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Läufigkeits-Report Teil 3 oder wie alles begann

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Zu Beginn des „Naiven Zeitalters“

 

Also wenn die süßeste Versuchung direkt um die nächste Häuserecke wohnt, ist es natürlich schwer für einen gestandenen Rüden.  Da können einem schon einmal die Testosterone auf der Nase herumtanzen. Für mich als Frauchen, ist es auch nicht leicht und manchmal entwickele ich da eine Art Zwangsverhalten, welches die Sittenwächter der Illuminati gemäßigt aussehen lässt.

Dabei gab es mal eine Ära, ich nenne es das „Naive Zeitalter“, als ich mir über Hormone und Stehtage keine Gedanken machte. Das kann natürlich auch daran liegen, dass Finley und ich genug andere Baustellen zu beackern hatten. Möglicherweise haben alle seine anderen kleinen Unarten dazu geführt, dass ich tatsächlich glaubte „der will nur spielen“.

Mein Finley und ich hatten eine laaange und wirklich harte Pubertät zusammen. Wie sagt man so schön bei Jungens – er hat sich ausgetobt. Mein kleiner Rocker ist keiner Prügelei aus dem Weg gegangen und hat ein bisschen länger gebraucht als andere, bis er älteren Rüden den Respekt zollte, den sie verdient hatten. Bei Hündinnen, nun da sah es anders aus. Da wurde er butterzart, schon der kleinste Anraunzer ließ ihn zurückweichen. Da zeigte er dann, dass er auch charmant sein konnte. Kein Aufreiten, kein Herumgenerve, wenn die Mädels Schluss sagten, war eben Schluss!

Ich habe sie genossen, diese Momente. Zeigten sie mir doch, auch mein Haudegen war zu einem sozialen Miteinander fähig. Ich war stolz, dass er den Hündinnen nicht nachstellte. Und zugegeben, das Balzgehabe der anderen Jungen, betrachtete ich mit einer gehörigen Portion Schadenfreude…. *Augenzwinker *BinauchnureinMensch

Bis dann … ja, irgendwie alles anders wurde. Wie es sich für Finley und mich gehörte, kam die Änderung nicht langsam und schleichend, sondern mit einem gehörigen Knall! Wir gingen spazieren auf dem örtlichen Wanderweg. Finley schnüffelte den Knick ab, ich konzentrierte mich gerade auf mein Handy (böser Fehler) und las den Text einer E-Mail. Von hinten radelte mit hohem Tempo ein Hundehalter mit seiner Doodle-Hündin heran. Im Gegensatz zu mir hatte Finley die zwei schon früh bemerkt. Er tat was wir tagein, tagaus geübt hatten. Er kam zu mir, setzte sich neben mich und schaute mich artig an – vorerst… Ich sah ihn erstaunt an, dachte „Mensch das läuft ja toll“ und war sehr zufrieden mit meinem Racker – vorerst.

Was ich nicht wusste und der Radfahrer mir auch nicht mitteilte, die Hündin war läufig, aber sowas von stramm. Mit einem kurzen Seitenblick auf Finley, spurtete sie an uns vorbei und setzte dabei offensichtlich eine riesige Menge Pheromone ab. Finley inhalierte die Wolke tief ein und gab ein zufriedenes Grunzen von sich.

Er warf mir einen Blick zu, dessen Ausdruck innerhalb einer Nanosekunde von Verwunderung, über „Ich-bin-hin-und-hergerisssen“ zu „Uhuuund-Tschüss“ wechselte. Dann – Kickstart. Mein liebestoller, etwa 32 Kilogramm schwerer Rüde brauchte keine Sekunde, um gefühlte 80 Kilopond Zug auf unsere Schleppleine zu bringen.

Und ich? Ich tat natürlich das Falsche. Ich hielt die Leine fest. Weil mein linker Fuß auf der Schleppe stand, wurde ich augenblicklich ausgehebelt und in die Luft geschleudert. Als mein Körper die Waagerechte erreicht hatte, fand mein Höhenflug ein abruptes Ende und ich knallte mit Rücken und Kopf auf den Wanderweg. Nein, nicht den weichen Teil des Weges, sondern auf den mit den Kieseln. Ab da – Vogelgezwitscher, Glühwürmchenlicht und Walzerklänge ….

Was danach passierte, ist Legende. Ich habe es mir von meiner Freundin Suse, die gerade den Weg entlang joggte, erzählen lassen. Also es gab einen ordentlichen Rumms, ein mittelschweres Beben folgte. Mein Hund war weg und ich eben auch, also jedenfalls geistig. Sie habe sich dann neben mich gehockt und meine Wangen getätschelt. Ich hätte dann die Augen geöffnet und „ziemlich blöd“ geguckt. *DankefürdieBlumen Sie habe mich dann gefragt, ob sie etwas für mich tun könne. Ich hätte geantwortet: „Nee, is schön so.“ Weil das aber ein wenig verwaschen klang, habe sie vorsichtshalber meinen Mann angerufen, damit er mich abholen kommt. Ich gestehe freimütig, ich kann mich an überhaupt nichts von dem erinnern. Auch die folgenden Ereignisse: Wie der Radfahrer meinen Hund zurückbrachte, mein Mann vorfuhr und uns beide einlud, die Fahrt ins Krankenhaus, das Gekicher der Ärzte und Schwestern als sie hörten, was passiert ist – alles schemenhaft.

Im Ergebnis ist festzuhalten, dass mir Finleys erstes Liebesabenteuer eine schwere Gehirnerschütterung und vier Wochen Bettruhe eingebracht hatten. Und natürlich ein paar wertvolle Erkenntnisse wie, gegen eine läufige Hündin kann ich nicht anstinken, gute Freunde sind unersetzbar, Ehemänner und Kopfschmerztabletten auch….

Und wenn Ihr euch jetzt fragt, ob ich manchmal einen anderen Hund gewünscht hätte als Finley, antworte ich mit Inbrunst:

„Nee, is schön so….“

 

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Läufigkeits-Report Teil 2 oder Minou und die freie Liebe

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Minou, die kleine Vorstadt-Lolita (Anm. d. Red.: Name aus Datenschutzrechtlichen Gründen geändert)

 

Mein gestriger Blog-Post über meine Mühen mit der Läufigkeits-Hochsaison und dem Verhalten MANCHER (nicht aller *schwitzherzklopf) Hündinnen-Halter, hat in den diversen Foren zu sehr interessanten Diskussionen geführt.

Abgesehen von den vielen unterschiedlichen Ansichten, gab es auch Einblicke in zum Teil sehr kreative Lösungsansätze. Was mich am meisten gefreut hat, das war aber die vorherrschende Bereitschaft, sich miteinander zu arrangieren.

Natürlich habe ich auch hier und da einen kleinen Hieb in die Rippen bekommen und einmal gab’s auch richtig was auf die Mütze. Aber was soll’s, ich habe mein Tüllröckchen zurechtgezupft und nun kommt der Läufigkeits-Report Teil 2.

Also, wo waren wir? Ach ja richtig – Finley und ich waren auf dem wohlverdienten Heimweg. Von Finleys Hormonattacken müde, freute ich mich auf eine dampfende Tasse Kaffee und mein kuscheliges Sofa. Zu früh gefreut, wie sich herausstellte. Denn vor unserer Haustür lag Minou, die wunderschöne Münsterländer-Hündin meiner Freundin Marlies. Die Marlies ist ein Kind aus der Flower-Power-Hippie-Zeit, kommt vom Land und glaubt fest an die freie Liebe.  Ich mag beide sehr und in „unläufigen“ Zeiten verbringen wir und unsere Hunde viel Zeit miteinander.

Nur eben in diesem einen Punkt sind wir uns nicht einig.  Marlies will Welpen, ich nicht. Marlies lässt es darauf ankommen, ich nicht. Und Minou? Nun sie zelebriert die freie Liebe, genüsslich, ausgedehnt, phantasievoll, man könnte sagen hemmungslos. Da ihr Garten nicht eingezäunt ist, hat Minou Freigang – und zwar immer. Und trotzdem kann ich weder Marlies noch Minou so richtig böse sein. Ich habe die Beiden einfach zu gern.

Allerdings läuft es mir heiß und kalt den Rücken herunter, wenn ich einmal genau überlege, wieviel Glück es brauchte, dass wir noch keine schwarzweiß gescheckten Nachkommen mit Retrieverköpfen in unseren Gärten herumlaufen hatten.

Da sitzt sie also auf meinen Gehwegplatten, diese fluffige, schwarzweiße Versuchung. Dahingegossen, lecker wie ein cremiger Lakritz-Pfefferminz-Bonbon – zum Anbeißen. Finley leckt sich die Lefzen, er beginnt begeistert zu fiepen. Für Minou ist das offenbar der Startschuss dafür, ihre schweren Geschütze aufzufahren. Das Verführungsprogramm „Deluxe“ startet. Sie wirft ihre langen, gelockten Ohren nach hinten, dreht und wendet sich, um Finley dann ihren Popo entgegen zu recken. Finley schmeißt sich auf den Rücken, als wolle er sagen, „Jaaaa! Du rufst, ich folge Dir bis ans Ende der Welt. Füüüüüüür immer Dein“. Gleich darauf schmeißt diese Lolita der Vorstadtsiedlung ihren Propeller an und wedelt ihr “Eau-de-Cherie-ich-will-Dich-auch“ in Richtung meines Jungen. Über Finleys Schädel kreisen bunte Schmetterlinge.

Ich nehme vorsorglich schon mal unsere Leine fest in beide Hände und ramme meine Füße in den Asphalt. Ich erwarte jeden Moment einen Kickstart meines Rüden. Doch da kommt unerwartete Hilfe. Meine jüngste Tochter öffnet die Haustür, unsere Lolita-Leine in der Hand. Zack über den Kopf gestreift und die zwei Liebestollen sind gesichert. „Ich nehme sie mal mit rein. Marlies ist schon unterwegs“, sagt das gute Kind. Die Tür fällt ins Schloss, noch bevor ich „NICHT DURCHS HAUS!!!“, brüllen kann.

Okay, sage ich mir, man kann eben nicht alles haben. Die Vorstellung, wie La Lolita jede Ecke unseres Hauses in ihren Liebesduft taucht, jagt mir Gruselschauer durch den Körper. Wenig später kommt meine Freundin Marlies um die Ecke, sie zwinkert mir zu. „Ich gehe dann hinten durch den Garten“, ruft sie mir zu. Und wieder – die Haustür fällt ins Schloss, bevor ich betteln könnte „NICHT DURCH DEN GARTEN!!!“ *seufz

Finley und ich betreten das Haus. Und es kommt, wie ich es vorausgesehen hatte. Mein Nasenbär fängt an, jede Ecke unseres Hauses abzulecken. Er leckt und leckt und…..schlappschlappschlapp…. Ich wende mich resigniert ab und gehe derweil schon mal in die Küche und koche mir eine Kanne sehr, sehr starken Kaffee…. *SchlaflosinderVorstadt

Anmerkung der Redaktion: In Absprache mit den Zwei Protagonisten, ist die Redaktion mit Ihnen übereingekommen, auf kompromittierende Fotos zu verzichten. 😉

FORTSETZUNG FOLGT…..

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Läufigkeits-Report Teil 1 oder Spießrutenlauf durch die Vorstadtwälder

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Botenstoff-Such-Gerät in Großaufnahme…..

 

Bei uns in der Hamburger Vorstadt ist ALLES läufig. Es ist gewissermaßen Karnevalssaison für Vierbeiner, nur dass am Aschermittwoch leider nicht Schluss damit war. Bei uns zuhause herrscht Ausnahmezustand. Eine riesige, rosarote Wolke „Eau-de-Nimm-Mich“ wabert über unseren Wäldern, über unseren Straßen, in unsere Gärten hinein.

Mein Finley ist ein wenig von der Rolle. Okay, er jault nicht und er versucht nicht abzuhauen. Es ist viel schlimmer.  Er leidet still, steht morgens seufzend auf der Terrasse und zieht sich den verführerischen Duft laut durch die Nase. Dann wirft er mir einen verhangenen Blick zu, der sagt „ich wüsste, was jetzt meine verdammte Pflicht wäre, Frauchen…“. Er tut mir so leid, mein Bärchen. Es gibt halt Wünsche, die kann ich ihm nicht erfüllen.

Und dabei wird es uns von den Hündinnen und ihren Haltern nicht gerade leichtgemacht, enthaltsam zu bleiben.

Der erste Spießrutenlauf des Tages steht an. Wir sind gut vorbereitet. Ich habe Finley ein Geschirr angelegt und die Drei-Meter-Schleppleine im Stahlring eingeklickt. Eine fette Leberwurst lauert im Leckerchen-Täschchen auf ihren Einsatz. Mein Hund ist mit der Nase hart am Asphalt und hat eine Spur aufgenommen. Ich habe es längst aufgegeben, ihn in dieser Extremsituation „erziehen“ zu wollen. Er ist geistig weg, im hardcore-grenzdebilen Bereich. Keine Chance für mich auf seine Aufmerksamkeit. Also beschränke ich mich auf das, was ich in solchen Momenten leisten kann – ich halte ihn einfach fest.

Und dann trifft man sie, die Riege der hoffnungslos, unbekümmerten Hündinnen-Halter. Unsere Bilanz, nach einer halben Stunde Hunderunde (nur die Highlights):

Eine frei laufende Hündin mit Stehtagen, brettert von rechts in meinen Bären hinein. Er ist leicht benommen von dem harten Aufprall. Ich nutze die Chance und stoße die Hündin mit der Hand weg von uns. Die fletscht mit den Zähnen und schnappt nach mir. Autsch! Finley ist gerade keine große Hilfe…

Drei Yorkshiredamen an drei! Flexileinen (nicht eingerastet) toben auf uns zu. „Vorsicht, die sind läufig!“, ruft mir ihr Halter immerhin zu. Finley hat sich hingelegt. Nun muss man wissen, dass ein Goldenrüde in der Lage ist, sein Gewicht spontan zu verdreifachen, wenn er sich von einem Ort nicht wegbewegen möchte. Verstand im Eimer, Leberwurst egal – her mit den Mädels!

„Was ist…“, fragt der Yorkie-Halter ungeduldig, „…wollen sie nicht mal woanders hingehen?“ Na klaaar denke ich, ich habe zwar gerade gefühlte, höchst unwillige, potenzgeschwängerte 100 Kilogramm Retriever-Muskelmasse an der Leine, aber – kein Problem, Du Honk!

Laut sage ich: „Sieht das für sie so aus, als hätte ich die Wahl?“ Und: „Ihre Hündinnen sind leichter als Wattebäusche. Könnten Sie nicht vielleicht einen anderen Weg einschlagen – BITTE? Nörgelnd zieht er ab. Ich bin langsam reif für ein Anti-Aggressions-Training.

Dann kommt eine ältere Dame mit einem Spaniel-Mädchen um die Ecke. Angeleint führt sie ihre läufige Hündin an meinen Rüden heran, mit den Worten: „Na Du Armer, darfst Du gar nicht mal? Das mit Euch würde aber hübsche Babys geben. Na, aber schnuppern darfst Du schon, gell?“ Finley reißt wild an der Leine, ich mache eine Gedankennotiz, ‚Hanteltraining, wieder aufnehmen’. Außerdem kriecht in mir sowas wie Sponti-Hass hoch und ich explodiere: „Spinnen sie eigentlich? Das ist alles ohnehin schon schwer für meinen Rüden. Das ist ja so, als würden Sie vor einem Verdurstenden mit einer Flasche Wasser herumfuchteln und sie im letzten Moment wieder wegziehen. Das ist grausam. Hau’n Sie ab – JETZT!!

Ich höre noch die Worte „hysterisch“ und „unentspannt“, dann zieht die Spanielfreundin von dannen.

Finley und ich, wir sind beide erschöpft. Ich habe tatsächlich ein schlechtes Gewissen, wegen der alten Dame. Sie weiß es wohl nicht besser. „Lass’ uns nach Hause gehen“, sage ich müde zu Finley. Wir machen uns auf, in den sicheren Hafen, unser Zuhause und ich denke ’Home, sweet home …..’

Fortsetzung folgt…..

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Odin sucht ein Zuhause

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Der sechs Monate alte Odin wird heiß geliebt. Leider hat es in seiner Familie unvorhersehbare, strukturelle Veränderungen gegeben. Deshalb sucht der kleine Mischlingsrüde jetzt ein neues Zuhause. Er ist lebhaft und anhänglich, wie es für einen Welpen in seinem Alter üblich ist.

Odin will gefallen. Er kennt „Sitz“ und „Hier“, denn seine Familie hat regelmäßig in der Hundeschule trainiert. Dennoch steht er ganz am Anfang seiner Erziehung und muss noch viel lernen. Odin mag alle Menschen, egal ob groß oder klein. Zuhause ist der kleine Hund ein ganz großer Schmuser. Er liebt es bei seinen Menschen zu sein und muss noch lernen, einmal allein zu bleiben. Bei gezieltem Training ist das aber kein Problem für die Zukunft. Er mag alle Artgenossen und spielt sehr gern mit Ihnen.

Odin ist für Familien mit Kindern genauso geeignet wie für Paare ohne Kinder oder Einzelpersonen. Ein souveräner Zweithund, von dem er lernen kann, darf vorhanden sein. Seine neue Familie sollte sich klar darüber sein, dass Welpenerziehung Zeit kostet und diese Zeit auch für ihn haben.

Odin ist gechippt und geimpft.

Wer möchte dem aufgeweckten Schmuser Odin ein liebevolles Zuhause bieten? Ernsthafte Anfragen bitte über 0171/ 273 43 31 und Anja Laupichler unter 0151/ 401 63 050.

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Acht Jahre – wir feiern „Blecherne Hochzeit“

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Foto: Thomas Jaklitsch

 

Mein Finley hat heute Geburtstag, seinen Achten!

Das heißt für ihn und mich, dass wir so etwas wie unseren achten Hochzeitstag feiern. Zeit für eine Beziehungsanalyse.

Bezeichnender Weise ist der achte Hochzeitstag auch als die Blecherne Hochzeit bekannt. Das passt zu uns Zweien wirklich hervorragend. Denn wie in allen guten, haltbaren Lebenspartnerschaften hat es in den letzten Jahren manchmal ordentlich gescheppert. Zwischen uns, zumindest in der Anfangszeit, mit anderen Hunden, aber auch wir zusammen gegen den Rest der Welt.

In der Anfangszeit, da fehlte uns manchmal das gegenseitige Verständnis und ein Bisschen auch der nötige Respekt. Na ja in der Nachbetrachtung, muss ich ja zugeben, dass ich manchmal ziemlich auf dem Schlauch stand und nicht wusste, wie ich meinem Dickkopf bestimmte Regeln klarmachen sollte.

Wenn es eine Lektion gab, die ich lernen mußte, dann hieß sie Geduld. Den Ehrgeiz zur Seite legen, kleine Schritte gehen und kleinste Erfolge schätzen lernen. Uff, das war wirklich schwer.

Ein paar Gemeinsamkeiten hatten Finley und ich aber von Anfang an. Wir hatten uns gern, na ja, sagen wir mal meistens… Wir können beide sehr dickköpfig sein, haben beide ein gelegentlich aufbrausendes Temperament und wir haben beide nie aufgegeben an unserer Beziehung zu arbeiten.

Inzwischen ist aus uns das Team „Zwei wie Pech und Schwefel“ geworden. Seit Finley bei uns eingezogen ist, waren wir Zwei noch keinen Tag getrennt und das ist gut so. Ich hätte große Schwierigkeiten meinen Dicken in dritte Hände abzugeben und ich bin überzeugt, er würde es auch nicht verstehen.

Eigentlich hatte ich ja mal eingeplant, einen zweiten Hund bei uns einziehen zu lassen. Dieser Wunsch ist mit der Zeit immer kleiner und unscheinbarer geworden. Finley füllt den Hundeplatz in meinem Herzen vollständig aus. Ich bin einfach gern mit ihm zusammen. Wenn er sich am Schreibtisch zu meinen Füssen legt und schläft, fließen die Gedanken besser und die Texte sind schneller geschrieben. Dass seine „Schläfen“ schon leicht ergraut und sein Schnarchen im Laufe der Jahre ein wenig lauter geworden ist, stört mich überhaupt nicht. Ich habe ihn einfach lieb, diesen großen Brummbären und freue mich auf noch möglichst viele gemeinsame Jahre.

 

 

 

 

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Das Schleppleinen-Dilemma

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Hundehalter! Eine verschworene Gemeinschaft

Wir lieben unsere Vierbeiner und genießen das Zusammenleben mit Ihnen. Begleitet von Vogelgezwitscher streifen wir mit Rex und Konsorten täglich durch Wälder, stiefeln mit Ihnen über Felder und Wiesen und butschern über die Strände heimischer Gewässer. Allein die Tatsache, dass wir Hunde haben, führt zu Begegnungen voller Wärme, gegenseitigem Verständnis und tiefer Seelenverwandtschaft. *säuselsäuselSüßholzraspel

Das jedenfalls, wäre der Idealfall. Bei objektiver Betrachtung, ergibt sich ein anderes Bild. Also genug geträumt, Augen auf und der Wahrheit ins Gesicht geschaut. Realistisch betrachtet sind es gerade die Hundehalter untereinander, die einander das Leben oft auf egoistische Weise unnötig schwermachen.

Neulich, zum Beispiel, begegneten Finley und ich zwei Frauen und ihren Hunden im Volksdorfer Wald. Mein Scan ergab folgendes Bild:

Frau Nummer1, nennen wir sie mal die Jagdliesl. Mitte vierzig, mit nagelneuer Barbour Jacke, Aigle Gummistiefeln und grünem Filzhut, „führte“ einen aufgeregten Weimaraner Rüden, zirka 35 Kilogramm Kampfgewicht. Und zwar an einer 20! Meter langen, neongelben Schleppleine. *jubel

Frau Nummer2, nennen wir sie hier mal die BegleitBabsi.  Eingehüllt in eine wolldeckenähnliche Holzfällerjacke, hatte eine zirka 15! Meter lange, blaue Schleppleine in der Hand, deren zuckendes Ende im Dickicht verschwunden war, sodass ich mir von ihrem Hund vorerst kein Bild machen konnte. Die Zwei waren in ein Gespräch vertieft, welches nur ab und an durch einen heftigen Leinenruck unterbrochen wurde, ausgeführt von Henry (dem Weimi) und Zoeeeeh!-komm-jetzt-maaal (im Gebüsch).

 

Eine Absprache untereinander hätte es leichter gemacht

 

goodfellows-makingof5-blogMeine Frage, „Wollen wir die Hunde lieber ableinen?“, verhallte ungehört in den Baumwipfeln. Was dann geschah, dauerte nur wenige Augenblicke und ist symptomatisch für solche Begegnungen. Cocker Spaniel Zoeeeeh!-komm-jetzt-maaal legte den Turbo ein und schoss laut pöbelnd aus dem Gebüsch heraus auf mich zu. Die BegleitBabsi hielt krampfhaft ihre Leine fest, was für mich bedeutete: Fußfesseln in fünf Nanosekunden. Ich ließ derweil vorsorglich meine Leine los. Finley sprang zur Seite und betrachtete sich das Kuddelmuddel aus gebührendem Abstand. Humor hat er ja … der Sack.

Zeitgleich gab die Jagdliesl ihrem Weimaraner die vollen 20 Meter Leine frei. Der, nicht faul, bretterte mit allem was er hatte auf mich zu, sprang hysterisch um mich herum, und schnürte mir meine Knie zusammen. Während ich mich nach unten beugte und versuchte die Fesseln zu lösen, erwischte der Silberling auch meine Arme.

Begleitet wurde das bunte Treiben von entnervend, schrillen Ausrufen wie „Ja, der Henry will spielen, der mag Sie“ (na klaaar), „Zoeeeh-sei-lieb“ (ne, steh still), „Böööseee-Zoeeeeeh“ (genau, gibs ihr), „Henriii-mach-Sitz!“ (guter Ansatz, aber Henri hustet uns was), „Apport-Henriii“ (ähm, wie bitte??), „Henriiiie, lauf mal andersrum, die Tante will nicht spielen!“  (echt jetzt?) ………. bis hierhin hörte man von mir nur ein gequältes Stöhnen.

Henri fing an, mich zu bepimpern. Finley schickte ein tiefes, sehr ärgerliches Knurren aus dem Off, dem wurde es jetzt zu drollig.

 

Mir platzte der Kragen

 

Ich atmete tief ein – sehr tief. „Klappe halten und zwar alle!!! PLATZ!!!! Sooofooorrrrrrt!!!!!!“, brüllte ich an, was um mich herumstand. Und? STILLE – ich blickte auf zwei eingeschüchterte Hunde im Platz, zwei empört dreinblickende Frauen und meinen Finley der mir seinen Na-haben-wir-jetzt-wieder-alles-im-Griff-Blick zuwarf. Die Leinen gaben nach und es gelang mir, sie abzuschütteln. Langsam ging ich auf die Jagdliesl und ihre Begleitbabsi zu.

„Das ist echt gefährlich, was sie da machen“, sagte ich mühsam beherrscht. „Ach, das ist doch alles nur Spaß“, entgegnete die Jagdliesel.

Ich atmete ein, mein inners Ohmmm tanzte inzwischen Zumba. „So, Sie hören mir jetzt BITTE einmal zu. Die Schleppleine heißt NICHT deswegen Schleppleine, weil ihr Weimaraner Sie damit so prima hinter sich herziehen kann. NEIN!  Tut er das, ist das kein Teamwork, sondern ein Fluchtversuch!“ Die Zwei Grazien schnaubten entrüstet, murmelten etwas von „Unverschämtheit“ und „keine Ahnung“.

Aber ich nahm gerade erst Fahrt auf: „Und JA! auch mit einer 20 Meter langen Schleppleine müssen Sie in der Lage sein, Ihren Hund zu stoppen, wenn es nötig ist. Reißt Ihr Hund Ihnen die Leine weg, bedeutet das üben, üben, üben… für SIE, nicht den Hund! Außerdem würde es Ihnen eine kürzere Schleppe leichter machen. Warum? Das ist simple Physik. Kraft = Masse x Beschleunigung. Also im Klartext – je länger die Leine, umso mehr kann der Hund sein Tempo beschleunigen. Je größer und muskulöser der Hund, umso stärker wird die von ihm ausgeübte Kraft am Endpunkt der Leine. Es gilt also, je länger die Leine, desto härter der Ruck, desto schmerzhafter der Autsch-Moment.“ Mit hochrotem Kopf hielt ich inne.

 

Manche sind halt nicht zu erreichen

 

„SIE müssen uns nicht belehren, unsere Hunde sind gut erzogen“, entrüstete sich die Jagdliesel. Die BegleitBabsi nickt beflissen. Normalerweise hatte ich mir vorgenommen, auf diese Art von Ignoranz nicht mehr zu reagieren. Aber in diesem Moment hatte mein inneres Ohmmm seine Arbeit niedergelegt, mein Chi balancierte am Abgrund.

„Na klar“, entgegne ich, „Sie wissen schon alles, oder? Ich habe da ein paar Neuigkeiten für Sie. Eine Schleppleine dient nicht zur Kontaktaufnahme mit anderen Hundehaltern. Wenn sich Ihre Leine mehrfach um Beine und Hüfte Ihrer Zufallsbekanntschaft wickelt und ihr Gegenüber dabei auf  die Knie zwingt, ist das ein bedauerlicher Unfall und keine unter Hundehaltern übliche Anmache!“

Eigentlich ist mir sowas wurscht, aber dieses Mal wollte ich wenigstens einen eleganten Abgang haben. Gar nicht so einfach, wenn die Beine schmerzen, als ob sie unter einen Bulldozzer gekommen wären. Aber Weimi Henriii und Zoeeeeh-Komm-mal-her! sei dank …..

„Übrigens, Ihre gut erzogenen Hunde sind gerade in den Wald abgehauen, sagte ich beiläufig zu den beiden Frauen.

Die Jagdliesl schnaubte, die BegleitBabsi quiekte, Staubwolke, Abgang Dreamteam. Finley und ich hatten plötzlich total gute Laune und machten uns auf den Heimweg.

Und weit, ganz weit in der Ferne erklang ein schrilles „Zoeeeeh-komm-mal-her !!!!“.

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Kleiner Nachtrag: Weil sich die Jagdliesl und die BegleitBasi von mir, aus unerfindlichen Gründen nicht fotografieren lassen wollten, haben meine Familie und ich die Szenerie so authentisch wie möglich nachgestellt. *augenzwinker

Meinen Töchtern gefiel besonders die oben zu sehende „Hangmann-Version“ ihrer Mutter. *kleineBiester  O-Ton der Pubertiere: „Mit Dir abzuhängen, macht richtig Spaß, Mama!“

 

 

 

 

 

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Schnee-Botschaften

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Schnee! Nix wie raus! So aufgekratzt habe ich meine  Finley ja schon lange nicht mehr gesehen.

Spaziergänge im Schnee. Jedes mal ein kleines Happening. Und ich, kann (natürlich) genau ablesen, was in meinem Rüden vorgeht, wenn er seine Nase tief in Blätterhaufen, schneebedeckten Äste-Sammlungen und Unaussprechlichem versenkt.

Die vielfältigsten Aromen sind konserviert, nichts bleibt mehr geheim. Das ist ein Meeting mit der Gerüchte-Küche. Wer war schon hier und wer gestern…. vorgestern…?

Wie kommt DER denn dazu auf meinen Baumstumpf zu pinkeln. *brummmm Da muss ich mal kurz eine ganz unmissverständliche Nachricht hinterlassen. „So nicht mein Kleiner….“

Und Ohhh, die süsse Maus war auch mal wieder da. *schlabber Nichts wie rein in den Blätterhaufen, den Duft nehme ich mir zum Träumen mit nach Hause.

Aha, die Zwei waren also zusammen unterwegs. *ohrkratz War mit mir gar nicht abgesprochen, da muss ich wohl ein Auge drauf haben.

Gleich Frauchen, gleich können wir weiter. Etwas mehr Geduld bitte! Das hier ist wichtig, schließlich bin ich hier der Chef vom Revier, öhm…. außer wenn Enrico C. kommt, oder wenn Colette mit mir unterwegs ist…..

Dadadaaaaa, an dem Baumstumpf rieche ich noch was ganz Wichtiges. *hechelhechel Den Duft kenne ich noch nicht, hmmmm…

Ein Rüde, schon etwas älter. *schnüffel Ich rieche keine Angst, sehr selbstbewusst, hoch gepinkelt. Das ist ziemlich mutig wenn man neu ist. Den muss ich im Auge, öhm, in der Nase behalten.

Fürs Erste reicht als Nachricht wohl eine kleine Markierung, die seine abdeckt.  „Moin Alter, willkommen in MEINEM Wald. Freue mich schon auf unser erstes Aufeinandertreffen. Übrigens, Demut ist eine Tugend …..“

 

 

 

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Hundefutter – ein Streitthema?

 

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Wie füttere ich meinen Hund? Eine elementare Frage, die unter Hundeleuten oft zu großer Unsicherheit und Kontroversen führt. Denn das Füttern ist auch eine emotionale Sache, gewissermaßen ein Gradmesser für unsere Fürsorge, unsere Liebe und unser Verantwortungsgefühl. Also wirklich ein Big Deal.

Da gibt es die Hard-Core-Barfer, die Trockenfutter-Fans und die Dosenfutter-Junkies. Manche kämpfen für Ihren Standpunkt bis aufs Blut. Und dann gibt es solche, wie mich, für die Futter lediglich ein Nebenthema ist, welches nur punktuell aufgrund einkehrender Umstände an Bedeutung gewinnt.

Gemeinsam ist uns allen, dass wir für unsere Hunde ein Futter wollen, das alles beinhaltet, was unseren Vierbeinern ein gesundes und langes Leben garantiert.

In diesem Blogpost geht es aber nicht darum, eine bestimmte Fütterungsart zu verdammen oder zu empfehlen. Er ist auch keine Werbung für eine bestimmte Futtersorte. Ich erzähle Euch hier, Finleys persönliche Futtergeschichte und wie ich mich langsam an diese Thematik herangetastet habe.

goodfellows-welpenFin-blogAls ich meinen Golden Retriever Rüden Finley abgeholt habe, bekam ich von meinem Züchter einen Sack Trockenfutter und einen Fütterungsplan mit. An diesen Plan habe ich mich gehalten – und zwar akribisch. Finley hatte da allerdings seinen eigenen Kopf.

Von Anfang an hatte mein Rüde ein paar merkwürdige Allüren, wenn es an den Futternapf ging. Was hatte ich vorher nicht alles gehört: Retriever sind richtige Fressmaschinen, die schlingen in einem Affentempo alles in sich hinein, verdauen alles inklusive Gras, Wurzelwerk, Putzlappen und Playmo-Spielzeug mit magensäuerischer Leichtigkeit.

Tja, was soll ich sagen? Mein Sensibelchen umkreiste regelmäßig seinen Futternapf, bevor er dann anfing, im gemächlichen Tempo zu dinieren. Finley ließ auch schon mal Futter im Napf zurück. Er achtete sehr auf seine sportliche Linie. Nach dem Fressen war er ungewöhnlich aufgedreht und war schwer zur Ruhe zu bringen.

Und zu der verbreiteten Meinung, dass Retriever alles verdauen können, kann ich Folgendes berichten. Fraß Finley Gras, kam es wieder raus, fraß er Erde und Wurzelwerk, kam es wieder raus, fraß er umliegendes, undefinierbares Übelriechendes, kam es ……. Finley erbrach sich so oft, dass man hätte meinen können, Brechreiz sei eine neue Hundesportart.

Ich machte mir natürlich Sorgen und tat, was man als Ersthundebesitzer in einer solchen Situation so macht. Ich ging zum Tierarzt, fragte meinen Züchter und sprach mit anderen Hundehaltern im Wald und auf dem Hundeplatz.

Leider bekam ich immer die gleichen Rückmeldungen: Den darfst Du nicht verwöhnen…, zieh’ das durch…, wahrscheinlich läufige Hündinnen in der Nachbarschaft…, wenn er festen Stuhlgang hat, dann ist er bloß eine kleine Mimose…, lass‘ ihm das nicht durchgehen…, Dein Hund will nur Aufmerksamkeit…, der manipuliert DichMit anderen Worten, mein Hund kotzt, weil er ein borderline-gestörter Manipulator ist und ich ein widerstandsloses Weichei. Na, danke schön.

Eine Zeit lang habe ich dem Glauben geschenkt, war unsicher. Dann fing ich an zu recherchieren, sahgoodfellows-potraitfinley-blog mir mal die Zutaten meines Trockenfutters an und besuchte ein paar Seminare zu dem Thema Ernährung. Dabei fand ich heraus, dass unserem Futter wohl synthetische Steroide beigefügt waren. Also, einem Hund wie meinem, der bei der Verteilung von Temperament und Energie dreimal „Hier Ich“ gerufen hatte, Steroide zuzuführen, ist ungefähr so, als würde man dem Hulk muskelaufbauende Präparate spritzen – nicht zielführend, nicht gesund, kontraproduktiv.

Also Futterwechsel – als nächstes eine Empfehlung von der Chefin meines Hundeplatzes. Praktischerweise verkaufte meine damalige Trainerin das Futter sogar selbst in ihrem mobilen Kofferraumshop. Zwei Jahre ging es einigermaßen gut. Finley aß zwar immer noch nicht wie ein typischer Retriever, aber seine Brechanfälle blieben aus. Das war aus meiner damaligen Sicht eine enorme Verbesserung. Er war fit und lag mit seinem Gewicht im guten Bereich. Seine oft überdrehte Art dimmte herunter, ohne dass Finley sein Temperament einbüßte.

Doch dann wiederum Probleme. Dauerdurchfall – also ab zur Tierärztin. Es folgten etliche Labortests, Medikamentenbeigabe, Schonkost, doch mein Hund magerte auf 18 Kilogramm herunter. Er verlor seine Energie, seine Lebensfreude und benahm sich wie ein uralter, arthritischer Hund. Nachdem die Kosten ins Unermessliche stiegen, ohne dass es meinem Hund besser ging und ich mich laut Tierärztin innerlich auf einen Abschied einstellen sollte, zog ich die Reißleine. Keine sinnlosen, überteuerten Tests mehr. Keine stressigen Tierarztbesuche mehr, mit einer Tierärztin, die die Nerven verlor, wenn Finley sich nicht so verhielt, wie sie das wollte.

Was, wenn es eine Futterallergie war? Finleys Bruder Balu hatte jahrelang an einer Allergie gelitten und infolgedessen verlor er sein Fell, hatte starken Juckreiz, offene, eiternde Stellen auf der Haut.  Diese starke Dermatose war schmerzhaft, schwächte Balu stark und war nur durch starke Medikamente einzudämmen. Als er nach Jahren auch noch einen riesigen Hotspot dazu bekam, war das zu viel für sein Immunsystem und seine Familie musste sich von ihm verabschieden.

Wenn ich mir Finley so ansah – mager, ohne Lebensfreude, hatte ich Angst, dass wir tatsächlich auch an diesem Punkt angelangt waren. Also startete ich einen letzten Versuch. Ganz ohne Tierarzt, nur meinem gesunden Menschenverstand folgend. Ich weiß, ein hohes Risiko aber konnte es denn noch schlimmer werden? Ich kochte Reis und Möhren, gab CaniKur dazu und als der Stuhl fest, war gab ich eine minimale Menge seines Trockenfutters dazu – Durchfall! Also alles noch mal auf Anfang.

Dann suchte ich ein getreidefreies Futter, mit einem hohen Fleischanteil aus und fütterte es zu. Alles gut! Mein Finley hatte festen Stuhlgang, gewann Gewicht und nach und nach seine Lebensfreude zurück. Gegen die Aussage meiner damaligen Tierärztin, so ganz ohne Labortests, würde ich heute mal behaupten, mein Hund hat eine Getreideallergie.

goodfellows-entspannt-blogDie Folgen unserer Erfahrungen: Den Tierarzt haben wir gewechselt. Was das Futter betrifft, folge ich wieder meinem Bauchgefühl. Zum ersten Mal frisst Finley wirklich mit Appetit und ist beschwerdefrei. Ich habe mich für Trockenfutter entschieden, Barfen ist zurzeit nicht mein Ding. Die Fleischsorten wechsele ich alle drei Monate, Finley mag ein wenig Abwechslung. 😉

Vom gleichen Futter habe ich auch immer einen kleinen Vorrat Dosenfutter vorrätig. Denn so ganz hat Finley seine Allüren nicht abgelegt. Wenn er großen Stress hat, zum Beispiel nach längeren Autofahrten oder wenn bei uns in der Gegend viele Hündinnen läufig sind, lässt er das Trockenfutter auch schon mal stehen.  Ich schau mir das maximal zwei Tage an. Wenn er dann immer noch nicht frisst, gibt es Nassfutter und da kann er dann nicht mehr widerstehen.

Fazit ist für mich, dass es nicht nur die EINE, richtige Art zu füttern gibt, sondern viele Wege zum Ziel führen können. Wir Hundehalter haben die Qual der Wahl.

In ihrem Artikel „Essen ist Liebe“ beschreibt die Hundeexpertin und Autorin Katharina von der Leyen das sehr treffend: „Die Ernährung unserer Hunde liegt vollständig in unserer Kontrolle und unserer Verantwortung. Die Verantwortung, das absolut beste Futter für unsere Hunde zu finden, liegt schwer auf unseren Schultern. Wir Hundeleute suchen mittlerweile nach dem Heiligen Gral der Hundeernährung. Futter ist nicht nur Ernährung: Wie wir unseren Hund füttern bedeutet auch, wie gut wir uns um ihn kümmern, wie wichtig er uns ist, wie ernst wir ihn nehmen, wie sehr wir uns um ihn sorgen. Mit anderen Worten: Wie wir unseren Hund füttern ist auch ein Ausdruck dafür, wie sehr wir ihn lieben.“  Zum ganzen Artikel geht es HIER.

Katharina von der Leyen beschäftigt sich schon seit längerer Zeit ausgiebig mit dem Thema Hundefutter. Ihr Artikel ist sehr lesenwert. In ihrem Hundemagazin Lumpi4.de findet ihr unter dem Navigationspunkt Ernährung noch viel mehr zu diesem Thema.

Auch wenn Finley es nicht immer leicht hatte mit seinem Futter, haben mich die Geschehnisse gestärkt. Heute höre ich mir Vorschläge an, setze sie aber nicht einfach um, weil ich die Person, die sie gibt nett finde. Ich hinterfrage, recherchiere und treffe dann eine Entscheidung.

Meine Art zu füttern kann man diskutieren. Aber genauso läuft es bei uns gerade richtig gut. Und so werden wir es weitermachen, bis andere Umstände eintreten, die mich zum Umdenken zwingen.

Wie füttert Ihr Eure Hunde? Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht? Schreibt mir, wie Ihr euer Futterproblem gelöst habt.

 

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Die lockende Versuchung oder Rache ist grau-grün

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Glaubt mir Leute, es riecht noch viel schlimmer, als es aussieht. Den Rest des Körpers wollt ihr gar nicht sehen!

Normalerweise macht Finley sowas ja nicht jeden Tag aber… Wir haben Läufigkeits-Hochzeit bei uns in der Gegend. Die Weiber wackeln mit ihren süssen Hintern durch Wälder und Straßen, verteilen große Mengen „Eau-de-Nimm-Mich!“ und „Fragrance-Ich-bin-zu-allen-Schandtaten-bereit“ in meinem Dorf. Für unsere Rüden gibt es kein Entkommen.

Nun gehört Finley ja Gottseidank, noch nicht zu den Härtefällen. Er jault und heult nicht und  kratzt nicht den Putz von den Wänden. Ich kann ihn trotz der heißen Versuchung, die im Nebel zu uns rüber wabert, in den Garten lassen, ohne dass er stiften geht. Er wird lediglich etwas unruhiger und verweigert auch schon mal sein Futter. Damit haben wir gelernt umzugehen. In dieser Zeit wird er insbesondere von meinen Töchtern ordentlich betüddelt. Jeden Tag wird er massiert, gebürstet und gekrault als gäbe es kein Morgen mehr.

Und unser kleiner Pascha weiß das sehr zu schätzen. Er räkelt sich dann auf seinem watteweichen Hundekissen, meine Mädchen zu seinen Pfoten. Wenn sie zu früh aufhören mit dem Wellness-Programm, dann schmeißt er ihnen seinen schmachtenden Ihr-habt-doch-gerade-erst-angefangen-Blick zu. Dann bleiben sie sitzen und kraulen, massieren….

Wenn ich dann mit ihm in den Wald gehe, muss ich allerdings ein bisschen besser aufpassen. Heute haben wir Colette getroffen. Eine französische Bulldogge, bildhübsch, niedlich und willig. Von weitem rief mir ihr Frauchen schon zu: „Pass auf, die is‘ läufig, aber richtig!“

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Colette

Finley gehört zu Colette’s Gang, ein erlesener, von ihr ausgesuchter  Kreis von Charakterhunden. Ihre Beziehung sonst, würde ich als herzlich aber rein platonisch bezeichnen. Allerdings hat Colette da eindeutig die Hosen an. Heute signalisierte sie meinem Bären aber sehr deutlich, dass sie unter hormonellem Druck gewillt war, den Schlüpper fallen zu lassen.

„Hat er schon gerochen“, rief ich zurück, denn mein Don Juan hatte seine Yes-Babe-Alles-Was-Du-Willst-Imponierhaltung eingenommen. In so einer Situation gibt es nur eines – Rückzug! Leichter gesagt, als getan. Ich versuchte also Finley, mit allem was ich dabei hatte von Colette abzulenken. Leckerchen, Dummy, Hundepfeife – nichts half.  Er war paarungsbereit. Also machte ich das, wovon ich meinen Kunden immer abrate. Ich stemmte mich mit meinem vollen Gewicht in die Leine und zog den widerstrebenden Brummer (ja, am Geschirr) hinter mir her.

Irgendwann gab er beleidigt nach und folgte mir. Schnüffelte manisch-intensiv am Boden. Besser so, als ungewollte Retriever-Bully-Welpen dachte ich im Stillen. Ich gab ihm die volle Länge der Schleppleine. Plötzlich, so schnell konnte ich gar nicht „HUCH“ rufen, wälzte er sich in Irgendetwas, das gut sichtbar braun-grüne Spuren in seinem Fell hinterließ. Meine „NEIN’S“ und „PFUI’S“ verhallten von ihm unbeachtet im Morgennebel. Zögerlich näherte ich mich meinem Hund. Langsam waberte er mir entgegen, der Duft des Grauens und setzte sich unerbittlich in meinen Nasenschleimhäuten fest. Eindeutig Wildschweinkacke – Ürgs!!!!

Finleys Augen blitzten mir triumphal entgegen. Es war als wollte er mir sagen. „Wenn ich die Weiber schon nicht haben kann, dann will ich wenigsten irgendwas anderes Versautes machen.“  Über Schleichwege gelangten wir ungesehen nach Hause. Und nach gefühlten 100 Liter lauwarmen Wassers und vier Shampoo-Flaschen später, durfte mein triebgesteuertes Etwas dann auch wieder ins Haus. Da lag er dann zum Trocknen auf seinem watteweichen Hundekissen und durch die Ritze des abgeklappten Wohnzimmerfensters kroch ein verführerischer Duft ….

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Blinddate mit Frieda

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Moin Moin, Finley hier.

Heute hatte mein erstes Blinddate mit einer Online-Bekanntschaft. Das war aufregend. *herzklopf

Zuerst hatte Frauchen, meine Chaos-Queen, fast die Zeit verbremst. Aber Elisabeth, das Frauchen von meinem Date, hat noch rechtzeitig bei uns angerufen. Da haben wir dann den Turbo eingelegt und nix wie ab, wie zum U-Bahnhof Buckhorn.

Da saß Frieda dann neben ihrem Frauchen und wartete. Wir haben uns ganz freundlich und entspannt begrüßt. Dann sind wir alle in den Wald gegangen und ich habe Frieda mal mein Revier gezeigt. Und den Bachlauf, in dem ich so gern mal planschen gehe – also das volle Programm. Schließlich wollte ich ja einen guten Eindruck machen.

Unterwegs sind wir dann auf eine Gruppe Wanderer getroffen. Wir haben uns an den Rand des Weges gesetzt (gut erzogen ist Frieda nämlich auch), und haben die Truppe erst mal vorbei gelassen.  Pssst! Was soll ich Euch sagen, da schwärmen die Wandervögel doch plötzlich nach links und rechts aus, ziehen blank und markieren die Bäume! *kopfschüttel

Dafür haben die Menschen doch eigentlich zuhause einen Raum, ich glaube der heißt Toilette. Also die Wandersleute haben das „Buschpause“ genannt. Ich nenn‘ das einfach in die Büsche pinkeln.

Trotzdem war das ein toller Spaziergang. Fast drei Stunden waren wir unterwegs, da hat man genug Zeit jemanden kennenzulernen. Und Leute, das muss ich Euch schon sagen – die Frieda, das is ne ganz seute Deern. Und hübsch ist sie auch noch eine echte Ungarin, ein Kuvasz, hat die Elisabeth erzählt. Mein Frauchen und Elisabeth haben sich auch gut verstanden und sich die ganze Zeit über interessante Hundesachen unterhalten.

Also eines ist schon mal sicher, die Frieda, die würde ich gerne mal wieder treffen.

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