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Von Wadenbeißern, Fußhupen und Grobmotorikern

Kleinhund versus Großhund, das muss nicht sein

 

Finley und seine Zwergschnauzerfreundin Loki

 

Mir als „Großhund-Besitzerin“ fällt immer wieder auf, mit wie vielen Ängsten doch Kleinhundehalter belastet sind. Sei es nun im Wald beim Spaziergang oder in den Posts in den FB-Hundegruppen. Das Ausmaß der Ängste ist manchmal erschreckend und die Schlussfolgerungen, die Halter kleiner Hunde daraus ziehen, gehen leider manchmal an den biologischen Realitäten vorbei.

Eigentlich, so dachte ich bei mir, kann man so einen Artikel ja überhaupt nicht schreiben, ohne dass man irgendjemandem dabei auf die Füße tritt. Aber kneifen wollte ich vor diesem Thema auch nicht. Ich habe es ehrlich versucht, der Gesamtsituation einigermaßen gerecht zu werden.

 

Kleine Hunde können große Hunde in die Schranken weisen

 

Die Perspektive, die ich gewählt habe ist eigentlich eher die einer Halterin eines großen Hundes, die die ganze Aufregung um das Thema ‚Groß versus Klein‘ oder ‚Klein versus Groß‘ nicht mitmachen möchte. Denn meiner Meinung nach, müsste es dieses „Versus“ nicht geben. Dieser Artikel ist also auch ein Erfahrungsbericht und Ihr werdet lesen, dass Finley und ich es geschafft haben, dass kleine Hunde und ihre Besitzer in der Regel vor Begegnungen mit uns keine Angst haben müssen.

 

Einmal die geballten Vorurteile

 

Foto: pixabay

In der Hundewelt geht es ja manchmal sehr grob und schonungslos zu. Lasst uns doch mal schauen, wo wir mit unserem Thema stehen:

Kleine Hunde sind keine richtigen Hunde, Wadenbeißer, Fußhupen, verwöhnte, kläffende Biester. Große Hunde sind tollpatschige, distanzlose Riesen, die ihre kleinen Artgenossen rücksichtslos überrennen.

Halter von kleinen Hunden halten es nicht für nötig, ihre verhätschelten Lieblinge zu erziehen und kümmern sich nicht um das Verhalten ihrer Hunde und wenn was passiert, sind immer die anderen schuld.

Halter von großen Hunden, ist es nur wichtig, dass ihr Großer zu seinem Recht kommt. Sie nehmen keine Rücksicht auf kleine Hunde, denn ihrer ist ja körperlich überlegen. Es ist ihnen egal, ob der Kleine sich verletzt.

Puhhh, ich bin erschöpft. Das sind mal grob zusammengefasst die Vorurteile, die wir Hundehalter uns täglich gegenseitig an den Kopf werfen. Irgendwo steckt da überall ein Fünkchen Wahrheit drinnen.

 

Der Mensch muss seine Ängste zuerst abbauen

 

Aber wisst Ihr was? NICHTS davon spielt in der Interaktion unserer Hunde untereinander eine Rolle! Wir Menschen sollten uns dringend fragen: „Über wessen Ängste sprechen wir hier eigentlich? Sind es nicht vorwiegend die Ängste von uns, den Hundebesitzern? Hunden ist das, was wir wahrnehmen, nämlich wie klein und verletzlich zum Beispiel ein Dackel, Pudel oder Jack Russel ist, vollkommen egal. Sie beurteilen ihre „Größe“ nicht nach der Rückenhöhe. Nein, Sie beurteilen das Ego ihres Gegenübers. Wie ist seine/ihre Körperhaltung, wie riecht er/sie, versteht er/sie meine Signale? Hunde sind da viel klüger als wir, denn sie wissen, dass es tatsächlich auf die inneren Werte ankommt.

 

Ein gutes Management hilft den Hunden

 

Foto: pixabay

Sicher, der Größenunterschied ist da, aber kann man das nicht managen? Ich behaupte ja.

Das Wichtigste ist meiner Meinung nach, dass die Halter auf beiden Seiten ein Bewusstsein für ihre jeweilige Verantwortung entwickeln und diese Verantwortung dann auch übernehmen. Diese Verantwortung wiegt meiner Meinung nach auf beiden Seiten gleich schwer. Und auf beiden Seiten – jetzt wird es brenzlig für mich – wird diese Verantwortung oft im gleichen Maße ignoriert.

 

Nehmen wir mal den Klassiker: Ein großer Hund läuft ungebremst auf einen kleineren Hund zu. Der kleine Hund zeigt deutlich an, dass ihm das unangenehm ist, das kümmert den Großen aber nicht. Nachdem alle Demutszeichen versagt haben, fängt er an zu kläffen, der große Hund macht trotzdem weiter.

 

Das Gefühl ausgeliefert zu sein ist unangenehm

 

Mich erinnert das irgendwie an meine Kindheitstage. Wenn meine Tante Thorwalde (Name nicht geändert) auf unseren Familienfesten auftauchte, lief es meistens folgendermaßen ab. Diese wirklich riesengroße, breitschultrige, blonde Frau schritt durch die Esszimmertür, steuerte dann den Kindertisch an, riss mich aus meinem Stuhl, drückte mich an sich und beerdigte mich dabei unter ihrem bebenden Tantenbusen. Dann zog sie mir mit ihren Fingern links und rechts, jeweils eine Falte aus der Wangenhaut und schüttelte meinen Kopf kurz hin und her und brüllte „na, meine Süsse“ in den Raum. Das war gruselig.

 

So in etwa stelle ich mir vor, muss sich ein kleiner Hund fühlen, wenn er von einem großen überrannt wird und Frauchen oder Herrchen beider Hunde nicht einschreiten. Ihr könnt‘ mir glauben, meine Tante war eine Seele von Mensch, sie liebte mich aufrichtig und sie wollte wirklich nur mal Hallo sagen. Das alles hat mir in der akuten Situation aber nicht wirklich weitergeholfen.

 

Gegenseitige Rücksichtnahme entzerrt die Situation

 

Im umgekehrten Fall, fühlen wir Großhundehalter uns aber auch manchmal falsch beurteilt. Wenn ein kleiner, aufgeregter Hund frei auf unseren angeleinten, großen Hund zuläuft, dann bellend vor ihm auf und ab springt, birgt das für den Kleinen gewisse Risiken.  Macht der kleine Hund das am vorderen Ende des großen Hundes, braucht dieser schon sehr viel Toleranz um das auszuhalten. Mal klar betrachtet springt der kleine Hund da jedes Mal in Richtung Schlund.

 

Keine gute Situation. Ich finde nicht, dass ein Hund, egal wie groß er ist, das unbegrenzt aushalten muss. Lässt der Hundehalter des kleinen Hundes das zu und reglementiert seinen Kleinen nicht, trägt er in meinen Augen die Hauptverantwortung für das Risiko seines Hundes.

 

Missverständnisse resultieren oft aus Unkenntnis

 

Ich habe solche Situationen mit Finley oft erlebt. Inzwischen lasse ich sofort die Leine fallen. Leider reagieren die Kleinhundehalter oft panisch, wenn ich das mache. Dabei entspannt es die Situation ungemein. Finley hat dann die Freiheit, von dem kleinen Hund wegzugehen und sich der Stalkerei zu entziehen. Setzt der kleine Hund nach, hindere ich diesen daran meinem Rüden zu folgen. Meist begleitet durch das Kopfschütteln der Kleinhundbesitzer, denn ihr Kleiner wollte doch nur spielen oder hallo sagen oder…. Und wenn ich ganz ehrlich bin, ist es genau das Verhalten, welches mich an einigen Kleinhundbesitzern total nervt. Man klärt die Situation für sie, weil sie es nicht tun und wird auch noch angemacht. Upsi, jetzt habe ich ja doch noch gemeckert.

 

Hundebegegnungen souverän durchstehen, das kann man üben

 

Im Idealfall übt man solche Hundebegegnungen mit seinem Hund schon von klein auf an. Das erfordert allerdings eine gewisse Toleranz auf allen Seiten und die Fähigkeit einen selbstkritischen Blick auf sich und seinen Hund zu werfen. Es muss einem klar sein, dass die Begegnungen menschliche Begleitung brauchen. Und vor allem ist es hilfreich, wenn die beteiligten Menschen ruhig und ausgeglichen in diese Begegnungen gehen. Die ersten Begegnungen sollten deshalb möglichst kurzgehalten werden, damit sich der Stresspegel beim Menschen und beim Hund nicht ins Unendliche hochschraubt. Und mit „Stress“ meine ich nicht nur Angst. Auch Freude und Spaß sind Stress und können zu Überreaktionen führen. Und was uns Menschen betrifft – eine klare Kommunikation in gegenseitigem Respekt füreinander, könnte schon viele Situationen entschärfen.

 

Ist der Halter entspannt, steigen die Chancen auf eine harmonische Begegnung

 

Ich behaupte jetzt einmal ganz frech: Es gibt so etwas wie Harmonie zwischen großen und kleinen Hunden, wenn ihre Halter es zulassen. Finley und ich zelebrieren das jeden Donnerstag- und jeden Samstagmorgen. Da treffen wir uns mit Colette, Loki, Fritz und Dave. Colette ist eine Französische Bulldogge und die Chefin der Gang. Finley würde ihr niemals widersprechen. Loki ist Finleys liebste Spielpartnerin, sie ist noch jung und er hat sie unter seine Fittiche genommen. Sheltie Dave ist etwas unsicher, deshalb hat Finley gelernt (unter Anleitung) etwas Temperament herauszunehmen, wenn er ihn begrüßt. Dave hat begriffen, dass Finley nicht sein Feind ist und sucht manchmal Deckung hinter dem Großen, wenn ein fremder Hund auf uns zukommt. Und Fritz, ja Fritzi ist ein lustiger Senfhund aus dem Tierschutz. In ihm vereinigen sich optisch alle Kleinhundrassen dieser Welt. Er und Finley haben sich akzeptiert.

 

Die Kommunikation beginnt bei uns Hundehaltern

 

Das alles ist uns Menschen, den Haltern der Gang, nicht geschenkt worden. Wir haben gemeinsam daran gearbeitet. Manchmal gab es Rückschläge, dann musste schon mal einer „Gagstas“ seine Runde alleine zu Ende gehen. Wir Menschen haben uns davon aber nicht verschrecken lassen und haben es beim nächsten Mal mit einer anderen Strategie versucht. Es hat funktioniert, weil wir es wollten und weil jeder von uns bereit war Kompromisse einzugehen. Wenn es heute mal Tage gibt, an denen es nicht so entspannt läuft. Zum Beispiel, wenn sich eine Läufigkeit bei den Mädels ankündigt, dann splitten wir uns auf, bis die Hormone wieder im Lot sind.

 

Den Rückschlägen nicht so viel Gewicht einräumen

 

Mein Fazit sieht wohl so aus. Ja, es gibt die rücksichtslosen Großhundbesitzer und ja, es gibt auch die sorglosen Kleinhundbesitzer. Aber an Ihnen müssen wir uns ja nicht orientieren.  Ein Feindbild aufzubauen ist niemals nützlich, dem nachzugeben schon gar nicht. Was uns bleibt ist es, unserem Hund zuzugestehen Begegnungen mit großen und kleinen Hunden zu haben. Es macht uns als Hundehalter selbstbewusster, wenn wir lernen diese Begegnungen zu managen und unser Hund bekommt die Gelegenheit seine sozialen Kompetenzen auszubauen. Es hilft schon viel, wenn der eigene Hund das kann.

 

 

Figaro, Figaro Vol.2 … Retriever-Cut vom Hundefriseur – ein Unfallbericht

Fegefeuer der Eitelkeiten

(Filmsatire 1990; James Cagney)

 

 

 

 

Quax, der Bruchpilot

(Komödie 1941; Heinz Rühmann)

 

Neulich hatte ich Euch ja von meinem ersten Versuch meinen wilden Kerl zu trimmen erzählt. Das Ergebnis war, sagen wir mal, semibefriedigend ausgefallen und ich hatte mir zuhause eine Menge Ärger dafür eingehandelt. Im Ergebnis hatte Finley ein Zickzack-Muster im Schweif – sehr akkurat durchgestuft – aber eben nicht dem Standard entsprechend.

 

Das Familiengericht, bestehend aus meinen zwei Töchtern Motte und Mausi, hatte mich dazu verurteilt, unseren Hund einer Hundefriseurin vorzustellen, sobald mein selbsterfundener Zickzack-Cut herausgewachsen war. Bis dahin war das Durchbürsten seines Fells das Höchste der Gefühle, was mir noch gestattet war. Ich war auf Bewährung. Die ganze Geschichte findet Ihr HIER.

 

Denn sie wissen nicht was sie tun

(Drama 1955; James Dean)

 

Finleys Fell brauchte etwa fünf Wochen, bis meine Schnippelsünden herausgewachsen waren. In dieser Zeit machte ich mich auf die Suche nach einem Hundefriseur, der Finleys Lockenpracht zu bändigen wusste. Die Internetrecherche ergab, dass es im Umkreis drei Hundefriseure zur Auswahl gab.

 

Direkt bei uns in der Vorstadt gab es den Salon „Ratzfatz“. Dessen Inhaber Stefan warb mit ein paar „Kundenfotos“ im Netz, die bei mir doch einige Zweifel an seiner Qualifikation hervorriefen. Auf einem dieser Bilder war ein ziemlich unglücklich dreinschauender Pudel zu sehen. In der Bildunterschrift hieß es optimistisch: „Peppi kann jetzt den Wind wieder spüren.“ Ich hatte hingegen den Verdacht, dass Peppi sich den Arsch abfriert und auf den Wind den er jetzt spüren konnte, ganz gepflegt pfeifen konnte. Ich endschied, dass „Ratzfatz“ zwar um die Ecke war aber trotzdem nicht unser neuer Hundesalon werden würde.

 

Dann war da noch der Hundesalon „Mona mit den Scherenhänden“ im angrenzenden Edel-Örtchen. Als Referenz gab die Coiffeurin an, „jahrelange Erfahrung im qualifizierten Umgang mit Hunden unterschiedlichster Haarlängen“ gemacht zu haben. Also das konnte wirklich alles oder nichts bedeuten. Ich rief an und fragte, ob sie schon mal das Fell eines Golden Retrievers gepflegt hatte.

Mona kicherte und sagte dann die bedeutungsschweren Worte: „Einen Retriiiifer nicht aber einen Rietreiwer schon. Das spricht man Rietreiwer aus. Natürlich habe ich einige davon die ich jedes Jahr schere…“

Nun unseren Finley sicher nicht. Soviel war, angesichts der totalen Absenz von Kompetenz schon mal sicher.

 

Das Schweigen der Lämmer

(Drama 1991; Jodie Foster/Anthony Hopkins)

 

Als Drittes erzählte man sich auf einer unserer Hundewiesen, dass es im angrenzenden Ammershausen* einen richtig guten Hundesalon gab. Die Friseurin hieße Anke und sei sehr erfahren im Umgang mit Hunden und die Ergebnisse ihrer Schnittkunst seien sehr zufriedenstellend gewesen. Zum Schutze der Anonymität der Protagonistin habe ich den Ortsnamen bis zur Unkenntlichkeit verändert. *augenzwinker

Also, sah ich mir die betreffenden Hunde auf der Wiese an und musste mir eingestehen, dass keiner wie Finley mit einem Zickzack-Muster im Schweif herumlief. Und Adressen, die man über Mund-zu-Mund-Propaganda bekam, waren ja schon immer die besseren Tipps – oder?

Ich rief also bei Anke an und machte einen Termin für Finley und mich. Es musste an einem Nachmittag sein, denn meine Tochter Mausi hatte es sich als Vorsitzende meines Bewährungsausschusses auserbeten, mitzukommen. „Vielleicht brauchst Du etwas Unterstützung“, hatte das Kind gesagt, von dem sein Kinderarzt einmal behauptet hatte, es müsse altersmäßig erst noch in seinen IQ hineinwachsen.

 

Haus aus Sand und Nebel

(Literaturverfilmung 2003; Ben Kingsley)

 

Wir fuhren also über die Stadtgrenze in Richtung Norden. Vorbei an einem großen See, der bei uns Hundeleuten ein sehr beliebtes Auslaufgebiet war. Gott sei Dank hatte ich Franziska, mein Navi dabei, denn wir verließen die befestigten Straßen und fuhren auf Schotter- und Waldwegen weiter. „In 200 Metern bitte rechts abfahren“, flötete Franzi mir von der Konsole zu. Die Gegend wurde immer einsamer. Im Rückspiegel sah ich wie mein Kind sich umschaute, dann sagte sie: „Maaan, das ist ja tote Hose hier. Wenn jetzt was schiefläuft, dann findet uns kein Schwein.“ „Ach was soll schon schieflaufen“, antwortete ich. Vielleicht war ich da eine Spur zu zuversichtlich gewesen.

 

In the Land of Blood and Honey

(Liebesfilm 2011; Angelina Jolie)

 

Ich bog rechts ab und am Ende des Weges standen wir vor einem alten weiß gestrichenen Siedlungshaus. Das Haus hatte einen viereckigen Vorbau, mit einem flachen Dach. In diesem Vorbau, der wohl früher mal ein Tante-Emma-Laden gewesen war, befand sich der Hundesalon. Über der hellblau gestrichenen Eingangstür hing ein Holz-Schild auf dem auf weißem Untergrund in großen pinkfarbenen Buchstaben das Wort „Fellmäuse“ zu lesen war. Das war offensichtlich der Name von Ankes Salon.

 

Überwältigt von so viel Kreativität und subtiler Werbekunst, stieg ich aus meinem Auto aus. Mausi und Finley folgten mir. Anke stürzte auf mich zu, hakte mich ein und flötete: „Willkommen bei den Fellmäusen. Wir machen das schon, was?“ Und in der nächsten Sekunde standen wir alle vier im „Behandlungsraum“. Anke plauderte indes munter weiter. Ihre Oma habe hier früher selbstgekochte Marmelade verkauft und was der Garten sonst noch so hergegeben hatte. Man hätte nach dem Krieg ja nichts gehabt und hätte aus Scheiße Gold gemacht, um die Familie durchzubringen. Äh, ja … tapfer die Omi …

 

Glaubensfrage

(Literaturverfilmung 2008; Meryl Streep)

 

Während Anke so plapperte, räumte sie schon mal die Gerätschaften zusammen, die sie gleich benutzen wollte. Ich sah ich mich inzwischen um. Der Innenraum war professionell ausgerüstet – soweit ich das überhaupt beurteilen konnte. In der einen Ecke stand eine Badewanne mit Seiteneinstieg und mitten im Raum ein Friseurtisch mit der Möglichkeit den Hund zu fixieren. An den Wänden standen zwei Regale, in denen unterschiedlichste Shampoos und andere Pflegemittel aufgereiht waren. Rechts daneben standen ein Tisch und zwei gemütliche Korbstühle.

 

Anke deutete auf die Korbstühle und sagte: „Das ist die Mutti-Ecke. Macht es Euch bequem.“ Ich unterdrückte die Bemerkung, dass wir Finleys Mutti gar nicht mitgebracht hätten und setzte mich. Anke stellte sich einen alten Gartenstuhl dazu und fragte: „Was soll denn gemacht werden?“ Ich atmete auf, denn endlich kam ich auch mal zu Wort. „Also Finley soll getrimmt werden. Das Fell soll dem Standard entsprechend geschnitten werden, nicht zu kurz. Also die Brust, der Schweif in Fächerform und die unteren Läufe und die Pfoten. Weißt Du, wie das bei den Golden aussehen muss?“

 

Lost in Translation

(Independentfilm 2003; Scarlett Johannsen)

 

„Na klar“, sagte Anke, sie sei regelmäßig Gast auf Hundeausstellungen. Sie wäre zum Beispiel in Cloppenburg, Rostock und Neumünster gewesen und habe sich bei diversen Züchtern schlau gemacht, wie so ein Retriever-Cut auszusehen hätte. Und: „Mit so einem sommerlichen Retriever-Cut, kann der Kleine die heiße Jahreszeit genießen.“ Okay, dachte ich, sie hat sich echt engagiert um vor Ort an die nötigen Kenntnisse zu kommen. Ich entspannte mich, blieb in der Mutti-Ecke sitzen und begann zu lesen.

 

Dann hörte ich dieses surrende Geräusch … Sssrrrrrr! Meine Nackenhaare stellten sich auf. Ich sah die Schermaschine in Ankes Hand und während ich „Nicht scheeereeeeennnn!!!!“ in den Raum brüllte, pflügte sie eine etwa 10 cm breite Schneise in das rotgoldene Rückenfell meines Jungen. Anke nahm das Gerät kurz hoch und sah mich verdutzt an.  Sie verstand meine Aufregung nicht und ich verstand nicht, wie sie auf diese total bekloppte Idee kam, nachdem zuvor die Worte „Brust Einkürzen“ und „nicht zu kurz“ gefallen waren. Wo zum Henker lag da das Missverständnis? Der Fachausdruck „Retriever-Cut“ war offenbar frei interpretierbar, genauso wie der Begriff „Fachkraft“.

 

Zeiten des Aufruhrs

(Drama 2008; Leonardo DiCaprio)

 

Hinter mir gab meine Tochter ein paar Japser von sich, Tränen kullerten über ihre Wangen. „Mama“, sagte sie vorwurfsvoll, „das sollte doch so nicht, oder?“ „Ne, so nicht“, antwortete ich. Ich starrte fassungslos auf die Lücke auf dem Rücken meines Hundes. In dieser Schneise hätten meine Mädchen ganz bequem ihre Playmobil-Flugzeuge landen lassen können. Mir fiel nicht mal ansatzweise ein, wie ich das zuhause plausibel erklären sollte.

Ich stotterte: „Wir haben nicht aufgepasst … das hätten … das Du hast Du doch auch nicht gesehen, oder …“

Meine Tochter, die sich inzwischen ganz offensichtlich gefangen hatte, antwortete in sehr aufgeräumten Ton: „Du bist hier die Erwachsene. Du hättest das verhindern müssen. Ich muss mich nur erschrecken.“ Touchè, da hatte sie natürlich recht, die liebe Kleine.

Finley blieb bei der ganzen Sache erstaunlich ruhig. Für ihn schien das Ganze ein Riesenspass zu sein. Er hatte aber auch keine Augen am Hinterkopf und konnte den Schaden nicht sehen.

 

There will be Blood

(Fiktiondrama 2007; Daniel Day-Lewis)

 

Anke hatte offenbar immer noch nicht verstanden, dass sie Mist gebaut hatte und redete auf mich ein. In meinem Kopf begann es zu rauschen, ich nahm nur Wortfetzen wahr, sie redete und redete – wenn sie doch nur endlich mal den Mund halten würde. Ich merkte, wie in mir langsam aber stetig die Wut hochkochte. Mein inneres Ooohhmmm!!! meldete sich gerade noch rechtzeitig, bevor der Siedepunkt erreicht war: „Gaaanz ruhig, Birgit. Atme durch, das Fell wächst nach. Und jetzt, pack zusammen und nix wie weg da!“ Also atmete ich durch und tat – fast – wozu mein inneres Ooohhmmm!!! mir gerade geraten hatte.

„Anke, pass mal gut auf“, leitete ich das folgende ein. „Ich weiß ja nicht mit wem Du auf diesen Ausstellungen gesprochen hast. Golden-Retriever-Züchter können es jedenfalls nicht gewesen sein. Ein Golden wird NIEMALS geschoren, wenn dafür keine medizinischen Gründe vorliegen. Das zerstört die Fellstruktur. Ein Golden braucht sein Unterfell. Im Winter wärmt es, und im Sommer kühlt es. DAS solltest Du als Profi MINDESTENS wissen.“

Anke wollte gerade darauf antworten, doch ich bedeutete ihr mit einer Geste dass sie schweigen sollte. Ich war in Fahrt: „Wir brechen das jetzt hier ab. Du hast mir vorhin offensichtlich nicht zugehört. Für so einen Murcks zahle ich keinen Cent, damit das schon mal klar ist!“ Daraufhin nahm ich mir, ohne eine Entgegnung abzuwarten, meinen Hund und mein Kind und rauschte in unserem Kombi vom Hof als wäre der Leibhaftige hinter uns her.

 

Was vom Tage übrig blieb

(Drama 1993; Emma Thompson)

 

Ein schlechtes Gewissen, weil ich den Laden ohne zu Bezahlen verlassen hatte, hatte ich nicht. Anke hat deswegen auch nie versucht Kontakt mit mir aufzunehmen. Wie hätte sie das auf der Rechnung auch formulieren sollen? Einmal Rückentabularasa … oder, einmal Flugschneisen-Undercut … oder, einmal Ridgeparadox …?

Zuhause angekommen, fielen meine kleine Bewährungshelferin und ich aufs Sofa. Müde und erschöpft betrachteten wir unseren Hund. Finley lag unbeeindruckt und friedlich eingekuschelt auf seinem Lieblingssessel. Und während ich ihn betrachtete und mir überlegte, wie ich den Schaden am besten kaschieren könnte, sah ich vor meinem geistigen Auge, wie kleine Playmobil-Flugzeuge auf seinem Rücken starteten und landeten, starteten und landeten …..

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Frau Nörgel, ein Blümchenpyjama und ein Fitnessguru

Finleys Unterhaltungsprogramm zum Wochenende

 

 

 

Die Stille genießen – nicht bei uns

 

Manchmal gehen Finley und ich auch am Samstag ganz früh raus. Um 6.30 Uhr liegt unsere Siedlung noch im Tiefschlaf. Wenn wir dann schläfrig durch unseren Garten gehen, herrscht eine ganz ruhige, friedliche Stimmung. Das sonst eher leise Quietschen unserer Gartenpforte erscheint dann plötzlich störend laut.

Doch dieses Mal wurde die Stille von einem anderen Geräusch unterbrochen. „Aaaaahhhh….“, dröhnte es über den Bonanza-Zaun. Finley und ich zuckten zusammen. Das war nicht unsere Pforte gewesen, nein das Stöhnen kam eindeutig aus dem geöffneten Panoramafenster meiner Nachbarin Frau Nörgel. Die Gardinen waren zurückgezogen und die Laute, die in den jungfräulichen Morgenhimmel entwichen, hörten sich sehr gequält an.

Frau Nörgel, für diejenigen, die sie noch nicht kennen, ist meine Nachbarin und meine persönliche Vorstadt-Nemisis. Sie hat uns alle, insbesondere mich, unter Wind und ist sofort am Zaun, wenn ihrer Meinung nach, etwas aus dem Ruder läuft in unserer Siedlung. Dabei ist es ihr total gleichgültig, ob sie die Geschehnisse etwas angehen oder nicht. Weitere Geschichten, in denen Frau Nörgel eine Rolle spielt, findet ihr am Ende dieses Artikels.

 

Ein ganz besonderes Panorama am Fenster der Nachbarin

 

Doch zurück zum Samstagmorgen. Finley tappelte unruhig auf seinen Pfoten hin und her. „Fiiiebwer, Seufzwas, Grummelwohin, sollichhelfennnn …“, schnaubte er verwirrt. Er überlegte wohl kurz, ob er versuchen sollte, mit einem großen Satz durch Frau Nörgels Fenster zu springen. „Warte mal kurz, mein Dicker“, sagte ich, „ich schau mal nach, was da los ist.“ Langsam schlich ich mich an das nörgelsche Panoramafenster heran und wagte einen scheuen Blick ins Wohnzimmer.

 

Eightys-Revival im Wohnzimmer

 

Wow! Was ich dort erblickte, machte mich sprachlos. Ich hatte alle Mühe ein Kichern zu unterdrücken. Frau Nörgel kniete vor ihrem Fernseher und war in das Morgenprogramm eines Lokalsenders vertieft. Ich sah einen Mann in Boxershorts, Muscle Shirt, weißen Socken und Sportschuhen. Fokuhila-Frisur und Stirnband deuteten darauf hin, dass es sich um eine etwas ältere Sendung handelte. „Hacke, Spitze, Hacke, Spitze“, skandierte der Mann. Hinter ihm hüpften vier stark geschminkte, blond gelockte Damen in pinkfarbenen Sportklamotten auf und ab.

 

Fitness in den Achtzigern – einfach gnadenlos

 

„Ja-das-soll-wehtun, das-soll-ziehen-und-brennen…“, feuerte Fokuhila-Joey seine Mädels und meine Frau Nörgel an. Offenbar war der Mann sadistisch veranlagt, anders konnte ich mir seine Worte nicht erklären. Wie wäre es denn mal mit, „hey, das soll Euch Spaß machen“ und „passt auf, dass Ihr nicht kollabiert“? Frau Nörgels Gesichtsfarbe hatte inzwischen ein strahlendes Pflaumenblau angenommen und auch bei den blonden Schönheiten im TV konnte das perfekte Achtziger-Jahre-Make Up nicht mehr darüber hinwegtäuschen, dass ihre Körper komplett übersäuert waren. Das alles kommentierte der gnadenlose Fitness-Frontman mit einem lapidaren: „Tja, meine Damen – von nichts kommt nichts.“

 

Cool down, Atemtechniken, alles gut

aber beim Outfit ist noch Luft nach oben

 

Immer zuerst an das Gute im Menschen glaubend, ging ich erst einmal davon aus, dass es sich hier tatsächlich nur um Frühsport handelte, so wie man das in den achtziger Jahren eben gemacht hatte. Jetzt erst bemerkte ich Frau Nörgels Outfit – einen hellblauen Blümchenpyjama, Model „Stretch 2006, Frühlingsfrische rund ums Jahr“.

Ich lehnte mich kurz an Frau Nörgels weiß gestrichene Hauswand atmete durch und versuchte mit aller Kraft nicht los zu prusten. Aus dem Fenster drang psychedelische Musik. Es ging einfach nicht anders, ich musste noch einen Blick riskieren. Der Marquis de Sade der Fitnesswelt war offenbar am Ende seines Trainings angelangt. Er versuchte nun, den Puls seiner Probandinnen mit ein paar gezielten Atemübungen, wieder auf ein Normalmaß zurückzubringen.  „Aaatmeeet in Eure Mitte, in den Bauch, durch die Beine, iiin Eure Füße hinein“, umschmeichelte seine Stimme die völlig ausgelaugten Frauen.

 

Obidience für Vorstadtrentner

 

Frau Nörgel war hochkonzentriert, sog mit aller Kraft, Luft in Ihre Lungen hinein und wartete auf weitere Anweisungen vom Fokuhila-Joey. So aufgebläht, bemüht den eingeatmeten Sauerstoff, den Anweisungen gemäß in ihre Füße zu pumpen, stand sie da und wartete und wartete und wartete …
Ich fing langsam an mir Sorgen zu machen, meine Nachbarin wirkte nicht sehr entspannt, eher verkrampft.

Endlich hatte der Fitnessmensch ein Einsehen und erlöste die arme Frau, kurz bevor sie explodieren würde: „Jetzt klappen wir zusammen und stoßen die ganze Luft in unserem Körper nach draußen.“

Frau Nörgel, gehorchte ohne zu zögern. Blitzschnell kippte sie nach vorne. Dabei streckte sie ihren geblümten Allerwertesten in voller Pracht Richtung Panoramafenster. Obidience für Vorstadtrentner, bei dem Tempo war Frau Nögel sicherlich eine heiße Anwärterin auf den Meistertitel. Sie atmete schwer, stöhnte und seufzte herzzerreißend und wiederholte den ganzen Vorgang mehrere Male.

 

Finley will Genugtuung

 

Finley stupst mich an: „Los sag‘ schon, was ist da los?“ Geduld war ja noch nie seine Stärke. „Also, Frau Nörgel steht im Blümchenpyjama vor dem Fernseher und streckt den Hintern zum Fenster raus“, fasste ich das Geschehen, nicht ganz detailgetreu, für meinen Rüden zusammen.

Finley verzog das Gesicht. Dann sagte er entrüstet: „Na die ist gut. Bei jedem Haufen, den ich in Sichtweite absetze, flippt sie total aus und jetzt streckt sie uns ihren Popo entgegen?“ Und weiter: „Das ist doch eindeutig unerwünschtes Verhalten, Birgit. Das sollten wir nicht positiv verstärken!“

 

Ich will ja nur ihr Bestes…

 

Ich dachte kurz nach. Ich hätte jetzt leise abtreten können. Hätte ein paar Restbestände Empathie zusammenkratzen können und still wie ein Mäuschen in meinem Bau verschwinden und mein Blümchentrauma mit einem heißen Kaffee herunterspülen können. Tja, was soll ich sagen … es ging einfach nicht. Finley hatte es auf den Punkt gebracht. Nach allem, was wir mit Frau Nörgel schon erlebt hatten, war es da nicht unsere Verpflichtung, sie nicht einfach diesem Folterknecht der Aerobic-Szene zu überlassen? *Unschuldsaugenaufschlag

 

Frau Nörgel, ich bin für Sie da …

 

Leise, ganz leise habe ich mich zurück zu Frau Nörgels Panoramafenster geschlichen, ihren geblümten Hintern fest im Blick. Dann habe ich wirklich alles, was ich an Theatralik und Pathos in mir finden konnte, in meine Stimme gelegt und entsetzt gerufen: „Frau Nörgel, brauchen Sie Hilfe, ist ihnen schlecht? … Kann mir jemand helfen – Frau Nörgel ist zusammengeklappt! Mein Gott, Sie röcheln ja …“

Frau Nörgel schoss hoch wie ein vom Bogen geschossener Pfeil. Der Kopf dunkelrot angelaufen, die Mireille-Matthieu-Frisur derangiert, blickte sie sie mir panisch ins Gesicht. „Pssschhhhttt“, machte Frau Nörgel und ruderte dabei mit den Armen, „leise … nein alles … ich mache doch nur … also Frühsport mit dem WDR … das ist für die Fitness … trotzdem danke … äh, wie nett … ähäm, ja dann mache ich mal … ich war ohnehin fertig …“

„Na Gottseidank, dann ist ja alles gut“, sagte ich mit Unschuldsblick. Dann ließ ich meinen Blick zum Abschied noch einmal genüsslich über Frau Nörgels Blümchen-Alptraum gleiten und verabschiedete mich formvollendet.

 

„Oh, what a beautiful mornin‘, oh what a beautiful day
I got a beautiful feelin‘ everything’s goin‘ my way …“

(Frank Sinatra)

 

„Es gibt Samstage, die könnten nicht besser beginnen, was Finley“, sagte ich lächelnd zu meinem Dicken.

„Hihihiii … das kann man wohl sagen. Manchmal ist das Leben doch gerecht“, antwortete mein Schlingel und pieselte gegen Frau Nörgels Rhododendron. Dann gingen wir Zwei fröhlich in den Wald und atmeten ganz tief in unsere Mitte, in den Bauch, durch die Beine, in unsere Pfoten … äh, Füße hinein …

 

Mehr von Frau Nörgel, findet Ihr hier:

 

Wenn Ihr meine Nachbarin Frau Nörgel genauso gern mögt, wie ich, dann findet Ihr unter den folgenden Links weiteren Lesestoff. Einfach auf die Überschriften klicken und Ihr landet beim Artikel.

Booombangebang – Silvestergeschichten aus der Vorstadt

Danke Frau Nörgel oder wie Finley zu seinem Namen kam

 

 

Haushaltshilfe gesucht, den Aqua+ Pet & Family gefunden Vol.1

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Wir testen den THOMAS Aqua+ Pet & Family

 


 

Vor einiger Zeit hatte ich ja über Facebook nach einer Haushaltshilfe gesucht. Mein alter Staubsauger war in Rente gegangen und das zum für uns ungünstigsten Zeitpunkt. Es war Januar und das bedeutete hier in der Hamburger Vorstadt, dass unglaubliche Mengen Wasser vom Himmel geregnet sind und Matsch, Matsch und nochmal Matsch.

 

Matsch und Tierhaare und Matsch und Tierhaare und Matsch und …

 

Finley ist als Golden Retriever ein eher langhaariger Hund. Bei der Fellverteilung im Hundehimmel hat er mindestens viermal laut „hier ich“ gebellt. Der ganze Schnodder verfängt sich da sehr leicht in seiner dichten Wolle.  War mein Hund dann durchgetrocknet und der ganze Schlamm auf den Boden gelandet, war immer eine Etagen-Grundreinigung fällig. Das jedoch gestaltet sich schwierig, wenn der ehemalige Staubsauger seine alten Tage mit einem Cocktail in der Hand am Strand von Barbados genießt.

Gottseidank haben wir einen würdigen Nachfolger für unseren alten Sauger gefunden. Die Firma THOMAS (hier geht es zur Firmenseite) hatte sich auf meinen Hilferuf gemeldet und mir freundlicherweise den Aqua+ Pet & Family zum Testen zur Verfügung gestellt. Dieser Staubsauger wurde speziell für die Bedürfnisse von Tierhaltern entwickelt. Soviel kann ich schon verraten, die Hausarbeit wurde mir durch dieses Gerät sehr viel leichter gemacht.

 

Demnächst hier auf dem Blog:

Der Test für die Sprühsaugfunktion und das feuchte Wischen

 

Mancher Schmutz ist so hartnäckig, dass er sich nur mit Wasser entfernen lässt. In diesen Fällen kann man den Aqua+ Pet & Family mit speziellen Saugaufsätzen versehen und mit ein paar Handgriffen zu einem Nasssauger umrüsten. Mit der Sprühsaugfunktion könnt Ihr selbst hartnäckige Schlieren und Flecken von Euren Böden und Möbeln entfernen und mit dem Gerät anschließend noch feucht durchwischen.

Meine Testberichte zu diesen Funktionen könnt Ihr in einem meiner nächsten Artikel lesen.

 

Heute im Test: Die Trockensaug-Funktion

 

Heute haben wir für Euch das Trockensaugen mit dem Aqua+ Pet & Family getestet. Was mir gut gefallen hat, war dass ich die Saugstärke verändern konnte. Das Gerät verfügt über 1600 Watt Leistungsstärke und eine stufenlose, elektronische Saugkraftregulierung mit ECO-Control. So konnte ich die Saugleistung an den Grad der Verschmutzung und die Art des Untergrundes anpassen. Die Bedienung der Funktion ist einfach über einen am Hauptgerät angebrachten Schalter zu erreichen und durch einen Schieberegler am Saugrohr.

 

Neue Filtertechnik durch den Aquafilter

 

Um den Aqua+ Pet & Family in Betrieb zu nehmen, brauchte ich erst einmal einen Liter Wasser aber dazu komme ich späer noch einmal. Die Firma THOMAS hat ein neuartiges Filtersystem entwickelt, die Aqua+ Technologie. Im Sauger befindet sich ein neu entwickelter Aquafilter. Der Aquafilter besteht aus einem Schmutzwasserbehälter, einem zweiteiligen Filterdeckel und einem Ansaugfilter.

 

 

Was tut die neue Technologie für mich?

 

Vor dem Saugen wird Wasser in den Schmutzwasserfilter eingelassen. Am Filter befinden sich zwei Markierungen, die die Mindestmenge und die maximale Füllmenge markieren. Staubpartikel, Tierhaare die aufgesogen werden, werden im Wasser gebunden. So werden auch unangenehm riechende Geruchsstoffe im Filtersystem aufgefangen und können nicht mehr in die Raumluft entweichen. So verbessert der Filter die Raumluft beim Staubsaugen. Im Gegenzug gibt das Gerät eine leicht befeuchtete Luft in den Raum ab. Ich, als Hausstaub Allergiker, empfand gerade diesen Effekt als sehr angenehm – kein Niesen mehr beim Saugen. Die Firma THOMAS nennt das Frischesaugen.

 

Empfehlung durch die Deutsche Haut- und Allergie e. V.

 

Die Deutsche Haut- und Allergie e. V. hat diesen entscheidenden Vorteil für Allergiker bestätigt und empfiehlt den Aqua+ Pet & Family für Allergiker:

„Der hohe Abscheidegrad von Allergenen im Wasserfilter des Gerätes – eine Leistung, die zudem auch für frischere Raumluft sorgt. Eine Empfehlung, der Sie vertrauen können – wenn Sie auf der Suche nach einem leistungsfähigen Staubsauger sind, der bei Allergien für saubere Luft sorgen kann.“

 

Einfache Handhabung, leichtes Gerät

 

Die Handhabung des Aqua+ Pet & Family ist einfach. Zuerst nimmt man den Aquafilter heraus und befüllt ihn mit Wasser. Dann setzt man ihn wieder ein und schließt die Saugerabdeckung. Hat man vorher den Schlauch und den Saugaufsatz montiert, was schnell und leicht zu bewerkstelligen ist, kann es losgehen.

Wegen des Wassers im Filter, sollte der Sauger immer gerade auf dem Boden stehen. Er lässt sich leicht ziehen und macht jeden Richtungswechsel mit. Ich war begeistert von der Saugleistung, es blieb nichts liegen, auch nicht Finleys Haarbüschel unter dem Sofa. Das erspart mir in Zukunft, jedes Mal das Sofa von der Wand abzurücken. Die Firma THOMAS empfiehlt den Saugvorgang nach jeweils 30 Minuten zu unterbrechen und den Aquafilter zu reinigen. Das würde ich bei starken Verschmutzungen auch so sehen. Bei leichteren Verschmutzungen kann man nach meiner Erfahrung ruhig ein wenig länger saugen.

 

 

Die Filter Reinigung nach dem Saugen

 

Nach dem Saugen muss der Aquafilter jedes Mal gereinigt werden. Dazu nimmt man ihn aus dem Gerät und baut die beiden Deckel von dem Schmutzwasserfilter ab. Das geht ganz einfach und wird in der Bedienungsanleitung anschaulich erklärt. Das schmutzige Wasser kann man in die Toilette schütten. Bei starken Verschmutzungen landet mein Schmutzwasser auf dem Kompost. Die Abdeckungen und der Schmutzwasserbehälter sollten dann gründlich gereinigt werden und vollständig getrocknet sein, bevor man den Aquafilter wieder ins Gerät einsetzt.

 

 

 

 

Den Staubbeutel um die Treppe zu saugen

 

Da der Aqua+ Sauger am Boden stehen muss, wenn der Aquafilter mit Wasser befüllt ist, war es so für mich nicht möglich meine Treppen zu saugen. Das ist in einem Drei-Etagen-Reihenhaus aber unbedingtes Muss. Deshalb war ich froh, dass der Aqua+ Pet & Family Sauger eine wichtige Alternative zu bieten hatte. Der Lieferung lag auch ein Staubbeutel bei, der mit wenigen Handgriffen anstatt des Aquafilters montiert werden konnte. Dank des praktischen Haltegriffes an der Abdeckung des Staubsaugers konnte ich ihn beim Saugen bequem die Stufen hochtragen.

Auch bei dieser Art zu saugen, sind mir keine unangenehmen Gerüche aufgefallen und niesen musste ich auch nicht.

 

Fazit:

Im Ergebnis kann ich sagen, dass ich mit der Trockensaugfunktion des Aqua+ Pet & Family Staubsaugers sehr zufrieden war. Er hat gute Chancen, unserem Cocktail shakenden „Alten“ den Rang abzulaufen. Insbesondere wenn man Hunde oder Katzen im Haus hat, leistet der Aqua+ Pet & Family gute Dienste.

Ich konnte ihn leicht mit einer Hand die Treppen hochtragen und mit der anderen Hand die Stufen absaugen. Die Wartung gestaltet sich anders als bei herkömmlichen Saugern. Nachdem ich das zwei-, dreimal gemacht hatte, waren das nur noch Routinegriffe für mich, die ich schnell erledigt hatte. Das Filtersystem ist hinterher wieder sauber, wie vor der ersten Benutzung.

Das garantiert den Frischeffekt in der Raumluft, der durch das Frischesaugen mit dem neuen Aquafilter entsteht, was für mich als Allergikerin sehr wichtig ist. Mit der Saugleistung war ich sehr zufrieden. Insbesondere die stufenlose Verstellbarkeit der Saugstärke gibt mir die Möglichkeit den Sauger an jeden Untergrund anzupassen.

Als einzige, kleine Kritik muss ich den Einzugsmechanismus für das Elektrokabel erwähnen. Laut Bedienungsanleitung soll das Kabel mit einem leichten Zug vom Gerät weggezogen werden und dann losgelassen werden. Das Kabel soll sich dann durch einen Gegenzugmechanismus selbst wieder ins Gerät einziehen. Das hat nicht so gut funktioniert. Ich musste den Vorgang mehrmals wiederholen, bis der Gegenzug einsetzte. Hier hätte ich mir lieber einen Schalter außen am Gerät gewünscht, der den Kabeleinzug regelt.

 

Zum Abschluss noch ein Lesetipp

 

Wenn Ihr Lust habt, dann schaut doch auch einmal auf die Haustier-Ratgeber Seite von THOMAS. Hier findet Ihr viele Tipps zur Haltung von Hunden und Katzen.

 

Es zwickt und zwackt – was Finley das Altern leichter macht

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Zwei AniForte-Produkte im Finley-Test

 

 

 

 

Auch mit sechzig kann man noch vierzig sein – aber nur noch

eine halbe Stunde am Tag.

(Anthony Quinn)

 

Neulich, hatten Finley und ich morgens eine schöne Waldrunde hinter uns gebracht. Wir hatten ein wenig mit unseren Dummys trainiert und Finley durfte später noch mit Hannes spielen. Hannes ist ein flitzeflinker 18 Monate alter Australien Shepherd und hält Finley immer ganz schön auf Trab, wenn sie sich treffen. Zuhause angekommen, war mein Dicker müde auf sein Kissen gefallen und fest eingeschlafen.

 

Nach einer Stunde Tiefschlaf hatte Finleys Magen wohl signalisiert, dass es Zeit sei aufzustehen, um sich seine Morgenration bei mir abzuholen. Doch es ging einfach nicht, er hatte Mühe hoch zu kommen und humpelte dann auf mich zu. Es war deutlich zu sehen, dass er Schmerzen hatte. Das war wirklich ein trauriger Anblick, der mir sehr zu Herzen ging. Zuerst dachte ich, er habe sich im Wald beim Toben vertreten, doch dann kamen mir Zweifel. Nachdem die Symptome auch am Nachmittag immer noch nicht besser geworden waren, gingen wir zu unserer Tierärztin.

 

Nachdem unsere Ärztin ihn gründlich untersucht hatte, sagte Sie: „Er ist ja nun schon etwas älter, es kann sein, dass sich da eine Arthrose entwickelt.“

Worte können weh tun, mir taten sie weh. Aber ich musste mich der Realität stellen. Finley bekam für die nächsten Tage ein Schmerzmittel und ich viele Tipps und Broschüren über Nahrungsergänzungsmittel. Ich hatte mich mit diesem Thema vorher – Asche auf mein Haupt – noch nicht beschäftigt.

 

Ich startete eine Umfrage im Internet und fragte mal die Erfahrungen meiner Leser ab, die diese mit solchen Mitteln gemacht hatten. An dieser Stelle noch einmal vielen Dank für Eure Unterstützung. Ich habe mir jeden Hinweis gesichert und alle Präparate aufgeschrieben.

 

Am Ende bin ich auf der Seite von AniForte gelandet. Ich suchte dort nach einem Produkt mit Grünlippmuschelextrakt. 4 in 1 Complete – Rundumversorgung für Hunde schien mir genau das Richtige Präparat zu sein. Es besteht zum einen aus Grünlippmuschel für eine bessere Beweglichkeit, das hatte ich vorrangig gesucht. Außerdem beinhaltet das Präparat aber auch noch gemahlene Hagebutten für ein besser funktionierendes Immunsystem, Bierhefe für ein kräftiges Fell und gesunde Haut und Topinambur zur Unterstützung der Darmflora. Die genaue Zusammensetzung findet Ihr bei AniForte auf der Produktseite. Klickt dafür einfach auf den Produktnamen.

 

Der Lieferung lag ein Dosierlöffel bei, der das Abmessen der richtigen Menge sehr erleichtert. Finley soll laut Händlerangabe täglich 3 Gramm pro 10 Kilogramm Körpergewicht ins Futter bekommen. Das heißt, er bekommt bei derzeit 38 Kilogramm Körpergewicht 12 Gramm 4 in 1 Complete ins Futter. Ein voller Dosierlöffel erfasst 2 Gramm des Pulvers. Finley futtert die Ration anstandslos weg, das Pulver scheint gut zu schmecken.

 

Bis heute hat es gut gewirkt. Finley hatte seit November keinen Arthrose-Schub mehr und läuft locker und leicht. Wenn wir Hannes treffen, achte ich ein bisschen strenger darauf, dass mein Dicker sich nicht übernimmt und wir machen ein paar Mal pro Woche gezielte Gymnastikübungen, die seinen Bewegungsapparat stärken sollen. Unser 4 in 1 Complete gehört jetzt fest zum Fütterungsalltag und ich bin zuversichtlich, dass Finley sein Leben noch ganz lange schmerzfrei, genießen kann.

 

Ein Lächeln ist das schönste Make Up, dass ein Hund tragen kann

(Frei nach Marilyn Monroe)

 

„Was Männlicheres ist Dir als Einstieg wohl nicht eingefallen, schnaub … Marilyn Monroe, ey“, sagte Finley zu mir, als wir unseren neuen Text noch mal durchgegangen waren.

„Jetzt stell‘ Dich mal nicht so an“, antwortete ich, „schließlich war sie ja eine der begehrtesten Frauen ihrer Zeit.“

Finley: „Eben! Grummel … Clark Gable, John Wayne, Old Shatterhand … es hätte Alternativen gegeben, Birgit.“

Ja sicher, dachte ich im Stillen aber die Herren hatten sich leider niemals zu Themen wie Zahnhygiene geäußert und waren deshalb hier nicht zitierfähig, Punkt!

 

Mit Finleys Zahnstatus kann ich eigentlich ganz zufrieden sein. Meine Tierärztin meint, dass er da wohl sehr viel Glück gehabt habe mit seinen genetischen Anlagen. Denn ob ein Hund stark oder weniger stark zu Zahnsteinentwicklung neige, hinge zum größten Teil von der Zusammensetzung seines Speichels ab.

 

Dass Finley auch jetzt noch, im hohen Alter von zehn Jahren, gute und gesunde Zähne hat, liegt sicher auch daran, dass wir seine Kauwerkzeuge von Anfang an regelmäßig geputzt haben. Ihr ahnt sicherlich was jetzt kommt – richtig – Finley hält nie still. Ob nun mit Fingerlingen oder Zahnbürste, mit schmackhafter Zahnpaste oder ohne, mein alberner Junge hatte immer viele Tricks drauf, um das Zähneputzen zu einem schweißtreibenden Event zu machen.

 

Ich glaube, Finley und ich, wir hatten beide keine Lust mehr auf diesen Stress. Und weil mein Dicker so gut auf das 4 in 1 Complete reagiert hatte, habe bei AniForte gleich noch mal nachgeforscht. Da muss es doch noch was geben, dachte ich, was uns die Mundhygiene etwas erleichtern kann. Und ich bin fündig geworden. Seit etwa 14 Tagen bekommt Finley nun DENTA Clean & Care Zahnstein-Ex Pulver für Hunde und Katzen von mir ins Futter. Die Dosierung ist einfach, weil der Lieferung ein Maßlöffel beiliegt. Pro 10 Kilogramm Körpergewicht empfiehlt das AniForte-Team einen halben Dosierlöffel voll als Beigabe zum Futter. Für Finley sind das zurzeit 2 volle Dosierlöffel.

 

DENTA Clean & Care besteht aus einer Algenmischung, Petersilie, Kieselgur und Apfeltrester. Anfangs hatte Finley ein wenig mit dem Geschmack des Pulvers gefremdelt, da habe ich ihm vorübergehend etwas Dosenfutter zum üblichen Futter dazugegeben. Problem gelöst, er putzt das jetzt weg wie nix. Das Finleys Atem sogar ein bisschen frischer riecht, als vor der Einnahme, nehmen wir als Bonus natürlich gerne mit.

„Frisch UND männlich natürlich“, sagt Finley und schaut mich vorwurfsvoll an.

„Natürlich, mein Bärchen – supermännlich“, antworte ich und grinse …

 

Figaro, Figaro … aus mir wird nie ein Hundefriseur

„Fellpflege schafft Vertrauen, das ist gut für die Bindung“ (Züchter Thomas M.)

 

 

 

Was ich an Finley schon immer besonders geliebt habe, ist sein wunderschönes, volles, dunkelrotgoldenes Fell. Ich kann stundenlang neben ihm sitzen und mit meinen Fingern durch seine weichen Locken streichen. Damit das Fell auch ein Leben lang so schön bleiben würde, hatte mein Züchter mich mit zahlreichen Pflegetipps versorgt.

Jede Woche ein Eigelb oder ein schöner Klacks Quark ins Futter, sagte er und einmal in der Woche sollte ich meinen Hund richtig durchbürsten. „Das lieben unsere Hunde“, sagte mein Züchter und klang wirklich überzeugend. Einer der letzten Begebenheiten bevor ich meinen Finley bekam, war ein Trimmseminar im Garten meines Züchters.

 

Trimmen ist eine Kunst

 

Zuhause angekommen, entschloss ich mich meinem Hund die Haare zu schneiden – fachgerecht, so wie mein Züchter es mir dereinst vorgeführt hatte. Ich hatte also folgende Erinnerungen als Vorbild:

Züchter Thomas bedeutete seiner Hündin Jeany – wortlos – sie möge auf den Gartentisch springen, was sie ohne mit der Wimper zu zucken auch tat. Von den herumliegenden Scheren und Bürsten in keiner Weise irritiert *natürlichnicht, stand sie regungslos da, wie eine aus Marmor geklöppelte, antike Statue. WOW!

Entspannt saß ich im Gartenstuhl und betrachtete das Geschehen.  Ich brannte darauf meinen Hund zu trimmen. Alle bisher unterdrückten Barbie-Frisuren-Fantasien, die ich als Kind gehabt hatte, brachen sich Bahn. Ich würde Haare schneiden und effilieren … Juhuuuuu! Nun hatte ich aber außer Betracht gelassen, dass ich von Thomas ja keine Barbie bekam, sondern einen bockigen Ken.

 

Ein formvollendeter Fächerschnitt ist das Ziel

 

Züchter Thomas fing inzwischen an, den üppigen Schweif seiner Hündin durchzukämmen. Alles mit Bedacht, ruhig und mit Muße.  Jeany ließ sich das mit unfassbarer Gleichmut gefallen. Ganz in Ruhe schnitt er die überhängenden Längen ab. Am Ende fielen die Haare wie von selbst in eine Fächerform, die Starfrisör Udo Walz Tränen der Rührung in die Augen getrieben hätte.

Er verfuhr weiter nach seiner No-Problem-Methode: Pfoten ausputzen – zack, zack … seine Hündin kannte das Prozedere, hob eine Pranke nach der anderen, freiwillig! Dann die Vorbrust, die Haare an der Wamme, die Ohren ausputzen und den Brusthaaren mit der Effilierschere den letzten Touch verpassen … alles passierte ruhig, bestimmt, ohne ein Zucken beim Hund, ohne Fluchtversuch, kein einziges Fiepen, Bellen oder Knurren. Hach, das wollte ich auch, denn schließlich, so sagte mir mein Züchter, würden solche Momente inniger Fellpflege auch die Bindung zum Hund fördern.

 

Scherenshopping – mein Starterpaket

 

Frisieren wie Hamburgs Haarstyling-Ikone Marlies Möller oder wenigstens wie Shirley vom örtlichen Frisörladen, das war meine Mission. Da ich absolut keine Ahnung hatte, von dem was ich da tun würde, wich ich auf mir bekanntes Terrain aus – ich ging shoppen. Im Hundeladen angekommen, ließ ich mich beraten. Gitte die Fachkraft vor Ort nahm mich unter ihre Fittiche und zeigte mir, was man als frisch initiierte Hundepflegekraft so zum Trimmen eines Durchschnitts-Retrievers brauchte.

Das war meine Ausbeute:

Drei Scheren mit glatten Klingen, klein, mittel, groß, sie sollten laut Gittes Auskunft mit dem Hund mitwachsen. *dochhabichgeglaubt

Zwei Effilierscheren, eine mit einer glatten Klinge und eine mit, na zwei Effilierdingsens eben. Dann zwei Krallenscheren, klein und groß, eine Drahtbürste, einen Gummischwamm mit Gummistacheln, falls mein Hund aufs Bürsten empfindlich reagieren sollte, eine normale Bürste, einen Stahlkamm und einen Flohkamm. Dann noch ein forkenähnliches Gebilde, mit dem ich meinem Hund regelmäßig das Unterfell auslichten sollte.

 

Gutes Werkzeug ist wichtig – Djangomesser inbegriffen

 

Dann legte Fachverkäuferin Gitte noch eine Art Schrubber-Messer dazu. Es erinnerte mich ein wenig an ein Rasiermesser aus einem amerikanischen B-Movie-Barbiershop. Dieses Messer landete in solchen Filmen regelmäßig in den Händen eines Mannes namens Django, kurz bevor dieser einem Mann namens Pepe die Halsschlagader durchtrennte. Egal, laut meiner Lieblingsfachkraft gehörte das Mordinstrument zur Grundausstattung einer Durchschnittshundemutti. Also rein damit in die Einkaufstüte.

 

Finley denkt an Flucht

 

Zuhause angekommen, breitete ich meine Ausbeute mit den Worten „na, dann woll’n wir mal“ vor den Augen meines Hundes aus. Finley verschwand daraufhin augenblicklich hinter unserer Regentonne und fing an einen Fluchttunnel zu graben. Es hat mich schon ein wenig Mühe und eine halbe Fleischwurst gekostet, ihn wieder hinter dem Schuppen hervorzulocken.

Also ich mache es mal kurz. Natürlich war gar nicht daran zu denken, dass Finley sich ruhig auf unseren Gartentisch stellte. Scheren und Bürsten wurden entweder abgeschleckt oder er versuchte sie im Fluchttunnel zu versenken. Und unserem Clown den Schweif zu stutzen … ach herrje … versucht das mal bei einem Hund, der mit dem Schwanz wedelt, als würde sein Leben davon abhängen. Dieses Problem schrie nach einer kreativen Lösung.

 

Wir erfinden das Etappen-Trimmen

 

Ich bin die Erfinderin des Etappen-Trimmens. Strategisch, planvolles Vorgehen war von mir gefordert. Also legte ich gleich als erstes eine Schale mit Wurst- und Käseresten bereit. Kluger Schachzug!  Finley nahm sofort Witterung auf, die herumliegenden Scheren und Bürsten verschwanden langsam aus seinem Fokus. Und jetzt stelle ich Euch mein Programm vor. Ein Weg in fünf Schritten, verteilt auf mehrere Tage. Klingt aufwendig, meint Ihr? Stimmt! Schont aber die Nerven.

 

Etappen-Trimmen – unser Weg zur Traumfrisur

 

Schritt 1: Zuerst kürzte ich ihm die puscheligen Haare an den unteren Enden der Hinterläufe. Es lief ganz gut, denn bevor Finley nach einem Spaziergang zu uns ins Haus darf, reinige ich ihm immer die Pfoten.  Er guckte zwar etwas skeptisch, weil ich statt eines Handtuchs, einen Kamm und danach eine Schere zur Hand nahm aber er nahm es hin. Naja, die leckere Fleischwurst und die schmackhaften Käsereste mögen auch ihren Beitrag dazu geleistet haben, dass mein Vorhaben gelang.

Die sogenannten Hosen, den oberen Teil der Hinterbeine, beschnitt ich nicht weil mich dafür, laut Trimmstandard meines Retrieververeins, drakonische Strafen treffen würden.  Auf meinem damaligen Hundeplatz kursierten Gerüchte, dass es Hundehalter gab, die nach dem Beschneiden der Hosen ihres Hundes nie wieder gesehen wurden… Also griff ich zu der „Forke“ und lichtetet lediglich die Unterwolle aus, sicher ist sicher 😉 .

 

Schritt 2: Jetzt, so war der Plan, wollte ich das gleiche mit den Vorderläufen machen. Finley entschied aber genau in diesem Moment, dass wir spielen wollen und fing an durch den Garten zu hüpfen. Ich machte jetzt etwas, was ich aus heutiger Sicht niemandem empfehlen würde. Ich versuchte ihn einzufangen.

Von außen betrachtet bot sich meinen Nachbarn nun folgendes Bild. Ein süsser, kleiner Hund lief vor einer großen, dunkelhaarigen Frau davon. Mit der einen Hand richtete die Frau eine lange Spitze Schere auf den Hund und in der anderen Hand schwang sie ein Barbiermesser durch die Luft . Dabei rief die offenbar völlig irre gewordene Frau sowas wie: „Komm her mein Süßer, dann haben wir es endlich hinter uns …“ Ehrlich gesagt, frage ich mich heute noch, warum damals niemand den Tierschutz gerufen hat. Letztlich, fragt bloß nicht wie,  haben wir die Vorderläufe aber doch noch ausputzen können.

 

Schritt 3: Jetzt wollte ich die Härchen an den Pfoten beschneiden. Tja, also da hatte mein Zappelphilip andere Pläne. Er trappelte auf und ab wie ein Flamencotänzer auf Ecstasy, da hatte ich erst einmal keine Chance. Offenbar war Finley an den Pfoten sehr kitzelig. Im Vergleich zu den mit dem Schrubber-Messer bearbeiteten Läufen sahen die Pfoten aus, wie zerzauste Schminkpinsel aus der Billigdrogerie. Das musste ich nun hinnehmen. Ich machte mir eine Gedankennotiz: Pfoten Ausputzen und die Krallen schneiden brauchten zukünftig einen Extratermin. Möglicherweise Schritt 3 mit Schritt 5 vertauschen, das ist besser für die Nerven.

 

Schritt 4: Das Trimmen der Vorbrust ist bei Finley, allein schon wegen der Fellmenge, eine Herausforderung. Das ist offenbar der Teil der Fellpflege, den Finley in vollen Zügen zu genießen bereit war. Er steckte den Kopf nach oben, sass ganz nah bei mir, ließ sich zwischendurch immer wieder auskämmen und genoss die kleinen Streicheleinheiten zwischendurch. Obwohl diese Etappe am längsten dauerte, verlief sie unkompliziert und ruhig.

Übrigens schneide ich die überstehenden Haare und kleine Puschel an den Ohren nicht, wie es der Ausstellungs-Standard verlangen würde, kurz. Ich finde diesen Wildwuchs nämlich total niedlich. Und solange keine gesundheitlichen Probleme auftreten, darf das bei uns so bleiben.

 

Schritt 5: Als letzten Schritt, in der Hoffnung, Finley möge sich zwischendurch mal etwas weniger freuen und mit dem Schwanzwedeln aufhören, wandte ich meine Aufmerksamkeit seinem Hinterteil zu. Die hohe Kunst des Fächerschneidens ist bei Golden Retrievern nicht zu unterschätzen. Ich gestehe, ich hatte eine leichte Obsession mit der perfekten Fächerform der Haare. Ich wollte es unbedingt so haben, wie ich es auf zahlreichen Hundeausstellungen gesehen hatte.

Also kämmte ich alle Zotteln nach hinten, umfasste sie und als ich losschnitt … Riiitschschsch … kam mein Mann nach Hause, Finley freute sich wie ein Irrer, wedelte mit dem Schwanz und rannte zur Tür. Das Ergebnis dieses Handlungsablaufs war alles andere als ein akkurater Fächerschnitt. Meine Schere war abgerutscht und hatte eine salmiartige Lücke in die Haarpracht geschnitten.

Tja, was ab ist, ist ab, dachte ich mir und entschied mich für einen Freestylecut. Ich schnitt ihm noch drei weitere Salmilücken in den Schweif und Finley lief die kommenden drei Wochen mit einem, durchaus akkurat geschnittenen Zickzackmuster herum. Ich gebe freimütig zu, es hätte sicherlich elegantere Möglichkeiten gegeben, meinen Schnippelunfall zu kaschieren. Sie sind mir aber nicht eingefallen.

 

Meine Töchter fällen ein Urteil

 

„Wenn Du einen Pudel hättest, würdest Du ihn wahrscheinlich lila einfärben“, motzte meine Tochter Motte und warf mir einen verächtlichen Blick zu. (Anm. d. Redaktion: Nein, würde ich nicht!)  „Mensch Mama eine Hundefriseurin wirst Du nie … armer, armer Finley … hat die Mama Dich hässlich gemacht“, ergänzte ihre große Schwester Mausi und umarmte das Tier theatralisch. Und was tat Finley? Na was schon – er seufzte auf, schmiegte sich in Mausis Arme und wedelte mit dem Schwanz.

Ich musste spontan an meinen Züchter denken …  „stärkt die Bindung zu Deinem Hund“, hatte er gesagt … „könnt Ihr zusammen genießen“, hatte er gesagt. Pah! Allerdings hatte er auch mal gesagt, „Birgit wälze Dich auf dem Rasen“ … aber das erzähle ich Euch mal in einer anderen Geschichte.

Meine Mädchen, damals acht und neun Jahre alt,  hatten beschlossen mich nicht so leicht davonkommen zu lassen. „DAS tust Du unserem Hund nicht nochmal an“, sagte Motte und blickte mich strafend an. „Ja, wie sieht den dass aus“, pflichtete Mausi ihrer Schwester in ungewohnter Eintracht bei. Und: „Das überlässt Du beim nächsten Mal, mal schön einem Profi.“ Ich bekam also die töchterliche Anweisung, meinen Hund, sobald seine Haare nachgewachsen waren, bei einer Hundefriseurin vorzustellen. Insgeheim hatte ich auch schon daran gedacht, stimmte also relativ kleinlaut zu. Warum ein Hundefriseur auch nicht immer die richtige Entscheidung sein muss, erzähle ich Euch ein anderes Mal.

 

Ende gut, Haare gut … und wenn sie nicht … dann trimmen wir auch heute noch

 

Inzwischen hat Finley gelernt, sich auch bei der Fellpflege zu entspannen, ich übrigens auch. Wir können diese Momente zusammen genießen. An dieser Stelle, schöne Grüße an meinen Züchter 😉 . Beim Etappen-Trimmen ist es allerdings bis heute geblieben. So muss Finley sich immer nur für einen kurzen Zeitraum zusammenreißen. Ich möchte seine Geduld ja nicht überstrapazieren. Mir gibt das die nötige Ruhe und die Zeit, seine Haare vernünftig und optisch ansprechend zu schneiden. Der Rassenstandard spielt dabei bei uns inzwischen zugegebenermaßen eine recht untergeordnete Rolle. Die Hosen schneide immer noch nicht, die Angst einfach zu verschwinden sitzt bei mir viel zu tief … wer schon jemals Mitglied auf einem Hundeplatz war, wird mich verstehen… 😀

Nach dem Trimmen plane ich immer eine Ruhezeit ein, dann lese ich ein Buch und Finley kann ein wenig vor sich hin dösen. Wir sind uns dann richtig nah. Übrigens, eine leichte Obsession mit der „Fächerform“ habe ich immer noch aber das halten Finley und ich locker aus…

 


Vorankündigung:

Ich lese übrigens zurzeit ein sehr interessantes Buch über die Fellpflege beim Hund. Die Autorin heißt Franziska Knabenreich-Kratz und ist ausgebildete Hundefriseurin. Meine Buchbesprechung zu „Feingemacht“ könnt ihr demnächst hier im Blog lesen.

 

 

Hunde die nach hinten gucken

Geschichten vom Hundehalten und Menschsein

 

 

Das neue Buch von Heidi Schmitt hat meinen Ruf in unserer Vorstadt nun vollends zerstört. Danke Heidi! 😉

Ihr fragt Euch wie das geschehen konnte?

 

Lachanfälle infolge Buchkonsums

 

Ich war ja nun schon dank des auffälligen „Fehlverhaltens“ meines Rüden Finley in seinen Sturm-und-Drang-Zeiten und meiner anfangs eher mangelhaften Fähigkeiten, sein Verhalten in vorortkompatible Bahnen zu leiten,  bekannt wie ein bunter Hund. Dann waren ruhigere Zeiten eingekehrt, weil ich Finley zu Einkaufsstoßzeiten nicht mehr mit ins Dorf nahm und dann – natürlich – weil ich ihn spitzenmäßig erzogen hatte. *grins

Tja und nun hat Heidi Schmitt ein Buch geschrieben, das mich völlig außer Kontrolle geraten ließ. Egal wo ich es las, beim Frisör, in der Eisdiele, auf der Parkbank und im Restaurant, ich kicherte, gluckste und brach in schallendes Gelächter aus – völlig ungebremst. Es hat mich so gefesselt, dass mir die „Tststsssts“ unserer neugierigen alten Tanten, das konsternierte Kopfschütteln unserer spießigen Besserwisser und die besorgten Seitenblicke mancher Passanten gar nicht aufgefallen sind.

 

Selbstironie Biss zum Morgengrauen…

 

Und soll ich Euch was sagen, es ist mir  wurscht was sie wohl gedacht haben mögen. Heidi Schmitts Buch macht einfach Spaß. Sie schreibt ihre Geschichten im warmherzigen Ton, mit viel Humor, Selbstironie inklusive. Zuweilen – wir Hundeleute wissen ja, dass wir ein wenig gaga sind – legt sie auch mal den Finger in die Wunde aber ganz sanft und mit Feingefühl.

Die Autorin beschreibt unterschiedlichste Alltagssituationen mit ihrer Hündin Panini und hat auch keine Scheu mal eigene Fehler einzugestehen, was ich persönlich sehr sympathisch finde. Sie erzählt warum sie im Leben kein Rudelführer werden wird, warum sich Pansen nicht für die Aromatherapie eignet und scheut sich auch nicht Trainerikone Martin Rütter anzuklagen, er habe sie im Stich gelassen.

 

Der heimliche Star ist das Glossar

 

Mein Geheimtipp in diesem Buch für Euch ist allerdings das Glossar.  Das solltet ihr Euch von A bis Z zu Gemüte führen. Vermeintlich bekannten Begriffen aus der Hundewelt haucht Heidi Schmitt neues Leben ein. Oder wusstet Ihr, dass „Barf“ aus dem Englischen übersetzt Erbrechen bedeutet?

„Hunde, die nach hinten gucken“ ist eine Medizin, ein Stimmungsaufheller ohne Nebenwirkungen. Ich kann dieses Buch jedem Hundeliebhaber und denen, die es noch werden wollen wärmstens empfehlen.

 

 

Kurzinterview mit Heidi Schmitt

 

 

Goodfellows: Du bist Autorin und Werbetexterin. Wie wichtig ist Sprache und der Umgang mit ihr für Dich?

Heidi Schmitt: Sprache ist alles. Beruf, Hobby, Leben. Worte sind Humor und Gefühl, einfach alles.

 

Goodfellows: Welches ist Deine schönste Kindheitserinnerung?

Heidi Schmitt: Eine herausragende gibt es da nicht. Aber da meine Mama im vergangenen Oktober verstorben ist, denke ich derzeit viel an die Kindheitsrituale mit ihr. Wir hörten mittwochs abends manchmal zusammen das Wunschkonzert im Radio: „Vom Telefon zum Mikrofon“. Damals wurden extra der Süddeutsche Rundfunk und der Südwestfunk dafür zusammengeschaltet. Und dann lauschten wir und lästerten ein bisschen über manche Anrufer, die irgendeinen Unfug erzählten. Dabei gab es immer eine Schätzfrage. „Wie viele Kartoffeln gehen in einen Eisenbahnwaggon?“ oder ähnlich enorm bedeutsame Fragen. Jeder Anrufer musste sie beantworten und wer am nächsten dran war, bekam am Ende vermutlich einen Keks oder so. Die Schätzfrage wurde erst kurz vor Schluss aufgelöst und die Sendung ging ewig, in meiner Erinnerung bis 23:30 Uhr. Irgendwann gingen wir alle ins Bett, meine Schwester, meine Mutter und ich und hörten dort weiter – wir wollten ja die Auflösung der Schätzfrage noch mitkriegen. Aber natürlich schliefen wir jedes Mal ein und erfuhren nie, wie viele einbeinige Frauen im Vorjahr geheiratet haben. Es war ja die selige Zeit ohne Google und Wikipedia. Wir blieben unwissend, haben aber morgens immer sehr gelacht, wenn wir feststellen mussten, dass wir wieder einmal kollektiv versagt hatten. Aber wer kann schon wach bleiben, wenn der „La Montanara-Chor“ singt? Diese Verbindung aus Miteinander und Humor gehört zu den besonders glücklichen Kindheitserinnerungen.

 

Goodfellows: Wenn es möglich wäre, welchen Schriftsteller würdest Du gerne mal treffen und warum?

Heidi Schmitt: Ich hätte gern Robert Gernhardt getroffen. Er war nicht nur ein großer Dichter, sondern wohl auch ein zauberhafter Mensch. Aber das geht ja nicht mehr. Dann würde ich vielleicht gern Jonathan Franzen treffen. Kein Buch hat mir jemals soviel gesagt wie die „Korrekturen“. Vor Ehrfurcht würde ich aber vermutlich kaum ein Gespräch führen können.

 

Goodfellows: Was bedeutet Freiheit für Dich?

Heidi Schmitt: Von den ökonomischen Notwendigkeiten einmal abgesehen lebe ich sehr frei. Das ist mir jeden Tag bewusst und ich bin enorm dankbar dafür. Ich kann tun und lassen und sagen was ich will. Im Alltag zeigt sich Freiheit für mich oft an kleinen Dingen. Freiheit ist zum Beispiel: Bei schönem Wetter mitten unter der Woche mit dem Hund ins Feld fahren, spazierengehen und weit ins Land gucken.

 

Goodfellows: Beschreibe einen Moment, in dem Du uneingeschränkt glücklich warst.

Heidi Schmitt: Glück braucht die Anwesenheit von Unglück, um überhaupt zu existieren. Ich war sehr glücklich, als mein Hund wieder normal auf vier Beinen laufen konnte. Aber das ist nicht uneingeschränkt – die Schmerzen, die Panini hatte und die Sorge um sie sind nicht vergessen. Das wird uns immer begleiten. Manchmal, wenn ich Menschen sehe, deren Hunde auf der Wiese wie bekloppt herumrasen, denke ich: Ihr wisst gar nicht, was ihr da habt. Und oft ist es ja wirklich so: Glück erkennen wir am besten, wenn es uns verlassen hat. Deshalb mag ich das „eingeschränkte“ Glück. Weil man es nicht übersieht.

 

Goodfellows: Danke liebe Heidi, für die ehrlichen und interessanten Antworten … und wenn der „La Montanara-Chor“ im Radio singt, könnte ich auch nicht wach bleiben 😀 .

 

 

Wer ist Heidi Schmitt?

 

Wer weiß das schon genau? Nein, Scherz beiseite. Heidi Schmitt ist Werbetexterin, Autorin und Bloggerin. Sie lebt mit ihrer Mischlingshündin Panini in Frankfurt am Main.

Wenn ich es richtig verstanden habe, haben die Segugio-Mischlingshündin, die Heidi auch liebevoll „das Brötchen“ nennt, und diverse Kreuzbandrisse, die Panini auskurieren musste, dazu geführt, dass Heidi den Hundeblog „Kommst du hierher!“ startete (Kurzfassung) 😉 . Mittlerweile geht es dem Brötchen ganz gut und Heidi hat auch andere Themen aus der Hundewelt beim Wickel. Schaut doch mal bei Heidi vorbei, ich verspreche Euch,  es lohnt sich.

Wer noch mehr von Heidi lesen möchte, kann ja mal in Ihre bereits erschienenen Bücher „Ein Hund namens Brötchen“ (Link zu meiner Rezension HIER), „Jubiläum in der Busspur“ und „Komm, wir laufen aus“ hineinspiekern.

 

Hunde, die nach hinten gucken

Autorin: Heidi Schmitt

Taschenbuch: 208 Seiten

Verlag: Books on Demand; 1. Auflage

ISBN: 978-374-813-2417

Preis: 13,90 Euro

 


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Fotos: www.europa-apotheek.com

 

Selten aber manchmal eben doch, mutiert mein Finley zum Fango-Fan. Es gibt Ecken in unseren Wäldern, die kennt der Hund von Welt. Im Sommer staubtrocken, entstehen dort nach Regenfällen kleine Hundesuhlen, matschig, schlammig grün und übel riechend.

Lavendelduft ist nicht Finleys erste Wahl

 

Erst neulich hat er sich so ein Wellness-Schlammbad gegönnt. So nass und schmuddelig konnte ich ihn natürlich nicht ins Haus lassen. Also wurde er vor der Haustür mehrfach shampooniert und abgeduscht. Der kleine Rest Hundeshampoo war schnell verbraucht und ich musste auf unsere lavendelduftige Handseife vom Menschendiscounter zurückgreifen. Finley was not amused.

Er und ich lieferten uns den in diesen Situationen üblichen Schrubbertango. Das Ergebnis war immer das Gleiche: Ich war schweißgebadet und hatte Kopfschmerzen und Finley war beleidigt – LAVENDELDUFT! Ich hatte es ja vor, wollte ja noch in den Hundefachhandel fahren, hatte es aber wieder mal nicht geschafft, rechtzeitig für Nachschub und damit dafür zu sorgen, dass unser Hund auch nach einer Waschsession roch wie ein ganzer Kerl.

 

Die Online Apotheke für entspanntes Einkaufen

 

Nach unserem „Dancing in Modder“ sah ich selber nicht mehr ganz salonfähig aus. So konnte ich mich unmöglich in unserem Dorf sehen lassen. Ich musste da eine Lösung finden, meinen Nachschub so zu organisieren, dass immer genügend Shampoo nach jeder von Finleys Kneipkuren im Hause wäre, ohne dass ich das Haus noch einmal verlassen musste. Bei meiner Internetrecherche bin ich auf die Europa Apotheek gestoßen. Auf Ihrer Website habe ich in der Kategorie Tiergesundheit/Hunde eine große Auswahl an Medikamenten für unsere Vierbeiner vorgefunden.

Das Angebot beinhaltet angefangen bei Zeckenschutz, Fellpflege, bis hin zu Verbandsmaterialien und Nahrungsergänzungsmitteln alles, was man für das Wohlbefinden seines Hundes braucht. Wenn Ihr neugierig geworden seid und mal schauen wollt, klickt auf die farbigen Worte und Ihr landet direkt auf den entsprechenden Seiten der Europa Apotheek.

 

Mein Einkaufszettel war jedenfalls schnell geschrieben

 

Zuerst natürlich ein Shampoo dessen Duft ich genauso gerne rieche wie Finley. Mit dem Lavendelduft unserer Handseife würde er sich nämlich niemals anfreunden, viel zu unmännlich. Dann sollte das Waschmittel natürlich auch noch hautfreundlich sein und durfte seiner Fellstruktur nicht schaden. (Anm. der Redaktion: Handseife benutze ich wirklich nur im Notfall 😉 )

 

Gesunder Hund von den Pfoten bis zu den Ohren

 

Dann schaute ich mir seine Ohren an. Von außen war es ja nicht so schlimm. Da reichten lauwarmes Wasser und ein weicher Lappen aus, um den Schmutz zu entfernen. Aber drinnen, oje …  wenn ein Retriever sich wie ein kleines Wildschwein in weichen, matschigen Boden einarbeitet, dann bleibt so Einiges in den Ohrmuscheln hängen. Also gehörte ein Ohrreiniger auch auf meine Liste und zur Sicherheit habe ich gleich noch ein Fläschchen Augentropfen mitbestellt. Man kann ja nie wissen, wann man es mal gebrauchen kann.

 

Große Auswahl an Medikamenten auch für uns Menschen

 

So und nun noch schnell etwas gegen den Schnupfen für meine Tochter und ein Kopfschmerzmittel für mich und dann ging es zur „Kasse“. Übrigens, ab einer Bestellung in Höhe von 30.00 Euro oder wenn Ihr zusammen mit der Bestellung ein Rezept einreicht, ist die Gesamtbestellung versandkostenfrei. Ich habe bequem mit PayPal bezahlt der gesamte Bestellvorgang, inklusive Registrierung und Bezahlvorgang, hat nur wenige Minuten gedauert und lief reibungslos. Bequemer kann man nicht einkaufen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Rabatz auf Camelot – Nachbarschaft im Vorstadtring

Ein guter Nachbar ist ein edel Kleinod  (Dt. Sprichwort)

 

 

So, jetzt ist es soweit. Heute möchte ich Euch einmal einen weiteren Nachbarn vorstellen – gestatten, Herr Rabatz. Er wohnt bei uns im Ring, eingangs der Straße. Nicht wie die meisten anderen in einem Reihenhaus mit Garten, sondern in dem Mehrfamilienhaus, das wie ein mittelalterlicher Wehrturm am Entree unserer Straße steht.

 

Erbengemeinschaft mit Prinzipien

 

Dieses Haus ist eines dieser Bauobjekte, die nicht in eine Vorstadtlandschaft passen. Eine wunderschöne alte Hamburger Kaffeemühle stand dort und hätte es verdient gehabt, erhalten und saniert zu werden. Allerdings widersprach diese Vorstellung der hinter dem Projekt stehenden Erbengemeinschaft, die auf wenig Grundstücksfläche, möglichst viel Wohnraum schaffen wollte, um möglichst viel Mieteinnahmen auf das Gemeinschaftskonto fließen zu lassen. Herr Rabatz und seine Frau Gisela gehörten zu dieser Erbengemeinschaft. Sie wurden rausgekauft aus dieser Erbengemeinschaft – warum auch immer… *mirfallenTausendGründeein….

Anstatt einer geldwerten Auszahlung, bekam das rüstige Rentnerpaar eine Eigentumswohnung in diesem, …. ich suche nach einem passenden Adjektiv, ähm …. Neubau. Womit niemand gerechnet hatte, sie zogen höchstselbst dort ein.

 

Camelot am Vorstadtring

 

Der Neubau, herausgekommen ist dabei ein rechteckiger, mit rot-lilafarbenen Klinkern verkleideter Drei-Etagen-Klotz. Aber das ist noch nicht das Ende der Geschmacklosigkeiten.  Alle vier Ecken des Hauses sind mit senfgelbem Sandstein abgesetzt. Und dieser kitschige Design-Ausrutscher verleiht dem ganzen Bau die Anmutung einer uneinnehmbaren Festung. Wir Ringbewohner nennen das Gebäude scherzhaft „Camelot“ oder „die Burg“.

Also, mein neuer, bester Freund Herr Rabatz bewohnt in „Camelot“, nebst Gattin und ihrer dicken, fiesen Katze „Coco“ *wirwerdenniemalsFreunde, eine Wohnung im  Parterre. Wenn das Zuhause etwas über seine Bewohner aussagt, hätte ich gewarnt sein müssen. Aber ein gewisses Maß an selbstzerstörerischer Grundnaivität hat mich in all den Jahren nicht verlassen und ich trete neuen Nachbarn nach wie vor offen gegenüber.

 

Lore und Boxer Jonny – Freunde an der Rittertafel

 

Außerdem wohnen meine Freundin Lore, ihr Mann und ihr durchgeknallter Boxer Jonny auch in diesem Haus. Und Lore ist so ziemlich der Harmonie orientierteste Mensch, den ich kenne. Boxer Jonny, dem ist Harmonie total egal. Das ist etwas, was er mit Finley gemeinsam hat. Die zwei sind kompatibel … meistens … mit gelegentlichen Ausnahmen … jedenfalls immer wenn es darauf ankommt.

 

Klönschnack an den Müllboxen

 

Neulich trafen Lore und ich uns zufällig an den Mülltonnen vor ihrem Haus. Gute Gelegenheit für einen Klönschnack. Finley hatte sich neben mir abgesetzt. Lore und ich wollten gerade unsere Wochenerlebnisse austauschen, da kam Herr Rabatz um die Ecke. Sekundenschnell erfasste sein abschätzender Blick die Situation. Nachbarin mit Wohnrecht (meint Lore) blockiert den Weg, zusammen mit Nachbarin ohne Wohnrecht (meint mich) und *ürgs* Hund.

„Treten Sie zur Seite und nehmen sie das Vieh da weg“, donnert er mir entgegen. Meine Halsschlagadern schwollen in Sekundenschnelle auf Wasserschlauchdicke an.

 

Wer sich im Ton vergreift…

 

Und weil Finley in seinem Leben ja noch nie ein Stichwort verpasst hatte und seine Gepflogenheiten offensichtlich auch im stolzen Alter von zehn Jahren nicht ändern wollte, tat er was getan werden musste. Er sprang unvermittelt am Rabatzmacher hoch, schwanzwedelnd mit aller Begeisterung, zu der er fähig war. Dabei leckte er dem alten Mann über die Hand, den Unterarm bis zum Ellenbogen und als er wieder gen Boden fiel nochmal alles, nur rückwärts. Jaaa, manche Hunde können Ironie!

 

Finley gefiel nicht was er sah und hörte

 

Ich gebe zu, in diesem Moment war ich ein wenig stolz auf meine Erziehung, auch wenn der Durchschnittsbürger in einer solchen Situation etwas anderes von Hunden erwartete. Man muss halt flexibel denken. Meiner Meinung nach, hatte sich mein Hund als brillanter Menschenkenner erwiesen. Mein Hund hatte in kürzester Zeit erfasst, mit wem wir es zutun hatten: einem emotionsgestörten, arroganten Arschloch in Oberhemd und Schlips. Schreist Du mein Frauchen an, wirst du es bereuen – Punkt.

 

Zusammenreißen Birgit … zusammenreißen

 

„UahhhhhIiiirchhiiiiiiigttittittitittgitt!“, entfuhr es dem Mann im Oberhemd in einer Tonlage, die einem Kastraten alle Ehre gemacht hätte.

„Ja, igittigitt Finley. Wo zur Hölle ist eigentlich Dein guter Geschmack geblieben“, fuhr ich meinen Rüden im Theater-Tadel-Ton an.

Meine Freundin Lore riss ihre Augen auf und ging hinter ihrer Restmülltonne in Deckung.  Horst Rabatzens Gesicht nahm die Klinkerfarbe seines Hauses an. „Äh, wie bitte …“, sagte Herr Rabatz. Und: „Ich habe mich wohl verhört!“ „Was genau, haben Sie denn nicht verstanden“, fragte ich freundlich.

 

Herr Rabatz ist außer sich

 

Herr Rabatz, nun vollständig auf Krawall gebürstet, brüllte: „Ich muss doch sehr bitten!“. Dann folgte eine Tirade, bei der ich nur noch Wortfetzen wahrnehmen konnte. „… total unerzogener Hund … Sie zahlen die Reinigung … uhuuund von Ihrem Benehmen will ich gar nicht erst reden …“. Während die Worte aus Herrn Rabatz herausblubberten, schwoll sein Gesicht dunkelrot an, in seinen Mundwinkeln bildeten sich kleine Speichelfäden und auf seiner Halbglatze tanzten kleine Schweißtropfen.

 

Eine Stimme wie eine Sirene

 

Dass Männer über „Einsachtzig“ so schrille Stimmen haben können, war mir neu. Nachdenklich betrachtete ich den Mann mir gegenüber. Eigentlich wäre doch, rein theoretisch, ausreichend Klangkörper vorhanden, für einen wohlklingenden, sonoren Bariton. Dieses Kermit-Miss-Piggy-Mix-Timbre war schmerzhaft. Das musste ich vor der nächsten Provokation unbedingt bedenken. Zum Beispiel wenn ich einen Notruf bei der Polizei absetzen wollen würde: „Kommen sie vorbei bitte schnell, hier schreit eine Frau – oder Horst Rabatz ….“ Aber ich schweife ab….

 

Der Nachbar forderte Verstärkung an

 

Herr Rabatz hatte Fahrt aufgenommen. Mein wirklich gut gemeintes „Jetzt kommen Sie mal wieder runter, tun Sie mal was für Ihren Blutdruck“, brachte ihn nur noch mehr in Rage. „Giiiseeelaaa, komm mal, das musst Du Dir anhören“, schrie er in die Hainbuchenhecke, die seine Terrasse vor neugierigen Blicken schützen sollte. Pflichtschuldigst spähte seine Frau wenige Sekunden später über die Hecke.

Auftritt, Gisela Rabatz, Terrasse am Ringrand, auf dem Arm die fauchende „Coco“ – fchchchchchchhhhhh!!!

Was kam jetzt wohl? Richtig …. Finley hatte sein Stichwort gehört.

 

Finley: „Überlasse mir das Katzenviech…“

 

Noch bevor Frau Rabatz ihrem Mann beipflichten konnte und ehe ich reagieren konnte, nutzte Finley die fünf Meter seiner Schleppleine, zwängte sich durch die noch jungen Heckenpflanzen und verklickerte Coco, dass er von schielenden, überfütterten Katzen in seinem Revier überhaupt nichts hielt. Ach was, dass er von Katzen an sich, in seinem Hoheitsgebiet, überhaupt nichts hielt.

Coco, auch nicht faul, fuhr die Krallen aus und schlug vom Arm herunter, mehrfach mit den Pfoten nach meinem Liebling. Und zack, da hatte sie schon sein Ohr getroffen, mein Kleiner jaulte auf, kam bedröppelt zu mir zurück und warf mir diesen Mami-Aua-Mach-Das-Weg-Blick zu.  Oha, so nicht, denke ich mir. Nicht mit Muttis Jungen.

 

Mein inneres Gleichgewicht schwankte wie ein besoffener Seemann

 

Also, ich fasse mal zusammen. Mein inneres Ohmmm griff zum Stenoblock: Bin ich vollständig im Recht? Nein. Bin ich über den Punkt hinaus, nachgeben zu können? Ja, schon lange! Ist Weggehen eine Option? Nein. Ist es wichtiger die Oberhand zu behalten? Ja, bei neuen, renitenten Nachbarn immer! Geht souverän anders? Ja, na und????

Mein inneres Ohmmm lächelte mir aufmunternd zu und sagte: “Mach schon, kleine Schwächen darf jeder mal haben…“ Sind das da zwei Hörner, da auf seinem Kopf?

 

Übrigens, für solche Fälle haben mein inneres Ohmmmm und ich die sogenannte Dreh-den-Spieß-um-Taktik, kurz DdSu-Taktik, entwickelt.

 

 DdSu-Taktik 1. Schritt – verwirre den Feind

„Leinen Sie sofort ihre Katze an“, fuhr ich die verdutzte Gisela an. „Ich … was wollen …, äh … ich habe gar keine Leine“, antwortete sie verwirrt.

„Soso“, sagte ich bedeutsam, “haben Sie niiiicht?“ Und weiter: „Ja wissen Sie denn nicht, dass hier jeder verpflichtet ist, sein Haustier so zu sichern, dass andere nicht verletzt werden?“ Dabei schaute ich gequält auf die kleine, blutige Schramme am Ohr meines Rüden. Finley, nicht doof, gab auf den Punkt einen kleinen Fiebser von sich. *guterJunge*

Gisela Rabatz lief rot an und stammelte: „Ähm ja, dann bringe ich die Coco mal wieder rein.“

„Besser wäre es“, stimmte ich ihr im vorwurfsvollen Ton zu. Abgang Coco.

 

DdSu-Taktik 2. Schritt – mache dem Feind ein schlechtes Gewissen

Gisela hatte inzwischen offensichtlich nachgedacht. Und als sie wieder auf der Terrasse erschien fragte sie schnippisch: „Wer sagt das überhaupt – das mit der Katzenleine?“

„Otto Frank – der Erbauer und Gründer dieser Siedlung. Sein Geist wohnt auch noch heute jedem Ziegelstein unserer Häuser inne. Seinem Geist haben wir uns beim Kauf unserer Häuser verpflichtet“, sagte ich inbrünstig, so als gäbe es für mich nichts Wichtigeres im Leben, als Tradition, die guten Sitten und Brauchtum. Und dann, an meine neue Nachbarin gewandt: „Aber bitte, wenn ihnen so etwas nichts bedeutet …“ *strike*

„Also natür… ähm, also wenn das hier so ist, äh dann ist das wohl so …“, stammelte sie.

„Schön, dass wir uns da einig sind“, sind sagte ich bestimmt.

Lore, meine Freundin, hatte sich übrigens schon bei Schritt Eins in ihre Wohnung zurückgezogen und betrachtete das Geschehen entspannt von ihrem Küchenfenster aus.

 

 DdSu-Taktik 3. und finaler Schritt – schockiere den Feind

„So“, sagte ich an den Herrn Rabatz gewandt, „jetzt ziehen Sie mal ihr Hemd aus, damit ich es waschen kann.“

„HORST“, schrie Frau Rabatz und sah ihren sichtlich verdutzten Mann an.

„Aber sie wollten doch, dass ich ihr Hemd reinige“, antwortete ich und streckte dem Rentner meine Hand entgegen.

Hinter Lores Küchengardine hörte ich ein Glucksen.

„Die Hemden meines Mannes wasche ich und NUR ich“, fuhr mich Frau Rabatz an. „Bitteschön, wenn SIE es so wollen“, sagte ich mit gespielter Unschuld. Und abschließend fügte ich noch hinzu: “So jetzt habe ich keine Zeit mehr für Sie, vielleicht sieht man sich ja mal wieder.“ Dann winkte ich den beiden locker zu, schob mich mit Finley vorbei an ihnen, in ihr frisch gefegtes Treppenhaus, um mir bei meiner Freundin Lore den wohlverdienten Morgenkaffee abzuholen.

Und wenn die Rabatzens nicht gestorben sind, dann….

Ne, sind sie nicht. So viel kann ich schon mal verraten. Da wird es schon noch die eine oder andere Geschichte geben……

 

 

 

 

 

 

 

Haushaltshilfe gesucht! Kooperationsanfrage!

Grafik: pixabay

 

HILFE! Ich wate hier knietief durch Büschel von Hundehaaren (okay, leicht übertrieben). Mein Finley flockt seit einem Jahr aus wie Omis alter Flokati-Teppich (nicht übertrieben).

Als langhaariger Hund trägt er natürlich gerade im Herbst und in der Übergangszeit zum Frühling sehr viel Schmutz ins Haus und zwar nach jedem Spaziergang. Für mich heißt das drei Stockwerke (Teenageralarm im ersten Stock), zwei Treppen, ein Eingangsbereich mit Hundesonderstatus, Laminat, Parkett und Fliesen sauber zu halten. Manches davon mehrmals am Tag. Mein 12 Jahre alter Staubsauger hat den Dienst quittiert und genießt seinen Ruhestand. Es ist Zeit für etwas Leistungsstärkeres.

 

Nachfolger gesucht

 

Ich suche dringend nach einem Nachfolger für unseren Staubsauger. Einer der unseren Anforderungen gewachsen ist. Der Job hier ist nicht einfach. Wir suchen nach einem Saugersystem ohne Staubbeutel, geeignet für Allergiker, Tierhaar geeignet, leicht zu bedienen und nicht zu schwer, weil wir ihn ja drei Stockwerke hinauftragen müssen. Verschiedene Aufsätze wären wünschenswert, so dass wir auch unsere Hundekissen, Polstermöbel, Lampenschirme u.s.w. absaugen könnten.

 

Zurzeit weiß ich gar nicht, was der Staubsaugermarkt so zu bieten hat. Gibt es eine Firma, die an einem Produkttest interessiert wäre? Ich würde gern hier auf meinem Goodfellows Hundeblog und in meinen sozialen Medien darüber berichten. Mein Media Kit findet Ihr HIER.  Wenn ja, schreibt mir doch eine E-Mail an info@goodfellows-coaching.de oder über Facebook per PN (FB-Link findet Ihr HIER), dann könnten wir alles Nähere besprechen.

 

Liebe Grüße von Birgit und Flokati-Finley