Jamie

Biografie eines Vierbeiners

 

 

 

 

Ich liebe ja gerade die Bücher sehr, die mich dazu bringen an Meinungen zu rütteln, bestimmte Dinge in Frage zu stellen oder auch zu neuen Erkenntnissen zu gelangen. Das Buch von Miriam Heruth ist so ein Buch.

Als ich den Klappentext des Buches „Jamie“ von Miriam Heruth durchlas, war meine Reaktion verhalten. Okay, dachte ich ein Hund aus schlechter Haltung findet ein schönes Zuhause. Augenblicklich hatte ich eine feste Vorstellung von der gesamten Story. Wie ich dann beim Lesen feststellte, kann man sich aber auch mal irren. Soviel sage ich schon mal vorab, der Klappentext dieses Buches wird seinem Inhalt absolut nicht gerecht.

 

Gut unterhalten ins Ungewisse lesen

 

Dieses Buch geht inhaltlich nie den erwarteten Weg, der Leser wird immer wieder durch unerwartete Wendungen überrascht. Ich selber habe sehr schnell aufgehört mir darüber Gedanken zu machen, was wohl als Nächstes passieren wird, ich ließ mich einfach treiben.

Die Erzähler lösen sich in diesem Buch nahtlos ab, da muss man ab und an schon mal richtig gut aufpassen, dass man nicht den Anschluss verliert. Da berichtet Jamie, der Dalmatiner, über Erlebnisse, Gefühle und Wünsche. Dann wiederum erzählt Miriam Heruth von ihrem Beruf, der ihr eine so ganz andere Sichtweise auf das Leben ermöglicht. Später gesellt sich noch Ridgeback Hündin Laila zu dem Erzähler Team und bereichert das Buch durch ihre Beiträge. Diese Wechsel machen das Buch lebhaft und interessant.

 

Emotionen und Skepsis vereint auf einem Pfad

 

So fesselnd die Lebenswege der drei Protagonisten und ihr Zusammentreffen auch sind. Was dieses Buch in meinen Augen so besonders macht, ist dass es Emotionen zum Leser transportiert und zwar ganz pur und unverfälscht. Ich habe selten vorher ein Buch gelesen, bei dem ich so stark mitempfunden habe.

 

Wer mich kennt weiß, dass ich dem Themen-Komplex Tierkommunikation gegenüber skeptisch eingestellt bin. Vielleicht liegt es aber auch nur daran, dass es für mich so wenig greifbar ist. Beim lesen hatte ich einige Momente, die mich stutzen ließen … aha, so gehts auch … vielleicht ja doch … hmmm, darüber muss ich einmal nachdenken. Ich will nun nicht behaupten, dass dieses Buch meine Skepsis gänzlich verschwinden ließ, das wäre viel zu weit gegriffen. Wenn allerdings der Glaube an bestimmte Kommunikationswege, egal ob ich es nun nachvollziehen kann oder nicht, zu einem so innigen Verhältnis wie zwischen der Autorin und ihren Hunden führt, hinterfrage ich das nicht mehr. Dann ist doch alles richtig gelaufen.

 

Fazit

 

Meine Großmutter hat immer gesagt „Es gibt mehr Dinge im Himmel und auf Erden, als Deine Schulweisheit sich träumen lässt“. Also in diesem Sinne, liebe Miriam Heruth: „Danke für dieses so besondere Buch, ich habe mich sehr gut unterhalten. Und ein wenig nachdenklich bin ich auch geworden.“

 

 

Kurzinterview mit der Autorin Miriam Heruth

 

Foto: Miriam Heruth

Goodfellows: Man liest häufig von der sogenannten artgerechten Auslastung der Hunde. Was verstehen Sie darunter?

 

Miriam Heruth: Eine artgerechte Auslastung für einen Hund bedeutet in meinen Augen nicht nur mit ihm Gassi zugehen. Wie lange und wie oft, hängt von der jeweiligen Rasse und den damit verbundenen Bedürfnissen ab. Ausgesprochen wichtig finde ich es, wenn man nur einen Hund hat, so wie ich momentan, seinen Hund mit Artgenossen rennen und toben zu lassen. Hunde sind Rudeltiere und brauchen den Kontakt zu Ihresgleichen. So freue ich mich auch, wenn ich  kleine Hunderassen auf der lang gestreckten Hundewiesen treffe.

Meine jetzige Ridgeback-Hündin Nala, ist zwar von ihrer Rasse her ein Laufhund, aber am Rad zu laufen ist ihr zu langweilig. Sie möchte lieber mit Ihresgleichen rennen, toben und hopsen, hat ja auch ein Einzelhundeschicksal. Wenn wir alleine unterwegs sind, dann beschäftige ich sie immer mal zwischendurch mit Dummysuche, kleinen Übungen fürs Köpfchen – durch die Beine gehen – im Kreis drehen – oder Kreativ-Übungen. Sie muss sich was ausdenken, was dann belohnt wird. Da sie nie bellt, wird in dem Zusammenhang auch bellen belohnt.  Die Zeit beim Gassigehen gehört meinem Hund.

Das Eine ist das Draußen sein, wir schaffen täglich Minimum 2 Stunden und das Andere die Kopfauslastung. Hunde leben in einer Geruchswelt, die uns Menschen in den Dimensionen einer Hundenase verborgen bleibt. Das für die Auslastung des Hundes zu nutzen, bedient seinen ausgeprägtesten Sinn. Das muss nicht immer gleich Mantrailing sein, wobei Nala es liebt und wir einmal pro Woche mit einer Hundetrainerin trailen. Alleine Futter im Haus, im Garten, in der Wohnung oder beim Gassigehen zu verstecken bringt Abwechslung in den Hundealltag und stärkt das Mensch-Hund-Gefüge. Darauf kommt es ja letztendlich an, bei und mit seiner Aufmerksamkeit beim Hund zu sein. Wenn mein Hund spürt, dass ich bei ihm bin, ihn zur Not auch beschütze, so dass er, wenn er unsicher ist zu mir kommt, dann braucht es auch nicht viele Worte um ihn zu führen. Das Gesamtpaket ist in meinen Augen eine artgerechte Auslastung.

 

 

Goodfellows: Wenn Sie die Wahl hätten, was würden Sie am Verhältnis der Hundehalter untereinander ändern?

 

Miriam Heruth: Da fällt mir natürlich als erstes mehr Verständnis für Hunde ein, die nicht so kompatibel sind. Aber viele Missverständnisse unter Hundehaltern entstehen aus Unwissenheit oder aus der eigenen Angst heraus. Ich glaube, wenn Halter ihre Hunde besser lesen könnten, sie in ihrer Kommunikation besser einschätzen könnten, würde der Mensch seine Angst verlieren und der Hund dürfte Hund sein. Hunde sind im Grundwesen sozial kompetente Lebewesen, von denen wir uns eine Scheibe abschneiden können. Unsere Hunde lesen in kürzester Zeit, wie in einem aufgeschlagenen Buch in uns – sie durchschauen uns und sind gleichzeitig von uns abhängig. Wenn wir Angst haben, spüren und riechen sie unsere Hormonausschüttung und reagieren darauf. Je entspannter wir sind, um so entspannter ist unser Hund. Die berühmte Wechselwirkung.

Nun gibt es nicht nur Hundehalter die ihre Angst auf den Hund übertragen sondern auch ängstliche Hunde. Wenn ich das sehe, lasse ich meinen nicht auf den Anderen zurennen, beim beliebten Mobben (Hunde können das auch) unterbinde ich das. Und an der Leine vermeide ich Hundekontakt, da keiner von beiden ausweichen kann. Für mich Grundregeln im Miteinander.

Jamie, mein Dalmatinerrüde nannte unser Hundetraining immer Menschentraining. Heute weiß ich, dass er damit nicht verkehrt lag. Ich hatte damals viel zu lernen.

 

Goodfellows: Könnten Sie sich vorstellen, wieder einmal ohne Hund zu leben?

 

Miriam Heruth: Laila starb in der Nacht ohne Vorankündigung, das war gefühlt wie heimlich sterben. Und Jamie hörte nach Lailas Tod auf zu fressen und verstarb zwei Monate später. Wenn ich ehrlich bin, wollte ich nie wieder einen Hund haben. Fast ein Jahr lang weigerte ich mich strickt, eine neue Hundeseele aufzunehmen. Ich hatte nicht den Mut, noch einmal verlassen zu werden. Jetzt muss ich zugeben; Nala macht ihrem Namen Ehre, sie ist mein Geschenk von Jamie und Laila und tut mir unendlich gut. Früher habe ich über den Spruch: „ Einmal Hund immer Hund“ , gelacht. Heute begreife ich deren Tragweite.

 

Goodfellows: Haben Sie einen Lieblingsort und warum ist er das?

 

Miriam Heruth: Ich habe viele Lieblingsorte. Orte wo wir durch den Wald streifen und ich das Gefühl habe, aufzutanken. Orte, wo jetzt Nala Spielkameraden findet.

Orte, wo ich mich mit Freunden treffe und die Hunde herumtollen können. Auch einsame Orte während der Läufigkeit. Berlin, wenn ich meine Familie besuche und all die Orte von Freunden. Amrum ist mit seinem breiten Kniepsand Strand mein Favorit für einen Urlaub und Bergwandern liebe ich noch aus der Zeit als ich in Murnau lebte.

 

Goodfellows: Wenn Sie die Möglichkeit hätten, den Menschen im Umgang mit Hunden eine bestimmte Fähigkeit zu verleihen, welche wäre das?

 

Miriam Heruth: Sehen – fühlen – verstehen – vertrauen und die Angst loslassen – in die Liebe mit unseren Hunden gehen. Ein Hund verfügt über eine Herzenergie die uns Menschen leider nur selten offenbar wird. Leider kann ich mich da nicht ausschließen, aber ich bemühe mich.

Mein Wunsch ist es, unseren Hunden ein artgerechtes Leben zu ermöglichen, sie nicht als Ersatz zu menschlichen Beziehungen zu sehen, ihnen Raum geben Hund zu sein – sie zu sehen.

Das größte Geschenk von ihnen an uns ist, sie wie durch einen unsichtbaren Faden zu führen. Ein Gefühl der Einheit – beglückend und erlösend – ein Geschenk.

 

Wer ist Miriam Heruth

 

Foto: Miriam Heruth

Miriam Heruth ist selbständige Osteopatin. In ihrem Beruf benötigt sie eine besondere Wahrnehmungsfähigkeit. Durch Fortbildungen hat sie diese für ganz besondere Wahrnehmungsbereiche, die im Alltag kaum genutzt werden, sensibilisiert.

Weitere Fortbildungen zum Thema Tierkommunikation erlauben es ihr, im Zusammenleben mit ihren Hunden deren vielfältige Kommunikationsebenen untereinander zu erkennen und letztendlich von ihren Hunden zu lernen, wie der Mensch mit ihnen eine Einheit bilden kann. Eine besondere Begabung. (Quelle: ihleo Verlag)

 

 

Jamie

Autor: Miriam Heruth

Verlag: ihleo Verlag

ISBN: 978-3940926852

Preis: Taschenbuch 9,95 Euro

 

 

 

 

 

 


 

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Dogwalk – Wie Hunde freudig folgen

 

Gemeinsam unterwegs – Ideen für eine glückliche Mensch-Hund-Beziehung

 

 

 

Kommunizieren und eine Einheit bilden

(Ursula Löckenhoff)

 

Auf unseren Spaziergängen treffen Finley und ich auch öfter auf größere Hundegruppen. Manchmal sind alle Halter dabei, ein anderes Mal hilft einer dem anderen aus und nimmt den Nachbarhund mit auf die Runde. Wieder ein anderes Mal treffen wir auf unsere örtliche Dogwalkerin mit ihrer Truppe. Es ist eigentlich egal, wen wir treffen. Es ist immer eine Herausforderung, nur aus unterschiedlichen Gründen.

 

Gemeinsam die Herausforderungen des Hundealltags meistern

 

Jedes Treffen ist auf seine Weise lehrreich. Stoßen wir auf unsere Plappertruppe, wissen wir, dass im Schnitt fünf bis acht Hunde unterschiedlichster Couleur quasi führerlos vor sich hin dümpeln. Die Begleit-Frauchen arbeiten den Dorfklatsch der letzten Woche auf. Für Finley und mich bedeutet das, dass wir die Entscheidung, ob es ein Zusammentreffen der Hunde geben soll oder nicht, ganz alleine treffen müssen.

Macht unsere Nachbarin X den Wald mit ihrer Dalmatinerhündin Daisy, die eher ängstlich auf andere Hunde reagiert, zusammen mit dem Berner Sennen Rüden Rufus von Nachbarin Y unsicher, dann weichen Finley und ich sofort auf einen anderen Waldweg aus. So vermeiden wir einen Konflikt zwischen den Rüden.

 

Zwischenmenschliche Kommunikation

 

Am einfachsten läuft es mit der Dogwalkerin aus unserer Vorstadt. Da ist alles abgesprochen. Ihre Hundegruppe ist sich selbst genug. Kontakt von außen ist nicht gern gesehen, was ich gut verstehen kann. Sie hat ihre Truppe im Griff. Die Hunde werden am Wegesrand abgesetzt und Finley und ich können ungehindert an ihnen vorbeigehen.

 

Jede Strategie eignet sich auch für die Einzelhundehaltung

 

Wie man Hunde so führen kann, ihnen klare Strukturen geben kann, ohne dabei auf klassische, operante Methoden der Hundeerziehung zurückgreifen zu müssen, zeigt Ursula Löckenhoff in diesem Buch.  Das Buch Dogwalk ist zwar auf das Zusammenleben mit größeren Hundegruppen ausgerichtet, dennoch finde ich, dass man auch als Einzelhundeführer sehr viel daraus lernen kann. Trifft man auf eine größere Hundegruppe ist das, was man aus diesem Buch lernen kann sicher hilfreich. Man kann das Gruppengefüge innerhalb der Gruppe sicherlich besser einschätzen. Vielleicht erleichtert es auch den Umgang der Menschen untereinander.Das wäre aus meiner Sicht sehr wünschenswert.

 

Sie liebt die Hunde, mag aber auch die Menschen

 

Was mir an diesem Buch so gut gefällt ist, dass die Autorin nicht nur versucht zu zeigen, wie man seinen Hund besser versteht und führt, sondern dass sie auch den Menschen, die das leisten sollen genug Aufmerksamkeit schenkt. Hemmungen abbauen, Stimmentraining, sich die eigene Körpersprache und Mimik bewusst machen, sind wichtige Faktoren, über die sich Hundehalter Gedanken machen müssen.

 

Der Leser lernt, warum sich sein Hund im Wald anders verhält als auf einer flachen Wiese. Dass die Stadt als Revier noch einmal andere Anforderungen stellt und wird von Ursula Löckenhoff über ein mentales Hindernis nach dem anderen geführt. Ursula Löckenhoff macht uns Menschen quasi geländegängig. Es gibt einen stetigen Wechsel, zwischen Regeln aufstellen und Freiraum geben und das alles ohne den Einsatz von Leckerchen. Belohnt wird durch Taten, Ruhezeiten oder Massagen und Ruhezeiten. So lernt der Mensch seinem Tier die Freiräume zu geben, die sinnvoll sind und eine innige Gemeinschaft mit seinem Tier zu bilden.

 

Fazit zu diesem Buch

 

Ich habe in diesem Buch viel von dem gelesen, was ich täglich praktiziere und noch mehr von dem, was ich täglich an Mensch- und Hund-Teams weitergeben möchte. Absolut lesenswert!

 

Wer ist Ursula Löckenhoff

 

Ursula Löckenhoff ist Hundephysiotherapeutin und aktive Tierschützerin. In ihrem Hundehotel „Bene Bello“ bietet sie Unterkunft mit Familienanschluss, macht Dogwalks mit ihren Hundegästen und leitet Trainings für Hunde mit Erziehungsdefiziten. Als Hunde- und Tierschutzexpertin ist sie regelmäßig Gast im Fernsehen.

 

Dogwalk

Wie Hundefreudig folgen

Autor: Ursula Löckenhoff

Verlag: Franckh Kosmos Verlag

ISBN: 978 344 0153 598

Preis: 24,99 Euro

 

 

 


 

 

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Wenn Hunde lachen

HarmoniLogie – Kommunikationstraining für Mensch und Hund

 

 

 

„Sprich leise, denn er hört dir zu“

(Anne Krüger-Degener)

 

Der erste Hund, den ich als Kind richtig wahrgenommen habe, war Cora, die Riesenschnauzer Hündin meines Großvaters. Ich liebte dieses Tier mit jeder Faser meines kindlichen Herzens.

Damals war es schon sehr fortschrittlich, dass Cora mit ins Haus durfte und auch nachts einen Schlafplatz im Haus hatte und nicht in einem Zwinger übernachten musste. Schließlich hatte sie eine Funktion zu erfüllen – das Haus bewachen, die Tischlerei bewachen, das Kind beschützen… „Verhätscheln“ war nicht erwünscht, was mir natürlich ganz egal war.

 

Leise sein war ein Zeichen für Schwäche

 

Die Erziehungsmethoden waren allerdings noch die aus Urzeiten. Ein Ausgleich zu den Jobs, die Cora zu erfüllen hatte, wurde nicht wirklich geschaffen, man sah damals die Notwendigkeit dafür nicht. Ungehorsam wurde abgestraft. Da wurde laut getadelt und leider gehörte auch die zusammengerollte Zeitung noch zum Programm. Wer sich wie ich weigerte, diese Methode anzuwenden, wurde schnell als schwach betitelt.

 

Wissenschaftliche Forschung hat vieles geändert

 

Gott sei Dank hat sich die Hundeerziehung in den letzten Jahrzehnten stark verändert.  Kadavergehorsam ist nicht mehr gefragt. Bedingungslose Unterordnung ist der Suche nach einem echten und ehrlichen Miteinander von Mensch und Hund gewichen. Hunde sind heute Familienmitglieder, eine nachhaltige Bindung soll entstehen. Echte, souveräne Führung ist heute leise und von Respekt und Vertrauen geprägt.

 

Verständnis und klare Kommunikation

 

Laut Anne Krüger-Degener führt der Weg zu einer guten Beziehung zum Hund über das System der HarmoniLogie. Eine Methode, die jeder Mensch lernen kann. Sie ist eine leichte, feine Verständigung zwischen Menschen und ihren Hunden. Durch klare Körpersprache, einem Spiel zwischen Nähe und Distanz und die genaue Beobachtung des Hundes, entsteht Kommunikation und am Ende soll der Hund dem Menschen mit Freude folgen. Etwas was wir uns alle wünschen.

 

Brauchen wir für alles einen neuen Fachbegriff – ich finde nein

 

Den Begriff der HarmoniLogie hat Anne Krüger-Degener selbst geprägt und ich muss gestehen, dass ich beim Lesen immer wieder über dieses Wort gestolpert bin. Das wäre dann auch schon das Einzige, was ich an diesem Buch oder an dem System ihrer Erziehungsmethode zu kritisieren hätte. Diese neu erschaffenen Wortschöpfungen, wirken auf mich doch sehr gestelzt und bemüht. „HarmoniLogie“, „Das Ampelprinzip“ oder mein Favorit „Das Monarosadella-Prinzip“, dessen Klang anmutet als wäre es Dan Browns Nachfolger für seinen Bestseller Da-Vinci-Code. Das hätte dieses inhaltlich doch sehr überzeugende Erziehungssystem nicht gebraucht.

 

Mein Fazit:

 

Ein unglaublich lehrreiches und informatives Buch von einer Autorin, die Hunde liebt, ohne sie zu „verhätscheln“. Ich kann dieses Buch auch Anfängern sehr empfehlen. Es ist sehr detailliert durchstrukturiert und erklärt akribisch, jeden Trainingsschritt. So ist zum Beispiel das richtige Loben des Hundes ein eigenes Unterrichtsfach. Es ist ein Buch für das man sich Zeit nehmen sollte und wenn man es durchgelesen hat, dann sollte man es in Griffweite behalten, als Wegbegleiter zu einer souveränen Führung und einer entspannten Beziehung zu seinem Hund.

 

Wer ist Anna Krüger-Degener

 

Anne Krüger-Degener ist ausgebildete Tiertrainerin, Kommunikationsexpertin und Schäferin. Seit 1999 leitet sie die Tierschule auf dem Degenerhof in Melle. Im Laufe ihrer beruflichen Arbeit und durch ihre Erfahrung hat sie die Methode der HarmoniLogie entwickelt und gibt diese mit Passion und Begeisterung weiter. Ihre Methode stößt auf sehr viel Resonanz und Begeisterung, sodass sie mittlerweile Co-Trainer ausbildet.

 

Wenn Hunde lachen

Autor: Anne Krüger-Degener

Verlag: Franckh Kosmos Verlag; 1. Aufl. 2018

ISBN: 978-3440158463

Preis: 25,00 Euro

 

 

 

 


 

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feingemacht – So fühlt sich der Hund wohl in seiner Haut

Der große Ratgeber für die richtige Fellpflege

 

 

 

 

Hundefriseur – keine gesetzlich geschützte Berufsbezeichnung

 

Was mir beim Lesen dieses Buches als Erstes aufgefallen war, ist, dass die Autorin Ihren Beruf als Hundefriseurin leidenschaftlich liebt. Was dann während des Lesens immer klarer wurde, ist wie komplex, vielschichtig und interessant dieser Beruf sein kann, wenn man ihn richtig machen möchte.

Der Beruf des Hundefriseurs ist in Deutschland leider nicht geschützt. Es gibt keine bundesweit organisierten Ausbildungsgänge und Prüfungsverfahren. Das macht es uns Hundehaltern schwer, jemanden zu finden, der gut qualifiziert ist. Wie sollen wir erkennen, ob der Hundefriseur vor Ort die verschiedenen Fellstrukturen der einzelnen Hunderassen kennt. Wie können wir erkennen, ob Der/Diejenige wirklich weiß, welchen Hund man zupft, schneidet oder trimmt?

 

Ausführlicher Ratgeber für die Hundepflege

 

Das Beste wäre meiner Meinung nach, dass wir uns selber etwas näher mit dem Fell unseres Lieblings beschäftigen. Wir müssen ja nicht gleich eine Ausbildung zum Hundefriseur machen aber was das Fell unseres eigenen Hundes betrifft, da sollten wir uns auskennen. Und dabei hilft uns dieses Buch von Franziska Knabenreich-Kratz ein ganzes Stück weiter.

Franziska erklärt uns, was die einzelnen Felltypen ausmacht und davon gibt es mehr als ich gedacht hatte, nämlich 11 Grundtypen. Sie schildert, worauf wir bei der Pflege dieser verschiedenen Felltypen achten müssen und gibt Beispiele dafür, welche Rassen welchem Felltypus zuzuordnen sind.

 

Gute Fellpflege beginnt zuhause

 

Finley zum Beispiel, gehört als Golden Retriever zu den Hunden, deren Fell man „Combination Coated“ nennt. Das bedeutet er hat einen Mix aus langem und kurzem Fell mit Unterwolle. Er braucht, wem sagst Du das *seufz, weil sein Fell sonst verfilzen kann, etwas mehr Pflege und muss deshalb öfter durchgekämmt werden als Hunde mit anderem Felltypus.

Franziska beschreibt zu jeder der einzelnen Fellarten, worauf wir selber bei der täglichen Pflege achten müssen und gibt Tipps, welche Bürsten, Kämme und andere Geräte wir dazu benutzen können. Denn, und das sagt sie sehr deutlich, gute Fellpflege beginnt zuhause. Hundehalter und Hundefriseur müssen zusammenarbeiten. Ein Friseurbesuch alle drei Monate, reicht nicht aus, wenn wir Hundebesitzer zuhause unsere Hausaufgaben nicht machen.

 

Figaro-Qualitäten habe ich nicht aber es wird…

 

Ich hatte Euch ja neulich schon erzählt, dass Finley anfangs nicht so begeistert war, als ich ihm die Haare schneiden wollte. Die ganze Geschichte findet Ihr HIER. An dieser Stelle entschuldige ich mich vorsorglich bei Franziska für die nicht fachgerechte Anwendung der Worte „Trimmen“ und „Schneiden“ in dem Beitrag. Das war dem kreativen Schreiben geschuldet 😉 .

Mittlerweile haben Finley und ich einen guten Weg gefunden – wir arbeiten in Etappen und ich habe mir im Fachhandel ein paar gute Scheren und anderes Zubehör geleistet. Jetzt ziept es auch nicht mehr so viel, wenn ich mich an seinem Fell zu schaffen mache.

 

Grenzerfahrungen bei unserer Vorstadt-Hundefriseurin

 

Bis es soweit war, hatten wir aber noch manches Tal zu durchwandern und in einem dieser Täler wohnte unsere örtliche Hundefriseurin. Der Besuch bei ihr war … äh, ja … grenzwertig. In einem meiner nächsten Blogbeiträge erzähle ich Euch mal, warum mir beim Anblick einer Schermaschine der kalte Schweiß ausbricht, dass der Begriff „Retriever Cut“ offenbar äußerst dehnbar ist und warum Finley und ich danach nie mehr beim Hundefriseur waren.

 

Bitte keine Sommerschur

 

Das Abscheren von Hunden – keine Angst Finley war nach unserem Friseurbesuch nicht ganz nackt – ist meiner Meinung nach nur im äußersten Notfall gerechtfertigt und wenn ich Franziska in Ihrem Buch richtig verstanden habe, sieht sie das auch so. Sie hat dem Thema ein ganzes Kapitel gewidmet und erklärt sehr anschaulich, was das Abscheren bei der Fellstruktur unserer Hunde anrichten kann. Glaubt mir, das wollen wir nicht!

 

Kritischer Blick auf die Hundefriseur-Gilde

 

Franziska macht keinen Hehl daraus, dass einige ihrer Berufskollegen das nicht so eng sehen. Überhaupt finde ich es sehr erfrischend, dass sie in der Lage ist, auch Ihren eigenen Berufstand aufs Korn zu nehmen. Sie spart da nicht mit Kritik, manchmal humorvoll aber manchmal auch ernst. Denn in erster Linie geht es Ihr um das Wohl unserer Hunde. Der Leser findet auch zu diesem Thema Tipps, worauf er zu achten hat, wenn er seinen Hundefriseur aussucht – hätte ich DAS mal vor ein paar Jahren gewusst.

 

Tenside, Sodium und andere Chemikalien

 

Zum Ende des Buches beschäftigt sich Franziska mit den Inhaltsstoffen von Hundeshampoos und anderen Hunde-Kosmetik-Produkten, die es zurzeit gibt. Ich kann Euch nur empfehlen Euch diese Kapitel ganz genau durchzulesen. Offenbar unterliegen Hundeprodukte nicht der Deklarationspflicht und haben auch sonst weniger Tests zu durchlaufen, als die entsprechenden Produkte für Menschen. Lasst Euch von den chemischen und biologischen Fachbezeichnungen nicht abschrecken. Ich war entsetzt über die Ergebnisse, die Franziskas Recherchen ergeben haben.

 

Lexikon für Inhaltsstoffe

 

Damit der Leser sich zukünftig besser zurechtfindet, beim Einkauf von Hundeshampoos, hat Franziska eine Art Inhaltsstoff-Lexikon beigefügt. Sehr übersichtlich und gut zu verstehen. Das nenne ich mal guten Service am Leser. Auf mich hat gerade dieser Teil des Buches sehr motivierend gewirkt, zukünftig etwas mehr Wert auf gesunde Inhaltsstoffe in unserem Hundeshampoo zu achten. Ich habe unseres sofort entsorgt.

 

Fazit zum Buch:

 

Unbedingte Leseempfehlung! „feingemacht“ ist eine gelungene Mischung aus Sachbuch und Unterhaltungslektüre. Außerdem empfinde ich das Buch persönlich als Motivationsverstärker. Ich werde mir in Zukunft vor den Regalen mehr Zeit dafür nehmen, die Angaben über die Inhaltsstoffe des Produktes durchzulesen. Biologisch unbedenkliche Produkte sind gut für uns Menschen und für unsere Hunde sollten wir genauso gut sorgen. Für mich heißt das, dass ich mal nachhaken werde, wenn die Inhaltsstoffe eines Produktes nicht klar ausgewiesen sind. Bekomme ich dann keine zufriedenstellende Auskunft, wird dieses Produkt eben nicht gekauft – Punkt!

 

Das Buch „feingemacht“ hat mir gezeigt, wie es Spaß machen kann, sich mit dem Fell meines Hundes zu beschäftigen. Der Autorin Franziska Knabenreich-Kratz ist es gelungen, Fachkenntnis in eine lockere, unterhaltsame Schreibe zu kleiden, ohne dabei die Ernsthaftigkeit ihres Anliegens in Frage zu stellen. Wenn Ihr mehr über Franziska wissen wollt, dann lest Euch doch noch das Interview durch, dass wir geführt haben. Franziskas eigener Blog heißt übrigens auch „feingemacht“. Klickt einfach auf den Namen und Ihr landet auf ihrer Seite. Ich gehe jetzt mal die Hundebürste holen …

 

 

Kurzinterview mit Franziska Knabenreich-Kratz

 

Goodfellows: Was bedeutet das Wort Schicksal für Dich?

Franziska Knabenreich-Kratz: Ich glaube nicht an Schicksal in dem Sinne. Ich glaube aber daran, dass alles im Leben einen Sinn hat. Jede noch so tiefe Krise entpuppt sich im Nachhinein als etwas Gutes. All unsere Entscheidungen führen uns durch das Leben. Nichts passiert zufällig, sondern ist unterbewusst von uns so gesteuert.

 

 

Goodfellows: Wenn Du morgens aufwachst und Deinen Hund siehst, was ist Dein erster Gedanke?

Franziska Knabenreich-Kratz: Mein erster Gedanke ist, wie lange meine Hunde wohl noch bei mir sind. Mein Mops ist schon 14 Jahre und Dackel Hildi auch schon 11. Sie sind beide so treue Wegbegleiter. Sie treiben mich manchmal zur Weißglut, aber geben mir auch viel Freude.

 

Goodfellows: Wenn Zeitreisen möglich wären, wohin würdest Du gerne reisen?

Franziska Knabenreich-Kratz: Das ist eine sehr gute Frage. Vermutlich würde ich zu allen großen Ereignissen, die die Menschheit geprägt haben, reisen wollen. Erster Mann auf dem Mond, die Erfindung des Stroms und Lichts, die Erfindung des Autos, wilde Parties der 20iger, Woodstock, das legendäre Live Aid Konzert mit Queen etc. Ich würde Konzerte von den Beatles, Nirvana, Janis Choplin, Micheal Jackson und vielen mehr besuchen. Ich würde mich durch die ganze Welt essen, von Frankreich bis nach Asien. Ich wäre dabei, wenn eine Rakete ins All geschossen wird und ich würde auch voll gerne mal einen Dinosaurier sehen wollen. 😊

 

Goodfellows: Gibt es ein bestimmtes Abenteuer, dass Du auf jeden Fall einmal erleben möchtest?

Franziska Knabenreich-Kratz: Mein großer Traum ist es mal auf einer Ranch zu arbeiten. Cow-working machen, wie ein echtes Cowgirl. Diesen Traum erfülle ich mir dieses Jahr und bin schon sehr aufgeregt. Yiiiiehaaaaaaaaaaa

 

Goodfellows: Beschreibe uns Deinen perfekten Tag.

Franziska Knabenreich-Kratz: Ich wache neben meinem Mann auf, wir gehen dann mit den Hunden spazieren und frühstücken danach lecker. Dann arbeiten wir etwas an unserer Franchise-Firma und entwickeln neue Ideen. Dann trinken wir Kaffee und essen ein Stück Kuchen. Danach gehe ich zu meinem Pferd und abends kochen wir zusammen.

 

Goodfellows: Danke Franziska, für die phantasievollen und interessanten Antworten – sag‘ Bescheid, wenn Du auf Dinosaurier-Suche gehst, da wäre ich gerne dabei 😉 .

 

Wer ist Franziska Knabenreich-Kratz

 

Franziska Knabenreich-Kratz wurde in Halle an der Saale geboren. Dort wuchs sie mit zwei Brüdern im Grünen und mit vielen Tieren auf. Heute lebt sie mit ihren beiden Hunden und ihrem Ehemann Christian in Eltville.

Nach ihrem Schulabschluss zog sie nach Wiesbaden und arbeitete dort in einer Werbeagentur.  Sie wechselte bald zur Lufthansa und ließ sich dort zur Check-In-Agentin ausbilden. Dort arbeitete sie 12 Jahre lang auf dem Frankfurter Flughafen. Im Jahr 2009 kehrte sie in ihre Heimatstadt zurück und kaufte dort ein Weinlokal. Parallel zu ihrem Lufthansa-Job, machte Franziska aus diesem Weinlokal ein individuell gestaltetes Restaurant und einen Onlineshop mit ausgewählten Weinen und Wiskey aus aller Welt. Leider musste sie das direkt an der Saale gelegene Geschäft nach dem Hochwasserereignis Anfang 2011 aufgeben, die entstandenen Schäden waren einfach zu groß.

Franziska hatte schon immer eine starke Affinität zu Hunden. Deshalb wurden sie nach der Geschäftsaufgabe zu ihrer neuen Leidenschaft. Sie erlernte den Beruf der Hundestylistin und führt seit 2015 ihren eigenen Salon „feingemacht“ in Eltville am Rhein. Auf ihrem Blog „feingemacht“ schreibt Franziska Artikel rund um das Thema Hund und Lifestyle.  Sie schreibt in anderen Blogs und Magazinen, als Expertin über Hunde und ihr Fell.

Der TV-Sender Vox gewann Franziska als Protagonistin für die Miniserie „einfach schön“ in der Produktion „hundkatzemaus“, einer Serie, in der sie Hunden aus dem Tierheim eine professionelle Fellpflege zukommen lässt. In „3 Engel für Tiere“ hilft Franziska Familien, den Vierbeiner zu finden, der zu ihnen passt.

 

feingemacht

So fühlt sich der Hund wohl in seiner Haut

Autor: Franziska Knabenreich-Kratz

Verlag: Book on Demands

ISBN: 978 3748 131328

Preis: 19,90 Euro

 

 


 

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Kind & Hund – Mit Vertrauen und Respekt durchs Leben

Leitfaden für Eltern, Kinder und Hundehalter ohne Kinder

 

 

 

Als Finley vor zehn Jahren bei uns eingezogen ist, wurde mir sehr schnell klar, dass ich nicht nur diesen wuseligen Welpen erziehen musste, sondern auch meine Kinder und *hüstel meinen Mann, die Nachbarn, die Nachbarskinder, Radfahrer, Nordic Walker und die Rentner aus der Vorstadt und, und, und …

Die Idee, dass ein Hund bei mir einziehen sollte, fanden letztlich alle super – allerdings nur wenn er keine Arbeit machen würde oder Schmutz hereintragen würde oder sonst wie stören würde. Mit anderen Worten, ich hatte einen sauschweren Job vor mir, auch wenn mir das zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht klar war.

 

Ein gutes Rüstzeug für Eltern und Kinder

 

Hätte es damals Ana Hesses Buch Kind & Hund schon gegeben, wäre ich sicherlich besser auf die kommenden Situationen vorbereitet gewesen.

Wenn ich mit Kunden rede, höre ich sehr oft, dass ein Hund angeschafft werden soll, weil ihre Kinder lernen sollen, Verantwortung zu übernehmen. Das ist zuerst einmal ein gutes Motiv. Andererseits wird dieser Ansatz leider oft fehlinterpretiert. Denn man sollte Kindern diese Verantwortung nicht einfach aufbürden. Sie müssen lernen dürfen und diese Zeit sollten wir ihnen zugestehen. Ana Hesse beschreibt uns einen guten Weg, wie wir Erwachsenen diesen Prozess liebevoll begleiten können.

 

In die Verantwortung hinein wachsen

 

Kinder brauchen Hilfestellung von Jedem auf eine bestimmte Art und Weise. Und deshalb hat sich Ana Hesse wohl auch für die außergewöhnliche Gliederung ihres Buches entschieden. Es gibt einen Teil, der sich explizit an die Eltern richtet, einen Kinderteil und einen Teil, der fremde Hundehalter anspricht.

 

Alle in einem Boot

 

Was ich an diesem Buch besonders mag ist der Ton in dem es geschrieben wurde. Kein erhobener Zeigefinger, kein Verkünden einer allein gültigen Ideologie, man merkt, dass Ana Hesse sich nicht auf die Seite einer der beteiligten Gruppen schlägt. Sie will nicht gegen jemanden Stellung beziehen, sondern alle Mitwirkenden ins Boot holen, damit Kind und Hund das gemeinsame Leben genießen können. Es ist kein „Du-musst-dies-lassen-und-das-lassen-Ratgeber“, sondern ein Leitfaden der insbesondere auch den Kindern vermittelt: „Wenn ihr bereit seid auf ein paar Dinge zu achten, schafft Ihr das – locker“.

Mein Fazit zu diesem Buch ist, dass jede Familie mit Hund und Kind es im Regal stehen haben sollte. Ich kenne kein anderes Hundebuch, dass sich dem Thema Kind und Hund in dieser Ausführlichkeit und Tiefe widmet. Für mich auch ein heißer Tipp an die Züchter unter meinen Freunden. Schaut mal hinein in dieses Buch. Es wäre sicher eine gute Empfehlung für Welpenkäufer mit Kindern. Für mich ein Buch mit starkem Hang zum Standardwerk.

 

Kurzinterview mit Ana Hesse

 

Goodfellows: Wenn Du es könntest, was würdest Du an unserer Hundewelt sofort radikal ändern?

Ana Hesse: Eine radikale Änderung in der Hundewelt und damit für uns Hundetrainer gab es 2013, die dazu führte, dass die Kluft zwischen den einzelnen Methoden noch größer wurde, dabei haben alle ein Ziel: Mensch und Hund zu helfen und zu einem Team werden zu lassen. Wenn ich einen Zauberstab hätte, würde ich mir wünschen, dass das „Gezergel“ um die Methoden verpuffe.

 

Das Gezergel um Methoden sollte aufhören

 

Es gibt nicht nur schwarz oder weiß, sondern sehr viel grau in allen Schattierungen. Diese Schattierungen sollten wir Trainer kennen und können. Das bedeutet: radikal würde ich nichts ändern wollen. Ich würde mir aber wünschen, dass der Hund wieder mehr als Hund gesehen wird. Ein soziales Tier, aber ein Tier, dass mit uns lebt und in der Regel 42 Zähne hat, die durchaus verletzen können, wenn man es nicht „richtig macht“. Die Sachkundeprüfung in Niedersachsen als Zugangsbeschränkung für das Halten von Hunden finde ich gut. Viele Prüflinge sagen dies anschließend, auch, weil sie einfach einiges nicht gewusst hätten. Da es aber kaum Kontrollen gibt und die Prüfung mit Kosten verbunden ist, gibt es immer mehr unangemeldete Hunde. Da beißt sich die Katze bzw. das Hundegesetz leider in den Schwanz.

 

Goodfellows: Was betrachtest Du als Deinen größten Schatz?

Ana Hesse: Meine Familie und dazu gehören natürlich auch meine Hunde. Meine Familie ist meine größte Inspiration, Unterstützung und Halt. Meine Hunde, sind meine Lehrmeister und gleichzeitig meine „Heilung“. Klingt etwas esoterisch, ist aber so nicht gemeint. In stressigen Zeiten einfach mit den Hunden eine Runde durch Feld drehen und ihnen zuzusehen, mit ihnen Spaß zu haben und zu entspannen, ist „Heilung“ genug. Zudem ist die Kleine ein richtiger „Kasper“ und bringt uns alle oft zum Lachen.

 

Goodfellows: Was fasziniert Dich an dem Thema Kind & Hund besonders?

Ana Hesse: Jetzt kommt das Abgedroschene, was niemand hören möchte, aber was bestimmt bei den meisten „Hunde vernarrten“ einfach so ist. Ich war von klein auf verrückt nach Hunden. Mit sechs Jahren habe ich alles ausgeführt, was mir anvertraut wurde und damals hat sich darüber noch kaum einer einen Kopf gemacht. Passiert ist erstaunlicherweise auch nie etwas.

Meinen ersten eigenen Hund bekam ich erst mit 16 Jahren. Eigentlich viel zu spät, weil da die weiterführende Schule in einer anderen Stadt begann und anschließend die Ausbildung. Die Zeit fehlte entsprechend. Aber es war ein Hofhund und er war es gewohnt alleine zu sein, wir hatten ihn „gebraucht“ übernommen. Ein Bernhardiner.

 

Hunde machen sozial und emphatisch

 

Warum ich das so einleite? Kinder und Hunde können so sein tolles Team sein und ich finde, dass Kinder die mit Hunden (oder anderen Tieren) wertschätzend und liebevoll aufwachsen einfach einen Vorteil haben. Sie sind empathischer, sozialer, umsichtiger. Dazu gibt es ja inzwischen auch zahlreiche Studien. Warum ich einen Schwerpunkt bei „Kind und Hund“ habe, ist aber ganz anders gelagert. Mein Sohn wurde mit knapp 2 Jahren durch einen fremden Hund schlimm gebissen und entwickelte daraufhin eine panische Angst vor Hunden. Unsere alte Golden-Retrieverhündin war eine Ausnahme.

 

Was macht eine Hundenärrin, wenn das eigene Kind Angst vor Hunden hat

 

Als „Hunde vernarrte“ Mutter, war das ein großes Problem. Hilfe gab es keine, ich habe alle Hundeschule abtelefoniert und angefragt, wer ein Desensibilisierungsprogramm dazu hätte und ich wäre auch im Radius von 100 km gefahren. Niemand. Heute, 12 Jahre später, gibt es dies sogar zahlreich und darüber bin ich sehr froh! Als Aila vor 10 Jahren einzog, war schnell klar, dass sie diesen Job, „Kindern die Angst vor Hunden nehmen“, machen wird.

 

Präventionskurse gegen die Angst

 

So haben wir unzählige Präventionskurse gehabt und wir arbeiten mit Kindern, die von Hunden gebissen wurden und natürlich mit ihren Eltern. Da wir Hunden praktisch überall begegnen, ist es schwierig allen aus dem Weg zu gehen und Angst ist ein schlechter Begleiter. Wichtig ist mir, dass Kinder und Eltern die Signale und Körpersprache der Hunde kennen und auch einschätzen können, ob ein Hund unter Kontrolle beim Halter ist oder ob man sich langsam und unaufgeregt in eine andere Richtung bewegen sollte. Zudem ist mir die Hundeschule wichtig, denn hier kann ich Hundehalter dazu anleiten, entsprechende Rücksicht auf Kinder zu nehmen. In allen meinen Gruppen sind fast immer Kinder dabei, damit alle Hunde von Anfang an lernen, dass diese zur Umwelt dazu gehören und nicht gejagt werden.

 

Goodfellows: Was ist Freiheit für Dich?

Ana Hesse: Freiheit bedeutet für mich, selbständig Dinge entscheiden zu können, die mir wichtig sind. Freiheit beginnt im Kopf.

 

Goodfellows: Vollende bitte diesen Satz: Ohne Hund möchte ich nicht leben weil…

Ana Hesse: … es einfach keinen Sinn macht.

 

Wer ist Ana Hesse

 

Ana Hesse ist seit 2013 selbständige Hundetrainerin in ihrer Hundeschule Kids & Dogs Schaumburg und seit 2014 durch die Tierärztekammer Schleswig-Holstein zertifiziert und damit auch für Niedersachsen berechtigt, die Sachkunde nach dem NHundG – dem Niedersächsischen Gesetz zum Halten von Hunden – abzunehmen.

Sie arbeitet tiergestützt mit Kindern, die Angst vor Hunden haben sowie mit Kindern, die durch Hunde verletzt wurden. Seit ihrer Jugend im Tierschutz engagiert, ist sie auch heute noch ehrenamtlich für diverse Organisationen tätig. Kinder und Hunde liegen ihr gleichermaßen am Herzen, denn aus ihrer Sicht verdienen beide jeden Schutz, den sie erhalten können.

 

Kind & Hund

Mit Vertrauen und Respekt Durchs Leben

Autor: Ana Hesse

Verlag: KIDS & DOGS PUBLISHING; Hesse, Ana

ISBN: 978 3000 614996

Preis: 9,95 Euro

 

 


 

Dieser Artikel enthält Werbung. Der obenstehende Link ist ein Affiliate-Link zu Amazon. Wenn Ihr Euch entschieden habt, das Buch zu kaufen und den Weg über diesen Link in meinem Blog zu gehen, würde mich das sehr freuen. Euch entstehen dadurch keine Kosten. Ich erhalte dann eine kleine Provision, die ich wieder in die Pflege des Goodfellows Hundeblogs und die Umsetzung neuer Ideen auf meinem Blog, investieren kann.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hunde die nach hinten gucken

Geschichten vom Hundehalten und Menschsein

 

 

Das neue Buch von Heidi Schmitt hat meinen Ruf in unserer Vorstadt nun vollends zerstört. Danke Heidi! 😉

Ihr fragt Euch wie das geschehen konnte?

 

Lachanfälle infolge Buchkonsums

 

Ich war ja nun schon dank des auffälligen „Fehlverhaltens“ meines Rüden Finley in seinen Sturm-und-Drang-Zeiten und meiner anfangs eher mangelhaften Fähigkeiten, sein Verhalten in vorortkompatible Bahnen zu leiten,  bekannt wie ein bunter Hund. Dann waren ruhigere Zeiten eingekehrt, weil ich Finley zu Einkaufsstoßzeiten nicht mehr mit ins Dorf nahm und dann – natürlich – weil ich ihn spitzenmäßig erzogen hatte. *grins

Tja und nun hat Heidi Schmitt ein Buch geschrieben, das mich völlig außer Kontrolle geraten ließ. Egal wo ich es las, beim Frisör, in der Eisdiele, auf der Parkbank und im Restaurant, ich kicherte, gluckste und brach in schallendes Gelächter aus – völlig ungebremst. Es hat mich so gefesselt, dass mir die „Tststsssts“ unserer neugierigen alten Tanten, das konsternierte Kopfschütteln unserer spießigen Besserwisser und die besorgten Seitenblicke mancher Passanten gar nicht aufgefallen sind.

 

Selbstironie Biss zum Morgengrauen…

 

Und soll ich Euch was sagen, es ist mir  wurscht was sie wohl gedacht haben mögen. Heidi Schmitts Buch macht einfach Spaß. Sie schreibt ihre Geschichten im warmherzigen Ton, mit viel Humor, Selbstironie inklusive. Zuweilen – wir Hundeleute wissen ja, dass wir ein wenig gaga sind – legt sie auch mal den Finger in die Wunde aber ganz sanft und mit Feingefühl.

Die Autorin beschreibt unterschiedlichste Alltagssituationen mit ihrer Hündin Panini und hat auch keine Scheu mal eigene Fehler einzugestehen, was ich persönlich sehr sympathisch finde. Sie erzählt warum sie im Leben kein Rudelführer werden wird, warum sich Pansen nicht für die Aromatherapie eignet und scheut sich auch nicht Trainerikone Martin Rütter anzuklagen, er habe sie im Stich gelassen.

 

Der heimliche Star ist das Glossar

 

Mein Geheimtipp in diesem Buch für Euch ist allerdings das Glossar.  Das solltet ihr Euch von A bis Z zu Gemüte führen. Vermeintlich bekannten Begriffen aus der Hundewelt haucht Heidi Schmitt neues Leben ein. Oder wusstet Ihr, dass „Barf“ aus dem Englischen übersetzt Erbrechen bedeutet?

„Hunde, die nach hinten gucken“ ist eine Medizin, ein Stimmungsaufheller ohne Nebenwirkungen. Ich kann dieses Buch jedem Hundeliebhaber und denen, die es noch werden wollen wärmstens empfehlen.

 

 

Kurzinterview mit Heidi Schmitt

 

 

Goodfellows: Du bist Autorin und Werbetexterin. Wie wichtig ist Sprache und der Umgang mit ihr für Dich?

Heidi Schmitt: Sprache ist alles. Beruf, Hobby, Leben. Worte sind Humor und Gefühl, einfach alles.

 

Goodfellows: Welches ist Deine schönste Kindheitserinnerung?

Heidi Schmitt: Eine herausragende gibt es da nicht. Aber da meine Mama im vergangenen Oktober verstorben ist, denke ich derzeit viel an die Kindheitsrituale mit ihr. Wir hörten mittwochs abends manchmal zusammen das Wunschkonzert im Radio: „Vom Telefon zum Mikrofon“. Damals wurden extra der Süddeutsche Rundfunk und der Südwestfunk dafür zusammengeschaltet. Und dann lauschten wir und lästerten ein bisschen über manche Anrufer, die irgendeinen Unfug erzählten. Dabei gab es immer eine Schätzfrage. „Wie viele Kartoffeln gehen in einen Eisenbahnwaggon?“ oder ähnlich enorm bedeutsame Fragen. Jeder Anrufer musste sie beantworten und wer am nächsten dran war, bekam am Ende vermutlich einen Keks oder so. Die Schätzfrage wurde erst kurz vor Schluss aufgelöst und die Sendung ging ewig, in meiner Erinnerung bis 23:30 Uhr. Irgendwann gingen wir alle ins Bett, meine Schwester, meine Mutter und ich und hörten dort weiter – wir wollten ja die Auflösung der Schätzfrage noch mitkriegen. Aber natürlich schliefen wir jedes Mal ein und erfuhren nie, wie viele einbeinige Frauen im Vorjahr geheiratet haben. Es war ja die selige Zeit ohne Google und Wikipedia. Wir blieben unwissend, haben aber morgens immer sehr gelacht, wenn wir feststellen mussten, dass wir wieder einmal kollektiv versagt hatten. Aber wer kann schon wach bleiben, wenn der „La Montanara-Chor“ singt? Diese Verbindung aus Miteinander und Humor gehört zu den besonders glücklichen Kindheitserinnerungen.

 

Goodfellows: Wenn es möglich wäre, welchen Schriftsteller würdest Du gerne mal treffen und warum?

Heidi Schmitt: Ich hätte gern Robert Gernhardt getroffen. Er war nicht nur ein großer Dichter, sondern wohl auch ein zauberhafter Mensch. Aber das geht ja nicht mehr. Dann würde ich vielleicht gern Jonathan Franzen treffen. Kein Buch hat mir jemals soviel gesagt wie die „Korrekturen“. Vor Ehrfurcht würde ich aber vermutlich kaum ein Gespräch führen können.

 

Goodfellows: Was bedeutet Freiheit für Dich?

Heidi Schmitt: Von den ökonomischen Notwendigkeiten einmal abgesehen lebe ich sehr frei. Das ist mir jeden Tag bewusst und ich bin enorm dankbar dafür. Ich kann tun und lassen und sagen was ich will. Im Alltag zeigt sich Freiheit für mich oft an kleinen Dingen. Freiheit ist zum Beispiel: Bei schönem Wetter mitten unter der Woche mit dem Hund ins Feld fahren, spazierengehen und weit ins Land gucken.

 

Goodfellows: Beschreibe einen Moment, in dem Du uneingeschränkt glücklich warst.

Heidi Schmitt: Glück braucht die Anwesenheit von Unglück, um überhaupt zu existieren. Ich war sehr glücklich, als mein Hund wieder normal auf vier Beinen laufen konnte. Aber das ist nicht uneingeschränkt – die Schmerzen, die Panini hatte und die Sorge um sie sind nicht vergessen. Das wird uns immer begleiten. Manchmal, wenn ich Menschen sehe, deren Hunde auf der Wiese wie bekloppt herumrasen, denke ich: Ihr wisst gar nicht, was ihr da habt. Und oft ist es ja wirklich so: Glück erkennen wir am besten, wenn es uns verlassen hat. Deshalb mag ich das „eingeschränkte“ Glück. Weil man es nicht übersieht.

 

Goodfellows: Danke liebe Heidi, für die ehrlichen und interessanten Antworten … und wenn der „La Montanara-Chor“ im Radio singt, könnte ich auch nicht wach bleiben 😀 .

 

 

Wer ist Heidi Schmitt?

 

Wer weiß das schon genau? Nein, Scherz beiseite. Heidi Schmitt ist Werbetexterin, Autorin und Bloggerin. Sie lebt mit ihrer Mischlingshündin Panini in Frankfurt am Main.

Wenn ich es richtig verstanden habe, haben die Segugio-Mischlingshündin, die Heidi auch liebevoll „das Brötchen“ nennt, und diverse Kreuzbandrisse, die Panini auskurieren musste, dazu geführt, dass Heidi den Hundeblog „Kommst du hierher!“ startete (Kurzfassung) 😉 . Mittlerweile geht es dem Brötchen ganz gut und Heidi hat auch andere Themen aus der Hundewelt beim Wickel. Schaut doch mal bei Heidi vorbei, ich verspreche Euch,  es lohnt sich.

Wer noch mehr von Heidi lesen möchte, kann ja mal in Ihre bereits erschienenen Bücher „Ein Hund namens Brötchen“ (Link zu meiner Rezension HIER), „Jubiläum in der Busspur“ und „Komm, wir laufen aus“ hineinspiekern.

 

Hunde, die nach hinten gucken

Autorin: Heidi Schmitt

Taschenbuch: 208 Seiten

Verlag: Books on Demand; 1. Auflage

ISBN: 978-374-813-2417

Preis: 13,90 Euro

 


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Das Seelenleben der Tiere

Wer nach einem puren Hundebuch sucht, liegt mit Peter Wohllebens Buch „Das Seelenleben der Tiere“ falsch. Das heißt allerdings nicht, dass ich mich bei der Lektüre dieses Buches nicht trotzdem gut unterhalten fühlte. Man braucht halt eine gewisse innere Aufgeschlossenheit, um dem Autor auf seinem Pfad durch tierische Empfindungswelten zu folgen.

Wenn man das schafft, dann erkennt man, wie unglaublich spannend unsere heimische Tierwelt im Wald und auf unseren Höfen ist. Wir lernen, dass Kolkraben treue Seelen sind, die ihr Leben lieber mit einem Partner verbringen, als sich jede Saison auf neue Partnersuche zu machen. Wir finden heraus, dass auch Hirschkühe trauern und dass des Autors Hahn Fridolin schon mal zu einer hintertriebenen List greift, um seine drei Hennen beglücken zu können.

Am Ende des Buches, interessieren wir uns vielleicht immer noch nicht für alle aufgeführten Tiergruppen, das ist aber nicht ausschlaggebend. Viel wichtiger ist, dass Peter Wohlleben seinem Leser anhand wissenschaftlicher Untersuchungen und anschaulicher, unterhaltsamer Geschichten, zu der Erkenntnis verhilft,  dass alle Tiere über ein emotionales Bewusstsein und ein reiches Gefühlsleben verfügen. Und ich klappe die Buchdeckel zu, in der Hoffnung, dass diese Erkenntnis zu mehr Respekt, Sympathie und Rücksichtnahme im Umgang mit unseren Tieren führt.

Peter Wohlleben, geboren 1964, studierte Forstwirtschaft und arbeitete 23 Jahre in der Landesforstverwaltung Rheinland-Pfalz. 2006 gab er seine Stelle auf und übernahm als Förster ein 1200 Hektar großes Waldgebiet in der Eifel. Dort setzt er seine Vorstellungen von einem ökologisch wie ökonomisch vertretbaren Naturschutz erfolgreich um. Nebenbei entdeckte er seine Lust am Schreiben.

Das Seelenleben der Tiere

Autor: Peter Wohlleben

Verlag: Ludwig Buchverlag 13.Juni 2016

Gebundene Ausgabe 240 Seiten

ISBN: 978-3453280823

 

 

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Welcher Hund passt zu mir?

goodfellows-hundekauf-blog

 

Bei der Auswahl seines Hundes sollte man mindestens so viel Sorgfalt walten lassen, wie bei der Auswahl seines Partners. Denn auch hier muss die Chemie stimmen.

Doch was braucht es, damit der Mensch mit seinem Hund ein harmonisches und glückliches Leben führen kann? Bärbel Kronz hat in ihrem Buch „Welcher Hund passt zu mir?“ einmal ein paar Eckdaten zusammengefasst.

In diesem Buch findet gerade der Hundeanfänger die wichtigsten Punkte über die er vor dem Hundekauf nachdenken sollte.

Meistens ist es die Optik, die uns zuerst für einen Hund begeistert. Die Autorin macht deutlich klar: Hübsch –ja, niedlich –ja, aber all das reicht nicht. Viel wichtiger ist es ihrer Erfahrung nach, den Charakter eines Tieres zu erforschen und sich zu fragen, ob man die kommenden 15 Jahre mit den Eigenschaften des auserwählten Hundes klarkommen wird.

Die
wichtigste Fragen lauten also: Passt dieser Hund zu mir und meinem
Lebensstil und kann ich seine Bedürfnisse erfüllen? Soll es ein
 Rassehund vom Züchter sein oder doch lieber ein Mischling aus
 dem Tierheim? Worauf muss ich beim Hundekauf achten?
 Dieses Buch hilft bei der Beantwortung dieser und vieler weiterer
Fragen rund um die Anschaffung eines Hundes.

Um es dem Hundefreund leichter zu machen, listet die Autorin einmal verschiedene Hundetypen auf und beschreibt deren Grundeigenschaften aus ihrer Sicht. Auch für die erste Zeit im neuen zuhause gibt sie praktische Tipps.

Mein Fazit zu diesem Buch: Ich finde dieses Buch gibt einen guten, ersten Überblick, insbesondere für Menschen ohne Hundeerfahrung. Dennoch sollte klar sein, dass die Beschreibungen der Hundetypen nur ein grober Richtwert sein können. Jeder Hund ist anders und ein persönliches Gespräch mit einem Züchter, einem Tierheim-Mitarbeiter oder einem anderen Hundeexperten, wäre eine gute Ergänzung zu diesem Buch.

Welcher Hund passt zu mir?

Autor: Bärbel Kronz

Taschenbuch, 109 Seiten

Sprache: Deutsch

ISBN: 978-3840425035

Preis: 14,95 Euro

 

 

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Dein Hund – Deine Chance

 

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Ich habe ein schlechtes Gewissen, hatte ich doch versprochen, die Rezension dieses Buches möglichst schnell zu schreiben. Also setzte ich mich hin, überflog von der Neugier gepackt, die ersten Kapitel und musste mir eingestehen, dass ich diesem Buch auf diese Weise nicht gerecht werden würde. Also liebe Anna, entschuldige bitte, es hat ein wenig länger gedauert.

Dieses Buch verdient Zeit, dieses Buch verdient Muße, dieses Buch verdient volle Aufmerksamkeit – dieses Buch ist einfach fantastisch.

Ist es ein Hundebuch? Irgendwie schon aber irgendwie auch wieder nicht. Wenn ja, dann auf eine ganz besondere, neue Art.

Anna Meißner nimmt den Leser mit auf eine Reise in sein eigenes Ich und sein Hund ist gewissermaßen sein Reiseleiter. Egal wie angespannt das Verhältnis zwischen Hund und Mensch gerade ist, der Hund macht dem Menschen ein Angebot, wie die weitere Reise aussehen könnte. Ein Angebot zu einem gemeinsamen Abenteuer, bei dem beide lernen, sich zu verstehen, Schwierigkeiten zu erkennen und zu bewältigen. Das Buch bietet Impulse an, keine festen Regeln, die dem Menschen helfen sollen, sich selbst auf die Spur zu kommen. Das ist spannend, kann schmerzhaft und stellenweise auch unbequem sein. Das Gute daran ist, am Ende steht immer eine Erkenntnis, die im Zusammenleben mit dem eigenen Hund weiterhilft. Der Leser hat die Gelegenheit gewohnte Denkmuster zu überprüfen, in Frage zu stellen und an den Konflikten zu wachsen. Trotzdem muss er kein anderer Mensch werden. Denn er entscheidet selbst was er wann und wieviel davon, er aus diesem Buch für sich nutzen möchte.

Jeder von uns, der mit einem schwierigen Hund zusammenlebt, kennt den Druck, die Unzufriedenheit und den inneren Frust, wenn alles schiefläuft. Anna Meißner gelingt es wundervoll, dieses Gefühlschaos, in dem wir Hundehalter manchmal gefangen sind, in klare Worte zu fassen. Alleine das hat schon entlastende Wirkung. Bildhafter werden die Lösungsansätze der Autorin durch zahlreiche Fallbeispiele und Übungsvorschläge.

Auch wenn die ganz schlimmen Zeiten mit meinem Hund schon lange vorbei sind, gibt es immer mal wieder kleine Baustellen. Also habe ich gedanklich die Ärmel hochgekrempelt und mich an Finleys und mein Never-Ending-Ärgernis herangewagt – der Hund zieht, bei Fuß gehen, naja. Meinen Lösungsansatz fand ich in dem Kapitel ab Seite 92. Wir sind zwar noch im Prozess, aber es wird.

Mein Fazit zu diesem Buch: Unbedingt lesenswert. Die Kompetenz des Lesers und sein Zutrauen zu seinen eigenen Empfindungen werden gestärkt. Keine Anleitung zum Dressieren, sondern eine Aufforderung quer zudenken. Ein Mutmacher!

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Anna Meißner ist Dipl. Sozialpädagogin und Sozialarbeiterin. Sie arbeitet als Mediatorin und Coach. Als Strukturgeberin für Persönlichkeit & Entwicklung begleitet sie Menschen von der Fremd- zur Selbstbestimmung. Ihr Hund Cosmo steht für ihre innere Freiheit. Er hat ihr vermittelt, dass (Lebens-) Führung genau diese braucht. Cosmo hat sie zum Thema Persönlichkeitsentwicklung mit Hund inspiriert. Sie ist überzeugt: „Das, was dein Hund von dir fordert, bringt dich persönlich weiter!“ Lest mehr von Anna Meißner auf ihrem Blog http://www.strukturgeberin.de Foto:Anna Bürgelin

 

Dein Hund – Deine Chance

Autorin: Anna Meißner

Verlag: FRED & OTTO – der Hundeverlag

Taschenbuch: 200 Seiten

Sprache: Deutsch

ISBN: 978-395693032

Größe: 12,4 x 1,5 x 19,3 cm

 

 

 

 

Abenteuer Vertrauen: Vollkommen aber nicht perfekt – Was Menschen von Hunden lernen können

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Sich ganz auf einen Hund und sein Wesen einlassen zu können, ist ein großes Abenteuer. In ihrem neuen Buch „Abenteuer Vertrauen“, erschienen im Mosaik Verlag beschreibt Maike Maja Nowak mit gefühlvollen Worten, ihre Reise zum inneren Kern ihres neuen Hundes Raida. Es ist eine Reise auf einem steinigen Weg, denn Raidas Charakter ist stark, ursprünglich, rissig und eigenwillig.

Gewohnt tiefgründig schildert die Autorin, wie die gegenseitige Wahrnehmung von Hund und Mensch zu einem respektvollen Umgang miteinander beitragen kann. Ihre humorvolle Schilderung gerade der Situationen, in denen es mal nicht ganz rund läuft, zeigt dem Leser deutlich, dass ausgerechnet diese Situationen dazu beitragen, dass Mensch und Hund sich gegenseitig dabei helfen, innerlich zu wachsen.

Auch wenn das Buch eher wie ein Roman geschrieben ist, vermittelt Nowak doch einen klaren Eindruck ihrer Vorgehensweisen und der Leser kann gut nachvollziehen, wie sie bestimmte Situationen mit ihren Hunden steuert und Konflikte auflöst.

Ein bisschen deplatziert empfinde ich Nowaks Ausflug in die Thematik der vererbten Rudelstellungen, im letzten Drittel des Buches. Mich stört es ein wenig, dass sie über dieses kontroverse Thema schreibt, ohne „das Kind“ beim Namen zu nennen. Wer sich in der Hundeszene auskennt, weiß um ihre Zusammenarbeit mit Barbara Ertl, einer sehr strikten Vertreterin dieser Theorien, und deren konfliktreiches Scheitern. Nichts davon findet sich in diesem Buch wieder. Lediglich eine nebulöse Andeutung über eigeninitiierte Forschungen taucht im Abgang des Buches auf. Aber auch hier fehlen Informationen zu den konkreten Forschungszielen. Das ist mir nicht genug. Wenn ein in der Hundeszene konfliktreich diskutiertes Thema angeschnitten wird, erwarte ich von einer designierten Hundeexpertin eine sachlich differenzierte Auseinandersetzung mit diesem Thema. Vielleicht wäre es besser gewesen, dieses Thema für ein nächstes Buch aufzusparen.

Trotzdem ist „Abenteuer Vertrauen“ ein Buch, das sich zu lesen lohnt.

Abenteuer Vertrauen

Vollkommen, aber nicht perfekt

Was Menschen von Hunden lernen können

Autor: Maike Maja Nowak

Verlag: Mosaik

ISBN: 978 344 239 2650

Preis: 19,95 Euro

 

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