Beiträge

Facebook, Freundschaftsanfragen, Spendenaufrufe und andere Tierschützer

Ach, ich merk es! Wehe! wehe!

(aus Goethes Zauberlehrling)

 

 

 

 

Mir drückt was auf der Seele, irgendwas läuft schief im Staate Dänemark … ähm, auf meinem Facebook-Account.

Wenn man einen Hundeblog betreibt wie ich, ist man regelmäßig in den Sozialen Medien präsent. Denn schließlich habe ich ja auch ein Interesse daran, dass meine Geschichten von möglichst vielen Lesern gesehen werden. Facebook ist eines dieser sozialen Medien auf dessen Spielwiese ich mich deswegen fast täglich tummele.

 

Die ich rief, die Geister, werd ich nun nicht los.

(aus Goethes Zauberlehrling)

 

Die Dynamiken auf Facebook folgen ihren eigenen Gesetzen. Und immer dann, wenn ich denke ich wüsste jetzt wie der Hase läuft, ändert Facebook die Algorithmen oder seine Firmenpolitik. Die Dynamiken ändern sich dann, zuerst zögerlich, dann rasant. Im Moment komme ich mir vor wie Goethes Zauberlehrling. Die Geister, die ich rief, überfluten mich.

Ich bekomme auf Facebook in letzter Zeit sehr viele neue Freundschaftsanfragen. Im Schnitt sind es 10 bis 20 neue Anfragen pro Tag. Nach einer längeren Dürrezeit empfinde ich das als viel. Per se ist das erst einmal sehr erfreulich. Dennoch macht es mir auch Probleme, weil auch die Bots und Spams dazulernen und zunehmend „anfragen“. Neue Spams werben für sich mit Hundefotos und angeblich „gemeinsamen Freunden“.

 

Immer neue Güsse bringt er schnell herein,
Ach! und hundert Flüsse stürzen auf mich ein.

(aus Goethes Zauberlehrling)

 

Ruft man diese Profile auf, kann man aus den dort zur Verfügung stehenden Informationen nicht erschließen mit wem man es zu tun hat. Dazu müsste ich diese Freundschaftsanfragen annehmen. Was ich im Übrigen anfangs auch ganz blauäugig getan habe. Kaum hatte ich das getan, begann ein regelrechtes Spendenaufruf-Flooding. Könnte man sich im Internet vor dieser Überflutung durch das Verlegen von Sandsäcken schützen – ich hätte es getan.

 

Proportional zu den Zahlen der Freundschaftsanfragen wächst also auch die Zahl der Aufforderungen bestimmte Seiten zu liken, Petitionen zu unterschreiben oder zu spenden. Oftmals sind diese Seiten gefaked oder dienen vor allem nur der Reichweitengenerierung für Spendenaufrufe. Mit meinem Profil, meiner Einstellung zu Hunden oder meinem Blog haben sie herzlich wenig zu tun. Das könnte ich aber in der Regel erst feststellen, wenn ich diese Seiten liken würde. Das ist zeitaufwendig und auch extrem ärgerlich.

 

Nein, nicht länger kann ichs lassen;
will ihn fassen.
Das ist Tücke!

(aus Goethes Zauberlehrling)

 

Also muss ich mir etwas ausdenken, diese Freundschafts-Fallen, so empfinde ich diese Anfragen, zu umgehen. Ich muss die Dynamiken neu kennenlernen und einen Weg finden wie ich neue Freundschaften, an denen ich durchaus interessiert bin, von den Fakes unterscheiden kann. Besonders schwierig ist das für mich im Hundebereich, denn Hundefotos sind schnell heruntergeladen und ein real anmutendes Profil ist schnell erstellt.

In einer besseren, virtuellen Welt würde ich nur Anfragen von Menschen bekommen, die wirkliches Interesse an meinen Geschichten hätten. Ich würde nur Anfragen bekommen, von Menschen, die sich wirklich für meine Themen in- und außerhalb der Hundewelt interessierten. Leider sind die meisten Anfragen in der virtuellen Realität zielgerichteter. Eine ganz besondere Unart ist es geworden, dass man ungefragt zu irgendwelchen Gruppen hinzugefügt wird oder ungefragt markiert wird, zum Beispiel bei Spendenaufrufen. Mich stört das insbesondere im Bereich des Tierschutzes. So entsteht einfach ein falsches Bild von meinem Engagement.

 

Ach! nun wird mir immer bänger!
Welche Miene! welche Blicke!

(aus Goethes Zauberlehrling)

 

Vorab möchte ich klarstellen, dass ich natürlich weiß, dass es unzählige Tierschutzorganisationen gibt, die seriös arbeiten. Ihre zum größten Teil ehrenamtlich arbeitenden Helfer haben meinen Respekt. Ihre Arbeit ist gut und wichtig. Von Ihnen schreibe ich hier aber nicht.

Sicherlich werde ich mir mit diesem Artikel trotzdem den Zorn einiger Tierschützer zuziehen. Dennoch erlaube ich mir an dieser Stelle einmal Kritik. Die Vorgehensweise einiger Tierschutzgruppen, die ich in den letzten Tagen auf Facebook zwangsläufig kennenlernen „durfte“, kann man nur als unerträglich manipulativ, ihr Auftreten als erschreckend aggressiv bezeichnen. Die Botschaft ist klar: Wenn Du nicht spendest, bist Du ein schlechter Mensch. Und da sind manche Tierschützer gar nicht zimperlich im Umgang mit Menschen. Wer nicht mitzieht oder eine andere Meinung oder gar Kritik äußert,  wird oft als Verbrecher beschimpft, als wertlos dargestellt. Oft gipfeln diese Hasstiraden in Äußerungen wie, „man würde diesen Menschen keine Träne nachweinen, würden lachend und applaudierend zusehen, wenn sie elendig in einer Gasse verreckten…“.

 

Wehe! wehe! Beide Teile stehn in Eile
schon als Knechte völlig fertig in die Höhe!

(aus Goethes Zauberlehrling)

 

Eine dieser Organisationen hat mich, immer wieder durch ein anderes Mitglied, an einem einzigen Tag bei 12 Spendenaufrufen markiert. Das empfinde ich als bedrängend und nötigend. Man hat mitzumachen. Ich finde allerdings – nein, ich muss gar nichts, wenn es nicht meiner Überzeugung entspricht und wenn ich mich schon woanders engagiert habe. Meine Entscheidung!

Ich werde mir in nächster Zeit die Mühe machen, anhand der einzelnen Posts von Personen aus meiner Freundesliste herauszubekommen, wer meine FB-Freundschaft nur deshalb wollte, um mich für Spendenaufrufe zu markieren oder mich ungefragt irgendwelchen Tierschutzgruppen hinzuzufügen. Diese Connections werde ich kappen. Das möchte ich so nicht.

 

Ein verruchter Besen, der nicht hören will!

(aus Goethes Zauberlehrling)

 

Insbesondere verspüre ich überhaupt keine Bereitschaft mit Tierschützern zusammenzuarbeiten, die pauschal angeben, sie würden Menschen verachten oder Menschen seien ihnen zuwider. Wenn man in seiner Tätigkeit an einen solchen Punkt kommt, sollte man mal eine Pause einlegen, dann hat man die Bodenhaftung verloren.

Bei einem solchen Distanzverlust, sei er nun nachvollziehbar oder nicht, kann man keinen verantwortungsvollen Tierschutz mehr leisten. Zumindest müssen sich diese Tierschützer einmal fragen lassen, an wen sie ihre Tiere dann überhaupt noch vermitteln wollen.
Zu guter verantwortungsvoller Arbeit gehört bei vielen Berufen und ehrenamtlichen Tätigkeiten immer eine gesunde Distanz. Das gilt für Tierschützer genauso, wie für Polizisten, Krankenschwestern, Juristen oder Journalisten. Diese Distanz gibt einem die Fähigkeit auszuhalten was schief läuft und zu erkennen was möglich ist und was nicht.

 

Wie ich mich nur auf dich werfe, gleich, o Kobold, liegst du nieder

(aus Goethes Zauberlehrling)

 

Bitte habt Verständnis, dass ich in Zukunft anders mit Freundschaftsanfragen verfahren werde.

Zukünftig werde ich keine Freundschaftsfragen mehr annehmen, wenn ich aus dem Profil nicht ersehen kann, mit wem ich es zu tun habe. Ich weiß, wir gehen alle sehr vorsichtig mit unseren Daten um und das ist gut so. Meiner Meinung nach sollte man der FB-Gemeinschaft jedoch ein Gerüst von überprüfbaren Informationen zur Verfügung stellen. Wer es ernst meint, sollte zumindest die URL seiner Website zugänglich machen, damit man eine Möglichkeit hat zu sehen, dass man es mit einem realen Menschen zu tun hat.

 

Stock, der du gewesen, steh doch wieder still!

(aus Goethes Zauberlehrling)

 

Ja, ich bin engagiert im Tierschutz. Allerdings ist es mir, nur weil ich Hunde liebe, nicht egal in welchen Gruppen ich Mitglied bin. Ich suche mir das nach einer eingehenden Prüfung, gerne selber aus. Also seht bitte in Zukunft davon ab, mich ungefragt irgendwelchen Tierschutzgruppen hinzuzufügen. Ich möchte auch in Zukunft nicht ungefragt bei Spendenaufrufen markiert werden. Ob und für welche Oganisationen ich zu Spenden aufrufe, entscheide ich und sonst niemand. Fälschlicherweise entsteht sonst nämlich der Eindruck, ich stünde mit meinem Engagement hinter dieser Organisation. Tierschutzseiten, die mich weiterhin ungefragt markieren, werde ich entliken und melden. Das gilt natürlich nicht für Einladungen, die schaue ich mir gerne an und entscheide dann.

 

In die Ecke, Besen, Besen!
Seids gewesen.

(aus Goethes Zauberlehrling)

 

Bei Tierschutzseiten, die in einer Sprache abgefasst sind, die ich nicht spreche, bin ich raus. Taucht mein Name da auf, könnt Ihr davon ausgehen, dass ich entweder nichts davon weiß oder dass man mich gegen meinen Willen hinzugefügt hat. Dazu gehören Seiten auf Rumänisch, Russisch, Thailändisch und überwiegend allen anderen slawischen und asiatischen Sprachen. Das bedeutet nicht, dass diese Menschen keinen guten Tierschutz betreiben. Das kann ich nicht beurteilen. Und da liegt die Krux in der Sache. Wenn ich mich engagiere, dann verstehe ich gerne, was vor sich geht und da ich diese Sprachen nun einmal nicht spreche, ist das nicht gewährleistet.

 

Ich engagiere mich vorwiegend im Inlandstierschutz und verlasse mich, was den Auslandstierschutz betrifft, vorwiegend auf einen eingeschränkten Personenkreis mit guten, persönlichen Kontakten in das entsprechende Land. Diese Menschen sind mir persönlich bekannt und haben in den letzten Jahren bewiesen, dass man ihnen trauen kann. Und wegen diverser, fehlgeleiteter Anfragen in letzter Zeit sage ich ganz deutlich: ICH SELBER VERMITTLE KEINE HUNDE! Ich berichte darüber oder zeige mal einen Hund, den andere vermitteln.

 

Und nun kann ich hoffen, und ich atme frei!

(aus Goethes Zauberlehrling)

 

Ich hoffe, dass es mir so leichter fallen wird, die echten Account aus den Gefakten herauszusieben. Aus juristischen Gründen habe ich in diesem Artikel bewusst darauf verzichtet, Namen der einzelnen Tierschutzorgas zu benennen. Ich werde sie auch per PN nicht preisgeben. 😉 Denn wie schon oben erwähnt, ich kann über die Qualität ihrer Arbeit nicht urteilen.

 

 

 

 

 

Die Kunst des positiven Verkloppens – Büchergruppen auf Facebook

Ein Buch ist ein Buch,  ist ein Buch, ist ein Buch…

 

Fotoquelle: pixabay

 

Ich schreibe gerne Buchrezensionen, das wisst Ihr ja. So bleibe ich, was die aktuelle Hundeliteratur betrifft, auf dem Laufenden. Außerdem setze ich mich mit den Büchern viel intensiver auseinander, wenn ich weiß, dass ich später über sie schreiben muss.

Ist mein Text fertig, veröffentliche ich den Artikel auf meinem Blog und in meinen sozialen Medien. Auf Facebook zum Beispiel, teile ich meine Texte auch in andere Gruppen, wenn es thematisch passt. Bei Rezensionen eben dann auch in diverse Buchgruppen. Die meisten dieser Gruppen funktionieren gut, ihre Mitglieder sind offen gegenüber allen Autoren und Themen.

 

Peace and Rock’n Roll – Hundebuch-Gruppen auf Facebook

 

Doch dann gibt es Hundebuchgruppen auf Facebook, deren Mitglieder sind absolute Experten im positiven Verkloppen. Sie wollen ihre intellektuelle Welt offensichtlich möglichst eng und überschaubar halten. Vor Weihnachten waren meine speziellen Freunde wieder besonders gut in Form. Am Ende der „Unterhaltug“ war ich aus einer dieser Gruppen ausgetreten und hatte mir in einer anderen Gruppe mit deren Admina und ein paar ihrer Lästerschwestern ein kleines Scharmützel geliefert. Am Ende bedeutete das für mich … ach, ich erzähle einfach mal der Reihe nach.

 

Eventuelle Ähnlichkeiten sind nicht beabsichtigt aber…

 

Für diejenigen, die jetzt noch weiterlesen möchten, habe ich ein paar hilfreiche Nutzerhinweise. Die Namen* in diesem Artikel sind zum Schutze des sozialen Umfeldes der Protagonisten geändert worden. Auch die echten Gruppennamen werden nicht genannt, weil auch diese Gruppen Mitglieder haben, die versuchen, vernünftig und sachlich zu argumentieren. Wer dennoch glaubt sich erkennen zu können – ähm, tja, also Ehre wem Ehre gebührt, oder so…

Ich hatte also ein Buch besprochen und in der Gruppe gepostet. Was jetzt folgte, lief fast immer nach demselben Schema ab. Nach der Veröffentlichung meines Artikels klickten innerhalb von drei Sekunden etwa fünf Besucher/Innen den Wut-Emoji. *seufz

 

Speerspitzen der positiven Kommunikation

 

Gleich darauf postete eine sehr besorgte Lästerschwester eine Nachricht an die Admina der Gruppe in die Kommentarspalte. *augenroll

Etwa so: „Mortitia* ist diese/r Autor/in gruppenkonform?“ Im schlimmsten Fall würde mein Beitrag daraufhin kommentarlos gelöscht werden. In diesem Fall entschied Admina Mortitia* aber, dass man meinen Beitrag in der Timline lassen solle: „Danke an alle für die Hinweise. Ich schlage vor, wir lassen den Beitrag in der Gruppe, auch wenn das Buch … nicht gruppenkonform ist. Dann kann sich jemand, der Interesse … hat, durch die Beiträge hier informieren.“  Das ist Lästerschwester-Code und bedeutet im Klartext „Feuer frei!“

 

Die Wattebausch-Mobster waren auf Kriegspfad

 

Der Mob formierte sich und es folgten Postings wie, „der arbeitet nicht positiv…“, „der arbeitet negativ verstärkend, macht tzzzz zu den Hunden und so …“ oder mein persönlicher Favoritenpost, „tja, man müsste halt den Unterschied zwischen positiv verstärkend, positiver Negativverstärkung und negativer Positivumpolung kennen, kennst Du (meint mich) wohl nicht…“. Ich rolle schon wieder mit den Augen…

Gerne werden dann auch Behauptungen aufgestellt, die die Protagonistinnen dankenswerter Weise sofort selbst durch das Posten von Youtube-Videos konterkarierten, weil die Filmchen die aufgestellten Behauptungen widerlegten. Beispiel gefällig? Gerne doch – in einem Video sieht man einen Mann mit einem Mops an der Leine. Der Mops verbellt alle entgegenkommenden Hunde und versucht auf sie loszugehen. Der Mann legt dem Hund ganz sachte die Hand auf den Rücken. Der Mob schreibt, „na super, dem Hündchen mal schnell Eine klatschen, dann läuft es…“. *augenroll

 

Die Wattebauschphilosophie – sei nett zum Tier, der Mensch hingegen…

 

Man nennt diese Ansammlung versierter Trainingspowerfrauen manchmal auch scherzhaft die Wattebausch-Fraktion unter den Trainern. Aus ihrer Sicht ist ein klar ausgesprochenes „Nein“ zum Hund schon Gewaltanwendung und das Schaffen von Strukturen ein Grund den Tierschutz zu rufen. Umso erstaunlicher finde ich es immer wieder wie brutal, respekt- und würdelos die gleichen Frauen (es sind wirklich überwiegend Frauen) mit andersdenkenden Menschen umgehen.

 

No „Flirt“, no „Freeze“, but „Fight“…

 

Bei meinem letzten Zusammenstoß mit der Wattebausch-Fraktion ging es dann so weiter. Susi-ohne-Iku* postete: „Das Titelbild widerlegt den Inhalt des Buches.“ Na sowas, dachte ich und überlegte kurz ob ich etwas dazu schreiben sollte, ließ es aber dann doch *augenroll. Da legt Susi-ohne-Iku* nach und schrieb: „Das ist unerwünschter Frontalkontakt. Das Buch kann weg und von seiner Fernsehsendung hab‘ ich ihn auch nicht als kompetent in Erinnerung.“

Ich wagte einen Vorstoß: „Ein Buch und dessen Inhalt nach einem Foto zu beurteilen, finde ich nicht sehr fundiert. Ich finde das Buch übrigens inhaltlich wesentlich besser als die Sendung.“  Jetzt kam Susi richtig in Fahrt, denn nun war es ihrer Meinung an der Zeit mal deutlich zu sagen, was so von mir zu halten war: „Ich muss mir ein Buch nicht durchlesen, um festzustellen, dass ich den Inhalt nicht brauche. Hier (meint die Gruppe) geht es auch ein bisschen darum, wie man sich selbst positioniert. Das Eine (meint das Buch) gut finden und das Andere (meint die Sendung) nicht, geht gar nicht.“

 

Ferien für die Impulskontrolle

 

Ich wollte ja eigentlich nichts dazu sagen, aber langsam hatte mein Blut den Siedepunkt überschritten. Meine Impulskontrolle verabschiedete sich und fuhr in die Ferien. Ich antworte: „Du hast Recht. Es geht darum, wie man sich selbst positioniert.

Deine Aussage, Du müsstest ein Buch nicht lesen, um festzustellen, dass Du den Inhalt nicht brauchst, ist nicht nachvollziehbar. Sollte man Inhalte, die man auf so disponierte Art an die Wand knallt, wie Du es hier machst nicht kennen? Jegliche Kritik käme doch wesentlich kompetenter rüber, wenn man über ein breit gefächertes Wissen verfügen könnte, anstatt inhaltliche Vergleiche nur auf Vermutungen, Worthülsen oder Vorurteile zu stützen.

Wie man aufgrund irgendeiner Lektüre allerdings auf die Idee kommen kann, man habe „ausgelernt“, ist mir schleierhaft. Das ist in der Tat nicht meine Position.“

 

Das Buch … Das Training … Der Weltfrieden, sonst noch was?

 

Kurze Atempause, dann holt Susi-ohne-Iku zum ganz großen Schlag aus: „Es gibt Menschen, dazu gehöre ich auch, die verlassen sich auf Empfehlungen ähnlich denkender Leute wie sie in dieser Gruppe hier zu finden sind. Sie lesen Deine Rezension, haben vorher noch nie etwas vom Trainer XY gehört und meinen sie sind an einen positiv arbeitenden Trainer geraten. Vielleicht wohnen sie dann auch noch in der Nähe von Köln und gehen dann ganz naiv dahin, weil Du das Buch gut findest. So kommen solche Trainer dann an ihre Kunden und ganz ehrlich, würdest Du ihn in dieser oder einen anderen dem Training durch positive Verstärkung zugewandten Klientel empfehlen?“

 

Nun ist aber mal gut mein Frollein

 

Alter Schwede! Das kann ja wohl nicht ernst gemeint sein denke ich und antworte: „Selbst wenn wir mal davon ausgehen, die meisten Blogleser würden das Buch nach dem Lesen meiner Rezension kaufen (was nicht der Fall sein wird), so bin ich doch sehr zuversichtlich, dass diese Lektüre nicht zu einem Rattenfänger-von-Hameln … äh, Köln-Effekt führen wird.

Und zwar aus den folgenden Gründen nicht: Meine Leser haben in der Regel einen eigenen Willen, ein ziemlich gutes Bauchgefühl und neigen zu eigenständigem Denken. Sie heißen zwar Follower, das bedeutet allerdings nicht, dass sie mir blind und willenlos überall hin folgen würden. Jede andere Annahme würde ein sehr verstörendes Bild von der/dem Annehmenden zeichnen.

Letztlich nun zu Deiner nächsten Sorge. Ich treibe meine Leser nicht wie die Lemminge in irgendwelche Trainingskurse, egal von wem. Wenn das bei Dir so funktionieren würde, musst Du das mit Dir selber ausmachen. Ich würde es nicht verstehen. Durch eine Rezension empfehle ich ausschließlich ein Buch. Eigentlich ist das so klar, dass man es gar nicht schreiben müssen sollte aber bitte.“

 

Deutliche Widerworte führen zu Tumult

 

Oha, das war wahrscheinlich zu deutlich. Admina Mortitia* meldete sich wieder zu Wort: „Susi-ohne-Iku hat recht, mit allem. Du willst die Wahrheit nicht sehen, vielleicht kannst Du sie auch (noch) nicht erkennen. Lass Dir helfen.“ Und sofort stimmte der Chor der „Positiv Verstärkenden Schwestern“ mit einem kräftigen Hosianna ein, „Sie kann es eben nicht…“, „Manche lernens nie…“, „Du bist unbelernbar…“ *autsch, „Geh mal in ein Seminar…“.

 

Ich sag dann mal Tschüss – Der Abschied

 

An diesem Punkt traf ich dann die Entscheidung, die Lästerschwestern sich selbst zu überlassen. Ich verabschiedete mich formvollendet: „Ich sag jetzt mal nix und wünsche Euch allen ein wunderschönes Weihnachtsfest. Das werdet Ihr sicher auch haben, vorausgesetzt Ihr lasst den großen, gemütlichen Kerl in der roten Kutte, mit seiner Rute in Eure Vordergärten…“

 

Daraufhin wurde ich gelöscht und blockiert … und das ist auch gut so. Ich werde mir in Zukunft die Buchgruppen in die ich gehe sehr genau ansehen, bevor ich etwas poste. Ich finde, das bin ich auch den Autoren der Bücher, über die ich schreibe, schuldig. Um jedes Missverständnis auszuschließen, ich finde es gar nicht schlimm, wenn jemand in der Einschätzung eines Buches nicht meiner Meinung ist. Ich diskutiere da auch gerne, ich finde das sogar sehr interessant. Allerdings wünsche ich mir, dass dieser Meinungsaustausch sachlich, freundlich und respektvoll abläuft. Also wenn das kein guter Bloggervorsatz fürs nächste Jahr ist… In diesem Sinne wünsche ich Euch allen einen guten Rutsch.

 

 

 

 

 

 

Herrchentrubel – Graue Schnauze, großes Glück

 

goodfellows-herrchentrubel-cover

Wenn man Micheal Frey Dodillets Leben mit seinen Hunden zusammenfassen würde, wie in einem Wetterbericht, würde die Mitteldeutsche Wetterwarte wohl folgendes melden:

„Im häuslichen Bereich alles ruhig, gelegentlich Windböen. Im Außenbereich, durchgehend markantes Wetter. Die erwartete Wetterentwicklung ist nicht ungewöhnlich, könnte aber gefährlich werden. Es können vereinzelt oder örtlich Schäden auftreten. Informieren Sie sich regelmäßig über die Wetterentwicklung. Seien sie vorsichtig und vermeiden Sie riskantes Verhalten. Bereiten Sie sich auf außergewöhnliche Maßnahmen vor.“

Schon in seinen vorangegangenen Büchern Herrchenjahre, Herrchenglück, schreibt Frey Dodillet auf humorvolle Weise über sein stürmisches Zusammenleben mit seinen Hunden und seine Mühen, mit den oft obskuren Methoden diverser Krauses, wie er alle Hundetrainer nennt.

In seinem neuen Band, Herrchentrubel, beschäftigt sich der Autor intensiv mit der Hundeszene in den sozialen Netzwerken.  Da geht es um Wattebausch werfende, mit Ankerworten um sich schmeißende Krauses, die zwar drüber reden aber bei Licht betrachtet, noch nie einem echten „Problemhund“ gegenübergestanden haben können. Wenn sich Frey Dodillet über das sogenannte „Waternapfgate“, „Klangschalentherapie“ oder festzementierte Rudelstellungstheoretiker-Hirne auslässt, muss er keine Namen nennen. Jeder weiß, wen er meint.

Ironisch bringt er auf den Punkt, was an diesen Ansätzen und Theorien absurd ist. Das bringt ihm nicht nur Zuspruch, sondern auch manchen Shitstorm ein. Offensichtlich gibt es eine große Gemeinschaft von nicht kritikfähigen „Hundeexperten“ in der virtuellen Welt, die nicht bereit sind sich sachlich mit der Argumentation des Autors auseinanderzusetzen. Stattdessen wird gemobbt, verleumdet, beschimpft, blockiert. Ich finde es immer wieder erstaunlich mit welcher Ruhe es Michael Frey Dodillet gelingt, all das an sich abperlen zu lassen, ohne dass sein Humor auf der Strecke bleibt.

Luna kommt nun in die Jahre. Das Alter, in dem Hunde bekanntlich ruhiger werden. Doch wenn sich Dodillet darauf gefreut haben sollte, dass Luna nun langsam in die Altersmilde abdriftet, hat er sich getäuscht. Tatsache bleibt, dass sie auch im hohen Alter noch alles zusammenfaltet, was nicht bei drei auf den Bäumen sitzt. Aber eigentlich will er es auch gar nicht anders.

Am Schluss des Buches zeigt Herrchen seine emotionale Seite. Bei Luna wird ein bösartiger Tumor diagnostiziert. Ihm wird schmerzlich klar, dass auch ein wildes Hundeleben einmal ein Ende haben kann…

Dieses Buch ist gewohnt unterhaltsam und humorvoll, überraschend emotional, ohne gefühlsduselig zu sein. Wer die Gelegenheit hat, sollte mal eine Lesung des Autors besuchen. Was man da so erleben kann, könnt Ihr im kommenden Blog-Beitrag lesen. Termine seiner Lesetour findet ihr auf der Seite des Heyne Verlages.

Ich wünsche mir sehnlichst, das Michael Frey Dodillet noch lange Jahre Hunde haben wird, kernige Exemplare, keine Schlaftabletten und dass er niemals aufhört darüber zu schreiben.

Vielleicht bin ich da ein wenig egoistisch – aber hey, nobody is perfect.

 


Herrchentrubel Graue Schnauzen,großes Glück

Paperback,

Klappenbroschur, 240 Seiten,

13,5 x 20,6 cm

ISBN: 978-3-453-20087-6

Verlag:  Heyne

Erschienen: 09.05.2016

 

Dieser Artikel enthält Werbung. Der obenstehende Link ist ein Affiliate-Link zu Amazon. Wenn Ihr Euch entschieden habt, das Buch zu kaufen und den Weg über diesen Link in meinem Blog zu gehen, würde mich das sehr freuen. Euch entstehen dadurch keine Kosten. Ich erhalte dann eine kleine Provision, die ich wieder in die Pflege des Goodfellows Hundeblogs und die Umsetzung neuer Ideen auf meinem Blog, investieren kann.

 

SaveSave

Grün vor Neid oder Man muss gönnen können

Heute Morgen sah ich auf Facebook ein von der Hundeexpertin Nadin Matthews gepostetes Video. Man sah ihre Hündin Piaf frei laufend an einer Hauptverkehrsstraße in, ich gehe mal davon aus, es war Berlin. Der Hund lief ruhig (seufz) und in gemäßigtem Tempo (schneuz) und schnupperte entspannt am Boden. Zwischendurch blickte Piaf zu seinem Frauchen (heul) , welches offenbar völlig relaxt diesen Film aufnahm. Mit einem Seitenblick musterte ich meinen Finley und dachte `hach wär das schön’.

 

Ich schloss kurz die Augen und vor meinem geistigen Auge flaniere ich ohne Leine mit Finley durch Volksdorfs Dorfkern – souverän während der Haupteinkaufszeit. Andere Hunde ignorierend, mit voller Aufmerksamkeit auf mich trottet mein Bär neben (geeenau, neben) mir her. Ich halte hier und da einen Plausch mit netten Menschen, für meinen Hund bin ich das Universum und er wartet geduldig im `Platz’ zu meinen Füssen, bis ich mich ausgequatscht habe. Letzteres tut er sogar wirklich, nur bei der Sache mit dem Universum bin ich mir nicht ganz sicher…

 

Wieder fällt mein Seitenblick auf meinen Hund, der nichtsahnend vor sich hindöst. Okay, das muss doch zu schaffen sein, denke ich trotzig und ließ mich zu folgendem Facebook-Kommentar-Eintrag hinreißen: „Pöhhh, is doch nix. Meiner köööönnte das auch. Es sei denn, es würden auf der anderen Straßenseite Katzen, Eichhörnchen, Katzen, Menschen mit lecker riechenden Einkaufstaschen (is’n Jagdhund) und hatte ich schon Katzen erwähnt oder nach Eau-de-NimmMich duftende Hündinnen laufen. Ähäääm, ich glaube ich überdenke meine Eingangsbemerkung noch einmal….. Öhh, super Leistung Nadin…“

Finley und ich gehen jetzt raus und üben mal schön.