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Der ist toll, der lässt sich ALLES gefallen…

Ich lasse nicht alles mit Finley machen.

 

„Gino ist ein toller Hund …. mit dem können die Kinder alles, aber auch ALLES anstellen. Die ziehen ihn im Fell, halten ihn am Schwanz fest, zupfen an den Ohren und können sich auf ihn draufschmeißen …. und DER MACHT GAR NICHTS!, sagte die Frau und führte ihren Mami-Konvoi durch unseren Vorstadtwald.  Während sie einen Kinderwagen vor sich herschob, liefen ihre drei Kinder um Labrador Gino herum und taten, laut johlend genau das, was die Frau eben gesagt hatte. Labrador Gino sah derweil aus, als würde er in Gedanken einen Asylantrag für ein X-beliebiges Tierheim formulieren.

Meine Nachbarin schwärmt von ihrer verstorbenen Hündin Vesta, mit der man ALLES machen konnte. „Die hat nie einen Mucks gemacht, das war ein echt toller Hund…“  Vesta hätte man gar nichts sagen müssen, die sei einfach so gewesen. Ich habe Vesta gekannt und auf mich hat sie immer gewirkt, als würde sie im nächsten Augenblick ein Klappmesser ziehen. Manchmal bedeutet Knurren eben genau das.

Von einem Kunden erfahre ich, dass der Hund seiner Nachbarin ein ganz „toller Hund“ ist, mit dem seine Kinder ALLES machen können und dass es sooo schade sei, dass sein eigener Hund, ein acht Monate alter Golden Retriever, nicht genauso sein könne. „Der zieht sich zurück, sobald die Kinder durchs Zimmer toben …“ Ich denke nur, der Hund ist wahrscheinlich ein begabter Stratege…

Anscheinend kennt jeder diesen EINEN Hund, der alles aber auch ALLES mit sich machen lässt, ohne einen Mucks zu machen. So einen tollen Hund. Und dann stehe ich da, höre zu und mein inneres Ooohhmmm, weckt seinen kleinen Bruder, den fiesen kleinen Piesacker. Der wohnt bei mir im Spielverderber-Gen und macht sich immer dann bemerkbar, wenn draußen in der Anderswelt etwas grundlegend schiefläuft. „Finde den Fehler“, raunt mir mein fieser Piesacker zu, „dazu willst Du doch nicht schweigen?“ NEIN, will ich nicht … besser gesagt, kann ich nicht.

Ich frage mich, worauf diese Menschen mit dem „ganz tollen Hund“ eigentlich so stolz sind, übersehen sie doch das Offensichtliche. Denn ihr Tier muss da eine ganze Menge aushalten. Ja, es sind tolle Hunde – durchweg. Und zwar, weil sie sich dieses distanzlose Verhalten der Kinder gefallen lassen, ohne sich zur Wehr zu setzen. Mein zweiter Gedanke ist: Hoffentlich geht das gut. Denn ich sehe Hunde, die nicht sehr entspannt und glücklich aussehen. Es sind Hunde die fast ununterbrochen beschwichtigen, ohne dass sich irgendjemand, etwa die Erwachsenen, die Mühe machen, auf ihre Signale zu achten. Ich sehe eine tickende Zeitbombe.

Versteht mich bitte nicht falsch. Ich liebe Kinder und fände es toll, wenn sich jedes Kind frei entfalten könnte. Ein Hund in der Familie, bedeutet aber nicht nur die Möglichkeit sich auszuleben, sondern bringt auch den Anspruch mit, dass er respektvoll behandelt werden möchte. Deshalb betrachte ich es nicht als Erziehungserfolg, wenn sich ein Hund ALLES gefallen lässt. Aus meiner Sicht, ist dort etwas in Schieflage geraten.

Mich erinnert das irgendwie an meine Kindheitstage. Wenn meine Tante Thorwalde (Name nicht geändert) auf unseren Familienfesten auftauchte, lief es meistens folgendermaßen ab. Diese wirklich riesengroße, breitschultrige, blonde Frau schritt durch die Esszimmertür, donnerte ein lautes „GutenAbendmiteinander!“ durch die untere Etage des Hauses, sodass alle bis dahin laufenden Gespräche erstarben. Dann fixierte sie den Kindertisch, an dem alle Cousinen und Cousins, versammelt waren. Ihre stahlblauen Augen taxierten uns – leichte Beute schienen sie zu sagen – und dann, ja dann war ich dran. Es gab kein Entkommen, von meiner Mutter hatte ich keine Hilfe zu erwarten … sei lieb zu Thorwalde, hatte sie gesagt und war dann verschwunden…. „Na Duuuuu“ brüllte die Riesin mich an, „immer noch Solokünstler?“ Womit sie subtil zum Ausdruck brachte, dass sie die Tatsache, dass meine Eltern sich nach meiner Geburt aus der Zucht zurückgezogen hatten, als inakzeptabel einstufte. Dann zog sie mir mit ihren Fingern links und rechts, jeweils eine Falte aus der Wangenhaut und schüttelte meinen Kopf kurz hin und her. Zwischen meinen zwangsgeschürzten Lippen lispelte ich mühsam ein, „Schpfön, Disch pfu spfehn, Pfante Pfwaldi“, hervor. Daraufhin ließ sie ihre rechte Pranke zwischen meine Schulterblätter niedersausen und rief: „Na, gut erzogen ist sie ja…“

Nein, Tante Thorwalde hatte keinen blassen Schimmer, wie man ein siebenjähriges Kind behandelte, welche Themen man besser nicht vor versammelter Mannschaft ansprach und wo in kleinen Kinderkörpern die Schmerzzentren saßen. Niemand hatte es ihr beigebracht. Ich lief den Rest des Abends mit „Rotbäckchen“ herum und machte jedesmal einen Riesenbogen um Tante Waldi. Es tat weh, ich war verwirrt, ein wenig ängstlich und fühlte mich total schutzlos. Etwa so, so stelle ich mir das vor, müssen sie sich fühlen, die Hunde, die ALLES mit sich machen lassen.

Eigentlich halte ich Kinder und Hunde für ein perfektes Match. Damit aus dem Match eine Freundschaft und aus der Freundschaft eine tiefe, unbelastete Liebe werden kann, gibt es ein paar Dinge, auf die die Eltern achten sollten. Denn es ist ihre Verantwortung, dass ihre Kinder lernen, verantwortungsvoll mit ihrem Hund umzugehen.

Bitte liebe Eltern,

wenn ein Hund bei Ihnen einziehen darf, machen Sie sich bewusst, dass Sie einen doppelten Erziehungsauftrag haben. SIE müssen ihren Hund erziehen, ihre Kinder sind damit noch überfordert. Gleichzeitig müssen SIE ihren Sprösslingen beibringen, wie man einen Hund gut behandelt. Erklären sie ihnen bitte, dass ihr Hund kein Spielzeug ist und vielleicht auch mal zu müde zum Spielen. Sagen Sie ihnen, dass ein Hund täglich zwischen 18 und 20 Stunden Schlaf braucht und dass sie ihn beim Schlafen nicht stören sollen.

Zeigen sie ihren Kindern, wie spannend es sein kann, die Körpersprache des Hundes zu verstehen. Erklären sie ihren Kindern, dass auch ein Hund ein Wesen mit Gefühlen ist. Dass er Schmerz, Freude, Angst und Wut empfinden kann und auch mal Trost braucht. Zeigen sie ihren Kindern wie schön gerade auch die ruhigen Momente mit einem Hund sein können.  Kuscheln und Schmusen mit dem eigenen Hund ist etwas Wunderbares.

Zeigen Sie aber auch ihrem Hund, dass sie ihn verstehen. Wenn es einmal zu wild wird, greifen Sie bitte ein und zeigen Sie ihren Kindern, wie es anders geht. Wenn es Ihnen selber noch an Erfahrung fehlt, lassen Sie sich bitte von einem guten Hundetrainer beraten.

Wenn ihre Kinder das verstanden haben, haben Sie einen guten Job gemacht. Und ihre Kinder können eine der schönsten Erfahrungen machen. Nämlich, wie es ist, ein harmonisches, erlebnisreiches, wundervolles Leben mit einem Hund zu teilen.

Herzlichst Ihre Birgit Jaklitsch

 

 

 

 

 

 

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Wenn der Postmann gar nicht klingelt

 

Retrievern sagt man ja gerne nach, dass sie die Menschen mögen – alle – immer – ausnahmslos. Soweit die Legende. Fakt ist aber, dass auch unsere Hunde ihre Vorlieben und Abneigungen haben. Das klassische Beispiel (ja, ich weiß ein Stigma) ist die Post mit ihren Angestellten. Jeder von uns hat schon Geschichten gehört, von Postboten, mit handtellergroßen Löchern in der Uniformhose.

Finley hat mit Briefträgern und Paketboten normalerweise überhaupt kein Problem. NORMALERWEISE stehen diese Damen und Herren ja auch an unserer Haustür und werfen unsere Post wortlos in den Briefkasten. Manchmal klingelt unser Stamm-Briefträger auch bei uns, um die Post aus der Nachbarschaft bei uns zu parken, weil die Nachbarn entweder im Büro sitzen, Kinder in der Schule unterrichten oder einfach noch ein wenig Schönheitsschlaf benötigen. So ist über die Jahre ein wirklich herzlicher Kontakt zwischen unserem Postboten Herrn Wastel und unserer Familie entstanden. Er rechnet es uns nämlich hoch an, dass er wegen der Nachbarspost nicht noch einmal vorbeikommen muss.

Seine Herzlichkeit schließt auch unseren Rüden ein. Denn *yeahsowasgibts unser Postbote versteht etwas von Hunden, er liebt sie. Aufgewachsen mit einem Schäferhund, widmet er seine Freizeit nun den Teckeln. Drei prachtvolle Exemplare wohnen bei ihm: Mathilde, ihre Mutter Herta und Max der Platzhirsch. Weil Herr Wastel weiß, was so ein Dackel an Beschäftigung braucht, damit er einem nicht die Waden zerkaut, bespasst er seine Hunde jedes Wochenende auf einem Trainingsplatz für artgerechtes Teckeltraining.

Beim ersten Kennenlernen durfte Finley ausgiebig an Herrn Wastel herumschnuppern. Dann hat mein Reviertiger seine Claims klar abgesteckt.

  • Vordergarten betreten – geht klar.
  • Treppe benutzen – geht klar.
  • Briefkasten anfassen – geht klar.
  • Kinder und Frauchen – nur gucken, nicht anfassen.
  • Futter – lass’ mal stecken.
  • Haustür anfassen – hat Verlust der Finger zur Folge.

Postbote Wastel fand das alles in Ordnung und akzeptierte die Regeln. Als für alle wohltuendes Ergebnis, erzeugt das Auftauchen unseres Briefträgers bei Finley nur noch ein müdes Lächeln.

Aber auch ein Herr Wastel hat mal Urlaub und muss sein wohlgeordnetes Postrevier einem Kollegen überlassen. Meine Güte was haben wir da schon erlebt. Mittlerweile nennen wir Herrn Wastels Kollegen liebevoll Postersatzkräfte, die Ungelernten oder die Konfettipostler.

Da war eine junge Frau, die fleißig und genau arbeitete, aber jedes Mal, wenn sie bei mir ankam – dann drückte ihr die Blase. Im Stillen nannte ich sie Pipi Poststrumpf. Da stand sie dann mit zusammengekniffenen Knien, warf mir einen erbarmungswürdigen Blick zu und bat darum auf die Toilette zu dürfen. Finley, ganz Gentleman, begleitete die Frau zum Gästeklo und achtete fein säuberlich darauf, dass sie auch nicht einen Zentimeter weiter in unser Haus hineinging, als nötig war. My home ist eben his castle.

Dann war da noch so ein Rotschopf, er sah das mit den Adressaten nicht ganz so eng. Wir lagen am Ende seiner Route und alle Briefe, die er unterwegs nicht losgeworden war, warf er in unseren Briefkasten. Anfangs haben Finley und ich die überschüssige Post ja noch in der Nachbarschaft verteilt – bis wir merkten, wir bekamen immer mehr zu tun. Ich hängte eine Klarsichtfolie unter meinen Briefkasten und steckte die falsche Post hinein. Dann bestückte ich die Hülle mit einem Schild, auf dem stand: „Ups, daneben geworfen – Grinsesmiley.  Lieber Postbote, bitte wieder mitnehmen.“  Was soll ich sagen. Die Post blieb unberührt und im Briefkasten lagen Tag für Tag Briefe für Müllers, Meiers und Schulzes … ich kochte. Nach einer Woche ging ich in unsere Postfiliale im Ort, knallte den Stapel Fehlpost auf den Tresen. Dann rechnete ich dem verdutzten Filialleiter vor, wieviel ich sein Unternehmen an Stundenlohn kosten würde, würde ich die Zeit berechnen, die ich investiert hatte, die Fehler seines Angestellten wiedergutzumachen. Unseren Rotschopf haben wir danach nie wiedergesehen.

Und immer, wenn man denkt, es kann nicht schlimmer werden, kommt ein noch größerer Einfaltspinsel um die Ecke, oder durchs Gartentor. In der ersten Ferienwoche, das Wetter war schön warm, die Terrassentür offen. Ich saß am Esstisch und erledigte ein paar Büroarbeiten. Finley lag entspannt im Garten und genoss die warmen Herbstsonnenstrahlen. Plötzlich, wie aus dem Nichts stand er da. Ein Mann im Postleroutfit, 1,90 Meter groß, zwei Pakete unter dem Arm, Bermudahose, runtergerollte Socken, grenzdebiler Gesichtsausdruck.

Finley stand direkt hinter ihm, die Lefzen hochgezogen, die Zähne bleckend und aus seinem Inneren kam ein tiefes, grollendes Knurren.

„Nicht bewegen“, fuhr ich ihn an, „ich komme raus.“

Gott sei Dank habe ich Finley gut erzogen. Er hat gelernt, zu akzeptieren, dass ich ein Vorrecht habe, Situationen auf meine Weise zu regeln. Anders ausgedrückt: Ich habe das Recht auf den ersten Biss. *ürgs

Der Mann, nennen wir ihn hier mal den Schlaumeier, schien seinem Gesichtsausdruck entsprechend, komplett erlebnisresistent zu sein und machte einen weiteren Schritt auf mich zu. Dann sagt er allen Ernstes:

„Öh, ist hier Nummer 27a, ich suche die Haustür.“

Mir fehlten kurz die Worte, mein inneres Oohhhmmm zündete ein Räucherkerzchen an. Finley war inzwischen um diesen Schlafwandler herumgeschossen und hatte sich neben mir aufgebaut….GGGRRRRRRrrrrrr…..

Mir reichte es, Frustrationstoleranz – Null – Impulskontrolle – Null – Erziehung – Futsch!!!

„Was soll das hier eigentlich werden? Suizid im Amt? Rrrrunter von meinem Grundstück, aber langsam und geordnet. Hinter der Pforte stehen bleiben!“ Verdutzt folgt er mir zur Grundstücksgrenze, Finley auch. Als unser Postgehilfe hinter der Pforte stand, entspannte Finley sich – Claim gesichert.

Dort angekommen deutete ich auf die Schilder, die ich auf unserer Gartenpforte fixiert hatte. Dort stand auf leuchtendrotem Untergrund „BETRETEN VERBOTEN“ und auf neongelbem Untergrund „HIER WACHE ICH – *Retrieverkopf“.

„Haben Sie die Schilder denn nicht gelesen. Ist Ihnen eigentlich klar, wie gefährlich das für Sie hätte werden können“, fragte ich den Mann.

„Oooch“, sagte er, „so Schilder haben die Leute ja auch manchmal nur so am Zaun und dann haben sie gar keine Hunde. Wenn ich das immer glauben würde, dann würde ich meine Pakete ja nie loswerden.“

Hä, hatte der sie noch alle? Ich sah ein, dass bei unserem Posthulk wohl jegliche Energie verschwendet wäre und sagte bestimmt. „Dann hören Sie jetzt mal aufmerksam zu. Ich erteile Ihnen Hausverbot, ganz offiziell, das werde ich Ihrem Arbeitgeber auch noch schriftlich mitteilen. Und nur mal so zur Info, hier in unserer Siedlung haben ganz viele einen Hund. Ich an ihrer Stelle würde meine Gepflogenheiten mal ändern, sonst landen Sie ganz schnell in der Reha.“ Dann deutete ich mit dem ausgestreckten Finger auf die Haustür hinter ihm und sagte: „27a, gar nicht schwer zu finden. Und klingeln sie lieber, mit Frau Nörgel ist nicht zu spaßen…“

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Wir bleiben zu Hause oder glaub nicht alles, was Du liest

Da sitze ich nun an meinem Schreibtisch und blättere mal so durch die verschiedenen Hundezeitschriften und Fachmagazine, die ich in letzter Zeit etwas vernachlässigen musste. Aus einer Zeitung fällt eine Werbebeilage für ein Online-Hundemagazin heraus. Die Schlagzeile „Die fünf größten Hundeirrtümer“ springt mir gleich ins Blickfeld. Was die wohl meinen, frage ich mich und beginne zu lesen. Bei Punkt drei stutze ich. Denn dort steht, gleich hinter dem Klassiker „Der Hund darf nicht ins Bett“, „Der Hund braucht jeden Tag einen Spaziergang“. Etwa nicht, denke ich.

Ich habe starke Zweifel, dass man einem durchschnittlich energiegeladenen Hund seinen täglichen Spaziergang verwehren darf/sollte/kann. Mein Hund Finley bekommt pro Tag regelmäßig drei Spaziergänge. Die Hunderunden sind unterschiedlich lang, in verschiedenen Gegenden, mal mit und mal ohne Training. Wenn es zeitlich knapp wird, dann fällt schon mal eine der Gassirunden aus. Die Übriggebliebenen gestalte ich dann aber so, dass Finley ordentlich was zu tun bekommt und der ausgefallene Spaziergang dann nicht so sehr ins Gewicht fällt.

Nein, mein Brummbär würde es nicht verstehen, wenn er auch nur einen Tag zuhause bleiben müsste. Wie sollte ich es Finley überhaupt klarmachen, dass er heute mal schön drinnen bleiben darf und den Vögelchen im Garten beim Toben zuschauen muss. Allein der Gedanke lässt mich Grinsen.

Vor meinem geistigen Auge sehe ich mich vor meinem Rüden sitzen und sagen: „Finley, wir müssen reden. Das Leben gibt einem nicht immer was man möchte. Heute zum Beispiel, gehen wir mal nicht raus in den Wald. Du weißt wo der Garten ist und wo ich dort Deine Pupsecke eingerichtet habe. Wenn’s drückt, geh’ doch bitte dorthin. Danke sehr.“

Finley wird sich daraufhin die Stirn mit seiner Mittelkralle kratzen und antworten: „Ähm, okayyyy …. ich sehe mich dann leider gezwungen, einige erforderliche Umgestaltungen auf dem Gelände vorzunehmen. Schließlich habe ich einen gewissen Anspruch an meine Umgebung.“ Das würde dann wohl so aussehen.

 

Finleys Landschaftsgartenplanung:

Punkt eins. Direkt unterhalb der Terrassenmauer werde ich ein paar tiefe Löcher graben, das geht ruckzuck. Sie bieten guten Stauraum für irrelevante und herumliegende Gegenstände, wie Frauchens Schuhe, Fahrradschlüssel und die Kopfhörer unserer Pubertiere. Ich kann sowieso nicht leiden, wenn sie die Dinger im Ohr haben, denn dann beachten sie mich gar nicht mehr und zucken immer so komisch mit ihren Körpern. Sie nennen das Tanzen.

Punkt zwei. Auf der To-Do-Liste wäre dann, den Garten einmal gaaaanz gründlich ab zu markieren. So eine Pubsecke ist ja ganz nett, aber was ein richtiger Rüde ist, weiß selber viel besser, wo er seine Marken zu setzen hat.

Punkt drei. I wanna socialize. Ich mache unser Grundstück zum Hundetreff. Das wird als der „Tag des offenen Hundegartens“ in die Geschichte unserer Vorstadtsiedlung eingehen. Dann dürfen meine Kumpels alle mal über Frauchens Beete und Kräuterkübel toben …“

 

Mal ehrlich, welcher Hundehalter, der bei Verstand ist, würde das riskieren?

Sicher gibt es Situationen, in denen ein Hund Ruhe halten muss, etwa nach einer Operation oder einer ernsten Verletzung und auch sehr alte Hunde brauchen sicher keine drei Zweistundenrunden mehr. Grundsätzlich bin ich aber der Meinung, dass Bewegung, Kopfarbeit und ausreichend Ruhe in ein harmonisches Gleichgewicht gebracht werden müssen. Und das natürlich jeden Tag. Wie seht Ihr das? Bekommen Eure Hunde jeden Tag Bewegung, oder habt Ihr ein Alternativprogramm? Schreibt Eure Erfahrungen doch in die Kommentarspalte, ich bin sehr gespannt.

 

 

 

 

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Faible, Fetisch, Fanatismus oder ein Retriever sieht Rot

Auf diese Geschichte hat mich meine liebe Bloggerkollegin Danni vom Hundebloghaus angetriggert. Sie stellte die Frage, ob wir ein bestimmtes Faible bei Hunden haben. Bei ihr seien es lange Nasen. Wenn ich ehrlich bin, hatte ich darüber vorher noch nie ernsthaft nachgedacht.

Meine Nachbarin Bente, zum Beispiel, hat eine Vorliebe für drahtiges Fell. Bei Ihr würde nie ein anderer Hund als ein Foxterrier einziehen. Das Fell ihres Schatzes muss das Gütezeichen „extrem stichelig“ aufweisen. Für meine Freundin Anja hingegen, ist die Welt erst in Ordnung, wenn ihr Labrador Leo sein tägliches Bad hinter sich gebracht hat. Den Labbi schwimmen zu sehen ist ihr Faible.  Und das Herz meiner österreichischen Schwiegermutter schlägt erst im Dreivierteltakt bei kleinen, weißen Hunden.

Und ich?  Ja, ich habe ein Faible, man könnte es schon fast einen Fetisch nennen.  Ich stehe nämlich total auf gut definierte Rüdenschädel, mit einem ausgeprägten Stopp. Da bin ich total obsessiv. Das läuft bei mir ganz instinktiv ab. Als ich Finleys Wurf zum ersten Mal besuchen durfte, da fiel mir mein Bärchen gleich ins Auge. Sein Kopf war so schön, schon etwas ausgeprägter, alles an ihm schien „Ja, ein Junge!“ zu rufen. Ich weiß, das klingt verdammt albern, aber ich war schockverliebt, nur wegen seines Schädels.

So ist es bis heute geblieben. Hat der Bursche eine klar definierte Stirn, die er einem anderen auch ruhig mal brummend entgegenstecken kann – herrlich, dann bin ich hin und weg. Die unbequeme Tatsache, dass an so einem Dickschädel, der eine oder andere Befehl auch mal abprallen kann, wie eine Billiardkugel an der Bande, nehme ich hin. Letztlich, so ist meine Erfahrung, locht die Information doch ein und auch so ein streitbarer Charakter lernt, was wichtig für IHN ist. Selektives Grundwissen, eben.

Wenn wir hier aber im weitesten Sinne über Fanatismus sprechen wollen, dann muss ich meinen Rüden outen. Finley hat auch einen Fetisch. Seit ich denken kann ist er ein besessener Blumentopf-Stalker. Wenn ich gärtnere, verändert sich mein Hund. Sein Gebaren wird gespenstisch, seine Haltung undurchsichtig und spannungsgeladen. Der Ablauf der Ereignisse ist nicht aufzuhalten…

Ich hole meine Gartengeräte aus dem Gartenhäuschen. Finley erscheint auf der Terrasse, schnuppert links und rechts ein wenig und denkt „Ahaaa…. schaun’ wir mal, was da noch kommt“. Ich versuche ein Ablenkungsmanöver, zupfe scheinbar gelangweilt noch ein wenig Unkraut aus dem zu beackernden Beet-Abschnitt. Aber mein Rüde ist ein Profi. Seine Vorgehensweise hat Methode.

Scheinbar desinteressiert legt er sich auf unseren Rasen und rührt sich nicht. Doch wenn man genau hinsieht, dann kann man beobachten, wie er mich trotz seiner halb geschlossenen Lider fixiert. Hinter seiner wohlgeformten Stirn formuliert er klar, was er als nächstes erwartet. Langsam verändert sich sein Gesichtsausdruck. Die Augen werden zu Schlitzen, seine Lefzen legen sich in Falten, die Nase bebt. Er sieht jetzt ein wenig aus wie Pennywise, der Killerclown aus Steven Kings Gruselschocker ES.

„Wann“ – so scheint er zu fragen – „wann holst Du endlich die neuen Pflanzen aus dem Auto? Ich kann sie riechen. Ich weiß, sie sind daaa. Bring sie heeer…. jetzt… warum noch länger warten … Du weißt, wie das alles enden wird …. ich will meine Töpfeeee jeheeetzt……“

Wie hypnotisiert gehe ich zu meinem Wagen und hole die Palette mit den Frischpflanzen von der Ladefläche. Kaum habe ich die erste Pflanze ausgetopft, spüre ich ihn im Nacken, den leicht pfeifenden Atem meines Hundes … wie eine warme Welle trifft mich sein Odem bei jedem Atemstoss…. die ersten Sabbertropfen fallen auf meine Schulter. Ich gebe auf, es hat keinen Zweck, Fürsorgepflicht adè – ich gebe meinem Hund den Plastiktopf zum Spielen. Schnell topfe ich die übrigen Pflanzen aus und arrangiere sie in meinem neuen Herbstbeet. Finley hat sich inzwischen auch die übrigen Töpfe geholt. Während ich noch ein paar Tulpenzwiebeln für ein buntes, friedliches Frühjahr setze, höre ich hinter meinem Rücken krachende, knackende Geräusche, die auf ein wahres Plastiktopf-Massaker schließen lassen.

Aufräumen darf ich das natürlich – ich bin ein guter Tatortreiniger. Finley, inzwischen wieder ganz er selbst, hat sich total verausgabt und sich zum Power-Napping unter unsere Magnolie verzogen.

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Peace und Punk am Ententeich

Finley und ich hatten einen aufregenden Sommer. Wir haben angefangen das Haus zu renovieren, haben seine zwei „Altlasten“ Autofahren und Leinenführigkeit beackert und auch neue Freunde gewonnen. Von so einer Neueroberung will ich Euch heute mal berichten.

Wer uns schon ein bisschen kennt, den wird es nicht wundern, dass es sich unserem „Neuen“ *jawolleinRüde, nicht um einen Mainstreamcharakter, sondern sagen wir eher um eine facettenreiche Persönlichkeit handelt.

Es war einer der wenigen, lauen Sommerabende in diesem Jahr. Ich war eigentlich schon offline geschaltet. Damit wir gemütlich und ungestört dahinschlendern konnten, hatte ich Finley und mir extra eine Straße ausgesucht, in der keine Hunde wohnten. In meiner Vorstadt gab es davon genau eine. Kein Stress am Gartenzaun, einfach mal so vor sich hindümpeln können, hach wie schön….

Emoji: Aram und Abra

Da schießt er durch die Hecke. Ein ausgewachsener Königspudel, Fellfarbe apricot, Continentalschur oder was die Hecke davon noch übriggelassen hat. Er pöbelt was das Zeug hält: „Mein Haus, mein Weg, mein Ententeich, meinmeinmein ….“

Finley, sonst eigentlich immer sofort im NichtmitmirDuSack-Modus stutzt. Guckt mich verdutzt an, „Ist DIE Frisur echt sein Ernst?“, scheint er zu fragen. Dann röhrt dann zurück. „Schnauze Pudel, sonst verpasse ich Dir einen Retriever-Cut“.

Eine blonde Frau im besten Mannesalter lief hektisch auf den Gehweg und fragt mich (ACHTUNG!): „Haben Sie meinen Hund rausgelassen?“ Geeenauuuu, dachte ich. Wenn zwei ausgewachsene Rüden schon so richtig auf Zinne sind, und sich zähnefletschend umkreisen, dann komme ich, öffne das Pförtchen damit die Jungs mal so richtig zur Sache gehen können.

Laut sagte ich höflich: „Natürlich nicht.“ Und deute stumm mit dem ausgestreckten Finger auf das große Loch, das der Lockenhund in die Haselbuschhecke geschlagen hatte.

Im Hintergrund knurrten und fletschten unsere Rüden weiter.

Pudel. „Verzieh Dich, Penner!“

Finley: „Hau Du doch ab, Tussi!“

Pudel: „Wiiiiie hast Du mich genannt?“

Finley: „Auch noch taub oder was?…“

„Der ist sonst ganz friedlich“, startete das Pudelfrauchen einen halbherzigen Erklärungsversuch. Im nächsten Moment lachte sie laut prustend los. Und weiter: „Ach Quatsch, er ist ein blöder Macho, der bei jeder Gelegenheit lospöbelt.“  Die Frau wird mir genau in dieser Sekunde sympathisch.

Ich nickte und sagte verschwörerisch: „Ich weiß genau wovon sie sprechen. Meiner ist machmal -naja ziemlich schnell – also eigentlich isser immer dabei…“

Unsere Hunde stehen sich derweil leicht erschöpft gegenüber. Der Ton ist merklich ruhiger geworden.

Pudel: „Wie heißt den Du?“

Finley: „Hoisdorfs Golden Balino, man nennt mich Finley. Und Du?“

Pudel: „Ambrosio aus dem schwarzen Moor, mich nennt man Gonzo.“

Finley: „Gonzo – klingt vernünftig, aber Junge diiiese Frisur ey…“

Gonzo: „Morgen kommen die Locken ab. Ich zeig dir jetzt mein Revier.“

Bellte es und kurz darauf verschwanden die zwei neuen BFF’s im Garten.

Die Frau, sie heißt Monika,  und ich gingen lieber mal hinterher. Und das Bild was sich uns da bot, versetzte uns zwei Weiber in totale Wonnestimmung: Vor einer Zinkwanne, in dem bunte Plastikenten schwammen, saß Monikas Enkel Benjamin. Er fischte, juchzend, ein Quietscheentchen nach dem anderen aus dem Fass und schmiss es auf die Wiese. Und unsere zwei Brummelbären brachten dem Lütten die Entchen wieder zurück. Ich schwöre, beide Rüden hatten ein breites Grinsen im Gesicht und total viel Spaß. Das war wirklich der Beginn einer schönen Männerfreundschaft. Monika und ich besuchten uns gegenseitig in unseren Gärten, tranken ENTSPANNT Kaffee und unsere beiden Machos legten sich in die Sonne und genossen das Leben.

Peace und Punk – mein Finley

Wir erfuhren, dass Monika Gonzo in einem kleinen Wanderzirkus, in ihrem Bayernurlaub gesehen hatte. Dort wurde sein autarker Charakter nicht geschätzt, denn Gonzo war nicht bereit, jeden Abend das immer gleiche Zirkusprogramm abzuliefern. Dementsprechend hart und unfreundlich wurde er behandelt. Monika wollte da nicht weiter zuschauen. Nach zähen Verhandlungen, kaufte sie dem Dompteur „ihren Gonzo“einfach ab. Chapeau, solche Hundefreunde brauchen wir.

Wie in jeder guten Freundschaft, gab es auch mal Tage, an denen sich Finley und Gonzo mal nicht so grün waren. Dazu sind sie sich wohl zu ähnlich. Peace und Punk, irgendwie haben beide diese zwei Komponenten in ihrer DNA. Aber das ist gar nicht so schlimm, denn schon am nächsten Tag ist alles wieder gut. Und ich habe mit Monika auch eine nette Freundin dazugewonnen, also was will man mehr.

Weil Gonzo wohl ein paar schlechte Erfahrungen mit Menschen gemacht hat und beim Anblick meiner Kamera in Panik gerät, gibt es hier von ihm keine Fotos. Deshalb bin ich froh, dass ich gewissermaßen stellvertretend für ihn eine Zeichnung von Mara von Aram und Abra einfügen darf. Denn eigentlich hat Gonzo genauso ausgesehen, als wir uns das erste Mal getroffen haben.

 

 

 

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Feldforschung: Die Zementköppe unter den Nicht-Hunde-Menschen

 

Um Finley und mich und den Goodfellows Hundeblog war es in letzter Zeit ja etwas stiller geworden. Wer jetzt gehofft hatte, dass wir uns ganz zurückziehen wollen, wird leider bitter enttäuscht werden. Wir haben mal wieder ein paar Renovierungsprojekte in unserem Haus in Angriff genommen. Das hat uns ganz schön in Anspruch genommen. Aber jetzt sind wir wieder da.

Unsere Hunderunden in dieser Zeit, haben wir ganz entspannt dazu genutzt ein paar Beobachtungen zu machen. Es ist erstaunlich, auf welche Vorurteile Hundehalter, gerade bei Menschen ohne Hund stoßen können. Sicher, es gibt auch Hundelose, die unsere Vierbeiner mögen und auch uns nicht als Störfaktoren einstufen. Aber es gibt eben auch genug von den anderen, deren Vorurteile so fest zementiert sind, dass man mit Vernunft oft nicht weiter kommt. Liebe Zementköppe, dies hier ist für Euch.

Eines ist Finley und mir erschreckend klar geworden. Aus Sicht der Zementköppe, kann man als Hundehalter eigentlich nur alles falsch machen. Was dem einen gefällt, ist für den anderen Anlass zu harscher Kritik. Angefangen mit der skandalösen Tatsache, dass wir überhaupt einen (zwei, drei…) Hund(e) haben. Wir Hundehalter kennen sie ja alle, diese schrägen, abschätzenden, oft panischen Blicke der kritischen Zementköppe, ähm …. ich meine Mitmenschen mit eingeschränkter Lebensqualität…

Ihre Gründe für Schräg-Blicke sind vielschichtige, offenbar über mehrere Generationen weitergegebene, in ihren Familienchroniken fest verankerte Vorurteile.

Hier kommt mal ein kleiner Querschnitt:

wir haben einen Hund. *bäh

wir haben mehrere Hunde. *ohGottohGott

wir haben einen großen Hund. *zittergrusel

wir haben einen kleinen Hund. *Nervenblank

wir haben einen schwarzen Hund. *muhahahaaaa

wir haben einen schmutzigen Hund. *igittigitt

wir haben einen gehorsamen Hund. *streber

wir haben einen ungehorsamen Hund. *hähäschadenfreu

wir haben Spaß mit unserem Hund. *vorNeidplatz

wir haben einen Hund, der kackt. *wennBlicketötenkönnten

 wir haben einen Hund, jederzeit kacken könnte. *wennBlicketötenkönnten

wir haben einen Hund, der gestern gekackt hat. *wennBlicketötenkönnten

wir haben unseren Hund angeleint. *dergehorchtwohlnicht

wir haben unseren Hund nicht angeleint. *kreischmitFluchtversuch

wir haben einen Welpen. *niedl…öhm, nöauchDoof

wir haben einen mittelalten Hund. *wielangenoch

wir haben einen alten Hund. *nadannhabenSieesjaBaldhintersich

wir haben einen Rüden. *klopptdersich?

wir haben eine Hündin. *istdiezickig?

wir sprechen mit unserem Hund. *alsobDerdasversteht 

wir sprechen nicht mit unserem Hund. *woistderTierschutzwennmanihnbraucht

wir heben die Hinterlassenschaft unseres Hundes auf. *ÜrgswiekannMannur

wir lassen die Hinterlassenschaften liegen. *ÜrgswiekannMannur

wir haben einen Hund, der jagt. *rettetBambi

wir haben einen Hund, der nicht jagt. *werwilldennsoeinWeichei

wir haben einen Hund, der Katzen mag. *derbrauchtTherapie

wir haben einen Hund, der Katzen hasst. *soeinUntier

Fallen Euch vielleicht auch noch ein paar Beispiele ein? Dann schreibt sie gerne in die Kommentarspalte. Finley und mich würde es sehr freuen.

Ich für meinen Teil, möchte allen Zementköppen zurufen: „Leute, entspannt Euch mal! Ein Hund würde eurer Seele ganz guttun.“ Und für die Unbelehrbaren: „Sucht Euch ein Hobby, irgendetwas Lebloses…“

 

 

 

 

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Giftköder in Volksdorf

Jetzt gibt es also auch in Volksdorf eine tief gestörten Menschen, der giftige Köder für Hunde auslegt. Direkt an der Zufahrt vom Streekweg in den Wald, direkt neben einem gut besuchten, ausgewiesenen Hundetrainingsplatz. Perfider geht es nicht.

Ich hoffe wirklich, die Person, die das Warnschild aufgehängt hat, hat auch Anzeige bei der Polizei erstattet. Denn hier geht es nicht um ein Kavaliersdelikt oder eine Ordnungswidrigkeit, bei der man mal „beide Augen zudrücken kann“. Hier nimmt jemand in Kauf, dass ein von Menschen geliebtes Wesen sein Leben verliert. Es ist also auch ein schmerzhafter und bedrohlicher Eingriff in das Leben eines potentiell  betroffenen Hundehalters.

Was bringt diesen Menschen dazu, zu glauben, er habe das Recht so rücksichtslos und bar jeder Moral zu handeln? Niemand wird gezwungen, Hunde zu mögen. Aber eine Abneigung gegen Hunde sollte nicht dazu führen, dass man zum Täter wird und anderen Menschen ein geliebtes Familienmitglied nimmt.

Nebenbei bemerkt, eine möglichst sachliche Auseinandersetzung mit dem Thema in den Kommentaren, ist durchaus erwünscht. Bitte nehmt in euren Kommentaren aber Abstand von Drohungen gegen den potentiellen Täter – DENN WIR SIND NICHT WIE ER.

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Pummel-Alarm im Hundekorb

Da sitzt er nun vor mir. Mit Augen, so groß und rund und herzerweichend wie die von Bambi. Er will doch nuuuur etwas Kefir, nur die Reste, biiiiiitte!

Aber ich muss hart bleiben, denn wir haben Pummel-Alarm im Hundekörbchen. Finley und ich waren bei unserer Tierärztin. Eigentlich waren wir nur zum Impfen da (ja, wir machen das). Unsere Tierärztin warf Finley einen prüfenden Blick zu und stutzte: „Wieviel wiegt Finley heute? Ich frage nur wegen der Dosierung.“ Und an Finley gewandt: „Hast n’ büschen viel auf den Rippen, was? Hat Frauchen es zu gut gemeint mit Dir?“

Zuerst war ich etwas irritiert, doch dann musste ich zugeben, er hatte sichtbar zugelegt.

Stramme *hüstel 40 Kilogramm brachte er dort auf die Waage. Das waren 4 Kilogramm über seinem Idealgewicht. Wow, wie konnte das denn passieren? Zum ersten Mal in seinem Leben war mein Hund übergewichtig. Und das, obwohl ich immer noch überzeugt davon war, dass er ausreichend Bewegung bekommen hatte und trainiert worden war.

Von diesem Moment an war Finley auf Diät. Und ich? Ja, ich musste mal ganz selbstkritisch Ursachenforschung betreiben. Eigentlich bin ich gar nicht so ein „Reinstopffrauchen“. Leckerchen beim Training, na klar, aber dann hatte ich die die Futterration des Tages entsprechend reduziert.

Aber ich wollte ja ehrlich bleiben. Wenn ich zuhause bin, ist Finley mein kleiner Schatten. Wo ich bin, ist er nicht weit. Ich will nicht sagen, dass er mich ständig unter Wind gehabt hat, aber spätestens, wenn ich anfing zu kochen, bekam sein Verhalten etwas Stalkerresques. Dann lag er auf dem Fußboden und zwar mitten im Weg.

goodfellows-becher-blogIch brauchte nur einen Becher Joghurt oder Kefir zu öffnen und er ging in Position. Er gab keinen Laut von sich, das wäre unter seiner Würde gewesen. Es waren diese stillen, intensiven Blicke, die er mir zuwarf. Sie sagten mir, “Tue das Richtige, Frauchen. Wir sind doch Kumpels. Du kannst mich doch nicht leer ausgehen lassen?“. Und – ich knickte ein, jedes Mal. Ich hielt Finley den Becher hin und er durfte ihn ausschlecken. Ich geriet in Verzückung – mein Gott, sah der süss aus, wenn er das machte – jaaaa, ich war schwach….

ABER DAMIT IST JETZT SCHLUSS!!!

Erst recht seit ich weiß, dass meine Töchter und mein Mann es auch so gemacht haben. Von Mausi bekam er Wurstenden, von Motte ein Stück Käse und der liebe Gatte hat meinen Hund auf Mozzarella angetriggert.

Und dann ist da noch meine Mutter. Die Kalaschnikow unter den Leckerli-Verteilern. Kaum hatte sie mein Haus betreten, ging es los. Da kam kein: Hallo Tochter, wie geht es Dir heute?  Oh, nein. Innerhalb einer Nanosekunde verschwand sie aus meinem Sichtfeld und beugte sich zu meinem Hund herunter (erstaunlich tief für eine 82jährige). Dann folgte nach einmaligem Luftholen, so etwas wie ein Begrüßungs-Poetry-Slam für Rentner: “Na-mein-Süsser-Junge-wie-geht-es-Dir-denn-heute-so-haben-sie-Dich-denn-auch-gut-behandelt-guuut-dass-die-Oma-jetzt-da-ist-und-nach-dem-Rechten-sieht-hast-Du-vielleicht-Hunger-mein-seuten-Jung’-jaaaa-ich-freu’-mich-auch.“ Während mir schon beim Zuhören die Puste ausging, schien meiner Mutter so etwas wie Sauerstoffmangel nichts auszumachen. Atmen wird echt überschätzt, dachte ich.

Während meine Mutter ihre Beschwörungsformel herunterbetete schaffte sie es, bei jeder gesprochenen Silbe ein fettes Leckerchen aus der Hüfte zu schießen. Und alle landeten in Finleys bereitwillig, aufgerissenem Maul. Einmal ‚Hallo’ sagen und die Tagesration an Futter war abgearbeitet. Danke Mama! Aber auch damit ist jetzt Schluss – jedenfalls, wenn ich schnell genug bin, um es zu verhindern.

Zum ersten Mal, seit ich meinen Hund füttere, wog ich sein Futter für jede Mahlzeit korrekt ab. Wir stellten einen Fitnessplan auf. Mein Gatte wurde dazu verdonnert zweimal die Woche einen Radausflug mit unserem Hund zu machen. Die Mädchen wechselten sich ab bei Zerr- Zug- und Sonstnochwas-Spielen. Und Finley und ich machten Meile, Tag für Tag. Wäre doch gelacht, dachte ich, wenn wir den Brummer nicht wieder schnittig hinbekommen.

Das Programm läuft jetzt seit zwei Wochen und zeigt Wirkung. Inzwischen war Finley schon wieder auf der Waage und wir haben sein Idealgewicht fast erreicht. Na dann …. schieben wir den nächsten Besuch bei meiner Mutter wohl noch so lange heraus, bis das letzte, überflüssige Kilogramm verschwunden ist. Denn wie ich meine Mutter kenne, hat sie die Leckerchen schneller nachgeladen, als ich nein sagen könnte. Und dem Beschuss einer Kalaschnikow wirft man sich ja nicht in den Weg, oder?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Liebster Award 2017 für den Goodfellows Hundeblog

 

Quelle: lycheethepoodle

Quelle: hundeseele.at

 

Moin Leute, ist das nicht toll?

Der Goodfellows Hundeblog hat den Liebster Award 2017 bekommen. Ich freu mir gerade ein Loch in den Bauch, zumal es meinen Blog ja noch gar nicht so lange gibt. Finley bekommt heute mal eine Extraportion Quark-mit-Ei, einfach weil er so ist, wie er ist. Denn ohne meinen sympathischen Dickkopf würde es viele meiner Geschichten ja gar nicht geben.

Nominiert wurden wir von Laura und Lychee vom Hundeblog lychheethepoodle Assistenzhund in Ausbildung. Vielen Dank ihr Zwei, ich fühle mich sehr geehrt. Wir lesen uns 😉 .

Laura hat sich 10 Fragen ausgedacht, die ich beantworten soll, damit ihr Finley und mich noch ein bisschen besser kennenlernen könnt. Wir legen jetzt also gewissermaßen einen Seelenstriptease für Euch hin.

Lycheethepoodle: Wie hast Du Deinen Hund gefunden?

Es hat fast zwei Jahre gedauert, bis ich wusste nach welchem Hund ich suchte. Mein erster, eigener Hund, dann noch zwei kleine Kinder und alles was an einem Leben als Frau, Mutter und Journalistin so dranhängt. Da sollte es ein Hund sein, der mich mit seiner Erziehung nicht überfordern würde. Ich wälzte also Bücher, durchforstete das VDH-Rasselexikon, telefonierte mit Züchtern und schaute in Tierheimen nach.

Dann hatte ich die Idee, auf die umliegenden Hundewiesen zu gehen und dort mal Frauen und Männer wie mich zu befragen. Schließlich bin ich ja von der Presse 😉 . „Wie ist denn so das Zusammenleben mit einem Golden, Boxer, Setter, u.s.w. ?“ Nach anfänglicher Irritation bekam ich immer freundlich Auskunft und ich hatte wieder etwas, worüber ich nachdenken konnte.

Auf einem dieser Streifzüge traf ich eine Frau aus dem DRC (Deutscher Retriever Club) mit ihren drei Flats. Sie machte mir ein tolles Angebot: Ich könnte ein paar Wochen mit einem ihrer Flats auf ihrem Trainingsplatz trainieren und mir dabei in aller Ruhe alle anderen Retriever-Rassen live anschauen. Genau das habe ich gemacht (nochmals danke an dieser Stelle). Unsere Wahl fiel am Ende auf die Golden Retriever, weil sie uns etwas leichtführiger erschienen …. ach ja, seufz *Ausnahmengibtsimmer…..

Lycheethepoodle: Wonach hast Du Deinen Hund ausgesucht oder hat Dein Hund Dich ausgesucht?

Nein, mein Hund hat mich nicht ausgesucht. Ich bin mir eigentlich nicht einmal sicher, ob ich ihn mir ausgesucht habe. Als wir unseren Züchter zum ersten Mal besuchten, machte dieser schon sehr deutlich, dass er das letzte Wort bei der Auswahl unseres Hundes haben wird.

Bei Anfängern wie uns, eigentlich gar nicht schlecht. Niemand kennt seine Welpen so gut wie der Züchter. Unser Züchter hat sich sehr viel Zeit genommen, uns kennenzulernen, da war seine Hündin Sandy noch trächtig. Als der Wurf gefallen war, durften wir die drolligen, kleinen Fellknäule regelmäßig besuchen. Zuckerschock total!

Nach etwa fünf Wochen hat unser Züchter uns zwei Rüden zur Auswahl gestellt. „Das sind die zwei ruhigsten Rüden im Wurf *kicherprust“, sagte er sehr überzeugend. Meine Wahl fiel auf Finley, er war so hübsch und wie der Züchter schon sagte, er war so herrlich ruhig …. *Ausnahmengibtsimmer …..

Lycheethepoodle: Trainierst Du mit Deinem Hund noch viel oder ist er schon ein fertiger Familienhund oder Sonstiges?

Den „fertigen“ Hund gibt es meiner festen Überzeugung nach nicht. Hunde sind Lebewesen. Für mich bedeutet das, sie lernen, machen Erfahrungen, gute oder schlechte, bis zu ihrem Tod. Alle diese Einflüsse haben bis zum Schluss großen Einfluss auf ihre Entwicklung. Und das macht die Sache für mich auch so spannend.

Auf Finley und mich bezogen bedeutet das, dass jeder Tag wieder neue Herausforderungen bieten kann. Denn er ist ein Hund, bei dem man nicht nachlassen darf. Er spürt sofort, wenn ich mal schwächel und dann ….. na sagen wir mal, erweitert ohne zu zögern seinen Kompetenzbereich. Das Terrain zurückzuerobern ist dann weitaus schwieriger, als gleich den entsprechenden Einsatz zu zeigen und ihn gar nicht erst auf dumme Gedanken kommen zu lassen.

Das heißt im Klartext, irgendetwas machen wir immer – auf jeder Hunderunde. Entweder wir trainieren die Basics, oder arbeiten an der Leinenführigkeit *seufz. Oder wir machen irgendwo ein bisschen Dummytraining und er kann dabei mal seine Jagdinstinkte austoben. Wenn ihr glaubt, das ist anstrengend? Eigentlich nicht, ich liebe es mich mit meinem Dicken zu beschäftigen. So stärken wir immer wieder unsere Bindung und unser Vertrauen zueinander wächst.  Ich betrachte das als großen Schatz.

 

Lycheethepoodle: Hättest Du gerne einen zweiten Hund – also einen Spielgefährten?

Oje, diese Frage habe ich gefürchtet. Eigentlich jaaaa, dann wieder nein, also vielleiiicht – eine Gefühls-Meinungs-Menagerie im Fluss der Gezeiten….

Die Wahrheit im Ist-Zustand: Im Moment brauche ich keinen zweiten Hund, um glücklich zu sein. Finley auch nicht. Mein Mann hat richtig Bammel davor, ich könnte es tun und den Kindern reicht es vollkommen, dass Sie zu zweit sind.

Doch wenn meine Sehnsucht einmal richtig groß werden würde …. was kümmert mich dann mein Geschwätz von heute 😉 ….

Lycheethepoodle: Darf Dein Hund zu Dir ins Bett?

Bei aller Liebe – NEIN, auf keinen Fall! Für mich ist das eine rein persönliche Entscheidung. Alle anderen mögen das anders sehen – bitteschön, jeder wie er es mag.

Lycheethepoodle: Bloggst Du regelmäßig oder eher spontan?

Ich würde es mal so ausdrücken. Ich blogge regelmäßig in unregelmäßigen Abständen.  Warum etwas auf Krampf online stellen, nur weil es der zweite Mittwoch oder dritte Donnerstag im Monat ist? So zu denken, würde meine Kreativität ausbremsen. Wenn ich aktuell nichts zu sagen habe, muss ich mir auch nicht auf Krampf etwas ausdenken. Das wäre nicht ich und die Qualität der Artikel würde darunter leiden.

Wenn ich eine Geschichte schreibe, muss ich, egal ob Glosse, Rezension oder Infoartikel,  hinter dem Thema stehen. Lieber ein wenig länger recherchieren und auf dem Inhalt herumdenken und dann erst veröffentlichen. Alte Journalisten-Krankheit – das sitzt mir in den Knochen.

Lycheethepoodle: Bellt Dein Hund? Wenn ja, in welchen Situationen?

Na klar bellt der Finley, miau sagen kann er nämlich nicht 🙂 . Allerdings bin ich ziemlich froh, dass Finley es nicht übertreibt. Es gibt schon Momente, in denen er sich äußert.

Da sind die schönen Momente: Frauchen und Herrchen kommen nach Hause, Oma kommt zu Besuch, hey – die Post ist daaaaaa….. Dann meldet er mal kurz und knapp, damit die ganze Familie Bescheid weiß.

Dann sind da, die aus Finleys Sicht, beunruhigenden Momente: Jemand betätigt ohne unsere Erlaubnis die Gartenpforte oder die Haustür. Not amused, der sonst so freundliche Retriever … auch hier kurz und knapp aber eindrucksvoll. Jeder versteht, das heißt NICHT „Komm doch rein“…..

Und dann sind da noch die Momente, in denen es um die Rüden-Ehre geht: Katzen und Kater raus meinem Garten (alle außer Kater Pauly). Oder wir treffen unterwegs die Siedlungskonkurrenten – Labby Leo, Beagle Oskar und – grande désastre – der große Schweizer Sennenhund Enrico C.. Dann werden Botschaften aus der Hölle verschickt. Aber Frauchen muss ja auch noch was zu tun haben….

Lycheethepoodle: Glaubst Du manchmal auch, dass Dein Hund Dich versteht und irgendwie doch ein Mensch in ihm stecken könnte?

Ich bin absolut sicher, dass Finley mich versteht, meine Körpersprache deuten kann, Tonfälle interpretiert und auch dementsprechend darauf reagiert. Hunde können so etwas. Steckt deswegen ein Mensch in ihm? Nein, absolut nicht.

Und das ist ja auch gut so. Als ich meine Tür für Finley öffnete, wollte ich einen Hund, mit allem Drum und Dran. Und genau das habe ich bekommen.

Lycheethepoodle: Gibt es einen Gegenstand, ohne den Dein Hund nicht leben kann? Lieblingsspielzeug?

Ein Gegenstand ohne den Finley nicht leben kann? Soweit würde ich nicht gehen.

Er liebt Dummys jeder Art, in jeder Farbe, Größe, mit und ohne Fell. Denn das bedeutet Spaß für ihn. Es bedeutet, wir machen jetzt etwas zusammen.

Lycheethepoodle: Wieso bist Du eigentlich ein Hundemensch?

Das in Worte zu fassen ist fast unmöglich. Es gehört für mich zu den Grundbedürfnissen meines Lebens, einen Hund zu haben. Es erfüllt mein Herz, meine Seele und macht einen großen Teil meines Seins aus. Ich kann einfach nicht anders.

 „And the nominees are!“

Nun bin ich an der Reihe, drei Blogs für den Liebster Award 2017 zu nominieren und mir zehn Fragen für „meine Blogger“ auszudenken.

Als erstes kam mir der Blog Strukturgeberin von Anna Meißner in den Sinn. Anna, der es immer wieder so wunderbar gelingt das emotionale Chaos, in dem wir Hundehalter manchmal stecken, in klare, verständliche Worte zu fassen.  Ganz unaufgeregt räumt sie Gedankensperren aus dem Weg und zeigt neue Wege zu einem erfüllten Leben mit Hund. „Du darfst das, Du schaffst das, finde Deinen eigenen Weg…“. Anna zu lesen tut einfach richtig gut.

Dann natürlich Maximilian von Gassireport, weil er sich so herrlich kantig gibt und man doch in jedem seiner Beiträge spüren kann, dass er einen weichen Kern hat (dafür wird er mich killen 😀 ). Maximilian ist ein Medienprofi, das merkt man insbesondere in seinen interessant geführten Interviews, zuletzt mit Günter Bloch und Josè Ace. Schaut mal rein, es lohnt sich. Bei ihm im Blog schreibt auch der Hund! Ricos Beiträge sind immer unterhaltsam, er hält uns Hundemenschen auf seine ganz spezielle Art den Spiegel vor. Max, ob nun Du oder Rico meine Fragen beantwortet oder vielleicht sogar beide, sprecht Euch einfach ab ….

Danni und Watson vom Hundebloghaus, sind die dritten Nominierten. Meine Vorliebe für Jagdhunde ist ja kein Geheimnis und Watson ist, genau wie Dannis vorherige Hunde Flynn und York, ein wunderschöner Irish Setter. Außerdem ist Danni eine DIY-Queen.  Auf dem Blog findet ihr viele Ideen, was ihr für Euren Hund basteln könnt, welchen Gegenstand man für Hundespiele noch zweckentfremden kann und unendlich leckere Rezepte für Hundekekse. Abseits von diesen spielerischen Themen, setzt sie sich aber auch kritisch und mit viel Sachverstand mit polarisierenden Themen, wie zum Beispiel Qualzucht, Impfen ja oder nein und Erbkrankheiten auseinander.

Und das sind meine Fragen an Euch:

  1. Man liest häufig von artgerechter Auslastung eines Hundes. Was verstehst Du darunter?
  2. Wenn Du die Wahl hättet, was würdest Du am Verhältnis der Hundehalter untereinander ändern?
  3. Wenn Du am Morgen aufwachst und Deinen Hund siehst, was ist Dein erster Gedanke?
  4. Gibt es einen Gegenstand, der bei Dir auf keiner Gassirunde fehlen darf? Wenn ja, warum muss dieses „Dingens“ dabei sein?
  5. Was ist für Dich der größte „Aufreger“ in der Hundewelt?
  6. Wie ist Dein Blog, Deine Blog-Idee entstanden?
  7. Hast Du Vorurteile gegen bestimmte Hunde oder bestimmte Hunde-Halter-Typen? Wenn ja, verrate sie uns bitte.
  8. Begegnest Du im täglichen Leben Vorurteilen, weil Du einen Hund hast und wie gehst Du damit um?
  9. Gibt es ein bestimmtes Abenteuer, dass Du mit Deinem Hund auf jeden Fall einmal erleben möchtest?
  10. Tierschutzhund oder Hund vom Züchter, gibt es nur das Eine oder das Andere oder bist Du offen für Beides? Wie würde Deine Wahl ausfallen und warum?

Ich bin schon sehr neugierig auf Eure Antworten.

Liebe Grüße, Birgit und Finley

Und das müsst ihr tun für Euren Liebster Award 2017. Bitte haltet Euch an die folgenden Regeln:

  • Danke der Person, die Dich für den Liebster Award nominiert hat und verlinke den Blog dieser Person in Deinem Beitrag.
  • Beantworte die zehn Fragen, welche Dir der Blogger, der Dich nominiert hat, stellt.
  • Nominiere weitere Blogger für den Liebster Award.
  • Stelle eine neue Liste mit zehn Fragen für Deine nominierten Blogger zusammen.
  • Schreibe diese Regeln in Deinen Artikel zum Liebster Award, damit die Nominierten wissen, was sie tun müssen.
  • Informiere Deine nominierten Blogger über die Nominierung und Deinen Artikel.

 

 

Läufigkeits-Report Teil 3 oder wie alles begann

goodfellows-finleynaiv-blog

Zu Beginn des „Naiven Zeitalters“

 

Also wenn die süßeste Versuchung direkt um die nächste Häuserecke wohnt, ist es natürlich schwer für einen gestandenen Rüden.  Da können einem schon einmal die Testosterone auf der Nase herumtanzen. Für mich als Frauchen, ist es auch nicht leicht und manchmal entwickele ich da eine Art Zwangsverhalten, welches die Sittenwächter der Illuminati gemäßigt aussehen lässt.

Dabei gab es mal eine Ära, ich nenne es das „Naive Zeitalter“, als ich mir über Hormone und Stehtage keine Gedanken machte. Das kann natürlich auch daran liegen, dass Finley und ich genug andere Baustellen zu beackern hatten. Möglicherweise haben alle seine anderen kleinen Unarten dazu geführt, dass ich tatsächlich glaubte „der will nur spielen“.

Mein Finley und ich hatten eine laaange und wirklich harte Pubertät zusammen. Wie sagt man so schön bei Jungens – er hat sich ausgetobt. Mein kleiner Rocker ist keiner Prügelei aus dem Weg gegangen und hat ein bisschen länger gebraucht als andere, bis er älteren Rüden den Respekt zollte, den sie verdient hatten. Bei Hündinnen, nun da sah es anders aus. Da wurde er butterzart, schon der kleinste Anraunzer ließ ihn zurückweichen. Da zeigte er dann, dass er auch charmant sein konnte. Kein Aufreiten, kein Herumgenerve, wenn die Mädels Schluss sagten, war eben Schluss!

Ich habe sie genossen, diese Momente. Zeigten sie mir doch, auch mein Haudegen war zu einem sozialen Miteinander fähig. Ich war stolz, dass er den Hündinnen nicht nachstellte. Und zugegeben, das Balzgehabe der anderen Jungen, betrachtete ich mit einer gehörigen Portion Schadenfreude…. *Augenzwinker *BinauchnureinMensch

Bis dann … ja, irgendwie alles anders wurde. Wie es sich für Finley und mich gehörte, kam die Änderung nicht langsam und schleichend, sondern mit einem gehörigen Knall! Wir gingen spazieren auf dem örtlichen Wanderweg. Finley schnüffelte den Knick ab, ich konzentrierte mich gerade auf mein Handy (böser Fehler) und las den Text einer E-Mail. Von hinten radelte mit hohem Tempo ein Hundehalter mit seiner Doodle-Hündin heran. Im Gegensatz zu mir hatte Finley die zwei schon früh bemerkt. Er tat was wir tagein, tagaus geübt hatten. Er kam zu mir, setzte sich neben mich und schaute mich artig an – vorerst… Ich sah ihn erstaunt an, dachte „Mensch das läuft ja toll“ und war sehr zufrieden mit meinem Racker – vorerst.

Was ich nicht wusste und der Radfahrer mir auch nicht mitteilte, die Hündin war läufig, aber sowas von stramm. Mit einem kurzen Seitenblick auf Finley, spurtete sie an uns vorbei und setzte dabei offensichtlich eine riesige Menge Pheromone ab. Finley inhalierte die Wolke tief ein und gab ein zufriedenes Grunzen von sich.

Er warf mir einen Blick zu, dessen Ausdruck innerhalb einer Nanosekunde von Verwunderung, über „Ich-bin-hin-und-hergerisssen“ zu „Uhuuund-Tschüss“ wechselte. Dann – Kickstart. Mein liebestoller, etwa 32 Kilogramm schwerer Rüde brauchte keine Sekunde, um gefühlte 80 Kilopond Zug auf unsere Schleppleine zu bringen.

Und ich? Ich tat natürlich das Falsche. Ich hielt die Leine fest. Weil mein linker Fuß auf der Schleppe stand, wurde ich augenblicklich ausgehebelt und in die Luft geschleudert. Als mein Körper die Waagerechte erreicht hatte, fand mein Höhenflug ein abruptes Ende und ich knallte mit Rücken und Kopf auf den Wanderweg. Nein, nicht den weichen Teil des Weges, sondern auf den mit den Kieseln. Ab da – Vogelgezwitscher, Glühwürmchenlicht und Walzerklänge ….

Was danach passierte, ist Legende. Ich habe es mir von meiner Freundin Suse, die gerade den Weg entlang joggte, erzählen lassen. Also es gab einen ordentlichen Rumms, ein mittelschweres Beben folgte. Mein Hund war weg und ich eben auch, also jedenfalls geistig. Sie habe sich dann neben mich gehockt und meine Wangen getätschelt. Ich hätte dann die Augen geöffnet und „ziemlich blöd“ geguckt. *DankefürdieBlumen Sie habe mich dann gefragt, ob sie etwas für mich tun könne. Ich hätte geantwortet: „Nee, is schön so.“ Weil das aber ein wenig verwaschen klang, habe sie vorsichtshalber meinen Mann angerufen, damit er mich abholen kommt. Ich gestehe freimütig, ich kann mich an überhaupt nichts von dem erinnern. Auch die folgenden Ereignisse: Wie der Radfahrer meinen Hund zurückbrachte, mein Mann vorfuhr und uns beide einlud, die Fahrt ins Krankenhaus, das Gekicher der Ärzte und Schwestern als sie hörten, was passiert ist – alles schemenhaft.

Im Ergebnis ist festzuhalten, dass mir Finleys erstes Liebesabenteuer eine schwere Gehirnerschütterung und vier Wochen Bettruhe eingebracht hatten. Und natürlich ein paar wertvolle Erkenntnisse wie, gegen eine läufige Hündin kann ich nicht anstinken, gute Freunde sind unersetzbar, Ehemänner und Kopfschmerztabletten auch….

Und wenn Ihr euch jetzt fragt, ob ich manchmal einen anderen Hund gewünscht hätte als Finley, antworte ich mit Inbrunst:

„Nee, is schön so….“