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Das Kompostier frisst Gras, frisst Gras, frisst….

Mein Hund der lässt das Grasen nicht, da muss ich was tun

In den letzten Wochen waren Spaziergänge mit Finley schon ziemlich speziell.

Meine Überzeugung das Hunde Fleischfresser sind, ist durch sein Verhalten gewaltig ins Schwanken geraten. Mittlerweile tendiere ich zu der Aussage, dass sie Allesfresser sind, mit einer starken Tendenz zum Vegetarier-Dasein.

Denn sobald wir unser Haus verlassen hatten und mein Hund etwas Grünes – vorzugsweise Gräser aller Arten – erspähte, stürzte er sich gierig darauf, wie eine Truppe Kreuzfahrtrentner auf die Salatbar beim Kaptain’s Dinner. Und dann wurde gegrast, mit einer Vehemenz, die alles in den Schatten stellte, was ich bisher beim Fressverhalten meines Hundes beobachtet hatte. Bauer Stüffels Kühe erblassten ob seiner Fähigkeiten vor Neid.

Und hey, ich kann hören was Ihr jetzt denkt: Lass‘ ihn doch. So ein Retriever-Magen verdaut doch alles. Dazu sage ich, jaaa, aber …

Finleys Magen ist, wie sein Charakter, etwas anders geartet als es beim Durchschnitts-Retriever zu erwarten wäre. Sein Magen ist ein Sensibelchen, ein in sich geschlossenes Ökosystem.

 

Es gibt zwei Hauptvarianten, wie Finleys Verdauungssystem mit den überwältigenden Mengen Grünschnitt umzugehen beliebt.

Da ist die Variante 1 – Die Totalverweigerung

Etwa 20 Minuten nach der Nahrungsaufnahme, ändert sich Finleys Blick. Erst schließt er kurz seine Augen, dann schaut er mich erstaunt an, legt den Kopf schief und gibt einen tiefen Seufzer von sich. Unterdessen beginnt sein ganzer Körper an zu pumpen und „wump, wuummpp, wuuummmppp …. wuaaahhhh … „ Ihr könnt es Euch denken, es ist nicht schön, was da zum Vorschein kommt. Der einzige Vorteil dieser Variante für uns, seine Menschen ist, dass damit dann vorerst alles erledigt ist – bis zum nächsten Spaziergang.

Dann Variante 2 – Die Kompostierung

Sie dauert meistens den ganzen Tag und findet hinter verschlossenen Magenwänden statt. Man hört es poltern und grummeln in dem ruhesuchenden und schlafenden Hund. Dann beginnt es zu blubbern. Das ist der Moment in dem man besser das Weite suchen sollte. Und egal welche Temperaturen draußen vorherrschen, Fenster aufreißen ist eine brillante Idee – und zwar alle! Denn das Endprodukt des Entgasungsvorgangs im Kompostier hat sedierende Wirkung auf Humanoide. Ersatzweise empfiehlt sich der Einsatz einer Gasmaske.

Die Einleitung von Gegenmaßnahmen wurde nötig

Nach zwei Wochen Napalm-Angriff hatte ich die Nase voll. Da konnte doch etwas nicht stimmen. Da Finley ohnehin geimpft werden musste, wollte ich das Thema bei meiner Tierärztin einmal ansprechen, denn immer häufiger ließ Finley auch kleine Portionen seines Futters stehen.

Meine Tierärztin vermutete, es könne etwas mit Finleys Alter zu tun haben. Er sei jetzt neun Jahre alt und es wäre vielleicht gut ihm statt einer großen Mahlzeit am Tag zu geben, auf drei kleinere Portionen umzustellen. Dann sei das Hungerloch zwischendurch nicht ganz so groß. Denn möglicherweise versuche er nach der langen Futterpause einfach seinen Hunger zu stillen. Das leuchtete mir ein, das war einfach.

 

Dann meinte sie aber auch, in Finleys Alter würden sich auch häufiger Organkrankheiten ankündigen. Dass festzustellen benötige allerdings die Anfertigung eines großen Blutbildes. Da unsere letzten Jahre frei von Untersuchungen und Krankheiten waren, habe ich dem zugestimmt. Ich will es kurz machen, es war alles pikobello. Da konnten wir uns entspannen. Also blieben als Alternativen übrig:

  1. Das Futter-Intervall ändern. Das machen wir.
  2. Ab und an mal Magermilchprodukte und Distelöl zum Futter dazugeben. Okay, keine Einwände.
  3. Auf Seniorenfutter umstellen. Damit tue ich mich schwer, denn bei den meisten Sorten steht in der Beschreibung „Für Hunde, die nicht mehr so aktiv sind.“ Das trifft auf Finley nicht zu, er ist fit, bekommt täglich seine im Schnitt 3 Stunden Bewegung und auch der Kopf hat viel zu tun. Ab und an nehem ich ihn auch mit zur Arbeit – er hat also auch noch einen Job. Also gestrichen.

„Antigras-Training“ für die Verhaltensänderung

Schnell hatten sich die ersten Besserungen eingestellt aber ab und zu ging Finley immer noch mit Bauer Stüffels Kühen grasen. Also entschloss ich mich auch noch ein bisschen „Antigras-Training“ als unterstützende Maßnahme einzufügen. Ich ließ Finley frei laufen und versteckte während er schnüffelte, und die Umgebung erkundete Leckerchen auf Baumstümpfen, auf gestapelten Baumstämmen, auf dem Weg und schließlich auch in Grasbüscheln, die am Wegesrand standen. Dann rief ich ihn zurück und schickte ihn mit einem „Such Futter“ los.

Wenn Finley mit der Nase arbeiten kann, ist er glücklich. Deshalb setze ich die Nasenarbeit auch gerne ein, wenn ich etwas an seinem Verhalten ändern möchte. In diesem Fall ist der Plan super aufgegangen. Die Kombination von leckerem Futter und der Tätigkeit, die er so sehr liebt, hat ihn das Gras und das andere Grünzeug vergessen lassen. Sicher schaut den einen oder anderen Grasbüschel noch mal verliebt an. Wenn ich ihm dann als Alternative ein Suchspiel anbiete, ist das aber vergessen.

Pssst und ja, natürlich hat er mich auch ein ganz kleines Bisschen konditioniert. Finley wird es so sehen: Grasbüschel untersuchen – Frauchen lässt mich suchen – LÄUFT!!!

Aber hey, wenn wir beide Spaß daran haben …

Pssst – Ich bin inkognito!

Darf ich vorstellen: Madame Lumière, Lichttherapeutin und Yogalehrerin in meiner Vorstadt

Vor ein paar Wochen hatte ich Euch ja von meinem Rauswurf bei Pinterest berichtet. Pinterest hatte mich nachdem ich nur einen Pin in meinem neu eingerichteten Unternehmens-Account gepostet hatte, an die frische Luft gesetzt. Das spaßbefreite Bilderkennungsprogramm hatte mich wegen meines Pins zum Schleppleinen-Dilemma, in die Ecke der fesselspielenden Vorstadt-Hausfrauen geschoben. Die virtuellen Sicherheitsbeauftragten von Pinterest geleiteten mich durch die Vordertür ins Freie. Lies mal hier (klick).

Hasta la vista, Baby … ähm, Pinterest …

Aber ich wäre ja nicht ich, wenn ich das einfach so hinnehmen würde. In feinster Schwarzenegger-Manier sagte ich: „Hasta la vista, Baby! I‘ll be back in vier Wochen.“ Ich ging in den Untergrund änderte meinen Usernamen geringfügig und richtete mir einen neuen Unternehmensaccount ein. Pinterest und ich haben unseren Frieden miteinander geschlossen – VORERST!!! Der Goodfellows Hundeblog heißt jetzt schlicht Good Fellows und ist wieder an Bord des Social-Media-Schlachtschiffes, gewissermaßen inkognito. Wenn Ihr Lust habt, schaut doch einmal vorbei. Zu unserem Pinterest-Account geht es hier (klick).

Mein Plan war aufgegangen, das Bondage-Gate hatte ich erfolgreich ausgesessen. Alles entspannt in der Vorstadt – dachte ich. Während ich mich wieder auf der Pin-Plattform tummelte und nichts Böses ahnte, bewahrheitete sich am anderen Ende der Vorstadt das, was ich meinen Töchtern immer sagte. DAS NETZ VERGISST NIEMALS ETWAS!!!

Das Schleppleinen-Dilemma schlägt Wellen in der Vorstadt

Meine 16jährige Tochter Motte saß zu diesem Zeitpunkt in ihrem Klassenraum und arbeitete mit ihrer Arbeitsgruppe an einem GST-Projekt. Kurz zur Info, GST ist in etwa das, was man in meiner Schulzeit Gesellschaftskunde nannte. Der GST-Lehrer meiner Tochter kam auf die Idee, dass es doch lustig wäre, wenn die Schüler alle einmal ihre Eltern googeln würden. Gesagt, getan.

Da tauchten sie dann alle nacheinander auf: Felix‘ Vater Friedhelm, der Anwalt zeigte sich, Understatement pur,  im Kanzlei-Outfit. Connys Mutter Susanne ist Frauenärztin, in ihrem weißen Kittel wirkte sie extrem vertrauenswürdig und Torbens Eltern standen in ihren grauroten Berufskitteln in trauter Eintracht nebeneinander und präsentierten voller Stolz die Gemüseauslagen ihres Vorstadt-Supermarktes. Dann war die Motte dran. Sie gab meinen Namen ein und es erschien … rischtisch … das Pinterestfoto auf der ihre Mutter bis zum Kragen in eine Schleppleine eingeschnürt ist und aussieht, als hätte sie gerade die halbe Nachbarschaft gemeuchelt.

Affaire befreit mich von ehrenamtlicher Mitarbeit *Juchei

Was soll ich Euch sagen, die Freunde fanden das Foto „voll Fett“ und das hatte laut meiner Tochter nichts mit meinem Körpergewicht zu tun. Meine Lütte war plötzlich die mit der coolen Mutti und genießt diesen Zustand bis heute. Bei ihrem Lehrer führte das Foto ganz offensichtlich zu einigen Irritationen. Er fragt mich nicht mehr, ob ich Elternvertreterin werden möchte oder irgendwie geartete Ämter bei Schulwettkämpfen oder dem Tag der offenen Tür bekleiden möchte. Diesen Zustand genieße ICH in vollen Zügen.

Trotzdem hielt ich es für angebracht, mir ein Alterego zuzulegen um unsere Familie wieder spießerkompatibel zu machen. Also setzte ich mich hin und bastelte mir ein paar Fotos zusammen. Das bereitete mir ein geradezu diabolisches Vergnügen. Natürlich sind auch ein paar Entwürfe entstanden, die ich schnell wieder verworfen habe. Den Hochseekapitän Claasen hätte man mir wahrscheinlich sowieso nicht abgekauft. Ebenso wenig das Sterntaler im Vorruhestand. Es musste also irgendetwas sein, was zu meiner Vorstadt passte … irgendetwas Friedliches *hirch … mit Blümchen, ja, Blümchen waren gut. Dann noch die passende Sonnenbrille und mein Inkognito, Madame Lumière die Lichttherapeutin war geboren.

Pssst, nicht so laut lachen … ich bin doch inkognito … Pinterest hat es bis heute nicht gemerkt … Toi, Toi, Toi.

Es grüßt Euch, Eure Madame Lumière (formerly known as Bondage-Birgit)

 

 

 

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Es kommt nicht auf die Größe an! Gastbeitrag für LycheeThePoodle

Foto: pixaby

Hundebegegunungen – Frieden auf der Hundewiese und den Menschen ein Wohlgefallen … äh, ja manchmal …

Als meine Bloggerkollegin Laura Gentile, mich bat ihren Artikel „So werden kleine Hunde zu Kläffern“ mit einem Beitrag zu beantworten, der die Sichtweise von Großhundebesitzern einnehmen sollte, bin ich ganz schön ins Schwitzen gekommen.

Zuerst einmal, war für mich als „Großhund-Besitzerin“ sehr aufschlussreich, mit wie vielen Ängsten doch Kleinhundehalter belastet sind. Das war mir in diesem Ausmaß nicht bewusst. Und jetzt sollte ich sozusagen die Gegenseite vertreten – auweia. Eigentlich, so dachte ich bei mir, kann man so einen Artikel ja überhaupt nicht schreiben, ohne dass man irgendjemandem dabei auf die Füße tritt. Aber kneifen wollte ich auch nicht. Ich habe es ehrlich versucht, der Gesamtsituation einigermaßen gerecht zu werden.

Die Perspektive, die ich gewählt habe ist eigentlich eher die einer Halterin eines großen Hundes, die die ganze Aufregung um das Thema ‚Groß versus Klein‘ oder ‚Klein versus Groß‘ nicht mitmachen möchte. Denn meiner Meinung nach, müsste es dieses „Versus“ nicht geben. Dieser Artikel ist also auch ein Erfahrungsbericht und Ihr werdet lesen, dass Finley und ich es geschafft haben, dass kleine Hunde und ihre Besitzer in der Regel vor Begegnungen mit uns keine Angst haben müssen.

Den ganzen Artikel findet ihr hier (klick).

Liebe Laura, es war mir ein großes Vergnügen für Deinen interessanten Blog LycheeThePoodle (klick) zu schreiben. Laura schreibt über Ihr leben mit Ihrem Assistenzhund Lache, einer süssen,schwarzen Pudeldame. Schaut doch mal in Ihrem Blog vorbei.

Wenn Ihr Lust habt, dann besucht Finley und mich doch auch mal auf Pinterest. Auf der Pinnwand Blogbeiträge Good Fellows (klick) findet Ihr alle unsere Geschichten. Auf unseren andereren Pinnwänden findet Ihr auch Posts von anderen Hundebloggern.

 

 

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Vier Pfoten auf Tour

Jeder Ausflug ein spannendes Erlebnis

Die nächsten Ferien stehen vor der Tür. Für diejenigen, die nicht verreisen, habe ich ein paar Ausflugstipps. Mein Tipp richtet sich zum einen an meine Leser im Ruhrgebiet. Aber auch wenn das heute vorgestellte Buch Ausflugstouren im Ruhrgebiet vorschlägt, lassen sich doch die vielen Beschäftigungs-Vorschläge der Autorinnen auch super in unseren norddeutschen oder österreichischen Gefilden durchführen.

Wenn ihr diesen kleinen Wanderführer gelesen habt, wird es Euch leichter fallen, spannende Ausflüge mit Euren vierbeinigen Freunden zu unternehmen und neue Touren zu entdecken.

Für meine Ruhrgebietler:

„Draußen bleiben!“, das war gestern, damit ist jetzt Schluss. Kerstin Goldbach und Kirsten Schönenborn präsentieren in dieser Neuerscheinung erstmals 16 hundefreundliche Ausflugsziele in ganz Nordrhein-Westfalen.
Gespür und eine gute Nase sind gefragt beim Geodogging in Siegen, bei einer Kanutour auf der Weser wird der Gleichgewichtssinn geschult, und auf einer ausgiebigen Wanderung entlang des Eifelsteigs kann der beste Freund des Menschen seine ganze Kraft und Ausdauer unter Beweis stellen. So vielfältig und individuell wie jeder Hund, so abwechslungsreich sind auch die Touren dieses Ausflugsführers. Ob gemeinsame Klosterbesichtigung, Besuch bei den Wildpferden in Dülmen oder Badeausflug zum Strand, für jeden Hund und seinen Besitzer ist hier etwas dabei.

Zudem erhält der Leser eine Menge Hintergrundwissen zur Hundeerziehung. Obwohl ich da etwas skeptisch bin ob man diese zwei Dinge nicht besser getrennt halten sollte. Mir persönlich hätten die Routen, Beschäftigungs- und Einkehrtipps völlig ausgereicht. Das Thema Hundeerziehung ist doch so komplex, dass es ein wenig mehr Platz bräuchte. Ein paar zwischengeschobene Tipps, können manchmal mehr Chaos anrichten, als dass sie helfen.

 

In diesem Reiseführer findet Ihr Adressen von Restaurants, Gaststätten und Übernachtungsmöglichkeiten, in denen Ihr mit Hunden gern gesehen seid.

 

Vier Pfoten auf Tour

Autoren: Kerstin Goldbach und Kirsten Schönenborn

Taschenbuch: 192 Seiten

Verlag: Bachem Verlag (01.04.2018)

ISBN: 978-3761631577

Preis: 14,95 Euro

 

 

 

Der obenstehende Link ist ein Affiliate-Link zu Amazon. Wenn Ihr Euch entschieden habt, das Buch zu kaufen und den Weg über diesen Link in meinem Blog zu gehen, würde mich das sehr freuen. Euch entstehen dadurch keine Kosten. Ich erhalte dann eine kleine Provision, die ich wieder in die Pflege des Goodfellows Hundeblogs und die Umsetzung neuer Ideen auf meinem Blog, investieren kann.

 

 

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„Fuß“, „Fuhuuuß“, „Fussssjetzt!!!“, „GehFußDudickköpfigerBlubberko…*+#+**##*!“

 

„Fuß“, „Fuhuuuß“, „Fussssjetzt!!!“, „GehFußDudickköpfigerBlubberko…*+#+**##*!“

Jeder kennt das auf irgendeine Weise. Man freut sich auf einen Spaziergang und der Hund flippt aus, zieht wie eine Dampflokomotive an der Leine, macht was er will. Bei Finley, meinem Rüden, stand das täglich auf seiner To-Do-Liste. Als Finley bei mir einzog, hatte ich keine Ahnung was Leinenführigkeit eigentlich bedeutet. Und wie ich bald feststellen sollte, verstand auch jeder Hundetrainer etwas anderes darunter.

Kleine Zusammenfassung:

Bei Fuß gehen, auf der linken Seite, auf der rechten Seite, ohne zu Schnüffeln oder Schnüffeln erlaubt, den Hundeführer anschauen oder in die Ferne, Pinkeln ist böse, Bedürfniserledigung nach vorherigem Freigabesignal okay. Hund läuft an langer, lockerer Leine, vor, neben oder hinter Dir, hinter Dir aber niemals vor Dir, während des Laufens mit dem Hund reden, nicht quatschen, bei Fehlverhalten ein deutliches NEIN raushauen, oder lieber ein sanftes SCHADE säuseln, alternativ ignorieren und dann, wenn Wohlverhalten folgt, großes Kino und loben, loben, loben. Leinenführigkeit, die Geißel aller Hundehalter.

Auf meiner verzweifelten Suche nach dem Schalter, den ich bei meinem Hund umlegen musste, damit er gewillt war, ordentlich an der Leine zu gehen, entdeckte ich vor allem meine ungeahnte Fähigkeit Schmerzen zu ertragen. Wenn 36 Kilo Muskelmasse in die Leine gehen, dann zwiebelt das – und wie. Dass die Lösung nicht mit 0815-Drill zu tun haben würde, ich sie bei mir und meinem Hund finden und es mit Verstehen und Verständnis zu tun haben würde, habe ich erst später entdeckt.

Vorher begann für mich eine Odyssee durch unzählige Hundeschulen. Ich musste mit einem am Kurzführer hängenden, empörten Finley 45 Minuten im Stechschritt auf- und ablaufen. „Der gibt schon irgendwann auf“, brüllte der Platzchef. Pustekuchen, nicht mein Rüde!

Der nächste Trainer verlangte von mir, ein Baum zu sein. Ich sollte jedes Mal, wenn ich Zug auf der Leine spürte, konsequent stehen bleiben und erst dann weitergehen, wenn mein Rüde lockerließ. Freiwillig *grins! Ratet mal – richtig! Finley und ich verbrachten die Unterrichtsstunde im Stehen, während die anderen Teilnehmer und ihre Streberhunde um uns herumflanierten. Pssst, kleiner Tipp von mir – Druckabbau geht anders.

Die nächste Trainerin war ein Geheimtipp in unserer Vorstadt. Gisela, ehemalige Sozialpädagogin, sagte: „Du musst Deinen Hund zuerst im Universum treffen.“ Ich soll WAS? Ach, was soll’s, dachte ich. Ich war verzweifelt, zu allem bereit, wenn ich nur einmal 100 schmerzfreie, entspannte Meter mit diesem Hund schaffen könnte, würde ich mich dafür auch in den Orbit schießen. Gisela weiter: „Wir bauen jetzt Deine Chakren auf.“ Sie gab mir die Anweisung, die Arme auszubreiten, über den Platz zu schreiten und dabei folgende Sätze zu skandieren: „Ich KANN das“, „Folge mir“ und „ICH bin das Universum!“ Ziel war es, dass Finley von mir so hingerissen sein sollte, dass er mir fortan bedingungslos folgen würde. Also stolzierte ich wie eine bekiffte Sektenchefin, kurz bevor sie ihre Anhänger in den kollektiven Selbstmord trieb, über das grüne Gras. Derweil hatte sich mein Rüde am Rasenrand niedergelegt und betrachtete mich skeptisch. Bedingungsloses Folgen, keine Spur. Warum auch? Frauchen war offensichtlich irreversibel durchgeknallt und in keiner Weise mehr zurechnungsfähig.

Ich war erschöpft, Finley auch, wir brauchten eine Pause. Ich begann, mir die richtigen Fragen zu stellen. Was war mir wichtig im Zusammenleben mit meinem Hund? Was davon entsprach auch Finleys Charakter?  Kadavergehorsam war von ihm nicht zu erwarten und den wollte ich auch nicht. Ich musste lernen, ihn besser zu verstehen, dann würden wir gemeinsam einen Weg finden. Zahlreiche Seminare zum Thema Hundeverhalten, Lerntheorien und Jagdverhalten folgten. Dort lernte ich die Signale meines Hundes zu deuten, seine Aufmerksamkeit bei mir zu halten. Und je besser ich ihn verstand, desto kooperativer wurde Finley. Und viel wichtiger, wir hatten plötzlich viel Spaß miteinander.

Diese Erfahrung ist für mich heute ein zentraler Ausgangspunkt meiner Arbeit als Hundetrainerin. Ich bin sehr offen für die Nöte und Emotionen anderer Hundebesitzer. Ich schaue immer zuerst, was ich dem Menschen abverlangen kann. Ich versuche, den Menschen zu stützen, nicht zu demoralisieren. Schließlich ist er das halbe Team. Dann betrachten wir gemeinsam den Hund. Welche Möglichkeiten und Hypotheken bringt er mit? So entstehen für jedes Team individuelle Trainingsstrukturen.

Für Finley und mich gilt inzwischen leben und leben lassen. Es ist nicht mehr von Bedeutung, ob er neben, vor oder hinter mir läuft. Wichtiger ist, dass ich jederzeit seine Aufmerksamkeit erlangen kann und das klappt gut. Die übrige Zeit darf er schnuppern, sich lösen und in die Ferne gucken. So konnte auch Finley sich entspannen. Wir sind jetzt ein Team, kämpfen nicht mehr gegeneinander. Unser Fazit: Der Begriff Leinenführigkeit ist dehnbar. Er bedeutet genau das, was ein Team braucht, um zufrieden zusammen leben zu können. Es gibt nicht nur den EINEN Weg. Die Suche nach dem Richtigen schweißt zusammen. Finley und ich sind dann mal unterwegs, in unserem Universum…

 

 

 

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Tragödienstadl – kein Gefühl für Pietät

 

Und jetzt denkt Ihr vielleicht, sie geht wieder los, die leidige „Kampfhund-Diskussion“?

Nein, keine Angst, dass es die Rasse „Kampfhund“ nicht gibt und dieser Name außer einem fetten, ungerechten Stigma nichts an Erkenntnissen über die betroffenen Hunderassen liefert, ist bereits hinlänglich bekannt und soll nicht Thema dieses Artikels sein. Außerdem hat die Diskussion um die korrekte Bezeichnung der Hunde, an dieser Stelle überhaupt nichts zu suchen. Um das Rassen-Stigma nicht weiter zu befeuern, nenne ich die zwei Hunde, die getötet haben in diesem Artikel weder beim Namen, noch nenne ich die Rasse. Denn auch das spielt hier keine Rolle. Ich nenne die beiden Tiere hier neutral einfach nur den Hund.

Mich beschäftigen zurzeit die Diskussionen in den sozialen Medien, die unter den Beiträgen, die über die zwei tödlichen Beißvorfälle berichten, gepostet werden viel mehr. Es sind Menschen gestorben unter grausamen Umständen und einer der Toten war ein sieben Monate alter Säugling. Für mich wäre das Grund genug einmal innezuhalten und an diejenigen zu denken, die einen geliebten Menschen verloren haben. Ich habe Mitgefühl mit Ihnen. Ich fühle auch Mitleid mit den Getöteten, denn sie sind auf brutale Art gestorben.

Die Situation, die entstanden ist, ist tragisch – auch für die Hunde. Und ich finde grundsätzlich auch, dass eine Diskussion erlaubt sein muss. ABER…

Auch wenn man davon ausgeht, dass der Hund aus den falschen Motiven angeschafft wurde, falsch oder gar nicht erzogen wurde und mit Sicherheit kein schönes Leben hatte, bleibt am Ende des Tages die Feststellung, dass er zwei Menschen getötet hat.

Im Hinblick auf das Verhalten des Hundes bedeutet das, er hat mit dem Töten dieser Menschen einen Zustand für sich beendet, der für ihn nicht akzeptabel war. Er hat jetzt gelernt, dass das Töten von Menschen, eine Erfolg bringende Strategie sein kann. Es gibt nur wenige Experten in Deutschland, die fähig sind mit so einem gefährlichen Hund zu arbeiten.

Wo wir gerade bei Tabubrüchen und Ungeheuerlichkeiten sind. Im Netz habe ich davon viele gesehen. Die Verstorbenen wurden als Untermenschen bezeichnet, die den Tod verdient hätten, weil sie dem Hund kein schönes Leben geboten hatten, oder nicht wussten, was ihr Hund brauchte um nicht aggressiv zu werden. Ich empfinde solche Einlassungen als menschenunwürdig und inakzeptabel.

Die getötete Frau und ihr ebenfalls getöteter Sohn hatten sich den Hund zu Ihrem Schutz, vor ihrem gewalttätigen Ehemann angeschafft. Dieser hatte sie mit einem Beil attackiert und so schwer verletzt, dass sie fortan auf den Rollstuhl angewiesen war.

War die Anschaffung aus falschen Motiven ein Fehler? War die Haltung des Hundes schlecht? Waren die Zwei Menschen mit der Erziehung so eines Hundes überfordert? Ja, ja und ja, das war alles ein Fehler. Hatten sie deshalb den Tod verdient? AUF KEINEN FALL!!!

Auf jeden Fall war auch die Vermittlung eines solchen Hundes zu zwei gesundheitlich schwer gehandicapten Menschen ein Riesenfehler. Hunde erkennen es, wenn ihr Halter eingeschränkt ist und passen Ihr Verhalten an. Wenn es sich dann noch um einen nachgewiesenermaßen verhaltensauffälligen Hund handelt, kann das bedeuten, dass er sich gegen seinen gehandicapten Halter wendet. Man liest, dass die Gefährlichkeit dieses Hundes bekannt war bei Behörden und Tierschutz. Er sei bereits als auffällig eingestuft gewesen.

Tierschutz ist ein schwieriges Geschäft, emotional gesehen. Als Tierschützer lernt man Menschen kennen, die grobe Fehler machen, Tieren schaden und unbelehrbar sind. Da entsteht Frust, das finde ich nachvollziehbar. Trotzdem ist guter Tierschutz aus meiner Sicht nur machbar, wenn man innerlich nicht verhärtet, nicht ständig von der „Bestie Mensch“ spricht und den kritischen Blick auf die zu vermittelnden Tiere dabei verliert. Nicht für jeden Hund kann man ein Zuhause finden, dass qualifiziert für den Umgang und die nötige Ausbildung ist. Eine Vermittlung unter dem Motto „Hauptsache der Hund hat ein Zuhause“, ohne zu hinterfragen, ob die Menschen das leisten können, was der Hund ihnen abfordern wird, ist verantwortungslos gegenüber den Menschen. Meiner Meinung nach sollte in solchen Fällen die Sicherheit der Menschen Vorrang vor dem Tierschutzgedanken haben.

Als dann der zweite tragische Fall passierte und bekannt wurde, dass ein sieben Monate altes Kind an einem Hundebiss gestorben ist, wurde es noch schlimmer. Die erste Petition gegen die Einschläfern des Hundes war geschrieben, noch bevor die Spuren der Attacke beseitigt waren. In vielen Facebook-Gruppen kamen die Kommentare, die kommen mussten. Sämtliche staatlich geprüften mit Paragraph Doofschein ausgestatteten Hobbypädagogen und Ultimativ-I-am-the-greatest-Rudelchef-Hundehalter standen bereit, um ihren Senf zum Drama beizusteuern.

Hier ein paar Auszüge:

„Ich habe auch zwei verhaltensauffällige Hunde zuhause und vier Kinder, da ist nie was passiert. Das kommt, weil ich mich schlau gemacht habe und konsequent bin…“

„Ja klar, jetzt muss der arme Hund sterben. Dabei haben nur die Eltern Schuld, die tun mir überhaupt nicht leid.“

„Jeder Hund wird aggressiv geboren, deshalb kann man die doch nicht töten, wenn sie ihrem Instinkt nachgeben…“

„Aggressiv ist nur gefährlich, wenn es abgerufen wird…“

„Kinderaggression ist was ganz anderes, als Menschenaggression, da kann man immer was machen….“

Was es da zu lesen gab, so bunt, so doof, so borniert, strotzend vor Unkenntnis, Dummheit, Selbstüberschätzung, Rücksichtslosigkeit und gefühllos ohne Ende. Meine Güte, das ist unerträglich. Hier zu behaupten, der Hund könne nichts dafür, die Eltern treffe allein die ganze Schuld am Geschehen, ist eine gewagte nicht zu beweisende Behauptung. Man weiß nicht was es war, dass den Hund angetriggert hat, dass er den tödlichen Angriff auf den Säugling durchführte. Tatsache bleibt, dass der Hund diese Trigger in sich trägt, was bedeuten kann, dass es jederzeit wieder zu einer tödlichen Attacke kommen könnte. Angesichts dieser Fakten, möchte man den Schreibern der unsäglichen Kommentare sagen – schaltet Euren verstand ein, überprüft mal bitte Euer Sozialempfinden, Eure Werte und findet zurück zur Menschlichkeit.

 

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Ein Hund namens Brötchen

Von Mitmenschen, Mittieren und anderen Katastrophen

In den letzten vier Tagen habe ich das, mir sonst so verhasste Bahnfahren, schätzen gelernt. Das lag im Wesentlichen daran, dass ich immer mein Frühstücksbrötchen dabeihatte. Nein, nein, ich habe nicht im Zug gefrühstückt, ich habe gelesen. Und zwar das E-Book meiner lieben Blogger-Kollegin Heidi Schmitt über ihren Hund Panini.

Sie nennt ihre Hündin liebevoll das Brötchen. Panini ist ein Hund aus dem Tierschutz, mit allen Herausforderungen, die sein Vorleben so mit sich bringt und ganz offensichtlich ein Schatz. Heidis Buch „Ein Hund namens Brötchen“ ist echtes Seelenfutter. Jedes Wort ist mit Bedacht gewählt, jede Wendung in ihrer gemeinsamen Geschichte ist mal ernsthaft, ab und an kritisch, dann wieder lustig aber durchgehend lebhaft erzählt. Auf diese Art trifft Heidi Schmitt nicht nur das emotionale Zentrum beim Leser, sondern stellt auch sicher, dass die Sachinformationen, die sie an ihre Leser weitergibt akribisch recherchiert und richtig erzählt worden sind.

Ihr erfahrt, warum Heidi Schmitt kein Rudelführer ist und auch nicht sein will, warum nachts manche Hundehalter einfach spurlos verschwinden und wie man manche Passanten, die sogenannten Ja,wieheißtDudenn’s artgerecht behandelt.

Mein Fazit zu diesem Buch: Ein Buch, das gute Laune macht, manchmal ein wenig nachdenklich stimmt aber bei mir auch ein wenig Traurigkeit hinterlassen hat, als ich es ausgelesen hatte. Also liebe Heidi, mach mich wieder froh und schreibe eine Fortsetzung über Dein Leben mit Deiner Panini. Ich warte schon darauf.

Die Autorin Heidi Schmitt ist Werbetexterin, Autorin und Bloggerin und lebt mit ihrem Mischlingshund Panini in Frankfurt am Main. Sie schreibt regelmäßig unterhaltsame und informative Beiträge auf ihrem Hundeblog „Kommst Du hierher!“ . Ihr erstes Buch “Jubiläumsbecher in der Busspur“, in dem sie über das Laufen schreibt, wurde 2013 mit dem autoren@leipzig Award der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet. 2014 erschien der Nachfolgeband „Komm, wir laufen aus“

 

 

Ein Hund namens Brötchen

Autor: Heidi Schmitt

Format: Kindle Edition

Preis: 2,99 Euro

Dateigröße: 4541 KB

Verlag: Books on Demand

Auflage: 1 (04.07.2017)

ASIN: Bo73Q3KN4


Der obenstehende Link ist ein Affiliate-Link zu Amazon. Wenn Ihr Euch entschieden habt, das Buch zu kaufen und den Weg über diesen Link in meinem Blog zu gehen, würde mich das sehr freuen. Euch entstehen dadurch keine Kosten. Ich erhalte dann eine kleine Provision, die ich wieder in die Pflege des Goodfellows Hundeblogs und die Umsetzung neuer Ideen auf meinem Blog, investieren kann.

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Elvis im Handtaschen-Gefängnis

Fotos: Pixaby

 

Neulich war ich einkaufen oder shoppen, wie man heute sagt. Ganz in der Nähe meiner Vorstadt haben wir ein riesiges Einkaufszentrum. Dort bekommt man alles, was das Herz begehrt – Gott sei Dank auch in allen Preisklassen. Dass ich mit meiner, nicht sehr pflegeleichten, 83jährigen Mutter unterwegs war, ist irgendwann mal einen eigenen Blog-Beitrag wert. Wir waren fast durch, mit unsrer Mammut-Tour, da hörte ich SIE…

„Pscht, psssscchhttt… Elvis ruhig… ausÄääälvisbitteee…Mensch, jetzt aber… pssscht!!!“

Verzweifelt sah sie aus, die junge Frau, die bei H & M in der Kassenschlange stand und auch ein wenig genervt. Sie war das, was mein Playboy-Nachbar Heimo wohl als eine orientalische Schönheit bezeichnen würde. Super durchgestylt, Topfigur, keine Angst vor kräftigen Farben … auch nicht im Gesicht. Ich bediene hier mal alle mir bekannten Vorurteile und nenne die Frau Soraya. Auf Sorayas Stirn bildete sich Schweiß, er rann langsam, der Schwerkraft folgend, das Gesicht herunter. Einige Schweißtropfen sammelten sich über der frisch aufgespritzten Oberlippe und verliehen ihrem frisch getünchten Gesicht einen nicht gewollten Glanz. Unter ihrer rechten Achsel klemmte eine sogenannte Citybag. Zur Erklärung für uns Dummytaschen-Trägerinnen: Eine Citybag ist das, was unsere Großmütter eine Handtasche nannten, nur im Kingsize-Format. Man kann im Notfall darinnen wohnen!

Diese Citiybag drückte sie mit dem Ellenbogen, im Dreivierteltakt-Rhythmus zusammen. Etwa so, wie es die schottischen Dudelsackspieler der Queen beim morgendlichen Weckruf mit dem Blasebalg ihres Dudelsackes machen. Immer wenn der Ellenbogen in Busennähe kam, hörte ich ein dumpfes Bellen. Das ganze klang in etwa so – Tadaadadapftttt!ÖffÖffÖffÖff … Tadaadadapfttttt!ÖffÖffÖffÖff … und so weiter… und so weiter …

Okaaayyy Birgit, dachte ich mir, die Tasche bellt!!! Ich übte Nachsicht mit mir, denn ich hatte einen Einkaufsmarathon mit meiner 83jährigen Mutter hinter mir. Abgesehen von drei scheußlichen, in bunten Tüten abgepackten Doch-das-steht-Dir-Birgits und einer Ich-hasse-Rüschen-Kapitulationserklärung, hatte ich den ganzen Tag noch nichts gegessen und viel zu viel Coffee-To-Go intus. Angesichts dieser Tatsachen waren Halluzinationen, wie eine bellende Citybag, eine willkommene Abwechslung.

Was soll ich sagen, die Kassenschlange war lang die H&M-Damen an der Kasse langsam. Ich sprach Soraya an. „Was hat sie denn“, fragt ich mit Blick auf die giftgrüne Tasche. Irritiert schaute sie mich an und sagte: „Das ist ein Junge und er will nicht still sein.“ Aus der Tasche erklang ein weiteres Tadaadadapfffttt!ÖffÖffÖffÖff. Mir schwante Böses. „Kann ich mal hineinsehen“, fragte ich besorgt. Soraya öffnete den Reißverschluss der Tasche und ein kleiner Chihuahua schaute hinaus und gab einen erleichterten Japser von sich.

„Lassen Sie den Hund doch mal aus der Tasche raus, dann beruhigt er sich vielleicht“, bat ich Soraya. „Aber die Tasche ist doch sein Zuhause“, sagte die orientalische Schönheit. Na klar, dachte ich bei mir, offensichtlich war Soraya eine Paris-Hilton-Jüngerin und hielt ihre Kunstledertasche für die natürliche Umgebung Ihres Hundes. Zweifelnd schaute ich sie an und fragte mich, wie ich mit vernünftigen Argumenten durch diese Instagram verseuchten Nebelschwaden, die um ihren Kopf herumwaberten,  hindurch dringen konnte. Ihr ahnt es sicher, die Antwort lautet gar nicht!

Also versuchte ich Plan B, die Aktion „Free Elvis“ lief an. Schließlich musste diesem armen Hund geholfen werden. Ich sagte: „Also ich glaube ja, dass der Kleine ganz dringend pieseln muss. Aber die Tasche ist ja wasserfest, da läuft schon nichts raus.“ „Elvis, nein“, quietschte Soraya. Mit einem Griff packte sie den Minirüden an seinem Glitzergeschirr und setzte ihn auf den Boden. Elvis machte noch einige Male ÖffÖffÖffÖff… dann wurde er still und begann den Boden ab zu schnuppern. „Iiiigitt, Elvis lass das, das ist doch schmutzig“, schimpft ihn sein Frauchen aus. „Hunde machen sowas, der ist gerade total zufrieden, jetzt lassen sie ihn doch mal“, sagte ich zu ihr.

Soraya verzog angeekelt das Gesicht, ihr war sichtlich unwohl. Der mag SOWAS, schienen ihre Augen zu fragen. Ich setzte nach: „Chihuahuas sehen zwar klein und niedlich aus, sind aber im Grunde ganz kernige Kerlchen. Die wollen spielen und herumlaufen. Üben sie doch mal ein paar Tricks mit Elvis ein. Sowas wie Pfötchen geben oder lassen sie ihn Futter suchen. Dann bleibt er auf solchen Shopping-Ausflügen sicher auch ruhiger“, sagte ich zu ihr. Dann kam der Satz, von dem ich heute noch Albträume habe. Soraya versuchte ihre Botox unterspritzte Stirn zu runzeln, sie sah fast nachdenklich aus, und dann sagte sie mit Nachdruck: „Das kann seine Nanny mal mit ihm machen. Ich gehe lieber mit ihm shoppen.“

Ich hätte mich jetzt, angesichts der völlig fehlenden Einsichtsfähigkeit dieser Frau zurückhalten können und das Gespräch abbrechen können. Aber irgendwie war das Bedürfnis, die Situation für diesen kleinen Hund wenigstens auf marginaler Ebene zu verbessern, überwältigend groß. Dass ich das Folgende jemals sagen würde, hätte ich nur eine Stunde früher noch entrüstet von mir gewiesen: „Es gibt auch total hübsche Tragetaschen für kleine Hunde. Die sind atmungsaktiv, von innen abgepolstert. In so einer würde Ihr Elvis sich vielleicht wohler fühlen.“ 

Zweifelnd schaute sie mich an und sagte: „Gibt es die auch von Gucci oder Tommy Hilfiger?“ Und dann konnte ich nicht mehr an mich halten. „Nein aber von Herrn Glööckler! Meine Güte, er ist zwar klein aber doch ein ganz normaler Hund. Der will laufen, pinkeln, sich in Dreck wälzen und anderen Hunden am Po rumschnüffeln. Alles Sachen, die normale Hunde so machen. Ganz bestimmt will er nicht in einer potthässlichen Lederimitattasche wohnen. Er ist ein Lebewesen und kein seelenloses Schmuckstück. Was SIE brauchen, ist kein neues Geschirr und auch nicht den neuesten Mode-Trend aus dem Internet. Sie brauchen dringend eine Hundeschule und eine neue Einstellung zu Ihrem Tier. Dann kläfft der Hund auch nicht mehr das halbe Einkaufszentrum zusammen!“

Vernichtend sah Soraya mich an. Ihre Augen wanderten demonstrativ, zu meiner Frisur (sass nicht), über meine Fältchen im Gesicht (hart erarbeitet), zu meinem T-Shirt ( mit Print Sitz heißt Sitz) , dann weiter abwärts zu meinen Schuhen (flach aber Echtleder). Sie gab ein entrüstetes Schnauben *pühhh  von sich und sagte: „Man kann einen Hund haben und trotzdem modisch aussehen!“ Sie schnappte sich Elvis, setzte ihn in sein giftgrünes Kunstledergefängnis und rauschte aus dem Ladengeschäft. Mein hinterhergeschmissenes : „Ja, oder man sorgt sich wirklich um seinen Hund….“ hörte sie wohl gar nicht mehr. Und von Ferne hörte man Elvis singen … TadaadadaPffft!ÖffÖffÖffÖff …. TadaadadaPffft!ÖffÖffÖff …

Nachtrag

Viel zu oft werden kleine Hunde aus den falschen Motiven angeschafft. Sie werden, weil sie klein und niedlich sind und auch ausgewachsen klein bleiben, oft nicht ernst genommen und zum Schmuckstück oder Modeaccessoire degradiert.

Für mich gehen Glitzergeschirre, funkelnde Halsbänder und hübsche Mäntelchen immer so lange in Ordnung, wie sie den natürlichen Bedürfnissen dieser Hunde nicht im Wege stehen.  Herrchen und Frauchen sollen ja auch Spaß haben. Allerdings darf man nicht außer acht lassen, dass diese Hunde auch laufen wollen, spielen wollen, etwas lernen können, andere Hunde kennenlernen wollen, schnüffeln wollen und so weiter und so weiter ….

Oder frei nach John F. Kennedy: „Frage nicht danach, was Dein Hund für Dich tun kann. Frage danach, was Du für Deinen Hund tun kannst.“

 

 

 

 

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Doggy Fitness Online Kurse bei Goodfellows

 

 

Der Weg zu den Kursen: Hundeschule – Angebot – Doggy Fitness/Online Kurse

Vor ein paar Wochen habe ich hier berichtet, wie Finleys Fitnesstraining gelaufen ist (zum Artikel). Daraufhin haben mich viele Anfragen erreicht, zu dem Kursprogramm von Martina Flocken.

Statt jede Frage einzeln zu beantworten, habe ich mich entschlossen eine Extra-Seite für Martinas Online-Kurse einzurichten. Ihr findet sie unter dem Menupunkt Hundeschule, als Unterpunkt zu meinem Angebot. Zu der neuen Seite geht es hier.

Seniorfit – Profifit – Basicfit – Puppy Move

Finley hat den Kurs Basicfit gemacht und wir sind immer noch dabei – mit viel Spaß. Martina Flocken bietet aber auch Kurse für Hund mit körperlichen Handicaps an. Sie ist ausgebildete Physiotherapeutin für Tiere und gibt ihr Wissen und ihre Erfahrungen als Bloggerin weiter. In ihrem bisherigen Leben hat Martina viele Jahre eine Praxis für Tierphysiotherapie geführt und Workshops für Hundebesitzer zu verschiedenen Themen rund um die „Bewegung“ des Hundes gehalten. Aus diesen Workshops ist die Idee gewachsen, Menschen mit Hunden zu helfen, noch viel mehr zu diesem spannenden Thema zu lernen.

Arthrosefit – Hüftfit – Happy Move – Rückenfit 

Ich bin von Martina Flockens Angebot total überzeugt und deshalb möchte ich Euch diesen Zugang zu ihrem Angebot hier auf meiner Website ermöglichen. Es ist für jeden Hund das richtige Angebot dabei. Wenn Ihr schauen wollt, ob auch für Euch und Euren Hund ein Kurs dabei ist, klickt auf der neuen Seite Doggy Fitness/Online Kurse die Überschrift neben dem Foto im Text.

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Assistenzhund – Bitte nicht stören!

Ich freue mich sehr, dass ich Euch heute einen Gastbeitrag meiner österreichischen Bloggerkollegin Laura Gentile präsentieren darf. Ich lese Lauras Blog lycheethepoodle.com schon seit einiger Zeit regelmäßig, weil mich ihre und Lychees besondere Geschichte fasziniert hat. Laura lebt mit der kleinen Zwergpudeldame Lychee zusammen und hat sie zu einem staatlich zertifizierten Assistenzhund ausgebildet.

Die Zwei haben gerade ihre staatliche Prüfung bestanden. Ich gratuliere Euch von Herzen, liebe Laura!

Zwischen den beiden besteht nicht nur ein inniges Verhältnis, wie wir es von uns und unseren Hunden kennen – die Zwei haben auch eine Arbeitsbeziehung. Als Assistenzhund trägt Lychee eine große Verantwortung und die Anforderungen, die an sie als Hund und Gefährtin gestellt werden, sind um ein Vielfaches höher als bei unseren Hunden. Deshalb braucht es auch ein wenig mehr Rücksichtnahme von anderen, damit ihre Arbeit nicht gestört wird. Laura erzählt Euch nun ein wenig über ihren und Lychees gemeinsamen Weg.

Respekt für einen kleinen Zwergpudel und sein Frauchen

 

Wir sind Laura und Lychee vom Blog lycheehepoodle.com. Mein Hund Lychee ist nicht irgendein Zwergpudel wie andere Begleithunde, sondern sie ist ein staatlich zertifizierter Assistenzhund. Seit sie 9 Wochen alt war, lebt Lychee bei mir. Ich bin aufgrund einer Muskelschwäche auf den Rollstuhl angewiesen und benötige deshalb Hilfe im Alltag.

Nachdem ich mit Tieren aufgewachsen bin, unter anderem auch mit Hunden, stand eigentlich schon sehr früh fest, dass auch bei mir im eigenen Haushalt mal ein Hund einziehen sollte. Die Idee, dass dieser Hund mich auch in meinem Alltag unterstützen sollte, reifte erst während ich auf der Suche nach dem passenden Hund war.

Lychee zog ein. Sie durfte sich erst in Ruhe eingewöhnen und ich legte mein Augenmerk auf ihre Sozialisation. Lychee durfte als Welpe und Junghund, also bis sie zirka 12 Monate alt war, nicht springen. Auf die Länge der Gehzeiten haben wir auch sehr geachtet. Wenn wir länger unterwegs waren, habe ich sie anfangs einfach getragen. So konnte sie von einem sicheren Ort aus – meinem Schoß – alles beobachten.

Die Ausbildung eines Assistenzhundes dauert lange und braucht sehr viel Einfühlungsvermögen

Als nächstes haben wir Grundkommandos gelernt. Im Alter von sechs Monaten begann das Training der ersten Assistenzaufgaben. Wobei man sagen muss, Lychee hatte schon vorher Interesse mir beim Ausziehen zu helfen und sie hat schon vorher sehr gerne apportiert. Also hat sie zuerst einmal gelernt, diverse Gegenstände in den Mund zu nehmen – Metall ist für viele Hunde ganz unangenehm – und mir diese Gegenstände dann zu bringen.

Dann haben wir daran gearbeitet, dass Lychee mir beim Ausziehen der Socken und meiner Jacke hilft. Bevor wir anfangen konnten, mit Lychee zu trainieren wie man Schubladen öffnet und schließt, musste Lychee einige Untersuchungen über sich ergehen lassen. Wir mussten sicher gehen, dass die Arbeit Lychee nicht schaden kann. Röntgenchecks, die Herz-Ultraschalluntersuchung, Augenuntersuchung, das Blutbild und auch die allgemeine Untersuchung fielen zu unserer Zufriedenheit aus. Wir legten uns einen Trainingslichtschalter zu, den Lychee auf Kommando betätigen sollte. Vielleicht brauchten wir ihn später ja noch einmal.

Foto: 92 frames

Neben all den Aufgaben, die ich bewusst mit ihr gelernt habe, hat Lychee auch einiges von alleine gelernt: mich zu wecken, wenn ich zu schlecht atme oder mich frühzeitig zu warnen, wenn eine Panikattacke im Anmarsch ist. Bei all dem Training wurden wir einmal die Woche von unserer Hundetrainerin begleitet. Übrigens, als Lychee fünf Monate alt war, haben wir die Trainerin gewechselt. Also wenn ihr Euch nicht wohlfühlt, hört bitte auf Euer Bauchgefühl.

Neben all den Aufgaben ist es aber auch besonders wichtig, dass ein Assistenzhund lernt, sich überall brav zu verhalten. Egal ob öffentliche Verkehrsmittel, Lebensmittelgeschäfte, Shoppingcenter, Messen oder in Arztpraxen, ein Assistenzhund hat spezielle Zutrittsrechte, deshalb sollte er sich überall benehmen können.

Lychee ist ein Arbeitshund, sie muss immer hochkonzentriert sein – also darf man sie bei der Arbeit nicht stören

Ein Problem, dass wir Halter von Assistenzhunden haben, sind andere Menschen, die Hunde zwar süss finden aber nicht respektieren, dass unsere Hunde einen Job haben. Vielleicht ist bei kleinen Hunden wie Lychee, der „Süss-Faktor“ noch mal größer, glauben wir aber nicht. Das ist aber auch egal, denn ob kleiner oder großer Assistenzhund – diese Hunde darf man nicht von ihrer Arbeit ablenken!

Ich vergleiche das immer gerne mit Rettungskräften, die von Gaffern bei einem Rettungseinsatz beeinträchtigt werden. Genauso ist das, wenn man einen Assistenzhund im Dienst anspricht oder lockt, mit anderen Geräuschen ablenkt, ihn unerlaubt füttert, ihm permanent in die Augen starrt oder ihn auch nur einfach anfasst.

Ein Assistenzhund ist ein Arbeitshund. Er gilt nach dem österreichischen Gesetz außerdem als Hilfsmittel, ähnlich einem Rollstuhl – natürlich einem mit Seele! Den lenkt man doch nicht von seiner Bestimmung ab. Einem Rollstuhl stellt man ja auch nicht absichtlich ein Bein. Lychee von ihrem Job abzulenken, könnte zum Beispiel dazu führen, dass sie mir in den Rollstuhl rennt. Das könnte bei uns beiden zu Verletzungen führen oder dazu dass sie mich nicht rechtzeitig vor einer Panikattacke schützen kann. Jeder Assistenzhund, Blindenführhund, Servicehund oder Signalhund hat andere Aufgaben. Keiner von ihnen sollte abgelenkt werden, denn das führt bei den jeweiligen Assistenzhundeteams zu unnötigem Stress. Deshalb lernen Assistenzhunde, Ablenkungen so gut es geht zu ignorieren. Allerdings ist keiner von Ihnen ein Roboter und für mich als Assistenz-Hundeführerin sind solche Ablenkungen auch der reinste Horror.

Ich habe Lychee selbst ausgebildet. Aber auch wenn wir die Prüfung nun bestanden haben, ist die Arbeit noch lange nicht vorbei! Kein Hund ist je fertig ausgebildet – egal ob man einen fremd ausgebildeten Assistenzhund bekommt oder diesen selbst ausbildet.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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