Die lockende Versuchung oder Rache ist grau-grün

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Glaubt mir Leute, es riecht noch viel schlimmer, als es aussieht. Den Rest des Körpers wollt ihr gar nicht sehen!

Normalerweise macht Finley sowas ja nicht jeden Tag aber… Wir haben Läufigkeits-Hochzeit bei uns in der Gegend. Die Weiber wackeln mit ihren süssen Hintern durch Wälder und Straßen, verteilen große Mengen „Eau-de-Nimm-Mich!“ und „Fragrance-Ich-bin-zu-allen-Schandtaten-bereit“ in meinem Dorf. Für unsere Rüden gibt es kein Entkommen.

Nun gehört Finley ja Gottseidank, noch nicht zu den Härtefällen. Er jault und heult nicht und  kratzt nicht den Putz von den Wänden. Ich kann ihn trotz der heißen Versuchung, die im Nebel zu uns rüber wabert, in den Garten lassen, ohne dass er stiften geht. Er wird lediglich etwas unruhiger und verweigert auch schon mal sein Futter. Damit haben wir gelernt umzugehen. In dieser Zeit wird er insbesondere von meinen Töchtern ordentlich betüddelt. Jeden Tag wird er massiert, gebürstet und gekrault als gäbe es kein Morgen mehr.

Und unser kleiner Pascha weiß das sehr zu schätzen. Er räkelt sich dann auf seinem watteweichen Hundekissen, meine Mädchen zu seinen Pfoten. Wenn sie zu früh aufhören mit dem Wellness-Programm, dann schmeißt er ihnen seinen schmachtenden Ihr-habt-doch-gerade-erst-angefangen-Blick zu. Dann bleiben sie sitzen und kraulen, massieren….

Wenn ich dann mit ihm in den Wald gehe, muss ich allerdings ein bisschen besser aufpassen. Heute haben wir Colette getroffen. Eine französische Bulldogge, bildhübsch, niedlich und willig. Von weitem rief mir ihr Frauchen schon zu: „Pass auf, die is‘ läufig, aber richtig!“

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Colette

Finley gehört zu Colette’s Gang, ein erlesener, von ihr ausgesuchter  Kreis von Charakterhunden. Ihre Beziehung sonst, würde ich als herzlich aber rein platonisch bezeichnen. Allerdings hat Colette da eindeutig die Hosen an. Heute signalisierte sie meinem Bären aber sehr deutlich, dass sie unter hormonellem Druck gewillt war, den Schlüpper fallen zu lassen.

„Hat er schon gerochen“, rief ich zurück, denn mein Don Juan hatte seine Yes-Babe-Alles-Was-Du-Willst-Imponierhaltung eingenommen. In so einer Situation gibt es nur eines – Rückzug! Leichter gesagt, als getan. Ich versuchte also Finley, mit allem was ich dabei hatte von Colette abzulenken. Leckerchen, Dummy, Hundepfeife – nichts half.  Er war paarungsbereit. Also machte ich das, wovon ich meinen Kunden immer abrate. Ich stemmte mich mit meinem vollen Gewicht in die Leine und zog den widerstrebenden Brummer (ja, am Geschirr) hinter mir her.

Irgendwann gab er beleidigt nach und folgte mir. Schnüffelte manisch-intensiv am Boden. Besser so, als ungewollte Retriever-Bully-Welpen dachte ich im Stillen. Ich gab ihm die volle Länge der Schleppleine. Plötzlich, so schnell konnte ich gar nicht „HUCH“ rufen, wälzte er sich in Irgendetwas, das gut sichtbar braun-grüne Spuren in seinem Fell hinterließ. Meine „NEIN’S“ und „PFUI’S“ verhallten von ihm unbeachtet im Morgennebel. Zögerlich näherte ich mich meinem Hund. Langsam waberte er mir entgegen, der Duft des Grauens und setzte sich unerbittlich in meinen Nasenschleimhäuten fest. Eindeutig Wildschweinkacke – Ürgs!!!!

Finleys Augen blitzten mir triumphal entgegen. Es war als wollte er mir sagen. „Wenn ich die Weiber schon nicht haben kann, dann will ich wenigsten irgendwas anderes Versautes machen.“  Über Schleichwege gelangten wir ungesehen nach Hause. Und nach gefühlten 100 Liter lauwarmen Wassers und vier Shampoo-Flaschen später, durfte mein triebgesteuertes Etwas dann auch wieder ins Haus. Da lag er dann zum Trocknen auf seinem watteweichen Hundekissen und durch die Ritze des abgeklappten Wohnzimmerfensters kroch ein verführerischer Duft ….

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