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Der ist toll, der lässt sich ALLES gefallen…

Ich lasse nicht alles mit Finley machen.

 

„Gino ist ein toller Hund …. mit dem können die Kinder alles, aber auch ALLES anstellen. Die ziehen ihn im Fell, halten ihn am Schwanz fest, zupfen an den Ohren und können sich auf ihn draufschmeißen …. und DER MACHT GAR NICHTS!, sagte die Frau und führte ihren Mami-Konvoi durch unseren Vorstadtwald.  Während sie einen Kinderwagen vor sich herschob, liefen ihre drei Kinder um Labrador Gino herum und taten, laut johlend genau das, was die Frau eben gesagt hatte. Labrador Gino sah derweil aus, als würde er in Gedanken einen Asylantrag für ein X-beliebiges Tierheim formulieren.

Meine Nachbarin schwärmt von ihrer verstorbenen Hündin Vesta, mit der man ALLES machen konnte. „Die hat nie einen Mucks gemacht, das war ein echt toller Hund…“  Vesta hätte man gar nichts sagen müssen, die sei einfach so gewesen. Ich habe Vesta gekannt und auf mich hat sie immer gewirkt, als würde sie im nächsten Augenblick ein Klappmesser ziehen. Manchmal bedeutet Knurren eben genau das.

Von einem Kunden erfahre ich, dass der Hund seiner Nachbarin ein ganz „toller Hund“ ist, mit dem seine Kinder ALLES machen können und dass es sooo schade sei, dass sein eigener Hund, ein acht Monate alter Golden Retriever, nicht genauso sein könne. „Der zieht sich zurück, sobald die Kinder durchs Zimmer toben …“ Ich denke nur, der Hund ist wahrscheinlich ein begabter Stratege…

Anscheinend kennt jeder diesen EINEN Hund, der alles aber auch ALLES mit sich machen lässt, ohne einen Mucks zu machen. So einen tollen Hund. Und dann stehe ich da, höre zu und mein inneres Ooohhmmm, weckt seinen kleinen Bruder, den fiesen kleinen Piesacker. Der wohnt bei mir im Spielverderber-Gen und macht sich immer dann bemerkbar, wenn draußen in der Anderswelt etwas grundlegend schiefläuft. „Finde den Fehler“, raunt mir mein fieser Piesacker zu, „dazu willst Du doch nicht schweigen?“ NEIN, will ich nicht … besser gesagt, kann ich nicht.

Ich frage mich, worauf diese Menschen mit dem „ganz tollen Hund“ eigentlich so stolz sind, übersehen sie doch das Offensichtliche. Denn ihr Tier muss da eine ganze Menge aushalten. Ja, es sind tolle Hunde – durchweg. Und zwar, weil sie sich dieses distanzlose Verhalten der Kinder gefallen lassen, ohne sich zur Wehr zu setzen. Mein zweiter Gedanke ist: Hoffentlich geht das gut. Denn ich sehe Hunde, die nicht sehr entspannt und glücklich aussehen. Es sind Hunde die fast ununterbrochen beschwichtigen, ohne dass sich irgendjemand, etwa die Erwachsenen, die Mühe machen, auf ihre Signale zu achten. Ich sehe eine tickende Zeitbombe.

Versteht mich bitte nicht falsch. Ich liebe Kinder und fände es toll, wenn sich jedes Kind frei entfalten könnte. Ein Hund in der Familie, bedeutet aber nicht nur die Möglichkeit sich auszuleben, sondern bringt auch den Anspruch mit, dass er respektvoll behandelt werden möchte. Deshalb betrachte ich es nicht als Erziehungserfolg, wenn sich ein Hund ALLES gefallen lässt. Aus meiner Sicht, ist dort etwas in Schieflage geraten.

Mich erinnert das irgendwie an meine Kindheitstage. Wenn meine Tante Thorwalde (Name nicht geändert) auf unseren Familienfesten auftauchte, lief es meistens folgendermaßen ab. Diese wirklich riesengroße, breitschultrige, blonde Frau schritt durch die Esszimmertür, donnerte ein lautes „GutenAbendmiteinander!“ durch die untere Etage des Hauses, sodass alle bis dahin laufenden Gespräche erstarben. Dann fixierte sie den Kindertisch, an dem alle Cousinen und Cousins, versammelt waren. Ihre stahlblauen Augen taxierten uns – leichte Beute schienen sie zu sagen – und dann, ja dann war ich dran. Es gab kein Entkommen, von meiner Mutter hatte ich keine Hilfe zu erwarten … sei lieb zu Thorwalde, hatte sie gesagt und war dann verschwunden…. „Na Duuuuu“ brüllte die Riesin mich an, „immer noch Solokünstler?“ Womit sie subtil zum Ausdruck brachte, dass sie die Tatsache, dass meine Eltern sich nach meiner Geburt aus der Zucht zurückgezogen hatten, als inakzeptabel einstufte. Dann zog sie mir mit ihren Fingern links und rechts, jeweils eine Falte aus der Wangenhaut und schüttelte meinen Kopf kurz hin und her. Zwischen meinen zwangsgeschürzten Lippen lispelte ich mühsam ein, „Schpfön, Disch pfu spfehn, Pfante Pfwaldi“, hervor. Daraufhin ließ sie ihre rechte Pranke zwischen meine Schulterblätter niedersausen und rief: „Na, gut erzogen ist sie ja…“

Nein, Tante Thorwalde hatte keinen blassen Schimmer, wie man ein siebenjähriges Kind behandelte, welche Themen man besser nicht vor versammelter Mannschaft ansprach und wo in kleinen Kinderkörpern die Schmerzzentren saßen. Niemand hatte es ihr beigebracht. Ich lief den Rest des Abends mit „Rotbäckchen“ herum und machte jedesmal einen Riesenbogen um Tante Waldi. Es tat weh, ich war verwirrt, ein wenig ängstlich und fühlte mich total schutzlos. Etwa so, so stelle ich mir das vor, müssen sie sich fühlen, die Hunde, die ALLES mit sich machen lassen.

Eigentlich halte ich Kinder und Hunde für ein perfektes Match. Damit aus dem Match eine Freundschaft und aus der Freundschaft eine tiefe, unbelastete Liebe werden kann, gibt es ein paar Dinge, auf die die Eltern achten sollten. Denn es ist ihre Verantwortung, dass ihre Kinder lernen, verantwortungsvoll mit ihrem Hund umzugehen.

Bitte liebe Eltern,

wenn ein Hund bei Ihnen einziehen darf, machen Sie sich bewusst, dass Sie einen doppelten Erziehungsauftrag haben. SIE müssen ihren Hund erziehen, ihre Kinder sind damit noch überfordert. Gleichzeitig müssen SIE ihren Sprösslingen beibringen, wie man einen Hund gut behandelt. Erklären sie ihnen bitte, dass ihr Hund kein Spielzeug ist und vielleicht auch mal zu müde zum Spielen. Sagen Sie ihnen, dass ein Hund täglich zwischen 18 und 20 Stunden Schlaf braucht und dass sie ihn beim Schlafen nicht stören sollen.

Zeigen sie ihren Kindern, wie spannend es sein kann, die Körpersprache des Hundes zu verstehen. Erklären sie ihren Kindern, dass auch ein Hund ein Wesen mit Gefühlen ist. Dass er Schmerz, Freude, Angst und Wut empfinden kann und auch mal Trost braucht. Zeigen sie ihren Kindern wie schön gerade auch die ruhigen Momente mit einem Hund sein können.  Kuscheln und Schmusen mit dem eigenen Hund ist etwas Wunderbares.

Zeigen Sie aber auch ihrem Hund, dass sie ihn verstehen. Wenn es einmal zu wild wird, greifen Sie bitte ein und zeigen Sie ihren Kindern, wie es anders geht. Wenn es Ihnen selber noch an Erfahrung fehlt, lassen Sie sich bitte von einem guten Hundetrainer beraten.

Wenn ihre Kinder das verstanden haben, haben Sie einen guten Job gemacht. Und ihre Kinder können eine der schönsten Erfahrungen machen. Nämlich, wie es ist, ein harmonisches, erlebnisreiches, wundervolles Leben mit einem Hund zu teilen.

Herzlichst Ihre Birgit Jaklitsch

 

 

 

 

 

 

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Wenn der Postmann gar nicht klingelt

 

Retrievern sagt man ja gerne nach, dass sie die Menschen mögen – alle – immer – ausnahmslos. Soweit die Legende. Fakt ist aber, dass auch unsere Hunde ihre Vorlieben und Abneigungen haben. Das klassische Beispiel (ja, ich weiß ein Stigma) ist die Post mit ihren Angestellten. Jeder von uns hat schon Geschichten gehört, von Postboten, mit handtellergroßen Löchern in der Uniformhose.

Finley hat mit Briefträgern und Paketboten normalerweise überhaupt kein Problem. NORMALERWEISE stehen diese Damen und Herren ja auch an unserer Haustür und werfen unsere Post wortlos in den Briefkasten. Manchmal klingelt unser Stamm-Briefträger auch bei uns, um die Post aus der Nachbarschaft bei uns zu parken, weil die Nachbarn entweder im Büro sitzen, Kinder in der Schule unterrichten oder einfach noch ein wenig Schönheitsschlaf benötigen. So ist über die Jahre ein wirklich herzlicher Kontakt zwischen unserem Postboten Herrn Wastel und unserer Familie entstanden. Er rechnet es uns nämlich hoch an, dass er wegen der Nachbarspost nicht noch einmal vorbeikommen muss.

Seine Herzlichkeit schließt auch unseren Rüden ein. Denn *yeahsowasgibts unser Postbote versteht etwas von Hunden, er liebt sie. Aufgewachsen mit einem Schäferhund, widmet er seine Freizeit nun den Teckeln. Drei prachtvolle Exemplare wohnen bei ihm: Mathilde, ihre Mutter Herta und Max der Platzhirsch. Weil Herr Wastel weiß, was so ein Dackel an Beschäftigung braucht, damit er einem nicht die Waden zerkaut, bespasst er seine Hunde jedes Wochenende auf einem Trainingsplatz für artgerechtes Teckeltraining.

Beim ersten Kennenlernen durfte Finley ausgiebig an Herrn Wastel herumschnuppern. Dann hat mein Reviertiger seine Claims klar abgesteckt.

  • Vordergarten betreten – geht klar.
  • Treppe benutzen – geht klar.
  • Briefkasten anfassen – geht klar.
  • Kinder und Frauchen – nur gucken, nicht anfassen.
  • Futter – lass’ mal stecken.
  • Haustür anfassen – hat Verlust der Finger zur Folge.

Postbote Wastel fand das alles in Ordnung und akzeptierte die Regeln. Als für alle wohltuendes Ergebnis, erzeugt das Auftauchen unseres Briefträgers bei Finley nur noch ein müdes Lächeln.

Aber auch ein Herr Wastel hat mal Urlaub und muss sein wohlgeordnetes Postrevier einem Kollegen überlassen. Meine Güte was haben wir da schon erlebt. Mittlerweile nennen wir Herrn Wastels Kollegen liebevoll Postersatzkräfte, die Ungelernten oder die Konfettipostler.

Da war eine junge Frau, die fleißig und genau arbeitete, aber jedes Mal, wenn sie bei mir ankam – dann drückte ihr die Blase. Im Stillen nannte ich sie Pipi Poststrumpf. Da stand sie dann mit zusammengekniffenen Knien, warf mir einen erbarmungswürdigen Blick zu und bat darum auf die Toilette zu dürfen. Finley, ganz Gentleman, begleitete die Frau zum Gästeklo und achtete fein säuberlich darauf, dass sie auch nicht einen Zentimeter weiter in unser Haus hineinging, als nötig war. My home ist eben his castle.

Dann war da noch so ein Rotschopf, er sah das mit den Adressaten nicht ganz so eng. Wir lagen am Ende seiner Route und alle Briefe, die er unterwegs nicht losgeworden war, warf er in unseren Briefkasten. Anfangs haben Finley und ich die überschüssige Post ja noch in der Nachbarschaft verteilt – bis wir merkten, wir bekamen immer mehr zu tun. Ich hängte eine Klarsichtfolie unter meinen Briefkasten und steckte die falsche Post hinein. Dann bestückte ich die Hülle mit einem Schild, auf dem stand: „Ups, daneben geworfen – Grinsesmiley.  Lieber Postbote, bitte wieder mitnehmen.“  Was soll ich sagen. Die Post blieb unberührt und im Briefkasten lagen Tag für Tag Briefe für Müllers, Meiers und Schulzes … ich kochte. Nach einer Woche ging ich in unsere Postfiliale im Ort, knallte den Stapel Fehlpost auf den Tresen. Dann rechnete ich dem verdutzten Filialleiter vor, wieviel ich sein Unternehmen an Stundenlohn kosten würde, würde ich die Zeit berechnen, die ich investiert hatte, die Fehler seines Angestellten wiedergutzumachen. Unseren Rotschopf haben wir danach nie wiedergesehen.

Und immer, wenn man denkt, es kann nicht schlimmer werden, kommt ein noch größerer Einfaltspinsel um die Ecke, oder durchs Gartentor. In der ersten Ferienwoche, das Wetter war schön warm, die Terrassentür offen. Ich saß am Esstisch und erledigte ein paar Büroarbeiten. Finley lag entspannt im Garten und genoss die warmen Herbstsonnenstrahlen. Plötzlich, wie aus dem Nichts stand er da. Ein Mann im Postleroutfit, 1,90 Meter groß, zwei Pakete unter dem Arm, Bermudahose, runtergerollte Socken, grenzdebiler Gesichtsausdruck.

Finley stand direkt hinter ihm, die Lefzen hochgezogen, die Zähne bleckend und aus seinem Inneren kam ein tiefes, grollendes Knurren.

„Nicht bewegen“, fuhr ich ihn an, „ich komme raus.“

Gott sei Dank habe ich Finley gut erzogen. Er hat gelernt, zu akzeptieren, dass ich ein Vorrecht habe, Situationen auf meine Weise zu regeln. Anders ausgedrückt: Ich habe das Recht auf den ersten Biss. *ürgs

Der Mann, nennen wir ihn hier mal den Schlaumeier, schien seinem Gesichtsausdruck entsprechend, komplett erlebnisresistent zu sein und machte einen weiteren Schritt auf mich zu. Dann sagt er allen Ernstes:

„Öh, ist hier Nummer 27a, ich suche die Haustür.“

Mir fehlten kurz die Worte, mein inneres Oohhhmmm zündete ein Räucherkerzchen an. Finley war inzwischen um diesen Schlafwandler herumgeschossen und hatte sich neben mir aufgebaut….GGGRRRRRRrrrrrr…..

Mir reichte es, Frustrationstoleranz – Null – Impulskontrolle – Null – Erziehung – Futsch!!!

„Was soll das hier eigentlich werden? Suizid im Amt? Rrrrunter von meinem Grundstück, aber langsam und geordnet. Hinter der Pforte stehen bleiben!“ Verdutzt folgt er mir zur Grundstücksgrenze, Finley auch. Als unser Postgehilfe hinter der Pforte stand, entspannte Finley sich – Claim gesichert.

Dort angekommen deutete ich auf die Schilder, die ich auf unserer Gartenpforte fixiert hatte. Dort stand auf leuchtendrotem Untergrund „BETRETEN VERBOTEN“ und auf neongelbem Untergrund „HIER WACHE ICH – *Retrieverkopf“.

„Haben Sie die Schilder denn nicht gelesen. Ist Ihnen eigentlich klar, wie gefährlich das für Sie hätte werden können“, fragte ich den Mann.

„Oooch“, sagte er, „so Schilder haben die Leute ja auch manchmal nur so am Zaun und dann haben sie gar keine Hunde. Wenn ich das immer glauben würde, dann würde ich meine Pakete ja nie loswerden.“

Hä, hatte der sie noch alle? Ich sah ein, dass bei unserem Posthulk wohl jegliche Energie verschwendet wäre und sagte bestimmt. „Dann hören Sie jetzt mal aufmerksam zu. Ich erteile Ihnen Hausverbot, ganz offiziell, das werde ich Ihrem Arbeitgeber auch noch schriftlich mitteilen. Und nur mal so zur Info, hier in unserer Siedlung haben ganz viele einen Hund. Ich an ihrer Stelle würde meine Gepflogenheiten mal ändern, sonst landen Sie ganz schnell in der Reha.“ Dann deutete ich mit dem ausgestreckten Finger auf die Haustür hinter ihm und sagte: „27a, gar nicht schwer zu finden. Und klingeln sie lieber, mit Frau Nörgel ist nicht zu spaßen…“

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Dogblogger Adventskalender – Goodfellows ist dabei

Weihnachten steht vor der Tür. So langsam nimmt die Weihnachtsexpress Incorporated Fahrt auf.  Ich stelle mir das folgendermaßen vor.

In Himmelpforten ist Hochbetrieb. Der Weihnachtsmann forstet sich durch Millionen von Wunschzetteln und leitetet seine Aufträge in die hauseigene Werkstatt weiter. Die Elfen schuften sich die Finger wund und Frau Weihnachtsmann backt Vorräte, damit ihr Mann und seine Gehilfen über die Feiertage gut versorgt sind.

Während die himmlischen Heerscharen sich auf den 24. Dezember vorbereiten, übernehmen wir Dogblogger den Dienst am Boden. 24 Blogger versorgen Euch ab dem 1. Dezember mit Geschichten, Rätseln, Diy-Tipps und allerlei anderen Kalenderideen. Die tolle Idee hatte Stephie vom Blog The Pell-Mell Pack (Klick hier). Sie hat auch die schöne Website vom Dogblogger Adventskalender (Klick hier) gebaut und betreut den Kalender während der ganzen Zeit federführend. Danke Stephie, für Deinen unermüdlichen und kreativen Einsatz.

Wer unsere Geschichten lesen möchte gelangt durch einen Klick auf das Logo des Dogblogger Adventskalenders, entweder hier im Text oder in meiner Sidebar, auf die Kalenderseite. Ich wünsche Euch jetzt schon mal viel Spaß beim Lesen.

Damit Ihr keinen Beitrag versäumt werde ich diesen Beitrag ab dem 1. Dezember täglich aktualisieren. Über die eingefügten Links findet ihr dann auf den Adventskalender, zu den Beiträgen der anderen Dogblogger.

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The Mystery Blogger Award für den Goodfellows Hundeblog

Da sitze ich nichtsahnend am Schreibtisch und schlürfe meinen morgendlichen Wachmacherkaffee und dann diese nette Überraschung.

Meine Bloggerkollegin Claudia vom Blog Team Hundeseele hat mich für den Mystery Blogger Award nominiert. Danke, Claudia.

Claudia wohnt in Niederösterreich zusammen mit ihrer Continental Bulldogge Lady in Black.  Sie schreibt, ihre Hündin sei Balsam für ihre Seele – das ist wirklich eine schöne Aussage und zeigt die tiefe Liebe, die sie für ihre Hündin empfindet. Schaut doch auch mal auf Claudias Blog  (Klick hier) vorbei.

The Mystery Blogger Award wurde von der Bloggerin Okoto Enigma ins Leben gerufen. Enigma beschreibt den Award folgendermaßen.

By the way, ich habe ich mir eine freie, europäisch angepasste Übersetzung erlaubt. Das heißt, die in Amerika so beliebten, extrem schwülstigen Übertreibungen, die mir die Schamesröte ins Gesicht treiben würden, habe ich herausgekürzt oder umgeschrieben:

„Der Mystery Blogger Award ist eine Auszeichnung für engagierte Blogger mit einfallsreichen, phantasievollen Beiträgen. Ihr/Sein Blog inspiriert, motiviert und unterhält. Die Auszeichnung ist für Blogger gedacht, die Spaß und Inspiration beim Bloggen finden und mit Liebe und Leidenschaft schreiben.“

Und das sind die Regeln des Mystery Blogger Awards:

  • Platziere das Award Logo auf Deinem Blog
  • Liste die Regeln auf
  • Danke demjenigen, der Dich nominiert hat
  • Erwähne den Schöpfer des Preises und verlinke dessen Homepage
  • Erzähle Deinen Lesern 3 Dinge über Dich selbst
  • Nominiere 10-20 andere Blogs
  • Benachrichtige die Nominierten
  • Stelle den Nominierten fünf Fragen – umso lustiger, desto besser
  • Poste Deine besten Beiträge

Drei Dinge über mich und Finley.

Birgit schreibt:

  • Ich liebe die plattdeutsche Sprache, sie bedeutet Heimat und Zuhause für mich, genauso wie der Geschmack von Labskaus und der frische Geruch von Sägespänen.
  • Ich würde gerne mal auf einem Hausboot wohnen.
  • Ich bin ein Make-Up-Legastheniker. Bei Douglas bin ich verloren wie ein Blinder, der ohne Blindenhund unterwegs ist…

Finley schreibt:

  • Ich bin zwar groß, habe aber einen Riesenschiss vorm Autofahren. *bibber
  • Ich bin ein Ladysman, aber Frauchen lässt mich nicht. *grummel
  • Ich bin Frauchens Muse, Kumpel, Heimsuchung….

 

Meine Antworten auf Claudias Fragen:

Team Hundeseele: Wenn Du mit Tieren sprechen könntest, was würdest Du wissen wollen?

Ich würde eine Umfrage bei meinem Hund und seinen Kumpels starten und fragen, wie sie sich ihr ideales Zuhause vorstellen…

Team Hundeseele: Mal ehrlich – in welchen Momenten bist Du so richtig genervt?

Immer wenn ich angelogen werde…. aber richtig, genervt.

Team Hundeseele: Was war das Peinlichste was Dir in der Öffentlichkeit passiert ist?

Oh Mannomann, wo soll ich da anfangen? War es jetzt, als mir die alte Frau in unserem Dorf ihren Spazierstock über den Rücken gezogen hat?

Oder als ich beim Training mit Finley unfreiwillig baden gegangen bin – vor versammelter Mannschaft?

Oder als ich es bei einem Retrieverseminar nicht verhindern konnte, dass Finley den ganzen Laden aufgemischt hat? Ich weiß es echt nicht … alles Geschichten, die ich Euch auf meinem Blog noch erzählen werde…

Team Hundeseele: Was darf in Deiner Handtasche überhaupt nicht fehlen?

Ich habe immer eine kleine Taschenlampe und einen Zollstock dabei – fragt mich bloß nicht wieso…

Team Hundeseele: Was sind deine schönsten Momente zu Hause bei der Familie?

Am schönsten sind die Momente, in denen deutlich wird, dass wir zusammengehören, ohne uns dabei einzuengen.

Fünf Goodfellows-Beiträge, die gerne gelesen wurden:

Das Schleppleinen Dilemma (Klick hier)

Läufigkeitsreport Teil 1 oder Spießrutenlauf durch die Vorstadtwälder (Klick hier)

Läufigkeitsreport Teil 2 oder Minou und die freie Liebe (Klick hier)

Läufigkeitsreport Teil 3 oder wie alles begann (Klick hier)

Frau Saubermann aus der Kackmacherstraße (Klick hier)

 

„And the nominees are!“

Jetzt bin ich an der Reihe Bloggerkollegen für den Mystery Blogger Award 2017 zu nominiere. An dieser Stelle werde ich gnadenlos die Mystery-Regeln brechen *RevoluzzerBirgitgrüßt. Denn 10 – 20 weitere Blogger zu benennen, käme ja irgendwie einem Amoklauf gleich.  Ich nominiere hier fünf Blogs, die ich regelmäßig lese und schätze. Mit einem Klick auf die Blognamen, landet ihr auf den Seiten meiner Nominees und könnt schon mal ein wenig stöbern.

Die Teilnahme hier, ist natürlich freiwillig. Ich würde mich freuen, wenn die eine oder andere von Euch mitmacht.

Und das sind meine Fragen an Euch:

  • Was betrachtest Du als Deinen größten Schatz?
  • Wenn es möglich wäre, welchen Schriftsteller würdest Du gerne mal treffen und was würdest Du ihn fragen?
  • Was bedeutet Freiheit für Dich?
  • Wenn Zeitreisen möglich wären, welcher geschichtlichen Persönlichkeit würdest Du gerne einmal begegnen?

Ups, schon wieder ein Regelbruch – vier statt fünf Fragen. Ich finde ja, wenn einem nichts Schlaues mehr einfällt, dann lässt man es eben….

Ich bin sehr gespannt auf Eure Antworten.

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Wir bleiben zu Hause oder glaub nicht alles, was Du liest

Da sitze ich nun an meinem Schreibtisch und blättere mal so durch die verschiedenen Hundezeitschriften und Fachmagazine, die ich in letzter Zeit etwas vernachlässigen musste. Aus einer Zeitung fällt eine Werbebeilage für ein Online-Hundemagazin heraus. Die Schlagzeile „Die fünf größten Hundeirrtümer“ springt mir gleich ins Blickfeld. Was die wohl meinen, frage ich mich und beginne zu lesen. Bei Punkt drei stutze ich. Denn dort steht, gleich hinter dem Klassiker „Der Hund darf nicht ins Bett“, „Der Hund braucht jeden Tag einen Spaziergang“. Etwa nicht, denke ich.

Ich habe starke Zweifel, dass man einem durchschnittlich energiegeladenen Hund seinen täglichen Spaziergang verwehren darf/sollte/kann. Mein Hund Finley bekommt pro Tag regelmäßig drei Spaziergänge. Die Hunderunden sind unterschiedlich lang, in verschiedenen Gegenden, mal mit und mal ohne Training. Wenn es zeitlich knapp wird, dann fällt schon mal eine der Gassirunden aus. Die Übriggebliebenen gestalte ich dann aber so, dass Finley ordentlich was zu tun bekommt und der ausgefallene Spaziergang dann nicht so sehr ins Gewicht fällt.

Nein, mein Brummbär würde es nicht verstehen, wenn er auch nur einen Tag zuhause bleiben müsste. Wie sollte ich es Finley überhaupt klarmachen, dass er heute mal schön drinnen bleiben darf und den Vögelchen im Garten beim Toben zuschauen muss. Allein der Gedanke lässt mich Grinsen.

Vor meinem geistigen Auge sehe ich mich vor meinem Rüden sitzen und sagen: „Finley, wir müssen reden. Das Leben gibt einem nicht immer was man möchte. Heute zum Beispiel, gehen wir mal nicht raus in den Wald. Du weißt wo der Garten ist und wo ich dort Deine Pupsecke eingerichtet habe. Wenn’s drückt, geh’ doch bitte dorthin. Danke sehr.“

Finley wird sich daraufhin die Stirn mit seiner Mittelkralle kratzen und antworten: „Ähm, okayyyy …. ich sehe mich dann leider gezwungen, einige erforderliche Umgestaltungen auf dem Gelände vorzunehmen. Schließlich habe ich einen gewissen Anspruch an meine Umgebung.“ Das würde dann wohl so aussehen.

 

Finleys Landschaftsgartenplanung:

Punkt eins. Direkt unterhalb der Terrassenmauer werde ich ein paar tiefe Löcher graben, das geht ruckzuck. Sie bieten guten Stauraum für irrelevante und herumliegende Gegenstände, wie Frauchens Schuhe, Fahrradschlüssel und die Kopfhörer unserer Pubertiere. Ich kann sowieso nicht leiden, wenn sie die Dinger im Ohr haben, denn dann beachten sie mich gar nicht mehr und zucken immer so komisch mit ihren Körpern. Sie nennen das Tanzen.

Punkt zwei. Auf der To-Do-Liste wäre dann, den Garten einmal gaaaanz gründlich ab zu markieren. So eine Pubsecke ist ja ganz nett, aber was ein richtiger Rüde ist, weiß selber viel besser, wo er seine Marken zu setzen hat.

Punkt drei. I wanna socialize. Ich mache unser Grundstück zum Hundetreff. Das wird als der „Tag des offenen Hundegartens“ in die Geschichte unserer Vorstadtsiedlung eingehen. Dann dürfen meine Kumpels alle mal über Frauchens Beete und Kräuterkübel toben …“

 

Mal ehrlich, welcher Hundehalter, der bei Verstand ist, würde das riskieren?

Sicher gibt es Situationen, in denen ein Hund Ruhe halten muss, etwa nach einer Operation oder einer ernsten Verletzung und auch sehr alte Hunde brauchen sicher keine drei Zweistundenrunden mehr. Grundsätzlich bin ich aber der Meinung, dass Bewegung, Kopfarbeit und ausreichend Ruhe in ein harmonisches Gleichgewicht gebracht werden müssen. Und das natürlich jeden Tag. Wie seht Ihr das? Bekommen Eure Hunde jeden Tag Bewegung, oder habt Ihr ein Alternativprogramm? Schreibt Eure Erfahrungen doch in die Kommentarspalte, ich bin sehr gespannt.

 

 

 

 

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Fliegende Hunde

 

Hunde können fliegen – doch, wirklich!

Schaut Euch einmal die sensationellen Fotos von Julia Christie an. Danach werdet Ihr keinen Zweifel mehr an dieser Tatsache haben.

Was mir an diesem Buch besonders gefällt ist, dass es sich auf das Wesentliche konzentriert, nämlich auf die Hunde. Die qualitativ hochwertigen Fotos füllen jeweils eine ganze Seite. Auf der gegenüberliegenden Seite bekommt der Leser lediglich den Namen und die Rasse des abgebildeten Hundes mitgeteilt.

Keine seichten, verniedlichenden Texte, alles ganz pur, fokussiert auf das fotografische Handwerk und die fliegenden Hunde. Das gefällt mir sehr. Nebenbei bemerkt, meine Favoriten sind Dackel Fridolin und Schnitzel, die englische Bulldogge. Ich habe viel gelacht beim Betrachten der amüsanten Gesichtsausdrücke der Hunde.

Zusammen mit dem Heyne Verlag, gelingt es der Fotografin Julia Christie it diesem Buch auch, die Vielfalt der heute existierenden Hunderassen aufzuzeigen. Vom Jagdhund über unterschiedliche Windhunde, bis hin zum American Pit Bull Terrier sind auch exotische Rassen, wie zum Beispiel ein Nackthund vertreten.

Am Anfang des Buches, schildert die Fotografin, wie es ihr gelungen ist, ihre Fotomodelle zum Fliegen zu bringen. Sie beschreibt, wie sie die technischen Voraussetzungen schaffen konnte und die Abläufe gleichzeitig tierfreundlich gestalten konnte. Dabei verrät sie auch ein paar technische Tricks, das dürft die Fotografen unter meinen Lesern interessieren.

Zum Entstehen dieser Bilder gibt es auch ein Making-Of-Video, das zeigt, dass die Hunde vor allem eines hatten, nämlich Spass. Zum Video geht es hier.

Mein Fazit: Ein tolles Fotobuch, mit außergewöhnlichen Motiven, für Leser mit hohen Ansprüchen an technisches Können und hochwertige Qualität bei Bildern. 

Fliegende Hunde

Autor: Julia Christie

Verlag: Heyne Verlag (September 2017)

Taschenbuch; 144 Seiten

ISBN: 978-3453604292

Preis: 16,00 Euro

 

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Danke Frau Nörgel oder wie Finley zu seinem Namen kam

 

Foto Ramses lizenszfrei, Quelle: Wikipedia

Viele von Euch kennen ja schon Frau Nörgel, eine meiner „liebsten“ Nachbarinnen.

Für Nichteingeweihte, kommen hier ein Ultra-Kurzportrait: Meine Nachbarin, Frau Nörgel ist eine Frau in den blühenden Siebzigern. Das drahtige Persönchen ist etwa 1,60 groß. Ihre pechschwarz gefärbten Haare, trägt sie als schicke Ponyfrisur. Wenn sie redet, wirft sie ihren Haarkranz keck nach hinten und erinnert mich dabei ein wenig an die Sängerin Mireille Matthieu –  den Spatz von Avignon. Frau Nörgel weiß wirklich alles, was in unserer Siedlung so passiert. Und was sie nicht weiß, erfindet sie…

Frau Nörgel hasst Veränderungen. Insbesondere Veränderungen im Privatleben ihrer Nachbarn und auf deren Grundstücken. Zumindest kommt Frau Nörgel umgehend ihrer Chronistenpflicht nach und sorgt für eine schnelle Verbreitung der Breaking-News. In Nullkommanix, macht sie die Angelegenheiten ihrer Nachbarn zu ihrer Mission und bietet „Lösungen“ an, natürlich stark beeinflusst durch ihren persönlichen Geschmack.

Wie Frau Nörgel zu Hunden steht, also das ist gar nicht so leicht zu beschreiben. Ich würde das Verhältnis mal als zwiegespalten beschreiben. Irgendwie ganz niedlich, diese Felldingse, solange sie leise sind, keinen Schmutz machen … und nicht auf den Grünstreifen vor ihrem Panoramafenster kacken…. Mit anderen Worten, seit Finley bei uns eingezogen ist, haben wir unser Konfliktpotential vervielfacht.

Ich erinnere mich noch gut an unsere erste Hunde-Begegnung. Frau Nörgel kam gemessenen Schrittes an meinen Bonanza-Zaun und fragte: „Wie heißt er denn?“ Das tat sie recht freudlos, ohne ihren starren Blick von dem Haufen abzuwenden, den mein Welpe gerade auf dem Grünstreifen vor ihrem Panoramafenster abgesetzt hatte …. upsi… Dann sah sie mich an und lächelte kalt.  Ich hatte echt ein schlechtes Gewissen – Anfängerfehler!

Also, ich wurde rot bis unter die Haarwurzel und stotterte: „Ähmmm, ich mache das natürlich sofort weg, äh sauber …. klinisch rein, wollte ich sagen, bestimmt.“

Frau Nörgel setzt nach: „Und? Der Name…“

Ich antwortete: „Also da sind wir uns in der Familie noch nicht einig.“

„Wie, Sie haben sich nicht rechtzeitig um einen Namen gekümmert“, trötet Frau Nörgel durch den morgendlichen Nebel. Ich fühlte mich augenblicklich wie eine Mutter, die ihr Kind sträflich vernachlässigt hatte. Und bevor sie hinter ihrer Hecke verschwand, sagte sie: “Na, WIR werden schon den richtigen Namen für den Kleinen finden. Ich denke mal drüber nach.“

WIR? Habe ich richtig gehört? Ich stand kurz vor einer Panikattacke. Frau Nörgel hatte ihre Söhne nämlich Horst Paris Nörgel und Jochen Hermes Nörgel genannt. Griechische Halbgötter als Paten für die Zweitnamen, das nenne ich mal ein Alleinstellungsmerkmal. Stellt Euch das mal auf Bewerbungsschreiben vor. Meine Fantasie schoss wilde Purzelbäume. Vor meinem inneren Auge sah ich mich, wie ich, gefangen in einer Endlosschleife, kleinlaut an Frau Nörgels Haustür klingelte und immer wieder zugeben musste, dass mein Kleiner namenlos war und Frau Nörgel gegen meinen Willen beschloss, das der Kleine Zeus heißen solle… Nein, das durfte nicht passieren!

„Wir haben schon einige Namen, die in die engere Wahl kommen“, beeilte ich mich zu sagen. Was gelogen war, aber in der Not… Die Wahrheit war, wir kamen interfamiliär einfach nicht auf einen Nenner. Woran misst man das eigentlich, ob ein Name der Richtige für seinen eigenen Hund ist?

Dass sich die Namensfindung für unseren Hund, so schwierig gestalten könnte und dass plötzlich alle Familienmitglieder ein Wörtchen mitreden wollten, hatte ich nicht erwartet. Meine Familie, versorgte mich üblicherweise mit Bemerkungen wie: „der Hund ist Dein Ding“, „nur, wenn Du das alleine machst“, „also ich geh’ nicht mit dem Hund, Mama“, „Birgit, das ist Dein Hobby, nicht meines“. Plötzlich, so ganz aus dem Nichts, mischten sich alle massiv ein.

Ich war damals voll auf dem Bullerbü-Trip. Ein Hund in unserer Familie, das komplettierte das Wattebausch-Bild, dass ich vor meinem inneren Auge entstehen ließ. Wenn nicht alle dagegen gewesen wären, hätte Finley gute Chancen gehabt, den Namen eines dicken, lethargischen Bernhardiners zu bekommen. Heute muss ich ja zugeben, dass Filme wie „Ferien auf Saltkrokan“ nicht unbedingt die besten Influencer bei der Namensfindung sind. Sonst würde mein Hund heute Bootsmann heißen und meine zweite Tochter Scrollan. Für beides – O-Ton, zweite Tochter – hätte ich „gehauen gehört und wäre wahrscheinlich eines Nachts auf nimmer Wiedersehen im Wald verschwunden.“

Dann dachte ich, Mensch, er ist doch’n Hamburger Jung’, der braucht was typisch Hamburgisches. Also ließ ich meine Seele baumeln. Wir schlenderten durch den Hamburger Hafen, über die Kais an den Schiffen vorbei. Dann lief ich mit meinem Hund am Elbestrand entlang. Wir ließen uns den Wind um die Ohren wehen und sahen den Bugwellen der Dampfer zu, wie sie am Sandstrand brachen. Smutje und Fiete kamen auf die Liste. Diese Vorschläge lösten orkanartige Böen in meiner Paarbeziehung aus. Hatte ich schon erwähnt, dass mein Liebster Österreicher ist?

O-Ton mein Angetrauter: „Also, ICH stehe bestimmt nicht auf dem Weg und brülle laut Fiete in den Wald. Dann machst Du das alleine.“ Da ich zu den vorausschauend denkenden Planern gehöre, überschlug ich kurz meine Optionen. Der Hund, hat zirka 15 Lebensjahre im DNA-Code. Und das allein, jeden Tag? Ne, die Aussicht war alles andere als prickelnd. Also kamen die plattdeutschen Namen wieder runter von der Liste.

Also, ich fasse mal zusammen: Ich musste einen Namen finden der 1. österreich-kompatibel war, 2. meine Tochter nicht dazu veranlasste, mich hinterrücks zu meucheln, 3. keine Bullerbü-Bezüge aufwies und zu guter Letzt 4. auch mir gefallen musste. Puhhhh!!!

Punkt Zwei und Drei waren relativ leicht einzuhalten – Pelle, Kalle, Lasse – alles gestorben. Deal! Aber für Punkt Eins und Vier brauchten wir eine Titulierung aus der neutralen „Namens-Schweiz“. Probleme sind dazu da, gelöst zu werden – generalstabsmäßig. Deshalb starben auch Seppi, Seppl, und Michel. *gottseidank

England oder Schottland, dachte ich … ja, das könnte klappen und es würde auch irgendwie zu unserem, schon im Welpenalter etwas schrulligen Rüden passen. Also dachte ich an alte Leards, die Highlands in denen ich als Teenager für kurze Zeit gelebt hatte, Tea at five und Rugby….

Fen, das heißt Moor. Oder Fergus, der Mann der Kraft. Finnegan, leider irisch … Finley, der „kleine, blonde, tapfere Krieger“. Ja, ich fühlte, das passte auf meinen renitenten, süßen Fratz. Mein Herz wurde leicht, ich war glücklich.

Da meldete sich meine liebe Nachbarin nochmal aus dem Off: „Wie wäre es mit Ramses?“. Sie lugte erwartungsvoll über ihre Hecke. Ääägypten? Okay, ich wusste es schon zu schätzen, dass Frau Nörgel den Namen eines der größten Herrscher des altägyptischen Reiches für meinen Finley für angemessen hielt und das sagte ich ihr auch. Dann teilte ich ihr freudestrahlend mit, dass wir uns für „Finley“ entschieden hatten. Sie guckte etwas konsterniert, murmelte im Weggehen etwas vor sich hin. Ich verstand nur einzelne Wortfetzen: „…ja, ganz nett…“, „…beliebiger Name aus dem Fußvolk…“, „…könnte heißen wie ein König…“ und „…jeder eben wie er kann…“.

Genau, dachte ich und grinste.  Jeder eben wie er mag… *kichergurgelprust … Jochen Hermes …. Horst Paris … Agnes Nörgel, was hast Du nur getan…

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Xavier, den Namen merk‘ ich mir – Oder wie Legenden entstehen

Hallo Leute, Finley hier, heute melde ich mich mal selber zu Wort.

Gestern war vielleicht ein Tag. Alle redeten nur über einen gewissen Xavier und dass unsere Feuerwehren, wegen dem, was der angestellt hatte ständig im Einsatz waren. Und richtig, in unserer Vorstadt war ständig das „Tatütata“ des Martinshorns zu hören.

Ich fragte mich, wer wohl dieser ominöse Xavier ist. Vielleicht ein neuer Rüde, der in unsere Straße eingezogen ist? Man, das musste aber ein Kaliber sein, wenn wegen dem die Feuerwehr ausrückt. Das hätte mir nicht gefallen, so einen um die die Ecke wohnen zu haben, schließlich trage ich bei uns im Ring die Verantwortung, für die guten Sitten. *Frauchenhüstelt *Ähäm

Dann ging ich mit Frauchen, ihrer Freundin Monika und meinem Kumpel Gonzo spazieren. Ihr erinnert Euch vielleicht noch an den Pudel mit dem „Mörderhaarschnitt“ (Klick hier). Während wir unsere Pflicht taten und sämtliche Pipi-Stellen auf der Strecke übermarkierten, hörte ich unseren Mädels zu. Der Xavier sei ein Sturm gewesen, Seen seien über ihre Ufer getreten, Bäume seien gestorben….

Also ehrlich, es hätte mir zwar nicht so gut gefallen, wenn so ein Rüpel in meine Straße gezogen wäre. Den Jungen hätte ich aber wenigstens in unseren Straßenknigge einweisen können. Aber wie zum Teufel verhaut man Wind? Denn genau danach war mir zumute, als ich vor einer meiner Lieblingstannen stand. Xavier hatte sie einfach umgehauen.

„Sowas kann man doch nicht machen“, entfuhr es mir laut.

„Was denn“, fragte Gonzo.

„Na guck doch mal, Jahre mühevoller Arbeit – alles umsonst…“, antwortete ich.

„Chill mal Alter“, sagte Gonzo beschwichtigend, „jetzt erklär mir doch mal, warum die Fichte da so wichtig für Dich ist.“

Und dann erklärte ich ihm, dass die Fichte auf dieser Gassirunde an einem strategisch wichtigen Platz gestanden hatte. Jeder Rüde und jede zuckersüsse Hündin mussten den Baum passieren. Genau deshalb habe ich, diesen Baum seit Jahren, auf jeder Runde markiert.

„Ich habe wohl hunderte I’m-the-king-of-the-forest-Nachrichten an dieser Tanne zurückgelassen“, sagte ich anklagend. Das ist ja rufschädigend, was dieser Xavier da gemacht hat.

„Hmmm“, antwortete mir mein Lockenfreund, „jetzt sehe ich das Problem.“

Dann machte Gonzo einen sehr vernünftigen Vorschlag. Man könne ja nun einmal nicht ändern, dass die Tanne umgefallen ist. Also sollten wir lieber nach einem Ersatz Ausschau halten. Direkt neben der umgefallenen Fichte stand ein etwa 40 Zentimeter hoher Ableger.

Gonzo grinste mich an: „Und dem pullern wir jetzt auf die Baumspitze.“ Ich verstand sofort.

„Klasse Idee, Du alter Schlawiner, sagte ich. Gesagt getan.

Und auf dem Nachhauseweg unterhielten wir uns darüber, wie unsere Botschaften, über die Jahre mit dem Bäumchen in die Höhe wachsen würden. Kein anderer Rüde würde diese Botschaften jemals auslöschen können. Wir würden zu Legenden werden. Noch Generationen später würde man sagenumwobene Geschichten über Finley und Gonzo weiter tragen, Gedichte würden geschrieben werden, Lieder komponiert ….

Ähm, sorry … aber ich habe Finley gerade den Labtop weggenommen. Macht Euch keine Sorgen, ich habe das im Griff. Ich lasse ihn jetzt die abgefädelte Küchenrolle zur Papiertonne apportieren, das erdet. Und morgen ist er wieder ganz normal. *Hoffnungstirbtzuletzt

 

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„Fuß“, „Fuhuuuß“, „Fussssjetzt!!!“- Goodfellows‘ Gastbeitrag in Wuff das Hundemagazin

 

Als Maximilian Pisacane von Gassireport mich fragte, ob ich Lust hätte, an einem Blogger-Special des Hundemagazins WUFF teilzunehmen, habe ich sofort begeistert zugesagt.  Ich selber lese die WUFF gerne. Also nichts wie an den PC, dachte ich. Und dann, sagte Max ganz beiläufig: „Dein Thema wäre die Leinenführigkeit, Birgit.“ Oh-Mann-Oh-Mann, dachte ich …. ausgerechnet DAS …. das kann ja heiter werden … wurde es auch 😉 …

Leinenführigkeit ist in unserer schönen Hundewelt, mein persönlicher Alptraumbegriff. Übrigens eine Abneigung, die mein Rüde Finley voll und ganz mit mir teilt.  Lediglich die Gründe für unsere Aversion und deren Auswirkungen zeigen sich bei uns auf völlig unterschiedliche Art und Weise.

Während ich mich immer noch an dem Glauben festbeiße, dass da noch was geht *glucks, befindet sich mein Hund seit acht Jahren im Widerstand. Motto: Ich könnte ja, aber ich will halt nicht! Was das angeht, ist Finley wahrscheinlich schon längst Mitglied der französischen Hunde-Ehrenlegion und trägt stolz die „Medaille de la rèsistance“.

Wenn Ihr jetzt Lust auf mehr bekommen habt, lest doch auch meinen Artikel in der aktuellen Ausgabe der WUFF (Klick hier).

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Faible, Fetisch, Fanatismus oder ein Retriever sieht Rot

Auf diese Geschichte hat mich meine liebe Bloggerkollegin Danni vom Hundebloghaus angetriggert. Sie stellte die Frage, ob wir ein bestimmtes Faible bei Hunden haben. Bei ihr seien es lange Nasen. Wenn ich ehrlich bin, hatte ich darüber vorher noch nie ernsthaft nachgedacht.

Meine Nachbarin Bente, zum Beispiel, hat eine Vorliebe für drahtiges Fell. Bei Ihr würde nie ein anderer Hund als ein Foxterrier einziehen. Das Fell ihres Schatzes muss das Gütezeichen „extrem stichelig“ aufweisen. Für meine Freundin Anja hingegen, ist die Welt erst in Ordnung, wenn ihr Labrador Leo sein tägliches Bad hinter sich gebracht hat. Den Labbi schwimmen zu sehen ist ihr Faible.  Und das Herz meiner österreichischen Schwiegermutter schlägt erst im Dreivierteltakt bei kleinen, weißen Hunden.

Und ich?  Ja, ich habe ein Faible, man könnte es schon fast einen Fetisch nennen.  Ich stehe nämlich total auf gut definierte Rüdenschädel, mit einem ausgeprägten Stopp. Da bin ich total obsessiv. Das läuft bei mir ganz instinktiv ab. Als ich Finleys Wurf zum ersten Mal besuchen durfte, da fiel mir mein Bärchen gleich ins Auge. Sein Kopf war so schön, schon etwas ausgeprägter, alles an ihm schien „Ja, ein Junge!“ zu rufen. Ich weiß, das klingt verdammt albern, aber ich war schockverliebt, nur wegen seines Schädels.

So ist es bis heute geblieben. Hat der Bursche eine klar definierte Stirn, die er einem anderen auch ruhig mal brummend entgegenstecken kann – herrlich, dann bin ich hin und weg. Die unbequeme Tatsache, dass an so einem Dickschädel, der eine oder andere Befehl auch mal abprallen kann, wie eine Billiardkugel an der Bande, nehme ich hin. Letztlich, so ist meine Erfahrung, locht die Information doch ein und auch so ein streitbarer Charakter lernt, was wichtig für IHN ist. Selektives Grundwissen, eben.

Wenn wir hier aber im weitesten Sinne über Fanatismus sprechen wollen, dann muss ich meinen Rüden outen. Finley hat auch einen Fetisch. Seit ich denken kann ist er ein besessener Blumentopf-Stalker. Wenn ich gärtnere, verändert sich mein Hund. Sein Gebaren wird gespenstisch, seine Haltung undurchsichtig und spannungsgeladen. Der Ablauf der Ereignisse ist nicht aufzuhalten…

Ich hole meine Gartengeräte aus dem Gartenhäuschen. Finley erscheint auf der Terrasse, schnuppert links und rechts ein wenig und denkt „Ahaaa…. schaun’ wir mal, was da noch kommt“. Ich versuche ein Ablenkungsmanöver, zupfe scheinbar gelangweilt noch ein wenig Unkraut aus dem zu beackernden Beet-Abschnitt. Aber mein Rüde ist ein Profi. Seine Vorgehensweise hat Methode.

Scheinbar desinteressiert legt er sich auf unseren Rasen und rührt sich nicht. Doch wenn man genau hinsieht, dann kann man beobachten, wie er mich trotz seiner halb geschlossenen Lider fixiert. Hinter seiner wohlgeformten Stirn formuliert er klar, was er als nächstes erwartet. Langsam verändert sich sein Gesichtsausdruck. Die Augen werden zu Schlitzen, seine Lefzen legen sich in Falten, die Nase bebt. Er sieht jetzt ein wenig aus wie Pennywise, der Killerclown aus Steven Kings Gruselschocker ES.

„Wann“ – so scheint er zu fragen – „wann holst Du endlich die neuen Pflanzen aus dem Auto? Ich kann sie riechen. Ich weiß, sie sind daaa. Bring sie heeer…. jetzt… warum noch länger warten … Du weißt, wie das alles enden wird …. ich will meine Töpfeeee jeheeetzt……“

Wie hypnotisiert gehe ich zu meinem Wagen und hole die Palette mit den Frischpflanzen von der Ladefläche. Kaum habe ich die erste Pflanze ausgetopft, spüre ich ihn im Nacken, den leicht pfeifenden Atem meines Hundes … wie eine warme Welle trifft mich sein Odem bei jedem Atemstoss…. die ersten Sabbertropfen fallen auf meine Schulter. Ich gebe auf, es hat keinen Zweck, Fürsorgepflicht adè – ich gebe meinem Hund den Plastiktopf zum Spielen. Schnell topfe ich die übrigen Pflanzen aus und arrangiere sie in meinem neuen Herbstbeet. Finley hat sich inzwischen auch die übrigen Töpfe geholt. Während ich noch ein paar Tulpenzwiebeln für ein buntes, friedliches Frühjahr setze, höre ich hinter meinem Rücken krachende, knackende Geräusche, die auf ein wahres Plastiktopf-Massaker schließen lassen.

Aufräumen darf ich das natürlich – ich bin ein guter Tatortreiniger. Finley, inzwischen wieder ganz er selbst, hat sich total verausgabt und sich zum Power-Napping unter unsere Magnolie verzogen.

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