Reise durch das Hundeleben

Vom Welpen zum Senior

 

 

Ich habe eine Reise gemacht. Finley und ich haben uns erinnert, wie das war, als er bei uns einzog und unsere kleine Vorstadtwelt total auf den Kopf stellte. Sophie Strodtbeck hat uns mit ihrem Buch „Die Reise durch das Hundeleben – Vom Welpen zum Senior“ zu dieser Exkursion animiert. Wenn es dieses Buch damals schon gegeben hätte, hätte ich es bestimmt in den Koffer gepackt.

 

Sachbuch mit unterhaltenden Geschichten

 

Dieses Buch ist eine gelungene Mischung aus Erfahrungsbericht, Sachbuch und unterhaltenden Hundegeschichten. Die Autorin begleitet uns chronologisch durch die verschiedenen Stationen des Hundelebens, füttert uns ganz unauffällig mit wichtigem Wissen und untermalt diese Informationen mit Geschichten von ihren eigenen Hunden, die mich immer wieder schmunzeln lassen.

 

Auch unangenehme Themen werden behandelt

 

Sophie behandelt die wichtigsten Lebensstationen, wie die Welpenzeit, die Pubertät, die bekanntermaßen bei Finley ja eine besonders herausragende Rolle gespielt hat, und auch die Folgen des fortschreitenden Alters. Sie erklärt, klärt auf und das alles ohne erhobenen Zeigefinger, ganz entspannt. Auch die Themen Tod und Abschied spart Sophie nicht aus. Gerade über diese beiden Themen schreibt sie sehr einfühlsam und ehrlich. Es ist, wie ich finde, das persönlichste Kapitel im Buch.

 

Sophies Fotos sind es alleine schon wert

 

Besonders erwähnenswert sind mal wieder die Fotos, mit denen dieses Buch bebildert wurde. Sie bezeichnet die Fotografie als eine ihrer Leidenschaften und das merkt man den Bildern auch an. Jedes Foto erzählt eine ganz individuelle Geschichte und weckt Emotionen im Betrachter. Für mich, zählen ihre Bilder zu den Schönsten, die ich in der Hundewelt bisher gesehen habe.

Da ich ja schon Sophies Buch „Beagle  Geschichte Haltung Erziehung Beschäftigung“ hier auf dem Blog rezensiert habe, brauche ich sie euch ja nicht mehr vorzustellen. Deshalb habe ich Sophie interviewt, damit ihr sie besser kennenlernen könnt. Die Rezension zum Beagle-Buch findet ihr HIER.

 

Interview mit Sophie Strodtbeck

 

Goodfellows: Welches war Dein schönster Moment im Jahr 2019? Oder gab es sogar zwei?

 

Sophie Strodtbeck: Es gab zum Glück ganz viele! Die meisten davon hatten mit dem ersten Kaffee in der Früh vor dem Pössl zu tun. Oder gibt es wirklich schöneres, als in der Früh zB direkt am Strand den ersten Kaffee zu trinken, aufs Meer zu schauen und vier Hunde glücklich um sich herum springen zu haben? Es sind so oft die kleinen Dinge… oder die kleinen Hunde! 😉

 

Goodfellows: Welches Thema oder welche Fragestellung möchtest Du noch einmal erforschen?

Sophie Strodtbeck: Es gibt ganz Vieles, bei dem ich denke „das wäre aber spannend!“ oder „Ich bräuchte ein MRT“ 😀 Aber wenn wir ehrlich sind, ist der Zug mit der wissenschaftlichen Karriere längst abgefahren. Vielleicht mache ich mich Alter nochmal an eine Dissertation…

 

Goodfellows: Welches ist Deine schönste Kindheitserinnerung?

Sophie Strodtbeck: Auch da gibt es – zum Glück – viele! Die meisten haben auch mit Hunden zu tun…

 

Goodfellows: Gibt es in Deinem Haus ein Möbelstück, dass Du richtig peinlich findest, von dem Du Dich aber niemals trennen könntest?

Sophie Strodtbeck: Haha! Ja, ich besitze eine rosa Hundebox! In ihr wurde damals das Pü geliefert, und weil sie sie bis heute liebt, darf sie bleiben. Ansonsten habe ich mich tatsächlich von fast allem getrennt, was nur rumsteht, und versuche, mich nur mit schönen Dingen zu umgeben. Das Damenbart-tragende Ding ist ja zum Glück kein Möbel… 😉

 

Goodfellows: Was bedeutet das Wort Schicksal für Dich?

Sophie Strodtbeck: Gute Frage! Ich glaube jedenfalls, dass es keine Zufälle gibt und alles irgendwann einen Sinn ergibt – auch wenn wir diesen oft erst Jahre später erfahren.
Mit sogenannten Schicksalsschlägen kenne ich mich ja ganz gut aus, aber auch von denen hat jeder auch etwas Positives mitgebracht. So würde ich zB ohne „das Schicksal“ nicht das machen, was ich jetzt mache – und ich liebe meinen Job und möchte ihn gegen keinen anderen Job der Welt tauschen!

 

Goodfellows: Wie wirst Du Weihnachten feiern? Gibt es eine Tradition, an der Du festhältst?

Sophie Strodtbeck: Ja, meine Tradition ist es, Weihnachten zu ignorieren! Das findet der Beagle scheisse und hätte lieber eine fette Gans als Tradition…

 

Goodfellows: Bekommen Deine Hunde etwas zu Weihnachten?

Sophie Strodtbeck: Nein, die Armen! Wo ist der Tierschutz, wenn man ihn braucht?!
Dazu noch eine Geschichte, die sich an dieser Stelle anbietet, auch wenn ich mir damit bei den Weihnachtsfreaks keine Freunde mache:

Von Beagle-Mamas, Adventskalendern und Piranha-Zähnen

Tatort Facebook, Datum beliebig, Erstaunen groß.
Allmorgendlich, während meine „Kinderchen“ noch selig in ihren „Bettchen“ liegen, zeigt mir Facebook an, wer heute alles Geburtstag hat. Und jeden Morgen aufs Neue weigere ich mich, Lilly, Paul und Luna zu gratulieren. Stattdessen frage ich mich, ob sich Tyson-Friedrich oder Kira-Mia auch etwas wünschen dürfen, wenn sie alle Kerzen auf der Wienerle-bestückten Geburtstagstorte aus Hackfleisch auf einmal auspusten können? Und ob auch ihnen die Tränen der Rührung in die Augen steigen, wenn „Mama“ und „Papa“ sich bemüßigt fühlen, öffentlich kund zu tun, dass sie „unseren kleinen Liebling sehr, sehr lieben und ihm für das neue Lebensjahr alles erdenklich Gute wünschen“? Ich glaube nicht, denn bei den Kiras, Mias, Emmas und Pauls handelt es sich um die wohl erfolgreichsten Schmarotzer der Evolution: um Hunde. Während wir uns also freuen, wie süß sie sich auf unserem Kopfkissen zusammenrollen, genießen sie jedes einzelne Duftmolekül, das sich noch vom ausgiebigem Wälzen in Aas hinter ihren Ohren und eigentlich auch auf dem ganzen Rest ihres Adoniskörpers befindet. Und jetzt auch auf dem Kopfkissen. Aber das sind ja nur die Reste, der Großteil ist zum Glück schon auf der Couch abgefallen…
Zurück zu den öffentlichen Liebeserklärungen: ich gebe zu, dass ich mich zum Teil beim Lesen fremdschäme, und bin sicher, dass das der Großteil der Menschheit täte, wenn der Adressat kein Hund sondern ein Mensch wäre. Dem eigenen Partner werden solche Bekenntnisse aber zum Glück eher selten zuteil. Vermutlich bekommt er auch keine Geburtstagstorte, und wenn dann ist sie garantiert nicht so liebevoll dekoriert.
Bin ich eine Raben“mama“, weil meine „Kinderlein“ keine Geburtstagstorte bekommen? Werden sie deshalb gar in der Schule gemobbt? Als Hundekinder aus zerrütteten Verhältnissen und mit einer alleinerziehenden Hundemama haben sie vermutlich sowieso nichts zu lachen, und spätestens, seit sie ohne Schultüte zum ersten Tag in der Hundeschule gehen mussten, werden sie wahrscheinlich in der Pause verprügelt. Die Zustände in Hundeschulen werden ja auch immer schlimmer…
Das arme Pü hat ihren letzten Milchzahn, der unter Narkose gezogen wurde, in der Tierklinik gelassen, die Zahnfee kommt also bei uns, im Gegensatz zu so manch anderen Hundefamilien, auch nicht. Und nein, meine Hunde bekommen keinen Adventskalender, auch wenn man sich in diversen Chihuahua- und Beaglegruppen bereits jetzt schon Gedanken um die Füllung des selbigen macht (denn gesund soll es ja dann auch noch sein!), während ich seit Wochen einen großen Bogen um Supermärkte mache, um nicht bereits im Oktober mit all dem Weihnachtsgedöns konfrontiert zu werden. Apropos Weihnachten: Was schenkt Ihr Euren Hunden zum Fest? Und was kommt in den Napf? Gans mit Kloß? Oder doch der Rehrücken mit handgeschabten Spätzle? Während ich beschließe, Weihnachten auch dieses Jahr wieder zu ignorieren, packt Meier seine Köfferchen, um sich ein liebevolleres Zuhause zu suchen, eines mit Geschenken für Hunde, Weihnachtsessen und einem Baum, an dem er seine Markierarbeiten gemütlich im Warmen erledigen kann. Piccolo heult immer noch wegen der Schultüte, die er vor acht Jahren nicht bekommen hat. Und das Pü? Das sucht zwischen all den Aasduftmolekülen unterm Kopfkissen nach der Zahnfee. Oma Andra bekommt von all dem Drama nichts mit – sie ist auf dem Weg zum Seniorentanztee und hat zum Glück schon wieder vergessen, dass wir zum 15-Jährigen keine Kristallhochzeit feiern…

Ich gelobe Besserung und nehme mir vor, meinen nächsten Hund Paul zu nennen, weil ich dann ganze 8 x im Jahr Namenstag mit Torte, öffentlichen Liebeserklärungen und Namenstaggeschenken mit ihm feiern kann. Und mein nächstes Haustier wird entweder ein ostpazifischer Delfin mit großartigen 252 Zähnen oder ein Gürteltier mit immerhin sagenhaften 104 Zähnen. Denn die Zahnfee freut sich sicherlich auch über mein nach Aas stinkendes Kopfkissen. Das sollte als Buße doch reichen, oder?

PS: Natürlich soll das jeder so halten, wie er möchte! Es schadet ja keinem Hund, auch wenn ich das etwas befremdlich finde.

Goodfellows: Ich danke Sophie Strodtbeck dafür, dass sie sich trotz ihres ausgedehnten „Tourneeplans“ die Zeit genommen hat, meine Fragen auf so humorvolle Weise zu beantworten. Wow, gleich noch eine „Weihnachtsgeschichte“ extra.

Außerdem danke ich Annett Mirsberger, dass sie mir dieses tolle Foto von Sophie und ihren Hunden zur Verfügung gestellt hat. Fotografie ist eine Kunst und das beweist Annett täglich mit ihren Fotos. Wenn ihr mehr davon sehen wollt, schaut doch einmal HIER auf ihrer Website vorbei.

 

 

Reise durchs Hundeleben

Vom Welpen zum Senior

Autor: Sophie Strodtbeck

Verlag: Müller Rüschlikon Verlag

ISBN:978-3275020140

Preis: 19,95 Euro

 

 


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2 Kommentare
  1. Ines
    Ines says:

    Paul hätte 8 x im Jahr Namenstag! Hilfe, sag das meinem Zausel Paul nicht! Der würde sofort auf den Zug aufspringen! Er führt hier nämlich ein ebenso erbärmliches Leben ohne Torten und Geschenke … Du bist nicht die einzige Raben“mutter“.

    Antworten

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