Finley der Katzenflüsterer oder es kann nur Eine geben …

Immer diese anderen Tiere

 

 

Foto: pixabay

 

„Ein guter Plan ist der halbe Sieg“, frei zitiert nach Karl May, irgendwo aus dem zweiten Band „Durch das wilde Kurdistan“.

Wenn man allerdings auf das falsche Pferd … äh, Eichhörnchen setzt, dann kann das zu herben Rückschlägen führen. Der abtrünnigen Katze Mitzi scheint es gerade so zu gehen. Sie glaubt, der Otto will sie abservieren. Ihr erinnert Euch? Mitzi ist die pummelige Tigerkatze, die vormals rechte Hand unseres Katzenchefs Pauli. Sie hatte sich von Kamikaze Ottos Charme einwickeln lassen, was fast dazu geführt hatte, dass Ragdoll Kater Paulis Vorstadt-Imperium einzustürzen drohte. Finley hatte Pauli, seinen Lieblingsfeind ein wenig durchgerüttelt und half ihm bei der Rückeroberung seines Terrains – natürlich alles konspirativ, sozusagen als verdeckter Revoluzzer. (Die ganze Geschichte findet ihr HIER)

 

Otto liebt die Damenwelt

 

Ihr habt Kamikaze Otto unser überdimensioniertes Eichhörnchen-Männchen sicher nicht vergessen. Er wohnt noch immer auf den drei Eichen am Ende unseres Garagenhofes (Alles über Otto findet Ihr HIER). Er thront dort wie ein mit sich sehr zufriedener, gutgenährter Sultan und wie die Sultane in der Geschichte des osmanischen Reiches, versammelt er gerne hübsche Damen um sich.

 

Die drei Säulen der Macht

 

Und genau diese Vorliebe lenkt seine Aufmerksamkeit weg von der Waldherrschaft, hin zum schönen Geschlecht. Denn was sind die drei Säulen der Macht? Was macht einen Sultan stark und seine Herrschaft unantastbar? Da wäre zuerst Land auf das er Anspruch erhebt. Tja also das hat er schon ganz gut erledigt der Otto. Unsere Vorstadtwälder hat er erobert und die drei Eichen sind unangefochten seins.

Dann wären da noch die Untertanen, eine Anzahl von Wesen, die ihm bereitwillig dienen. Auch das ist ihm gelungen. Täglich ist er umgeben von ein paar Kätzchen, die ganz entzückt sind, wenn sie ihrem Sultan Hadschi Alef Otto ein paar Kastanien und Eicheln ins Mäulchen schieben dürfen.

 

Nachwuchs muss her

 

Doch unerlässlich ist auch die Sicherung der Dynastie, Nachkommen die das Fortbestehen seiner Blutlinie und die Erbfolge absichern. Upsi, Otto da hast Du aber was Wichtiges vergessen.

Tja und genau an diesem Punkt scheinen Mitzis und Ottos Interessen in verschiedene Richtungen zu laufen. Otto scheint wild entschlossen zu sein einen Kamikaze-Klan zu gründen – mit einem Eichhörnchen-Weibchen – nicht mit einer Katze. Er hat sie eines Tages von einem seiner Streifzüge aus dem Wald mitgebracht. Jung, schön, rothaarig, mit einem Selbstbewusstsein das seinem in keiner Hinsicht nachsteht. Lotti ist ihr Name und sie wohnt jetzt auch auf den drei Eichen.

 

Es kann nur Eine geben

 

Mitzi gefällt das gar nicht aber Lotti hat von Anfang an klargestellt, dass es nur eine Sultanine geben kann und dann kommt nur noch Personal. Seitdem hat Mitzi Katzenjammer, schlimmer als er bei Pauli je war. Nachts streift sie durch unsere Vorstadtgärten und weint und jammert und singt traurige, das Trommelfell sprengende Lieder …

 

Mitzi im Jammertal

 

Immer wenn es dunkel wird, kann man sie hören:

„Am Taaag als der Rääägen kaaam, lang ersäääähnt, heiß erflääääht…“

Eines Abends wurde es Finley zu viel und er ging zu Mitzi in unseren Garten und fragte sie was denn los sei.

 

Finley: „Mensch Mädchen, das ist ja nicht auszuhalten. Was ist denn los?“

Mitzi: „Nach allem was ich für ihn getan habe … und das ist jetzt der Dank.“

Finley: „Nur fürs Protokoll – von wem sprichst Du jetzt? Von Pauli oder dem Eichen-Sultan?“

Mitzi: „Na von Otto natürlich! Ich haaabeee ihm die beeeesten Wocheeen meines Lääääbens geopfert und jetzt das! Er hat jetzt eine Eichhörnchefraaaaauuuu … Nuuur niiiicht aus Liebäää weinen, es gibt Lääääben nicht nur den Eineäään…“

Finley: „Hör um Gottes Willen auf, zu singen, sonst hören die Vögel ja auf zu brüten!“

Mitzi: „Und für diesen, diesen, diesen … Eichelvernichter habe ich den schönsten Kater in der Siedlung sausen lassen … er wiiird mir niemaaals vääärzeihen … „

Finley: „Ähm, ja öhhh was soll ich dazu sagen … ich öhhh … verdammte Axt aber auch …“

Mitzi: „Wo soll ich denn jetzt wohnen? Ich muss jetzt wohl bei Dir im Garten bleiben …“

Und dann sang sie wieder: „Mein Froooind der Baum iiiist toooot, er fiel im äääärsten Mooorgenrooot …“

 

RED ALERT – keine Panik, keine Panik…

 

Finley spürte das erste Mal so etwas wie Panik in sich hochkriechen. Sein Magen krampfte sich zusammen, er war kurz davor seine Abendmahlzeit hochzuwürgen … Eine KATZE? In seinem Garten? Für immer? Nein, das ging nicht – auf keinen Fall. Das würde seinen Ruf nachhaltig zerstören. Er wollte Frieden in der Siedlung – ja. Aber doch nicht so… Er versuchte sich zu fassen.

Also sagte Finley: „Wir werden eine Lösung finden, einen Plan entwerfen, deeskalieren, schnell … ganz schnell… versprochen“

Mitzi wimmerte noch ein Bisschen und sah Finley dann erwartungsvoll an.

Finley: „Okay, hier ist der Plan. Erstens Du hörst sofort auf zu singen. Wenn Pauli mitbekommt, wie angeschlagen Du bist, schwächt das unsere Verhandlungsposition.“

Mitzi: „Das verstehe ich … Du bist aber klug. Also keine Gesänge mehr, großes Katzenehrenwort.“

Finley: „Die nächsten zwei Tage bleibst Du in unserem Garten und zwar so, dass Pauli und seine Späher Dich sehen können. Und Du bist nett zu mir und ich versuche nett zu Dir zu sein.“

Mitzi: „Nett zu einem Hund? Also ich weiß nicht …“

Finley: „Es ist doch nur zum Schein, Mitzi. Pauli soll doch nicht merken, wie dringend Du wieder nach Hause möchtest. Ich werde an diesen zwei Tagen gezielt ein paar Informationen an Paulis Nachrichtenleute weitergeben.“

Mitzi: „Oh, ich fange an zu verstehen. Du könntest ihm sagen, dass ich mich abgewandt habe von diesem, diesem, diesem … Hagebuttenknacker … und dass ich ein paar wichtige Infos für ihn habe. Was meinst Du?“

Finley: „Genauso machen wir das. Ich werde ihm sagen, Du wärst damals nur zu Otto gegangen, um zu spionieren – wie Mata Hari – nur dass Du am Leben bleibst.“

Mitzi: „Super Idee aber wer ist Matta Haari? Auch eine Katze?“

Finley *seufz: „Ja, auch eine Katze … bei der ist die Wiedereingliederung in ihre Katzenpopulation schiefgelaufen, weil sie dem Nachbarshund nicht vertrauen wollte …“ *augenroll

Mitzi: „So ein Dummerchen …“

 

Ein kuscheliger Schlafplatz für Mitzi

 

Finley zeigte Mitzi dann ein kuscheliges Plätzchen in unserem Gartenhäuschen. Dort konnte sie sich in die Liegestuhlauflagen kuscheln und übernachten. Er versprach ihr hoch und heilig, dafür zu sorgen, dass sie von seinen Leuten gefüttert werden würde. Denn ins Haus konnte sie nicht mitkommen, weil sein Frauchen auf die meisten Katzen allergisch reagiert.

 

Ein guter Plan, na Ihr wisst schon

 

Finleys Plan ging auf. Es dauerte vier Tage, dann hielt Pauli es vor Neugier nicht mehr aus und erlaubte Mitzi nach Hause zu kommen. Niemand hier weiß, welche Geschichten sie ihm von ihrer Zeit an den drei Eichen erzählt hat aber sie ging nie wieder dorthin zurück. Sie wurde Paulis Schatten, seine Beschützerin und Beraterin.

 

Nachtrag

 

Und auf den drei Eichen da hat sich auch etwas getan. Kamikaze Otto soll die Lotti in einer sehr anrührenden freien Nager-Zeremonie geheiratet haben. Ab sofort darf sie sich Kamikaze Lotti nennen. Natürlich brodelt die Gerüchteküche:

„Psst, sie hat ein wenig zugelegt … ob da was Kleines im Anmarsch ist … „

Für keine dieser Behauptungen gibt es derzeit eine offizielle Bestätigung. Wir müssen es einfach abwarten. (Anmerkung der Redaktion)

 

 

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