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Happy Schnapszahl, Finley

 

 

Finley hat gedoppelt, er ist elf Jahre alt geworden. Das ist bei Rüden, ähnlich wie bei Männern, das Alter in dem sie gern einmal die Augen vor der Realität verschließen. Ihrem Vorbild Udo Jürgens folgend, schreiben sie dann komische Lieder darüber, dass mit 66 das Lotterleben erst anfängt. Sie haben ihre Rolle in unseren Familien nach Kräften ausgefüllt.

 

Erziehung ist das ganze Leben…

 

Schauen wir uns doch einmal Finley an. Er hat eine gute Ausbildung bekommen. Durch gewissenhafte Teilnahme an diversen Fortbildungsseminaren, konnte er sein Können in den vergangenen Jahren ausbauen und verfestigen. Zuerst einmal strebte er den Titel des Kinderbegleithundes an. Er spezialisierte sich dort auf verschiedene Aufgabengebiete.

 

Expertentum mit Lametta

 

Er machte den Abschluss zum Leseinspektor schon im zarten Alter von zwei Jahren. Er achtete akribisch darauf, dass Motte und Mausi nur Bücher lasen, die unbedenklich waren und nachts nicht zu Alpträumen führten. Fand er ein Buch im Regal, dass seinen hohen literarischen Ansprüchen nicht gerecht wurde, dann häckselte er es in Stücke, speichelte es ein und verteilte die übriggebliebenen Stücke in alle Winde.

Finley war da sehr gründlich. Auch unsere Bücherwand wurde inspiziert und reduziert. In Ungnade fielen: Paul Bocuse das Standardkochbuch; Paul Bocuse Simply Delicious; Paul Bocuse Die regionale französische Küche und Bocuse in your Kitchen. Was soll ich sagen, die französische Küche scheint nicht nach seinem Geschmack zu sein. Mon Dieu!

Nachdem er auch bei Freunden und Verwandten eine kleine ‚Tour de Häcksel‘ durch die Literatursammlungen gemacht hatte, wurde er vom nationalen Schredderausschuss, des VDH für den Egon-Erwin-Wisch-Preis nominiert, unterlag aber mit zwei Stimmen dem Viszla Nuntzius, aus der Nebenstraße unseres Vororts.

 

„Das ganze Läääben isst ein … „

(Hapa Kerkeling)

 

Als nächstes ließ sich Finley zum Spielzeug-Suchhund ausbilden. Der Beginn der Ausbildung lief etwas holprig an, denn meine Töchter waren anfangs nicht sehr begeistert davon, einen ambitionierten Retriever beim retrieven zu unterstützen. Das war Finley aber ganz egal, er suchte zusammen, was nicht zusammengehörte. Da landeten Mottes Dinosaurier in Mausis Playmobil-Prinzessinnen-Schloss, zusammen mit der Diddl Maus, die auf mütterliche Nachfrage, angeblich niemandem gehörte. Dann gelang es ihm, Ken und Barbie, noch vor ihrer medial ausgeschlachteten Scheidung, zusammen mit einer imposanten, pinkfarbenen Plastikjacht im Garten zwischen dem Kirschlorbeer und den Hortensien zu beerdigen. Das brachte ihm den Barbie-Gedächtnis-Preis am rosa Bande ein, inklusive Besuch beim Bundespräsidenten auf Schloss Bellevue.

 

Soziale Verantwortung in den späteren Jahren

 

Nun schon etwas gereift, entschloss Finley sich, sich für kranke Menschen einzusetzen. Wir besorgten ihm einen Platz auf dem ‚Florence-Nightingale-Canisinstitute für Humanmedizin‘, wo er den Ausbildungsjahrgang für „Die psychische Betreuung, besonders betreuungsbedürftige Humaniden“ erfolgreich absolvierte. Wie der Zufall es wollte, brach sich meine Mutter kurz nach seinem Abschluss die Hüfte und SchwesterPfleger Finley begleitete meine Mutter wie ein Schatten. Wo immer sie auch hinging, da war auch er. Die Investition in seine Ausbildung schien sich gelohnt zu haben.

 

Eigeninterpretationen inbegriffen

 

Später, im Außeneinsatz, bekam ich dann doch Zweifel. Während eines Spazierganges entdeckte Finley am Ende einer großen Rasenfläche, die Herz-Kreislauf-Gruppe des örtlichen Sportvereins. Auf diesem Gelände trainierten wir damals öfter, die Herrschaften machten ihre Dehnungsübungen also auf SEINER Freilauffläche. Links neben der Gruppe standen, an einen Baum gelehnt, gefühlte 100 Nordicwalking-Stöcke *seufz. Mein kleiner SchwesternPfleger preschte ungebremst in die Gymnastikgruppe und brachte dabei zwei rüstige Rentner zu Fall. Danach apportierte er nahtlos den zweiten Nordicwalking-Stick. Was soll man da machen? Positiv bestärken? Die Rentnertruppe nahm es mit Humor und schickte meinen Hund, laut gackernd, auf Stock Nr. 3.

Inzwischen hatte es der Übungsleiter der Herztruppe bis zu mir geschafft. „Junge Frau“, sagt er *hi,hi,hi…dankedafür. Also „Junge Frau wir wollen hier in Ruhe unsere Mittagspause verbringen – IST DAS WOHL MÖGLICH? Finley fegte gerade mit Stock Nr. 4 heran und haute dem Übungsleiter das Stockende in die Kniekehlen.

Tja schau’n wir mal dachte ich: Kann man auf der Landebahn des Hamburger Flughafens frühstücken, auf der A1 Rollschuhfahren, unter Wasser steppen…? Laut sage ich: „Junger Mann“ *hi,hi,hi…Retourkutsche. Also: „Junger Mann, das hier, ist ein geprüfter SchwesternPflege-Retriever und er ist gerade im Einsatz. Offensichtlich wittert er Handlungsbedarf.“

Rentner-Gejohle im Hintergrund: „Ach Herbert, bleib mal locker!“; „Genau, Du Spaßverderber… der ist doch so süss.“; „Hundiiii wir haben noch mehr Stockiiiis!“ Finley raste bei dem Wort „Hundi“ sofort los. Zeitgleich stapfte der Übungsleiter resignierend zu seiner Gruppe zurück. Finley lag inzwischen völlig erschöpft neben dem Stöckchen-Haufen. Ich sammelte seine Beute zusammen und bedankte mich bei der Herz-Kreislauf-Truppe für ihre Toleranz und das 1A Apportiertraining mit meinem Hund.

 

Schöne Aussichten, Du und ich gegen den Rest der Welt *HerzchenHerzchen

 

Finley scheint jetzt, mit der Doppeleins im Kreuz, im zweiten Frühling zu sein.  Jede Minute seines Tages scheint er sich zu fragen, wie er die verbleibende Zeit in vollen Zügen auskosten könnte. Also was machen, ältere Herren, die aufgrund abklingender Sehkraft glauben, sie seien noch so knackig, wie der muskelbepackte Jungrüde von nebenan? Richtig, sie schießen manchmal übers Ziel hinaus.

Nichts scheint so wichtig, wie jung und dynamisch zu erscheinen. Da kann es schon mal vorkommen, dass es abends ein wenig im Knie knirscht oder im Kreuz knackst. Aber das wird dann ganz charmant überspielt. Ein wenig schmusiger ist er geworden, mein Bärchen. Ich genieße das in vollen Zügen. Da liegt er nun auf seinem ersten orthopädischen Kissen und träumt. Seine Pfötchen machen Laufbewegungen im Schlaf – oder buddelt er etwa … er schnarcht und grunzt zufrieden vor sich hin. Na da muss ich wohl mal den Garten inspizieren … *nichtaufregenBirgitnichtaufregen

Tuschtäterätetäääyeepyeepwhohooo, Finley ist 10 Jahre alt geworden.

Eine Torte für Finley oder lieber doch nicht?

 

Foto: pixabay

 

Tuschtäterätetäääyeepyeepwhohooo, Finley ist 10 Jahre alt geworden.

Es wird Zeit für ein Geständnis. Ich schlage mich schon länger mit einem schlechten Gewissen herum. Fast jede meiner Bloggerkolleginnen hat schon mal Rezepte für Hundeleckerlis, Hundekekse oder einen opulenten Geburtstagskuchen gepostet. Wenn man das liest, bekommt man den Eindruck, dass wöchentliche Backsessions bei ihnen zum normalen Alltag gehören. Sie verwöhnen ihre Vierbeiner mit eigenen Kreationen. Das hat bei mir dann doch ein wenig Druck aufgebaut. Denn ich hingegen hatte das in der Vergangenheit noch nie in Angriff genommen.

 

Küchenschürze um und ran an den Teig

 

Doch zu Finleys 10tem Geburtstag verspürte ich die Verpflichtung, etwas Besonderes für ihn zu schaffen. Schmackhaft und kreativ sollte es sein. Also wollte ich für meinen Dicken mein Back-Tabu brechen. Was sollte schon passieren? „Hey Finley, das wird ein Spitzenkuchen, zwei bis drei Etagen und jedes Stockwerk erzählt einen Teil unserer Geschichte“, sagte ich leicht übermotiviert zu ihm.

Finley seufzte und antwortete: „Ähm, mach Dir doch nicht so viel Arbeit. Lass uns lieber spielen gehen.“ Na etwas mehr Begeisterung hatte ich mir nun doch erwartet.

 

Meine Töchter dozieren über meine Fähigkeiten

 

Inzwischen hatten sich meine beiden Töchter in der Küche eingefunden und begegneten meinen Backplänen eher skeptisch. „Mama, echt jetzt“, sagte Motte, „backen ist ja wirklich nicht gerade Deine Stärke.“ Brutale Ehrlichkeit liegt bei uns in der Familie.

„Ne, echt nicht, ich sage nur – Erdbeertote“, ergänzt ihre Schwester Mausi bedeutungsvoll und täuschte einen Würgereiz vor. Motte bog sich vor Lachen.

Ja, ja, lacht ihr nur ihr undankbaren Bälger, dachte ich und musste im Stillen eingestehen, dass ihre Kritik durchaus berechtigt war. Backen gehörte garantiert nicht zu meinen Kernkompetenzen. Ich hatte mir in der Vergangenheit schon den einen oder anderen Lapsus geleistet. Und die besagte Erdbeertorte war sozusagen der Gipfel meines backaktiven Versagens gewesen.

 

Mein Erdbeer-Gate

 

Was war geschehen? An Mausis 12tem Geburtstag wollte ich ihr eine besonders leckere Geburtstagstorte machen. Was soll ich sagen, ich bin die einzige Person die ich kenne, der es gelingt, ein Dr. Oetker Backrezept zu versauen und zwar nach Strich und Faden. Dabei fing alles so gut an. Der Tortenboden war gelungen und in die Form gebracht. Jetzt musste ich nur noch die Frischkäsecreme herstellen, den Kuchen mit frischen Erdbeeren verzieren und das Werk dann zum Abkühlen in den Kühlschrank stellen. Bingo! Doch dann …

 

Improvisation ist das halbe Leben …

 

Uuuupsi – ich hatte vergessen den Frischkäse zu kaufen. Es war zu spät, um noch einmal zum Einkaufen loszufahren, also musste ich Ersatz im eigenen Kühlschrank finden. Und da gab es nur noch cremigen Hüttenkäse. Nach kurzem Überlegen entschied ich, dass frische Erdbeeren und Hüttenkäse geschmacklich eigentlich doch ganz gut zusammenpassen würden und rührte die aufgelöste Gelantine und die anderen Zutaten in die Käsemasse. Dann verteilte ich die Creme auf meinem Tortenboden. Optisch war der Nobake-Kuchen der Knaller. Die Folge seines Genusses allerdings, waren kotzende Kinder auf der Geburtstagsfeier, ein Golden Retriever der sich angeekelt weigerte das dargebotene Kuchenstück zu verschlingen und ein äußerst übelgelauntes Geburtstagskind. Meine Familie verhängte danach für mich ein familiäres Backverbot für mindestens drei weitere Geburtstage. Ich war auf Bewährung.

 

Unsere Blacklist

 

Meine zwei pubertierenden Mädchen führen seitdem eine schwarze Liste. Ganz oben steht „Mamas Erdbeerkuchen“, gefolgt von „Mamas gedecktem Apfelkuchen“ und „Mamas Bananen Muffins“. Das alles nur, weil ich meinen Drang, von Rezepten abzuweichen und sie kreativ zu verfeinern nicht in den Griff bekomme. Beim Kochen ist das kein Problem, das kann ich wirklich gut … außer Kürbissuppe, die steht auch auf dem Index …

 

Zaubern oder nicht zaubern – das ist hier die Frage …

 

Belastet mit dieser Historie stand ich nun in meiner Küche vor den leckeren Zutaten, die ich für Finleys Geburtstagstorte besorgt hatte. Ein Rezept hatte ich – wen wundert das jetzt noch – nicht. Da lagen jetzt, jungfräulich, lecker und unverdorben, ein paar knackige Wienerle, sechs marktfrische Eier, 500g Magerquark und eine Handvoll Käsewürfel von feinstem Cheddar auf dem Tresen. Sie warteten darauf, dass die Queen of Bakery gegen ihre Bewährungsauflagen verstieß.

 

Einen Kuchen sie zu knechten …

 

Als ich da so stand und darüber nachsann, wie ich in die noch jungfräulichen Zutaten etwas Raffinesse zaubern könnte, stupste Finley mich an.  Seine Bernsteinfarbenen Augen waren umwölkt und sein flehentlicher Blick durchdrang mich. Es schien, als wolle er mich hypnotisieren.

Und es wirkte, mir wurde leicht schwindelig.

Ich hörte seine Stimme, rauh und eindringlich. Er klang wie Gollum in „Herr der Ringe“.  „Tu es nicht“, wisperte er, „Das ist mein Schaaatz … gib ihn mir … so wie er ist … BLOß NICHT BACKEEEN …“

Wie in Trance, getrieben von Gollums Stimme, griff ich nach einem Würstchen und gab es ihm, dann etwas Käse …. „Meeehr … nicht aufhören … ich muuuss ihn haben, den Schaaatz … “, hörte ich meinen Hund flüstern.

 

Die Liebe triumphiert

 

Am Ende hatte ich den Quark in eine Schale gefüllt, hatte ihn mit sechs Eigelben, fünf Wiener Würstchen und einer Hand voll Käsewürfel garniert und stellt das Ganze vor mein sabberndes Geburtstagskind. Finley brauchte etwa drei Nanosekunden um die Köstlichkeit zu verputzen und als ich aus meiner Trance aufwachte, blieb mir nur noch die Schale zu reinigen und in den Schrank zu stellen.

Ich war erschöpft. War das jetzt ein Erfolg oder hatte ich kläglich versagt? Hatte ich am Ende alles geträumt? Ich schaute auf Finley. Mein satter Jubilar schien zufrieden und glücklich zu sein. Manchmal ist etwas nicht zu tun, das schönste Geschenk von allen.  Ich habe Dich lieb mein Quarkbärchen und ich wünsche mir, dass Du mir noch viele schöne und aufregende Jahre mit Dir schenkst. Dann verspreche ich Dir auch niemals für Dich zu backen …

 

Finleys andere Geburtstagsgeschichten

Der sechste Geburtstag:   Ein Liebesbrief mit Augenzwinkern

Der siebente Geburtstag: Happy Birthday Finley – Ein Liebesbrief in Bildern

Der achte Geburtstag:      Acht Jahre – Wir feiern „Blecherne Hochzeit“ 

Der neunte Geburtstag:   Tanz auf dem Eis – Finley wird neun Jahre alt

 

 

Tanz auf dem Eis – Finley wird neun Jahre alt

 

Da sitzen wir nun um Finley herum und kraulen ihn, streicheln und liebkosen ihn, als gäbe es kein Morgen mehr. Finley räkelt sich in unserer Mitte, auf den Rücken gedreht, alle vier Pfoten von sich gestreckt und lässt sich das gerne gefallen. Finley hat heute Geburtstag. Er wird neun Jahre alt.

Gedankenversunken blicke ich auf meinen Hund und sage: „Neun Jahre. Mensch Finley, das war ein Tanz auf dem Eis.“ Meine Tochter Mausi murmelt: „Nur nicht so elegant wie bei ‚Holiday on Ice’.“ Die ganze Familie prustet los, denn Finley und mich mit einem eleganten Eistanzpaar zu vergleichen wäre wirklich gewagt. Wir zwei sind wohl eher die Slapstick-Version. Obwohl… ich beginne darüber nachzudenken. Während Finley von meinen Töchtern mit übelriechenden Leckerchen verwöhnt wird und mein Mann mit sonorer Stimme ankündigt, heute gäbe es mal eine kleine Radtour außer der Reihe, fange ich an in meinen Erinnerungen zu schwelgen.

Ich erinnere mich an unsere Anfangszeit im Hundetummelwald in Tangstedt. Ich könnte jetzt behaupten, ich wäre mit Finley dorthin gegangen, weil er Kontakt zu Hunden gebraucht habe. Das war zwar auch ein Grund aber eher ein untergeordneter. Fakt war, dass Finley die Führleine an sich, zu dieser Zeit als eine Art Folterinstrument begriff, welches ausschließlich an seinem Geschirr befestigt werden durfte, damit er mir damit die Schultergelenke auskugeln konnte. Dort konnte ich ihn laufen lassen. Die 20 Meter vom Parkplatz auf das eingezäunte Gelände, waren anfangs die Hölle für mich. Folgen: Großer Zeh einmal gebrochen, kleiner Finger zweimal gebrochen, Selbstbewusstsein dauerhaft beschädigt…. Ich war halt auch mal ein blutiger Anfänger.

Später, man kannte uns inzwischen, hatte ich mir bei den erfahreneren Hundehaltern einen nicht unerheblichen Mitleidsbonus erarbeitet. Wenn wir in den Tummelwald fuhren, lief das folgendermaßen ab. Ich fuhr auf den Parkplatz, ging erst einmal alleine ins Gelände und machte mal bekannt, dass WIR nun da seien. Daraufhin stellte sich ein wohlgesonnener Mensch an die Pforte. Pforte und Heckklappe wurden zeitgleich geöffnet, Finley sprintete leinenlos in den Wald und wurde von seinen Kumpels in Empfang genommen. Ich weiß, nicht ideal aber es hat funktioniert und für mich war es so erheblich knochenschonender. Kaum hatte mein ungebremstes Temperamentsbündel das Gelände betreten, entspannte Finley sich auffällig und ich durfte meinen Hund auch mal von einer anderen Seite kennenlernen.

Wir beide haben dort viel gelernt und haben dort auch viel Unterstützung erfahren. Ich habe viel über das Verhalten meines Hundes gelernt und konnte ihn in der Interaktion mit anderen Hunden beobachten und langsam mein Vertrauen in ihn und auch in mich wiedergewinnen. Oder anders ausgedrückt dort fingen wir an als Team zusammenzuwachsen. Freundschaften, die in diesem Wald entstanden sind, halten bis heute, die menschlichen genauso, wie die hündischen.

In diesem Wald begann unser Tanz auf dem Eis, etwas holperig, nicht sehr elegant aber nachhaltig. Hier lernte ich, dass es eher hinderlich sein kann sich an Dogmen festzubeißen, dass es sich lohnt seinen Hund als Individuum zu sehen. Keine „so hat man es schon immer gemacht’s“ mehr und immer mehr „was will ich’s“ und „was braucht mein Hund’s“. Ein Weg gepflastert mit Hindernissen, Momenten in denen ich vor Scham am liebsten im Boden versunken wäre, aber auch mit vielen Aha-Momenten und unzähligen Momenten, die mich mit Freude und Stolz erfüllt haben. Ich möchte heute keinen dieser Momente missen.

Irgendwie hat dieser holperige, mit Slapstick-Einlagen gepflasterte Weg doch dazu geführt, dass Finley und ich heute relativ harmonisch auf dem Eis tanzen könnten – wenn es uns denn noch wichtig wäre. Also mein Bärchen, herzlichen Glückwunsch zu Deinem Geburtstag, wir lieben Dich so wie Du bist. Bleibe uns noch möglichst lange erhalten. Oder wie man beim Eistanzen sagt: Technische Note 5.9 – Künstlerischer Ausdruck 6.0.

 

 

 

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Acht Jahre – wir feiern „Blecherne Hochzeit“

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Foto: Thomas Jaklitsch

 

Mein Finley hat heute Geburtstag, seinen Achten!

Das heißt für ihn und mich, dass wir so etwas wie unseren achten Hochzeitstag feiern. Zeit für eine Beziehungsanalyse.

Bezeichnender Weise ist der achte Hochzeitstag auch als die Blecherne Hochzeit bekannt. Das passt zu uns Zweien wirklich hervorragend. Denn wie in allen guten, haltbaren Lebenspartnerschaften hat es in den letzten Jahren manchmal ordentlich gescheppert. Zwischen uns, zumindest in der Anfangszeit, mit anderen Hunden, aber auch wir zusammen gegen den Rest der Welt.

In der Anfangszeit, da fehlte uns manchmal das gegenseitige Verständnis und ein Bisschen auch der nötige Respekt. Na ja in der Nachbetrachtung, muss ich ja zugeben, dass ich manchmal ziemlich auf dem Schlauch stand und nicht wusste, wie ich meinem Dickkopf bestimmte Regeln klarmachen sollte.

Wenn es eine Lektion gab, die ich lernen mußte, dann hieß sie Geduld. Den Ehrgeiz zur Seite legen, kleine Schritte gehen und kleinste Erfolge schätzen lernen. Uff, das war wirklich schwer.

Ein paar Gemeinsamkeiten hatten Finley und ich aber von Anfang an. Wir hatten uns gern, na ja, sagen wir mal meistens… Wir können beide sehr dickköpfig sein, haben beide ein gelegentlich aufbrausendes Temperament und wir haben beide nie aufgegeben an unserer Beziehung zu arbeiten.

Inzwischen ist aus uns das Team „Zwei wie Pech und Schwefel“ geworden. Seit Finley bei uns eingezogen ist, waren wir Zwei noch keinen Tag getrennt und das ist gut so. Ich hätte große Schwierigkeiten meinen Dicken in dritte Hände abzugeben und ich bin überzeugt, er würde es auch nicht verstehen.

Eigentlich hatte ich ja mal eingeplant, einen zweiten Hund bei uns einziehen zu lassen. Dieser Wunsch ist mit der Zeit immer kleiner und unscheinbarer geworden. Finley füllt den Hundeplatz in meinem Herzen vollständig aus. Ich bin einfach gern mit ihm zusammen. Wenn er sich am Schreibtisch zu meinen Füssen legt und schläft, fließen die Gedanken besser und die Texte sind schneller geschrieben. Dass seine „Schläfen“ schon leicht ergraut und sein Schnarchen im Laufe der Jahre ein wenig lauter geworden ist, stört mich überhaupt nicht. Ich habe ihn einfach lieb, diesen großen Brummbären und freue mich auf noch möglichst viele gemeinsame Jahre.

 

 

 

 

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Happy Birthday Finley – Liebesbrief in Bildern

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Verflixt noch eins, SIEBEN Jahre.  Zeit für mich, so eine Art Oskar-Rede zu schreiben. Du weißt schon: Ich danke Dir, Deinen Eltern, den Züchtern Deiner Eltern… . Nein im Ernst, ich danke Dir mein Bärchen, für sieben schöne, turbulente und lehrreiche Jahre. Mit Dir ist das Leben ein buntes, lustiges und aufregendes Abenteuer. Wir machen dann mal weiter so.

Auch wenn wir jetzt an der wohl gefürchtetsten Schwelle zwischenmenschlicher – ähh, ich meine natürlich artenübergreifender Beziehungen stehen, mache ich mir um uns keine Sorgen. Wie ein altes Ehepaar sind wir zusammen durch schöne und stürmische Zeiten gegangen.  Und es hat uns zusammengeschweißt.  Kein Wunder, denn Du hattest ja auch eine gute Kinderstube.

 

goodfellows-sandy-close-blogDu mein lieber Finley hast wundervolle Eltern. Deine Mutter, Anthea aus der Hasenbreite, lebt bei ihrem Züchter Thomas Meyer in Hoisdorf. Als wir sie kennenlernten war sie schon trächtig mit Dir und Deinen Geschwistern. Sandy, wie sie genannt wird, hat uns sofort bezaubert mit ihrer Art. Sie ist bis heute eine temperamentvolle, wunderschöne, dunkelgoldene Hündin. Ihr Temperament und ihren Charme hat sie zu 100 Prozent an Dich weitergegeben.

 

goodfellows-rico-blogDein Vater, Undercover Agent of Graceful Delight, lebt in Renzow bei Katja Wiegand. Als ich Rico kennenlernte, warst Du schon bei uns eingezogen. Du warst ein kleines, flauschiges Bündel. Ein Blick auf Deinen Vater verriet mir, dass aus Dir mal ein gut gebauter, stattlicher Rüde werden wird. Du bist charakterfest, souverän im Umgang mit Mensch und Hund, ganz wie Dein Vater und auch so ein großer Schmuser. Rico kann stolz auf Dich sein. Danke, Katja.

 

 

Dein Züchter hat bei der Aufzucht Deines Wurfes gute Arbeit geleistet. Am 02.02.2009 bekam Sandy ihren ersten Wurf. Den Hoisdorfs Golden B-Wurf. Thomas gab Dir , dem Erstgeborenen, den Namen „Hoisdorfs Golden Balino“. Sandy, deine Mama hat sich liebevoll und instinktsicher um ihre Rasselbande gekümmert. Während unserer Besuche konnten wir sehen, wie sie mit euch gespielt hat, kleine Streitigkeiten souverän geschlichtet und wie sie mit euch geschmust hat. Danke Thomas, dass Du uns den kleinen Racker anvertraut hast. Wir haben es gut miteinander.

 

Familienstammbaum

Alles das hast Du als Geschenk mit in Dein neues Zuhause gebracht.  Genauso, wie Dein ungebremstes Temperament und Deinen starken Willen aber auch Deinen guten Charakter. Auch wenn unser Anfang ein wenig holperig war, sind wir doch zu einem zuverlässigen Team zusammengewachsen. Ich freue mich, dass Du noch so fit bist, Deine Lust an der Dummy-Arbeit täglich wächst, dass Du immer noch so albern sein kannst und dass Du fester Bestandteil meiner Familie bist.goodfellows-finniball-blog

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