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Haushaltshilfe gesucht, den Aqua+ Pet & Family gefunden Vol.1

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Wir testen den THOMAS Aqua+ Pet & Family

 


 

Vor einiger Zeit hatte ich ja über Facebook nach einer Haushaltshilfe gesucht. Mein alter Staubsauger war in Rente gegangen und das zum für uns ungünstigsten Zeitpunkt. Es war Januar und das bedeutete hier in der Hamburger Vorstadt, dass unglaubliche Mengen Wasser vom Himmel geregnet sind und Matsch, Matsch und nochmal Matsch.

 

Matsch und Tierhaare und Matsch und Tierhaare und Matsch und …

 

Finley ist als Golden Retriever ein eher langhaariger Hund. Bei der Fellverteilung im Hundehimmel hat er mindestens viermal laut „hier ich“ gebellt. Der ganze Schnodder verfängt sich da sehr leicht in seiner dichten Wolle.  War mein Hund dann durchgetrocknet und der ganze Schlamm auf den Boden gelandet, war immer eine Etagen-Grundreinigung fällig. Das jedoch gestaltet sich schwierig, wenn der ehemalige Staubsauger seine alten Tage mit einem Cocktail in der Hand am Strand von Barbados genießt.

Gottseidank haben wir einen würdigen Nachfolger für unseren alten Sauger gefunden. Die Firma THOMAS (hier geht es zur Firmenseite) hatte sich auf meinen Hilferuf gemeldet und mir freundlicherweise den Aqua+ Pet & Family zum Testen zur Verfügung gestellt. Dieser Staubsauger wurde speziell für die Bedürfnisse von Tierhaltern entwickelt. Soviel kann ich schon verraten, die Hausarbeit wurde mir durch dieses Gerät sehr viel leichter gemacht.

 

Demnächst hier auf dem Blog:

Der Test für die Sprühsaugfunktion und das feuchte Wischen

 

Mancher Schmutz ist so hartnäckig, dass er sich nur mit Wasser entfernen lässt. In diesen Fällen kann man den Aqua+ Pet & Family mit speziellen Saugaufsätzen versehen und mit ein paar Handgriffen zu einem Nasssauger umrüsten. Mit der Sprühsaugfunktion könnt Ihr selbst hartnäckige Schlieren und Flecken von Euren Böden und Möbeln entfernen und mit dem Gerät anschließend noch feucht durchwischen.

Meine Testberichte zu diesen Funktionen könnt Ihr in einem meiner nächsten Artikel lesen.

 

Heute im Test: Die Trockensaug-Funktion

 

Heute haben wir für Euch das Trockensaugen mit dem Aqua+ Pet & Family getestet. Was mir gut gefallen hat, war dass ich die Saugstärke verändern konnte. Das Gerät verfügt über 1600 Watt Leistungsstärke und eine stufenlose, elektronische Saugkraftregulierung mit ECO-Control. So konnte ich die Saugleistung an den Grad der Verschmutzung und die Art des Untergrundes anpassen. Die Bedienung der Funktion ist einfach über einen am Hauptgerät angebrachten Schalter zu erreichen und durch einen Schieberegler am Saugrohr.

 

Neue Filtertechnik durch den Aquafilter

 

Um den Aqua+ Pet & Family in Betrieb zu nehmen, brauchte ich erst einmal einen Liter Wasser aber dazu komme ich späer noch einmal. Die Firma THOMAS hat ein neuartiges Filtersystem entwickelt, die Aqua+ Technologie. Im Sauger befindet sich ein neu entwickelter Aquafilter. Der Aquafilter besteht aus einem Schmutzwasserbehälter, einem zweiteiligen Filterdeckel und einem Ansaugfilter.

 

 

Was tut die neue Technologie für mich?

 

Vor dem Saugen wird Wasser in den Schmutzwasserfilter eingelassen. Am Filter befinden sich zwei Markierungen, die die Mindestmenge und die maximale Füllmenge markieren. Staubpartikel, Tierhaare die aufgesogen werden, werden im Wasser gebunden. So werden auch unangenehm riechende Geruchsstoffe im Filtersystem aufgefangen und können nicht mehr in die Raumluft entweichen. So verbessert der Filter die Raumluft beim Staubsaugen. Im Gegenzug gibt das Gerät eine leicht befeuchtete Luft in den Raum ab. Ich, als Hausstaub Allergiker, empfand gerade diesen Effekt als sehr angenehm – kein Niesen mehr beim Saugen. Die Firma THOMAS nennt das Frischesaugen.

 

Empfehlung durch die Deutsche Haut- und Allergie e. V.

 

Die Deutsche Haut- und Allergie e. V. hat diesen entscheidenden Vorteil für Allergiker bestätigt und empfiehlt den Aqua+ Pet & Family für Allergiker:

„Der hohe Abscheidegrad von Allergenen im Wasserfilter des Gerätes – eine Leistung, die zudem auch für frischere Raumluft sorgt. Eine Empfehlung, der Sie vertrauen können – wenn Sie auf der Suche nach einem leistungsfähigen Staubsauger sind, der bei Allergien für saubere Luft sorgen kann.“

 

Einfache Handhabung, leichtes Gerät

 

Die Handhabung des Aqua+ Pet & Family ist einfach. Zuerst nimmt man den Aquafilter heraus und befüllt ihn mit Wasser. Dann setzt man ihn wieder ein und schließt die Saugerabdeckung. Hat man vorher den Schlauch und den Saugaufsatz montiert, was schnell und leicht zu bewerkstelligen ist, kann es losgehen.

Wegen des Wassers im Filter, sollte der Sauger immer gerade auf dem Boden stehen. Er lässt sich leicht ziehen und macht jeden Richtungswechsel mit. Ich war begeistert von der Saugleistung, es blieb nichts liegen, auch nicht Finleys Haarbüschel unter dem Sofa. Das erspart mir in Zukunft, jedes Mal das Sofa von der Wand abzurücken. Die Firma THOMAS empfiehlt den Saugvorgang nach jeweils 30 Minuten zu unterbrechen und den Aquafilter zu reinigen. Das würde ich bei starken Verschmutzungen auch so sehen. Bei leichteren Verschmutzungen kann man nach meiner Erfahrung ruhig ein wenig länger saugen.

 

 

Die Filter Reinigung nach dem Saugen

 

Nach dem Saugen muss der Aquafilter jedes Mal gereinigt werden. Dazu nimmt man ihn aus dem Gerät und baut die beiden Deckel von dem Schmutzwasserfilter ab. Das geht ganz einfach und wird in der Bedienungsanleitung anschaulich erklärt. Das schmutzige Wasser kann man in die Toilette schütten. Bei starken Verschmutzungen landet mein Schmutzwasser auf dem Kompost. Die Abdeckungen und der Schmutzwasserbehälter sollten dann gründlich gereinigt werden und vollständig getrocknet sein, bevor man den Aquafilter wieder ins Gerät einsetzt.

 

 

 

 

Den Staubbeutel um die Treppe zu saugen

 

Da der Aqua+ Sauger am Boden stehen muss, wenn der Aquafilter mit Wasser befüllt ist, war es so für mich nicht möglich meine Treppen zu saugen. Das ist in einem Drei-Etagen-Reihenhaus aber unbedingtes Muss. Deshalb war ich froh, dass der Aqua+ Pet & Family Sauger eine wichtige Alternative zu bieten hatte. Der Lieferung lag auch ein Staubbeutel bei, der mit wenigen Handgriffen anstatt des Aquafilters montiert werden konnte. Dank des praktischen Haltegriffes an der Abdeckung des Staubsaugers konnte ich ihn beim Saugen bequem die Stufen hochtragen.

Auch bei dieser Art zu saugen, sind mir keine unangenehmen Gerüche aufgefallen und niesen musste ich auch nicht.

 

Fazit:

Im Ergebnis kann ich sagen, dass ich mit der Trockensaugfunktion des Aqua+ Pet & Family Staubsaugers sehr zufrieden war. Er hat gute Chancen, unserem Cocktail shakenden „Alten“ den Rang abzulaufen. Insbesondere wenn man Hunde oder Katzen im Haus hat, leistet der Aqua+ Pet & Family gute Dienste.

Ich konnte ihn leicht mit einer Hand die Treppen hochtragen und mit der anderen Hand die Stufen absaugen. Die Wartung gestaltet sich anders als bei herkömmlichen Saugern. Nachdem ich das zwei-, dreimal gemacht hatte, waren das nur noch Routinegriffe für mich, die ich schnell erledigt hatte. Das Filtersystem ist hinterher wieder sauber, wie vor der ersten Benutzung.

Das garantiert den Frischeffekt in der Raumluft, der durch das Frischesaugen mit dem neuen Aquafilter entsteht, was für mich als Allergikerin sehr wichtig ist. Mit der Saugleistung war ich sehr zufrieden. Insbesondere die stufenlose Verstellbarkeit der Saugstärke gibt mir die Möglichkeit den Sauger an jeden Untergrund anzupassen.

Als einzige, kleine Kritik muss ich den Einzugsmechanismus für das Elektrokabel erwähnen. Laut Bedienungsanleitung soll das Kabel mit einem leichten Zug vom Gerät weggezogen werden und dann losgelassen werden. Das Kabel soll sich dann durch einen Gegenzugmechanismus selbst wieder ins Gerät einziehen. Das hat nicht so gut funktioniert. Ich musste den Vorgang mehrmals wiederholen, bis der Gegenzug einsetzte. Hier hätte ich mir lieber einen Schalter außen am Gerät gewünscht, der den Kabeleinzug regelt.

 

Zum Abschluss noch ein Lesetipp

 

Wenn Ihr Lust habt, dann schaut doch auch einmal auf die Haustier-Ratgeber Seite von THOMAS. Hier findet Ihr viele Tipps zur Haltung von Hunden und Katzen.

 

Es zwickt und zwackt – was Finley das Altern leichter macht

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Zwei AniForte-Produkte im Finley-Test

 

 

 

 

Auch mit sechzig kann man noch vierzig sein – aber nur noch

eine halbe Stunde am Tag.

(Anthony Quinn)

 

Neulich, hatten Finley und ich morgens eine schöne Waldrunde hinter uns gebracht. Wir hatten ein wenig mit unseren Dummys trainiert und Finley durfte später noch mit Hannes spielen. Hannes ist ein flitzeflinker 18 Monate alter Australien Shepherd und hält Finley immer ganz schön auf Trab, wenn sie sich treffen. Zuhause angekommen, war mein Dicker müde auf sein Kissen gefallen und fest eingeschlafen.

 

Nach einer Stunde Tiefschlaf hatte Finleys Magen wohl signalisiert, dass es Zeit sei aufzustehen, um sich seine Morgenration bei mir abzuholen. Doch es ging einfach nicht, er hatte Mühe hoch zu kommen und humpelte dann auf mich zu. Es war deutlich zu sehen, dass er Schmerzen hatte. Das war wirklich ein trauriger Anblick, der mir sehr zu Herzen ging. Zuerst dachte ich, er habe sich im Wald beim Toben vertreten, doch dann kamen mir Zweifel. Nachdem die Symptome auch am Nachmittag immer noch nicht besser geworden waren, gingen wir zu unserer Tierärztin.

 

Nachdem unsere Ärztin ihn gründlich untersucht hatte, sagte Sie: „Er ist ja nun schon etwas älter, es kann sein, dass sich da eine Arthrose entwickelt.“

Worte können weh tun, mir taten sie weh. Aber ich musste mich der Realität stellen. Finley bekam für die nächsten Tage ein Schmerzmittel und ich viele Tipps und Broschüren über Nahrungsergänzungsmittel. Ich hatte mich mit diesem Thema vorher – Asche auf mein Haupt – noch nicht beschäftigt.

 

Ich startete eine Umfrage im Internet und fragte mal die Erfahrungen meiner Leser ab, die diese mit solchen Mitteln gemacht hatten. An dieser Stelle noch einmal vielen Dank für Eure Unterstützung. Ich habe mir jeden Hinweis gesichert und alle Präparate aufgeschrieben.

 

Am Ende bin ich auf der Seite von AniForte gelandet. Ich suchte dort nach einem Produkt mit Grünlippmuschelextrakt. 4 in 1 Complete – Rundumversorgung für Hunde schien mir genau das Richtige Präparat zu sein. Es besteht zum einen aus Grünlippmuschel für eine bessere Beweglichkeit, das hatte ich vorrangig gesucht. Außerdem beinhaltet das Präparat aber auch noch gemahlene Hagebutten für ein besser funktionierendes Immunsystem, Bierhefe für ein kräftiges Fell und gesunde Haut und Topinambur zur Unterstützung der Darmflora. Die genaue Zusammensetzung findet Ihr bei AniForte auf der Produktseite. Klickt dafür einfach auf den Produktnamen.

 

Der Lieferung lag ein Dosierlöffel bei, der das Abmessen der richtigen Menge sehr erleichtert. Finley soll laut Händlerangabe täglich 3 Gramm pro 10 Kilogramm Körpergewicht ins Futter bekommen. Das heißt, er bekommt bei derzeit 38 Kilogramm Körpergewicht 12 Gramm 4 in 1 Complete ins Futter. Ein voller Dosierlöffel erfasst 2 Gramm des Pulvers. Finley futtert die Ration anstandslos weg, das Pulver scheint gut zu schmecken.

 

Bis heute hat es gut gewirkt. Finley hatte seit November keinen Arthrose-Schub mehr und läuft locker und leicht. Wenn wir Hannes treffen, achte ich ein bisschen strenger darauf, dass mein Dicker sich nicht übernimmt und wir machen ein paar Mal pro Woche gezielte Gymnastikübungen, die seinen Bewegungsapparat stärken sollen. Unser 4 in 1 Complete gehört jetzt fest zum Fütterungsalltag und ich bin zuversichtlich, dass Finley sein Leben noch ganz lange schmerzfrei, genießen kann.

 

Ein Lächeln ist das schönste Make Up, dass ein Hund tragen kann

(Frei nach Marilyn Monroe)

 

„Was Männlicheres ist Dir als Einstieg wohl nicht eingefallen, schnaub … Marilyn Monroe, ey“, sagte Finley zu mir, als wir unseren neuen Text noch mal durchgegangen waren.

„Jetzt stell‘ Dich mal nicht so an“, antwortete ich, „schließlich war sie ja eine der begehrtesten Frauen ihrer Zeit.“

Finley: „Eben! Grummel … Clark Gable, John Wayne, Old Shatterhand … es hätte Alternativen gegeben, Birgit.“

Ja sicher, dachte ich im Stillen aber die Herren hatten sich leider niemals zu Themen wie Zahnhygiene geäußert und waren deshalb hier nicht zitierfähig, Punkt!

 

Mit Finleys Zahnstatus kann ich eigentlich ganz zufrieden sein. Meine Tierärztin meint, dass er da wohl sehr viel Glück gehabt habe mit seinen genetischen Anlagen. Denn ob ein Hund stark oder weniger stark zu Zahnsteinentwicklung neige, hinge zum größten Teil von der Zusammensetzung seines Speichels ab.

 

Dass Finley auch jetzt noch, im hohen Alter von zehn Jahren, gute und gesunde Zähne hat, liegt sicher auch daran, dass wir seine Kauwerkzeuge von Anfang an regelmäßig geputzt haben. Ihr ahnt sicherlich was jetzt kommt – richtig – Finley hält nie still. Ob nun mit Fingerlingen oder Zahnbürste, mit schmackhafter Zahnpaste oder ohne, mein alberner Junge hatte immer viele Tricks drauf, um das Zähneputzen zu einem schweißtreibenden Event zu machen.

 

Ich glaube, Finley und ich, wir hatten beide keine Lust mehr auf diesen Stress. Und weil mein Dicker so gut auf das 4 in 1 Complete reagiert hatte, habe bei AniForte gleich noch mal nachgeforscht. Da muss es doch noch was geben, dachte ich, was uns die Mundhygiene etwas erleichtern kann. Und ich bin fündig geworden. Seit etwa 14 Tagen bekommt Finley nun DENTA Clean & Care Zahnstein-Ex Pulver für Hunde und Katzen von mir ins Futter. Die Dosierung ist einfach, weil der Lieferung ein Maßlöffel beiliegt. Pro 10 Kilogramm Körpergewicht empfiehlt das AniForte-Team einen halben Dosierlöffel voll als Beigabe zum Futter. Für Finley sind das zurzeit 2 volle Dosierlöffel.

 

DENTA Clean & Care besteht aus einer Algenmischung, Petersilie, Kieselgur und Apfeltrester. Anfangs hatte Finley ein wenig mit dem Geschmack des Pulvers gefremdelt, da habe ich ihm vorübergehend etwas Dosenfutter zum üblichen Futter dazugegeben. Problem gelöst, er putzt das jetzt weg wie nix. Das Finleys Atem sogar ein bisschen frischer riecht, als vor der Einnahme, nehmen wir als Bonus natürlich gerne mit.

„Frisch UND männlich natürlich“, sagt Finley und schaut mich vorwurfsvoll an.

„Natürlich, mein Bärchen – supermännlich“, antworte ich und grinse …

 

Kind & Hund – Mit Vertrauen und Respekt durchs Leben

Leitfaden für Eltern, Kinder und Hundehalter ohne Kinder

 

 

 

Als Finley vor zehn Jahren bei uns eingezogen ist, wurde mir sehr schnell klar, dass ich nicht nur diesen wuseligen Welpen erziehen musste, sondern auch meine Kinder und *hüstel meinen Mann, die Nachbarn, die Nachbarskinder, Radfahrer, Nordic Walker und die Rentner aus der Vorstadt und, und, und …

Die Idee, dass ein Hund bei mir einziehen sollte, fanden letztlich alle super – allerdings nur wenn er keine Arbeit machen würde oder Schmutz hereintragen würde oder sonst wie stören würde. Mit anderen Worten, ich hatte einen sauschweren Job vor mir, auch wenn mir das zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht klar war.

 

Ein gutes Rüstzeug für Eltern und Kinder

 

Hätte es damals Ana Hesses Buch Kind & Hund schon gegeben, wäre ich sicherlich besser auf die kommenden Situationen vorbereitet gewesen.

Wenn ich mit Kunden rede, höre ich sehr oft, dass ein Hund angeschafft werden soll, weil ihre Kinder lernen sollen, Verantwortung zu übernehmen. Das ist zuerst einmal ein gutes Motiv. Andererseits wird dieser Ansatz leider oft fehlinterpretiert. Denn man sollte Kindern diese Verantwortung nicht einfach aufbürden. Sie müssen lernen dürfen und diese Zeit sollten wir ihnen zugestehen. Ana Hesse beschreibt uns einen guten Weg, wie wir Erwachsenen diesen Prozess liebevoll begleiten können.

 

In die Verantwortung hinein wachsen

 

Kinder brauchen Hilfestellung von Jedem auf eine bestimmte Art und Weise. Und deshalb hat sich Ana Hesse wohl auch für die außergewöhnliche Gliederung ihres Buches entschieden. Es gibt einen Teil, der sich explizit an die Eltern richtet, einen Kinderteil und einen Teil, der fremde Hundehalter anspricht.

 

Alle in einem Boot

 

Was ich an diesem Buch besonders mag ist der Ton in dem es geschrieben wurde. Kein erhobener Zeigefinger, kein Verkünden einer allein gültigen Ideologie, man merkt, dass Ana Hesse sich nicht auf die Seite einer der beteiligten Gruppen schlägt. Sie will nicht gegen jemanden Stellung beziehen, sondern alle Mitwirkenden ins Boot holen, damit Kind und Hund das gemeinsame Leben genießen können. Es ist kein „Du-musst-dies-lassen-und-das-lassen-Ratgeber“, sondern ein Leitfaden der insbesondere auch den Kindern vermittelt: „Wenn ihr bereit seid auf ein paar Dinge zu achten, schafft Ihr das – locker“.

Mein Fazit zu diesem Buch ist, dass jede Familie mit Hund und Kind es im Regal stehen haben sollte. Ich kenne kein anderes Hundebuch, dass sich dem Thema Kind und Hund in dieser Ausführlichkeit und Tiefe widmet. Für mich auch ein heißer Tipp an die Züchter unter meinen Freunden. Schaut mal hinein in dieses Buch. Es wäre sicher eine gute Empfehlung für Welpenkäufer mit Kindern. Für mich ein Buch mit starkem Hang zum Standardwerk.

 

Kurzinterview mit Ana Hesse

 

Goodfellows: Wenn Du es könntest, was würdest Du an unserer Hundewelt sofort radikal ändern?

Ana Hesse: Eine radikale Änderung in der Hundewelt und damit für uns Hundetrainer gab es 2013, die dazu führte, dass die Kluft zwischen den einzelnen Methoden noch größer wurde, dabei haben alle ein Ziel: Mensch und Hund zu helfen und zu einem Team werden zu lassen. Wenn ich einen Zauberstab hätte, würde ich mir wünschen, dass das „Gezergel“ um die Methoden verpuffe.

 

Das Gezergel um Methoden sollte aufhören

 

Es gibt nicht nur schwarz oder weiß, sondern sehr viel grau in allen Schattierungen. Diese Schattierungen sollten wir Trainer kennen und können. Das bedeutet: radikal würde ich nichts ändern wollen. Ich würde mir aber wünschen, dass der Hund wieder mehr als Hund gesehen wird. Ein soziales Tier, aber ein Tier, dass mit uns lebt und in der Regel 42 Zähne hat, die durchaus verletzen können, wenn man es nicht „richtig macht“. Die Sachkundeprüfung in Niedersachsen als Zugangsbeschränkung für das Halten von Hunden finde ich gut. Viele Prüflinge sagen dies anschließend, auch, weil sie einfach einiges nicht gewusst hätten. Da es aber kaum Kontrollen gibt und die Prüfung mit Kosten verbunden ist, gibt es immer mehr unangemeldete Hunde. Da beißt sich die Katze bzw. das Hundegesetz leider in den Schwanz.

 

Goodfellows: Was betrachtest Du als Deinen größten Schatz?

Ana Hesse: Meine Familie und dazu gehören natürlich auch meine Hunde. Meine Familie ist meine größte Inspiration, Unterstützung und Halt. Meine Hunde, sind meine Lehrmeister und gleichzeitig meine „Heilung“. Klingt etwas esoterisch, ist aber so nicht gemeint. In stressigen Zeiten einfach mit den Hunden eine Runde durch Feld drehen und ihnen zuzusehen, mit ihnen Spaß zu haben und zu entspannen, ist „Heilung“ genug. Zudem ist die Kleine ein richtiger „Kasper“ und bringt uns alle oft zum Lachen.

 

Goodfellows: Was fasziniert Dich an dem Thema Kind & Hund besonders?

Ana Hesse: Jetzt kommt das Abgedroschene, was niemand hören möchte, aber was bestimmt bei den meisten „Hunde vernarrten“ einfach so ist. Ich war von klein auf verrückt nach Hunden. Mit sechs Jahren habe ich alles ausgeführt, was mir anvertraut wurde und damals hat sich darüber noch kaum einer einen Kopf gemacht. Passiert ist erstaunlicherweise auch nie etwas.

Meinen ersten eigenen Hund bekam ich erst mit 16 Jahren. Eigentlich viel zu spät, weil da die weiterführende Schule in einer anderen Stadt begann und anschließend die Ausbildung. Die Zeit fehlte entsprechend. Aber es war ein Hofhund und er war es gewohnt alleine zu sein, wir hatten ihn „gebraucht“ übernommen. Ein Bernhardiner.

 

Hunde machen sozial und emphatisch

 

Warum ich das so einleite? Kinder und Hunde können so sein tolles Team sein und ich finde, dass Kinder die mit Hunden (oder anderen Tieren) wertschätzend und liebevoll aufwachsen einfach einen Vorteil haben. Sie sind empathischer, sozialer, umsichtiger. Dazu gibt es ja inzwischen auch zahlreiche Studien. Warum ich einen Schwerpunkt bei „Kind und Hund“ habe, ist aber ganz anders gelagert. Mein Sohn wurde mit knapp 2 Jahren durch einen fremden Hund schlimm gebissen und entwickelte daraufhin eine panische Angst vor Hunden. Unsere alte Golden-Retrieverhündin war eine Ausnahme.

 

Was macht eine Hundenärrin, wenn das eigene Kind Angst vor Hunden hat

 

Als „Hunde vernarrte“ Mutter, war das ein großes Problem. Hilfe gab es keine, ich habe alle Hundeschule abtelefoniert und angefragt, wer ein Desensibilisierungsprogramm dazu hätte und ich wäre auch im Radius von 100 km gefahren. Niemand. Heute, 12 Jahre später, gibt es dies sogar zahlreich und darüber bin ich sehr froh! Als Aila vor 10 Jahren einzog, war schnell klar, dass sie diesen Job, „Kindern die Angst vor Hunden nehmen“, machen wird.

 

Präventionskurse gegen die Angst

 

So haben wir unzählige Präventionskurse gehabt und wir arbeiten mit Kindern, die von Hunden gebissen wurden und natürlich mit ihren Eltern. Da wir Hunden praktisch überall begegnen, ist es schwierig allen aus dem Weg zu gehen und Angst ist ein schlechter Begleiter. Wichtig ist mir, dass Kinder und Eltern die Signale und Körpersprache der Hunde kennen und auch einschätzen können, ob ein Hund unter Kontrolle beim Halter ist oder ob man sich langsam und unaufgeregt in eine andere Richtung bewegen sollte. Zudem ist mir die Hundeschule wichtig, denn hier kann ich Hundehalter dazu anleiten, entsprechende Rücksicht auf Kinder zu nehmen. In allen meinen Gruppen sind fast immer Kinder dabei, damit alle Hunde von Anfang an lernen, dass diese zur Umwelt dazu gehören und nicht gejagt werden.

 

Goodfellows: Was ist Freiheit für Dich?

Ana Hesse: Freiheit bedeutet für mich, selbständig Dinge entscheiden zu können, die mir wichtig sind. Freiheit beginnt im Kopf.

 

Goodfellows: Vollende bitte diesen Satz: Ohne Hund möchte ich nicht leben weil…

Ana Hesse: … es einfach keinen Sinn macht.

 

Wer ist Ana Hesse

 

Ana Hesse ist seit 2013 selbständige Hundetrainerin in ihrer Hundeschule Kids & Dogs Schaumburg und seit 2014 durch die Tierärztekammer Schleswig-Holstein zertifiziert und damit auch für Niedersachsen berechtigt, die Sachkunde nach dem NHundG – dem Niedersächsischen Gesetz zum Halten von Hunden – abzunehmen.

Sie arbeitet tiergestützt mit Kindern, die Angst vor Hunden haben sowie mit Kindern, die durch Hunde verletzt wurden. Seit ihrer Jugend im Tierschutz engagiert, ist sie auch heute noch ehrenamtlich für diverse Organisationen tätig. Kinder und Hunde liegen ihr gleichermaßen am Herzen, denn aus ihrer Sicht verdienen beide jeden Schutz, den sie erhalten können.

 

Kind & Hund

Mit Vertrauen und Respekt Durchs Leben

Autor: Ana Hesse

Verlag: KIDS & DOGS PUBLISHING; Hesse, Ana

ISBN: 978 3000 614996

Preis: 9,95 Euro

 

 


 

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Tipps für einen entspannten Schwedenurlaub

Gastbeitrag von Schwedenkennerin Maike Harms

 

Ich freue mich sehr, dass ich  Hundefreundin und Schwedenkennerin Maike Harms als Gastautorin für meinen Blog gewinnen konnte. Sie reist mit ihrer Familie und ihren Hunden regelmäßig nach Schweden. Außerdem organisiert sie ab und an auch Gruppenreisen mit Hund nach Schweden und kann Euch ein paar wertvolle Tipps mit auf den Weg geben. Bleibt mir nur noch, Euch viel Spaß im Pippilottaland zu wünschen.

 

Fotos: Maike Harms

 

Mit dem Hund nach Schweden

 

Hunde sind Familienmitglieder und gehören daher auch mit in den Urlaub. Das ist natürlich nicht immer ganz so einfach umsetzbar. Das Reiseziel sollte am besten nicht zu weit entfernt sein, idealerweise mit dem Auto zu erreichen und vor allem sollte es hundefreundlich sein.

Schweden ist das Land von Abba, IKEA und H&M, aber auch das Land der unendlichen und dicht bewaldeten Landschaften, der Elche und der tausend Seen. Wer noch nie in Schweden war, sollte dies dringend nachholen. Gerade für einen Urlaub mit Hund ist Schweden wie geschaffen.

 

Schweden: Ein Hundeparadies

 

Schweden ist hundefreundlich und das liegt vor allem an den dort lebenden Menschen. Böse und verurteilende Blicke oder Mißbilligung ernten verantwortungsbewusste Hundehalter nicht. Schweden sind ein aufgeschlossenes und entspanntes Volk und stehen Vierbeiner ebenso aufgeschlossen gegnüber. Die vielen Seen und Hundestrände laden zum baden und toben ein. Überwältigende Landschaften machen einen langen Spaziergang in Schwedens Natur unvergesslich. Auch für Eure Fellnase.

 

Vor der Anreise

 

Denkt beim Packen bitte unbedingt an eine Kopie Eurer Hundehaftpflichtversicherung inkl. Telefonnummer, falls Euer Hund irgendwo einen Schaden anrichtet. Wichtig für die Einreise ist auch dass die letzte Tollwutimpfung mindestens 21 Tage zurückliegen muss. Demnach dürfen Welpen schon ab einem Alter von 4 Monaten mit in die Ferien, da eine Tollwutimpfung bei einem Welpen mit 3 Monaten durchgeführt werden darf.  Also checkt noch einmal den Heimtierausweis Eures Vierbeiners.
Wie für jeden Urlaub gilt auch in Schweden, dass Ihr Euch vorab über die Tierärzte und Tierkliniken entlang Eurer Reiseroute informieren solltet. Schweden ist groß und manchmal sind die Wege recht weit.

 

Mit dem Auto oder Wohnmobil nach Schweden

 

Ob mit dem Auto oder Wohnmobil, Ihr könnt Schweden auf dem Weg durch Dänemark oder mit der Autofähre ab Deutschland bereisen. Die Fähren der TT-Line von Travemünde nach Trelleborg, der Finnlines von Travemünde nach Malmö oder der Stena-Line von Kiel nach Göteborg bieten beispielsweise hundefreundliche Kabinen an. Da müsst Ihr allerdings schnell sein, denn die Hundekabinen sind sehr beliebt und daher schnell ausgebucht. Auf den Fähren gibt es eine Hundetoilette und meist einen kleinen Auslauf für Eure Vierbeiner. Der Vorteil bei einer Einreise nach Schweden mit der Fähre ist, dass es im Vergleich zu einer Flug- oder langen Autoreise recht enspannt für Euern Hund sein kann. Er genießt auf der Fähre mehr Freiheiten und mehr Auslauf. Wie Ihr einreist, ist aber natürlich eine Geschmacksfrage, wichtig ist nur, dass Ihr Euren Hund bei der Ankunft an der schwedischen Grenze beim Zoll anmeldet.

 

Mit Hund nach Schweden fliegen

 

Wenn Ihr nach Schweden fliegen möchtet sollte Euer Hund der Fluggesellschaft möglichst früh angemeldet werden. Abhängig von der Airline ist, ob Ihr einen Hund überhaupt mitnehmen könnt, ob er im Frachtraum mitfliegt, wie groß und schwer die Transportbox mit Hund sein darf und so weiter. Also informiert Euch gut bei der jeweiligen Fluggesellschaft, was zu beachten ist wenn Ihr mit Hund fliegen möchtet. Ein Vorteil der Flugreise ist die kürzere Reisezeit, allerdings kann diese dann für Euch und Euern Vierbeiner den doppelten Stress bedeuten.

 

Einreise mit Hund nach Schweden

 

Um alle Einreisebestimmungen mit Hund in Schweden einzuhalten, müsst Ihr Euch einige Dinge beachten. Alle Hunde und andere Haustiere, die innerhalb der EU reisen oder in die EU wiedereingeführt werden, müssen einen Heimtierausweis (Pass) besitzen. Dieser Heimtierausweis wird in der Amtssprache des Ausstellungsmitgliedstaates und in Englisch verfasst. Bei allen Transporten zwischen EU Mitgliedstaaten müssen für Hunde und andere Haustiere Heimtierausweise mitgeführt werden. Diesen Ausweis muss der Reisende im Land seines ständigen Wohnsitzes beschaffen.

Folgende Bedingungen gelten für die Einfuhr von Hunden und Katzen aus einem EU-Land:

  • ID-Kennzeichnung mit Mikrochip oder mit einer deutlich lesbaren Tätowierung
  • Impfung gegen Tollwut, entsprechend den Empfehlungen des Impfstoffherstellers, mit einem Präparat, das von der WHO zugelassen ist. Grundimpfung spätestens 21 Tage vor Reiseantritt.
  • Dokumentation in Form eines Passes (Heimtierausweis), in dem der zuständige Tierarzt alle notwendigen Maßnahmen notiert.
  • Zollanmeldung

(Quelle: Auswärtiges Amt)

 

Unterkünfte in Schweden mit Hund

 

In Schweden im Hotel mit Hund zu übernachten gestaltet sich recht schwierig. In den meisten Hotels sind Haustiere nicht gestattet. Das macht aber gar nichts, denn um Schweden richtig zu erleben sollte man eine der folgenden Übernachtungsmöglichkeiten wählen.

 

Campen in Schweden / Mit dem Wohnmobil durch Schweden

 

Das sogenannte „Jedermannsrecht“ in Schweden besagt unter anderem, das man überall für eine Nacht sein Zelt aufschlagen darf beziehungsweise sein Wohnmobil parken darf, solange man nicht in Sichtweite eines Wohnhauses oder auf landwirtschaftlicher Nutzfläche steht. Hier geht es vor allem um Rücksichtnahme auf die Anwohner, damit dieses Jedermannsrecht erhalten bleibt. Es gibt aber auch viele wunderschöne Campingplätze, auf denen ein Hund erlaubt ist. Das Angebot ist riesig und vor allem günstig. Laut ADAC Campingführer ist Schweden nach Deutschland das günstigte Camping-Land Europas. Also ein wahrer Traum für Camping-Fans. Viele der Campingplätze sind das gesamte Jahr über geöffnet und bieten häufig besondere Aktivitäten an wie bespielsweise Wander- und Mountainbikestrecken oder einen Kanuverleih. Langweilen werdet Ihr Euch bestimmt nicht.

 

Haus mieten in Schweden

 

Es gibt viele Anbieter, die haustierfreundiche Häuser in Schweden vermieten, zum Beispiel auf der kleinen Schäreninsel Orust. Diese Häuser haben meist einen größeren Garten, in dem Ihr Euch mit Eurem Vierbeiner austoben könnt. Außerdem sind sie auch häufig mit Schlafplätzen für Hunde und Näpfen ausgestattet.

 

Gassi gehen in Schweden

 

Ein Hundespaziergang in Schweden ist Traumhaft. Es gibt riesige Wälder mit Schluchten, Höhlen und Flüssen zu erkunden. Ein richtiges Abenteuer Für Euch und Euern Vierbeiner. Meist trifft man auch Spaziergängen keinen anderen Menschen und hat die atemberaubende Natur ganz für sich alleine. Vom 01. März bis 20. August gilt allerdings ein Leinenzwang in Wäldern und auf Feldwegen, ebenso wie in Nationalparks und in Gebieten mit Rentierzucht. Am besten Ihr habt immer eine lange Schleppleine dabei, dann kann Eure Fellnase trotzdem die Freiheit Schwedens genießen. Ihr solltet Euch trotzdessen gut informieren wie genau es in der Region ausieht, die Ihr besuchen möchtet. Viele Strände haben, wie auch in Deutschland, einen Hundestrandabschnitt. Badeplätze sind meist durch Schilder gekennzeichnet, die anzeigen ob Hunde erlaubt sind.

 

Essen gehen mit Hund in Schweden

 

Bei einem Restaurantbesuch sollte Euch bewusst sein, dass es nicht selbstverständlich ist seinen Hund mit ins Lokal mitnehmen zu dürfen. Daher solltet Ihr Euch am besten im Vorfels erkundigen, ob Hunde erlaubt sind.

 

Fazit:

 

Auch wenn das nun erst einmal viel klingt, ist Schweden das perfekte Urlaubsland für einen erholsamen Urlaub mit Hund! Es gibt so viel zu sehen, von Natur pur über Krimi Schauplätze (z.B. von Komissar Wallander oder der Stieg Larsson Trilogie) bis hin zum schwedischen Königshaus. Auch eine Kanutour mit Hund ist sehr zu empfehlen!

 

Wer ist Maike Harms

 

Maike Harms ist eine Hundefrau mit Leib und Seele. Pferde und Hunde faszinierten sie schon als Kind. Ihre ersten Erfahrungen mit Hunden sammelte sie mit den Hunden der Nachbarn, die sie regelmäßig ausführte. Als Maike 18 Jahre alt wurde bekam sie endlich ihren ersten eigenen Hund, die Golden Retriever Hündin Amber of Redpine.

Seitdem war Maike nie wieder ohne Hund. Sie entwickelte eine echte Leidenschaft zur Rasse Golden Retriever und gründete ihren Zwinger „Golden Daydreams“. Dort wurden in den vergangenen Jahren viele Welpen geboren, die ihre neuen Familien glücklich gemacht haben. Es zogen auch immer mal Vertreter anderer Rassen bei Maike ein, so hatte sie mal einen Kuvasz, einen Springer Spaniel und heute leben dort die drei Französischen Bulldoggen Fanta, Lakritz und Bully friedlich mit ihren drei Golden Cola, Cornflake und Fussel zusammen. Die Bullys sind die Leidenschaft von Maikes Mann Dieter. Ab und an fällt im Zwinger Golden Daydream auch ein Wurf Französischer Bulldoggen. Wenn Ihr Maikes Rudel einmal kennenlernen wollt, klickt einfach auf den Zwingernamen und Ihr gelangt auf ihre Züchterseite.

1993 machten Maike Harms und ihr Mann Dieter ihre Leidenschaft für Hunde zum Beruf und gründeten das Unternehmen Lucky Pet (hier geht’s zum Shop). Ihr Hauptanliegen gilt gesunder und artgerechter Ernährung von Hunden und Katzen aber ihr findet in dem Shop in Bad Oldesloe auch alles andere, was man als Hundehalter so braucht.

Gutes Füttern alleine macht einen Hund aber nicht glücklich und zufrieden. Er will auch sinnvoll beschäftigt werden. Maike legt sehr viel Wert darauf, dass Hunde abwechslungsreich trainiert werden, damit aus ihnen kluge Allrounder werden, die unterschiedlichste Aufgaben mit vollem Enthusiasmus angehen und lösen können. Deshalb hat sie sich schon frühzeitig ehrenamtlich im Golden Retriever Club als Zuchtwartin, Wesens- und Begleithunderichterin engagiert. Später führte sie ihre eigene Hundeschule. Seit dem Jahr 1990 veranstaltet Maike Trainingsreisen nach Dänemark und Schweden. Trainingsschwerpunkte sind Apportieraufgaben, die Rettungshundearbeit und Fährtentraining.

Maikes Hunde sind geprüfte Pflegedienstbesuchshunde. Sie besucht mit ihnen Alten- und Pflegeheime und bringt so, ein wenig Freude und Abwechslung ins Leben der Bewohner.

Als Züchterin hat Maike natürlich besonders tiefreichende Kenntnisse über die Welpenaufzucht. Es ist die wichtigste Zeit in der Hundeerziehung. Damit Hundeanfänger für diese prägende Zeit ein wenig mehr Hilfestellung bekommen, hat Maike Harms den Welpenratgeber „Welpen-Erziehung: Glücklich & Gesund durch das 1. Lebensjahr“ geschrieben.


Werbung wegen Namensnennung

 

 

 

 

Figaro, Figaro … aus mir wird nie ein Hundefriseur

„Fellpflege schafft Vertrauen, das ist gut für die Bindung“ (Züchter Thomas M.)

 

 

 

Was ich an Finley schon immer besonders geliebt habe, ist sein wunderschönes, volles, dunkelrotgoldenes Fell. Ich kann stundenlang neben ihm sitzen und mit meinen Fingern durch seine weichen Locken streichen. Damit das Fell auch ein Leben lang so schön bleiben würde, hatte mein Züchter mich mit zahlreichen Pflegetipps versorgt.

Jede Woche ein Eigelb oder ein schöner Klacks Quark ins Futter, sagte er und einmal in der Woche sollte ich meinen Hund richtig durchbürsten. „Das lieben unsere Hunde“, sagte mein Züchter und klang wirklich überzeugend. Einer der letzten Begebenheiten bevor ich meinen Finley bekam, war ein Trimmseminar im Garten meines Züchters.

 

Trimmen ist eine Kunst

 

Zuhause angekommen, entschloss ich mich meinem Hund die Haare zu schneiden – fachgerecht, so wie mein Züchter es mir dereinst vorgeführt hatte. Ich hatte also folgende Erinnerungen als Vorbild:

Züchter Thomas bedeutete seiner Hündin Jeany – wortlos – sie möge auf den Gartentisch springen, was sie ohne mit der Wimper zu zucken auch tat. Von den herumliegenden Scheren und Bürsten in keiner Weise irritiert *natürlichnicht, stand sie regungslos da, wie eine aus Marmor geklöppelte, antike Statue. WOW!

Entspannt saß ich im Gartenstuhl und betrachtete das Geschehen.  Ich brannte darauf meinen Hund zu trimmen. Alle bisher unterdrückten Barbie-Frisuren-Fantasien, die ich als Kind gehabt hatte, brachen sich Bahn. Ich würde Haare schneiden und effilieren … Juhuuuuu! Nun hatte ich aber außer Betracht gelassen, dass ich von Thomas ja keine Barbie bekam, sondern einen bockigen Ken.

 

Ein formvollendeter Fächerschnitt ist das Ziel

 

Züchter Thomas fing inzwischen an, den üppigen Schweif seiner Hündin durchzukämmen. Alles mit Bedacht, ruhig und mit Muße.  Jeany ließ sich das mit unfassbarer Gleichmut gefallen. Ganz in Ruhe schnitt er die überhängenden Längen ab. Am Ende fielen die Haare wie von selbst in eine Fächerform, die Starfrisör Udo Walz Tränen der Rührung in die Augen getrieben hätte.

Er verfuhr weiter nach seiner No-Problem-Methode: Pfoten ausputzen – zack, zack … seine Hündin kannte das Prozedere, hob eine Pranke nach der anderen, freiwillig! Dann die Vorbrust, die Haare an der Wamme, die Ohren ausputzen und den Brusthaaren mit der Effilierschere den letzten Touch verpassen … alles passierte ruhig, bestimmt, ohne ein Zucken beim Hund, ohne Fluchtversuch, kein einziges Fiepen, Bellen oder Knurren. Hach, das wollte ich auch, denn schließlich, so sagte mir mein Züchter, würden solche Momente inniger Fellpflege auch die Bindung zum Hund fördern.

 

Scherenshopping – mein Starterpaket

 

Frisieren wie Hamburgs Haarstyling-Ikone Marlies Möller oder wenigstens wie Shirley vom örtlichen Frisörladen, das war meine Mission. Da ich absolut keine Ahnung hatte, von dem was ich da tun würde, wich ich auf mir bekanntes Terrain aus – ich ging shoppen. Im Hundeladen angekommen, ließ ich mich beraten. Gitte die Fachkraft vor Ort nahm mich unter ihre Fittiche und zeigte mir, was man als frisch initiierte Hundepflegekraft so zum Trimmen eines Durchschnitts-Retrievers brauchte.

Das war meine Ausbeute:

Drei Scheren mit glatten Klingen, klein, mittel, groß, sie sollten laut Gittes Auskunft mit dem Hund mitwachsen. *dochhabichgeglaubt

Zwei Effilierscheren, eine mit einer glatten Klinge und eine mit, na zwei Effilierdingsens eben. Dann zwei Krallenscheren, klein und groß, eine Drahtbürste, einen Gummischwamm mit Gummistacheln, falls mein Hund aufs Bürsten empfindlich reagieren sollte, eine normale Bürste, einen Stahlkamm und einen Flohkamm. Dann noch ein forkenähnliches Gebilde, mit dem ich meinem Hund regelmäßig das Unterfell auslichten sollte.

 

Gutes Werkzeug ist wichtig – Djangomesser inbegriffen

 

Dann legte Fachverkäuferin Gitte noch eine Art Schrubber-Messer dazu. Es erinnerte mich ein wenig an ein Rasiermesser aus einem amerikanischen B-Movie-Barbiershop. Dieses Messer landete in solchen Filmen regelmäßig in den Händen eines Mannes namens Django, kurz bevor dieser einem Mann namens Pepe die Halsschlagader durchtrennte. Egal, laut meiner Lieblingsfachkraft gehörte das Mordinstrument zur Grundausstattung einer Durchschnittshundemutti. Also rein damit in die Einkaufstüte.

 

Finley denkt an Flucht

 

Zuhause angekommen, breitete ich meine Ausbeute mit den Worten „na, dann woll’n wir mal“ vor den Augen meines Hundes aus. Finley verschwand daraufhin augenblicklich hinter unserer Regentonne und fing an einen Fluchttunnel zu graben. Es hat mich schon ein wenig Mühe und eine halbe Fleischwurst gekostet, ihn wieder hinter dem Schuppen hervorzulocken.

Also ich mache es mal kurz. Natürlich war gar nicht daran zu denken, dass Finley sich ruhig auf unseren Gartentisch stellte. Scheren und Bürsten wurden entweder abgeschleckt oder er versuchte sie im Fluchttunnel zu versenken. Und unserem Clown den Schweif zu stutzen … ach herrje … versucht das mal bei einem Hund, der mit dem Schwanz wedelt, als würde sein Leben davon abhängen. Dieses Problem schrie nach einer kreativen Lösung.

 

Wir erfinden das Etappen-Trimmen

 

Ich bin die Erfinderin des Etappen-Trimmens. Strategisch, planvolles Vorgehen war von mir gefordert. Also legte ich gleich als erstes eine Schale mit Wurst- und Käseresten bereit. Kluger Schachzug!  Finley nahm sofort Witterung auf, die herumliegenden Scheren und Bürsten verschwanden langsam aus seinem Fokus. Und jetzt stelle ich Euch mein Programm vor. Ein Weg in fünf Schritten, verteilt auf mehrere Tage. Klingt aufwendig, meint Ihr? Stimmt! Schont aber die Nerven.

 

Etappen-Trimmen – unser Weg zur Traumfrisur

 

Schritt 1: Zuerst kürzte ich ihm die puscheligen Haare an den unteren Enden der Hinterläufe. Es lief ganz gut, denn bevor Finley nach einem Spaziergang zu uns ins Haus darf, reinige ich ihm immer die Pfoten.  Er guckte zwar etwas skeptisch, weil ich statt eines Handtuchs, einen Kamm und danach eine Schere zur Hand nahm aber er nahm es hin. Naja, die leckere Fleischwurst und die schmackhaften Käsereste mögen auch ihren Beitrag dazu geleistet haben, dass mein Vorhaben gelang.

Die sogenannten Hosen, den oberen Teil der Hinterbeine, beschnitt ich nicht weil mich dafür, laut Trimmstandard meines Retrieververeins, drakonische Strafen treffen würden.  Auf meinem damaligen Hundeplatz kursierten Gerüchte, dass es Hundehalter gab, die nach dem Beschneiden der Hosen ihres Hundes nie wieder gesehen wurden… Also griff ich zu der „Forke“ und lichtetet lediglich die Unterwolle aus, sicher ist sicher 😉 .

 

Schritt 2: Jetzt, so war der Plan, wollte ich das gleiche mit den Vorderläufen machen. Finley entschied aber genau in diesem Moment, dass wir spielen wollen und fing an durch den Garten zu hüpfen. Ich machte jetzt etwas, was ich aus heutiger Sicht niemandem empfehlen würde. Ich versuchte ihn einzufangen.

Von außen betrachtet bot sich meinen Nachbarn nun folgendes Bild. Ein süsser, kleiner Hund lief vor einer großen, dunkelhaarigen Frau davon. Mit der einen Hand richtete die Frau eine lange Spitze Schere auf den Hund und in der anderen Hand schwang sie ein Barbiermesser durch die Luft . Dabei rief die offenbar völlig irre gewordene Frau sowas wie: „Komm her mein Süßer, dann haben wir es endlich hinter uns …“ Ehrlich gesagt, frage ich mich heute noch, warum damals niemand den Tierschutz gerufen hat. Letztlich, fragt bloß nicht wie,  haben wir die Vorderläufe aber doch noch ausputzen können.

 

Schritt 3: Jetzt wollte ich die Härchen an den Pfoten beschneiden. Tja, also da hatte mein Zappelphilip andere Pläne. Er trappelte auf und ab wie ein Flamencotänzer auf Ecstasy, da hatte ich erst einmal keine Chance. Offenbar war Finley an den Pfoten sehr kitzelig. Im Vergleich zu den mit dem Schrubber-Messer bearbeiteten Läufen sahen die Pfoten aus, wie zerzauste Schminkpinsel aus der Billigdrogerie. Das musste ich nun hinnehmen. Ich machte mir eine Gedankennotiz: Pfoten Ausputzen und die Krallen schneiden brauchten zukünftig einen Extratermin. Möglicherweise Schritt 3 mit Schritt 5 vertauschen, das ist besser für die Nerven.

 

Schritt 4: Das Trimmen der Vorbrust ist bei Finley, allein schon wegen der Fellmenge, eine Herausforderung. Das ist offenbar der Teil der Fellpflege, den Finley in vollen Zügen zu genießen bereit war. Er steckte den Kopf nach oben, sass ganz nah bei mir, ließ sich zwischendurch immer wieder auskämmen und genoss die kleinen Streicheleinheiten zwischendurch. Obwohl diese Etappe am längsten dauerte, verlief sie unkompliziert und ruhig.

Übrigens schneide ich die überstehenden Haare und kleine Puschel an den Ohren nicht, wie es der Ausstellungs-Standard verlangen würde, kurz. Ich finde diesen Wildwuchs nämlich total niedlich. Und solange keine gesundheitlichen Probleme auftreten, darf das bei uns so bleiben.

 

Schritt 5: Als letzten Schritt, in der Hoffnung, Finley möge sich zwischendurch mal etwas weniger freuen und mit dem Schwanzwedeln aufhören, wandte ich meine Aufmerksamkeit seinem Hinterteil zu. Die hohe Kunst des Fächerschneidens ist bei Golden Retrievern nicht zu unterschätzen. Ich gestehe, ich hatte eine leichte Obsession mit der perfekten Fächerform der Haare. Ich wollte es unbedingt so haben, wie ich es auf zahlreichen Hundeausstellungen gesehen hatte.

Also kämmte ich alle Zotteln nach hinten, umfasste sie und als ich losschnitt … Riiitschschsch … kam mein Mann nach Hause, Finley freute sich wie ein Irrer, wedelte mit dem Schwanz und rannte zur Tür. Das Ergebnis dieses Handlungsablaufs war alles andere als ein akkurater Fächerschnitt. Meine Schere war abgerutscht und hatte eine salmiartige Lücke in die Haarpracht geschnitten.

Tja, was ab ist, ist ab, dachte ich mir und entschied mich für einen Freestylecut. Ich schnitt ihm noch drei weitere Salmilücken in den Schweif und Finley lief die kommenden drei Wochen mit einem, durchaus akkurat geschnittenen Zickzackmuster herum. Ich gebe freimütig zu, es hätte sicherlich elegantere Möglichkeiten gegeben, meinen Schnippelunfall zu kaschieren. Sie sind mir aber nicht eingefallen.

 

Meine Töchter fällen ein Urteil

 

„Wenn Du einen Pudel hättest, würdest Du ihn wahrscheinlich lila einfärben“, motzte meine Tochter Motte und warf mir einen verächtlichen Blick zu. (Anm. d. Redaktion: Nein, würde ich nicht!)  „Mensch Mama eine Hundefriseurin wirst Du nie … armer, armer Finley … hat die Mama Dich hässlich gemacht“, ergänzte ihre große Schwester Mausi und umarmte das Tier theatralisch. Und was tat Finley? Na was schon – er seufzte auf, schmiegte sich in Mausis Arme und wedelte mit dem Schwanz.

Ich musste spontan an meinen Züchter denken …  „stärkt die Bindung zu Deinem Hund“, hatte er gesagt … „könnt Ihr zusammen genießen“, hatte er gesagt. Pah! Allerdings hatte er auch mal gesagt, „Birgit wälze Dich auf dem Rasen“ … aber das erzähle ich Euch mal in einer anderen Geschichte.

Meine Mädchen, damals acht und neun Jahre alt,  hatten beschlossen mich nicht so leicht davonkommen zu lassen. „DAS tust Du unserem Hund nicht nochmal an“, sagte Motte und blickte mich strafend an. „Ja, wie sieht den dass aus“, pflichtete Mausi ihrer Schwester in ungewohnter Eintracht bei. Und: „Das überlässt Du beim nächsten Mal, mal schön einem Profi.“ Ich bekam also die töchterliche Anweisung, meinen Hund, sobald seine Haare nachgewachsen waren, bei einer Hundefriseurin vorzustellen. Insgeheim hatte ich auch schon daran gedacht, stimmte also relativ kleinlaut zu. Warum ein Hundefriseur auch nicht immer die richtige Entscheidung sein muss, erzähle ich Euch ein anderes Mal.

 

Ende gut, Haare gut … und wenn sie nicht … dann trimmen wir auch heute noch

 

Inzwischen hat Finley gelernt, sich auch bei der Fellpflege zu entspannen, ich übrigens auch. Wir können diese Momente zusammen genießen. An dieser Stelle, schöne Grüße an meinen Züchter 😉 . Beim Etappen-Trimmen ist es allerdings bis heute geblieben. So muss Finley sich immer nur für einen kurzen Zeitraum zusammenreißen. Ich möchte seine Geduld ja nicht überstrapazieren. Mir gibt das die nötige Ruhe und die Zeit, seine Haare vernünftig und optisch ansprechend zu schneiden. Der Rassenstandard spielt dabei bei uns inzwischen zugegebenermaßen eine recht untergeordnete Rolle. Die Hosen schneide immer noch nicht, die Angst einfach zu verschwinden sitzt bei mir viel zu tief … wer schon jemals Mitglied auf einem Hundeplatz war, wird mich verstehen… 😀

Nach dem Trimmen plane ich immer eine Ruhezeit ein, dann lese ich ein Buch und Finley kann ein wenig vor sich hin dösen. Wir sind uns dann richtig nah. Übrigens, eine leichte Obsession mit der „Fächerform“ habe ich immer noch aber das halten Finley und ich locker aus…

 


Vorankündigung:

Ich lese übrigens zurzeit ein sehr interessantes Buch über die Fellpflege beim Hund. Die Autorin heißt Franziska Knabenreich-Kratz und ist ausgebildete Hundefriseurin. Meine Buchbesprechung zu „Feingemacht“ könnt ihr demnächst hier im Blog lesen.

 

 

Hunde die nach hinten gucken

Geschichten vom Hundehalten und Menschsein

 

 

Das neue Buch von Heidi Schmitt hat meinen Ruf in unserer Vorstadt nun vollends zerstört. Danke Heidi! 😉

Ihr fragt Euch wie das geschehen konnte?

 

Lachanfälle infolge Buchkonsums

 

Ich war ja nun schon dank des auffälligen „Fehlverhaltens“ meines Rüden Finley in seinen Sturm-und-Drang-Zeiten und meiner anfangs eher mangelhaften Fähigkeiten, sein Verhalten in vorortkompatible Bahnen zu leiten,  bekannt wie ein bunter Hund. Dann waren ruhigere Zeiten eingekehrt, weil ich Finley zu Einkaufsstoßzeiten nicht mehr mit ins Dorf nahm und dann – natürlich – weil ich ihn spitzenmäßig erzogen hatte. *grins

Tja und nun hat Heidi Schmitt ein Buch geschrieben, das mich völlig außer Kontrolle geraten ließ. Egal wo ich es las, beim Frisör, in der Eisdiele, auf der Parkbank und im Restaurant, ich kicherte, gluckste und brach in schallendes Gelächter aus – völlig ungebremst. Es hat mich so gefesselt, dass mir die „Tststsssts“ unserer neugierigen alten Tanten, das konsternierte Kopfschütteln unserer spießigen Besserwisser und die besorgten Seitenblicke mancher Passanten gar nicht aufgefallen sind.

 

Selbstironie Biss zum Morgengrauen…

 

Und soll ich Euch was sagen, es ist mir  wurscht was sie wohl gedacht haben mögen. Heidi Schmitts Buch macht einfach Spaß. Sie schreibt ihre Geschichten im warmherzigen Ton, mit viel Humor, Selbstironie inklusive. Zuweilen – wir Hundeleute wissen ja, dass wir ein wenig gaga sind – legt sie auch mal den Finger in die Wunde aber ganz sanft und mit Feingefühl.

Die Autorin beschreibt unterschiedlichste Alltagssituationen mit ihrer Hündin Panini und hat auch keine Scheu mal eigene Fehler einzugestehen, was ich persönlich sehr sympathisch finde. Sie erzählt warum sie im Leben kein Rudelführer werden wird, warum sich Pansen nicht für die Aromatherapie eignet und scheut sich auch nicht Trainerikone Martin Rütter anzuklagen, er habe sie im Stich gelassen.

 

Der heimliche Star ist das Glossar

 

Mein Geheimtipp in diesem Buch für Euch ist allerdings das Glossar.  Das solltet ihr Euch von A bis Z zu Gemüte führen. Vermeintlich bekannten Begriffen aus der Hundewelt haucht Heidi Schmitt neues Leben ein. Oder wusstet Ihr, dass „Barf“ aus dem Englischen übersetzt Erbrechen bedeutet?

„Hunde, die nach hinten gucken“ ist eine Medizin, ein Stimmungsaufheller ohne Nebenwirkungen. Ich kann dieses Buch jedem Hundeliebhaber und denen, die es noch werden wollen wärmstens empfehlen.

 

 

Kurzinterview mit Heidi Schmitt

 

 

Goodfellows: Du bist Autorin und Werbetexterin. Wie wichtig ist Sprache und der Umgang mit ihr für Dich?

Heidi Schmitt: Sprache ist alles. Beruf, Hobby, Leben. Worte sind Humor und Gefühl, einfach alles.

 

Goodfellows: Welches ist Deine schönste Kindheitserinnerung?

Heidi Schmitt: Eine herausragende gibt es da nicht. Aber da meine Mama im vergangenen Oktober verstorben ist, denke ich derzeit viel an die Kindheitsrituale mit ihr. Wir hörten mittwochs abends manchmal zusammen das Wunschkonzert im Radio: „Vom Telefon zum Mikrofon“. Damals wurden extra der Süddeutsche Rundfunk und der Südwestfunk dafür zusammengeschaltet. Und dann lauschten wir und lästerten ein bisschen über manche Anrufer, die irgendeinen Unfug erzählten. Dabei gab es immer eine Schätzfrage. „Wie viele Kartoffeln gehen in einen Eisenbahnwaggon?“ oder ähnlich enorm bedeutsame Fragen. Jeder Anrufer musste sie beantworten und wer am nächsten dran war, bekam am Ende vermutlich einen Keks oder so. Die Schätzfrage wurde erst kurz vor Schluss aufgelöst und die Sendung ging ewig, in meiner Erinnerung bis 23:30 Uhr. Irgendwann gingen wir alle ins Bett, meine Schwester, meine Mutter und ich und hörten dort weiter – wir wollten ja die Auflösung der Schätzfrage noch mitkriegen. Aber natürlich schliefen wir jedes Mal ein und erfuhren nie, wie viele einbeinige Frauen im Vorjahr geheiratet haben. Es war ja die selige Zeit ohne Google und Wikipedia. Wir blieben unwissend, haben aber morgens immer sehr gelacht, wenn wir feststellen mussten, dass wir wieder einmal kollektiv versagt hatten. Aber wer kann schon wach bleiben, wenn der „La Montanara-Chor“ singt? Diese Verbindung aus Miteinander und Humor gehört zu den besonders glücklichen Kindheitserinnerungen.

 

Goodfellows: Wenn es möglich wäre, welchen Schriftsteller würdest Du gerne mal treffen und warum?

Heidi Schmitt: Ich hätte gern Robert Gernhardt getroffen. Er war nicht nur ein großer Dichter, sondern wohl auch ein zauberhafter Mensch. Aber das geht ja nicht mehr. Dann würde ich vielleicht gern Jonathan Franzen treffen. Kein Buch hat mir jemals soviel gesagt wie die „Korrekturen“. Vor Ehrfurcht würde ich aber vermutlich kaum ein Gespräch führen können.

 

Goodfellows: Was bedeutet Freiheit für Dich?

Heidi Schmitt: Von den ökonomischen Notwendigkeiten einmal abgesehen lebe ich sehr frei. Das ist mir jeden Tag bewusst und ich bin enorm dankbar dafür. Ich kann tun und lassen und sagen was ich will. Im Alltag zeigt sich Freiheit für mich oft an kleinen Dingen. Freiheit ist zum Beispiel: Bei schönem Wetter mitten unter der Woche mit dem Hund ins Feld fahren, spazierengehen und weit ins Land gucken.

 

Goodfellows: Beschreibe einen Moment, in dem Du uneingeschränkt glücklich warst.

Heidi Schmitt: Glück braucht die Anwesenheit von Unglück, um überhaupt zu existieren. Ich war sehr glücklich, als mein Hund wieder normal auf vier Beinen laufen konnte. Aber das ist nicht uneingeschränkt – die Schmerzen, die Panini hatte und die Sorge um sie sind nicht vergessen. Das wird uns immer begleiten. Manchmal, wenn ich Menschen sehe, deren Hunde auf der Wiese wie bekloppt herumrasen, denke ich: Ihr wisst gar nicht, was ihr da habt. Und oft ist es ja wirklich so: Glück erkennen wir am besten, wenn es uns verlassen hat. Deshalb mag ich das „eingeschränkte“ Glück. Weil man es nicht übersieht.

 

Goodfellows: Danke liebe Heidi, für die ehrlichen und interessanten Antworten … und wenn der „La Montanara-Chor“ im Radio singt, könnte ich auch nicht wach bleiben 😀 .

 

 

Wer ist Heidi Schmitt?

 

Wer weiß das schon genau? Nein, Scherz beiseite. Heidi Schmitt ist Werbetexterin, Autorin und Bloggerin. Sie lebt mit ihrer Mischlingshündin Panini in Frankfurt am Main.

Wenn ich es richtig verstanden habe, haben die Segugio-Mischlingshündin, die Heidi auch liebevoll „das Brötchen“ nennt, und diverse Kreuzbandrisse, die Panini auskurieren musste, dazu geführt, dass Heidi den Hundeblog „Kommst du hierher!“ startete (Kurzfassung) 😉 . Mittlerweile geht es dem Brötchen ganz gut und Heidi hat auch andere Themen aus der Hundewelt beim Wickel. Schaut doch mal bei Heidi vorbei, ich verspreche Euch,  es lohnt sich.

Wer noch mehr von Heidi lesen möchte, kann ja mal in Ihre bereits erschienenen Bücher „Ein Hund namens Brötchen“ (Link zu meiner Rezension HIER), „Jubiläum in der Busspur“ und „Komm, wir laufen aus“ hineinspiekern.

 

Hunde, die nach hinten gucken

Autorin: Heidi Schmitt

Taschenbuch: 208 Seiten

Verlag: Books on Demand; 1. Auflage

ISBN: 978-374-813-2417

Preis: 13,90 Euro

 


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europa apotheek – was Hund und Mensch brauchen, aus einer Hand

 +++in freundlicher Zusammenarbeit mit Europa Apotheek+++

Gemütlich auf dem Sofa einkaufen

 

Fotos: www.europa-apotheek.com

 

Selten aber manchmal eben doch, mutiert mein Finley zum Fango-Fan. Es gibt Ecken in unseren Wäldern, die kennt der Hund von Welt. Im Sommer staubtrocken, entstehen dort nach Regenfällen kleine Hundesuhlen, matschig, schlammig grün und übel riechend.

Lavendelduft ist nicht Finleys erste Wahl

 

Erst neulich hat er sich so ein Wellness-Schlammbad gegönnt. So nass und schmuddelig konnte ich ihn natürlich nicht ins Haus lassen. Also wurde er vor der Haustür mehrfach shampooniert und abgeduscht. Der kleine Rest Hundeshampoo war schnell verbraucht und ich musste auf unsere lavendelduftige Handseife vom Menschendiscounter zurückgreifen. Finley was not amused.

Er und ich lieferten uns den in diesen Situationen üblichen Schrubbertango. Das Ergebnis war immer das Gleiche: Ich war schweißgebadet und hatte Kopfschmerzen und Finley war beleidigt – LAVENDELDUFT! Ich hatte es ja vor, wollte ja noch in den Hundefachhandel fahren, hatte es aber wieder mal nicht geschafft, rechtzeitig für Nachschub und damit dafür zu sorgen, dass unser Hund auch nach einer Waschsession roch wie ein ganzer Kerl.

 

Die Online Apotheke für entspanntes Einkaufen

 

Nach unserem „Dancing in Modder“ sah ich selber nicht mehr ganz salonfähig aus. So konnte ich mich unmöglich in unserem Dorf sehen lassen. Ich musste da eine Lösung finden, meinen Nachschub so zu organisieren, dass immer genügend Shampoo nach jeder von Finleys Kneipkuren im Hause wäre, ohne dass ich das Haus noch einmal verlassen musste. Bei meiner Internetrecherche bin ich auf die Europa Apotheek gestoßen. Auf Ihrer Website habe ich in der Kategorie Tiergesundheit/Hunde eine große Auswahl an Medikamenten für unsere Vierbeiner vorgefunden.

Das Angebot beinhaltet angefangen bei Zeckenschutz, Fellpflege, bis hin zu Verbandsmaterialien und Nahrungsergänzungsmitteln alles, was man für das Wohlbefinden seines Hundes braucht. Wenn Ihr neugierig geworden seid und mal schauen wollt, klickt auf die farbigen Worte und Ihr landet direkt auf den entsprechenden Seiten der Europa Apotheek.

 

Mein Einkaufszettel war jedenfalls schnell geschrieben

 

Zuerst natürlich ein Shampoo dessen Duft ich genauso gerne rieche wie Finley. Mit dem Lavendelduft unserer Handseife würde er sich nämlich niemals anfreunden, viel zu unmännlich. Dann sollte das Waschmittel natürlich auch noch hautfreundlich sein und durfte seiner Fellstruktur nicht schaden. (Anm. der Redaktion: Handseife benutze ich wirklich nur im Notfall 😉 )

 

Gesunder Hund von den Pfoten bis zu den Ohren

 

Dann schaute ich mir seine Ohren an. Von außen war es ja nicht so schlimm. Da reichten lauwarmes Wasser und ein weicher Lappen aus, um den Schmutz zu entfernen. Aber drinnen, oje …  wenn ein Retriever sich wie ein kleines Wildschwein in weichen, matschigen Boden einarbeitet, dann bleibt so Einiges in den Ohrmuscheln hängen. Also gehörte ein Ohrreiniger auch auf meine Liste und zur Sicherheit habe ich gleich noch ein Fläschchen Augentropfen mitbestellt. Man kann ja nie wissen, wann man es mal gebrauchen kann.

 

Große Auswahl an Medikamenten auch für uns Menschen

 

So und nun noch schnell etwas gegen den Schnupfen für meine Tochter und ein Kopfschmerzmittel für mich und dann ging es zur „Kasse“. Übrigens, ab einer Bestellung in Höhe von 30.00 Euro oder wenn Ihr zusammen mit der Bestellung ein Rezept einreicht, ist die Gesamtbestellung versandkostenfrei. Ich habe bequem mit PayPal bezahlt der gesamte Bestellvorgang, inklusive Registrierung und Bezahlvorgang, hat nur wenige Minuten gedauert und lief reibungslos. Bequemer kann man nicht einkaufen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Rabatz auf Camelot – Nachbarschaft im Vorstadtring

Ein guter Nachbar ist ein edel Kleinod  (Dt. Sprichwort)

 

 

So, jetzt ist es soweit. Heute möchte ich Euch einmal einen weiteren Nachbarn vorstellen – gestatten, Herr Rabatz. Er wohnt bei uns im Ring, eingangs der Straße. Nicht wie die meisten anderen in einem Reihenhaus mit Garten, sondern in dem Mehrfamilienhaus, das wie ein mittelalterlicher Wehrturm am Entree unserer Straße steht.

 

Erbengemeinschaft mit Prinzipien

 

Dieses Haus ist eines dieser Bauobjekte, die nicht in eine Vorstadtlandschaft passen. Eine wunderschöne alte Hamburger Kaffeemühle stand dort und hätte es verdient gehabt, erhalten und saniert zu werden. Allerdings widersprach diese Vorstellung der hinter dem Projekt stehenden Erbengemeinschaft, die auf wenig Grundstücksfläche, möglichst viel Wohnraum schaffen wollte, um möglichst viel Mieteinnahmen auf das Gemeinschaftskonto fließen zu lassen. Herr Rabatz und seine Frau Gisela gehörten zu dieser Erbengemeinschaft. Sie wurden rausgekauft aus dieser Erbengemeinschaft – warum auch immer… *mirfallenTausendGründeein….

Anstatt einer geldwerten Auszahlung, bekam das rüstige Rentnerpaar eine Eigentumswohnung in diesem, …. ich suche nach einem passenden Adjektiv, ähm …. Neubau. Womit niemand gerechnet hatte, sie zogen höchstselbst dort ein.

 

Camelot am Vorstadtring

 

Der Neubau, herausgekommen ist dabei ein rechteckiger, mit rot-lilafarbenen Klinkern verkleideter Drei-Etagen-Klotz. Aber das ist noch nicht das Ende der Geschmacklosigkeiten.  Alle vier Ecken des Hauses sind mit senfgelbem Sandstein abgesetzt. Und dieser kitschige Design-Ausrutscher verleiht dem ganzen Bau die Anmutung einer uneinnehmbaren Festung. Wir Ringbewohner nennen das Gebäude scherzhaft „Camelot“ oder „die Burg“.

Also, mein neuer, bester Freund Herr Rabatz bewohnt in „Camelot“, nebst Gattin und ihrer dicken, fiesen Katze „Coco“ *wirwerdenniemalsFreunde, eine Wohnung im  Parterre. Wenn das Zuhause etwas über seine Bewohner aussagt, hätte ich gewarnt sein müssen. Aber ein gewisses Maß an selbstzerstörerischer Grundnaivität hat mich in all den Jahren nicht verlassen und ich trete neuen Nachbarn nach wie vor offen gegenüber.

 

Lore und Boxer Jonny – Freunde an der Rittertafel

 

Außerdem wohnen meine Freundin Lore, ihr Mann und ihr durchgeknallter Boxer Jonny auch in diesem Haus. Und Lore ist so ziemlich der Harmonie orientierteste Mensch, den ich kenne. Boxer Jonny, dem ist Harmonie total egal. Das ist etwas, was er mit Finley gemeinsam hat. Die zwei sind kompatibel … meistens … mit gelegentlichen Ausnahmen … jedenfalls immer wenn es darauf ankommt.

 

Klönschnack an den Müllboxen

 

Neulich trafen Lore und ich uns zufällig an den Mülltonnen vor ihrem Haus. Gute Gelegenheit für einen Klönschnack. Finley hatte sich neben mir abgesetzt. Lore und ich wollten gerade unsere Wochenerlebnisse austauschen, da kam Herr Rabatz um die Ecke. Sekundenschnell erfasste sein abschätzender Blick die Situation. Nachbarin mit Wohnrecht (meint Lore) blockiert den Weg, zusammen mit Nachbarin ohne Wohnrecht (meint mich) und *ürgs* Hund.

„Treten Sie zur Seite und nehmen sie das Vieh da weg“, donnert er mir entgegen. Meine Halsschlagadern schwollen in Sekundenschnelle auf Wasserschlauchdicke an.

 

Wer sich im Ton vergreift…

 

Und weil Finley in seinem Leben ja noch nie ein Stichwort verpasst hatte und seine Gepflogenheiten offensichtlich auch im stolzen Alter von zehn Jahren nicht ändern wollte, tat er was getan werden musste. Er sprang unvermittelt am Rabatzmacher hoch, schwanzwedelnd mit aller Begeisterung, zu der er fähig war. Dabei leckte er dem alten Mann über die Hand, den Unterarm bis zum Ellenbogen und als er wieder gen Boden fiel nochmal alles, nur rückwärts. Jaaa, manche Hunde können Ironie!

 

Finley gefiel nicht was er sah und hörte

 

Ich gebe zu, in diesem Moment war ich ein wenig stolz auf meine Erziehung, auch wenn der Durchschnittsbürger in einer solchen Situation etwas anderes von Hunden erwartete. Man muss halt flexibel denken. Meiner Meinung nach, hatte sich mein Hund als brillanter Menschenkenner erwiesen. Mein Hund hatte in kürzester Zeit erfasst, mit wem wir es zutun hatten: einem emotionsgestörten, arroganten Arschloch in Oberhemd und Schlips. Schreist Du mein Frauchen an, wirst du es bereuen – Punkt.

 

Zusammenreißen Birgit … zusammenreißen

 

„UahhhhhIiiirchhiiiiiiigttittittitittgitt!“, entfuhr es dem Mann im Oberhemd in einer Tonlage, die einem Kastraten alle Ehre gemacht hätte.

„Ja, igittigitt Finley. Wo zur Hölle ist eigentlich Dein guter Geschmack geblieben“, fuhr ich meinen Rüden im Theater-Tadel-Ton an.

Meine Freundin Lore riss ihre Augen auf und ging hinter ihrer Restmülltonne in Deckung.  Horst Rabatzens Gesicht nahm die Klinkerfarbe seines Hauses an. „Äh, wie bitte …“, sagte Herr Rabatz. Und: „Ich habe mich wohl verhört!“ „Was genau, haben Sie denn nicht verstanden“, fragte ich freundlich.

 

Herr Rabatz ist außer sich

 

Herr Rabatz, nun vollständig auf Krawall gebürstet, brüllte: „Ich muss doch sehr bitten!“. Dann folgte eine Tirade, bei der ich nur noch Wortfetzen wahrnehmen konnte. „… total unerzogener Hund … Sie zahlen die Reinigung … uhuuund von Ihrem Benehmen will ich gar nicht erst reden …“. Während die Worte aus Herrn Rabatz herausblubberten, schwoll sein Gesicht dunkelrot an, in seinen Mundwinkeln bildeten sich kleine Speichelfäden und auf seiner Halbglatze tanzten kleine Schweißtropfen.

 

Eine Stimme wie eine Sirene

 

Dass Männer über „Einsachtzig“ so schrille Stimmen haben können, war mir neu. Nachdenklich betrachtete ich den Mann mir gegenüber. Eigentlich wäre doch, rein theoretisch, ausreichend Klangkörper vorhanden, für einen wohlklingenden, sonoren Bariton. Dieses Kermit-Miss-Piggy-Mix-Timbre war schmerzhaft. Das musste ich vor der nächsten Provokation unbedingt bedenken. Zum Beispiel wenn ich einen Notruf bei der Polizei absetzen wollen würde: „Kommen sie vorbei bitte schnell, hier schreit eine Frau – oder Horst Rabatz ….“ Aber ich schweife ab….

 

Der Nachbar forderte Verstärkung an

 

Herr Rabatz hatte Fahrt aufgenommen. Mein wirklich gut gemeintes „Jetzt kommen Sie mal wieder runter, tun Sie mal was für Ihren Blutdruck“, brachte ihn nur noch mehr in Rage. „Giiiseeelaaa, komm mal, das musst Du Dir anhören“, schrie er in die Hainbuchenhecke, die seine Terrasse vor neugierigen Blicken schützen sollte. Pflichtschuldigst spähte seine Frau wenige Sekunden später über die Hecke.

Auftritt, Gisela Rabatz, Terrasse am Ringrand, auf dem Arm die fauchende „Coco“ – fchchchchchchhhhhh!!!

Was kam jetzt wohl? Richtig …. Finley hatte sein Stichwort gehört.

 

Finley: „Überlasse mir das Katzenviech…“

 

Noch bevor Frau Rabatz ihrem Mann beipflichten konnte und ehe ich reagieren konnte, nutzte Finley die fünf Meter seiner Schleppleine, zwängte sich durch die noch jungen Heckenpflanzen und verklickerte Coco, dass er von schielenden, überfütterten Katzen in seinem Revier überhaupt nichts hielt. Ach was, dass er von Katzen an sich, in seinem Hoheitsgebiet, überhaupt nichts hielt.

Coco, auch nicht faul, fuhr die Krallen aus und schlug vom Arm herunter, mehrfach mit den Pfoten nach meinem Liebling. Und zack, da hatte sie schon sein Ohr getroffen, mein Kleiner jaulte auf, kam bedröppelt zu mir zurück und warf mir diesen Mami-Aua-Mach-Das-Weg-Blick zu.  Oha, so nicht, denke ich mir. Nicht mit Muttis Jungen.

 

Mein inneres Gleichgewicht schwankte wie ein besoffener Seemann

 

Also, ich fasse mal zusammen. Mein inneres Ohmmm griff zum Stenoblock: Bin ich vollständig im Recht? Nein. Bin ich über den Punkt hinaus, nachgeben zu können? Ja, schon lange! Ist Weggehen eine Option? Nein. Ist es wichtiger die Oberhand zu behalten? Ja, bei neuen, renitenten Nachbarn immer! Geht souverän anders? Ja, na und????

Mein inneres Ohmmm lächelte mir aufmunternd zu und sagte: “Mach schon, kleine Schwächen darf jeder mal haben…“ Sind das da zwei Hörner, da auf seinem Kopf?

 

Übrigens, für solche Fälle haben mein inneres Ohmmmm und ich die sogenannte Dreh-den-Spieß-um-Taktik, kurz DdSu-Taktik, entwickelt.

 

 DdSu-Taktik 1. Schritt – verwirre den Feind

„Leinen Sie sofort ihre Katze an“, fuhr ich die verdutzte Gisela an. „Ich … was wollen …, äh … ich habe gar keine Leine“, antwortete sie verwirrt.

„Soso“, sagte ich bedeutsam, “haben Sie niiiicht?“ Und weiter: „Ja wissen Sie denn nicht, dass hier jeder verpflichtet ist, sein Haustier so zu sichern, dass andere nicht verletzt werden?“ Dabei schaute ich gequält auf die kleine, blutige Schramme am Ohr meines Rüden. Finley, nicht doof, gab auf den Punkt einen kleinen Fiebser von sich. *guterJunge*

Gisela Rabatz lief rot an und stammelte: „Ähm ja, dann bringe ich die Coco mal wieder rein.“

„Besser wäre es“, stimmte ich ihr im vorwurfsvollen Ton zu. Abgang Coco.

 

DdSu-Taktik 2. Schritt – mache dem Feind ein schlechtes Gewissen

Gisela hatte inzwischen offensichtlich nachgedacht. Und als sie wieder auf der Terrasse erschien fragte sie schnippisch: „Wer sagt das überhaupt – das mit der Katzenleine?“

„Otto Frank – der Erbauer und Gründer dieser Siedlung. Sein Geist wohnt auch noch heute jedem Ziegelstein unserer Häuser inne. Seinem Geist haben wir uns beim Kauf unserer Häuser verpflichtet“, sagte ich inbrünstig, so als gäbe es für mich nichts Wichtigeres im Leben, als Tradition, die guten Sitten und Brauchtum. Und dann, an meine neue Nachbarin gewandt: „Aber bitte, wenn ihnen so etwas nichts bedeutet …“ *strike*

„Also natür… ähm, also wenn das hier so ist, äh dann ist das wohl so …“, stammelte sie.

„Schön, dass wir uns da einig sind“, sind sagte ich bestimmt.

Lore, meine Freundin, hatte sich übrigens schon bei Schritt Eins in ihre Wohnung zurückgezogen und betrachtete das Geschehen entspannt von ihrem Küchenfenster aus.

 

 DdSu-Taktik 3. und finaler Schritt – schockiere den Feind

„So“, sagte ich an den Herrn Rabatz gewandt, „jetzt ziehen Sie mal ihr Hemd aus, damit ich es waschen kann.“

„HORST“, schrie Frau Rabatz und sah ihren sichtlich verdutzten Mann an.

„Aber sie wollten doch, dass ich ihr Hemd reinige“, antwortete ich und streckte dem Rentner meine Hand entgegen.

Hinter Lores Küchengardine hörte ich ein Glucksen.

„Die Hemden meines Mannes wasche ich und NUR ich“, fuhr mich Frau Rabatz an. „Bitteschön, wenn SIE es so wollen“, sagte ich mit gespielter Unschuld. Und abschließend fügte ich noch hinzu: “So jetzt habe ich keine Zeit mehr für Sie, vielleicht sieht man sich ja mal wieder.“ Dann winkte ich den beiden locker zu, schob mich mit Finley vorbei an ihnen, in ihr frisch gefegtes Treppenhaus, um mir bei meiner Freundin Lore den wohlverdienten Morgenkaffee abzuholen.

Und wenn die Rabatzens nicht gestorben sind, dann….

Ne, sind sie nicht. So viel kann ich schon mal verraten. Da wird es schon noch die eine oder andere Geschichte geben……

 

 

 

 

 

 

 

Haushaltshilfe gesucht! Kooperationsanfrage!

Grafik: pixabay

 

HILFE! Ich wate hier knietief durch Büschel von Hundehaaren (okay, leicht übertrieben). Mein Finley flockt seit einem Jahr aus wie Omis alter Flokati-Teppich (nicht übertrieben).

Als langhaariger Hund trägt er natürlich gerade im Herbst und in der Übergangszeit zum Frühling sehr viel Schmutz ins Haus und zwar nach jedem Spaziergang. Für mich heißt das drei Stockwerke (Teenageralarm im ersten Stock), zwei Treppen, ein Eingangsbereich mit Hundesonderstatus, Laminat, Parkett und Fliesen sauber zu halten. Manches davon mehrmals am Tag. Mein 12 Jahre alter Staubsauger hat den Dienst quittiert und genießt seinen Ruhestand. Es ist Zeit für etwas Leistungsstärkeres.

 

Nachfolger gesucht

 

Ich suche dringend nach einem Nachfolger für unseren Staubsauger. Einer der unseren Anforderungen gewachsen ist. Der Job hier ist nicht einfach. Wir suchen nach einem Saugersystem ohne Staubbeutel, geeignet für Allergiker, Tierhaar geeignet, leicht zu bedienen und nicht zu schwer, weil wir ihn ja drei Stockwerke hinauftragen müssen. Verschiedene Aufsätze wären wünschenswert, so dass wir auch unsere Hundekissen, Polstermöbel, Lampenschirme u.s.w. absaugen könnten.

 

Zurzeit weiß ich gar nicht, was der Staubsaugermarkt so zu bieten hat. Gibt es eine Firma, die an einem Produkttest interessiert wäre? Ich würde gern hier auf meinem Goodfellows Hundeblog und in meinen sozialen Medien darüber berichten. Mein Media Kit findet Ihr HIER.  Wenn ja, schreibt mir doch eine E-Mail an info@goodfellows-coaching.de oder über Facebook per PN (FB-Link findet Ihr HIER), dann könnten wir alles Nähere besprechen.

 

Liebe Grüße von Birgit und Flokati-Finley

 

 

 

 

 

Tuschtäterätetäääyeepyeepwhohooo, Finley ist 10 Jahre alt geworden.

Eine Torte für Finley oder lieber doch nicht?

 

Foto: pixabay

 

Tuschtäterätetäääyeepyeepwhohooo, Finley ist 10 Jahre alt geworden.

Es wird Zeit für ein Geständnis. Ich schlage mich schon länger mit einem schlechten Gewissen herum. Fast jede meiner Bloggerkolleginnen hat schon mal Rezepte für Hundeleckerlis, Hundekekse oder einen opulenten Geburtstagskuchen gepostet. Wenn man das liest, bekommt man den Eindruck, dass wöchentliche Backsessions bei ihnen zum normalen Alltag gehören. Sie verwöhnen ihre Vierbeiner mit eigenen Kreationen. Das hat bei mir dann doch ein wenig Druck aufgebaut. Denn ich hingegen hatte das in der Vergangenheit noch nie in Angriff genommen.

 

Küchenschürze um und ran an den Teig

 

Doch zu Finleys 10tem Geburtstag verspürte ich die Verpflichtung, etwas Besonderes für ihn zu schaffen. Schmackhaft und kreativ sollte es sein. Also wollte ich für meinen Dicken mein Back-Tabu brechen. Was sollte schon passieren? „Hey Finley, das wird ein Spitzenkuchen, zwei bis drei Etagen und jedes Stockwerk erzählt einen Teil unserer Geschichte“, sagte ich leicht übermotiviert zu ihm.

Finley seufzte und antwortete: „Ähm, mach Dir doch nicht so viel Arbeit. Lass uns lieber spielen gehen.“ Na etwas mehr Begeisterung hatte ich mir nun doch erwartet.

 

Meine Töchter dozieren über meine Fähigkeiten

 

Inzwischen hatten sich meine beiden Töchter in der Küche eingefunden und begegneten meinen Backplänen eher skeptisch. „Mama, echt jetzt“, sagte Motte, „backen ist ja wirklich nicht gerade Deine Stärke.“ Brutale Ehrlichkeit liegt bei uns in der Familie.

„Ne, echt nicht, ich sage nur – Erdbeertote“, ergänzt ihre Schwester Mausi bedeutungsvoll und täuschte einen Würgereiz vor. Motte bog sich vor Lachen.

Ja, ja, lacht ihr nur ihr undankbaren Bälger, dachte ich und musste im Stillen eingestehen, dass ihre Kritik durchaus berechtigt war. Backen gehörte garantiert nicht zu meinen Kernkompetenzen. Ich hatte mir in der Vergangenheit schon den einen oder anderen Lapsus geleistet. Und die besagte Erdbeertorte war sozusagen der Gipfel meines backaktiven Versagens gewesen.

 

Mein Erdbeer-Gate

 

Was war geschehen? An Mausis 12tem Geburtstag wollte ich ihr eine besonders leckere Geburtstagstorte machen. Was soll ich sagen, ich bin die einzige Person die ich kenne, der es gelingt, ein Dr. Oetker Backrezept zu versauen und zwar nach Strich und Faden. Dabei fing alles so gut an. Der Tortenboden war gelungen und in die Form gebracht. Jetzt musste ich nur noch die Frischkäsecreme herstellen, den Kuchen mit frischen Erdbeeren verzieren und das Werk dann zum Abkühlen in den Kühlschrank stellen. Bingo! Doch dann …

 

Improvisation ist das halbe Leben …

 

Uuuupsi – ich hatte vergessen den Frischkäse zu kaufen. Es war zu spät, um noch einmal zum Einkaufen loszufahren, also musste ich Ersatz im eigenen Kühlschrank finden. Und da gab es nur noch cremigen Hüttenkäse. Nach kurzem Überlegen entschied ich, dass frische Erdbeeren und Hüttenkäse geschmacklich eigentlich doch ganz gut zusammenpassen würden und rührte die aufgelöste Gelantine und die anderen Zutaten in die Käsemasse. Dann verteilte ich die Creme auf meinem Tortenboden. Optisch war der Nobake-Kuchen der Knaller. Die Folge seines Genusses allerdings, waren kotzende Kinder auf der Geburtstagsfeier, ein Golden Retriever der sich angeekelt weigerte das dargebotene Kuchenstück zu verschlingen und ein äußerst übelgelauntes Geburtstagskind. Meine Familie verhängte danach für mich ein familiäres Backverbot für mindestens drei weitere Geburtstage. Ich war auf Bewährung.

 

Unsere Blacklist

 

Meine zwei pubertierenden Mädchen führen seitdem eine schwarze Liste. Ganz oben steht „Mamas Erdbeerkuchen“, gefolgt von „Mamas gedecktem Apfelkuchen“ und „Mamas Bananen Muffins“. Das alles nur, weil ich meinen Drang, von Rezepten abzuweichen und sie kreativ zu verfeinern nicht in den Griff bekomme. Beim Kochen ist das kein Problem, das kann ich wirklich gut … außer Kürbissuppe, die steht auch auf dem Index …

 

Zaubern oder nicht zaubern – das ist hier die Frage …

 

Belastet mit dieser Historie stand ich nun in meiner Küche vor den leckeren Zutaten, die ich für Finleys Geburtstagstorte besorgt hatte. Ein Rezept hatte ich – wen wundert das jetzt noch – nicht. Da lagen jetzt, jungfräulich, lecker und unverdorben, ein paar knackige Wienerle, sechs marktfrische Eier, 500g Magerquark und eine Handvoll Käsewürfel von feinstem Cheddar auf dem Tresen. Sie warteten darauf, dass die Queen of Bakery gegen ihre Bewährungsauflagen verstieß.

 

Einen Kuchen sie zu knechten …

 

Als ich da so stand und darüber nachsann, wie ich in die noch jungfräulichen Zutaten etwas Raffinesse zaubern könnte, stupste Finley mich an.  Seine Bernsteinfarbenen Augen waren umwölkt und sein flehentlicher Blick durchdrang mich. Es schien, als wolle er mich hypnotisieren.

Und es wirkte, mir wurde leicht schwindelig.

Ich hörte seine Stimme, rauh und eindringlich. Er klang wie Gollum in „Herr der Ringe“.  „Tu es nicht“, wisperte er, „Das ist mein Schaaatz … gib ihn mir … so wie er ist … BLOß NICHT BACKEEEN …“

Wie in Trance, getrieben von Gollums Stimme, griff ich nach einem Würstchen und gab es ihm, dann etwas Käse …. „Meeehr … nicht aufhören … ich muuuss ihn haben, den Schaaatz … “, hörte ich meinen Hund flüstern.

 

Die Liebe triumphiert

 

Am Ende hatte ich den Quark in eine Schale gefüllt, hatte ihn mit sechs Eigelben, fünf Wiener Würstchen und einer Hand voll Käsewürfel garniert und stellt das Ganze vor mein sabberndes Geburtstagskind. Finley brauchte etwa drei Nanosekunden um die Köstlichkeit zu verputzen und als ich aus meiner Trance aufwachte, blieb mir nur noch die Schale zu reinigen und in den Schrank zu stellen.

Ich war erschöpft. War das jetzt ein Erfolg oder hatte ich kläglich versagt? Hatte ich am Ende alles geträumt? Ich schaute auf Finley. Mein satter Jubilar schien zufrieden und glücklich zu sein. Manchmal ist etwas nicht zu tun, das schönste Geschenk von allen.  Ich habe Dich lieb mein Quarkbärchen und ich wünsche mir, dass Du mir noch viele schöne und aufregende Jahre mit Dir schenkst. Dann verspreche ich Dir auch niemals für Dich zu backen …

 

Finleys andere Geburtstagsgeschichten

Der sechste Geburtstag:   Ein Liebesbrief mit Augenzwinkern

Der siebente Geburtstag: Happy Birthday Finley – Ein Liebesbrief in Bildern

Der achte Geburtstag:      Acht Jahre – Wir feiern „Blecherne Hochzeit“ 

Der neunte Geburtstag:   Tanz auf dem Eis – Finley wird neun Jahre alt