin ich auf Facebook auf die Physiotherapeutin Martina Flocken und ihre Firma Doggy Fitness gestoßen. Ihr Angebotspaket entsprach in vielen Punkten meinen Vorstellungen und ihre Website bot darüber hinaus viele wertvolle Informationen zum Bewegungsapparat meines Hundes.

Ich nahm über Facebook Kontakt zu Martina auf. Die Rückmeldung kam schnell, was ich sehr positiv bewerte. Und dann hatten wir zwei einen der längsten, nettesten und informativsten Whatsapp-Calls, die ich je geführt habe.

Als Ergebnis dieses Telefonates ergab sich eine Kooperation mit Martina, auf diese Zusammenarbeit freue ich mich sehr.

Für Finley und mich entschied ich mich für den Kurs BASICFIT, den mir Martina freundlicherweise kostenfrei zur Verfügung stellte.

Ich will hier noch nicht so viel verraten – aber Finley und ich haben schon mal losgelegt. Es hat uns viel Spaß gemacht! In den nächsten Wochen könnt Ihr hier auf meinem Blog lesen, wie unser Training gelaufen ist.

Und das sagt Martina Flocken zu ihrem BASICFIT Kurs:

Dein Hund ist fit und gesund? Das ist großartig und soll auch so bleiben! Doch als verantwortungsbewusster Hundehalter möchtest du vorsorgen und gar nicht erst warten, bis sich die ersten Zeichen des Alters oder Gelenkerkrankungen zeigen? Du möchtest im Hundesport aktiv werden und suchst ein gezieltes Training für deinen Hund? Du findest auch dass gezielte Bewegung nicht nur uns Menschen gut tut sondern auch unsere Vierbeiner fit hält, den Alterungsprozess verzögert und gesund hält? Du möchtest gern mit deinem Hund aktiv sein, Spaß haben und gleichzeitig etwas für seine Gesundheit tun? Dann ist der BASICFIT Online Kurs etwas für dich und deinen Vierbeiner.

Ihr habt jetzt schon Interesse am Kurs BASICFIT? Dann klickt (hier) oder auf den Kursnamen und Ihr seid am richtigen Ort, um Euch den Kurs zu sichern.

Jetzt noch ein paar Informationen zu Martina Flocken. Sie ist ausgebildete Physiotherapeutin für Tiere und gibt ihr Wissen und ihre Erfahrungen als Bloggerin weiter. In ihrem bisherigen Leben hat sie viele Jahre eine Praxis für Tierphysiotherapie geführt und Workshops für Hundebesitzer zu verschiedenen Themen rund um die „Bewegung“ des Hundes gehalten. Aus diesen Workshops ist die Idee gewachsen, Menschen mit Hunden zu helfen, noch viel mehr zu diesem spannenden Thema zu lernen.

Seit einigen Jahren begleiten Martina zwei Podenco-Damen aus dem spanischen Tierschutz. Tessa ist ein absoluter Wirbelwind, durchtrainiert und kerngesund, rennt für ihr Leben gern. Snowy hat neben einer Hüftdysplasie, einen achten Lendenwirbel, Spondylosen, Kissing Spines, deformierte und stark arthrotisch veränderte Knie. Snowy ist glücklich, immer gut gelaunt und liebt ihr Leben. Martina kennt also das Leben mit einem sportlich aktiven Hund, genauso wie mit einem Handicap-Hund.

In ihrer Freizeit engagiert sich Martina für die Tierhilfe Naxos e.V., die sie vor knapp 6 Jahren ins Leben gerufen hat. Sie setzt sich für die Hunde und Katzen auf der griechischen Insel ein und verhilft jedes Jahr vielen Katzen und Hunden zu einem Leben in liebevollen Familien.

 

 

 

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Enrico C. die Abrissbirne – Chronik einer tiefen Feindschaft Vol.2

Puhhh, was für ein Morgen. Wir haben IHN getroffen. Enrico C. unsere ganz persönliche Vorstadt-Geißel.

Ihr erinnert Euch doch noch an Enrico C., den (kalb)Großen Schweißer Sennenhund mit dem abrissbirnengroßen Schädel (lies mal hier). Finleys Todfeind? Seit sieben Jahren wohnen wir und Enrico C. nun schon in einer Straße. Zwar ist bis jetzt immer irgendwie alles gutgegangen, trotzdem ist in dieser Zeit leider nur ihre Feindschaft gewachsen.

Begegnungen mit dem Riesen aus Nummer 33a unseres Vorstadtringes verlaufen grundsätzlich und ohne Ausnahme unerfreulich – freundlich ausgedrückt. Treffender wäre es zu sagen, dass jede Begegnung wie russisches Hunderoulette ist….

Am Anfang habe ich noch versucht, mich mit seinem Frauchen, der Bruni, abzusprechen. Ich habe ihr verschiedene Vorschläge gemacht, wie wir die Situation gemeinsam entschärfen könnten. Schließlich mache ich sowas ja beruflich. Aber diese Gespräche waren fruchtlos – auch freundlich ausgedrückt. Hier mal ein kleines Beispiel.

Ich: „Wollen wir unsere Hunde nicht beide anleinen, wenn wir uns sehen?“

Bruni: „Wieso denn, den könnte ich im Zweifel sowieso nicht halten.“ Und ich denke still, Selbsterkenntnis muss also nicht immer der erste Schritt zur Besserung sein.

Ich: „Ihr könnt’ Enrico C. nicht immer so weit vorlaufen lassen, so dass wir quasi allein auf ihn treffen.“

Bruni: „Der Hund braucht aber seinen Auslauf!“ Empörung schwingt in ihrer Stimme mit. Und ich denke still, er braucht auch Frischfleisch. Warum müssen das immer wir sein? Bruni ergänzt dann wahlweise: „Bin sowieso nicht so gut zu Fuß, habe a. Rückenschmerzen; b. Knieschmerzen; c. Bandscheibenvorfall; d. Kopfschmerzen…“ Oder wie ich still hinzufügen möchte, e. …habe ohnehin null Einfluss auf den Hund.

Ich: „Bleibt doch auch mal stehen, wenn Ihr uns seht, damit wir sicher vorbeigehen können.“

Bruni: „Was soll das denn bringen?“ Und ich denke still, Sicherheit, Frieden, Gutes Karma….

Laut sage ich: „Na, vielleicht beruhigen sich beide Hunde, wenn wir außer Sicht sind…“

Bruni: „Nö, unserer nicht, der ist dann den ganzen Tag schlecht drauf… Und überhaupt, das Problem hat er nur mit Deinem, den findet er doof.“ Und ich denke still und mit Gonzo, Leo, Oskar, Enzo, Eros, Paule auch.

Ich, jetzt etwas genervt: „Na dann kann man da wohl nichts machen, oder? “

ENDE DER UNTERHALTUNG!

Inzwischen lösen Aufeinandertreffen mit Enrico C. bei mir Fluchttendenzen ungeahnten Ausmaßes aus. Was das Ausleben meiner Überlebensinstinkte betrifft, beschreite ich inzwischen hochkreative Wege. Neulich auf unserem Garagenhof, wir wollten gerade raus und Enrico C. kam gerade nach Hause *wieunpassend und sein Frauchen war …. tja, wer weiß das schon??? Enrico C. kam, sah uns und geiferte los.  Hektisch sah ich mich um. Wir brauchten einen sicheren Ort, bitte jetzt … einen Zaun hinter dem wir in Deckung gehen können, ein Schuppen, ein CIA-Safehouse  … irgendetwas, bitte!!! Martins Garage! Sie war offen. Wir nichts wie rein und das Tor hinter uns zugezogen. Mit einem lauten Scheppern knallte das Tor herunter und dann hörte ich, wie das Torschloss mit einem fiesen „Grrritsch“ einrastete.

Da standen wir nun. Eine erwachsene Frau mittleren Alters und ihr Rüde, allein in der Dunkelheit einer Sechziger-Jahre-Retro-Garage, in der sie kein Hausrecht hatten. Und vor dem Tor ein heulender, ponygroßer Höllenhund, der frische Beute witterte.

Langsam gewöhnten sich meine Augen an die Dunkelheit, meine Gehirnfunktion fand wieder zu ihrer Normaleinstellung zurück. Ich sah einen Schalter an der Wand und dachte, was soll’s ich drück mal. In der nächsten Sekunde war die Garage hell erleuchtet. Wir sahen uns um. Martin war offenbar einer dieser Wochenendbastler, der seine freie Zeit lieber mit kaputten Fahr- und Motorrädern in seiner Garage verbrachte als mit der Familie im schmucken Reihenhaus. Offenbar hatte seine Bastelleidenschaft nicht für die Installierung eines Öffnungsmechanismus gereicht, der  es möglich machte das Tor von innen zu öffnen. Frustriert nahm ich auf einer ausgeschlachteten Vespa Platz. „Tja Finley“, sagte ich, „schöner Mist.“

Da klopfte es und Brunis Stimme erklang durch das blecherne Tor. „Birgit? Alles okay?“

Ich: „Hmmm, alles super. Danke.“ *seufz

Bruni: „Soll ich Euch mal rauslassen?“ Echt jetzt, sie wollte das Tor öffnen? Zusammen mit ihrem blutrünstigen Rüden? Im Hintergrund knirschte Enrico C. mit seinen Zähnen. Es hörte sich an, als würde er einem Wildschweineber das Genick zermalmen.

Ich: „Och nö Du, geh mal nach Hause. Ich hab’ noch was zu tun.“ *Kopfschüttel

Bruni: „Was denn?“

Ich verdrehe die Augen: „Ich sortiere gerade meine Schrauben, besonders die lockeren … das kann dauern!“

Bruni: „Ach so, na dann mal bis zum nächsten Mal.“ NEIN, bitte nicht, nada, niemalswieder, schrie eine Stimme in mir. Wenn es für IQ-Verlust Prämien gäbe, würde Bruni jedes Jahr den Hauptpreis abräumen. Irgendwie musste ich jetzt einen eleganten Weg finden – ohne Gesichtsverlust – aus dieser Garage herauszukommen. Finley hatte es sich längst auf einem Haufen schmieriger Putzlappen bequem gemacht. Sein skeptischer Blick schien zu sagen, Du hast uns hier reingebracht, also sieh’ zu, dass Du uns hier wieder raus bringst.

Da hörten wir ein unterdrücktes Kichern: „Hallohooo… Pfmffffhihihiii…? Ihihihiiist dahahaha jepfffmpfmand?“  Das war Martin, der Garageninhaber. Okay das „ohne Gesichtsverlust“ konnte ich jetzt wohl streichen.

Ich antwortete: „Ja, ich bin’s – Birgit. Ähm, also Finley ist bei mir. Wir mussten hier mal schnell rein … öh, so fluchtmäßig…“

Martin: „Ahaaaaahahaa! Ja, dann will ich Euch mal rauslassen.“ Peinliche Momente wie diese, versuche ich oft mit ausgesuchter Höflichkeit zu überspielen und sagte: „Ja bitte, das wäre außer ordentlich  nett.“ Das Tor klappte hoch. Martin stand vor mir und hatte diesen Papi-hilft-Dir-jetzt-aus-der-Patsche-Blick aufgesetzt. „Willst Du drüber reden“, fragte er und grinste breit. „Nö, bloß nicht“, antwortete ich. „Bleibt alles unter uns“, sagte er gönnerhaft und legte den Arm um meine Schultern. Ich habe das mal tapfer weggesteckt. Bis heute habe ich niemandem davon erzählt – außer Euch – naja, es bleibt ja unter uns….

NACHTRAG

Natürlich gibt es auch Große Schweizer die unproblematisch sind. Wir selber sind mit zweien und deren Haltern befreundet. Diese Hunde sind top erzogen, werden aber anders gehalten. Sie leben auf einem Biohof und haben dort ihre Aufgaben.

Fairerweise muss man sagen, dass es in unserer Gegend auch Hundehalter gibt, die zusammen mit Enrico C. und seinem Frauchen spazieren gehen. Meistens nur einmal, aber immerhin. Ich sehe auch, dass der Hund eigentlich keine Schuld daran hat, dass er nicht gelernt hat mit anderen Hunden zu spielen, nicht gut sozialisiert ist und wirklich null Erziehung hat. Das sind die Versäumnisse seiner Halter. Das nützt Finley und mir nur überhaupt nichts, wenn es zu so einem unsäglichen Aufeinandertreffen kommt. Es ist schlicht gefährlich für uns. Ja ich sage uns, weil Enrico schon lange entschieden hat, dass er im Zweifel nicht nur gegen seinen Hundesparringspartner vorgehen darf, sondern auch gegen die dazugehörigen Menschen. Aber das wird mal eine andere Geschichte….

 

 

 

 

 

 

 

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Mein Wildfang – Leben mit einem Spezialisten

Foto: Nicole Lützenkirchen

Meine Kollegin Nicole Lützenkirchen hat einen Text geschrieben, den ich Euch nicht vorenthalten möchte.

Ihr Artikel erklärt unmissverständlich, warum die Bezeichnung „familientauglich“ bei einem Jagdhund nicht gleichbedeutend ist, mit dem Rückschluss, dass man nicht mit ihm arbeiten muss. Aus meiner Praxis möchte ich noch hinzufügen, dass das was Nicole geschrieben hat, nicht nur auf Rassen wie Deutsch Drahthaar, Münsterländer oder Jagdspezialisten wie Pointer zutrifft, sondern auch, auf die bei Familien beliebten Retrieverrassen.

Zum Artikel klickt einfach auf die folgende Überschrift: WAS KANN DER JAGDLICH MOTIVIERTE FAMILIENHUND VON SEINEM KOLLEGEN, DER IM JAGDLICHEN EINSATZ STEHT, LERNEN?

Nicole ist Inhaberin der Hundeschule Mein Wildfang und betreibt auf ihrer Seite auch einen sehr informativen Blog, den ich Euch ans Herz legen möchte. Außerdem gibt Nicole regelmäßig Seminare zu dem im Artikel beschriebenen Thema. Termine findet ihr auf ihrer Seite, oder speziell hier im Norden auf der Seite von Candog. Ich bin dann im Mai wieder dabei, liebe Nicole.

 

 

 

 

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Der Weihnachtsbraten – The untold Story

Illustration: Aram und Abra / Foto: Thomas Jaklitsch

 

Weihnachten, die besinnliche Jahreszeit. *KlingGlöckchenklingelingeRrrummms

Der Geruch von Frischgebackenem wabert durch das Haus, überall spenden Kerzen ein warmes, gemütliches Licht. Im Wohnzimmer ist schon der Christbaum aufgebaut. Er wartet darauf, liebevoll geschmückt zu werden…. Ja, so könnte es sein, jedes Jahr. Jeden Morgen, noch vor dem Aufstehen, visualisiere ich dieses Bild…. versuche ich diesen Zustand meditativ heraufzubeschwören….Glaubt mir, mit zwei pubertierenden Töchtern und einem Finley im Haus, ist das nicht zu schaffen…

„Ohmaaaaaannnn, Mamaaa! Du hast meine Lieblings-Usedlook-Jeans-mit-den-unterlegten-Löchern nicht gewaschen! Soll ich jetzt vielleicht nackt zur Schule gehen?“, brüllte meine übelgelaunte Tochter aus ihrem Zimmer. Wahrscheinlich versuchte sie gerade, vergeblich die Türen zu ihrem übervollen Kleiderschrank zu schließen. Augenblicklich landete ich hart im Hier und Jetzt. „Meinen Lieblingspullover hat sie auch nicht gewaschen…“, donnerte ihre ältere Schwester aus ihrem Loft, Dachgeschoss dürfen wir nicht mehr sagen, herunter und leistete einen wertvollen Beitrag dazu, meinen Stresspegel auf das Level ‚SchichtimSchacht‘ hochzustufen. „Ich kann Euch Beiden ja ein paar Klamotten von mir ausleihen“, rief ich zurück und tat damit natürlich nichts, um die Stimmung zu heben. Augenblicklich zogen sich meine zwei Stylowahnsinnigen zurück. Ich hörte nur noch ein paar gemurmelte Wortfetzen: „…Zombieoutfit…, … Dude, dein Ernst? …, … rufschädigende Schlackerfetzen…“

Grinsend ging ich in die Küche, ich brauchte Kaffee, viel, ganz viel Kaffee.  Ich setze mich an den Esstisch, und kraulte Finley im Nacken. Das beruhigte mich sonst immer ein wenig. Aber irgendwie wollte dieses Mal keine Entspannung aufkommen. Es gab einfach noch so viel zu erledigen, so viel zu planen, so viele offene Fragen… Eine der drängendsten Fragen, hing wie ein Betonklotz über mir. Was essen wir an Weihnachten? Als harmoniesuchendes Familien – *hüstel – oberhaupt, war mir daran gelegen, dass es allen schmecken würde. Als Kochbeauftragte der Familie, hing ich von Anbeginn der Essenszeiten einem Wunschtraum nach. Ich wollte es nur einmal, wirklich nur ein einziges Mal erleben, dass mein Essen mit Wonne, unter juchzender Lobhudelei von allen verschlungen wird. Das war doch wohl nicht zu viel verlangt. Oder?

Also wurde nach der Schule der Familienrat einberufen. Eigentlich kann ich von solchen, inszenierten Familienzusammenkünften nur abraten – emotional gesehen. Jedenfalls dann, wenn das Topic nicht wirklich etwas Fesselndes, aufregend Interessantes zu bieten hat. Da saßen wir nun, mein Mann sah ständig auf die Uhr, Motte war am Handy im Klassenchat unterwegs und Mausi fielen vor Müdigkeit fast die Augen zu. Nur mein Finley schien bereit zu sein, sich voll und ganz in die Unterhaltung einzubringen. *braverHund

Illustration: Aram und Abra

Ich machte den Zweibeiner-Aufmerksamkeitscheck und warf locker ein paar Grausamkeiten in die Runde: Ich: „Also, was haltet ihr von überbackenem Brokkoli, mit Kassler…“ Rrringggg…, Mausi riss die Augen auf: „Was Grünes? Igiddigitttt…!“ Reanimation gelungen!

Finley sah mich an. Über seinem Kopf hing wabernd eine Sprechblase: „Kassler, hmmm… wäre nicht meine erste Wahl, aber geht klar.“ *herzigerSchatz

Ich seufzte: „…oder Karpfen blau mit Salzkartoffeln…“ Motte schnappt nach Luft: „Näää, da kann man den Fisch ja noch erkennen, der guckt dann immer so traurig …. wie bist DU den drauf Mama?“

Finley hingegen nickte begeistert, seine Sprechblase schoss Karpeister: „Doch, doch, dooohooooch, Fisch ist klasse … wie damals an der See, lecker …“ *süssesBärchen

Ich, schon leicht genervt:Königsberger Klopse mit Kapernsauce und Reis? Wie wäre es damit?“ Der Mann schnaubte laut auf. „War ja klar. Ähm, nicht so prickelnd…“ Und dann sehr gönnerhaft: „Naja, wenn’s sein muss…“

Finley sah ihn verständnislos an. In seiner Sprechblase formte sich ein Fragezeichen: „Hackfleischklöpse findest Du nicht so prickelnd? Das könnte ich jeden Tag futtern – in allen Varianten! NICHT SO PRICKELND, ts … ts … ts … ts…“ *meinHeldBuddyKumpel

Mein Blut erreichte langsam den Siedepunkt. Ich: „Na dann macht Ihr doch mal einen Vorschlag. Worauf hättet Ihr den Appetit?“  Es folgt allgemeines Gemurmel, verlegenes zur Seite schauen, nicht ausformulierte Halbsätze…: „Och, weiß nicht…, mal was Anderes…“ Und dann – Mach mal, was Du willst!

Genau in dem Moment änderte sich mein Gemütszustand drastisch. Irgendetwas oder Jemand, hatte die Programmierung von „Kooperative Service-Mama“ auf „Ahnengenetik – Typ Veloceraptor“ gestellt. Will heißen, ich hatte zwar noch keine Ahnung, was am Heiligabend auf den Tisch kommen würde. Aber was immer es auch sein würde, ich wollte es eigenhändig töten!!!

Unsere Versammlung hatte sich inzwischen von selber aufgelöst. Ich schaute Finley an und sagte scherzhaft: „Wahrscheinlich wird es das Beste sein, ich überlasse Dir die Auswahl unseres Weihnachtsmenus.“ Ich konnte ja nicht ahnen, dass mein Hund mich wenig später beim Wort nehmen würde. Ich brauchte dringend frische Luft. Also verabredeten wir uns mit meiner Freundin Christa und Frieda, ihrer 13-jährigen Ridgeback-Hündin. Am Waldrand ließen wir die Hunde von der Leine. Genau in der Sekunde passierte es. Finley reckte die Nase in die Luft und startete durch, wie Nico Rosberg auf der Poolposition. Und ja – DAS HATTE ER NOCH NIE GEMACHT!

Yiiiieeehaaaa!!!! Frei übersetzt: Und tschüss!!!

Ich gab wirklich alles, um meinen Hund dazu zu bewegen, zu mir zurückzukommen: „Finley HIIIIIER! – Doppelpfiff!!! – Hiiiierheeeer! –Doppeldoppelpfiff!!! – KommstDuSoooforthiiiierherJettttttzt – TripleDoppelpfiiiff!!! Er hatte sich nicht einmal umgedreht. Mein schöner Rückruf, auf dessen Zuverlässigkeit ich eigentlich immer ein wenig stolz gewesen war, verpuffte im Nirvana. Genauso wie Finleys Will to Please. Mein Inneres Ooohhmmm schlug mit dem Klöppel auf seine Klangschale ein, als wäre sie eine Alarmglocke. Hektisch hastete ich meinem Hund hinterher, Christa und Frieda im Schlepptau. Auf dem Acker unseres heimischen Biohofs saß er dann – und er hatte etwas Großes im Maul.

„Was trägt er denn da“, fragte ich Christa. „Sieht aus wie eine Aktentasche“, sagte sie irritiert. Und dann erkannten wir es. Mein Finley hatte ein riesiges Stück Fleisch in der Schnauze und ließ es sich schmecken. Da musste einem Angestellten des Biohofes, der Weihnachtsbraten, auf der Heimfahrt vom Trecker gefallen sein. Christa sah sich Finleys Beute noch mal näher an: „Ach Mist, ich glaube das ist ein Schweinebraten, sagt sie besorgt. Na, das hatte mir gerade noch gefehlt. Nicht nur, dass mein Jungspund gerade gefühlte sechs Kilo totes Fleisch gejagt hatte, wenn er zu viel davon in sich hineingeschlungen hatte, war die Situation lebensbedrohlich.

Ich alarmierte meine Tierärztin. Sie versprach, in ihrer Praxis zu warten und sagte: „Du musst ihm das Fleisch wegnehmen, damit er nicht noch mehr frisst.“ Und genau das war das Problem. Christa und ich versuchten alles, Finley die Beute zu entwinden. Christa: „Loslassen … gib schön her, das Happihappiii …*dochhatsiegesagt … Friiiieda, nimm ihm das weg!“ Ich: „Lassdasloooos … das ist giftig … Aus! Ahaauuus!!! SpuckdasausDuDrömel!“ Alles vergeblich. Jede unserer Bestrebungen führte dazu, dass mein Rüde seine Zähne tiefer in der Speckschwarte vergrub.

Solange er in Bewegung war schluckte er wenigstens nicht noch mehr herunter. Sobald er sich hinsetzte oder stehen blieb, schlang er wieder ein paar kapitale Brocken herunter – unzerkaut natürlich. Also musste ich ihn auf dem Weg nach Hause in Bewegung halten. Seufzend zog ich Finley die Leine über seinen Schädel und dann über das vor Blut triefende Fleisch. Dann ging es, quer durch unsere Spießervorstadt, nach Hause. An jeder Straße patrouillierte ich auf und ab, bis kein Auto mehr kam. Bei jedem Schritt hinterließen wir eine feine, getropfte Blutspur. Ein Traum für jeden Spurensicherer.

Und dann, die irritierten Blicke meiner lieben Mitmenschen: „Guck, jetzt ist sie vollständig verrückt geworden“, schienen sie zu sagen. Oder, „Igitt, wie eklig. Kann die ihren Köter nicht zuhause füttern?“ Bestenfalls, „Gott-oh-Gott, man kann es mit der Frischfleischfütterung aber auch übertreiben…“  Noch heute, Jahre später, gibt es ein paar Menschen, die die Straßenseite wechseln, wenn sie uns sehen.

Bei mir überdeckte die Sorge allerdings jedes Schamgefühl. Zuhause angekommen, ging ich im Garten auf und ab und überlegte, wie ich den Braten aus dem Maul meines Hundes befördern könnte. Carmen, meine Nachbarin, beobachtete mich skeptisch. „Kann ich Dir irgendwie behilflich sein“, fragte sie unsicher. „Ich weiß es nicht“, antwortete ich ratlos. Und mehr zu mir selbst: Erschrecken, ich muss ihn erschrecken! Dann lässt er vielleicht mal locker…“ „Aha, ganz wie Du meinst“, sagte Carmen und zog ihre Brauen hoch.

Beherzt griff ich in die Tasche, zog meinen Schlüsselbund heraus und schmiss ihn meinem Hund zwischen die Vorderpfoten. Finleys gab einen Grunzlaut von sich. Schmoampf! Der kurze Moment reichte aus, ihm das Fleisch zu entreißen. Ich schleuderte das Fleischdingens in hohem Bogen über den Gartenzaun. Mit einem gwatschenden Geräusch landete der Braten vor Carmens Füssen. „Öh, wolltest Du uns zum Essen einladen“, fragte Carmen mit einem breiten Grinsen. Ich liebe ihren trockenen Humor.

Illustration: Aram und Abra

Dann packte mir Carmen das ekelige Gwabbelstück in eine Plastiktüte und brachte mir das Corpus Delicti zu meinem Auto. „Vielleicht will Deine Tierärztin ja mal einen Blick drauf werfen“, sagte sie. Ich liebe Carmens Sinn für Praktisches. Finley, mein Dead-Flesh-Hunter, sah derweil schon etwas grün ums Maul aus. Er war, oh Wunder, ohne aufzumucken in den Wagen eingestiegen. Es musste ihm wirklich schlecht gehen.

Vier Spritzen bekam er von seiner Tierärztin. Noch bevor mein Bärchen seine Beute wieder ausgegeben hatte, sollte ich das Behandlungszimmer verlassen. „Ist besser für euch Zwei – glaub mir, das wird jetzt nicht schön“, sagte meine Tierärztin. Als ich die Tür hinter mir schloss, ging es schon los …. Wuampp …wuampp … wuampp … wuaaaaaaaa … Der Rest ist Geschichte.

Übrigens, bei uns gab es an diesem Weihnachtsfest etwas Grünes, Salat … ganz viel Salat, Gemüse, ein wenig Fisch, ohne traurige Augen und unheimlich viel Süßes….

Epilog

Mit Freude habe ich den Zeichenpinsel … also das Staffelholz von Mara vom Blog Aram und Abra übernommen. Von Mara stammen auch die Illustrationen auf meinen Bildern. Mara, ohne Deine wundervollen, ästhetischen Zeichnungen, hätte man meinen Artikel sicherlich nur zwischen den einzelnen Gängen eines Weihnachtsmenus verdauen können. Ich danke Dir.

Jetzt übergebe ich meinen Kaminbesen… ähm, ich meine natürlich wieder den Staffelstab, an Sandra vom Blog Shiva Wuschelmädchen. Sandra hat eine Verlosung für Euch vorbereitet. Tut etwas für euren Gabentisch, schaut unbedingt einmal hinter unser Türchen mit der 18.

Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, ein Teil des Dogblogger Adventskalenders gewesen zu sein. Vielen Dank an Stephanie Rose vom Blog The Pell-Mell Pack, für die Idee, das Design von Seite und Logo und nicht zu vergessen, für den unermüdlichen Arbeitseinsatz hinter den Kulissen.

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