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Kuhfladen, an jungem Rotzlöffel naturaromatisiert – Berg und Tal Report 5

Die Karlhütte hat sich das Prädikat „Stammlokal“ verdient

 

 

Lebensmittel, Kochen und Essen, spielt in Österreich und meiner österreichischen Familie eine große Rolle. Das Prädikat „Gutes Essen“ wird nicht einfach so verteilt, egal ob es sich um ein privates Essen handelt oder um ein Menu im Restaurant. Hat man mal ein Lokal gefunden, wo es allen geschmeckt hat, kehrt man dort immer wieder ein.  Denn in dieser Hinsicht und das hat er mit uns Hanseaten gemein, ist der Steirer kompromisslos treu.

Deshalb ist es bei uns in der Familie zur norddeutschsteirischen Tradition geworden die Karlhütte am Etrachsee zu besuchen, wenn wir unsere Verwandten in Murau besuchen. Unsere Tante kannte schon den alten Karl, den Gründer des Restaurants und hat als Gast inzwischen schon zwei Generationswechsel mitgemacht. Deshalb ist die Einkehr dort auch immer ein wenig wie ein Besuch bei Freunden.

 

Tierliebe wird groß geschrieben

 

Was unsere Stippvisiten für mich dort immer zu einer runden Sache macht ist, dass der junge Karl und seine Belegschaft sehr große Tierfreunde sind. Finley und alle anderen Tiere sind dort herzlich willkommen. Bevor noch die Bestellung aufgenommen wird, steht schon ein Hundenapf mit frischem Wasser vor Finley und ob im Vorbeigehen oder beim Streicheln und Loben, „mei bist du a schöner Bua“, verschwinden etliche Leckerchen im Schlund meines Hundes.

 

Himmlisches Gericht! Das schmeckt lecker

 

Wir menschlichen Gäste werden aber genauso verwöhnt. Der junge Karl und seine Frau sind Parade-Gastronomen, wie aus steirischer Lärche geschnitzt. Jeder kleine Sonderwunsch ihrer Gäste wird, wenn es möglich zu machen ist, mit einem freundlichen „joa, aber sicher“ erfüllt. Ich ordere dort jedes Mal das wohl beste Wiener Schnitzel, dass man in der Steiermark bekommen kann. Die Panade gelbkross ausgebraten aber nicht trocken, dass Kalbfleisch schön flachgeklopft und unglaublich zart. Im Zusammenspiel mit dem selbstgemachten Preiselbeeren Kompott öffnet sich das Tor zum kulinarischen Himmel, bei jedem Bissen ein kleines Stückchen mehr.

 

Die Umgebung dort ist ein Traum. Saftiger, grüner Rasen auf dem Kühe weiden, ohne abgrenzenden Zaun, ganz ruhig und ohne die Gäste zu erschrecken. Irgendwo in der Ferne hört man ab und an das dumpfe Moll der Kuhglocken erklingen. Menschen, Kühe, Hunde, Katzen, alle in einem friedlichen Miteinander an demselben Platz. In diesen Höhen weht immer ein leichter Wind. Bei den diesjährigen Sommertemperaturen war das eine Wohltat. Der Wind trägt den leichten Duft von Kiefernnadeln zu unseren Tischen, das ist Balsam für meine Städterseele, hier kann ich Kraft tanken. Und Finley liegt derweil neben dem großen Holztisch und folgt den Kühen mit den Augen. Von seinem Jagdtrieb ist nichts zu merken. Hach….

 

Neue Spezialität: Retriever, naturaromatisiert mit essbaren Blüten

 

Nach dem Essen geht es dann, über die grünen Wiesen, um den See herum. Das ist auch eine unserer Familientraditionen. Der Spaziergang ist eine schöne Gelegenheit für gute Gespräche. Außerdem dürfen wir Finley währenddessen von der Leine lassen. Es macht einfach Spaß ihm zuzusehen, wie er da ausgelassen über die Wiese tollt, ohoh …. neeeein!!! Das hat man nun davon, wenn man sich entspannt. Ich war wohl nicht aufmerksam genug und hatte es nicht kommen sehen. Finley peilte zielgerichtet den nächsten auf der Wiese abgeflatschten Kuhfladen an.

Ich gab wirklich alles: „Hierher! Stooooop!! Doppelpfiff!!! HUHUUUHHH!!! WageesnichtDudickköpfigerBlubberko…*++**#*#**!“

Nichts was wir einmal eingeübt hatten, konnte ihn noch stoppen. Als er da so trügerisch ruhig bei uns am Tisch gelegen hatte, hatte der Banause die Kühe wohl beim Absetzen beobachtet. Als echter Retriever hatte er die Fallorte der Kuhfladen markiert und auf seine Chance gelauert.

 

Die wissenschaftlichen Daten

 

Ich musste hilflos zusehen, wie sich mein frisch getrimmter Hund mit Wonne und Anlauf in einen dieser Kuhfladen schmiss und sich in der grünlichen Masse drehte, wie ein Rollbraten im Gemüsefond. Und damit hier jedem das Ausmaß des Geschehens klar wird, wir reden über Kuhfladen von geschätzt 1,50 m Durchmesser und einem Fassungsvermögen von gefühlt etwa 25 Litern Öddelflüssigkeit, mit einem Sprenkelradius um die drei Meter. Mindestens! Warum auch nicht, schließlich kamen sie ja von steirischen Kühen. Und nein, ich übertreibe nicht, ich bin Hanseatin! *Augenzwinker

 

Möge die olfaktorische Macht mit Dir sein

 

Nachdem Finley sein Tagewerk erledigt hatte, sah er ein bisschen aus wie der ockergrüne Yediritter Yoda aus Starwars. Von nun an war die olfaktorische Macht mit ihm. Hätte er irgendwelche territorialen Ansprüche an die Alpenrepublik gestellt, glaubt mir, er hätte sich durchgesetzt. Nur kämpfen er nicht musste, weil zum Himmel er stank …. *würg

Panik kroch in mir hoch, ich schickte ein Stoßgebet gen Himmel. „BITTE, NICHT SCHÜTTELN. Wir werden alle sterben ….“, dachte ich. Die Vorstellung, dass meine Familie und ich nach unserem Ausflug aussehen könnten, wie ein Rudel Dalmatiner, hatte in diesem Moment wenig positive Aspekte für mich. Nun ich wurde erhört, er schüttelte sich nicht – Danke Schutzengel.

 

Gott sei Dank lag der Etrachsee, mit seinem klaren Wasser ja in Sehweite und es gelang mir, Finley mit einem fachgerechten „braves Hundi, geh planschen“ von uns weg, ins kühle Nass zu dirigieren. Sobald Finley das Wasser erblickt hatte, darum musste man ihn da nie lange bitten, sprang mein Yoda in die Fluten.

 

Karma kann manchmal auch nicht alles

 

Eine meiner Töchter, die Motte, hat sich erbarmt und ist hinterher gegangen und hat ihn dann gewaschen. Finley genoss die massierenden Bewegungen sichtlich, meine Motte offensichtlich nicht. Sie rümpfte die Nase und sagte: „Also echt Mama, wenn der nachher auch noch so stinkt, setze ich mich nicht ins Auto. Nicht cool Finley, nicht cool…“.

Während ich derweil versuchte, den Kuhpups aus Finleys geflochtenem Fettlederhalsband zu waschen, beobachtete ich, wie sich um meine Motte und Finley herum eine gigantische, grüne Lache bildete. Ja, Scheiße treibt oben. Von weitem konnte man den Komplex für Entengrütze halten – Danke Schutzengel. Auch wenn das in diesem See, für Ortskenner ein wenig ungewohnt wäre.

Ich liebe diesen See. Die ruhige Wasseroberfläche vermittelt einem das Gefühl von Stille und Frieden.  Diese Ruhe wird nur ab und an von einer Entenfamilie unterbrochen, die ihren Küken das Schwimmen beibringt und das ist total niedlich. Je nachdem, wie gerade das Sonnenlicht einfällt, funkelt das Wasser in tiefen bläulichen oder grünen Aquatönen. Es ist so klar, dass man auch noch dort, wo es tiefer wird, auf den Grund schauen kann. Eigentlich …

 

Kronenzeitung: „Konterminierte Forellenzucht entdeckt“

 

An diesem Tag allerdings konnten wir beobachten, wie eine riesige Lache aus Kuhpupslake langsam aber zielgerichtet auf den Teil des Sees zutrieb, in dem der junge Karl seine Forellenzucht betrieb. „Forelle Müllerin Art“ war nämlich eine weitere Spezialität meines Lieblingslokals. Die Gäste konnten sich ihre Forelle in einem Auffangbecken aussuchen. Die wurde dann gefischt und zur Verarbeitung in die Küche gebracht. Frischer kann man Forelle nicht zubereiten, als so.

 

Finley – Coco Chanels olfaktorischer Erbe

 

Wir haben unseren – aus Gründen – sehr ausgedehnten Spaziergang um den See dann trotzdem noch sehr genossen. Finley musste allerdings an der Schleppleine bleiben. Ein Schlammbad am Tag musste reichen. Die Tante und unser Cousin sammelten unterwegs ein paar Pfifferlinge, für das Mittagessen am kommenden Tag ein und unsere Gespräche konnten wir auch alle führen.

Am Auto angekommen war Finley durchgetrocknet und wir konnten losfahren. Durch unser Fahrzeug waberte ein leichtes Bouquet von „Eau de Kuhfladè No 5“.  Zum Mindesthaltbarkeitsdatum des Kuhfladen-Aromas, sei kurz angemerkt – es dauert einen Sommerurlaub lang … mindestens.

 

Berg und Tal Report 1-4

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Vom Antimobilsten zum Kilometerfresser – Berg und Tal Report 1

Einmal Pizza ohne Hund, bitte! – Berg und Tal Report 2

Hooladriöööö, Heidifeeling, Herrliche Ruhe – Berg und Tal Report 3

Himmel, Donner und Hagelsturm – Berg und Tal Report 4

 

 

 

 

 

Himmel, Donner und Hagelsturm – Berg und Tal Report 4

Abenteuerurlaub in der Steiermark – Halbpension mit Unwetter

Wenn ein Steierer sagt, „Es kummt a G‘witter“, verändert er seinen ganzen Habitus. Als meine Schwiegermutter das zum ersten Mal zu mir sagte, bekam sie einen leicht gequälten, sorgenvollen Gesichtsausdruck und ihre Pupillen weiteten sich angstvoll. Dann dreht sie sich zu mir um, dämpfte die Stimme und fügte noch hinzu, „An Hoagel wiads a geb’n“. Danach herzergreifende Seufzer und Abgang. Da stand ich dann mit dieser Info und meiner norddeutschen Seele und dachte – jaaa, und…? Dann hagelt es eben, meine Güte das haben wir in Hamburg ganzjährig jeden zweiten Tag – kein Grund zu jammern.

 

Schneeschieber im Einsatz und das im August – hat was…

 

Dann jedoch wurde der Himmel so schwarz wie in einem Harry-Potter-Film, wenn die Dementoren ausziehen den Guten die Seele aus dem Körper zu saugen. Und als wäre das noch nicht genug „Drama-Baby“, schossen tennisballgroße Hagelkörner vom Himmel und demolierten im Umkreis von etlichen Kilometern alles, woran das Steirerherz so hing. Die Kürbis- und Obsternte war ernsthaft gefährdet, bei meinen Schwiegereltern waren Fenster, Gewächshaus und das Dach stark beschädigt worden. Jedes „Jöööö“ und jeder Seufzer hatten vollste Berechtigung. Im Stillen leistete ich zähneknirschend Abbitte bei meiner Schwiegermutter und fing an, die Berge von Hagelkörnern mit dem Schneeschieber vom Pool wegzuschaufeln. Mein Autodach hatte ein paar hässliche Dellen davongetragen, die mich fortan immer ermahnten, dass ich besser auf meine Schwiegermutter hören sollte. *knirsch

 

Genauso war es gestern wieder. Wir saßen mit unserer Tante und unserem Cousin ganz gemütlich im Garten beim Egidiwirt und haben wunderbar gegessen. Unser Sitzplatz lag unter einer herrlichen Pergola, die mit Wein und Holunder berankt war. Finley hatte es sich gleich neben mir bequem gemacht und lag im Schatten zweier großer Hortensienbüsche. Hach, so stellt klein Erna aus Hamburg sich die Steiermark vor. Doch noch bevor wir aufgegessen hatten, schwärmten die Dementoren aus und brachten die Dunkelheit mit sich. Ich überlegte schon, ob es nicht besser wäre ins Haus zu wechseln. Aber der nette Kellner vom Egidiwirt ließ vom Chef ausrichten: „Naaa, Ihr könnt’s scho sitz‘n bleib’n, des Dach hoalt des aus …“

 

Blinde Zuversicht zeichnet den Steirer ganz allgemein aus

 

Was soll ich sagen – es hielt nicht. Schon die ersten Hagelbrocken erzeugten Risse im Plexiglasdach. Finley blieb erstaunlich ruhig aber er setzte sich auf und warf mir diesen „Es-ist Zeit-zu-gehen-Blick“ zu. Wir wechselten in den Schankraum, dort hatten die Einheimischen den Ausnahmezustand ausgerufen. Jeder von Ihnen fragte sich, ob er zuhause alle Fenster geschlossen hatte oder ob nun Bäche von Eiswasser durch ihre Flure und Zimmer flossen.

„Mei und die Mutter is ganz alloa dahoam“, rief eine Frau am Nebentisch. Die Feuerwehr war schon alarmiert und fuhr laufend irgendwelche Einsätze. Die Männer im Schrankraum liefen immer wieder unruhig zur Tür um einen besorgten Blick auf ihre vormals blitzblank geputzten Autos zu werfen. Wir Norddeutschen hingegen saßen mit stoischer „Es-is-wie-es-is-Haltung“ am Tisch und aßen fertig. Schließlich sind wir inzwischen dellenfest.

 

Finley tröstet so gut er kann und heimst viel Lob ein

 

Finley entdeckte in diesen Momenten sein bisher verborgenes Talent zum Therapiehund und ging abwechselnd immer zu Denjenigen, die am aufgeregtesten waren. Dann setzte er sich neben sie, stupste sie kurz an und ließ sie sich ihren Stress wegstreicheln. Natürlich ganz uneigennützig, mein Bärchen. Die unzähligen „Mei is der liab“, „Bist a Guada“, „So an Bärli“, „Mogst a Wuascht?“, „Mogst an Kaas?“, dürften bis zum nächsten Steiermark Urlaub als Sympathievorrat ausreichen.

 

Aufmunterung bitte nur vom Hund!

 

Was gleichzeitig vor der Tür geschah, könnt Ihr auf meinem Video sehen. Die Zustände erinnerten mich an den Tornado in Meiendorf und Volksdorf von vor zwei Jahren. Da ich die Stimmung auch ein wenig auflockern wollte und die Anwesenden a Bisserl aufmuntern wollte, zeigte ich den Egidigästen meine Tornado-Videos aus Hamburg. So nach dem Motto „Den haben wir schließlich auch überstanden“. Tja so groß können Mentalitätsunterschiede sein …. nur soviel dazu, hat nicht funktioniert. Mein Berlingo hat jetzt also auch steirische Hagel-Dellen auf dem Dach und der Motorhaube. Ich betrachte das einfach mal als den steirischen Ritterschlag für meine Autos.

 

Während der Rückfahrt nach St. Lorentzen hatte man streckenweise das Gefühl durch eine Winterlandschaft zu fahren. Schon etwas schräg in Shorts und Flipflops. Auf dem Rücksitz philosophierten meine Pubertiere vor sich hin.

Mausi: „Alter, das war ja echt heftig.“

 

Motte: „Kannst Du wohl sagen.“

 

Finley: „Fiiiep.“

 

Mausi: „Eigentlich haben wir ja immer Unwetter, wenn wir hierherfahren.“

 

Motte: „Nö, eigentlich immer nur wenn Mama mitfährt.“

 

Finley: „Fie…hihihi…hiiiiip.“

 

Das war ja wieder klar. Jetzt bin ich auch noch fürs steirische Wetter verantwortlich. Das geht doch wirklich zu weit. Manchmal denke ich allerdings, dass meine Schwiegermutter da auch einen Zusammenhang zwischen mir und den steirischen Unwettern sieht. Oder wie sonst kann ich mir erklären, dass sie kaum das ich angekommen bin sorgenvoll wispert: „Es wiad an Hoagel geb’n…“

 

Berg und Tal Report 1 – 3

Wenn Ihr unsere vorangegangenen Berg und Tal Reporte verpasst habt und noch Lust zum Weiterlesen habt, klickt einfach auf die folgenden Überschriften und Ihr landet direkt auf dem Artikel.

Vom Antimobilisten zum Kilometerfresser – Berg und Tal Report 1

Einmal Pizza ohne Hund, bitte! – Berg und Tal Report 2

Hooladriiiöööö, Heidifeeling, Herrliche Ruhe – Berg und Tal Report 3

 


Teaser-Foto zu diesem Beitrag; Credit: Tobi Sturmjaeger via Pixaby

#HundimFreibad die Saison 2018 startet auch in Hamburg

Planschvergnügen für unsere Hunde in vielen deutschen Freibädern

 

 

Hamburger Badeanstalten machen auch wieder mit

 

Es geht wieder los! Unsere Hunde können bundesweit die Freibäder erobern und nach Herzenslust planschen und spielen.

Das Team um Christian Rerop hat bundesweit wieder zahlreiche Freibäder zur Teilnahme an ihrer Initiative #HundimFreibad überreden können.

Wenn Ihr wissen wollt wie so ein Tag im Freibad für Euch und Eure Hunde so ablaufen kann, dann lest doch mal unsere Blogbeiträge aus den letzten Jahren.

Goodfellows beim Hundeschwimmen im Freibad Aschberg

Sonne, Wasser, glückliche Hunde – Hundeschwimmen im Freibad Aschberg

Finley und Liv beim Hundeschwimmen im Strandbad Farmsen

 

 

Das sind die Hamburger Termine 2018:

 

 

Bäderland Marienhöhe

15. September 2018

Geöffnet: 10.00 und 17.00 Uhr

Eintritt: 2 Euro pro Person und 3 Euro pro Hund

Mitbringen: Impfausweis für jeden Hund

Adresse: Bäderland Marienhöhe; Luzerneweg 1-3; 22589 Hamburg


 

Strandbad Farmsen

29. September 2018

Geöffnet zwischen: 11.00 und 17.00 Uhr

Eintritt: 0,50 Euro pro Fuß und Pfote

Mitbringen: Impfausweis für jeden Hund

Hinweise: Es gilt die Hamburger Hundeverordnung

Adresse: Strandbad Farmsen; Neusurenland 67; 22159 Hamburg

 

Die übrigen Termine in allen anderen Bundesländern findet ihre hier auf der Terminseite von #HundimFreibad.


In eigener Sache:

Leider bin ich nach den neuen Richtlinien rechtlich gezwungen diesen Artikel als +++Werbung+++ zu kennzeichnen, obwohl #HundimFreibad eine Nonprofit-Organisation ist und das Team um Christian Report herum die ganze Organisation ehrenamtlich leistet. Auch ich bekomme für diese Veröffentlichung kein Honorar sondern unterstütze #HundimFreibad aus voller Überzeugung kostenfrei.

Hooladriiiöööö, Heidifeeling, Herrliche Ruhe – Berg und Tal Report 3

Die Veranda unseres Ferienhauses, mein absoluter Lieblingsplatz

 

 

Noch nicht ganz wach – Kaffee, bitte!

 

Morgens um 6.00 Uhr, St. Lorenzen in der schönen Steiermark. „Uaaahhh“, ich stehe auf der Veranda unseres Ferienhauses und strecke mich. Einfach mal durchschnaufen und zuschauen, wie der Tag erwacht, denke ich. Ich genieße den wunderschönen Blick auf den Kreischberg. Die Luft geht langsam hinter den Bergen auf, die Sonne zwitschert und die Vögel sind frisch und klar. Ähm, Ihr merkt wohl schon, ich bin noch gar nicht ganz wach. Also gehe ich zurück in unsere kleine Bauernküche und mache mir erst einmal einen Kaffee.

 Danach setze ich mich wieder auf die Veranda, meinen Lieblingsplatz in unserer Unterkunft und genieße die Bergluft, diese wundervolle Stille und das süße Nichtstun. Im Sommer ist St. Lorenzen ein verschlafenes kleines Bergdorf. So früh am Morgen sind außer Finley und mir erst einmal nur die Dorfkatzen wach. Der schwarzweiß gefleckte Kater vom Haus nebenan hatte Finley gleich am ersten Tag auf seine ganz spezielle Art begrüßt.

 

Gestatten, Herr Beppi, seines Zeichens Wies’nchef

 

Der gefleckte Nachbar-Kater wurde von seinem Besitzer „Herr Beppi“ gerufen. Man konnte ihm ansehen, dass er in seinem Leben schon ein paar entscheidende Kämpfe gefochten hatte. Unter seinem linken Auge hatte er eine dunkelgraue, durchaus dekorative Schmarre und von seinem Schwanz fehlte ihm fast die Hälfte. Auf der großen Blumenwiese vor unserem Haus standen Finley und er sich ganz unvermittelt gegenüber. Beide gänzlich unvorbereitet und beide total perplex.

 

Finley: „Grrr…grrr… Alter, wo kommst Du denn so plötzlich her?“

 

Herr Beppi: „Fchhhhh… woas wuillst Du, haaa? Bleeder Schlickruuutscher!“

 

Finley: „GRRR … grrr … sieh mal an, soso, ein Schluchtenscheißer mit Todessehnsucht …“

 

Herr Beppi: „Fchhhhhh…Fchhhh… teil’n mir uns die Grrruft oder woos?“

 

Finley: „GrrrWau … pass mal gut auf Du Almdudler. Du die Gruft und ich die Wiese … für die nächsten 10 Tage.“

 

Herr Beppi: „10 Toag? Doas loast si moach’n. Du kriagst an vorderen Teil und i kriag den hinteren Teil der Wies’n und olle Mäuse. Do ham ma an Fried’n und es dient da Förderung des Tourismus…“

 

Finley: „Hmmm… das klingt nach einer akzeptablen Abmachung. Ich sehe Dich nicht und Du siehst mich nicht. Wird gemacht.“

 

Friedensverhandlungen erfolgreich abgeschlossen

 

Von da an herrschte Frieden an der deutsch österreichischen Hunde-Katzen-Front. Der Herr Beppi lag dann jeden Morgen, stundenlang, an der Demarkationslinie im hohen Gras. Man hörte kein Fauchen mehr von ihm, allenfalls mal ein sanftes Schnurren. Finley hingegen nahm die vordere Hälfte der Weide in Beschlag. Abmachung ist Abmachung – auch zwischen Hund und Katz. Und ich hatte endlich die Ruhe, nach der ich mich in Hamburg die letzten Monate so sehr gesehnt hatte. In diesen klangschalenruhigen Momenten auf unserer Veranda, hatte ich das Gefühl, dort nie wieder weg zu wollen.

 

Finley begann seine tägliche Pfostenschau

 

Während sich der Herr Beppi in der Morgensonne räkelte, begann Finley seine Tage mit einer Wieseninspektion. Ich nannte das seine tägliche, ganz persönliche Pfostenschau. Die Wiese war von einer Reihe rauher Holzpfähle eingerahmt. Sie grenzten die dahinter liegende Straße ab. Finley flanierte nun jeden Morgen von Pfosten zu Pfosten. Dann schnupperte er an jedem! Pfahl ausgiebig und schien sich in Gedanken ein paar Notizen zu machen: „Aha, die drei ungarischen Pudeldamen waren schon dagewesen und dort die zwei Chihuahuas von der Gondelbahn auch, … Katzen, naja um die soll sich mal der Herr Beppi kümmern…, ohhh ein Stück vom Wild, hmmmm wie lecker *ürgs …“  Nachdem er die tierischen Neuigkeiten aus dem Dorf alle gelesen hatte, ging er jeden!!! Pfosten noch mal ab und setzte dort eine wohlproportionierte Markierung ab. „Gestatten, mein Name ist Finley und mir gehört jetzt diese Wiese, die Straße und das schöne Haus mit den Holzschindeln da drüben.“

 

St. Lorenzen im hohen Schnee muss wundervoll sein

 

Nachdem wir dann unsere Dorfrunde gegangen waren, richtete ich mir auf dem rustikalen Holztisch auf der Veranda meinen Schreibplatz ein. Ich kuschelte mich mit meiner Wolldecke auf die Holzbank und stellte mir vor, wie es in St. Lorenzen wohl im Winter aussehen würde, wenn in der WM-Gemeinde der Skibetrieb beginnt und mein verschlafenes Dorf von lebhaftem Skitreiben eingenommen wird.

Ich stellte mir den Kreischberg schneebedeckt vor und schaute hinüber zur Gondelbahn. Vor meinem geistigen Auge sah ich die langen Schlangen von Skifahrern stehen, die hinauf wollen auf eine der zahlreichen Pisten. Von der Weltcupabfahrt bis hin zum Anfängerhang, Skischulen, Skiverleih, ist hier alles vorhanden. „Das müsste man vielleicht auch einmal ausprobieren“, dachte ich und fing an zu tippen.

Wie war das noch … gestern und vorgestern …

 

Kleiner Nachtrag:

Dass die Steiermark ein Ort von großen Gegensätzen sein kann, könnt ihr kommende Woche im Berg und Tal Report 4 lesen.

Wer die ersten Teile meines Berg und Tal Reports versäumt hat und Lust hat, mehr zu lesen, findet die ersten zwei Teile hier.

Vom Anti-Mobilisten zum Kilometerfresser – Berg und Tal Report 1

Einmal Pizza ohne Hund, bitte! – Berg und Tal Report 2

Einmal Pizza ohne Hund, bitte! – Berg und Tal Report 2

Da Silvano, eine der besten Pizzerien der Steiermark

 

 

Wie wir den Finley zum Beifahrer gemacht haben, habe ich Euch ja schon im ersten Teil meines Reiseberichtes geschildert (lest mal hier). Jetzt waren wir also unterwegs, es lagen 1200 Kilometer in brütender Hitze vor uns und im Heck hechelte mein Murmeltier.

Es freut mich sehr, dass ich berichten kann, dass unsere Fahrt vom hohen Norden in die südlichen Gefilde ohne störende Vorkommnisse verlief. Wir haben häufiger Pausen eingelegt und sind dafür auch öfter einmal von der Autobahn heruntergefahren. Finley konnte sich im Grünen die Pfoten vertreten, frisches Wasser trinken, und das Wichtigste – er war immer bei uns. Ob schnelle freie Strecken, Brotpausen oder das bisserl Staufahren um München herum, er machte das alles grandios mit. Guter Junge.

 

Ein wenig Abkühlung kann nicht schaden

 

Um 4.00 Uhr morgens waren wir in Hamburg losgefahren. Gegen 19.30 Uhr kamen wir in unserem Quartier in St. Lorenzen an. Nach 16 Stunden auf der Autobahn bei tropischen Temperaturen, hatten wir den Jim-Block-Idealzustand erreicht – „well done“. In der Steiermark hingegen wurden wir von einem Regenschauer empfangen. Das war nicht schlimm, denn ein bisschen Abkühlung konnte bei diesen Temperaturen wirklich nicht schaden. Hundemüde aber glücklich, endlich wieder einmal die Beine durchstrecken zu können, stellten wir unsere Reisetaschen in die Zimmer unseres schönen Ferienhauses und machten uns ein wenig frisch.

 

Finley dreht seine erste Runde

 

Währenddessen unternahm Finley seinen ersten Erkundungsgang. Wir ließen ihn laufen, denn das Häuschen war idyllisch gelegen, weitab von stark befahrenen Straßen. Ich entspannte unter der Dusche, hörte wie Finley bellte und gleich darauf das martialische Fauchen einer Katze. Hach ja, offensichtlich hatte Finley einen kleinen Freund gefunden … Ich weiß, ich hätte jetzt von Besorgnis getrieben, halbnackt vors Haus stürzen müssen aber hey, ich dachte… das können die auch mal unter sich ausmachen ….  Die steierische Realität gab mir Recht, mein Bärchen kam zufrieden von seinem Wiesen-Ausflug zurück. Sein Blick sagte: „Hab nur mal kurz klargemacht, wer hier jetzt der neue Wiesenchef ist, für die nächsten sechs Tage.“ Hey Frauchen, echt alles schön hier….

 

Wir freuen uns auf unsere Familie

 

Mein Mann ist gebürtiger Steirer. Und im Herzen, wo wir Hamburger die berühmte Raute tragen, wächst bei ihm ein Edelweiß. Deshalb bedeutet für uns Österreichurlaub auch immer ein Wiedersehen mit der Familie. Der Sommerurlaub ist unsere Möglichkeit einmal im Jahr die Eltern, Schwiegereltern, Geschwister, Tanten, Onkel, Cousins und Cousinen zu treffen. Und weil wir es gar nicht abwarten konnten, war das erste Treffen schon am Abend geplant. Die Pizzeria „Da Silvano“, oben auf’m Berg war unser Ziel. „Da Silvano“ hatten meine Töchter im letzten Urlaub entdeckt und uns glaubhaft bestätigt, dass die Pizza dort „endgeil“ schmecken würde und die Auswahl schier grenzenlos sei.

 

Unser Cousin hatte schon im Vorfeld unseres Urlaubs dort für den Ankunftstag einen Tisch bestellt. Er sollte vorher abklären, ob wir Finley mit in das Lokal nehmen konnten. „Joaa, siiicher“ hieß es. Dass das nur für die Terrasse gilt, hat uns leider niemand gesagt. Was soll ich sagen, die Steiermark hat uns mit einem fetten Gewitter empfangen. Die Terrasse war also nicht nutzbar. „Duat mia leid“,sagte der Kellner, den ich nachfolgend liebevoll „derHorst“ nennen werde, „oaber in den Gastraum koa er net“. Hunde nicht erwünscht. Ups! Den kleinen Shiba Inu an Tisch Sechs hatten sie wohl übersehen. Oder er ging da zulande als Katze durch. Shiba müsste man sein …

 

Gastfreundschaft wird in der Steiermark gross geschrieben

 

Mei, so eine Aufregung. Die Tante explodierte fast vor Empörung. Nun muss man wissen, dass in der Steiermark Herzlichkeit und Gastfreundschaft sehr großgeschrieben werden. Eigentlich wird immer alles möglich gemacht, dem Gast soll es gut gehen. So kennen wir das – eigentlich. Aber es gibt halt überall diesen einen „derHorst“, der das nicht weiß, nicht will oder … was auch immer…

 

In diesem Moment vor der Gastwirtschaft waren wir zuerst alle ein wenig ratlos. Stimmungsmäßig befand ich mich längst im gehobenen Quieks-Kicher-Modus. Mein inneres Ooohhmmm hatte seinen Klappliegestuhl aufgestellt und hatte es sich darin bequem gemacht. In der einen Hand hielt es ein Räucherstäbchen, mit der anderen Hand fächerte es mir die beruhigenden Rauchschwaden lächelnd ins Gemüt. Ich entschied mich für Schadensbegrenzung. Das Familientreffen sollte wie geplant stattfinden und wir hatten alle einen Bärenhunger. Die Familie sollte in den Gastraum gehen und ich würde mir mein Essen ans Auto bringen lassen und bei Finley bleiben. Finley konnte sich so an der Schleppleine schon’n büschen die Beine vertreten, 16 Stunden Kofferraum waren echt lang genug. Ich bestellte eine Pizza Suli und ein grosses Spezi. Dann schaute mich zum ersten Mal ganz in Ruhe um und dachte: Aber hey, sonst ist alles toll hier.

 

„derHorst“ – ein gut ausgebildeter Vollzeitkellner

 

Etwa 20 Minuten wurde angerichtet. „derHorst“ brachte mir meine Pizza und mein Spezi. Die Pizza in einem durchgesuppten Karton, mit eingeschmierter Serviette und einem stumpfen Messer. Wie liebevoll drapiert, dachte ich bei mir, ich könnte glatt noch die nächsten vier Wochen jeden Tag hier essen gehen. Lernt man sowas auf der Hotelfachschule? Da das ganze ja in meinem Auto stattfand beschlich mich trotzdem ein schemenhaftes Gefühl von Heimat. Mal ehrlich Leute, das hätte man besser machen können. Die ganze Panne hätte man mit ein bisschen Phantasie doch noch retten können. Mindestens hätte ich die Pizza auf einem kleinen Hocker, auf richtigem Geschirr, nett mit Stoffserviette und ein paar netten Worten serviert.

 

Zugegeben, die Pizza sah echt lecker aus. Dicht belegt mit Anchovis, Thunfisch und mindestens 12 ganzen schwarzen Oliven. Der geschmolzene Käse hatte genau die richtige, schlunzige Konsistenz, so wie ich es liebe. Wie sich später herausstellen sollte, waren die Oliven nicht entkernt – aber hey, sonst war alles toll hier. Ausnahme das mitgelieferte Messer. Dieses doofe Messer schnitt leider nicht durch die Pizza und wenn ich stärker drückte, ging der aufgeweichte Karton kaputt. Und ölige Tomatensoße auf den Autopolstern wollte nun nicht auch noch.

 

Lass ich mir patentieren – Pizza Origami

 

Die Not macht ja bekanntlich erfinderisch. An diesem Abend erfand ich die Pizza-Origami. Ich faltete den Teiglappen fünf Mal ineinander und hatte am Ende so etwas wie einen überdimensionalen Döner – nur auf italienisch. Außerdem war ich wild entschlossen, jede Sekunde meines Urlaubs in der steirischen Wildnis zu genießen. Also stellte ich mich nah an den Abgrund. Ja, wir Norddeutschen bezeichnen jede Steigung unter 13% auch als Abgrund, isso. Nur mit Mühe konnte ich den Jodler unterdrücken, der gerade versuchte sich Bahn zu brechen. Dann biss ich mit Wonne in meine Pizza Origami und … auf einen Olivenkern. Egal, sonst ist echt alles schön hier.

 

Humor ist wenn man ….

 

Da stand ich nun, höher als meinem Gleichgewichtssinn je guttun würde und spuckte Olivenkerne auf steirische Abgründe. Ich verteilte sie gleichmäßig nach rechts und links und meine Gedanken schweiften ab oder sollte ich besser sagen, sie entglitten mir? Vor meinem geistigen Auge entstand das Bild eines satten, blühenden und eine gute Ernte ergebenen Olivenhains, den die Steiermark nur mir zu verdanken hätte. Sie würden ihn dereinst unter Begleitung der schmissigen Musik der örtlichen Blaskapelle auf den Namen „Birgits random Olivenhain“ taufen. Meine Familie bekäme Pizza Origami frei auf Lebenszeit und … Finley saß längst ruhig und andächtig neben mir. So als ob auch er unseren Olivenhain sehen könnte und sich gerade überlegte, in welcher Reihenfolge er die Bäumchen markieren würde.

 

Die Cheeeefin woa net amused

 

Zurück in der Realität, hatte ich aufgegessen und stand nun vor einem Berg Müll und gebrauchtem Geschirr, den es loszuwerden galt. Ich machte mich also auf den Schankraum und traf auf die Chefin des „Da Silvano“. Ich drückte der verdutzten Frau den Karton, Besteck und das Colaglas in die Hand und bat sie, alles für mich zu entsorgen. Sie war etwas aufgebracht, als sie erfuhr, dass einer ihrer reservierenden Gäste am Auto gegessen hatte und bei der kommenden Mitarbeiterbesprechung wollte ich sicher nicht der „derHorst“ sein.

 

Die Chefin ließ es sich nicht nehmen mich zu einer Portion hausgemachter Tiramisu und einem Cappuccino einzuladen. Ich nahm dankend an, Finley durfte sich neben mich legen und so nahm der Abend dann doch noch einen versöhnlichen Ausklang. Also wenn man dann auf das große Ganze schaut, dann ist doch wirklich alles total schön hier…

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vom Anti-Mobilsten zum Kilometerfresser – Berg und Tal Report 1

Totalverweigerung ist keine Lösung … sagt Frauchen

 

Als wir morgens zum Urlaubsbeginn vor unserem vollgepackten Auto standen, war noch gar nicht sooo klar, ob wir einfach einsteigen und abfahren können. Denn Finley hasst es Auto zu fahren und zwar mit Inbrunst. Vor zwei Jahren hat er aus für uns nicht nachvollziehbaren Gründen den Fahrbetrieb eingestellt. Jede kleine Strecke wurde zur großen Katastrophe. Ich war echt froh, dass unsere Tierärztin fußläufig zu erreichen ist. Und dieses Mal lagen 1.200 KM vor uns – eine ganz andere Hausnummer.

 

Weil ich unsere Verwandten gerne einmal wiedersehen wollte aber es gleichzeitig für mich überhaupt nicht in Frage kam, Finley zuhause fremdbetreuen zu lassen, musste ich mir also etwas einfallen lassen. Anfangs war es so schlimm, dass es Finley nicht einmal möglich war an meinem Auto ruhig vorbeizugehen. Er scheute jedes Mal wie in hochgezüchteter Araberhengst und ich hatte alle Hände voll zu tun, Ihn wieder zu beruhigen.

 

Steiermark wir kommen … vielleicht, eventuell, unter gewissen Umständen

 

Also hatte ich zum Jahresbeginn einen Plan entwickelt. Aus Finley dem Anti-Mobilisten sollte Finley der Kilometerfresser werden. Dem Versuch, Finley zum idealen Beifahrer zu machen, stand jetzt nichts mehr im Weg, außer vielleicht Finley selbst. Natürlich nutzte ich nur gaaaanz saaanfte Methoden und – wie sagt man so schön – war liebevoll und konsequent. Mein Heckklappen-Wiedereingliederungs-Programm für bocklose Retriever-Rüden startete.

Ich holte also den Clicker aus der Mottenkiste und tackerte die Leckerlitasche an der Hüfte fest. Zuerst gingen wir einfach immer wieder an unserem Auto vorbei. Jeden Entspannungsmoment in der Nähe des Autos belohnte ich mit einem Klick und einem Keks. Ohne Leckerchen haperte es anfangs noch ein wenig aber das haben wir dann später auch hinbekommen.

 

Verbinde die Abneigung mit einer Aufgabe, die Spass macht

 

Im nächsten Schritt habe ich Finley immer dann mit zum Auto genommen, wenn ich etwas einpacken wollte oder etwas ins Haus bringen wollte. Er bekam etwas zum Tragen und wir packten es dann in den Kofferraum. Er sollte sehen, dass zum Auto gehen nicht zwangsläufig bedeuten würde, dass er auch fahren müsste. Auch das hat wieder etwas mehr Entspannung gebracht. Den Clicker hatten wir dann relativ schnell wieder in die Schublade gepackt, denn ich hatte das Gefühl, dass Finley so besser auf mich achtete. Ich will hier gar nicht im Einzelnen erzählen, welche Stationen wir noch durchlaufen haben und welche Rückschläge es gab. Nur soviel – Demut ist eine Tugend.

 

Die Eine-Millionen-Euro-Frage: Warum zum Donnerdrummel tut er das?

 

Was mich aber während der gesamten Trainingsphase beschäftigte, war die Frage nach der Ursache von Finleys Verhalten. Ich hatte mich gedanklich total darauf versteift, dass ich nur erst einmal wissen müsste warum Finley sich so bockig verhielt und dann würde mir die richtige Strategie schon einfallen. Das große Problem war, dass ich nicht wusste warum Finley sich so verhielt. Übrigens bis heute nicht. Auf einem Fortbildungsseminar von Udo Gansloßer erzählte ich davon und auch davon, dass unser Trainingserfolg stagnierte (freundlich ausgedrückt). Dann fragte Udo Gansloßer wie alt Finley sei und wann er das Autofahren eingestellt habe. Ich antwortete wahrheitsgemäß, er sei 9 Jahre alt und wäre seit gut zwei Jahren in kein Auto mehr eingestiegen.

 

Danke +++ Danke +++ Danke +++ Danke +++ Danke

 

Udo Gansloßer berichtete, dass Hunde, wenn sie älter werden um das sechste oder siebente Lebensjahr herum genau das tun würden, was Finley gerade tat. Sie stellen die Tätigkeit, die sie ohnehin am meisten hassen einfach ein. (Stark vereinfacht wiedergegeben) Und zwar ohne, dass es irgendein einschneidendes Ereignis gegeben hätte. Wichtiger als eine Trainingsstrategie sei, dass man die Beziehung zum Hund stärke, damit er das Gefühl entwickele, dass er das was man möchte gerne für einen machen möchte. Außerdem sei es nötig dem Hund sehr klare und unmissverständliche Botschaften zu senden über das was man möchte. Das klang für mich total einleuchtend. Der Knoten im Kopf ging auf und ich relaxte ein bisschen.

 

Einfach nutzen, was man schon erarbeitet hat – simpel aber effektiv

 

Beziehungsarbeit und klare Kommunikation also … na bitte, dann eben so. Denn wenn man weiß, was der eigene Hund nicht mag, dann weiß man auch was er toll findet. Und nach neun Jahren Zusammenleben konnten Finley und ich auch gut miteinander kommunizieren. Finley wurde beschmust, beschäftigt und gebürstet. Vor dem Auto stehend achtete ich auf jeden Wimpernschlag meines Hundes. Versuchte er dem Auto auszuweichen, quittierte ich das mit einem kurzen NEIN. Zeigte er Ansätze einzusteigen, lobte ich ihn und ermutigte ihn. Vor allem aber ließ ich mich nicht aus der Ruhe bringen und machte durch meine Haltung unmissverständlich klar, dass ich nicht von dem Auto weggehen würde, bevor er dort eingestiegen war.

 

Steter Tropfen höhlt den … und so weiter und so weiter und so weiter

 

Und dann stieg er ein, manchmal blieb er sogar drinnen. Wenn er tatsächlich im Heck sitzen blieb und ich die Klappe schließen konnte, sprang ich mit Gejubel ins Auto und fuhr mit ihm zu einem der naheliegenden Seen und er durfte schwimmen gehen. Das machte ich so oft, bis er das Autofahren auch mit etwas Positivem verbinden konnte. Er hatte seine Abneigung vor dem Autofahren abgelegt. Na sagen wir mal, fast. Als unser Sommerurlaub gewissermaßen vor der Garagentür stand, war ich schon ein wenig aufgeregt. Würde Finley seine Scheu überwinden können? Alles war fertig, der Wagen stand aufgetankt auf dem Parkplatz, der Dachkoffer war voll bepackt, unsere Mädels saßen bereits auf der Rückbank und Finleys Platz im Heck war feudal ausgestattet mit Thermokissen und Kühlmatte. Wir standen davor und ich sagte „hopp“. Finley guckte sehr skeptisch, zögerte kurz und machte dann einen fulminanten Satz ins Heck. Dann legte er sich ab und ich konnte die Klappe schließen. Mein Herz pochte vor Erleichterung aber auch ein bisschen vor Stolz. Steiermark wir kommen! Alle!

 

 

Das perfekte Dinner – Magnusson Petfood Hundefutter im Finley-Test

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Finley liebt die Abwechslung, auch auf dem Speiseplan,

heute MAGNUSSON GRAIN FREE

 

Mein Finley ist ein kleiner Feinschmecker. Bevor er etwas frisst, dass er nicht kennt, wird es erst mal untersucht und durchläuft irgendeinen Test, dessen Regeln ich noch nicht ganz durchschaue. Da kann es schon mal vorkommen, dass er ein von einem Fremden angebotenen Leckerchen den Achtersteert zudreht. In der Hinsicht ist er überhaupt nicht retrieverlike. Das macht es immer etwas schwierig für mich, wenn Finley mal wieder entschieden hat, dass unser tägliches Futter zum Gähnen langweilig wird und mir deutlich signalisiert, dass ich mir etwas einfallen lassen muss, wenn ich ihn zurück an den Futternapf locken möchte.

Jetzt gerade war wieder so ein Zeitpunkt gekommen. Er sah mich an und sein Blick sagte mir: „Jaaa, alles klar … Ente und Kartoffeln … soll ich das jetzt essen bis ich gackere? … DAS kannst DU doch wohl besser oder?“ So war es auch dieses Mal. Da passte es prima als sich die Firma Magnusson Petfood bei mir meldete und Finley und mir einen Sack Magnusson Futter zum Testen überlassen hat. Kaum wurde der Sack angeliefert, ließ Finley ihn nicht mehr aus den Augen.

 

Bei uns ist Finley der Futterexperte

 

Wenn ich über ein neues Hundefutter berichte, begebe ich mich immer ein wenig auf dünnes Eis, denn ich bin keine Futterexpertin. Ich richte mich im Wesentlichen danach, ob Finley ein Futter schmeckt, er davon nicht übermäßig zunimmt und ob es eine getreidefreie Variante gibt, denn Finley ist Allergiker. Deshalb haben Finley und ich uns für das Futter Magnusson GRAIN FREE entschieden. Diese Sorte ist geeignet für Junghunde bis hin zu großen Hunderassen. Die Futterbrocken sind deshalb ein wenig kleiner gehalten als bei den anderen Magnusson-Sorten. GRAIN FREE enthält nur frisches Rindfleisch ohne Zusätze von Fleischmehl.

 

Schwedischer Lebensmittelstandard auch für Futtermittel

 

Wie alle Magnusson Futtersorten entspricht das GRAIN FREE dem Schwedischen Lebensmittelstandard. Die schwedische Gesetzgebung bietet einen Zusatz an Lebensmittelsicherheit, denn die hohen Standards gelten nicht nur für Produkte für den Verbraucher, sondern auch für Futtermittel und die Herstellung von Tiernahrung. So ist der Einsatz von Antibiotika und Hormonen verboten. Zudem dürfen keine Geschmacks- oder Geruchsverstärker, Knochenmehl, Abfälle, genmanipuliertes Getreide oder Kadaver für die Produktion von Tierfutter verwendet werden. Dadurch kann garantiert werden, dass nur für Lebensmittel freigegebene Nutztiere auch für die Herstellung von Futtermitteln verwendet werden.

Die Zusammenstellung des GRAIN FREE Futters könnt Ihr der Tabelle und dem Infotext auf dem Foto links entnehmen. Das Hundefutter von Magnusson richtet sich nach den strengen europäischen Auflagen für Landwirtschaft und Tierschutz. Die Firma Magnusson verarbeitet nur Zutaten aus Schweden die bis zu jedem einzelnen Bauernhof rückverfolgbar sind.

 

Leichte Verdaulichkeit durch schonendes Backen im Ofen

 

Finley hat das neue Futter jedenfalls mit viel Appetit gegessen. Mein sonst so krüscher  Heini hat nicht gezögert und hat auch keinen Rest im Napf übriggelassen. Die Kroketten werden schonend im Ofen gebacken, ohne dass zusätzliches Fett hinzugefügt wird und bewahren so ihren Vitamin- und Mineralgehalt. Beim Backen wird dem Teig auf sanfte Weise Feuchtigkeit
entzogen. So wird vermieden, dass die Kroketten im Magen unseres Hundes zu schnell aufquillt. Das Sättigungsgefühl tritt nicht so schnell ein wie bei heiß gepresstem Hundefutter.

Was ich außerdem besonders angenehm fand war der wirklich frische und unaufdringliche Geruch des Futters. Naja, das ist wohl eher etwas, auf das wir als Familie viel Wert legen. Finley ist das eigentlich schnuppe aber so sind wir alle ganz glücklich über das neue Futter und es wird wohl noch ein bisschen länger auf Finleys Speiseplan stehen.

 

Übrigens! Weil die Kroketten des getreidefreien Magnusson Futters so schön klein sind, nehme ich immer eine Handvoll auf unsere Spaziergänge mit.  Da sie überhaupt nicht schmierig sind, kann ich sie sogar einfach in die Hosentasche stecken. Dadurch hat sich Finleys Tagesration an Vollwertfutter etwas erhöht. Sein Stoffwechsel hat sich sehr schnell und komplikationslos auf sein neues Futter eingestellt. Leicht verdaulich – das ist auch der Aspekt, der meiner Tierärztin so gefällt.  Sie hat sich die Zusammensetzung genau angesehen. Das Finley bisher trotzdem nicht zugenommen hat, verzeichnet sie als weiteren Vorteil.

Finley und ich haben unsere erste Futterration per Post bekommen. Auf der Homepage von Magnusson Petfood findet Ihr unter dem Menupunkt „Unser Futter“ ein Verzeichnis von Händlern, bei denen Ihr das Magnussonfutter bestellen oder einkaufen könnt. Solltet Ihr noch Fragen zu dem Futter haben, könnt Ihr auch auf der Facebookseite von Magnusson Petfood Kontakt mit der Firma aufnehmen.

 

 

 

 

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Der Guinnes-Book-Rekord-Pups

Ich dachte, wenn ich ein paar Blüten über das Corpus delicti lege, kann man diesen Artikel auch zum Frühstück online stellen.

Pippi machen und Kot absetzen, das heilige Geschäft

Als ich mir einen Rüden anschaffte, ahnte ich nicht, dass Pippi machen und Kot absetzen einmal zentrale Themen meines täglichen Hundehalterlebens werden sollten. Denn wenn der Hund muss, muss er eben nicht nur einfach. Er muss dort … nein doch nicht … eher dort … oder vielleicht lieber da … bergauf … bergab … im Kreis … den Kopf in der Hecke … den Mors in der Hecke … Fifty-Shades-of-Kacka-machen.

 

Die Wissenschaft hat das Markierverhalten unserer Hunde untersucht und festgestellt, dass Hunde sich nach Norden ausrichten bevor sie dann mal wirklich Wasser lassen. Ich glaube das sofort, nur hilft mir diese Erkenntnis im täglichen Leben überhaupt nicht weiter. Ich weiß nämlich so gut wie nie wo Norden ist. Soll ich zukünftig mit Kompass herumlaufen, “Oh er zeigt nach Norden, jetzt macht er ernst“, bestimmt nicht. Also habe ich mal meine eigenen Beobachtungen aufgeschrieben und ehrlich, liebe Wissenschaft, ihr habt es noch nicht mit dem Meister aller Hundeköttel-Klassen zu tun gehabt…

 

Täuschungsmanöver gehören zum Ritual

Ich hatte ursprünglich die Vorstellung: Hund geht raus und los geht’s – ich Dummerchen… Mittlerweile weiß ich, so ist es nicht, niemals, unter keinen Umständen. Fünf Umdrehungen, simuliertes Pippiverhalten sind das Minimum. Sechs bis neun angetäuschte Stopps sind Pflicht. Dann tut Finley so als ob gleich bächeweise Urin fließen würde. „Ohhh es ist so dringend, upppsss leider doch noch nicht.“ Der Hund macht mich wahnsinnig!!! Beobachtet man Finley beim *hüstel „Machen“, gewinnt man den Eindruck, es gäbe irgendwo im Rüden-DNA-Code ein festgelegtes Regelwerk, für sozialkompatibles, rangordnungsrelevantes Löseverhalten, gepaart mit einem gewissen ästhetischen Anspruch an hündische Bewegungsabläufe.

 

Schwerkraft – Nein Danke!

Finley zum Beispiel versucht seit neun Jahren die Schwerkraft außer Kraft zu setzen und köttelt mit Vorliebe auf abschüssigem Gelände. Ich nenne diese Methode die „Ein-Schisser-am-Abgrund-Strategie“. Denn Finley setzt den Pups nicht wie eine Reinhold-Messmer-Gipfel-Fahne auf die Spitze des Abhangs. NEIN, denn das könnte ja jeder. Er steht auf dem oberen Teil des Gefälles. Das Hinterteil zeigt nach oben, die Hinterläufe sind leicht eingeknickt. Der Kopf und die Vorderläufe sind nach unten ausgerichtet und stramm durchgedrückt – dann Vollzug! Und was danach kommt ist die totale Verwirrung meines Hundes, wenn er sein „Geschäft“ zwischen seinen Vorderbeinen bergab kullern sieht. Das ist für ihn jedes Mal hart an der Tränengrenze.

 

Das Lösen ist eher eine Kunstform als ein Bedürfnis

Dann gibt es da noch das „Baumstumpf-Zielschietern“. Der Baumstumpf wird aus großer Entfernung anvisiert und dann umkreist … mehrmals *natürlichwassonst. Es ist wirklich dringend, das kann ich sehen. Trotzdem, unter Aufbietung der letzten Kraftreserven werden die Backen zusammengekniffen, denn das WIE ist existentiell ungleich wichtiger als das Wohlbefinden. Dann dreht Finley sich mit der Flanke zum Stumpf und klettert seitlich mit den Hinterpfoten auf den abgesägten Baum – dann Vollzug! Danach wird der Baumstumpf wieder umkreist … mehrmals *natürlichwassonst. Während er die Positionierung des Köttels überprüft *ürgs , stellt er sich die Frage aller Rüdenfragen: „Gibt es eine sinnvolle, schmerzfreie Möglichkeit diesen Kunstbrutzer durch Scharren, sozialgefügemäßig, noch zu verbessern?“ Er entscheidet, nein gibt es nicht. Ich komme erleichtert aus meiner Deckung. Finley grunzt zufrieden. Wir können endlich weiterlaufen.

 

Das Unmögliche war das Ziel

Und dann kam die ultimative Herausforderung, die „Mission impossible“. Ist es möglich einen Brutzer an die Außenseite eines Baumes, also senkrecht an den Stamm, zu setzen? Der Hund wächst mit seinen Aufgaben, dachte sich mein Rüde und entwickelte nach und nach seine Strategie. Zuerst einmal stutzten das Schicksal und die Schwerkraft Finleys Selbstbewusstsein auf ein gesundes Normalmaß zurück. Der Erfolg wollte sich nämlich nicht einfach so einstellen.

Es galt also das Problem zu analysieren. War es ein Haftproblem, ein Problem des Untergrundes oder scheiterten die ersten Versuche an den körperlichen Möglichkeiten des Probanden? Ich lernte in dieser Zeit, dass Hunde erst einmal auf bewährte Strategien zurückgreifen und erst wenn diese gescheitert waren, neue Wege suchten. Das Umkreisen des Baumes brachte, wer hätte das gedacht, keinen Erfolg. Dann versuchte er rückwärts einzuparken aber irgendetwas war immer im Weg, ein Ast, Waldpflanzen oder Steine. Einmal richtete er sich rückwärts aus und freute sich so sehr darüber, es soweit geschafft zu haben, dass er sich mit seinem heftig wedelnden Schweif wieder vom Baum weg katapultierte.

 

In jedem Versuch steckt ein Ohmmm

Dann begann unsere esoterische Phase. Jedes Mal, wenn Finley versuchte einen Baum zu „dekorieren“, ging er vorwärts ganz nah an den Stamm heran, dann begann er mit den Vorderpfoten zu trippeln. Danach legte er erst den rechten, dann den linken Vorderlauf um den Stamm. So, als habe er heimlich eine Montessori-Schule besucht, umarmte mein Haudegen die Bäume in unseren Vorstadtwäldern, um sie dann als nächste Maßnahme, vollzuscheißen. Die Enttäuschung folgte dann auf dem Fuße, wenn seine Deko mit einem dumpfen „Patsch“ auf dem Waldboden landete.

 

Einer blieb drauf! Oder Ende gut, alles gut

Und dann kam er, der Tag als das Unverhoffte passierte. Als wir schon gar nicht mehr daran geglaubt hatten, sah Finley mich mit einem Blick an, der sagte: „Okay, ich wage noch einen Versuch und wenn es dann nicht klappt, hör‘ ich auf mit dem Scheiß.“ Unwillkürlich nickte ich ihm zu und dachte, „Go for it mein Bärchen.“ Ich stand natürlich (symbolisch gesehen) voll und ganz hinter meinem Hund.

Finley schnaufte und konzentrierte sich. Langsam drehte er sich seitlich zum Baum und begann mit seinen Hinterpfoten am Stamm hochzusteigen, beugte die Läufe ein wenig – dann Vollzug! Während ich noch dastand und erstaunt feststellte, dass mein Rüde Handstand kann, ließ Finley seinen Hinterkörper einfach elegant zur Seite gleiten und dann sahen wir es. Der Brutzler blieb am Stamm haften, Mission durchgeführt, das war er der Guinnes-Book-Rekord-Pups!

Mit stolz erhobenem Rüdenschädel stolzierte Finley mit mir durch unsere Wälder, entspannt wie nie zuvor. Und Ihr könnt es jetzt glauben oder nicht. Er hat danach niemals wieder versucht, sein Geschäft senkrecht an einem Baumstamm abzusetzen. Denn der kluge Rüde weiß, wenn es am schönsten ist, sollte man sich neuen Zielen zuwenden….

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Die FURBO Hundekamera im Finley-Test

FURBO – Leckerchenwerfen – Film ab – Bellalarm – hier ist was los

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Was macht der Hund, wenn ich nicht da bin

 

Eigentlich hat mich schon immer interessiert, ob Finley irgendeinen Blödsinn veranstaltet, wenn ich ihn allein zuhause lasse. Bisher habe ich mir immer ganz fest Folgendes vorgestellt: Mein super gut erzogener Hund *hüstel zieht sich auf seinen Platz zurück, sobald ich das Haus verlasse. Dann folgen Energie auftanken bei stundenlangem Schönheitsschlaf und Wölkchenreisen durch die Hundetraumwelt. Er geht nicht aufs Sofa, zieht nicht über Los in den ersten Stock und jagt auch keine Katzen hinter den Panoramafenstern. *hach

Jetzt ist der Moment der Wahrheit gekommen und ich kann überprüfen, ob meine schönen Wunschvorstellungen einem Praxistest standhalten können. Finley und ich haben die FURBO Hundekamera von der getestet, die uns Kaikalis Communiktaions freundlicherweise kostenfrei zur Verfügung gestellt wurde. Die Kamera wurde in Zusammenarbeit mit professionellen Hundetrainern und Tierärzten entwickelt. Sie soll nicht nur helfen, den Hund unter Beobachtung zu halten, sondern auch als Trainingstool dienen aber dazu komme ich später noch.

Die Installation ist kinderleicht

Ich hatte ja ein Bisschen Respekt vor der Installation der Kamera aber letztlich war alles ganz einfach. Zuerst habe ich mir einen Platz gesucht, wo die Kamera sicher stehen konnte, ohne dass Finley sie umreißen könnte. Unser Bücherregal erwies sich als ideal. Dann einfach den Stecker in die Steckdose stecken, die Furbo-App auf mein Iphone herunterladen und dann ans WLAN anschließen. Das war es schon. Die FURBO-App leitete mich von Schritt zu Schritt. Ein verschiedenfarbiges Licht zeigt an in welchem Modus sich die Kamera gerade befindet. Weißes Licht sagt „Ich starte“, Gün sagt „Installationsbereit“, Gelb ist der Stand-by-Modus, Blau bedeutet Furbo ist im Einsatz und Lila zeigt an, wenn die WiFi-Verbindung unterbrochen wurde.

Der Anmeldevorgang dauerte nur fünf Minuten, danach konnte ich loslegen. Also ACHTUNG Finley „Big Mama is watching you“.

 

Fotos und Videos – Finley BIG MAMA is watching you

 

Jetzt aber einmal etwas zu den einzelnen Funktionen der FURBO Kamera. Ihr könnt Fotos machen und Videos herstellen. Ja, auch nachts, denn die Furbo Hundekamera verfügt über eine Infrarot-Einstellung, die Nachtaufnahmen ermöglicht. Die Übertragung der Bilder auf mein Iphone war klar und störungsfrei, die Qualität der Bilder in HD-Auflösung und der Videos gut. Ich war positiv überrascht, wie groß der Bildausschnitt der mit einem 160 Grad Weitwinkel ausgestatteten Kamera ist. Ich hatte nahezu den gesamten Wohn- und Essbereich im Blick. Diese Kamera-Funktionen haben für mich den größten Spassfaktor und die Kamera wird mir sicher auch in Zukunft schöne Bilder für meinen Youtube-Kanal oder für Instagram liefern, denn man kann die Fotos und Videos direkt nach ihrem Entstehen, ganz bequem herüberladen.

 

Die Stimme aus dem OFF schießt mit Leckerchen…

 

Über ein Mikrophon könnt Ihr mit Eurem Hund sprechen. An der Wiedergabe der Stimme könnte man noch ein wenig schrauben, die klingt ein Bisschen blechern. Ihr habt so die Möglichkeit auch auf Distanz verbal mit Eurem Hund Kontakt aufzunehmen und kleine Trainingseinheiten mit ihm einzulegen. Denn die FURBO Kamera bietet die Möglichkeit den Hund mit Leckerchen zu belohnen, wenn er macht was Frauchen möchte. Oben hat die Furbo Kamera eine kleine Kammer, die man mit Leckerchen befüllen kann. Wenn Euer Hund folgt, wischt Ihr mit dem Finger über das Leckerchen-Symbol auf dem Handy und die Kamera „spuckt“ einen Hundekeks aus. Das klingt erst einmal sehr einfach.

 

Die FURBO Hundekamera als Trainingstool

 

Die Kamera als Trainingsinstrument – als Hundetrainerin sehe ich diese Möglichkeit mit gemischten Gefühlen und ich finde, jeder Hundehalter sollte die Risiken individuell abwägen und dann entscheiden ob er die Kamera als Trainingstool nutzen möchte. Denn bei einem Hund mit Trennungsängsten kann es helfen, wenn er Frauchens Stimme hört, es kann es aber auch dazu führen, dass der Hund in noch höhere Erregungszustände gerät, weil er seinen Halter im Haus nicht finden kann. Hier gilt, jeder kennt seinen Hund am besten, Eure individuelle Einschätzung ist gefragt.

 

Übrigens der „Fotobomber“ im Hintergrund ist mein Gatte. Und ich sag noch, bleib stehen – nicht schleich Dich…. *kicherglucks.

Die Belohnung erfolgt zeitverzögert

 

Wenn Ihr Euch entscheidet, mit der Kamera zu trainieren, solltet Ihr Eurem Hund schrittweise beibringen, dass ein Befehl aus dem Lautsprecher genauso ernst zu nehmen ist, wie ein Befehl von Angesicht zu Angesicht. Die FURBO-App hält dafür ein Lehrvideo für Euch bereit, in dem erklärt wird, wie man das macht. Ein paar Dinge solltet Ihr vor der Anwendung allerdings bedenken. Aus meiner Sicht entsteht beim Leckerchen „wischen“ kein richtiger Belohnungseffekt, weil die Kamera den Keks zeitverzögert auswirft. Das Gehirn eines Hundes hat nur einen sehr kurzen Zeitraum, etwa drei Sekunden, zu Verfügung in dem es die Handlung des Hundes mit der Belohnung verknüpfen kann. Die Kamera braucht für den Auswurf etwas länger. Und ein weiterer Aspekt, der mich an der Trainingsfunktion zweifeln lässt, ist die Frage – was ist wenn Euer Hund ungehorsam ist? Hört Euer Hund nicht auf Euch, habt Ihr aus der Entfernung keine Möglichkeit dieses Verhalten zu sanktionieren. Wenn Ihr Eurem Hund aber frei von irgendwelchen Trainingszielen, einfach nur ein Bisschen Futter zukommen lassen wollt, ist die „Wisch-Funktion“ klasse.

 

 

Für uns keine Gespräche aus dem OFF

 

Für Finley und mich bleibt das Mikrophon in Zukunft aus. Denn ich habe festgestellt, dass Finley *dasLebenistgerecht tatsächlich ganz ruhig darauf wartet, dass wir nach Hause kommen. Wie Ihr auf den Fotos sehen könnt, legt er sich ab und dümpelt danach von Traumwölkchen zu Traumwölkchen. Wenn ich ihn angesprochen habe, hat das bei ihm nur zu Irritationen geführt. Beim ersten Mal (siehe erstes Video oben) hat er die Leckerchen noch gefressen, dann ist er aus dem Wurfbereich herausgegangen und hat die Küchentür angebellt, weil er mich dahinter vermutete. Beim zweiten Mal haben ihn die Leckerchen schon gar nicht mehr interessiert und er ist gleich zur Küchentür gegangen und hat sich beschwert. Also erreiche ich mit Mikrophon und Leckerchen werfen genau das, was ich nicht möchte. Aber das betrifft eben ganz individuell gesehen nur Finley und mich. Probiert es einfach aus, wie es bei Euch und Eurem Hund ist. Jedes Mal wenn wenn Finley bellt, sendet die FURBO-App einen Bellalarm aufs Handy. Auf dem Display meines Iphones erscheint dann eine PushUp-Nachricht. Diese Funktion finde ich sehr nützlich, denn es gibt mir die Möglichkeit gleich einmal nachzuschauen, was da in meinem Haus los ist.

 

Erwischt! So ein Schlingel…

 

Und dann habe ich ihn doch noch erwischt, meinen Schlingel. Da hatte er es sich doch rotzfrech bequem gemacht auf Herrchens Clubsessel. Na ein Bisschen kann ich Ihn ja verstehen. Das Ding ist wirklich saubequem und bietet den besten Ausblick aus unserem Panoramafenster. Da kann Finley dann als erster sehen, wenn mein Mann, die Kinder oder ich wieder nach Hause kommen. Na, ich werde mal so tun, als ob ich das nicht gesehen habe…

 

 

Alles in allem bietet die FURBO Hundekamera mir genug Vorteile und jede Menge Spass, so dass ich sie gerne weiterempfehle. Und wenn bei uns irgendwann mal wieder ein Welpe einzieht, wird meine Kamera im Dauereinsatz sein.

 

 

Fotogalerie zur FURBO Hundekamera

 

 

Dieser Artikel enthält Werbung. Darüber hinaus enthält er einen Affiliate-Link zu Amazon. Wenn Ihr Euch entschieden habt, die FURBO Hundekamera zu kaufen und den Weg über diesen Link in meinem Beitrag zu gehen, würde mich das sehr freuen. Euch entstehen dadurch keine Kosten. Ich erhalte dann eine kleine Provision, die ich wieder in die Pflege des Goodfellows Hundeblogs und die Umsetzung neuer Ideen auf meinem Blog, investieren kann.

 

 

 

 

 

 

 

 

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Rüden und Rüpel – Friedenspolitik im Vorstadtwald

G4 fast G5 – Rüden-Gipfel-Treffen im Vorstadtwald

Mon Dieu! War das ein Morgenspaziergang. Wir hatten Rüden-Gipfel-Treffen in unserem Revier.

Offensichtlich hatten sich heute alle Herrchen und Frauchen auf dieselbe Gehzeit geeinigt. Der Morgen war milde und nicht so heiß wie in den letzten Tagen. Finley und ich wollten das ausnutzen und ein paar Suchspiele auf unserem Spaziergang einbauen. Aber dann kam alles anders.

Kaum hatten wir unsere Straße verlassen, wurden wir von Sverre gestellt und verbellt. Sverre ist ein Westhighland Terrier und wird vorzugsweise, wenn überhaupt, an einer nicht arretierten Flexileine „geführt“. Wenn Sverre einen anderen Hund sieht, gerät er regelmäßig so außer sich, dass man die Befürchtung haben muss, es würde ihn sogleich der Schlag treffen, und er würde auf der Stelle auf unserem heimischen Wanderweg dahingerafft. So ist es dann aber nicht. Seine hysterischen Anfälle ermüden ihn nicht, sondern scheinen ihn ständig wieder und wieder mit neuer Energie zu versorgen. Er ist gewissermaßen ein angreifendes, wadenzwickendes, kläffendes Perpetuum mobile.

Ich sage übrigens so wenig über sein Herrchen, weil es wirklich nichts Erwähnenswertes über ihn zu sagen gibt. In solchen Momenten verfällt der Jochen nämlich in der Regel in eine Art Schockstarre, hält den Griff der Flexileine fest und starrt ohne etwas zu sagen oder irgendeine Regung zu zeigen, auf sein Gegenüber, in diesem Falle auf uns. Da ich das ja schon weiß, hielt ich mich heute nicht mit Nebensächlichkeiten, wie Grüßen u.s.w. auf und wendete mich in dieser Situation an das einzige denkende Wesen in meiner Nähe, nämlich Finley. Ich sagte: „Du nicht!“ Finley, der seine Rute schon auf halbmast gehisst hatte, takelte wieder ab und wir setzten unseren Spaziergang in entgegengesetzter Richtung fort.

Zwei Abbiegungen weiter trafen wir „Rüpel“ und sein Frauchen. Doooch, der heißt so und sein Name ist Programm. Rüpel steckt gerade knietief in der Pubertät. Ich habe übrigens die ausdrückliche Erlaubnis seiner Leute, seinen Klarnamen zu benutzen. Rüpel ist ein Labradoodle – silver factored -, wie mir sein Frauchen Beate mal erzählt hat. Was ja, meiner Meinung nach nichts anderes bedeutet, als dass außer einem Labrador und einem Pudel auch andere Jagdhunderassen ihre Spuren in seiner Blutlinie hinterlassen haben. Jedenfalls scheint sein äußeres Erscheinungsbild ein deutliches „Call me Rauhaar-Weimi“ auszusenden. Aber hey, wen interessiert das schon, er ist ein toller Bursche.

Friedensverhandlungen mit Rüpel

Wie dem auch sei, Finley und Rüpel verstehen sich eigentlich ganz gut … also, so lala … manchmal knallt es halt … Was immer auch passiert, wenn die Zwei zusammen sind, Beate und ich drehen öfter mal eine Gassirunde zusammen. Nennt es Abenteuerlust, nennt es Ignoranz – wir nennen es „Himmelarsch-das-muss-doch-funktionieren“. Und heute hat es funktioniert. Harmonisch war es … nicht direkt. Die Burschen sahen sich an, stellten ihre Ruten hoch, bauten sich kastig auf, Beate und ich seufzten.

Dann verfolgten wir das Gespräch unserer zwei Unterhändler:

Rüpel: „Na Opi, kannste noch…grrr…grrr…“

Finley: „Pass bloß auf Du Rotzlöffel … Grrrr…Grrr…“

Beate und ich: „SEUFZZZZZ!“

Rüpel: „Die Damen sind sauer … nicht gut … grummel…“

Finley: „Stimmt, die gönnen einem aber auch nichts mehr …“

Rüpel: „Wenn wir jetzt Stress machen Alter, dann kriege ich heute keinen Ochsenziemer mehr …. Frieden?“

Finley: „Geht klar Kleiner, dann Chillen wir mal unsere Basis…“

Verhandlungsergebnis: 20 Minuten stilles Nebeneinanderhergehen, gemeinsames Schnüffeln, gemeinsames Markieren strategisch wichtiger Anlaufpunkte, Beate und ich konnten entspannen, haben nett geklönt und uns für den Abend auf ein Glas Wein in meinem Garten verabredet. Yep, so geht Friedens-Politik.

Dann trennten sich unsere Wege. Gedankenverloren hingen Finley und ich unseren Tagträumen nach, da kam unsere nächste Herausforderung um die Ecke geschossen. Armand! Ich nenne ihn immer unseren Vorstehdackel, denn egal was oder wen er erblickt, er nimmt eine korrekte Vorstehhaltung an bevor er dann, mit Gebrumm, auf das Objekt seiner Aufmerksamkeit zuschnellt. Begleitet wird Armand von seiner Entourage, bestehend aus seinem joggenden Frauchen Geli und deren zwei kleinen Kindern. Geli hat immer Stöpsel in ihren Ohren und hört Musik über ihr I-Phone, auf einem Bobbycar folgt die vierjährige Cèline, verfolgt – oder sollte ich sagen gejagt – von ihrem sechsjährigen Bruder Pièrre, der auf seinem viel zu großen Cityroller alles gibt.

Armand und seine Entourage – Hundebegegnung mit Musik

Auf einer Strecke von etwa 50 Metern ereigneten sich dann diese Geschehnisse:

Die Kinder fuhren in verschiedene Richtungen, Céline fiel in die Brennnesseln, ihr Bruder schlug mit seinem Roller laut johlend auf einen Gehölzhaufen ein, Geli fiel das I-Phone runter, der Pièrre schmiss seine kleine Schwester noch mal in die Brennnesseln, weil sie sich aus seiner Sicht viel zu schnell beruhigt hatte. Geli regte sich fürchterlich auf.

Wen wundert es da noch, dass Armand glaubte, er müsse die Vorhut machen, damit seine Entourage sich hinter ihm ungestört aufführen konnte wie die Marx Brothers. Nur, den Hund zu verstehen machte die Situation für Finley und mich nicht weniger unangenehm. Ich sagte also wieder: „Du nicht!“ Finley wirkte zwar ein wenig enttäuscht, aber er machte widerstandlos kehrt. Wir wollten einfach nur nach Hause laufen.

Da rief die Geli uns hinterher: „Du könntest mir ja auch mal helfen, die Drei zu bändigen.“ Hörte ich da einen Vorwurf in ihrer Stimme? Langsam drehte ich mich um.

Ich schaute sie an und sagte dann: „Geli, pass mal auf. Dein Mann arbeitet im Homeoffice. Er könnte doch leicht mal eine halbe Stunde auf die Kinder achten, damit Du mit Armand joggen gehen kannst. Das würde die Situation für Dich deutlich leichter machen.“

Eigentlich hatte ich es nie ganz verstehen können, warum bei Geli jede Gassirunde zum groß angelegten Familienausflug mutieren musste. ‚Mach es doch komplett‘ dachte ich im Stillen, es fehlten eigentlich nur noch Oma und Opa und die örtliche Blaskapelle zum totalen Chaos. Laut sagte ich: „Geli, das ist wirklich nicht meine Aufgabe. Ich habe jedes Mal genug damit zu tun zu verhindern, dass unsere Jungs sich in die Wolle kriegen.“

Armand – gerettet – geläutert – gefüttert…

Sie antwortete: „Also Armand ist doch ganz friedlich, der will überhaupt keinen Ärger, der hat so viel Schlimmes hinter sich, der ist froh wenn er seine Ruhe hat.“  Ja ne is‘ klar, denke ich, jetzt zückt sie wieder die Armer-Hund-Karte im Schwarzer Peter Spiel. Armand ist nämlich ein Mischling aus dem Tierschutz, laut Auskunft der Retter-Orga eine „charmante, schwarzweiße Mischung aus Dackel und einer anderen Jagdhunderasse“. Armand hatte zuvor, geschätzte fünf Jahre, als Straßenhund in Italien gelebt und hatte sich dann, als Bestandteil seines Rentenplanes, als zu rettendes Exemplar in das Hunderegister der Tierschutzorganisation aufnehmen lassen. Aus meiner Sicht ist Armand ein sehr selbstständiger, selbstbewusster, kleiner Kerl, der genau weiß was er will und wer das für ihn erledigen soll.

Ich musste Grinsen und antwortete:  „Also Geli, Dein Hund ist alles andere als hilflos. Es wäre aber für ihn sicher auch mal ganz nett, wenn Du die ganze Verantwortung für eure Spaziergänge übernehmen würdest.“ Geli sieht mich fragend an…

Ich redete einfach weiter: „Dein Hund merkt, dass Du durch das Musik hören abgelenkt bist. Er übernimmt dann die Aufgabe, Eure Tour abzusichern und ranzt alles an was ihm entgegenkommt. Wenn Du mal auf die Musik verzichten würdest, hätte er vielleicht das Vertrauen, dass Du das auch schaffst und könnte sich mehr entspannen.“

Enrico C. die Abrissbirne! Nix wie weg hier!

Man konnte es förmlich sehen, wie es hinter Gelis Stirn arbeitete, dabei wollte ich nicht weiter stören und machte mich mit Finley schnell auf den Heimweg. Und dann hörten wir IHN bellen, noch weit weg aber unverkennbar. Enrico C., die Abrissbirne war unterwegs im Vorstadtwald. Finley warf mir einen Blick zu, och-nö-nicht-der schien er zu sagen. Ich nickte und sagte: „Komm Finley, den müssen wir heute nicht treffen, wir nehmen die Abkürzung.“

Im Moment liegt mein Dickerchen erschöpft und irgendwie zufrieden auf seinem Kissen und träumt vor sich hin. Gelegentlich brummt er, zappelt mit den Pfoten und seufzt. Ich habe ja den Verdacht, dass er im Traum gerade all‘ die Dinge nachholt, die er vorhin nicht machen durfte…

 

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