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Gassirunde mit Sonja und Walk your Dogs

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Wenn Finley Tagebuch schreiben würde, dann hätte er den Spaziergang am Mittwoch sicherlich in der Kategorie „Mein schönstes Erlebnis“ eingetragen. Wir haben uns mit Sonja und einer ihrer Gassigruppen getroffen. Sonja (Klick den Namen) arbeitet bei uns in der Vorstadt als Dogwalkerin und kennt hier die schönsten Strecken, auch die Pfade, auf denen sonst keiner läuft.Als wir uns verabredeten, gingen wir davon aus, dass Finley nur Damengesellschaft bekommen würde. Kurz vor unserem Treffen schrieb mir Sonja: „Ich habe kurzfristig einen jungen Rüden dazu bekommen, Bernersennenhund, 20 Monate, Sturm und Drang und so. Geht das für Euch?“

Ich überlegte kurz, ein Rüde in der Pubertät, das kann so oder so laufen und schrieb zurück: „Wir probieren das aus und wenn es mir zu ruppig wird, dann gehen Finley und ich in die andere Richtung.“

 

Treffpunkt Friedhof – ein gutes Omen

 

Wir trafen uns auf dem Parkplatz vor dem Friedhof, die Hunde beschnupperten sich kurz und außer großer Neugier zeigten sich zwischen unseren Rüden keine Emotionen. Geht doch dachte ich und steuerte mit meinem Dicken das nahegelegene Waldstück an. Sonja folgte mit ihrer Truppe. Da waren Zoeh, ihre Ratonero-Hündin, Paula eine blonde Labradorhündin, die Finley sofort ins Herz schloss und Melvin der Bernersennenhund.

Im Wald gingen unsere Hunde sofort auf Schnuppertour. Zoeh lief, wie immer schon mal vor und sondierte das Gelände. Labbidame Paula schnupperte, die Nase stets am Boden, links, rechts, geradeaus, also überall. Finley schnupperte vorzugsweise an Paula, das war wohl Liebe auf den ersten Blick. Und Melvin schnupperte mal hier mal da, an Finley und an den Stellen, an denen Finley vorher mal nachgelesen hatte, außer an Paula – schlauer Junge.

 

 

Da es ein milder Tag war gingen wir auch am Bachlauf entlang, unsere Hunde gingen schwimmen. Ich beobachtete mit wachsender Begeisterung wie entspannt Melvin und Finley mit einander umgingen, sie mochten sich, das war deutlich zu sehen. Der große Altersunterschied war da sicherlich hilfreich, eine Konkurrenzsituation entstand gar nicht erst. Finley war der erfahrende Erwachsene, der dem Jungspund ein paar interessante Ecken zeigte. Die Kommunikation zwischen den Beiden lief reibungslos.

 

 

Auf dem Rückweg gaben uns Finley und Paula noch eine retrievertypische Einlage zum Besten. Wir liefen an der Rückseite einiger an den Wald grenzenden Grundstücke entlang. In den Gärten liefen ein paar Hühner frei herum. Das freut das Retrieverherz. Finley und Paula müssen sich gefühlt haben, als stünden sie vor der Weihnachtsauslage ihres Lieblingsfutterhandels. Mit Mühe und Überredungskunst überzeugten wir die Zwei zum Weitergehen.

Aber wenn man Finley kennt, weiß man, die Strafe folgt auf dem Fuße. Paula und er streiften zusammen durch den Knick und fingen an zu graben, zu graben und zu graben… Zwischendurch fraßen sie dann etwas, von dem ich gar nicht wissen wollte, was es war. Da half dieses Mal kein gutes Zureden, das Was-immer-es-war wurde verschlungen und ich sah mich in Gedanken zuhause schon den Boden feudeln, denn Finley behielt selten bei sich, was er unterwegs aufschnappte. Danke auch, du Nase.

 

Ein alter Mann ist kein D-Zug mehr

 

So langsam, wir waren aber schon auf dem Rückweg, merkte ich, dass Finley etwas müder wurde. Er wird eben doch schon 11 Jahre alt im Februar. Er blieb näher bei mir. Die Müdigkeit hinderte ihn aber nicht daran, zwischendurch noch mal einen tiefen Atemzug „Eau de Paula“ einzuatmen, der Schwerenöter. Paula hingegen befand, dass es nun genug sei und sagte Finley deutlich, er solle jetzt mal ihren Tanzabstand waren. Mein Dicker gab nach, er war schon viel zu erschöpft, um zu widersprechen.

Am Parkplatz verabschiedeten wir uns von unseren neuen Freunden. Wir werden sicherlich öfter mit dieser Truppe unterwegs sein. Finley hatte Gelegenheit zu zeigen, dass er ein souveräner Rüde geworden ist und dass er in der Lage ist, Toleranz für die Jungen aufzubringen. Und Melvin, in den ich mich ganz spontan verguckt habe, hat gezeigt, dass er sich einem älteren, erfahrenen Rüden ganz entspannt unterordnen kann.

 

Patschnass und süsse Träume

 

Als wir zu Hause ankamen, musste ich Finley erst einmal eine kleine Dusche verpassen. Schleichpfade haben es nämlich an sich, dass ihre ausgetretenen Pfade morastig und matschig sind. Ich hoffe Finley hat noch etwas von dem Erdreich dort gelassen. Während ich mein Bärchen abtrocknete, massierte ich im die müden Glieder und danach legte er sich auf sein Kissen und schlief ein paar Stunden tief und fest. Er war sogar zu müde zu futtern. Im Schlaf bewegten sich die Pfötchen, er gab leise Seufzer und Fieper von sich, ich bin sicher, er hatte einen schönen Traum. Ach übrigens, meine Feudel konnte ich im Schrank stehen lassen…

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir bleiben zu Hause oder glaub nicht alles, was Du liest

Da sitze ich nun an meinem Schreibtisch und blättere mal so durch die verschiedenen Hundezeitschriften und Fachmagazine, die ich in letzter Zeit etwas vernachlässigen musste. Aus einer Zeitung fällt eine Werbebeilage für ein Online-Hundemagazin heraus. Die Schlagzeile „Die fünf größten Hundeirrtümer“ springt mir gleich ins Blickfeld. Was die wohl meinen, frage ich mich und beginne zu lesen. Bei Punkt drei stutze ich. Denn dort steht, gleich hinter dem Klassiker „Der Hund darf nicht ins Bett“, „Der Hund braucht jeden Tag einen Spaziergang“. Etwa nicht, denke ich.

Ich habe starke Zweifel, dass man einem durchschnittlich energiegeladenen Hund seinen täglichen Spaziergang verwehren darf/sollte/kann. Mein Hund Finley bekommt pro Tag regelmäßig drei Spaziergänge. Die Hunderunden sind unterschiedlich lang, in verschiedenen Gegenden, mal mit und mal ohne Training. Wenn es zeitlich knapp wird, dann fällt schon mal eine der Gassirunden aus. Die Übriggebliebenen gestalte ich dann aber so, dass Finley ordentlich was zu tun bekommt und der ausgefallene Spaziergang dann nicht so sehr ins Gewicht fällt.

Nein, mein Brummbär würde es nicht verstehen, wenn er auch nur einen Tag zuhause bleiben müsste. Wie sollte ich es Finley überhaupt klarmachen, dass er heute mal schön drinnen bleiben darf und den Vögelchen im Garten beim Toben zuschauen muss. Allein der Gedanke lässt mich Grinsen.

Vor meinem geistigen Auge sehe ich mich vor meinem Rüden sitzen und sagen: „Finley, wir müssen reden. Das Leben gibt einem nicht immer was man möchte. Heute zum Beispiel, gehen wir mal nicht raus in den Wald. Du weißt wo der Garten ist und wo ich dort Deine Pupsecke eingerichtet habe. Wenn’s drückt, geh’ doch bitte dorthin. Danke sehr.“

Finley wird sich daraufhin die Stirn mit seiner Mittelkralle kratzen und antworten: „Ähm, okayyyy …. ich sehe mich dann leider gezwungen, einige erforderliche Umgestaltungen auf dem Gelände vorzunehmen. Schließlich habe ich einen gewissen Anspruch an meine Umgebung.“ Das würde dann wohl so aussehen.

 

Finleys Landschaftsgartenplanung:

Punkt eins. Direkt unterhalb der Terrassenmauer werde ich ein paar tiefe Löcher graben, das geht ruckzuck. Sie bieten guten Stauraum für irrelevante und herumliegende Gegenstände, wie Frauchens Schuhe, Fahrradschlüssel und die Kopfhörer unserer Pubertiere. Ich kann sowieso nicht leiden, wenn sie die Dinger im Ohr haben, denn dann beachten sie mich gar nicht mehr und zucken immer so komisch mit ihren Körpern. Sie nennen das Tanzen.

Punkt zwei. Auf der To-Do-Liste wäre dann, den Garten einmal gaaaanz gründlich ab zu markieren. So eine Pubsecke ist ja ganz nett, aber was ein richtiger Rüde ist, weiß selber viel besser, wo er seine Marken zu setzen hat.

Punkt drei. I wanna socialize. Ich mache unser Grundstück zum Hundetreff. Das wird als der „Tag des offenen Hundegartens“ in die Geschichte unserer Vorstadtsiedlung eingehen. Dann dürfen meine Kumpels alle mal über Frauchens Beete und Kräuterkübel toben …“

 

Mal ehrlich, welcher Hundehalter, der bei Verstand ist, würde das riskieren?

Sicher gibt es Situationen, in denen ein Hund Ruhe halten muss, etwa nach einer Operation oder einer ernsten Verletzung und auch sehr alte Hunde brauchen sicher keine drei Zweistundenrunden mehr. Grundsätzlich bin ich aber der Meinung, dass Bewegung, Kopfarbeit und ausreichend Ruhe in ein harmonisches Gleichgewicht gebracht werden müssen. Und das natürlich jeden Tag. Wie seht Ihr das? Bekommen Eure Hunde jeden Tag Bewegung, oder habt Ihr ein Alternativprogramm? Schreibt Eure Erfahrungen doch in die Kommentarspalte, ich bin sehr gespannt.

 

 

 

 

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